Fuchsberg 2: Villa von Suiren, Rick & Pandora

  • Friedhof & Kirche -> Sue & Rick im Eingangsbereich


    Gott, warum musste ihr Kind so unberechenbar sein? Momente wie dieser zeigten mal wieder, dass sie definitiv ihr Kind war und Sue konnte nicht anders als sich zu fragen, ob ihre eigenen Eltern nicht ungefähr jeden Tag einen Nervenzusammenbruch wegen ihr hatten. Wäre Rick tatsächlich ihr Vater, hätte das ihr Verhalten wenigstens um einiges mehr erklärt und würde ihr die Gelegenheit geben, Pandoras Charakter etwas mehr auf ihre Erbschaft, als auf ihre Erziehung zu schieben. Das Taxi bog in die Fuchsbergstraße ein und ihr fiel ein Stein vom Herzen als sie ihre Villa unversehrt erblicken konnte. Ohne auf Rick zu warten, eilte sie im schnellen Schritttempo ins Haus und checkte als erstes die Küche - welche lediglich der Tatort für ein paar Krümel waren. "Pandora?" Mehrmals rief sie den Namen ihrer Tochter, während sie durch ein paar Zimmer lief, auch wenn sie sich dabei dumm vorkam. Vielleicht hatte sie ihrer Mama ja auch nur einen total lustigen Streich gespielt und lachte sich mit ihren Freundinnen im Camp darüber kaputt? Seufzend kehrte sie wieder in den Flur zurück, wo sie schließlich ihre Hausschlüssel ablegte und sich kurz durch die langen Haare strich. "Wenn ich dieses Balg in die Finger kriege... Hattest du nicht noch 'ne Pistole oder so?" Wie ernst sie das wohl gemeint hatte? Schließlich hatte Pandora gerade dafür gesorgt, eine ziemlich... wichtige Angelegenheit platzen zu lassen.

  • « Bibliothek | [Pandora] kommt zurück nach Hause



    Haaach, es ging doch nichts über einen kleinen Konflikt um die Langeweile zu vertreiben! Nun, das waren zwar nicht genau die Worte, die das Kind dafür gewählt hätte, allerdings war Pandora besser gelaunt als vorher - die alte Schachtel ärgerte sich bestimmt ganz fürchterlich und allein das bescherte dem Mädchen ein wenig Genugtuung. Sie kehrte also zurück nach Hause - wie viel Zeit verstrichen war konnte sie nicht sagen - und als sie die gewaltige Haustür hinter sich schloss, erblickte sie im Eingangsbereich ihre Mama. Sie lebte also doch noch! Allerdings war sie nicht alleine. Mit skeptischen Blick musterte sie den Mann, den ihre Mama angeschleppt hatte. Pandora verkniff sich jedoch einen frechen Kommentar ausnahmsweise. Ihr war als hätte sie ihn schon einmal gesehen, aber ihr fiel nicht ein wo oder wieso, also ging sie erstmal nicht weiter darauf ein, sondern wandte sich wieder Suiren zu. "Mama, wo bist du gewesen? Und wer ist das da?", fragte sie sofort und deutete mit dem Finger auf Rick ohne ihn dabei anzusehen, denn ihr gesundes Auge war nach wie vor voller Neugierde auf Sue gerichtet. Ist doch klar, dass die Tochter des Hauses Antworten wollte, wenn sich die Mutter wieder irgendwo rumtrieb ohne Bescheid zu geben!

  • Seine kürzlich wiedergewonnene Freundin dabei zu beobachten, wie sie in einem wahnsinnigen Tempo durch die vielen - viel zu vielen - Räume der Villa huschte, dabei immer wieder den Namen ihrer - und in diesem Fall sollten wir vielleicht nochmal betonen, dass das ihrer für Sue stand, nicht für sie beide, wie wir ja kürzlich herausgefunden hatten - Tochter rief und keine Reaktion bekam war für Rick irgendwie.. öde? Ja, eine bessere Gefühlslage fiel dem wortgewandten Mann als Beschreibung tatsächlich gerade nicht ein. Zunächst einmal war es vielleicht komisch gewesen, komisch, eine Reaktion des Kindes als Option erwarten zu können, doch nachdem die ersten 2 Versuchte der Asiatin gescheitert waren, hatte der Braunhaarige diese Option letztendlich schnell wieder verworfen. Als Sue nach wenigen Minuten dann wiederkam und Rick nach seiner Pistole fragte, da entkam dem Latino allerdings ein kleines Schmunzeln. "Sollte ich vielleicht Jemanden anrufen? Bescheid geben, welch' grausame Erziehungsmittel in diesem Haus befürwortet werden?", fragte er, sein Tonfall gespielt ernster, als er eigentlich sein musste. Eine kurze Pause folgte, dann zuckte er jedoch gleichgültig, aber mit einem Grinsen auf den Lippen, die Schultern. "Kommode, zweite Schublade von unten. Benutz aber einen Schalldämpfer, sonst gibt's noch Probleme mit irgendwelchen Passanten. "Wie ernst der Mann seine Worte wohl meinte? Naja, zumindest der Tipp mit dem Schalldämpfer konnte womöglich ein Leben retten. Und hey, wenn man bedachte, was für einen netten Augenblick die Einäugige gerade grundlos zerstört hatte.. Sicher würde ein Gericht verstehen, weshalb Sue so intensiv handeln musste. Der Amerikaner hatte nicht einmal Zeit gehabt die Erbin zu fragen, was sie jetzt machen wollte, da hörte man plötzlich die Tür hinter ihnen zufallen. Und falls gerade zufällig kein Einbrecher hallo sagen wollte - und man, dann wäre besagte Pistole doch eine gute Idee gewesen -, dann musste gerade jemand gekommen sein, der in dieses Haus hinein gehörte. Ricks Blick wand sich zur Seite, zur Geräuschquelle und tatsächlich - da war ja der gesuchte Verbrecher. Das Halbblut beobachtete den kleinen Menschen dabei, wie er einen skeptischen Blick auf ihn war, zu seiner Mutter sah und dann begann auf ihn zu zeigen, ohne ihn auch nur noch eines einzigen Blickes zu würdigen. Gleichzeitig fragte die Schwarzhaarige Sue wo sie gewesen war und wer er war und Rick.. tja, Rick musste sich ein leises Auflachen verkneifen. Aber sich so etwas nicht anmerken zu lassen war ja quasi sein täglich Brot, nicht? Der Mann musste zugeben von dem Verhalten der Kleinen belustigt zu sein und da sie so eine Art gewählt hatte, um der Situation zu begegnen.. Oh, ja, das hatte sich Pandora jetzt selbst zuzuschreiben. Rick entkam ein lautes Seufzen und er lehnte für einen Augenblick seine Stirn auf seinen Fingerknöcheln ab. "Frau Choi, ich hatte wirklich gehofft, dass sich eine direkte Konfrontation in dieser Phase unserer Besprechungen vermeiden lässt, allerdings scheint das Kind ja nun in den Brunnen gefallen zu sein." Der Amerikaner sah seine Gefährtin mit ernster Miene an und erwartete in jenem Moment definitiv nicht, dass sie bereits auch nur den Hauch einer Ahnung hatte, wovon zum Teufel er gerade sprach. "Möchten Sie Ihrer Tochter erzählen, weshalb Sie mich hergerufen und was Sie mir über ihre Situation erzählt haben, oder soll ich das für Sie übernehmen? Es ist okay wenn es Ihnen zu schwer fällt, ich bin hier um Sie bei Ihren Problemen zu unterstützen." Und nun war es an Sue eine gute Leistung abzuliefern. Rick war sich sicher, dass sie nach einem kurzen What-the-fuck-Rick?-Moment schon begreifen würde, was er da gerade tat - immerhin hatte er keine zwei Minuten zuvor auch noch einen Witz darüber gemacht. Und selbst wenn sie es nicht perfekt rüberbringen würden - Kinder glaubten einem fast alles, wenn man sich nur ein wenig Mühe gab. ~


    Well you look like yourself - But you're somebody else, only it ain't on the surface

     Well you talk like yourself - No, I hear someone else though - Now you're making me nervous..~

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Death XIII ()

  • Sue, Rick und Panda im Eingangsbereich


    "Na, das ist aber kein besonders gutes Versteck für eine Waffe. Ich sehe schon die Schlagzeilen: gutaussehendes Paar wird von Satanssprössling erschossen." Auch wenn sich keine Waffe in der Kommode befand, hätte Suiren es schon irgendwie gefeiert, wenn dies der Fall gewesen wäre, aber es war wohl besser so. Und wenn man gerade schon vom Teufel sprach, kam dieser gerade zur perfekten Zeit für seine eigene Beerdigung. Einerseits war Sue gerade verdammt froh, dieses freche Gesicht unversehrt zu sehen, andererseits spürte sie, wie sich die ganze innere Anspannung langsam in Wut verwandelte. Die impulsive Person, die sie nunmal war, hätte jetzt am liebsten mit lauten Worten und Androhungen um sich geschmissen, doch mittlerweile hatte sie gelernt, dass sie als Mutter auch eine Rolle als Vorbild spielen musste (was wirklich schwierig war), wobei an Pandas Erziehung wahrscheinlich eh nicht mehr viel zu retten war. Glücklicherweise übernahm Rick die Führung, auch wenn seine Worte die Schwarzhaarige zugegeben etwas aus der Bahn warfen. "Was...?" Die einzigen Szenarien, in denen sie von ihrem Freund als Frau Choi gesiezt wurde, waren kinky Rollenspiele, die in dieser Situation aber alles andere als angemessen waren, doch nach einer kurzen Denkpause machte es schließlich 'Klick' bei ihr und ein schadenfreudiges Grinsen schlich sich auf ihre Lippen, ehe sie mit viel Mühe eine ebenfalls ernste, aber auch leicht traurige Miene aufsetzte. "Jetzt verstehen Sie wenigstens, was ich meine. Es ist einfach unmöglich! Nie hört sie auf mich und ich mache mir ständig Sorgen. Heute geht sie irgendwelche Häuser anzünden und andere Kinder mobben, wenn das ganze so weitergeht, wird sie sich in wenigen Jahren auf den gefährlichsten Straßen prostituieren. Ach, tut mir leid, Herr Dunstan. Ich sollte vielleicht nicht so vor meinem Kind reden..." Sue war zwar keine wirklich gute Schauspielerin, aber bei Kindern spielte das, dank ihrer Naivität und ihrem blinden Vertrauen, zum Glück keine Rolle. Ihr Blick wanderte zu Pandora, welche immer noch unaufgeklärt neben den zwei Erwachsenen stand und sie fragend anschaute. "Panda, ich..." Sie schluckte und versuchte der Situation etwas mehr Spannung mit einer unnötig langen Sprechpause zu geben. "Herr Dunstan, ich kann es nicht. Bitte.... Bitte übernehmen Sie die Situation." Bei ihrem letzten Satz brach die Erbin fast in Lachen aus, doch schaffte es gerade noch so, wie ein leises Schluchzen klingen zu lassen und vergrub ihr Gesicht in ihre Hände. Gott, sie war so verdammt gespannt auf das, was Rick nun tun würde, vorallem da sie sich das Zusammentreffen der beiden nie im Leben so vorgestellt hatte. Aber irgendwo war sie dankbar dafür, dass er gerade keine unangenehme Situation aus der Sache machte.

  • [Pandora] mit Sue & Rick in der Eingangshalle


    Pandora verstand nicht recht, was vor sich ging. In erster Linie war sie ziemlich beleidigt, weil ihre Mama nicht auf sie und ihre äußerst wichtigen Fragen einging, sondern ihre Aufmerksamkeit weiter dem Fremden galt. Und dann sprach sie auch noch vor ihr über sie - hallo? Panda war ja nicht blöd! Trotzig verschränkte das kleine Gör die Arme vor der Brust, schon bereit loszuzetern, ehe die Worte langsam durchsickerten und ihre Miene sich aufklärte. War der Mann da etwa von einem Amt oder sowas? Schule? Der Bibliothek? (Von dort war sie immerhin gerade ohne Strafe zu erhalten ausgebüchst - aber... so schnell... das konnte unmöglich sein! Oder?!) Pandora warf dem werten Herrn Dunstan nun einen genaueren Blick zu, nicht mehr feindselig, sondern - ja konnte es sein? - nervös? Er sah gar nicht aus, als wäre er irgendwie ein hohes Tier oder gefährlich (haha.), er trug keinen Anzug mit Aktenkoffer in der Hand wie man das in Filmen so sah (und Filme logen nicht, das war ja klar), aber warum sonst sollte ihre Mutter sich - naja - so verhalten? Sue war das einzige Indiz an das sich Panda stets orientierte. Mit ängstlicher Miene (so schwer das auch zuzugeben war), wandte sie sich an die Asiatin. "Mama, ich hab nichts angezündet, ehrlich!", rief sie und das war tatsächlich das Erste was ihr dazu einfiel, immerhin war es das Letzte was sie ihrer Mama (mehr oder weniger) geschrieben hatte. War vielleicht doch keine so gute Idee gewesen. Shit. "Was will er von uns? Ich hab wirklich nichts angestellt!", beschwor sie, auch wenn das in ihrem Fall vermutlich noch nicht einmal die Wahrheit gewesen war. Aber... etwas Schlimmes hatte sie noch nie gemacht!! Ihre Mama... wollte sie doch nicht ernsthaft weggeben? Pandora entgleisten jegliche Gesichtszüge, aber weinen, nein, so weit war sie noch nicht! Das... das konnte so nicht stimmen! Egal was es war, sie konnte das sich wieder gerade biegen. Und Mama konnte doch sowieso alles bezahlen? Was war denn nun das Problem?! Sicher nicht sie, das war ausgeschlossen. Es fehlte nicht viel und Pandora hätte sich an die Asiatin geschmissen, sie festgehalten und geschüttelt, bis sie alles erklärte, aber das halbblinde Mädchen war kein Kind für schnelle Annäherungen und vielleicht, irgendwie, wurde sie durch die Anwesenheit des Gerichtsvollstreckers (ein schlaues Wort, fand sie, wobei sie nicht wusste ob das stimmte) ein wenig gehemmt. War sie etwa... eingeschüchtert? Als - als ob. Aber vielleicht klammerte sie sich doch noch an ihre Mutter - entweder das oder sie suchte doch noch nach etwas, um um sich zu werfen.

  • Mhmm..~

    Der Braunhaarige musste zugeben, dass sich die Erbin gar nicht mal so schlecht schlug. Gut, für die Leistung, die sie gerade vollbrachte, würde sie mit Sicherheit keinen Oscar bekommen, aber ganz ehrlich? Wer brauchte hier auch einen? Suiren hatte sich nach einem kurzen Moment der Verwirrung schnell gefangen und das kurze, schadenfreudige Grinsen, welches die beiden gleichzeitig miteinander austauschten, war dafür ehrlich gesagt so ziemlich der Inbegriff von Couple Goals, also scheiß auf diesen Oscar. Rick beobachte Suiren bei ihrem Theater, nickte bei ihren Worten - selbstverständlich, so wie es sich nun einmal gehörte -, ganz verständnisvoll und zustimmend mit dem Kopf und ihm fiel, so, wie wahrscheinlich jedem zweiten Erwachsenem Beobachter, auf, dass seine Freundin, je mehr sie sprach, gleichzeitig auch in umso mehr Schwierigkeiten geriet. Es waren keine wirklichen Schwierigkeiten, wenn man einmal bedachte, dass sie bloß darin lagen, dass schon vor ihrer ersten großen Pause, dem tragischen, 'Panda, ich.." - ein Klassiker, musste man sagen -, einige Mundwinkel unfreiwillig nach oben huschten - aber es war dennoch ernst zunehmen. Immerhin musste die junge Mutter ihre Show ja auch zu Ende bringen, ansonsten wäre die ganze dramatische Stimmung umsonst gewesen! Und so wartete der Latino gespannt - und ja wie selten passierte es, dass er gespannt, nicht irgendwie gelangweilt war? - ab, ob die Chinesin es schaffen würde, nach der langen, wirklich langen Sprechpause noch weiter zu machen.. und hey, sie bekam es wirklich hin. Nicht, ohne ein merkwürdiges Geräusch von sich zu geben, welches sie gerade noch so kaschieren konnte. Und Rick? Rick, der Mann, der wahrscheinlich selbst im Angesicht des Todes höchstpersönlich noch eine Fassade aufrecht erhalten konnte? Welchen aus der Fassung zu bringen wirklich als Leistung galt? Eine Sekunde lang entglitten auch ihm die Mundwinkel ein wenig. Sues erbrachte Darstellung und ihr angestrengter Versuch, nicht alles auffliegen zu lassen brachten selbst ihn gerade etwas an seine Grenzen. Wahrscheinlich hätte es ihn bei jeder anderen Person absolut kalt gelassen, aber vollkommen ernst zu bleiben, während Sue selbst fast platzte.. ja, das Lachen dieser einen Frau war für den Amerikaner ansteckend. Doch es musste weitergehen, nicht? Also ging Rick noch einen letzten Schritt auf die arme, arme Mutter zu und legte der schluchzenden Frau mitfühlend eine Hand auf die Schulter um ihr Trost in dieser verzweifelten Lage zu spenden. "Kein Problem, Frau Choi. Sie sind nicht die erste Mutter, der plötzlich Zweifel kommen, wenn es ernst wird. Aber Sie dürfen nicht vergessen, dass es für sie beide das Beste ist. Sie und Ihre Tochter verdienen das. Aber ich werde Ihrem Wunsch selbstverständlich folgen." Ah, da meldete sich auch endlich mal das kleine Teufelchen zu Wort. Und die Tatsache, wie betont sie versichern musste, sie habe nichts angezündet, also mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass man sicher sein konnte, dass es nichts Ungewöhnliches oder Unerwartetes für sie sei.. ja, auch das amüsierte den Blauäugigen. Pandas Reaktionen waren im Raum die einzig ehrlichen, doch passten sie perfekt, fast so wie von jemanden für sie geschrieben ins falsche Script. Oh und war noch jemandem der rasante Wechsel in ihrem Blick, ihrer Ausstrahlung aufgefallen? Eine interessante 180 Grad Wendung. Rick musste überlegen, er wollte es natürlich auch nicht zu sehr übertreiben. Also zumindest nichts sagen, was ein Kind auf Lebzeiten traumatisieren könnte, versteht sich. Der Mann holte tief Luft, machte eine kleine Pause, so, als würde ihm das, was jetzt folgen würde, nicht leicht fallen: "Pandora, hör mir gut zu.. deine Mutter hat mich angerufen, weil es ihr nicht gut ging. Sie meinte, du machst einfach viel zu viel Unsinn. Immer nur Ärger, nie hörst du auf sie. Du hast ja gehört was sie gesagt hat.. sie möchte nicht, dass du so endest. Deshalb bin ich hier um dich abzuholen und in ein Heim für schwierige Kinder zu bringen." Okay, zugegeben, beim letzten Teil hatte er aufgehört es halbwegs realistisch klingen zu lassen. Es machte ja auch keinen Spaß, wenn man nicht zumindest ein wenig Bullshit einfügte. Da es bis jetzt auch realistisch genug gewesen war.. ja, einem Kind würde das nicht auffallen. "Das Heim befindet sich in Russland, also kannst du deine auch Mama leider nicht mehr wiedersehen. Du darfst auch nichts von hier mitnehmen. Und wir müssen dir einen neuen Namen geben, damit du komplett neu anfangen kannst, aber das ist okay! Du wirst dich schnell daran gewöhnen. Ich werde deiner Mama auch jedes Jahr einen Brief in deinem Namen schreiben, wo sie dann erfährt, was für ein toller Mensch du geworden bist." Okay. Das reichte wohl. Er musste eh aufhören, weil es langsam auch für ihn zu lächerlich wurde.


    Well you look like yourself - But you're somebody else, only it ain't on the surface

     Well you talk like yourself - No, I hear someone else though - Now you're making me nervous..~

  • [Panda] | Family Time



    Pandora sah abwechselnd zwischen ihrer Mutter und dem Mann hin und her. Der Mann versuchte ihre Mama zu beschwichtigen, ehe er sich wieder ihr zuwandte und ganz fürchterliche Dinge sagte. Sie sah ihn gar nicht an, sondern suchte nur den Blick von Sue, die sicher gleich alles auflösen und richtig erklären würde. Doch die Asiatin schwieg. Brachte kein Wort hervor. Pandora ging einen kleinen Schritt zurück und verschränkte die kleinen Arme vor der Brust - Trotzpose. Es funktionierte meistens nämlich ganz gut, wenn sie sich störrisch gab aka sie bekam in der Regel was sie wollte. Und in ein Heim in Russland wollte sie ganz sicher nicht! Das... das machte doch überhaupt keinen Sinn!! "Du lügst!", schrie das halbblinde Mädchen mit einer Lautstärke, die man einem Kind erstmal gar nicht zutrauen würde, aber so war das nunmal mit Bälgern. "Ich mache Mama überhaupt keinen Ärger! Ich mache nur allen anderen Ärger. Manchmal. Mama, sag ihm die Wahrheit!", dabei drehte sie sich kurz ihrer Mutter zu, aber Pandora ahnte längst, dass sie diesen Kampf alleine austragen musste. Aber das war sie gewohnt, das konnte sie schaffen. "Ich glaube dir kein Wort. Kannst du das denn auch beweisen? Hmm?!" So schnell ging Panda sicher nirgendswo hin. Zumindest hoffte sie dadurch Aufschub bekommen zu haben - ob sie noch auf ihre Mutter zählen konnte? Sie könnten sie ja zu nichts zwingen! (dachte sie zumindest) Wenn, dann müssten sie sie schon gewaltsam hier rausschleifen. Das würde zwar an sich kein Problem sein, denn sie war immer noch ein kleines Mädchen und stand zwei Erwachsenen gegenüber, aber sie würde sich mit Treten, Schreien, Kratzen und Beißen sicherlich zu wehren wissen. Außerdem fand sie, zögerten Erwachsene häufig zu handgreiflichen Aktionen überzugehen. Wenn dieser Typ da ein langweiliger Beamter war, quasi nur ein Überbringer der Botschaften, dann würde er ganz sicher davon absehen - vorerst (und das würde ihr hoffentlich genug Zeit geben um sich einen Plan B zu überlegen. Bei Ivy einziehen zum Beispiel). Und wenn er das nicht wahr und er sie mit Haut und Haaren packte, dann würde es ganz sicher zumindest beweisen, dass seine Geschichte gelogen war! In ihrem kleinen Köpfchen gab das alles außerordentlich viel Sinn. Pandora warf dem Mann einen weiteren, bösen Blick zu und versuchte einzuschätzen, welcher der beiden Versionen wahrscheinlicher war. Nur irgendwie tat sie sich schwer, diesen Mann richtig einzuschätzen. Wer war er in Wirklichkeit?