Pappelbrink 2: Die Wohnheime des "St. Ulrich" - Bildungszentrums

  • Darren & Yumi - In Darrens Zimmer



    Sie hob eine Augenbraue als der Student mit diesem 0815 Spruch ankam. Oder war das am Ende die Philosophie dieser besagten Frau? So gut kannte die Blonde Marie Kondo dann doch nicht. Offensichtlich. Man musste dafür nur einen Blick in ihr Zimmer werfen. So oder so hatte sie kein Interesse daran etwas an diesem Part ihres Lebensstils zu verändern. "Achja? Auf diese Hälfte kann ich gut und gerne verzichten..." In ihren Augen war das Zeitverschwendung und irgendwie bekam sie es ja doch nicht hin also warum versuchen Jemand zu sein, der man nicht war. Der Lockenkopf sprach wohl nicht nur über die Unordnung in ihrem Zimmer aber das war ja auch nichts Neues. Nicht umsonst schlossen viele Menschen von einem unordentlichen Lebensraum auf einen chaotischen Kopf. Eine Schlussfolgerung, die gerade in Yumis Fall den Nagel auf den Kopf traf. Einen Moment trafen sich ihre Blicke. Beide wussten wovon er sprach. Was er andeutete. Das Chaos, in das sie ihn nicht hineinziehen wollte aber doch kläglich daran gescheitert war. Sie ließ es jedoch ihn erneut darauf hinzuweisen, was er nun davon hatte. es war unpassend im Angesicht der Tatsache, dass der Schauspielstudent nun hier in seinem Bett lag - im Selbstmitleid ertrank oder vielmehr in dem Alkohol mit dem er eben jenes Selbstmitleid runterspülen wollte. Man brauchte in solchen Situationen niemanden der neben einem lag und 'Ich habe dich ja gewarnt' sagt - es einem jede Sekunde lang spüren ließ. Yumi schüttelte den Kopf als der Dunkelhaarige ihr hinsichtlich ihrer Misere bezüglich ihres Studiums versicherte das sie nicht allein war - das es Menschen gab, die das mit ihr durchstanden. "Nein? Ist noch Jemand in dieser Lage? Das hab ich wohl verpasst..." Ein abschätziger Laut kam über ihre Lippen und gleichzeitig wusste sie dass sie selbst daran Schuld war - das sie nichts dafür getan hatte um das zu verhindern. Man hatte sie verwarnt. Mehrmals. Immer wieder. Aber sie blieb den Vorlesungen fern weil sie irgendwie wusste, dass das nicht das war was sie machen wollte. Sie seufzte. Wusste genau was für ein Miststück sie gerade war. Das es nicht fair war ihren Frust bei ihm abzuladen. Das er genug durchmachen musste. Das sie nicht minder Schuld daran war. Yumi strich sich über das Gesicht. Atmete einmal tief ein und wieder aus. "Das kann und werde ich nicht annehmen. Nichts davon." Ihre Stimme klang wieder ruhiger. Der abschätzige Tonfall war verschwunden und war einem freundlicheren Umgangston gewichen. Wieviel wollte er eigentlich noch verlieren? Sie hatte ihm so viel genommen und dennoch opferte er sich dermaßen für sie auf. Unter anderen Umständen hätte sie ihn als naiv beschimpft aber das war nicht der richtige Zeitpunkt. Yumi sah in das Gesicht des Anderen - ließ ihren Blick darüber gleiten. "Du bist mir nichts schuldig. Im Gegenteil..." Sie würde das schon irgendwie hinkriegen. Irgendwann. Wenn sie bereit war sich damit auseinanderzusetzen. Am letzten Drücker. Wenn es nicht mehr möglich war es von sich zu schieben. Wie immer. "Ich schaffe das irgendwie... alleine." Ich brauche niemanden. Seit jeher kämpfte sie sich alleine durch also warum etwas daran ändern? Auf sich selbst konnte man sich verlassen. Andere Menschen enttäuschten einen - verließen einen. Darum war es gut diese Mauern gebaut zu haben - sie aufrecht zu halten. Sie würde ihren Weg finden? Sicher? Irgendeinen Weg gab es immer. Aber ob sie damit glücklich war, war eine andere Sache. Dazu musste die junge Erwachsene erst einmal wissen was sie glücklich machen würde. Die Sanftheit mit der er sprach obwohl sie ihren Frust an ihm ausließ war wie eine Liebkosung - wie eine zärtliche Umarmung. Das Lächeln, welches er ihr im schummrigen Licht des Mondes schenkte brachte ihr Herz zum Stolpern, bevor sie ihren Blick abwandte, die Augen schloss und Stille zwischen ihnen einkehrte. Für einen Moment - bis er ihr antwortete. Kurz linste sie in seine Richtung. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt. Sie zögerte. "Was... wenn es dieses 'mehr' nie gibt?" Flüchtig wanderte der Blick ihrer blauen Augen über sein Gesicht, bevor sie ihren Kopf wieder wegdrehte, die Augen schloss. Was wenn sie nie dazu in der Lage war? Mehr zu empfinden? Mehr zu geben? Was wenn sie einfach zu wenig war? Kam ihm das gar nicht in den Sinn? War er so geblendet? Yumi presste ihre Lippen aufeinander. Atmete ruhig ein und wieder aus obwohl es in ihrem Kopf tobte.

    Der Moment verstrich als Darren einen gewissen Silberhaarigen ins Spiel brachte. Er klang gleichgültig. Jegliche Sanftheit war aus seiner Stimme verschwunden - fast so als wäre er ein anderer Mensch. Eine Medaille mit zwei Seiten. Yumi lachte auf. "Das was ich ihm antue..." wiederholte sie seinen Wortlaut. Wieder einmal war sie das Miststück nicht wahr? Wie damals. Aber wahrscheinlich hatten sie alle recht. Es musste doch so sein. Sie hatte es verdient. Vielleicht war es auch an der Zeit, dass Darren das begriff. "Und du glaubst, dass du mehr Ahnung davon hast...?" Von der Liebe, wie er so schön sagte. Yumi funkelte ihn durch ihre blauen Augen an. "Vielleicht kann ich einfach nicht anders? Vielleicht ist das alles was ich geben kann? Hast du schon einmal daran gedacht?" Er belächelte allein die Idee wieder mit ihrem Exfreund zusammen zu kommen und das provozierte Yumi nur noch mehr. Sie hatte sich wieder in eine halbsitzende Position gebracht, mit einer Hand krallte sie sich in seinem Bettlaken fest und dieses Mal ganz sicher nicht zum Vergnügen. "Vielleicht akzeptiert er das ja und versucht nicht zwanghaft etwas in mir zu sehen was ich nicht bin..." Beinahe musste sie selbst über ihre Aussage lachen. Aber Yumi war zu sehr in Rage als das sie das zugelassen hätte. Ihr Brustkorb hob und senkte sich und als der Lockenkopf sich vom Bett erhob konnte sie endlich wieder durchatmen. Sie beruhigte sich wieder, folgte den Bewegungen des Anderen mit ihren Blicken bis die Gitarre gegen die Wand donnerte und sie sich wieder Jahre zurückversetzt fühlte. Automatisch hatte sie ihre Hände schützend über ihren Kopf gelegt. Ein Reflex? Angesichts seiner Worte. Die gleichen Worte wie damals. Warum er? Mit der selben Frustration hervorgepresst. Wut. Verzweiflung. Alles was sie ihn damals hatte fühlen lassen weil sie wollte, dass er den selben Schmerz verspürte und das völlig unbegründet. Weil sie einfachen Worten geglaubt hatte. Ihre zusammengekniffenen Augen öffneten sich zaghaft als sie ihren Namen vernahm aber als sich eine Hand nach ihr ausstreckte zuckte sie erneut kaum merklich zusammen. Ein dumpfes Geräusch war zu hören. Kein Schmerz. Sie blinzelte - sah in dunkelbraune Augen, die sie besorgt musterten. Es dauerte eine Sekunde vielleicht zwei bis sie begriff, dass sie sich nicht in jener Situation damals wiederfand - das es Jahre später war. Ihr Puls raste, ihr Atem ging schnell. Fast schon orientierungslos sah sie sich im Zimmer um, welches nur durch das Mondlicht erhellt wurde. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt als die Anspannung in ihrem Körper ein wenig nachließ. Darren... Ihre Stimme versagte. Sie räusperte sich und begegnete seinem Blick, der sie besorgt musterte. Ihre Hände sanken langsam - fast in Zeitlupe wieder. Sachte berührte ihre Fingerkuppen dabei seine Hand, die er am Bett abgelegt hatte. Eine flüchtige Berührung - kaum merklich - fast schon zufällig. "Ich... hab mich nur erschreckt..." erklärte sie schließlich ihr Verhalten und hob die Mundwinkel als wäre gerade nichts vorgefallen und deutete daraufhin auf die demolierte Gitarre, die in der Ecke lag. "Bei der... solltest du dich entschuldigen..." Sie hatte ganz schön was abbekommen. Ein Versuch abzulenken? Von seinen Worten? Von seinem Verhalten? Von ihrer Reaktion? Ein ziemlich schlechter Versuch zugegebenermaßen...

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | im seinem Zimmer


    Man brauchte sich ja eigentlich nur im Zimmer des Mädchens umschauen, alleine ein Schritt ins Zimmer reichte da aktuell schon damit man ihren Worten Glauben schenkte, wenn man es zuerst nicht tat. Außer die ehemalige Studentin hatte sich in den letzten Stunden seit er ihr Zimmer verlassen hatte doch noch aufräumen, nachdem sie davor noch wild alles durcheinander gebracht und in ihren viel zu kleinen Rucksack gepackt hatte. Aber jeder hatte ja so seine eigene Ordnung, die nicht jeder verstand. Das war auch okay, solange man sich irgendwie zurecht fand und damit zurecht kam. Schwierig war dabei nur wenn das Gedächtnis nicht ausreichte und man viel zu schnell vergaß, wohin man bestimmte und wichtige Dinge gepackt hatte. Aber das konnte einem selbst in einem wirklich sauberen und ordentlichen Raum passieren. Daher, hauptsache man fühlte sich wohl und im Großen und Ganzen sprachen die beiden ja sowieso nicht unbedingt von der Ordnung in einem Zimmer und bei dieser Art von Chaos konnte selbst die gute Marie Kondo nicht mehr helfen. „Du bist weiß Gott nicht die erste die aus ihrem Studium geflogen ist.“, erwiderte der Musiker mit gehobenen Augenbrauen, schüttelte den Kopf. „Und damit auch den Platz im Wohnheim losgeworden ist. Aber wahrscheinlich gehörst du zu dem schwindend geringen Teil der sich nicht helfen lassen möchte. Der glaubt, alles alleine machen zu müssen.“ Darren wollte jetzt wirklich nicht davon anfangen wie viele Studentin es in ihrem Leben nicht geschafft hatten, das Studium freiwillig schmissen oder geschmissen wurden und daher mit Sicherheit auch mit einem Fuß auf der Straße standen. Aber in solchen Momenten konnte man sich doch eigentlich auf Hilfe von Familie oder Freunden verlassen. Und Yumi hatte doch ihren geliebten Freund, der doch sicher an ihrer Seite stand und sie unterstützte. Das beruhigte doch sicher und nahm ein paar der kreisenden Gedanken, die sie sich in diesem Augenblick machte. Oder gab es da gar niemanden, der ihr als Partner den Rücken stärkte? Den abwertenden Ton ihrer Stimme hatte sich wieder beruhigt, auch wenn er den zuvor gar nicht wirklich wahr genommen hatte. Natürlich war ihm ihre veränderte Tonlage bewusst gewesen, doch den Umständen entsprechend ja auch irgendwie verständlich. Es war eben eine doch recht große Veränderung, die mitnahm und einem irgendwie den Boden unter den Füßen wegziehen konnte. „Dann lass ich dir heimlich Schecks zukommen..“, erwiderte er auf ihre ablehnenden Worte, die ihm auch im Vornherein schon klar gewesen waren. Denn wie er bereits ausgesprochen hatte, Yumi dachte immer alles alleine lösen zu müssen. Alleine zu schaffen, irgendwie, wie sie folgend so schön sagte. „Nicht alle Menschen haben Böses im Sinn oder wollen dir in den Rücken fallen.“, entgegnete er während ihre Blicke sich trafen, wen auch nur kurz. Darren musste nicht erwähnen dass er sich dazu zählte, dass er sie niemals alleine lassen würde. Dass er ihr den Rücken stärken, ihre Hand nehmen und mit ihr gehen und sie gleichzeitig voran ziehen würde. Wenn sie das wollte. Und das war wohl der Punkt. Der Kerl hob seine Schultern. Was wenn es dieses Mehr nie gab? Es war eine gute Frage, die der Student doch nicht beantwortete. Weil sie die Antwort doch schon irgendwie selbst wusste oder? Er lächelte nur. Die Blonde kannte seine Gedanken dazu, wusste dass er beinahe nie die Hoffnung aufgab. Zumindest nicht wenn es um sie ging. Was seine Verletzung anging, sah es da manchmal schon ganz anders aus aber darüber sprachen sie gerade auch nicht. Zumindest nicht hauptsächlich. Ihm war sofort klar gewesen dass ihr das nicht gefallen würde, dass sie ihm so begegnen würde. Lachend, ihn nicht ernst nahm, seine Worte belächelte. Aber es hielt ihn nicht davon ab das zu sagen was ihm in diesem Moment in den Kopf kam. Was er sich fragte und das wollte er auch aussprechen. „Und das was.. du dir selbst damit antust.“, fügte er hinzu und presste seine Lippen kurz aufeinander während er die Augen schloss. „Warum.. tust du das wenn du weißt was für Folgen es haben könnte? Warum bist du mit ihm zusammen wenn er dir nicht das geben kannst, was du brauchst..?“ Weshalb sonst ging man fremd? Suchte man Nähe zu anderen Menschen? „Warum kannst du dich einer Beziehung nicht voll hingeben?“ Seine Stimme hatte er für diese Worte etwas gesenkt, wirkte für die Dauer ruhiger. Wenn auch nur kurz. Wahrscheinlich war es einfach etwas, das nicht in seinen Kopf hineingehen wollte. Den Partner betrügen, ihn hintergehen, das Risiko eingehen jemanden mit voller Absicht zu verletzen. Wenn es rauskam und das tat es doch irgendwie immer. Früher oder später. Darren entgegnete ihren Blick, erkannte das Funkeln darin. Keines das ihm das Herz höher schlagen ließ. Zumindest nicht weil es ihm ein gutes Gefühl gab. „Anscheinend habe ich keine Ahnung davon.“ Kaum merklich schüttelte er den Kopf. Natürlich war ihm bewusst dass jeder dieses Gefühl anders spürte, dass es für jeden etwas anderes bedeutete. Vielleicht sollte er zurück rudern, einsehen dass es kein Thema bei dem sie einer Meinung waren, auch wenn er sich das wünschte. Es war schließlich auch nicht das erste Mal. „Oh ja..“, begann er, machte weiter Schritte durch das Zimmer bevor er sich nicht gerade liebevoll seinem Instrument widmete. „Er scheint der perfekte Freund zu sein.“ Der Student hielt sich die Hand an den Kopf. Er brummte und war im nächsten Moment wie leer geblasen als er sich herum drehte, Yumi entdeckte, die sich mit den eigenen Händen schützend auf seinem Bett kauerte. Mehrmals kam ihm der Name der jungen Erwachsenen über die Lippen und er versuchte auch andere passende Worte zu finden. Jedoch scheiterte er daran und Yumi wirkte zudem abwesend, als ob es egal wäre was er sagte weil es eh nicht zu ihr durch kam. Mit einem Mal schien sich der Alkohol in seinem Blut verflüchtigt zu haben, das schwummrige Gefühl, das Herzrasen das dem Gift verschuldet war, war weg. Er spürte nur noch einen Druck auf seiner Brust, geschuldet seinem Verhalten, seinen Worten. Was ihn ihr wohl irgendwas ausgelöst haben musste. Oder war es wirklich so, hatte sie sich wirklich einfach nur.. erschrocken? Darren wartete, biss auf seine Unterlippe während er inne hielt und trotzdem weiter überlegte was er sagen konnte. Um es besser zu machen? Um sein Verhalten zu erklären? Um herauszufinden was mit ihr los war? Das flüchtige Lächeln der anderen bemerkte er zwar, konnte es jedoch nicht ernst nehmen weil ihre Augen dem nicht gleich taten. „Nur erschreckt?“, wiederholte er ihre Worte und schüttelte langsam und beinahe in Zeitlupe seinen Kopf. Seine Stimme war dünn. Ihre zarte und beinahe zufällige Berührung jagte einen Schauer durch seinen Körper und er ließ seinen Blick sinken, sah auf seine Hand, auf ihre Hand. Er schloss die Finger um ihre, jedoch nur ganz vorsichtig. Warum hatte sie noch einmal zusammen gezuckt als er seine Hand nach ihr ausgestreckt hatte? Viel zu viele Gedanken kreisten in seinem Kopf und einer hatte sich dort festgesetzt, doch daran wollte er gar nicht denken. Wollte ihn gar nicht aussprechen. Weil er bestimmt nur übertrieb, so etwas hatte man ihr doch bestimmt nicht angetan oder? Das konnte nicht sein. Auf ihren kläglichen Versuch ging er gar nicht ein, wen interessierte jetzt schon ernsthaft die zerstörte Gitarre des Musikers. Darum kümmerte er sich später, morgen, irgendwann. Es würde schon der Zeitpunkt kommen an dem er sich dafür selbst hasste. „Was ist los?“ Der Student hob seinen Blick wieder an, begegnete den ihren und zog die Augenbrauen zusammen. „Was.. war das? Hat dir.. jemand etwas angetan?“ Der Griff um ihre Hand wurde fester und doch nicht zu fest. Er setzte sich nachdem er zuvor auf seine Knie gefallen war, schaute von unten zu ihr hinauf während sie weiter auf seinem Bett saß. Aber entspannt sah anders aus. „Sag es mir.“ Auch den anderen Arm legte er auf seiner Matratze ab, schob sie so weit vor dass er sie mit seiner verletzten Hand berührte. Zu gerne hätte er sie mit seinen Fingern gestreichelt, ihr ein bisschen Ruhe damit gespendet aber das war ihm nicht erlaubt. „Yumi.. bitte.“, flüsterte er verzweifelt.

  • Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Das Wissen darum, dass sie nicht die Einzige war, der es so mit ihrem Studium erging half nicht. Das tat es doch eigentlich nie, oder? Natürlich ging es immer Jemanden schlechter als einem selbst und natürlich gab es Menschen, die in der gleich beschissenen Lage waren. Ja sie könnte Hilfe annehmen und ja es wäre wahrscheinlich einfacher aber darin war Yumi noch nie sonderlich gut und daran würde sich auch jetzt nichts ändern. Sie wollte niemanden etwas schuldig sein. Sie wollte es auf ihre Weise machen. Auf sich selbst konnte man sich verlassen was man von anderen Menschen nicht unbedingt behaupten konnte. Andere Menschen erwarteten für gewöhnlich eine Gegenleistung. Ihre Hilfe war an Bedingungen geknüpft - sie erwarteten sich etwas. Erwartungen, denen sie nicht gerecht werden konnte. Yumi atmete einmal tief ein und wieder aus. "Ich brauche keine Hilfe. Ich bin selbst daran Schuld, dass es so gekommen ist also krieg ich das auch selbst wieder hin..." ... oder vermassle es noch mehr... fügte die junge Erwachsene ihrer Aussage gedanklich noch hinzu aber selbst wenn es so kam dann war das ihre Sache. Das Gefühl versagt zu haben keimte in ihr auf - ergriff von ihr regelrecht Besitz und erdrückte sie förmlich aber sie bemühte sich Darren das nicht spüren zu lassen. Bewusst konzentrierte sie sich darauf diesen Gedanken - vielmehr dieses Gefühl - wegzuschieben. Und darin war die Blondine eine Meisterin. Sie wollte nicht das dieses Gefühl Überhand gewann. Gefühle konnten so viel zerstören. Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht in seiner Gegenwart. Weil sie keine Schwäche zeigen wollte. Nicht schon wieder. Seinen Plan ihr heimlich Geld zuzustecken vereitelte sie mit einem leichten Kopfschütteln. Flüchtig hoben sich ihre Mundwinkel bei der Vorstellung, wie er das wohl anstellen würde. "Darum geht es nicht..." kam es leise über die Lippen der Blonden nachdem sie in die dunkelbraunen Augen des Anderen eingetaucht war. Es brauchte keine Worte. Er musste es nicht sagen. Sie konnte spüren was dieser Blick zu bedeuten hatte und als ihr das bewusst wurde - wieder einmal - senkte sie den Blick - wich ihm aus weil es sie ein Stück weit einschüchterte. Weil diese Nähe, diese Aufoperungsbereitschaft sie einengte und berührte - in gleichem Maße. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt aber sie hatte längst vergessen was sie auf seine Aussage erwidern wollte weil dieser intensive Blick des Schauspielstudenten sie auch wenn sie es nie zugeben würde ein wenig aus der Fassung gebracht hatte - eigentlich mehr als nur ein wenig. Wahrscheinlich hätte es sich dabei ohnehin nur um Worte gehandelt, die sie bereits gesagt hatte. Mehrmals. Ablehnende Worte. Worte, die ihn fernhalten sollten aber ihre Wirkung jedes Mal verfehlt hatten. Als Yumi ihren Kopf wieder hob, sah sie das Lächeln auf seinen Lippen. Selbstsicher. Hoffnungsvoll. Für einen Moment konnte die junge Erwachsene nicht glauben, wie ein Mensch auf einer Seite so viel Hoffnung in sich tragen konnte und zugleich so hoffnungslos schien wenn es um andere Dinge ging. Um sich selbst zum Beispiel. Dinge, die eigentlich wichtiger waren als einen hoffnungslosen Fall hinterherzujagen. War das alles nur Show? Wollte er einfach nur ihren Glauben an die Liebe zurückbringen? Daran, dass es sowas gab. Was es auch war bei dem folgendem Thema spielte es keine Rolle mehr. Die Ruhe – die Harmonie zwischen ihnen nahm ein Ende - wich belächelnden Worten. "Warum, warum, warum?" wiederholte sie seine Fragen zum Teil. So viel Fragen. Ihr Tonfall war fast schon schroff. "Was bezweckst du mit der Fragerei? Dadurch wird sich nichts ändern…“ Es gab nämlich gar nichts, dass sich ändern musste aber das wusste der Musiker nicht. Das sollte auch so bleiben. Auch wenn es ihr durch den Strich ging, so war es doch hilfreich, dass er die Bremse zog - verhinderte, dass zwischen ihnen mehr lief. Das wäre eigentlich ihre Aufgabe. Nicht weil sie einem vermeintlichen Freund etwas schuldete - Treue oder dergleichen. Nein. Weil sie es ihm schuldete. Sie schuldete es ihm, in freizugeben. Aber allein der Gedanke daran, raubte ihr die Luft zum Atmen. Allein der Gedanke, nie wieder solche Blicke von ihm zu bekommen - ihn nie wieder zu spüren - weckte in der Blonden das Bedürfnis es ein letztes Mal zu wagen - ein letztes Mal, den Abstand, der sie trennte zu überwinden. Aber sie wusste, dass es nicht dabei bleiben würde, weshalb sie sich nicht vom Fleck rührte - dem Bedürfnis nicht nachging und sich stattdessen lieber über seine Fragerei echauffierte weil es sich so besser ertragen ließ. "Was ich mir selbst antue..." Wiederholte sie seine Worte und ein belustigter Laut verließ die Lippen der jungen Erwachsenen. "Es geht mir gut mit dieser Entscheidung. Das ist genau das was ich will." Wow. Beinahe hätte sie es selbst geglaubt. Wer war diese Person, die sich ihrer Taten vermeintlich so sicher war. Ihre Lippen kräuselten sich und sie funkelte den Dunkelhaarigen an. "Ich bin ganz brav. Für dich hätte ich nur eine Ausnahme gemacht... der alten Zeiten wegen..." Der Blick ihrer blauen Augen war unnachgiebig auf den Schauspielstudenten gerichtet. Das war wohl wieder einer dieser Momente, wo sie ihm was schauspielerische Leistungen anging fast schon Konkurrenz machen konnte. Sie war es geübt eine Maske zu tragen auch wenn sie ihn seiner Gegenwart doch immer wieder zu bröckeln begonnen hatte. Ein weiterer Grund warum das hier sein Ende finden musste. "Glaubst du, du kannst es...?" Ihre Stimme war wieder etwas sanfter - weniger herausfordernd - weniger provokant. Für einen Moment konnte man meinen, sie meinte diese Frage ernst aber im nächsten Moment hob sie ihre Augenbrauen als zweifelte sie stark daran. Sie folgte seiner Bewegung - wie er sich vom Bett erhob und durch das Zimmer wankte - dabei fast schon verloren wirkte - den Silberhaarigen als 'Perfekt' betitelte. Belustigt lachte die Blonde auf. "Er ist nicht perfekt. Aber ich bin es auch nicht..." fügte sie hinzu, wirkte dabei fast ein wenig gedankenverloren - wehmütig wenn man es so nennen wollte. Es waren die Worte des Schauspielstudenten, die sie aus ihrer Gedankenwelt rissen. Wieder einmal. Doch dieses Mal relativ unsanft. So weckten seine Worte in Kombination mit seinen Taten - dem scheppernden Geräusch, welches die Gitarre von sich gab als sie gegen die Wand krachte, Erinnerungen, die nicht hierher gehörten sondern an eine andere Stelle. Aber Yumi schaffte es nicht das zu unterscheiden -jene Situation damals von dieser zu trennen. Sie bemerkte nicht wie er ihren Namen rief - immer wieder - mit sanfter Stimme - es fehlte jede Spur von Wut. Aber alles was sie hörte waren SEINE Worte von damals. Warum er? Sie sah die Wut in seinem Blick. Sie sah, dass sie ihn verletzt hatte mit dem was sie getan hatte. Aber sie konnte nicht aufhören. Sie schüttete weiter Öl ins Feuer bis er explodierte. Yumi zuckte zusammen als sich ihr die Hand näherte - der Schmerz aber ausblieb. Sie blinzelte irritiert als sie statt in grüne Augen in dunkelbraune blickte. Statt von einer eisigen Kälte in unendliche Wärme eintauchte. Ihre Lippen öffneten sich aber sie schaffte es im ersten Moment nicht etwas zu sagen, wusste aber, dass sie sich erklären musste weil er sie mit einem besorgtem Blick musterte. Er hinterfragte ihre Worte, schüttelte den Kopf. Er glaubte ihr nicht. Natürlich nicht. Sachte schlossen sich seine Finger um die ihren. So vorsichtig als hätte er Angst etwas kaputt zu machen. Dabei gab es da doch gar nichts. Sie war schon kaputt genug auch wenn sie da sicher unterschiedlicher Meinung waren. Ihre Blicke begegneten sich auch wenn es ihr nicht leicht fiel dem seinen standzuhalten unter diesen Umständen. Er traf ins Schwarze. Was sonst. Ihre Reaktion war eindeutig. Kurz entriss sie sich seinem intensiven Blick, spürte wie sein Griff um ihre Hand ein wenig fester wurde. Sie schluckte, suchte nach den richtigen Worten. Vielleicht nach einer Lüge aber wahrscheinlich würde er sie nicht glauben. Seine Worte waren nur ein Flüstern - klangen verzweifelt und besorgt. "Es ist nichts..." versicherte sie ihm und hob die Mundwinkel. Spürte sie Berührung seiner zweiten Hand - seiner verletzten Hand. Sie presste die Lippen aufeinander. Warum ging es hier eigentlich um sie? Ihn hatte es weit schlimmer getroffen. Es genügte ein Blick um zu wissen, dass er ihr nicht glaubte. "Wirklich." sagte die Blonde mit etwas Nachdruck und lehnte sich ein wenig in seine Richtung um über seinen arm zu streichen - den Part in dem er noch etwas spürte - oder? "Ich..." begann sie schließlich als sie sich wieder in die ursprüngliche Position begab und ihren Kopf ein wenig senkte. "Das ist Vergangenheit. Ich war... irgendwie selbst Schuld..." Es fröstelte sie ein wenig. Trotz der hohen Temperaturen war es in der Nacht doch ganz schön frisch. "Es geht mir gut..." versicherte sie dem Anderen und hob die Mundwinkel als sich ihre Blicke wieder trafen. Immerhin war das Ganze Jahre her.

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | im seinem Zimmer


    Darren ließ das Thema sein, er ging nicht mehr weiter auf die Worte ein, die Yumi ihm noch entgegnete. Weil er und eigentlich auch beide wussten dass es sowieso keinen Sinn hatte noch länger darüber zu reden. Weil der Musiker sich darüber im Klaren war dass sie keine Hilfe annehmen würde oder konnte oder wollte oder was es auch war, immerhin musste sie diese Dinge immer selbst mit sich klären und die ehemalige Studentin wusste genauso gut, dass er sich nicht davon abhalten ließ. Wenn Darren helfen wollte, dann tat er das so gut er konnte und wollte und ging dabei auch Gefahr ein vielleicht einen Schritt zu weit zu gehen. Aber schon öfter war er dafür belohnt worden. Schon öfter hatte sich der Schritt zu viel als gut erwiesen. Naja, wahrscheinlich genauso oft als schlecht aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wahrscheinlich war ihr auch gar nicht bewusst was es mit ihm machte hilflos zuzusehen, was es mit einem selbst machte wenn man diesem bestimmten Menschen nicht helfend zur Seite stehen konnte. Wenn dieser Jemand abblockte. Der Student war nicht der Meinung dass sie schwach war oder gar hilflos, ein Mensch der nichts alleine schaffen konnte, er wusste ganz genau wie stark Yumi sein konnte, jedoch war vieles doch einfacher mit einer Stütze und die wollte er sein. Egal wann, egal wie. Egal bei was. Außerdem war es sowieso eine andere Geschichte, ein Thema das in den Hintergrund rückte und beide im Augenblick zumindest nicht mehr weiter interessierte oder zumindest verloren sie wohl keine Gedanken mehr dazu. Denn er hatte sich erhoben, streunerte langsam durch sein nur schwach beleuchtetes Zimmer. „Ich will es einfach verstehen!“, antwortete er, schreite es eigentlich fast heraus. Natürlich nicht zu laut, er übertrieb nicht, doch war seine Stimme etwas erhoben. Was ihm jedoch selbst auch aufgefallen war. Er ballte die Hände zu Fäusten, also eine davon, und wandt den Blick von ihr ab. „Du wirkst auch wirklich glücklich.“ Nach einer kurzen Pause in der der Kerl ein paar Mal tief durch geatmet hatte, wirkte er ruhiger, ließ dieses Mal nicht einmal anmerken wie genau er seine Worte meinte. Ob er es ernst meinte oder ob da ein großer Hauch von Sarkasmus mitschwang. Vielleicht weil er sich sowieso schon auf dünnem Eis bewegte? Obwohl das auch lange nicht das erste Mal war, das war ihm bewusst, jedes Mal wenn er diese Themen ansprach oder sich ihr Gespräch in solch eine Richtung entwickelte. Darren ließ sich von ihrem unnachgiebigen Blick wieder einfangen, erwiderte ihn, schaute in die blauen Augen der jungen Frau. „Ein Akt aus reiner Nächstenliebe also.. du bist zu gütig.“ Der alten Zeiten wegen.. fast wäre ihm ein abfälliger Laut über die Lippen gekommen, doch er konnte sich zusammen reißen, schüttelte daher nur mit dem Kopf und ließ sie wieder aus den Augen, wandt seinen Blick auf den Boden und wanderte weiter durch das Zimmer bis ihre sanfte Stimme an sein Ohr drang. Es war ein Wechselbad der Gefühle. Für beide. So wirkte es. Beide wechselten ihre Gemütslage beinahe jede Sekunde. Wirkten aufgebracht, wurden ausfallend, nur um sich wieder zu fangen. Damit Sanftheit einkehren konnte, damit ihre Stimmen wieder leiser wurden. Gar so leise damit sie nichts damit kaputt machen konnten. „Natürlich.“, erwiderte der Kerl, hielt in seiner Bewegung inne und schaute die junge Erwachsene dennoch nicht an. War es denn wirklich so schwer sich einem besonderen Menschen hinzugeben? Sämtliche andere Beziehungen abzubrechen weil man diese eine Person gefunden hatte? War es so schrecklich das zu erwarten? Natürlich hatte jeder Mensch seine Vorlieben, jeder liebte anders und wahrscheinlich konnte er es auch gar nicht von ihr erwarten, so zu lieben wie er es eben tat aber war das doch mit der Grund für seine Fragen. Weil er es wissen wollte, vielleicht aber auch um ihr etwas zu zeigen. Was es auch war, im Grunde wartete er nur auf eine Erkenntnis ihrerseits, doch je länger er genau darüber nachdachte, desto lachhafter war das alles eigentlich. Wie sehr überzeugt war er eigentlich von sich, was versuchte er hier eigentlich und manch andere würden wahrscheinlich noch fragen, wie viel Sinn das alles hatte. „Gemäß dem Motto 'Gleich und Gleich gesellt sich gern'?“ Die Mundwinkel des Mannes hoben sich, jedoch nicht weil er den Gedanken unglaublich süß fand, eher weil er es belächelte und doch waren es die letzten Worte die er ihr gab bevor seine Gitarre dran glauben musste. Eins folgte dem anderen bis sein Herz für eine Sekunde aussetzte als er Yumi sah, bis es schließlich schnell pochend wieder einsetzte und er den Abstand überwandt, ihre Nähe suchte, sachte ihr Hand umschloss. „Ich.. glaube dir nicht.“ Das war auch lange nicht das erste Mal und doch war er sich dieses Mal um einiges mehr sicher. Das blasse Lächeln der ehemaligen Studentin erkannte er kaum, spürte jedoch ihr sanftes Streicheln als sie sich zu ihm lehnte. Ihm damit beweisen wollte dass alles in Ordnung war, ihn überzeugen und trotzdem scheiterte sie. Aber das war ihr längst bewusst oder? „Du warst selbst Schuld..?“ Darren wiederholte ihre Worte, klang irritiert, ungläubig, als konnte er nicht glauben was sie gerade gesagt hatte. Dass sie die Schuld bei sich suchte. Dafür was anscheinend passiert war. Mit jeder Sekunde schien die Blonde weiter in sich zusammen zu sacken. Der Musiker presste seine Lippen zusammen, versuchte sich zurück zu halten und wand seinen Blick für einige Sekunden ab. Er ließ seinen Kopf hängen, schloss die dunklen Augen. Versuchte eine andere Erklärung für ihre Reaktion in seinem Kopf zu finden. Doch welche andere Erklärung gab es? Weshalb sonst zitterte man, erschrak so leicht, zuckte zusammen und vorallem wich erschrocken zurück wenn ein anderer Mensch in solch einer Situation mit seiner Hand zu nahe kam..? Es gab ganz einfach keine andere Erklärung. Vorallem nicht wenn man das Mädchen kannte und Darren würde von sich behaupten, dass er das mittlerweile doch ganz gut tat. Der zukünftige Schauspieler hob seinen Kopf wieder an, ihre Blicke begegneten sich. Nochmals versicherte Yumi ihm dass es ihr gut ging. Nur erschrocken also. Deshalb hob man also schützend seine Arme über den Kopf als erwartete man mehr. Deshalb zuckte man also zusammen und wich zurück als erwartete man mehr. Weil man es so gewohnt war, so kannte? Weil man damit schon einmal in Berührungen gekommen war. Egal ob einmal, mehrmals, regelmäßig. Es reichte eine einmalige Erfahrung. „Er hat dich geschlagen..“, kam es schließlich über seine Lippen, ließ es weder wie eine Frage, noch wie eine Feststellung klingen. Vielleicht klang es aber auch nach beidem. Abermals hielt er für einen Augenblick die Luft an. Fast als könnte er durch seinen eigenen Atem ihre Antwort nicht hören. Als könnte er etwas verpassen, doch mehr raubte ihm der Gedanke den Atem und das auf keine gute Art und Weise. „Und du.. gibst dir dafür die Schuld?“ Als er seinen Atem wieder gefunden hatte, sprach er weiter. War fassungslos und fast schon überfordert.

  • Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Er wollte es verstehen. Aber es gab doch gar nichts zu verstehen. Vielleicht verstand Yumi selbst nicht warum sie überhaupt geglaubt hatte, dass diese Lüge irgendetwas ändern würde - das er sich dadurch endlich zurückziehen würde weil sie es nicht konnte - weil sie zu schwach war. Weil ein Teil von ihr es nicht wollte. Der Teil, den sie unterdrückte weil sie das alles so nicht geplant hatte - weil alles ganz einfach hätte laufen sollen - eine unkomplizierte Geschichte - ein One-Night-Stand - nicht mehr und nicht weniger. Sie wollte doch einfach ihren Spaß haben. Warum mussten Männer mit ihren Gefühlen immer alles kaputt machen? Ein Seufzen kam über die Lippen der Blonden und sie fuhr sich durch die Haare - strich sie sich aus dem Gesicht bevor sie folgend ihren Blick auf den angehenden Schauspieler richtete. Eigentlich war es doch gar nicht er der alles kaputt machte, oder? Eigentlich war sie es mit ihrer Inkonsequenz. Wenn die von Anfang an alles was zwischen ihnen gelaufen war unterbunden hätte, würden sie jetzt nicht hier sein. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt aber es kam kein Ton über ihre Lippen. Er musste es nicht verstehen. All das ging ihm nichts an. Es gab nichts zu bereden zwischen ihnen. Sie war ihm keine Rechtfertigung schuldig mit wem sie es wie oft trieb. Er war nicht ihr Freund. Es konnte ihm also egal sein. Aber das war es offenbar nicht. Fast so als suchte er weiterhin nach einer Lücke in ihrer Geschichte - als würde er ihr nicht völlig glauben - als zweifelte er an ihrer Erzählung. Nicht verwunderlich wenn man bedachte, dass sie frei erfunden war. Das sie Alex seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte weil er ihr offenbar aus dem Weg ging seit er ihr quasi gesagt hatte, dass von seiner Seite immer noch Gefühle im Spiel waren. Von Liebe hatte er gesprochen. Aber vielleicht hatte der Silberhaarige recht. Unwillkürlich dachte die junge Erwachsene an seine Nachricht. Vielleicht war es wirklich sie, die eigentlich ihm aus dem Weg ging. Weil sie das Gespräch mit ihm fürchtete. Weil sie fürchtete er wolle eine Antwort. Eine Antwort, die sie ihm nicht geben konnte weil sie nicht bereit war ihre Lüge zur Wahrheit zu machen aber auch gleichzeitig nicht bereit war ihn loszulassen. Es hatte sich nichts geändert. Ihr Jahr im Ausland war völlig umsonst gewesen. Sie hatte nichts hinter sich gelassen sondern war einfach nur davon gelaufen. Natürlich hatten sich die Probleme in der Zeit nicht in Luft aufgelöst. Das taten sie nie und dennoch verspürte sie den innigen Wunsch jetzt und hier wieder auf die gleiche Art und Weise zu reagieren. "Du wirst es nie verstehen!" blaffte sie den anderen schließlich an als er ihr auch noch unterstellte nicht glücklich zu sein - als er ihr Glück anzweifelte. Sie schüttelte den Kopf. Er hatte Recht. Mit allem. Aber sie war nicht bereit das zuzugeben. Nicht jetzt. Wenn sie wirklich mit Alex zusammen wäre - dann wäre sie jetzt nicht hier - richtig? Ihr Blick wanderte über sein Gesicht. Dann könnte sie sich fernhalten - richtig? Sie würde sich gewisse Dinge nicht an einem anderen Ort holen. Aber es ging nicht darum sich hier mit ihm zu vergnügen. Es ging nicht nur um Sex. Sie senkte den Kopf als es ihr bewusst wurde. Als sie ihren Kopf wieder hob begegneten sich ihre Blicke und sein abfälliges Lachen drang an ihr Ohr. Nächstenliebe? Nein. Nun war es an ihr, dass ein amüsierter Laut aus ihrer Kehle kam. "Süß wie du denkst, dass es mir um Nächstenliebe gehen könnte. Tut mir Leid, dich enttäuschen zu müssen aber dafür bin ich zu egoistisch..." Er hatte sich wieder abgewandt. Ihr Blick bohrte sich in seinen Rücken und folgte ihm schließlich durch den Raum. Irritiert von seinem Tun. Was hatte er vor? Ertrug er ihre Nähe nicht? War es falsch hier herein zu kommen? Was für eine Frage. Natürlich war es das. Sie hatte hier nichts verloren. Ihre Lippen bewegten sich ganz von allein - formulierten diese Frage. In ihrer Stimme fehlte nun der schroffe Ton von zuvor - es fehlte auch der provokante Unterton. Ihre Stimme klang stattdessen ungewohnt sanft. Es dauerte nicht lange und er antwortete als wäre es selbstverständlich. Für einen Moment setzte ihr Herz aus bevor es nahezu mit doppelter Geschwindigkeit weiterschlug. Natürlich. War er so sehr davon überzeugt, dass er ihr das geben konnte was sie brauchte? Diese Selbstverständlichkeit mit der er dieses winzige Wörtchen aussprach beeindruckte Yumi fast schon ein bisschen. Sie konnte ihren Blick nicht von ihm lösen, wusste aber auch nicht was sie darauf hätte antworten sollen. Das einzige was sie wusste, war das es ihr gerade verdammt schwer fiel diese Lüge aufrecht zu halten - dem Bedürfnis zu widerstehen den Abstand zwischen ihnen zu überwinden und ihre Arme um ihn zu schlingen - ihn zu küssen - ihm nahe zu sein. Der Moment verstrich als er fortfuhr - ihre Aussage belächelte. Yumi schüttelte den Kopf - besann sich eines Besseren - vertrieb diesen unsinnigen Wunsch. "Bist du eher ein Befürworter des Mottos 'Gegensätze ziehen sich an'?" Sie hob ihre Augenbraue und im nächsten Moment donnerte das hilflose Saiteninstrument gegen die Wand. Automatisch schützte sie sich mit ihren Händen. Nicht weil sie sich fürchtete sondern weil seine Worte etwas auslösten von dem sie längst gedacht hatte, dass sie es vergessen hatte. Irgendwie.

    Sie spürte den Druck seiner Hand, welche die ihre hielt. Sanft aber doch bestimmt. Sie sah in seine Augen. Verwirrt von dem was er zu sehen bekommen hatte - von ihrer Reaktion auf das was passiert war. Der klägliche Versuch diese Reaktion als normal abzutun scheiterte. Natürlich. Sie hatte definitiv schon Mal besser gelogen. Sie beschwichtigte stattdessen das was er zu sehen bekam - die Vermutung, die er ganz sicher hatte aber nicht ausgesprochen hatte. Das musste er nicht. Sie konnte es von seinem Blick ablesen. Er gab sich nicht mit ihrer miserablen Erklärung zufrieden. Schien irritiert von ihrer Wortwahl. Er wandte seinen Blick ab, löste den Griff seiner Hand jedoch nicht - schien allerdings mit sich zu kämpfen - mit dem was er sich in seinem Kopf ausmalte. Während Yumi versuchte ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen. Forschend musterte die Blonde sein Gesicht - als würde es ihr mehr verraten als sein Mund, welcher seit einiger Zeit stumm geblieben war. Viel zu lange. Doch schließlich fand er seine Stimme wieder. Vier Worte. Sie standen längst unausgesprochen zwischen ihnen aber als er sie nun ausgesprochen hatte konnte sie es nicht mehr ignorieren - konnte sie nicht dazu schweigen und doch fehlten ihr im ersten Moment die Worte. "Ich... nein..." kam es holprig aus ihrem Mund. "So war das nicht..." Sie suchte nach einer Erklärung aber es gelang ihr nicht so recht. Yumi entzog sich seinem Griff. "Es war auch... meine Schuld. Ich habe nicht aufgehört ihn zu provozieren..." Sie schüttelte den Kopf, hielt den Blick gesenkt und vermied es ihn anzusehen. "Außerdem war es nicht..." Warum war es überhaupt dazu gekommen, dass sie hier und jetzt darüber redeten. Sie hatte noch nie mit Jemanden darüber geredet und Darren war auch ganz sicher nicht der Richtige dafür, daran etwas zu ändern. Yumi zog sich zurück - angelte nach ihren Pullover, der unweit von ihr am Boden lag und zog ihn an sich, um sich ein wenig damit zu bedecken. Denn plötzlich fühlte sie sich irgendwie... nackt und das hatte nicht wirklich was damit zu tun, dass sie nur in Unterwäsche vor ihm saß. "So einer ist er nicht..." hörte sich die junge Erwachsene sagen. Yumi wandte sich ab und ließ ihre Beine aus dem Bett baumeln bevor sie sich schließlich erhob, ihn jedoch nicht ansah. Sie krallte sich im Stoff ihres Pullovers fest, den sie immer noch in den Händen hielt. "...wirklich..." Wollte sie ihn überzeugen oder letztendlich sich selbst? Es war im Eifer des Gefechts passiert. Einmal und nie wieder. Sie sollte jetzt gehen. Vielleicht war es doch besser die Nacht allein zu verbringen. Das hier war ein Fehler. Aber das war ihr von Anfang an klar gewesen.

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | im seinem Zimmer


    Wahrscheinlich hatte Yumi Recht. Der Kerl würde es nie verstehen, egal wie sehr er es versuchte, egal wie viele Fragen er stellte. Egal was für Antworten er bekam. Vielleicht wollte er es ein Stück weit auch gar nicht verstehen oder konnte es nicht. Weil ihm seine Gefühle im Weg standen. Um klar zu sehen? Um sehen zu wollen? Konnte er selbst ihr Glück nicht sehen? War er vielleicht blind? Kaum merklich schüttelte Darren den Kopf. Redete er sich selbst etwas ein damit er ihr etwas vorhalten konnte oder versuchte er sogar ihr etwas einzureden? Dass sie nicht glücklich mit ihrem Ex war, dass das alles gar keine Liebe war. Der Musiker sollte damit aufhören, er tat es auch, hielt inne und entgegnete ihr nichts mehr. Zwar tat er sich damit schwer, war seine Zunge doch weitaus gelockerter als sonst, wenn man daran dachte wie viel Alkohol in seinem Blut floss, aber er merkte selbst dass es keinen Sinn hatte. Dass es nicht fair war von ihm ihr Dinge zu unterstellen, die ganz einfach nur sie wissen konnte. Aber Fragen waren ja auch nicht verboten oder? Vor allem war es doch immer interessant wie sehr Yumi sich verteidigte. Oder ihren Ex oder deren Beziehung. Sollte es nicht irgendwo egal sein was andere darüber dachte? Immerhin wusste man es doch selbst am besten wie man etwas fühlte und was man fühlte. Aber wenn man in ein Wespennest stach, musste man mit solchen Reaktionen auch rechnen. Welches Motto er befolgte, nach welchem er lebte oder welchem er mehr abgewinnen konnte, war mittlerweile auch vollkommen egal. Beides hatte Vor- und Nachteile, wahrscheinlich konnte man nicht einmal sagen was einem am besten tat. Jemanden an seiner Seite zu haben der so war wie man selbst, den man deshalb auch verstand aber barg es doch auch Gefahren. Wobei das auch der Fall war, wenn da jemand war, der viele Dinge vollkommen anders sah. Weil es nie verkehrt war wenn man andere Blickwinkel zu sehen bekam. Situationen anders beurteilen lernte. So wie die gerade eben? Doch was gab es hier anders zu beurteilen, anders zu verstehen. Es war eindeutig und doch hörte die Blonde nicht auf sich heraus zu reden. Versuchte sie zu beschwichtigen, es nicht so ernst zu sehen wie es doch war. Yumi war erschrocken, zusammen gezuckt, zitterte. Weil er seine Gitarre durch den Raum getreten hatte? Nein, da war einfach mehr, viel mehr, etwas dass Darren nicht wusste und es zerrte an ihm dass sie alles als normal abtat. „Nein..“ Das kleine Wort war so leise als es seine Lippen verließ. Was genau er gerade verneinte, das wusste der Student gar nicht so genau. Die Tatsache dass sie sich die Schuld für das gab, was passiert war? Dass es überhaupt passiert war? Dass sie wieder bei ihm war obwohl er es getan hatte? Obwohl er seine damalige Freundin geschlagen hatte. Das war es doch, was passiert war. Yumi versuchte es zu erklären, versuchte auch noch ihn zu verteidigen. Einen guten Grund zu finden aber egal was die ehemalige Studentin sagte, es konnte doch nicht erklärt werden. Man konnte es nicht gut reden. Der Kerl presste seine Lippen zusammen, hatte so viele Worte in seinem Kopf die raus wollten und doch wusste er nicht wie und ob es überhaupt nötig war. Ob es gut war, denn viele davon waren nicht gerade nett. Wohl auch verständlich oder? Oder nicht? Immerhin ging es ihn ja eigentlich nichts an, vor allem wenn es Vergangenheit war aber wie sollte er handeln, wenn das Mädchen für das er solch starke Gefühle hatte zu ihrem Ex rannte, der er handgreiflich gegenüber geworden war. Gab es dafür eine wirklich gute Erklärung? „Nein..“ Nochmal sprach er es aus, wohl mehr für seine Gedanken und verfolgte schließlich mit seinem Blick ihre Bewegungen. Darren schüttelte den Kopf. Konnte nicht verstehen warum sie ihn verteidigte. Aus Liebe? War es das? Spätestens als Yumi sich von seinem Bett erhob, ihren vorhin ausgezogenen Pullover in ihren Händen hielt, schaffte auch er es wieder auf seine Beine. Hatte sich zuvor beinahe angefühlt wie gelähmt. Und auch jetzt noch war es schwer gerade zu stehen, auch wenn der Alkohol keine Wirkung mehr auf ihn hatte, zumindest kam es ihm gedanklich so vor. Er fühlte nicht mehr nüchtern als jemals zuvor. Nach wie vor sagte der Schauspielstudent nichts, sollte man sich doch auch zurück halten wenn man nichts Nettes zu sagen hatte oder? Es war nicht die Zeit für Vorwürfe, für Beleidigungen, für verständnislose Worte. „Es.. es tut mir leid, Yumi, ich wollte das nicht.. dass du daran erinnert wirst, dass ich dir Angst gemacht habe, ich..“ Er kämpfte mit sich, mit dem was er getan hatte. Sein Blick glitt flüchtig in die Zimmerecke, wo seine kaputte Gitarre lag und es war nicht wirklich der Anblick des demolierten Instruments, das er auf jeden Fall ersetzen musste, es war eher dass er ihr damit solch einen Schrecken eingejagt hatte, dafür gesorgt hatte dass diese schreckliche Erinnerung für den Moment zurück gekehrt war. Ein schwerer Druck lag auf seiner Brust, als hätte man ihm einen Stein darauf gelegt der sich nicht abschütteln ließ. Langsam bewegte sich der junge Erwachsene wieder, trat an das Mädchen heran, kam ihr näher und legte seine Arme um ihren schlanken Körper während er hinter ihr stand. Seinen Kopf vergrub er neben dem ihren, atmete ihren süßlichen Duft ein. Für einen langen Moment hielt er Yumi einfach nur fest, umarmte sie und drückte sie an sich und doch hielt er ihr die Option offen zu gehen. Sowieso jederzeit. Weshalb er hinter ihr stand. „Du weißt dass.. daran nur eine Person die Schuld trägt.“, flüsterte er schließlich, hatte seine Augen weiter geschlossen und bewegte sich auch nicht. „Und das bist nicht du.“ Darren konnte weiterhin nicht glauben dass sie sich die Schuld gab. Dafür dass sie geschlagen wurde. Das machte absolut keinen Sinn. Egal wie sehr sie ihn provoziert hatte und er wusste selbst wie gut sie das konnte aber nichts erklärte warum er so gehandelt hatte. Es war unentschuldbar aber genauso wusste er, dass es Menschen gab die so etwas anders sahen. Die es als einmaligen Ausrutscher schön redeten, die davon überzeugt waren sie selbst hätten den anderen dazu getrieben. Den anderen, der ja gar nicht so einer war. Kein Schläger, ein lieber Partner, der halt eben einmal ausgeflippt war. Einmal war keinmal. So ein Mist. „Ich habe Angst um dich.“ Jetzt noch mehr als sowieso schon. Natürlich konnte er Alex nicht einschätzen, nicht so wie Yumi und viele anderen es konnten und auch wenn der Typ nicht wirklich den Eindruck eines Schlägers gemacht hatte, so konnte man es nie wissen und nach ihrem Geständnis war ja klar, wie sehr man sich doch täuschen konnte. „Geh nicht zu ihm.“ Seine Umarmung wurde fester, er klammerte sich schon fast an sie. Ihm ging es bei seinen Worten nicht alleine darum dass er Angst hatte dass es nochmal passierte. Natürlich war sie da, auch wenn Yumi darauf beharrte dass er nicht so einer war. Aber Darren musste seine Worte auch gar nicht weiter erklären oder? Es war doch schon längst klar, er musste es nicht aussprechen. „Bleib bei mir.“

  • Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

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    Dieses winzige Wort verließ seine Lippen. Leise. Kaum hörbar und doch fand es seinen Weg an ihr Ohr. Was genau er damit verneinte vermochte die Blonde nicht zu sagen. War es eine Antwort auf ihre Frage oder brachte er vielmehr seine Gedanken damit zu verstummen - beantwortete sich unausgesprochene Fragen selbst? Was es auch war, er wirkte in sich gekehrt - nachdenklich - machte sich wahrscheinlich sein eigenes Bild zu dem was in der Vergangenheit passiert sein könnte. Wahrscheinlich war es nicht förderlich sich aus der Affäre zu ziehen - es abzustreiten und ihn im Ungewissen zu lassen. Meist war die Fantasie doch um einiges wilder als es die Realität war - richtig? Aber das was damals zwischen Alex und ihr vorgefallen war ging ihn im Grunde nichts an. Es hatte hier nichts zu suchen und wenn sie sich nicht in jener Situation von damals widergefunden hätte, dann wäre es weiterhin auch nur eine Sache zwischen dem Silberhaarigen und ihr. Yumi wollte ihn nicht in Schutz nehmen für das was passiert war - wirklich nicht - und doch tat sie es irgendwie - wusste selbst nicht warum. Sie suchte nach einer Erklärung. Einer Erklärung für ihr Verhalten aber es gab keine Erklärung, die nicht die Wahrheit beinhaltete. Der Blick der jungen Erwachsenen wanderte über sein Gesicht - über seine zusammengepressten Lippen, als verkneife er sich so viele ungesagte Worte. Die wenigen Worte, die über ihre Lippen kamen änderten nichts an seinem Verhalten - wahrscheinlich auch nichts an der Geschichte, die er sich in seinem Kopf zusammengesponnen hatte - die man sich automatisch zusammenreimte wenn man nur eine Seite der Geschichte kannte und die nicht einmal in einem Ausmaß, dass man dazu befugt war sich seinen Teil zu denken. Sie erhob sich, angelte nach ihrem Pullover nur um etwas Abstand zu bekommen - um das Gefühl der Nacktheit, welches sie überkam zu unterbinden. Das Gefühl ausgeliefert zu sein und das in einem Ausmaß und unter einem Umstand, der ihr nicht gefiel. Erneut kam dieses winzige Wörtchen über seine Lippen. Hatte er ihr überhaupt zugehört? Sie ernst genommen? Oder hielt er es nur für leere Worte. Tatsächlich glaubte sie nicht daran, dass Alex dieser Typ Mensch war. Er mochte vieles sein aber sie würde ihn ganz sicher nicht als Schläger bezeichnen. Es entschuldigte nicht das was damals zwischen ihnen vorgefallen war aber er war wirklich kein schlechter Mensch auch wenn sie so ihre Differenzen hatten - um es milde auszudrücken. Hinter sich hörte Yumi wie der Student sich vom Boden erhob, den Abstand zu ihr verringerte. Er entschuldigte sich aber sie schüttelte nur den Kopf, sah ihn dabei nicht an. Es gab nichts wofür er sich entschuldigen müsste und doch tat er es. Immer immer wieder. Dabei war sie es die ihm so viele Entschuldigungen schuldete, sie aber nicht über die Lippen bekam weil Worte allein nicht genügten um das wieder gut zu machen was sie angerichtet hatte. Sie blickte über ihre Schulter als er hinter ihr stand nur um im nächsten Moment ihren Blick wieder abzuwenden, ihre Finger in den Stoff des Pullovers zu krallen. Zitterte sie? War ihr kalt? Eigentlich nicht. Seine Arme schlangen sich von hinten um sie, vertrieben die Dämonen der Vergangenheit und erst als er sie sachte drückte bemerkte die Blonde, dass sie für einen Moment den Atem angehalten hatte - sie erst weiter atmete als er seinen Kopf auf ihre Schulter bettete. Augenblicklich umhüllte sie sein Geruch gemischt mit dem Geruch des Alkohols, den er in sich geschüttet hatte. Sachte und kaum merkbar lehnte sie ihren Kopf gegen den seinen. Ein leises Seufzen verließ ihre Kehle als die Anspannung in ihrem Körper leicht nachließ. Sein Flüstern kitzelte sanft an ihrem Hals als er sprach - als nach und nach Worte seine Lippen verließen. Worte, die er wahrscheinlich glaubte sagen zu müssen um ihr die Schuld zu nehmen. "Nein." entgegnete sie ihm knapp. Sie schüttelte ihren Kopf. "So ist es nicht..." Sie drehte ihren Kopf zur Seite - von ihm weg aber löste sich nicht aus seinen Armen - genoss den Halt, den er ihr in diesem Moment durch diese Umarmung gab. "Ich bin nicht so unschuldig wie du vielleicht glaubst..." Sie lachte leise auf. Es gehörten doch immer Zwei dazu wenn etwas in die Brüche ging, oder? Auch in diesem Fall war sie Schuld daran. Sie hätte ihm vertrauen sollen. Sie hätte ihm nicht mit Absicht weh tun sollen. Aber im Nachhinein hatte man leicht reden. "Ich hatte es verdient..." Sie war ein Miststück. Damals wie heute. Das wusste sie. Sie hatte nicht nur ihre Beziehung zerstört sondern auch die Freundschaft zwischen zwei besten Freunden. In Wirklichkeit hatte sie jeden feindseligen Blick , jedes gehässige Wort seinerseits verdient. Yumi presste die Lippen aufeinander. Von dem taffen Mädchen, welches dem Silberhaarigen in all diesen Situationen Kontra geboten hatte, fehlte nun jede Spur. Es waren die Worte des Schauspielstudenten, die sie wieder aus ihrer Gedankenwelt holten. Angst? Um sie? "Das musst du nicht. Ich bin nicht mehr das Mädchen von damals..." Ihre Mundwinkel zuckten nach oben als sie ihren Kopf wieder in die andere Richtung drehte- sein Gesicht mit ihrer Nasenspitze streifte bei dieser winzigen Bewegung. "...ich weiß mir zu helfen." Sie senkte die Augenlider, hielt für einen Moment die Luft an als ihre Lippen sich beinahe streiften bevor sie den Kopf wieder ein wenig abwandte. Sie spürte das Klopfen ihres Herzens in der Brust. Durch seine Nähe. Seine Wärme. Seine Umarmung wurde fester als er sie bat nicht zu ihm zu gehen. Als er sie bat stattdessen bei ihm zu bleiben. Diese Wärme tat gut und für diesen Moment wollte sie ihr auch nicht entkommen - empfand sie nicht als erdrückend sondern als... schön. Der Pullover fiel aus ihrer Hand - landete vor ihr auf dem Boden. "Für... diese Nacht...?" Eine Frage? Eine Feststellung? Sie wusste es nicht. Eigentlich schon. Sie hatte diese Entscheidung längst getroffen. Mit ihrer Lüge damals in der Uni. Damals hatte sie das zwischen dem angehenden Schauspieler und ihr beendet und doch war es nicht vorbei. Es fühlte sich nicht so an. Sie lehnte ihren Kopf gegen den seinen. Spürte seine Bartstoppel wie sie an ihrer Wange kratzten, spürte seinen Herzschlag, der aber auch genauso gut ihrer sein hätte können. Yumi schloss die Augen und sog seinen Duft ein um anschließend ihre Hand auf seinen Armen abzulegen, die er nach wie vor um sie geschlungen hatte als wäre sie das Wertvollste auf der Welt. Dieses Gefühl - es war ihr völlig fremd aber nicht minder... beängstigend.

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | im seinem Zimmer


    Dass die ehemalige Studentin nicht damit aufhörte ihn zu verteidigen und es beinahe schon schön redete was passiert war, jagte ihm die Wut in den Bauch. Für ihn hatte ihr Ex jetzt einen Stempel auf, auch wenn er wusste dass es unfair war, wenn man sich nur eine Seite einer solchen Geschichte anhörte aber bedarf es wirklich sich seine Seite anzuhören? Damit er es genauso schön redete, Sachen verdrehte damit es sich am Ende noch als blöder Unfall herausstellte? Natürlich konnte man sowieso sagen, dass es Darren nichts anging, dass er seine Nase da raushalten sollte. Weil es eine Vergangenheit, eine Erinnerung von Yumi und Alex war und er da nicht hin gehörte. Nicht sicher ob er überhaupt in die Zukunft der blonden Frau gehörte. Er kämpfte darum, gab alles, hatte immer öfter das Gefühl dass es so war, dass es so sein würde aber da er Yumi kannte, konnte er sich nie sicher sein. Es änderte sich, konnte sich täglich, stündlich, minütlich ändern und vielleicht nahm sie den Rauswurf an der Uni ja jetzt zum Grund um wieder zu flüchten? Oder zu reisen, neue Länder zu sehen. Ihr Aufenthalt in einem fernen Land war damals ja keine Flucht gewesen, das hatte sie ihm ja klar gemacht. Und doch klang es jetzt, nachdem er wusste was zwischen ihrem Ex und ihr vorgefallen war, noch viel mehr nach einer Flucht. Vor Alex selbst? Oder weiteren Konsequenzen? Vor einer weiteren Konfrontation? Was es auch war, so genau würde er es nie herausfinden weil er wusste dass er damit auch zu viel verlangte. Alleine dieser Augenblick war fast schon zu viel. Seine Umarmung wurde fester, inniger und er versuchte seine Atmung mehr zu kontrollieren, genauso wie seinen Herzschlag, der sich beinahe mehrmals überschlug. „Was hast du getan?“, fragte er schließlich weil ihm diese Frage auf der Zunge brannte. Wenn sie schon so viele Anspielungen machte, so oft erwähnte dass sie Schuld daran war geschlagen worden zu sein, war es doch nur selbstverständlich dass er nachfragte oder? „Ich.. kann es nicht verstehen. Erklär es mir.“ Nur ein ganz kleines bisschen schüttelte der angehende Schauspieler seinen Kopf, hatte seine dunklen Augen auch kurz geöffnet obwohl er nichts von ihrem Gesicht sah, nur gerade aus starrte auf die nackte Schulter der Studentin. „Nichts erklärt oder rechtfertigt das was er dir angetan hat.“ Warum glaubte sie das? Warum glaubte sie es verdient zu haben? In seinem Kopf sponnen sich die wildesten Geschichten zusammen, die verrücktesten Szenarien und Ursachen was Yumi angestellt hatte doch gab es ihn wirklich, diesen einen Grund, der es rechtfertigte wenn der eigene Partner gewalttätig einem gegenüber wurde? Wie konnte man überhaupt so sein. Seine Freundin schlagen, sie willentlich zu verletzen.. bei dem Gedanken wurde dem Studenten beinahe schlecht, vielleicht war es aber auch noch der Alkohol, der wohl langsam begann sich in seinem Körper abzubauen. So würde es ihn nicht wundern dass er am nächsten Tag einen wirklich großen Kater hatte, auch wenn er gerade nichts von der der berauschenden Wirkung des Giftes spürte. Gerade das war ja auch das Gefährliche an diesem Gesöff. Auch Darren schlug seine Augenlider schließlich wieder auf, er drehte seinen Kopf etwas, lockerte die innige Umarmung nachdem er diese sanfte Berührung an seiner Haut gespürt hatte. Ihre kleine Nasenspitze, die ihn berührt hatte. Ein kleines Lächeln umspielte seine rauen Lippen. Natürlich hätte er ihr etwas anderes entgegnen können. Hätte dafür nur seine verletzte Hand heben müssen um ihr zu beweisen dass sie nicht auf sich aufpassen konnte. Dass es Gründe gab warum er Angst hatte. Nicht nur weil sie zurück zu ihrem Ex-Freund gegangen war, sondern auch generell. Nicht dass er nicht glaubte dass Yumi Gefahren deuten konnte, sondern mehr dass sie ihnen nicht aus dem Weg ging. Dass sie sich oft genug wahrscheinlich aus Nervenkitzel darauf einließ. Aber das musste er auch nicht erwähnen oder? Schließlich hatte er sich vorgenommen ihr keine Vorwürfe diesbezüglich zu machen, weil es sowieso nichts änderte. „Aber was wenn..“, begann der Musiker und hielt dann doch wieder inne, verwarf den Ende seines Satzes, den er auch gar nicht aussprechen musste. Yumi wusste was er sagen wollte. Aber es lohnte sich auch gar nicht seine Gedanken mit Worten zu beenden. Hatte er sich doch sowieso schon viel zu sehr in alles eingemischt nicht wahr? Der Kerl schloss nochmals seine Augen, er ließ die Luft aus seinen Lungen und akzeptierte es. Seine Arme drückten sie fester an sich heran. Er spürte ihre zarte Haut und erschrak schon beinahe als ihr Pullover auf den Boden fiel weshalb er seine Augen wieder öffnete und nach unten schaute, dorthin wo der dunkle Stoff gelandet war. Für eine Nacht hm? Darren lächelte. Genoss den Moment, genoss wie sie sich an ihn lehnte, er ihren Körper bei sich spürte. Yumi bei sich spürte und die Tatsache dass sie sich ihm weiter geöffnet hatte. Auch wenn es unfreiwillig war, er die Schuld trug, wenn man es so sagen konnte und wollte. „Fürs erste..“, erwiderte der junge Kerl schmunzelnd darauf. Er brauchte immerhin nicht zu erwähnen wie er seine Worte gemeint hatte. Und trotzdem lernte er diese Momente wertzuschätzen. Sowieso alle, die er mit der Blonden teilen durfte. Mit seiner rechten Hand griff er nach ihrem linken Oberarm, um den er seinen Arm sowieso halb geschlungen hatte, und drehte die Studentin in seinen Armen herum. Fast als würden sie tanzen, weshalb sich ihm ein zartes Grinsen auf die Lippen malte. Seine Hände legten sich an ihr Gesicht, zumindest versuchte er es und während er sie mit der einen Hand bestimmt fest hielt, lagen die Finger seiner linken Hand nur ganz leicht auf ihren Wangen aber trotzdem taten sie es. Mit den intakten Fingern drückte er ihr Kinn und folglich ihr Gesicht nach oben, verringerte den Abstand und legte zart seine Lippen auf die ihren. Verwickelte die junge Frau in einen sanften Kuss. Yumi konnte bleiben so lange sie wollte, wie lange sie es.. aushalten konnte. Seine Tür stand jederzeit offen und sein Herz sowieso für sie.

  • Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

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    Er harkte nach. Wollte von ihr wissen was sie so schlimmes getan hatte um die ganze Sache zu rechtfertigen. Ihre Lippen blieben stumm. Ganz bewusst spürte sie wie seine starken Arme sich fester um ihren Körper schlangen und sie an den seinen drückten. Sie zögerte. Weil sie nicht wollte, dass er diese Seite von ihr kannte? Unwahrscheinlich. Immerhin hatte die Blonde bisher keine Gelegenheit ausgelassen um ihn darauf aufmerksam zu machen was für ein schlechter Mensch sie doch war. Ahnte sie seine Antwort bereits? Vermutlich. Egal was sie ihm erzählen würde, er wäre anderer Meinung, richtig? Ein Teil von ihr wusste das. Ein Teil von ihr wusste, dass das was Alex getan hatte nicht in Ordnung war aber genauso wusste Yumi, dass sie einander nicht viel schuldig blieben. "Ich habe seinen besten Freund gevögelt..." kam es schließlich trocken über ihre Lippen. Sie sah ihn nicht an, ließ ihren Blick durch den dunklen Raum wandern, der nur vom schummrigen Mondlicht, welches durch das Zimmer schien, erhellt wurde. Unweigerlich dachte die junge Erwachsene an jenen Tag damals zurück. "...nicht weil irgendwelche Gefühle im Spiel waren... einfach um ihn zu verletzen..." fügte Yumi schließlich hinzu und klang dabei unerwartet nüchtern - nahezu emotionslos als machte diese Erinnerung nichts mit ihr. Vielleicht würde der Schauspielstudent so endlich kapieren was für ein Monster sie war - das sie nicht das Mädchen war für das er einen Song spielte - von dem er mehr wollte als nur bedeutungslosen Sex. Sie schüttelte den Kopf. "Ich... bin einfach kein guter Mensch..." Ich bin nicht das was du in mir siehst... Sie senkte den Blick - sah zu Boden und schwieg für einen Moment. Erwartete vielleicht das er sie aus der Umarmung entließ - sich von ihr abwendete. Das war etwas das konnte selbst Darren nicht schön reden, oder? "Es... ist nicht so als hätte er mich... verprügelt..." Ihm war nur die Hand ausgerutscht nachdem sie immer weiter Salz in die Wunde gerieben hatte. Nachdem sie ihn immer weiter provoziert hatte. Sie hatten nie darüber geredet. Hatten die Beziehung auch nie beendet sondern waren einfach getrennte Wege gegangen. Yumi nach Kanada und Alex wurde wahrscheinlich zu dem Weiberheld, wie man ihn heute kannte. Sie waren Beide kaputt. Waren es heute noch und immer noch stand dieses Thema unausgesprochen zwischen ihnen. Yumi presste die Lippen zusammen, spürte wie sich die Arme, die um ihre Taille geschlungen waren, lockerte, Nur ein bisschen. Er sprach seine Gedanken nicht völlig aus. Unterbrach den Satz in der Mitte. Führte ihn nicht zu Ende. Das musste er auch gar nicht. Es war Beiden klar, worauf er hinaus wollte. "Das wird nicht passieren..." kam es voller Überzeugung über die Lippen der Blonden auch wenn sie das in Wirklichkeit nicht wissen konnte. Auch wenn sie vielleicht nicht so überzeugt davon war, wie sie es klingen ließ. Alex hatte immer schon leicht die Fassung verloren wenn man einen wunden Punkt traf. Ihre Beziehung hatte die gelehrt wo diese wunden Punkte lagen und sie hatte sie schamlos ausgenutzt um ihm weh zu tun damit nicht sie die Einzige war, die litt. Darren drückte sie wieder etwas fester an sich - lächelte als er ihre Worte vernahm. Irrelevant ob es sich um eine Frage oder eine Feststellung handelte. Seine Stimme so nah an ihrem Ohr jagte einen angenehmen Schauer durch ihren Körper - verursachte eine Gänsehaut und unweigerlich musste auch die ehemalige Studentin schmunzeln. Schon im nächsten Moment griff er nach ihrem Oberarm, drehte Yumi in seinem Arm herum, so dass sie sich gegenüber standen. Er griff nach ihrem Kinn, zwang sie dazu ihren Kopf anzuheben - ihn anzusehen. Nur kurz hatte sie die Gelegenheit mit ihren blauen Augen sein markantes Gesicht abzutasten und schon im nächsten Moment überwandte er das letzte bisschen Abstand zwischen ihnen um seine Lippen auf die ihren zu legen. Unweigerlich hatte Yumi ihre Augen geschlossen, spürte den sanften Druck seiner Lippen auf den ihren, den Geschmack des angehenden Schauspielers. Sie erwiderte den Kuss sachte - fast so als wäre es ihr erster Kuss. Sie hatte den Atem angehalten, spürte den seinen auf ihren angefeuchteten Lippen als sie sich voneinander lösten - nur ein bisschen. Und doch atmeten sie noch die selbe Luft - waren einander noch so nah. Yumi legte eine Hand auf seine Brust, spürte den Herzschlag des Anderen unter ihrer Berührung. Spürte wie schnell sein Herz klopfte. Sie senkte den Blick auf ihre Hand nur um ihm im nächsten Augenblick wieder an ihm hinauf wandern zu lassen - seinen Hals streifend - sich an seine Lippen heftend nur um anschließend in seine dunkelbraunen Augen einzutauchen. "...wie war das noch mit: ich sollte das nicht tun?" Sie presste die Lippen aufeinander ehe ein fast freches Grinsen darauf erschien bevor sie sich auf die Unterlippe biss. Es gab so vieles das sie nicht tun sollte. Es gab so viele Fehler die begangen werden wollten. Jetzt auf der Stelle. Yumi ließ ihre Hand ein wenig nach oben wandern, legte sie in seinen Nacken, während ihr Blick über sein Gesicht tanzte. Sachte strichen ihre Finger über jene Stelle in seinem Nacken an der sein Haaransatz war. Sie ließ ihre Finger in seine dunkelbraunen Haare gleiten, nur um sie folgend wieder in seinem Nacken abzulegen und ihn ein wenig zu sich hinunter zu ziehen damit sie ihre Lippen erneut auf die seinen legen konnte. Ein wohliger Laut drang dabei aus ihrer Kehle - verschluckt von dem Kuss, den sie gerade austauschten. Seine Lippen waren so unglaublich weich. Sie schmeckten so gut. Sie konnte nicht genug davon bekommen. Fast so als wäre sie süchtig danach. Es war Yumi, die den Kuss schließlich beendete, ihre Hand wieder auf seiner Brust ablegte und den Blick senkte um sich nicht erneut im tiefen Braun seiner Augen zu verlieren. Sie räusperte sich - brauchte einen Moment um zu verarbeiten was dieser simple Kuss mit ihr machte. "Wir sollten vielleicht... schlafen gehen..." Das war das was sie sagte aber nicht das was sie eigentlich wollte, oder? Es spielte jedoch keine Rolle was sie wollte. Weil es heute vielleicht das war aber morgen wieder etwas völlig anderes. So war sie nun einmal und das war Darren gegenüber nicht fair. Sie hatte schon genug kaputt gemacht.

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | im seinem Zimmer


    Der junge Student hielt sie weiter in seinen Armen, dachte gar nicht daran seine Umarmung zu lösen, auch dann nicht als Yumi sich zu erklären begann. Den anscheinend so schlimmen Grund nannte, der alles erklärte. Der sie für schuldig sprach und es akzeptieren ließ, dass ihr damaliger Freund sie geschlagen hatte. Doch alles was er zunächst tat war den Kopf schütteln. Ein kleines bisschen zumindest weil er sich nicht mehr von ihr entfernen wollte, ihre Nähe viel zu sehr genoss, ihren Duft und ihre nackte Haut. Bevor er weiter sprach vergrub er seinen Kopf nochmals an ihr, roch das süßliche Shampoo in ihrer langen Mähne und musste lächeln, selig und zufrieden, bis er dann wieder aufhorchte als die Blonde schließlich für ein paar Sekunden inne hielt. „Das.. ist hart.“, war es, was ihm zunächst über die Lippen kam. Seine Augenbrauen zog er zusammen, kam nicht daran vorbei darüber nachzudenken wie er darauf reagiert hätte. Wenn seine Freundin ihn willentlich, wissentlich und mit purer Absicht verletzt und betrogen hätte. Bestimmt wäre auch er wütend gewesen, enttäuscht und wer weiß welche Worte ihm über die Lippen gekommen wären. Doch die Hand erhoben? Niemals. Auch nicht dann. Auch nicht unter den Umständen. Das verdiente niemand den man angeblich liebte. „Und das.. war alles..?“ Darren wollte mit seinen Worten nicht aussagen dass es Nichts war. Das war es nicht. Es war sicher ein Schlag für Alex gewesen. Und schließlich ja auch für die Blonde selbst. „Das nahm er als Grund um dir gegenüber handgreiflich zu werden?“ Das konnte er nicht verstehen. Egal wie sehr er sich darüber den Kopf zerbrach, wie er versuchte sich in diese Lage und Situation hineinzuversetzen aber es wollte nicht in seinen Kopf und das war wahrscheinlich auch besser so. Der Student war einfach ein anderer Mensch, hatte andere Ansichten, andere Arten um mit naja, solch schlechten Nachrichten umzugehen. Er drehte den Kopf ein wenig, schaute zu ihr, erkannte ihr Profil im hellen Mondschein während sie ihren Blick gesenkt hatte, den Boden anstarrte und sich wahrscheinlich Gedanken machte. Noch einmal alles durchging und vielleicht erwartete dass er endlich einsah was für ein schlechter Mensch sie doch war. Jetzt, wo sie es noch einmal erwähnt hatte. Jetzt, wo sie zugegeben und erklärt hatte was der Grund gewesen war. Womit sie das verdient hatte? „Deshalb glaubst du dass du es verdient hast..?“ Eine Frage in die Dunkelheit hinein. Nicht nur weil es in seinem Zimmer aktuell einfach relativ dunkel war, nur der Schein des Mondes für etwas Licht sorgte, auch weil er seine Augen abermals geschlossen hatte. Weil er doch schon etwas müde war aber mehr noch weil er sich so auf alles besser konzentrieren konnte. Alles besser wahr nahm. Ihre Nähe, die Wärme die sie ausstrahlte, der Duft ihres Shampoos und ihr eigener Geruch. Das alles ließ sein Herz für einige Takte schneller schlagen. Natürlich auch worüber sie sprachen. Es ging nicht spurlos an ihm vorbei, ließ ihn nachdenken. Brachte sein Herz vielleicht aus keinem guten Grund schneller schlagen und doch tat es das. „Hast du nicht.. du bist nicht schuld daran dass er sich nicht beherrschen kann. Auch wenn das was du getan hast sich nicht als.. einen blöden Ausrutscher abtun lässt. Eine Ohrfeige oder was.. auch immer es war, das.. das lässt sich nicht mehr gut machen. Du merkst es selbst. Das bleibt im Kopf.. ob man will oder nicht.“ Der Musiker wollte nicht abstreiten dass der Vertrauensbruch den Yumi ihrem Ex gegenüber begangen hatte nicht auch im Gedächtnis blieb, ihn verletzt hatte und er dadurch vielleicht auch Probleme hatte, zu vertrauen, zu lieben oder was es wahr. Aber naja, wenigstens hatte Alex so gelernt dass er seinen besten Freund in die Wüste schicken konnte. „Wahrscheinlich bin ich einfach zu verschieden.“, murmelte er schließlich und schmunzelte auch ein kleines bisschen. Zu verschieden, zu anders als dass er das verstehen konnte. Weil er es niemals tun würde. Egal wer ihm gegenüber stehen würde. In seinem Kopf und Herzen war das natürlich nur Yumi. Auch wenn er sich dann wünschte dass es niemals so weit kommen würde. Aber war das vielleicht ein bisschen zu sehr Wunschdenken? Ein zu großer Traum? Beinahe wäre ihm ein Seufzen über die Lippen gekommen, doch er kümmerte sich dann lieber darum dass sie sich in seinen Armen drehte, dass er ihre Schönheit bewundern und sie ansehen konnte. Ihr Gesicht mit seinem Blick abtasten wovon er niemals genug bekommen konnte. Von ihrer blassen Haut, den hellen Haaren die ihr Gesicht umrahmten, die kleinen Grübchen die sie hatte wenn sie lachte, selbst wenn sie ihr ganz eigenes Lächeln lächelte. Die zarten Lippen, die in ein so sanftes Rosa getaucht waren. Das sich manchmal sogar auf ihren Wangen spiegelte. Aber nicht zuletzt ihre blauen Augen, deren Blau er nicht einmal wirklich erklären oder in Worte fassen konnte. Das ihn an so viele Momente und Augenblicke erinnerte. An das Funkeln, das er so oft darin gesehen hatte und ihren ganz eigenen Blick, der so viel aussagte, was Worte nicht hätten ausdrücken können. Unter seinen Fingerkuppen spürte er ihre warme Haut während er seine Hände an ihr Gesicht gelegt hatte. Zumindest mit einer Hand, denn mit den tauben Finger der anderen war da einfach nichts. Doch er versuchte dieses dumpfe Gefühl in seiner Brust, die Enttäuschung die daraus entstand, den Zweifel ob es überhaupt jemals wieder alles gut werden würde mit seiner Hand, die Wut darüber, all das versuchte er zu ignorieren, zu unterdrücken, wieder wegzuschließen und der Hoffnung, seinem Optimismus Platz zu machen. Und gerade jetzt als seine Lippen auf den ihren waren, sie einander so nah waren, er sie in ihren Armen hielt, da war das alles plötzlich so einfach. Da hatte er keine Zweifel an einer vollständigen Genesung. Da waren seine Wünsche und Träume wieder ganz real. „Ich halte mich auch nicht immer an meine eigenen Worte..“, erwiderte der Musiker schmunzelnd, sprach jedoch ganz leise als wolle er den Moment nicht ruinieren als Yumi ihm seine eigenen Worte vorhielt. Die er trotzdem immer noch ernst meinte. Immerhin beging sie doch gerade wieder einen Vertrauensbruch oder? Hinterging Alex erneut, wo sie es noch einmal miteinander versuchten. Ob auch Darren Jemand war, der den Typen derart aus der Haut fahren lassen konnte? Oder ob er mehr einfach ein Niemand war, einfach irgendein Kerl den sich Yumi an den Hals warf? Nein, daran wollte er gar nicht weiter denken, schob diese dummen Gedanken beiseite, obwohl es doch eher Sorgen waren und auch wenn er der Blonden Glauben schenken wollte, dass so etwas nicht mehr passieren würde, so blieben doch Zweifel und Ängste, die er nicht einfach ignorieren konnte. Eine Gänsehaut jagte über seinen Körper, er schloss für einen Moment die Augen während ihre Finger über seinen Nacken streiften, sich in seinen Haaren vergruben und ein Lächeln umspielte seine Lippen, die schon in der nächsten Sekunde von ihr versiegelt wurden. Die Hände des Mannes ließen von ihrem Gesicht ab, er ließ sie wandern und legte sie schließlich an ihre Taille, mehr oder weniger fest hielt er sie dort und genoss die Augenblicke, die der Kuss andauerte, bis Yumi ihn schließlich unterband, von ihm abließ. Doch dieses Mal blieb kein kaltes und bitteres Gefühl zurück. Das Kribbeln in seinem Bauch blieb und als sie sich räusperte, huschten seine Mundwinkel kurz nach oben. Fast als müsse sie sich selbst von unartigen Gedanken ablenken. „Damit nicht mehr passiert..?“, sagte er leise schmunzelnd, versuchte den Blick ihrer hellblauen Augen einzufangen doch es gelang ihm nicht. Was ihn fast noch mehr zum Lachen brachte. Doch er hielt sich zurück, nickte. „Ist wohl besser, den Schlaf können wir beide gut gebrauchen.“ Auch wenn er es gar nicht wirklich wollte, vielleicht aber sollte. Zwar fühlte er sich fertig, sein Kopf war schwer und auch sein Körper war müde, doch dachte er nur daran was in ein paar Stunden sein würde. Wenn er aufwachte.. würde sie wieder weg sein, richtig? Mit seiner gesunden Hand fasste er nochmal an ihr Gesicht, hauchte ihr einen Kuss an die Schläfe und hielt kurz inne während er sie zu sich drückte. „Aber glaub nicht dass du dem Kuscheln entgehen kannst..“, flüsterte er, grinste und im nächsten Augenblick zog er das blonde Mädchen auch schon mit zu seinem Bett, wo er sie mit hinein zog, sodass sie sich gar nicht weigern konnte. Der junge Kerl blieben neben ihr liegen, dieses Mal war er es der innen lag. Damit sie in ein paar Stunden leise flüchten konnte und nicht die Gefahr einging ihn zu wecken, wenn sie erstmal über ihn drüber klettern musste.. „Da musst du leider durch.“ Darren lachte leise, zog das Mädchen mit einem Arm an sich heran sodass sie ihren Kopf auf seine Brust ablegen konnte. Mit einem Arm hielt er sie fest an sich gedrückt, seine verletzte Hand lag auf ihrem Kopf. Auch wenn er das nicht spüren konnte. Und trotzdem war da dieses warme Gefühl. Warm und vertraut..

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