Der Campus des "St. Ulrich" - Bildungszentrums

  • [Irgendwo in der Uni auf dem Weg zur Vorlesung] Cylie & Yumi

    Cylie wirkte irritiert von der Aussage der blonden Studentin. Eine Aussage, die sie eher beiläufig erwähnt hatte. Nicht wirklich weil ihr danach war die ganze Geschichte mit ihr zu teilen oder mit ihr über ihn zu reden. Immerhin gab es dabei auch eigentlich gar nichts zu beredeten auch wenn die Brünette mit ihrer verblendeten Einstellung zu dem ganzen Thema offensichtlich anderer Meinung war. Umso mehr überraschte es Yumi als es die Andere war, die das Verhalten eines gewissen Schauspielstudenten fast schon missbilligte. Überrascht hob Yumi die Augenbrauen an und schielte in ihre Richtung. Cylie nahm gerade einen kräftigen Schluck Wasser. Hatte da etwa Jemand mit den Folgen des Vorabends zu kämpfen? Nachdem der überraschte Gesichtsausdruck der angehenden Psychologin verschwunden war erschien ein Grinsen auf ihren Lippen. Zum Teil weil sie diese Folgen nur zu gut kannte - sie waren immerhin beinahe ein Dauerzustand - zum Teil weil Yumi nicht Recht wusste ob Cylie nun für oder doch eher gegen den Lockenkopf war. Wobei es ohnehin keine Rolle spielte. Die Blondine hatte ihre Entscheidung doch längst getroffen. Schon zum Zeitpunkt als sie sich auf dieser Party am See begegnet waren. "Ich bin mir nicht sicher..." Yumi tippte sich nachdenklich an das Kinn und sah in die grünen Augen der anderen Studentin als sie folgend das Wohnheim verließen. "...bist du jetzt für oder gegen ihn?" Ein leises Lachen drang folgend aus der Kehle der Blonden als Cylie schließlich für den Helden in dieser Geschichte schwärmte auch wenn es ganz offensichtlich nur gespielt war. Nicht sonderlich gut aber das war wohl auch nicht Sinn der Sache. Während die Beiden über den Campus schlenderten lies Yumi ihren Blick ein kleines bisschen schweifen. Kurz blieb er an dem Brunnen hängen, der irgendwie das Zentrum des ganzen Areals darstellte bevor sie sich wieder ihrer Begleitung widmete, die offenbar darauf beharrte, dass sie sich bei Darren bedanken sollte. Unweigerlich drang ein Seufzen aus der Kehle der Psychologiestudentin. Am Ende würde er ihr doch nur wieder die Worte im Mund umdrehen, richtig? Wahrscheinlich denken, dass sie ihm nun etwas schuldig war - das ihre Worte des Dankes mehr zu bedeuten hatten. Noch bevor sie Cylie widersprechen konnte fügte diese ihrer Aussage noch etwas hinzu. Begleitet wurde das Ganze von einem ziemlich eindeutigen Grinsen. Fast schon geschockt blickte Yumi in das Gesicht der Anderen aber musste dann doch ebenfalls schmunzeln. "Also wirklich!" Die Blonde klang entrüstet aber war es doch in Wirklichkeit gar nicht. Wahrscheinlich kam das was ihre Begleitung gerade andeutete einem Dankeschön, welches Yumi gewählt hätte noch am Nähesten. "Zuerst sagst du mir ich soll nicht weiterhin mit ihm ins Bett hüpfen wenn ich nicht mehr will und jetzt willst du das ich mich auf diese Weise bei ihm bedanke???" Ein ehrliches Lachen entglitt Yumi als sie von den widersprüchlichen Aussagen der angehenden Ärztin sprach. "Gib es zu, du willst doch nur wieder einen Blick auf seinen Hintern werfen?" vermutete die blonde Studentin und schielte in Cylies Richtung. Wahrscheinlich hatten sie und ihr Bruder einen guten Ausblick darauf gehabt als sie die Beiden im Büro der Wohnheimleitung überrascht hatten. Selbstverständlich glaubte Yumi nicht wirklich, dass die Andere ein Interesse daran hatte die Situation zu wiederholen. So schien sie als sie heute in ihr Zimmer kam doch ein wenig unsicher wie sie mit der Sache umgehen sollte. Anscheinend war ein lebenslanges Meiden des Anderen keine Option und darüber war die Blonde auch ganz froh. Sie genoss die Anwesenheit der Kleineren ja irgendwie. Auch wenn ihre Einstellungen zu bestimmten Themen doch stark auseinander gingen. Natürlich kam Cylie wieder auf das Thema Studium zurück. Beinahe hätte Yumi wieder ein lautstarkes Seufzen von sich gegeben aber konnte es dann doch zurückhalten. Es war wirklich nicht ihr Lieblingsthema. Eigentlich sprach sie am liebsten gar nicht darüber. Wenn sie zu lange darüber nachdachte bekam sie einfach Kopfschmerzen. "Weil ich nicht weiß was ich sonst machen will..." antwortete sie auf die Frage des anderen Mädchens, sah sie dabei aber nicht an. "Es ist einfacher sich einfach so treiben lassen. Wenn ich es nicht schaffe und sie mich rauswerfen habe ich eh keine Wahl..." Allein der Gedanke daran bereitete ihr irgendwie Magenschmerzen weshalb sie ihn einfach wieder ganz weit weg schob. So wie alles was ihr gegen den Strich ging. Die Blonde senkte ihr Haupt ein kleines bisschen - hob es erst wieder als Cylie ihr versicherte, dass an diesen Punkt jeder Student einmal ankam. Im selben Atemzug berichtete sie von ihren eigenen Bedenken hinsichtlich ihres Studiums. Wortlos lauschte Yumi ihr, verharrt kurz in der Stille die zwischen ihnen herrschte. "Ich glaube wenn man etwas wirklich gerne macht wird man irgendwann auch gut darin..." Natürlich war man wenn man frisch aus der Uni kam noch nicht so gut wie man es vielleicht gerne hätte aber mit der Zeit würde das doch schon werden wenn man sich seiner Sache auch sicher war, oder? Gemeinsam schlenderten die Mädchen durch die Flure der Universität. Es war fast schon ungewohnt mit Jemanden an seiner Seite zu einer Vorlesung zu gehen, Ansonsten hielt Yumi ihre Studienkollegen eher auf Abstand, konnte mit dem Geschnatter dieser Hühner oft nichts anfangen. Früher hatte sie zumindest so getan als würde es sie interessieren. Inzwischen machte sie sich nicht einmal mehr die Mühe.



    [Irgendwo in der Uni] Darren & Alessa

    Er wiederholte ihre Worte - teilweise. Wirkte fast schon verwirrt durch ihre Wortwahl. Seine Stimme wurde leiser. Irgendwie bedächtig. Als hätte irgendjemand diese Leichtigkeit, die ironischer Weise zwischen ihnen herrschte, weggeblasen. Vielleicht lag es daran wie sie ihre Worte gewählt hatte - vielleicht war es unvermeidbar, dass Irgendjemand das ansprach was eigentlich zwischen ihnen stehen sollte und irgendwie ja auch stand. Sie sah in die dunkelbraunen Augen ihres Gegenübers. War da Bedauern in seinem Blick zu erkennen? Nicht nur darin. Auch die sonst so lockere Haltung des Lockenkopfs wich. Es fehlte jede Spur von dem Schauspieler, der gerade eben noch so selbstbewusst gewirkt - mit ihr gescherzt hatte. Der Mann, der ihr jetzt gegenüber stand, seinen Kopf gesenkt - den Blick auf ihr ruhend, wirkte mit einem Mal so echt. Nicht mehr so unantastbar wie man es von einem zukünftigen Schauspieler oder Musiker erwartete. Kurz überlegte sie mit einem taffen Spruch zu kontern - die Stimmung wieder ein wenig anzuheben weil es ihr so lieber war aber für einen Moment schwieg das Blondchen, senkte ihren Kopf ebenfalls und wich kurz den Blick seiner warmen Augen aus. "Naja für Gefühle kann man doch nichts..." kam es ungewohnt leise über die hübsch geschminkten Lippen der Schülerin. Vereinzelte Haarsträhnen fielen ihr ins Gesicht welche sie folgend gleich wieder hinter ihr Ohr strich als sie ihren Kopf wieder ein Stück weit hob. "Entweder sie sind da oder eben nicht. Man kann nichts erzwingen." Der Blick ihrer roten Augen huschte über sein kantiges Gesicht. Über den Bart, den er mittlerweile irgendwie länger als sonst trug. Natürlich war sie verletzt. Sie hatte sich auch mehr erhofft - irgendwie. Weil sie die Zeit mit ihm mochte. Weil so vieles einfach gepasst hatte - von ihrer Seite. Aber er hatte ihr nie falsche Hoffnungen gemacht. Sie waren ganz automatisch gekommen. Im Grunde konnte Darren da nichts dafür. Die Stimmung zwischen ihnen wurde wieder etwas lockerer als Darren wegen ihrer beleidigenden Worte hinsichtlich seiner Frisur ein wenig schmollte. Es kostete Alessa ein Grinsen. "So wie du es verdient hast." verteidigte sich das blonde Mädchen schließlich mit erhobenem Haupt und funkelte den Älteren durch ihre roten Augen überlegen an. Fast so als würde sie sich im Ausgleich für das was zwischen ihnen passiert oder eben nicht passiert war alles erlauben dürfen. "Überstürz hier bloß nichts." warnte Alessa ihren Gegenüber vor und ein fast schon teuflisches Schmunzeln schlich sich auf ihre Lippen. "Ich räche mich dann wenn du es am Wenigsten erwartest und du dich in Sicherheit gewogen fühlst..." Ein leises Lachen drang aus ihrer Kehle. Vielleicht war es nicht fair sich einen Spaß daraus zu machen während er über ein eigentliches ernstes Thema sprach aber irgendwie war das ihre Art damit umzugehen. Wahrscheinlich nicht der richtige Weg aber nur weil es auf diese eine bestimmte Art und Weise nicht zwischen ihnen klappte musste man einander doch nicht völlig aus den Augen verlieren, oder? Es war ja nicht so das sie Hals über Kopf in ihn verliebt gewesen war. Es war mehr eine Schwärmerei. Vielleicht ein kleines bisschen mehr. "Die Bemalung wird noch das kleinste Übel sein..." drohte Alessa dem Größeren folgend und meinte die Drohung doch nicht ganz so ernst zumal der Lockenkopf wahrscheinlich nicht zu einem Powernap im Stehen ansetzen würde. Gemeinsam machten sie sich also auf dem Weg in die Uni, wo Darren seine Strafarbeit abarbeiten musste. Auf dem Weg sprachen sie über dieses Mädchen oder vielmehr darüber das die Sache wohl nicht ganz so einfach war. Auch wenn Alessa das Ausmaß dessen gar nicht bewusst war. Auch nicht nachdem er es ihr ein Stück weit erklärt hatte. "Du hast dir ihre Nummer also einfach erschlichen?" kam es gespielt entsetzt über die Lippen der Schülerin. Wohlwissend, dass sie es doch war die ihre eigene Nummer einfach so in sein Handy geschmuggelt hatte. "Hast du dich nicht getraut zu fragen?" Das Blondchen schielte in die Richtung des Studenten und stieß ihn mit dem Ellenbogen an. Die Vorstellung war irgendwie süß. Der sonst so selbstbewusste Kerl, der im Angesicht mit diesem Mädchen einknickte und es nicht einmal schaffte sich auf normalem Wege ihre Nummer zu besorgen. Ein amüsierter Laut verließ die Kehle der Jüngeren. "Wie pessimistisch du bist. Du hast ihr heute das erste Mal geschrieben und heulst rum weil sie dir nicht gleich antwortet?" Alessa zog ihre Augenbrauen zusammen und schüttelte folgend den Kopf. Faszinierend das es scheinbar niemals anders wurde wenn es um die Liebe ging. Egal ob man 14 war oder eben schon wesentlich älter. Man war anscheinend immer gleich eingeschüchtert im Angesicht der Person, der man sein Herz geschenkt hatte.

    Es dauerte nicht lange und die Beiden kamen an ihrem Zielort an. Während Alessa noch misstrauisch den doch recht verwahrlosten Raum musterte machte sich der Dunkelhaarige schon daran einen Eimer mit Wasser zu füllen um sich nicht länger vor der Arbeit zu drücken. Als der Andere ihr schließlich einen Putzlappen in die Hand drückte und ihr folgend die ehrenvolle Aufgabe erteilte die Tische abzuwischen war die Schülerin für einen Moment wirklich paff. Mit offenen Mund starrte sie ihn geschockt an, konnte den Blick des Schauspielstudenten aber nicht mehr einfangen, da er sich schon aufmachte um sich einen weiteren Lappen zu besorgen. "Bist du verrückt?" kam es schließlich über die Lippen des Blondchens. Sie hob eine Hand an um ihre folgende Aussage zu unterstreichen. "Ich ruiniere mir doch nicht die Fingernägel in diesem Putzwasser..." Gerade noch so erhaschte Alessa einen Blick auf das Grinsen, welches sich über das ganze Gesicht des Anderen erstreckte. Er war wohl mit Absicht ein wenig in Deckung gegangen weil er schon wusste was ihm erwartete aber das bewahrte ihn auch nicht davor, dass das Blondchen folgend den Lappen in das Wasser tauchte und damit drohte ihn das tropfnasse Ding um die Ohren zu hauen. "Nur weil ich dir Gesellschaft leiste heißt das nicht gleich das ich dir deine Strafarbeit abnehme..." stellte das Mädchen schließlich klar als sie sich dem Lockenkopf wieder ein Stück näherte und folgend seinem Blick folgte, der offenbar auf dem Klavier lag, welches hinter den Tischen beinahe unterging. "Oh lass es uns mal testen ob es noch funktioniert!" Tatsächlich flammte kurz so etwas wie Interesse in den Augen des Mädchens auf als sie das Musikinstrument entdeckte. So schnell war die Arbeit wieder vergessen....

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Alessa | irgendwo in der Universität


    „Ja.. so ist es.“, erwiderte der junge Schauspielstudent und wirkte für diesen Moment, in dem diese Worte über seine Lippen kamen, wahrscheinlich trauriger und mehr verletzt als er es eigentlich wollte. Darren konnte nichts erzwingen, es war ihm klar. Er wusste das. Der Kerl presste die Lippen aufeinander während er seinen Kopf gesenkt hielt, auf den Boden schaute und auch irgendwie nicht. Eigentlich schaute er nirgendwohin, war mehr mit seinen Gedanken beschäftigt. „Es lässt sich nichts erzwingen.“, wiederholte er, ganz leise, mehr für sich, für seinen Kopf als wollte er ihm klar machen dass er das was er bei Yumi versuchte eben nicht möglich war. Wahrscheinlich hörte Alessa seine Worte nicht einmal und selbst wenn, war es auch egal. Er strich sich über den mittlerweile viel zu lang gewordenen Bart, wirkte abwesend während er seinen Gedanken nachhing und sich fragte ob dem tatsächlich so war, ob er wirklich versuchte Yumi zu etwas zu zwingen. Versuchte er ihr irgendwas einzureden? Er drängte sie zu nichts oder? Ein leises Schmunzeln kam ihm über die Lippen als er bemerkte wie absurd seine Gedanken waren. Mittlerweile konnte er doch behaupten das Mädchen zu kennen. Zumindest einen Teil. Wie groß dieser Teil war, das war ihm nicht ganz klar aber er wusste, dass die Studentin sich zu nichts zwingen ließ. Alles was sie machte, das tat sie doch aus freien Stücken. Immerhin war sie frei, genoss doch diese Freiheit auch, warum sich also über so etwas Gedanken machen? Es war eigentlich auch unnötig und doch drehte sich sein Gedankenkarussell in letzter Zeit öfter und mehr und länger als er es von sich kannte. So war das, wenn einem etwas an Jemanden lag, wenn man Gefühle entwickelt hatte. Irgendwie wurde man dadurch unsicherer und sicher zugleich. Man war sich seiner Gefühle sicher, doch gleichzeitig waren da immer Zweifel. An sich selbst, an seinen Taten, an denen des Anderen. Aber egal an was er noch weiter dachte, es fiel ihm doch auf, wie unfair es war, gerade in diesem Moment. Darren schüttelte kaum merklich den Kopf, er sollte sich auf Alessa konzentrieren. Ihr seine Aufmerksamkeit schenken. In diesem Augenblick ganz allein, denn die Jüngere verdiente das auch. Vorallem wäre ihm sonst dieses teufliche Schmunzeln entgangen, das er gleich mit einem Grinsen erwiderte. „Das war es dann wohl mit erholsamen Nächten.“ Ein Seufzen drang aus seiner Kehle als Alessa diese Warnung ausgesprochen hatte. „Oder dem generell so leichten Leben..“ Wenn man zu jeder Zeit Acht geben musste, dass die Schülerin mit einem schwarzen Edding in der dunklen Ecke auf ihn wartete. Der angehende Schauspieler schmunzelte bei diesem Gedanken und auch darüber, dass sich die Blonde entsetzt darüber äußerte, dass Darren die Handynummer wohl erschlichen hat. Doch er konterte genauso überrascht und legte seine Hand auf seine Brust. „Das habe ich nicht!“, protestierte der Kerl und schüttelte als Untermalung noch seinen Kopf. „Sie hätte schließlich auch einfach Nein sagen können.“ Aber tatsächlich hatte er vor diesem Tag im Maisfeld auch selten darüber nachgedacht sie nach ihrer Handynummer zu bieten. Warum dem so war, das konnte er gar nicht recht beantworten. War es vielleicht die Tatsache, dass er immer noch etwas Abstand lassen wollte? Jemanden seine Handynummer zu geben, es war ja doch auch immer ein Schritt in eine Richtung, die Yumi so ganz und gar nicht wollte. Gut, manche wollten sie nur für Notfälle aber die meisten wollten damit doch auch einfach in Kontakt bleiben oder? Anrufen, schreiben.. wollten zugleich auch Antworten haben. Es war also nicht wirklich so, dass der Musiker sich nicht getraut hatte weil er etwa schüchtern war, es war viel mehr die Tatsache, dass er der Blonden diesen Freiraum lassen wollte.. aber jetzt hatte er sich auch schon wieder angenähert, war wieder einen Schritt auf sie zugegangen. Doch die Studentin schien das einfach nur zu ignorieren. Was man ignorierte, war schließlich nicht da. Meistens.. oft, wie auch immer. Als Darren der Jüngeren schließlich einen der Putzlappen in die Hände drückte, wenn sie schon mitgekommen war, konnte sie ihm doch bestimmt auch helfen, schien die allerdings weniger davon begeistert zu sein. Was er sich eh schon gedacht hatte, weshalb er sich auch ein Grinsen nicht verkneifen konnte als die junge Blondine protestierte. „Ja aber.. so geht das doch viel schneller!“ Der Musiker schob seine Unterlippe nach vorne und schmollte während Alessa sich ihm näherte und nochmal klar stellte, dass ausschließlich er sich hier um den Dreck kümmern sollte. Darren seufzte, auch wenn er natürlich nicht wirklich erwartet hatte dass sie ihm helfen würde. Immerhin hatte er sich dazu entschieden das hier alleine zu machen. Und wer wusste es schon, vielleicht hätte Yumi sich auch ganz einfach vor dieser Aufgabe gedrückt. Wie es auch Alessa von ihm erwartete, denn die schien auch mehr von dem alten Klavier begeistert, das natürlich auch gleich getestet werden sollte. Er schmunzelte und legte den Lappen in seinen Händen auch zur Seite. „Ich kann es mir kaum vorstellen.“, sagte der Kerl und schob die ersten Tische zur Seite, die wahrscheinlich einer der Professoren oder eher der Hausmeister hier zwischen gelagert hatte. Für schlechte Zeiten oder für was auch immer. Glücklicherweise waren die Tische leicht und somit hatte er es auch recht schnell geschafft den beiden einen Weg freizubauen. Darren legte seine Hand auf das Klavier und folgte mit seinen Fingern dem Muster des Holzes. Er liebte dieses Instrument. Hatte auch schon lange genug nicht mehr darauf gespielt und hoffte doch, dass er mit seiner Vermutung unrecht hatte. Er ging einmal außenrum und strich mit der Hand über den Hocker, der mit einer Staubschicht belegt war, bevor er sich hinsetzte und sich über den fehlenden Tastaturdeckel wunderte. Weshalb auch die Klaviertasten schon bessere Zeiten gesehen hatten. Überall waren Kratzer, Schmutz und auch Staub. Darren pustete darauf und schon wirbelte der Staub nach oben, weshalb er auch gleich husten musste. Der Dunkelhaarige legte seine Finger auf die Tasten und drückte sie nach unten, was dem Klavier auch gleich einen Ton entlockte. Tatsächlich funktionierte es noch. Es folgten mehr Töne, je mehr Tasten er drückte und ein Lächeln malte sich auf seine Lippen.




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    Cylie & Yumi | irgendwo in der Universität


    Als die ersten Worte die Lippen der blonden Studentin verließen, sie sich nachdenklich ans Kinn tippte, hob Cylie ihre Augenbrauen und schaute in ihre Richtung. Entdeckte dabei im Hintergrund auch einige ihrer Kommilitonen, die gemeinsam zur Universität liefen. Sie lachten und plauderten und kurz überlegte die Studentin ob sie eine gemeinsame Verabredung verpasst hatte, doch dann fiel ihr ein, dass sie die kleine Dame wahrscheinlich viel mehr vergessen hatten. Das passierte immer mal wieder, öfter als man dachte aber so war das eben. Die angehende Medizinerin vergaß man eben doch mal. Sie war nicht auffällig und das nicht nur weil sie nicht ganz so groß gewachsen wie war manch andere. Eigentlich störte es sie auch gar nicht, dass man sie außen vor ließ oder vielleicht redete sie sich das ein. Aber ob sie wirklich ein Teil von dieser Gruppe sein wollte, die immer mal wieder ein Stückchen davon einfach so vergaß, Cylie wusste es selbst nicht. Vielleicht sollte sie sich mehr ein Beispiel an Yumi nehmen, die einfach keinen Wert auf so etwas legte. Fast wäre ihr ein leises Seufzen über die Lippen gekommen, doch das Lachen der Anderen holte sie aus ihren Gedanken und sie stimmte gleich auch in das leise Lachen mit ein. Sie hob ihre Schultern und grinste, hielt sich gleichzeitig die Hand an ihre Stirn. „Ich weiß nicht.. es ist so schwer!“, seufzte sie laut als wäre es eine absolut lebenswichtige Entscheidung. „Beides?“ Der Zwillinge neigte den Kopf zur Seite während sie Yumi ansah, wandt den Blick jedoch ab als sie die Treppe zur Universität hinauf gingen, weil sie nicht auf die Fresse fallen wollte und wer Cylie kannte wusste auch, dass sie manches Mal ein doch ziemlich tollpatischer Mensch war. „Je nachdem was dich glücklicher macht.“, fügte sie hinzu und lächelte, blinzelte nochmal zu der blonden Schönheit neben sich ehe sie den großen Empfangssaal ihrer gefühlten zweiten Heimat betraten. Ja doch, manchmal hatte sie schon das Gefühl ihre Zeit hier öfter als im Wohnheim zu verbringen, weil die Vorlesungen ewig dauerten und die Bücher in der Bibliothek immer größer und dicker wurden. Als Yumi sich empört über eine der Aussagen der Brünetten äußerte, schmunzelte diese und verschränkte ihre Arme. Warf zuvor aber noch ein paar ihrer hellbraunen Strähnen über die Schultern als hätte sie einen wirklich guten Vorschlag gebracht und naja, wenn man die Geschichten der Blonden so hörte, war es ja auch nicht so abwegig oder? Das ehrliche Lachen der Psychologiestudentin erfreute das Mädchen und so konnte sie auch gar nicht anders als ebenso zu lachen. „Hm naja, vielleicht.“, gab sie zu und diesmal war sie es, die ihren Finger an Kinn lehnte und tatsächlich so wirkte als würde sie in diesem Augenblick genau an diesen bezaubernden Ausblick denken, den sie von der Tür des Büros aus gesehen hatte. „Ein Glück dass es dich sowieso nicht stört. Sonst wäre das ganz schön peinlich.“ Das Mädchen schmunzelte und löste ihre Haltung, warf Yumi noch ein Grinsen zu während sie durch die Hallen der Universität schlenderten, vorbei an unzähligen Studenten, die ihre Vorlesungssäle suchten. „Also legst du es darauf an?“ Ihre Schritte wurden langsamer, wahrscheinlich auch etwas unbeabsichtigt, weil die Unterhaltung und dieses Gespräch mit Yumi einfach wichtiger schien und auch schöner war als eine Vorlesung darüber, was im Kopf eines Menschen alles schief laufen konnte. „Jemand soll dir also die Entscheidung abnehmen weil du dich nicht traust eine zu treffen?“ Das Mädchen drehte ihren Kopf zur Seite und schaute zu Yumi, wartete auf eine Antwort und war sich bei dem Gesichtsausdruck der Anderen nichtmal sicher ob sie eine bekommen würde. „Ich hoffe es..“, murmelte die Studentin und hielt einen Moment inne ehe sie laut seufzte und die Arme nach oben streckte. „Ansonsten tu ich mir das ganze hier völlig umsonst an und weißt du wie verdammt anstrengend es ist?! Meine Güte, warum müssen Menschen überhaupt krank werden.“ Cylie freute sich zwar schon darauf, freute sich ihren Mitmenschen helfen zu können, ihr Leben zu retten und auch einfach zur Seite zu stehen aber es war noch ein wirklich langer Weg und manchmal da war sie sich eben nicht sicher ob sie den noch gehen wollte aber sie musste wohl einfach an das Ziel denken und nicht nur an die Hürden, die ihr noch bevor stunden. „Ich hätte noch ne Kleinigkeit essen sollen..“, bemerkte die junge Studentin und hielt ihre Hand an ihren Bauch, der gerade laut geknurrt hatte aber irgendwie war das an diesem Morgen oder eher Mittag auch untergegangen. „Wollen wir uns noch ne Kleinigkeit in der Mensa holen? Wir haben noch etwas Zeit.“ Cylie hatte einen kurzen Blick auf eine der vielen Uhren geworfen, die hier immer wieder irgendwo an den Wänden hingen. Damit die braven Studenten ja nicht vergaßen ihre Vorlesungen pünktlich zu besuchen. Damit es keine Ausreden gab und man sie für jede fehlende Minute bestrafen konnte. „Oder bin nur wieder ich die verfressene hier? Es sieht zumindest so aus..“ Sie schob ihre Unterlippe nach vorne und piekte der anderen in die Seite, hatte auch kurz überlegt ihr in den Bauch zu kneifen aber hielt sich dann doch zurück. Auf einmal horchte die angehende Ärztin auf als sie die Tasten und Töne eines Klavieres hörte. „Oh nein, sind wir im Musikerteil der Uni angekommen?“ Es klang fast ein bisschen panisch, als wäre dies ein schlimmer Ort, aber Cylie scherzte nur und schaute mit einem Grinsen aufmerksam um sich. Aber war ja doch klar, dass hier nicht einfach ein Klavier im Flur stand. Trotzdem hörte sich das Geklimper schön an. „Musikalische Untermalung als wären wir Teil eines Filmes.. kommt gleich das nächste Drama um die Ecke?“, scherzte die Brünette während die Musik mit jedem Schritt lauter wurde und sie scheinbar auch schnell den Ursprung dafür gefunden hatten. Oder zumindest Cylie, die ein paar Meter voraus gelaufen war, weil sie eben schrecklich neugierig war, und deshalb auch ihren Kopf in die Tür steckte, die da vorne ein bisschen offen stand. Also sie machte das natürlich diskret, platzte nicht gleich herein und wahrscheinlich war das auch besser so. Nicht nur in Hinblick auf das, was sie da gerade entdeckte aber das Hineinplatzen bei Yumi und ihrem Schnuckelchen reichte ihr erstmal. „Oha.. der ist ja auch noch begabt!“, rief sie der Blonden zu, jedoch sehr leise und sie hatte sich dabei auch etwas von der Tür weggelehnt. Als sie jedoch wieder in den Abstellraum oder was auch immer das darstellen sollte hinein schaute, hob sie überrascht ihre Augenbrauen und kniff ihre Augen etwas zusammen als würde sie dort etwas genaues erkennen wollen. „Gibt der Nachhilfe?“ Das blonde Mädchen, das da bei ihm war, wirkte irgendwie jünger.. aber vielleicht täuschte sich die Studentin da auch. „Nett von ihm.“

  • [Irgendwo in der Uni] Darren & Alessa


    Er wirkte mit einem Mal fast schon traurig. Ihre Worte schienen etwas in ihm bewirkt zu haben - schienen einen wunden Punkt getroffen zu haben auch wenn es nie die Absicht des Blondchens war. Genau genommen sollten ihre Worte den Druck aus der ganzen Sache zwischen ihnen nehmen. Druck, der eigentlich nicht da gewesen war weil sie es ohnehin stillgeschwiegen hatten bis der Lockenkopf es schließlich doch angesprochen hatte. Eigentlich sprach das für ihn als Menschen, bestätigte die Schülerin in ihrer Vermutung, dass Darren kein so übler Kerl war, wie man vielleicht vermutete wenn man ihre Geschichte so als Außenstehender betrachtete. In Hinas Augen war er ein Arschloch. Mehr als einmal hatte ihre Freundin den Studenten so bezeichnet. Vielleicht weil sie als Alessas Freundin fast schon zu ihr halten musste oder vielleicht weil sie ihn nicht so kannte wie Alessa es tat. Sie erhaschte einen Blick in seine Augen, bevor er sich abwandte - lediglich vereinzelte Worte über seine Lippen kamen. Im Grunde waren es ihre Worte, doch für ihnen schienen sie eine größere Bedeutung zu haben. Darren wirkte in Gedanken versunken - irgendwie abwesend. Wahrscheinlich ging gerade unheimlich viel in seinem Kopf vor. Früher wäre das Blondchen vielleicht beleidigt gewesen weil er ihr nicht die Aufmerksamkeit schenkte, die sie sich von ihm gewünscht hatte. Nun verstand sie es zum Teil - konnte zumindest erahnen um wen sich seine Gedanken drehten. Alessa legte den Kopf leicht schief und blinzelte in seine Richtung. Kurzerhand hob Alessa ihren Arm an, nahm sein Kinn zwischen ihren Daumen und Zeigefinger und hob so den Kopf des Studenten zumindest soweit an, dass er ihr in die Augen blicken musste. "Hör auf so ein Gesicht zu machen - das steht dir nicht..." Ihre Mundwinkel hoben sich und sie lächelte ihren Gegenüber an, als sie ihre Hand wieder zurückzog. Tatsächlich erschien spätestens dann ein Grinsen auf seinen Lippen als ihm der teuflische Blick der Schülerin auffiel als es um ihre süße Rache ging, die sie am Lockenkopf ausüben wollte. Auf seine Aussage hin war es an dem Blondchen misstrauisch ihre Augenbraue zu heben und ihn einen ganz speziellen Blick zuzuwerfen. "Was wäre der Unterschied zu jetzt?" Mit ihren Zeigefinger deutete sie auf den müden Ausdruck in seinem Gesicht - die Augenringe, die ihn verrieten. Zumindest schienen seine trüben Gedanke fürs Erste vergessen - vielleicht weil er es selbst so entschieden hatte - auf Grund seiner Fähigkeiten als Schauspieler dürfte das keine Schwierigkeit darstellen, richtig? Vielleicht hatte es die Schülerin aber auch irgendwie geschafft ihn auf andere Gedanken zu bringen. Zumindest gefiel Darren ihr so wesentlich besser als der Trauerkloß vor wenigen Augenblicken. Als er ihre Anschuldigungen bezüglich einer bestimmten Telefonnummer so vehement von sich wies, konnte Alessa nicht anders als zu lachen. "Naja ich weiß ja nicht..." kommentierte das Mädchen die Erklärung ihrer Begleitung und machte dabei den Anschein als würde sie sich das ganze Szenario noch einmal durch den Kopf gehen lassen. "Eine wirkliche Alternative gab es ja anscheinend nicht..." Erneut drang ein Lachen aus der Kehle der Jüngeren. Fand es fast schon süß wie sehr er ihre Anschuldigung von sich stieß. Fast so als schämte er sich dafür auf diese Weise an ihre Nummer gelangt zu sein. "Du hättest sie doch auch einfach fragen können wenn dir etwas an ihr liegt..." fügte die Blonde hinzu und biss sich im nächsten Moment auf die Unterlippe bevor sie schwer seufzte. Naja wahrscheinlich war es nicht immer so einfach wie man es sich wünschte. Sie konnte immerhin selbst ein Lied davon singen.

    Als Darren von ihr verlangte die Tische abzuwischen weil es so doch viel schneller ging rollte Alessa mit den Augen. Sein Hundeblick war zwar nicht von schlechten Eltern aber dennoch konnte sie ihm widerstehen wenn sie wollte. Das Blondchen hatte diese Masche schließlich erfunden - bekam dadurch auch fast immer was sie wollte. Jedoch war die Diskussion sowieso unnötig, da Beide im nächsten Moment von dem Klavier abgelenkt waren, welches hinter ein paar Tischen versteckt war. Es schien schon bessere Tage gehabt zu haben aber dennoch hatte es irgendwie einen altertümlichen Charme - wenn man so etwas mochte. Es dauerte nicht lange und der Student hatte sich zu dem Musikinstrument durchgekämpft, zweifelte dabei schon die Funktionsfähigkeit des Klaviers an. Als Darren am Hocker Platz nahm trat auch Alessa ein kleines bisschen an das Klavier heran, nahm auf einem der Tische daneben fast schon widerwillig Platz, weil alles hier so schmutzig war. Darren befreite gerade die Klaviertasten vom Staub, als eben jener Staub in der Nase der Schülerin kitzelte woraufhin diese niesen musste. Sie verzog ein kleines bisschen das Gesicht, kam jedoch gar nicht dazu sich zu beschweren weil der Student dem Klavier gerade den ersten Ton entlockte. Ihre Augen funkelten ein kleines bisschen. "Es funktioniert doch noch!" kam es fast schon begeistert über die Lippen des Mädchens weil sie selbst eigentlich nicht damit gerechnet hatte - immerhin wirkte es doch in die Jahre gekommen. Erst jetzt begutachtete sie die Handhaltung des Lockenkopfs - er entlockte dem Instrument nach und nach mehrere Töne - spielte sogar eine kleine Melodie als es ihr wie Schuppen von den Augen fiel. Die roten Augen des Mädchens wanderten über sein Gesicht. "Du kannst Klavier spielen!?" Eine Feststellung? Eine Frage? Wahrscheinlich beides. Was für Talente hatte der Dunkelhaarige bitte noch? Neugierig beäugte Alessa den Anderen, lehnte sich ein kleines bisschen in seine Richtung, nachdem sie ihre Beine übereinander geschlagen hatte. "Spielst du mir... etwas vor?" Erwartungsvoll sah sie den Studenten mit eben jenen berühmten Dackelblick an, dem niemand widerstehen kann. "Du weißt schon... die Liste!" erinnerte das Blondchen Darren sicherheitshalber noch einmal für den Fall das ihr Blick bei ihm nicht ausrechte als ein Kichern über ihre Lippen kam.



    [Irgendwo in der Uni ] Cylie & Yumi

    Cylie schien sich unsicher wie sie sich nun entscheiden wollte. Machte daraus auch gleich eine kleine Show als würde ihr weiteres Leben von dieser winzigen Entscheidung abhängen. Die Theatralik in den Gesten der Anderen amüsierten die Blonde. Ein Lachen drang aus ihrer Kehle und ein Grinsen blieb folgend auf ihren Lippen zurück, welcher aber nach und nach wieder verschwand als die Medizinstudentin ihre Entscheidung von Yumis Glück abhängig machen wollte. Sie senkte den Blick für einen Moment bevor sie ihn gedankenverloren durch den Eingangsbereich der Uni wandern lies, welchen die beiden Studentinnen gerade betreten hatten. Was würde sie glücklicher machen? Es war nicht das erste Mal das man ihr diese Frage stellte. Hatte nicht Darren selbst ihr diese Frage einmal gestellt? Oder war es Alex gewesen, der sie gefragt hatte ob der Schauspielstudent sie glücklich machte? Yumi zog ihre Augenbrauen zusammen um sich zu erinnern aber letztendlich gab sie auf. Es spielte keine Rolle von wem diese Frage ausgegangen war. Die Blonde war sowieso nicht in der Lage sie zu beantworten. Vielleicht war sie glücklich in seiner Nähe - vielleicht genoss sie diese Momente mit ihm sogar bis zu einem gewissen Punkt. Doch wenn dieser Punkt erreicht war wollte sie wieder für sich sein - erst Recht wenn Darren einen Schritt zu weit tat - sie mit seinen Gefühlen regelrecht erdrückte. Dafür musste er sie noch nicht einmal aussprechen. Aber wäre sie glücklicher wenn er sich zurückzog - komplett aus ihrem Leben verschwand? Yumi presste ihre Lippen aufeinander, lief neben der Kleineren her, deren Blick sie ab und an auf sich gespürt hatte. "Ich weiß nicht was mich glücklicher macht..." erwiderte die Blonde schließlich nach der Zeit des Schweigens. Sie hatte dabei mit den Schultern gezuckt. Eigentlich war sie zufrieden mit dem Leben das sie führte - sich einfach treiben zu lassen - das fühlte sich gut an. Nirgends zu viel zu investieren um letztendlich auch nicht viel verlieren zu können. Klang doch perfekt. Als angehende Psychologin hätten ihre eigenen Alarmglocken wohl bereits schellen sollen aber Yumi war unheimlich gut darin die Augen davor zu verschließen. Sie war fast froh darum, dass sie folgend wieder miteinander scherzten - von der Ernsthaftigkeit des vorigen Themas ablenkten. "Hmmh... dabei dachte ich du interessierst dich nur für Nicks Hintern..." Yumi schielte während sie die Treppen in das erste Stockwerk erklommen in die Richtung ihrer Begleitung und grinste sie an auch wenn ihr natürlich das kleine aber feine Kommentar des anderen Mädchens nicht verborgen geblieben war, welches wohl darauf anspielen sollte, dass sich Yumi sehr wohl daran störte wenn man Darren genauer unter die Lupe nahm. Zumindest schien Cylie fest davon überzeugt zu sein. Die angehende Psychologin kommentierte diese Anspielung nur mit einem Augenrollen. Am Besten hätte sie gleich weiter rollen sollen, denn das folgende Thema war nicht unbedingt das Lieblingsthema der Studentin. Man könnte es sich im Anbetracht ihrer Fehlzeiten wahrscheinlich schon denken. Yumi kommentierte die Vermutung der Brünetten mit einem Schulterzucken. "Irgendwie ja..." Ob es Angst war, die sie von einer Entscheidung abhielt war fraglich aber im Grunde traf es die Kleinere auf den Punkt. "Wenn ich es trotzdem irgendwie schaffe... passt das auch und wenn nicht kann ich mir immer noch überlegen was ich stattdessen machen will..." Sonderlich viele Alternativen hatte sich die Blonde natürlich nicht überlegt. Zumindest keine, die sie ernsthaft in Erwägung zog. Wer sagte schon das man in seinem zukünftigen Beruf die Erfüllung finden musste? Manche arbeiteten nur weil es ein notwendiges Übel war um Geld zu verdienen - das Leben zu führen, dass sie sich vorgestellt hatten. Wahrscheinlich konnte Cylie das nicht nachvollziehen. Sie gehörte definitiv in die Kategorie Mensch, die für ihren Job lebte. Als Mediziner war das wahrscheinlich einfach so. Vermutlich konnte man nur so wirklich gut in dem was man machte werden. Yumi schenkte der Anderen einen mitleidigen Blick als diese kurz davon erzählte wie anstrengend ihr Studium war. Gerade Medizin war wahrscheinlich alles andere als ein Zuckerschlecken. Yumi war fast schon froh darum, dass auch dieses Thema mit dem Rebellieren von Cylies Magen ein Ende fand. "Klar. Ich glaube ohnehin das sonst ein Weltuntergang vermutet wird wenn ich so früh in der Vorlesung aufschlage..." Unweigerlich war auch der Blick der Blonden in Richtung Uhr gewandert, welche die Beiden gerade passierten. Weil sie nicht mehr im Büro vorbei mussten hatten sich die Studentinnen einiges an Zeit gespart, die sie so auf jeden Fall besser nutzen konnten. Die Medizinstudentin piekste Yumi in die Seite woraufhin diese zusammenzuckte und ein mädchenhafter Laut ihrer Kehle entkam, weshalb sie sich schon im nächsten Moment die Hand vor den Mund schlug. Sie war sehr kitzelig und hatte keinesfalls mit dieser Attacke von der Seite gerechnet. Als sie die Hand wieder von ihrem Mund nahm musste sie ein wenig lachen aber verpasste der Kleineren einen sanften Schlag in ihre Seite um sie vor weiteren Angriffen dieser Art zu warnen. Jedoch kam Yumi gar nicht mehr dazu, da plötzlich eine Melodie an ihr Ohr drang - vereinzelte Töne - gespielt auf einem Klavier. Da Cylie offensichtlich zur der Kategorie der neugierigen Menschen zählte eilte sie schon ein kleines bisschen voraus um den Ursprung ausfindig zu machen. Die Blondine folgte ihr aber machte sich dabei nicht die Mühe ihren Schritt zu beschleunigen, schloss gemütlich zu ihrer Begleitung auf, die sie als sie um die nächste Ecke ging schon wieder an einer Tür spannend vorfand. "Langsam aber sicher halte ich dich wirklich für eine Spannerin..." Yumi hatte eine Augenbraue nach oben gezogen und musterte Cylie mit einem Grinsen auf den Lippen. Bei den folgenden Worten der anderen Studentin verschwand das Grinsen auf den Lippen der angehenden Psychologin aber auch schnell wieder. "Wer..." setzte Yumi schon ab aber konnte sich die Frage eigentlich schon selbst beantworten. Sie stand neben der Brünetten an der Tür als ihr Blick durch den Türspalt fiel und ihn dort am Klavier entdeckte. Ihre blauen Augen weiteten sich ein Stück weit, Als Cylie ihr folgend etwas zuflüsterte drehte auch Yumi ihren Kopf ein Stück weit und entdeckte dort das Mädchen aus dem Gasthof. Unweigerlich sah sie vor ihren innerlichen Auge wie ihre Lippen auf den seinen lagen - hörte die Worte, die er im Maisfeld an sie gewandt hatte. Prinzessin. Ein herablassender Laut kam über die Lippen der Blondine. "Ja Nachhilfe bestimmt..." Ihre Stimme hielt sie dennoch gedeckt - wollte immerhin nicht die Aufmerksamkeit der anderen Beiden auf sich lenken. "...nur nicht in Musik..." Yumi wandte ihren Blick ab, hörte wie seine Prinzessin ihn um ein Lied bat und verspürte dabei ein unbeschreibliches Gefühl in ihrer Brust, welches sich alles andere als gut anfühlte - welches sie lieber nicht gespürt hätte...

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Alessa | irgendwo in der Universität


    Der Student erwiderte nichts als er ihre Finger an seinem Kinn spürte, als sie einen Kopf sanft anhob und ihm ein Lächeln schenkte. Sein Blick wanderte über ihr hübsches Gesicht. Sie hatte Recht mit dem, was sie sagte. Vielleicht nicht unbedingt damit dass ihm dieser abwesende und vielleicht auch traurige Gesichtsausdruck nicht stand, dass er damit nicht gut aussah, darüber dachte der Schauspielstudent gar nicht nach und das konnten andere wahrscheinlich auch besser beurteilen als er, aber das Blondchen hatte Recht damit dass er aufhören sollte. Dass er seine Gedanken aufhalten sollte damit er nicht ständig darin verschwand. Schließlich war es unhöflich und auch alles andere als fair aber wahrscheinlich konnte es doch ein jeder Mensch nachvollziehen, denn manchmal gab es Situationen, Momente, Dinge, gewisse Personen, die einen einfach einnahmen und an die man viel öfter dachte als man es vielleicht wollte. Oder sollte. In seinem Fall war es eher letzteres immerhin hörte er Yumi immer wieder sagen, dass es keinen Sinn hatte, dass er aufhören sollte, dass er sich keine Hoffnungen machen sollte, da rein gar nichts so werden würde, wie er es sich vielleicht wünschte. Ein leises Schmunzeln verließ seine Lippen. „Entschuldige.“, sagte er schließlich, wuschelte dem jüngeren Mädchen durch das blonde Haar, erntete dabei einen weiteren bösen Blick und hob dann noch seine Schultern. „Vielleicht war ich dazu auch einfach zu schüchtern.“ Aber egal was für einen Grund es hatte, warum er nie wirklich die Chance ergriffen und nach ihrer Nummer gefragt hatte, es war auch nicht wirklich weiter wichtig oder? Immerhin hatte sich auch kaum etwas geändert. Eigentlich machte Darren sich nur noch mehr Gedanken, doch die schob er für den Moment auch erfolgreich beiseite, denn spätestens seit sie diesen vollgestellten Raum betreten hatte, war seine Aufmerksamkeit eh auf etwas anderes gerichtet. Jetzt vorallem auf das alte Klaiver, an das sich beide heran gewagt hatte. Ebenso überrascht aber mit nicht ganz so viel Eifer musterte auch er das Musikinstrument während er es sich auf dem kleinen Hocker bequem machte, seine Finger wieder von den Tasten nahm und schmunzelnd zu Alessa schaute. Diese schien etwas sehr begeistert von dem Fakt dass er musikalisch doch mehr begabt war als sie bis jetzt gewusst hatte. „Ein bisschen.“, antwortete der Dunkelhaarige auf ihre Frage. Ein bisschen war natürlich gut gesagt, spielte er immerhin schon einige Jahre und eigentlich auch schon sein ganzes Leben. Jedoch lange nicht so oft wie er an seiner Gitarre spielte, die ließ sich dann doch ein bisschen leichter herum tragen oder im Wohnheim verstauen als ein Klavier. Darren hob seine Augenbrauen. „Das kommt jetzt aber plötzlich..“ Ein Seufzen kam ihm über die Lippen, er schien fast schon etwas gestresst und überfordert von der lieben Bitte, die die Blonde ausgesprochen hatte. Dabei mimte er aber nur den Schauspieler, legte seine Finger wieder auf die weißen und schwarzen Tasten, konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen als Alessa versuchte ihn mit ihrer imaginären Liste beinahe schon zu erpressen. Der Musiker hatte seinen Kopf erst wieder in Richtung des Instrumentes gedreht, sich darauf konzentriert, die einzelnen Tasten angesehen und den Schmutz darauf weggewischt. Schon während seiner kleinen Melodie hatte er bemerkt, dass einige Tasten nicht mehr ganz so stimmten, nicht den korrekten Ton spielten aber wahrscheinlich bemerkte das ein Laie nicht einmal. Der Kerl räusperte sich, setzte sich aufrecht auf den kleinen Hocker und drückte eine der vielen Tasten hinunter. „Ich.. habe ein Musikstück im Kopf.“, begann er, stimmte den nächsten Ton an und ein Lächeln malte sich auf seine Lippen ehe er wieder zu Alessa schaute, die ihn mit ihrem süßen Hundeblick wahrscheinlich überzeugen wollte, was ihn nur ein leises Lachen kostete. Wortlos studierte er die Gesichtszüge des Mädchens während seine Hände sich kurz zu lockeren Fäusten ballten. Langsam ließ er seinen Kopf sinken, sein Blick wanderte über die Klaviertasten und auch seine Schultern sanken wieder etwas. „Aber das..“ Es galt nicht ihr. Es galt nicht Alessa. Seit er auf das Klavier in diesem schmutzigen Kämmerchen aufmerksam geworden war, spukte dieses Lied in seinem Kopf. Generell erinnerte er sich oft an Songtexte, sprach und sang sie in seinem Kopf, passend zu so manchen Situationen und dieses Lied hatte sich irgendwie dort oben festgesetzt. Vorallem wenn er an Yumi dachte. Der Musiker schloss seine Augen bevor er tief Luft holte, nicht mehr auf eine Antwort oder einen Einwand oder sonstige Wünsche des Blondchens wartete sondern spielte. Er begann dieses Lied zu spielen, das Lied das er schon so lange im Kopf hatte, dessen Text einfach passte. Es sagte wahrscheinlich mehr als er je aussagen konnte, zumindest in diesem Moment und vielleicht trauerte er ein bisschen, dass er es Yumi nicht selbst vorspielen konnte. Darren öffnete seine Lippen, nur ein paar Sekunden lang war es nur das Klavierspiel gewesen, welches man in diesem kleinen Raum in der Universität gehört hatte, doch jetzt hörte man auch seine dunkle Stimme. Und wo sie am Anfang des Musikstückes noch klar war, er jedes Wort deutlich aussprach, so verlor er mit der Zeit die Kraft dafür. Seine Stimme wurde zittriger und doch traf er weiter jeden Ton. Nicht nur mit seiner Stimme, auch mit seinen Fingern spielte er das Stück perfekt. Doch es war ihm kaum möglich die Gefühle, die er in sich trug, auch für sich zu behalten. Er legte sie in diesen Moment, in dieses Lied, in diesen Text. Seine Stimme sagte weitaus mehr als sie zum besten gab. Es schlich sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen, mehrmals, als genau diese einen Worte fielen, die in manch anderen Ohren so verboten waren. Vielleicht war es die Tatsache dass er sie aussprach ohne dass diese bestimmte Person in der Nähe war, ohne dass sie diese hören konnte. Waren sie dann überhaupt noch so verboten? Und selbst wenn, war es doch im Grunde auch einfach nur ein Songtext oder? Nichts, was er selbst geschrieben hatte. Und trotzdem kam es aus seinem Herzen, weshalb er verstummte. Ob das Lied schon zuende war, ob er mittendrin aufgehört hatte, er wusste es selbst nicht. Doch was er wusste, was er spürte war, dass sich Tränen in seinen Augen gesammelt hatten. Die langsam über seine Wangen nach unten wanderten, von seinem Kinn auf die Klaviertasten tropften als er seine braunen Augen wieder öffnete und einfach nach unten starte. Sein Mund stand ein Stückchen offen während er leise atmete. Nannte man das jetzt einfache Hingabe, die Liebe zur Musik oder war es weitaus mehr? Darren wollte etwas sagen, doch fand auch nicht die richtigen Worte. Stattdessen hob er seine Hände, legte sie auf seine nassen Augen und stützte seine Arme auf seine Knie nachdem er ein Stückchen nach hinten gerückt war. Es war ruhig, man hörte nichts, das Klavier war verstummt und genauso seine Stimme. Warum er weinte? Weil das Musikstück es so verlangte? Weil es emotional war, weil man als Musiker seine Gefühle immer irgendwo mit reinbrachte? Weil es anders gar nicht möglich war ein wirklich guter Musiker zu sein? Es war weit mehr und das war ihm klar, das wusste er. Es war der Gedanke an Yumi, den Schmerz den er fühlte, das Wissen darum dass seine Worte sie einfach nicht erreichen wollten. Jetzt nicht, in diesem Augenblick sowieso nicht aber auch generell wenn sie sich begegneten. Darren konnte sagen, machen, ihr versprechen, ihr erklären was er wollte aber was genau, wie viel davon, kam eigentlich überhaupt bei der hübschen Studentin an? Was wollte sie davon überhaupt an sich heran lassen? Was.. konnte sie an sich heran lassen? Es waren alles Fragen, die er sich nicht beantworten konnte, mal wieder nicht sollte, weil es ihn doch eigentlich gar nichts anging. Weil er in ihrem Leben ja gar keine große Rolle spielte. Vielleicht nur eine kleine Nebenrolle. Jemanden, den man ersetzen konnte, wenn er nicht mehr wollte aber da lag auch das Problem. Darren wollte das, er wollte Yumi. So, wie sie war. Auch, wenn eben die das nicht glauben konnte und all seine Gefühle nur belächelte. Aber es war auch egal was sie dazu sagte, was sie machte, denn es gab nichts was ihn umstimmen konnte. Nichts was seine Gefühle minderte, gar ausradierte. „Mitreißend.“, flüsterte er schließlich, schmunzelte dabei, wischte sich mit den Fingern über die Augen und hob seinen Kopf an ehe er in die roten Augen der Anderen blickte.




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    Cylie & Yumi | irgendwo und irgendwie bei Alessa & Darren in der Universität


    Beinahe wäre der Kleineren ein lautes Seufzen über die Lippen gekommen obwohl es ihr eigentlich auch gar nicht zustand. Immerhin konnte sie nicht in diesen hübschen Kopf hinein sehen und Yumi schien generell jemand zu sein, der sich vielleicht doch mehr Gedanken um etwas machte, wie sie vielleicht zugeben wollte. Aber vielleicht hatte Cylie auch einfach einen falschen Eindruck, den der trügte ja auch gerne einmal, vorallem kannte sie die Andere auch noch nicht allzu lange aber es war doch schon auffällig, wie oft die Blonde abwesend schien. Oder aber sie betete einfach still in ihrem Kopf dass die Studentin einfach mal ihre Klappe hielt, leise war und wenn möglich ganz schnell das Weite suchte. Aber wenn ihr Cylie auf die Nerven ging, würde sie das ja hoffentlich auch sagen oder? So etwas traute sie Yumi dann doch zu und musterte das Mädchen aus den Augenwinkeln heraus, sagte aber nicht weiter mehr dazu. Bei diesem Thema konnte ihr wahrscheinlich auch niemand helfen. Sie musste schon selbst herausfinden was sie glücklich machte und meist passierte so etwas doch auch in Augenblicken, in denen man absolut nicht damit rechnete oder? Fast ein bisschen wie im Film! Cylie grinste etwas und ihre Augen weiteten sich im nächsten Moment als Yumi von Nicks Hintern sprach. Erst wollte sie etwas dazu erwidern, dann aber schlossen sich ihre Lippen wieder und sie wirkte so als würde sie kurz nachdenken. Tatsächlich hatte sie ja sowieso null Interesse an dem bärtigen Studenten, war er ja doch nicht so ganz ihr Typ und Yumi hatte auch Recht mit dem, was sie sagte. Denn momentan interessierte sie eigentlich nur ihr bester Freund aber wer wusste schon, ob sich das irgendwann noch änderte? Ändern musste? Eigentlich wollte sie gar nicht länger darüber nachdenken, war schon froh wenn sie ein paar Sekunden mal nicht an Nick dachte, dem sie erstmal eine Standpauke halten würde, wenn er sich irgendwann mal wieder meldete. Aber vielleicht war die Zeitverschiebung zu Kanada einfach zu groß. Cylie hob ihre Schultern. „Naja, ist auch irgendwie ein Weg.“, erwiderte sie schmunzelnd als die Studentin zugab, dass sie es doch irgendwie darauf anlegte von der Uni geschmissen zu werden. „Frag einfach ein paar der Typen hier nach Geld, bin mir sicher die geben dir gerne was.“ Der Zwilling versuchte einfach das Thema ein bisschen aufzulockern, wollte nicht dass es zu ernst wurde, immerhin wirkte die Blonde jetzt schon nicht ganz so einverstanden damit. „Oder du modelst!“ Ihre Augen glänzten für einen kurzen Moment ehe sie dann lachte, obwohl es gar nicht so abwegig war. Also zumindest in der Hinsicht dass Yumi eine wunderschöne Frau war, ob sie das Zeug dazu hatte sich wirklich als Model zu schaffen, dazu hatte Cylie wirklich zu wenig Ahnung von dem Thema aber sie war sich auch sicher, dass die andere da gar kein großes Interesse hatte. Daher rückte das auch schnell wieder in den Hintergrund, genauso wie die Tatsache, dass sie eigentlich Hunger hatte und die beiden gemeinsam noch schnell an der Mensa vorbei gehen wollten. Denn die hübsche Melodie, die an das Ohr der Studentin drang, war dann doch interessanter und beanspruchte auch ihre ganze Aufmerksamkeit. Auf den Kommentar der Studentin hin grinste die Brünette und sah Yumi dann auch überrascht an. „Oh.. jetzt erst?“, erwiderte sie flüsternd als wäre es doch längst schon klar, dass spannen zu ihrem liebsten Hobbys gehörte. Aber wahrscheinlich wirkte es wirklich so, wenn man daran dachte, dass sie gerade wieder an einer Tür stand und lauschte. Nicht dass sie das beim letzten Mal mit Absicht getan hatte, also lauschen, diese.. bestimmten Geräuche wollte sie eigentlich gar nicht hören, aber in ihrem Kopf waren es zunächst eh erstmal Geister gewesen und vorrangig waren ihr ja auch die polternden Geräusche aufgefallen.. keine anderen! Ein Lächeln malte sich auf ihre Lippen und sie tastete zur Seite, berührte den Oberarm der anderen und sie klopfte aufgeregt aber auch vorsichtig ein paar Mal daran. „Ich glaube er spielt gleich was! Warte.. spielt er ihr was vor?!“ Das Mädchen richtete sich auf und hob ihre Augenbrauen, musste auf den Kommentar der anderen doch leise lachen und hielt sich die Hand vor den Mund. „Er hat es wohl gerne in kleinen Räumen.“ Immerhin wäre es jetzt ja nicht das erste Mal. Cylie atmete ein, wollte gerade noch etwas sagen als sie sich an Yumi wandt aber behielt ihre Worte für sich, merkte dass da etwas nicht stimmte. Ihre Hand lag noch am Arm der Studentin. „Willst du..“, begann sie, wurde dann aber unterbrochen, mehr oder weniger, denn der Typ im Inneren des Raumes begann tatsächlich zu spielen und Cylie konnte nicht anders als ihm zuzuhören. Also aktiv zuzuhören, schließlich standen die beiden direkt vor besagtem Raum und konnten daher gar nicht wirklich weghören. Cylie zog ihre Hand zurück. Irgendwie änderte sich die Stimmung da drin oder? Je mehr der Kerl spielte und vorallem mit jedem Wort mehr, das ihm melodisch über die Lippen kam. Es war recht schnell klar wem dieses Lied eigentlich galt. Und auch als nicht wirklich musikalisches Mädchen bemerkte sie doch auch, dass es ihm schwer zu fallen schien, nicht auf der Stelle loszuheulen. Man merkte es an seiner Stimme und sie wusste daher auch nicht so recht ob sie beeindruckt sein sollte, dass er doch bis zum Ende spielte oder ob sie es belächeln sollte, dass er überhaupt Tränen vergoss. Denn schließlich als das Klavier verstummte, genauso wie er, versteckte er sein Gesicht hinter seinen Händen und Cylie wandt den Blick von dem Schauspiel ab, konnte aber aber auch nicht zu Yumi schauen. Stattdessen drehte sie sich einfach herum und wollte sich an die Tür anlehnen um durchzuatmen. Doch irgendwie dachte ihr hübsches Köpfchen nicht mit. Schließlich war die Tür nicht ganz geschlossen, hatte sie gerade selbst ja noch durch den Türspalt geschaut und so kam es, wie es in ihrem tollpatschigem Leben eben kommen musste, dass die Tür mit einem Mal aufschnellte und Cylie in den Abstellraum polterte. Also fast, sie fing sich noch im letzten Augenblick und landete somit nicht auf dem Boden, was in der Situation aber wahrscheinlich auch gar keinen großen Unterschied gemacht hatte. Zwei überraschte Augenpaare schauten sie an und was Yumi jetzt gerade machte und von ihr hielt oder was sie mit der Kleineren machen wollte, daran wollte Cylie gar nicht recht denken. Stattdessen machte sie einen Schritt zurück und hob verteidigend ihre Hände. „Ähm.. sorry, ich.. wir.. das war wohl die falsche Tür.“

  • [Irgendwo in der Uni ] Cylie & Yumi - Yumi rennt weg


    Wie auch immer Cylie über das Thema dachte - sie behielt ihre Gedanken für sich. Sie machte ihre keinen Vorwurf oder verurteilte die Blonde für diesen doch sehr leichtfertigen Umgang was ihr Studium anging. Zumindest hatte es den Anschein das dem so war. Vielleicht spielten sich in ihrem Köpfchen doch ganz andere Dinge ab. Manchmal war es vielleicht ganz gut das man nicht die Fähigkeit besaß Gedanken zu lesen, oder? Zumindest schien Cylie niemand zu sein, der Menschen schnell aburteilte. Nicht so offensichtlich wie es Andere gerne taten. Vielleicht hatte sich Yumi diese Meinung zu dem Mädchen neben sich zu schnell gebildet aber die Brünette war irgendwie... anders. Es war so unkompliziert mit ihr - so schien es zumindest. So war der Eindruck, den die Studentin von ihrer Begleitung hatte. Vielleicht war es letztendlich dieser Eindruck, der dazu führte, dass sie überhaut erst über diese Dinge mit ihr sprach. Für Gewöhnlich hüllte sich die Blonde doch wesentlich lieber in Schweigen - tänzelte um die Fragen ihres Gegenübers herum um auch ja nicht zu viel von sich selbst Preis zu geben. Dadurch machte man sich angreifbar. Dadurch machte man sich verletzlich. Yumi war froh darum, dass das Thema sich gewandelt hatte - es weniger schwer wurde. Offensichtlich entlockte sie der angehenden Medizinerin auch ein Grinsen als es um den Hintern eines gewissen Jemand ging. Ein gedankenverlorenes Grinsen. Yumis Blick wanderte über das Gesicht der Anderen. Auch wenn sie schwieg konnte man ihre Gedanken beinahe hören. Vielleicht war es nicht fair das Gespräch in eine Richtung zu lenken, die von ihren Dingen ablenkte - vor allem mit dem Wissen, dass das neue Thema doch sehr aufwühlend für Cylie war. Sie erwiderte nichts darauf. Vielleicht dachte sie genauer über ihre Worte nach - vielleicht dachte sie wieder über unnötige Dinge nach - suchte die Schuld an der ganzen Misere am Ende wahrscheinlich bei sich. So ein Mensch schien die Brünette durchaus zu sein und Yumi hoffte fast schon ein kleines bisschen, dass ihr die bittere Erfahrung einer Enttäuschung erspart blieb - das sie ihre naive Art auf das Thema Liebe zu sehen beibehalten konnte. Dennoch blieben die Lippen der Studentin stumm während sie neben der Anderen herging, ihren Blick wieder abgewandt hatte. Ein leises Lachen drang aus der Kehle der Blonden als Cylie ihr folgend vorschlug doch einfach irgendwelche Kerle um Geld zu bitten. "So verzweifelt bin ich dann doch noch nicht..." Auch den folgenden Vorschlag der angehenden Ärztin kommentierte Yumi erst nur mit einer hochgezogenen Augenbraue und einem ziemlich eindeutigen Blick. Da Cylie jedoch ohnehin schon vorher lachen musste war es wohl für alle Anwesenden klar, dass Modeln keine Option war. Nicht für Yumi. Sie hatte definitiv kein Interesse daran wie ein Modepüppchen über den Laufsteg zu laufen. Das war nicht ihr Ding. Würde es wahrscheinlich auch nie werden.

    Schon bald hatten sich die beiden Studentinnen vor der Tür eingefunden, hinter der offensichtlich Jemand am Klavier übte. Vielleicht hätte sie es bereits ahnen können wer sich dahinter verbarg. Von all den Menschen die hier studierten musste es ausgerechnet er sein, der an diesem Klavier saß und seiner süßen Prinzessin schöne Augen machte. Natürlich musste es so kommen. Es war wieder einmal so als würde das Leben ihr den Mittelfinger entgegen strecken. Ein Seufzen kam über die Lippen der angehenden Psychologin. Alleine wäre sie wahrscheinlich gar nicht erst an dieser Tür gelandet. Alleine hätte sie spätestens bei dem Anblick, der sich durch den Türspalt bot kehrt gemacht. Alleine wäre sie realistischerweise gar nicht erst in der Uni. Was genau war es also was sie daran hinderte ihren Weg zu gehen? War es die andere Studentin, die ihren Blick offensichtlich nicht abwenden konnte - ihre Neugierde befriedigen wollte? Nein. Was war es dann? Als die Brünette auf ihren Oberarm klopfte um die Aufmerksamkeit Yumis wieder auf das Geschehen zu lenken wanderte der Blick der Blonden zwischen Darren und dem jüngeren Mädchen hin und her. Sie wirkten vertraut miteinander. Irgendwie harmonisch. Ihre Augen weiteten sich ein wenig als Cylie das Offensichtliche schließlich aussprach. Er spielte seiner Prinzessin etwas am Klavier vor - widmete ihr ein Lied. Er entlockte dem Musikinstrument wunderschöne Klänge. Vielleicht hätte sie die Situation sogar genossen wenn sie anders Zustande gekommen wäre. Irgendwie. Sie spürte Cylies Blick auf sich aber antwortete ihr gar nicht. Spürte nur wie ihre Hand auf ihrem Oberarm lag. Fast so als brauchte sie Trost. Weswegen? Es ging ihr gut. Das war es doch was sie immer gewollt hatte. Das er weitermachte. Sie senkte den Blick. Sah nicht länger hin aber entkam doch nicht dieser wunderschönen Melodie. Schon im nächsten Moment erklang seine Stimme, jagte ihr einen wohligen Schauer über den Rücken - im Grunde durch den ganzen Körper. Es war ihr nicht länger möglich sich abzuwenden - ihren Weg fortzusetzen. Seine Stimme - erst so tief und klar - mit jedem Wort, welches über seine Lippen kam schien sie mehr zu zittern. Tatsächlich wirkte es nicht unpassend. Genau genommen passte es zu den Worten - zu dem Lied - zu der Melodie. Sie hob ihren Kopf wieder an als ihr vielleicht klar wurde, dass es darin vielleicht nicht um dieses Mädchen dort ging. Vielleicht... Ihre Augen weiteten sich, huschten erneut zwischen der Blonden und ihm hin und her als ganz bestimmte Worte über seine Lippen kamen. Ein Teil des Liedes. Nur ein Songtext. Mehr nicht. Richtig? Und dennoch schlug das Herz in ihrer Brust unweigerlich einen Takt schneller. Ihre Gedanken kreisten. So viele Fragen - unmöglich eine passende Antwort zu finden. Er verstummte und das Klavier mit ihm. Erst als er sich mit der Hand über die Augen wischte bemerkte Yumi das sich auch in ihren Augen Tränen gesammelt hatten. Sie blinzelte sie weg noch bevor sie ihren Weg finden konnten - noch bevor Cylie sich ihr zuwandte. Der Kloß, der ihre Kehle zuschnürte blieb. Es blieb keine Zeit das zu verarbeiten. Es blieb keine Zeit sich abzuwenden, denn die brünette Studentin hatte sich anscheinend unglücklich gegen die Tür gelehnt, wodurch diese mit voller Wucht aufschlug. Yumi war viel zu geschockt um auch nur in irgendeiner Form zu reagieren. Glücklicherweise fing sich ihre Begleitung jedoch ganz schnell wieder und stammelte Worte, die bei der Blonden gar nicht erst ankamen. Wahrscheinlich waren sie ohnehin viel mehr an die zwei Personen gerichtet, die sie überrascht musterten. Unweigerlich begegnete ihr Blick den seinen noch bevor sie sich ohne ein Wort zu verlieren abwandte und mit schnellen Schritten den Gang hinunter eilte. Zur Vorlesung? Nicht wirklich. Sie wollte einfach nur weg. Raum zwischen sich und all das bringen obwohl ihre Gedanken viel zu laut waren um davor wegrennen zu können. Gedanken die sie eigentlich gar nicht haben sollte, die aber doch da waren - unbestreitbar. Sie war überfordert mit dem was gerade passierte. All die Informationen prasselten auf die Studentin ein und machten es unmöglich ihr Leben so unbeschwert weiter zu führen wie sie es gerne hätte. Sie nahm all das um sich herum gar nicht war - sie eilte einfach durch den Gang ohne wirklich ein Ziel zu haben. Welch passende Metapher für ihr ganzes Leben. Immer noch hörte sie die Klänge, die er dem Klavier entlockte - seine Stimme - diese Worte. Die Tatsache, dass sie wieder bei ihm war. Seine Prinzessin.



    [Irgendwo in der Uni] Darren & Alessa


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    Er wuschelte ihr entschuldigend durch die Haare, wofür der Lockenkopf folgend gleich einen bösen Blick seitens des Blondchens erntete. Alessa zögerte keine Sekunde um auf ihrem Kopf wieder für Ordnung zu sorgen. Immerhin wollte sie hier nicht so wie ihre Begleitung herumlaufen. Ihre schlanken Finger glitten durch ihre blonden Haare und spielten ein wenig mit der Strähne, die sich dank des Studenten verirrt hatte bevor Alessa sie ebenfalls hinter ihr Ohr strich. Noch immer spürte sie seine Berührung auf ihrem Kopf. Irgendwie vertraut und doch ungewohnt im Anbetracht der Tatsache, dass sie eine gewisse Vorgeschichte hatten, die nicht allzu weit in der Vergangenheit lag. Erst nach einer Weile sah sie wieder zu Darren auf, sah ihn mit ihren roten Augen an. "Entschuldige dich nicht ständig..." kam es folgend über ihre Lippen ohne das sie den Schauspielstudenten aus den Augen lies. "Sonst kann ich sie irgendwann nicht mehr ernst nehmen." Ihre Wangen plusterten sich ein kleines bisschen auf bevor sie sich wieder abwandte und ihren Blick über den Campus schweifen lies. Es war absurd, dass sie sich hier irgendwie einsam fühlte, oder? Irgendwie nicht vollständig wenn Hina nicht bei ihr war. Dabei war sie gerade nicht einmal allein - hatte Darren an ihrer Seite - unterhielt sich mit ihm - lachte mit ihm. Sie genoss seine Nähe. Das tat sie wirklich. Aber mit ihr war es etwas anderes. Beinahe wär ihr ein Seufzen entglitten aber stattdessen schluckte das Blondchen es hinunter und betrat mit dem Studenten die Uni. Sie belächelte seine Vermutung, dass er vielleicht doch zu schüchtern war um nach der Telefonnummer seiner Angebeteten zu fragen. Darren war nicht der schüchterne Typ. Da war sich Alessa ziemlich sicher auch wenn sie einander jetzt vielleicht nicht sooo gut kannten. Es passte nicht zu ihm. Ganz sicher erweckte die Person, der er sein Herz geschenkt hatte Zweifeln in ihm, so wie es doch im Grunde normal war aber schüchtern war definitiv das falsche Wort.

    In diesem komischen Abstellraum angekommen, der aussah als hätte hier seit Jahren niemand mehr Staub gewischt oder überhaupt einen Fuß hereingesetzt, wurden die Beiden doch fündig. Zumindest schien nicht alles Schrott zu sein in diesen vier Wänden. Das Klavier, an welches sich der Dunkelhaarige im nächsten Moment setzte war zwar in die Jahre gekommen aber anscheinend funktionierte es einwandfrei. Zumindest sofern Alessa das beurteilen konnte. Sie war kein musikalisches Talent wie ihr Bruder. Überhaupt nicht. Dennoch konnte sie sich für Musik begeistern. So machte sie in vielen Fällen doch alles irgendwie zumindest ein kleines bisschen besser, oder nicht? Zweifelnd sah das Mädchen den Studenten an als er mit sich zu hadern schien ob er ihre Bitte nun nicht vielleicht doch ausschlug. Aus welchem Grund auch immer. Dennoch entlockte er dem Klavier immer wieder einen Ton nach dem nächsten. Fast so als testete er erst ob es überhaupt möglich war darauf ein Lied zu spielen. Seine Worte kamen nur in Bruchstücken über seine Lippen als kämpfe er gegen irgendetwas an. Ihr Blick ruhte auf seinem Gesicht - studierten es als können sie so eben jene Gedanken erraten, die ihn plagten. Alessa kam jedoch gar nicht mehr dazu ihre Bitte zurückzunehmen - die Gefühlsregung in seinem Gesicht zu hinterfragen. Aus einzelnen Tönen wurde ganz schnell eine Melodie und folgend ein Lied. Es dauerte nicht lange da wurde eben jene Melodie von seiner Stimme begleitet. Überrascht weiteten sich die Augen der Schülerin als nach und nach Worte über seine Lippen kamen. Seine tiefe Stimme untermalte die sanften Klänge des Klaviers - ergänzten sich nahezu perfekt. Auch das Zittern in seiner Stimme wirkte überhaupt nicht unpassend. Sie konnte ihren Blick nicht abwenden. Das Schauspiel vor ihr war irgendwie einnehmend. In seinem Gesicht spiegelten sich so viele Gefühle. Trauer. Schmerz. Glück. Liebe. Alles auf einmal. Ein Lächeln erschien auf seinen Lippen. Doch es wirkte irgendwie traurig. Und irgendwann bemerkte Alessa das er weinte. Einige Tränen über seine Wangen rollten noch bevor er aufgehört hatte zu spielen - noch bevor das Klavier verstummte wie auch seine Stimme. Wie ein Häufchen Elend saß er dort. Eingebettet von der Stille, die ihn umgab. Erst als er sich die Tränen beiseite wischte und seinen Kopf wieder anhob ihren Blick begegnete und folgend eine doch sehr dürftige Erklärung folgte setzte sich Alessa in Bewegung und umarmte ihn. Ohne wirklich darüber nachzudenken schlang sie ihre Arme um den Oberkörper des Anderen und verharrte sie einen Moment. Gerade als sie sich von ihm lösen wollte schlug die Tür zu dem Raum auf in dem sie sich gerade befangen. Fast schon automatisch schnellte ihr Blick in die Richtung der beiden Studentinnen, die in der Tür standen. Während eine offensichtlich damit kämpfte nicht auf die Schnauze zu fallen und folgend dieses Missgeschick erklärte stand die Andere einfach nur da bevor sie verschwand. Es war sie. Es war das Mädchen dem dieses Lied galt, nicht wahr? Alessa hatte sie erst einmal gesehen und doch erinnerte sie sich an die Blondine. Darren saß immer noch wie angewurzelt auf dem Hocker vor dem Klavier - starrte an jene Stelle an der sie bis vor wenigen Sekunden noch gestanden hatte aber setzte sich nicht in Bewegung weshalb Alessa ihn am Arm packte und nach oben zog. Erst jetzt hatte sie wieder seine Aufmerksamkeit. Zum Teil zumindest. Er wirkte immer noch neben der Spur - unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. Die roten Augen der Schülerin wanderten über sein Gesicht - hielten den Blickkontakt zu ihm aufrecht. "Geh..." kam es knapp über die geschminkten Lippen des Blondchens während sie die Augenbrauen zusammenzog. "Das Lied..." sie zögerte - entzog sich kurz seinem Blick bevor sie fortfuhr. "...es war doch für sie, richtig?" Erst jetzt fand sie wieder die Kraft ihn anzusehen. "Also lauf ihr nach..."

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | irgendwo in der Universität


    Das Musikstück, das er gerade auf dem alten Klavier in diesem vollgestellten Raum gespielt hatte, die Melodie die er dem Instrument entlockt hatte in dem er auf die verschiedenen weißen und schwarzen Tasten getippt hatte, es war schon längst wieder zuende. Es war still, man hörte nichts, nur das leise Atmen der beiden Anwesenden. Noch für einen kurzen Augenblick lagen seine Finger auf den Klaviertasten ehe er sie an sein Gesicht legte, sie dadurch ebenfalls mit Tränenflüssigkeit benetzte. Darren atmete einmal tief ein, wieder aus und schloss seine braunen Augen wieder als er seine Finger darauf legte. In seinem Kopf spielte die Musik weiter, ganz leise noch hörte er das Lied, gespielt auf diesem Klavier. In seinem Kopf wiederholte er die Worte, manche ganz bestimmte Passagen und konnte nicht anders als hinter seinen Händen zu lächeln weil es verrückt war, wie gut der Text doch passte. Als wäre es aus seiner Feder und doch war es nicht so. Doch es war gleichermaßen schön, denn es gab mehr Menschen, die sich so fühlten wie er. Die in dergleichen oder zumindest einer ähnlichen Situation steckten. Schließlich war nicht alles gleich, alles war irgendwie anders und während wahrscheinlich viel mehr Menschen sagen würden dass es dämlich war, merkwürdig und sinnlos was er hier machte, was er mit seinen Gefühlen machte, so wusste er doch dass es genauso viele Menschen gab, die ihm zur Seite stehen würden. War eine davon Alessa? Der Student sah wie sie sich bewegte, wie sie von dem kleinen Tisch hüpfte und ihm näher kam, ihn schließlich in ihre Arme schloss. Kurz hatte er den Blick ihrer Augen erhascht und dennoch unsicher was er darin erkannt hatte. Es war wieder nicht fair oder? Das war es ganz und gar nicht. Das Herz des Mannes wurde schwer, schwerer als es eh schon war und er öffnete seinen Mund wieder einen Spalt, suchte derweil die passenden Worte, die es doch irgendwie auch gar nicht gab oder? Ein weiteres Mal hatte er das junge Mädchen hinten an gestellt, hatte jemand anderen vorgezogen, irgendwie, mit diesem Klavierstück, obwohl er sich stumm doch geschworen hatte, das nicht zu tun. Weil Alessa das nicht verdiente, weil sie ein wirklich toller und guter Mensch war, der genauso Aufmerksamkeit verdiente und der Musiker konnte verstehen wenn sie sauer und wütend war und hätte es auch verstehen können, wenn sie aufgestanden und gegangen wäre. Aber trotz dieser Tatsache, dass er kein Lied für sie gespielt hatte, dass er es Yumi gewidmet hatte, die nicht einmal in der Nähe war, trotzdem bekam er diese Umarmung, die ihn gleichzeitig beruhigte und über die er sich auch freute. Natürlich, wie könnte er nicht. Er spürte die Tränen in seinen Augen versiegen, was gut war. Nicht etwa weil er sich dafür schämte, er hatte immerhin kurz sein Herz in dieses Lied gelegt, es war viel mehr dass er Alessa nicht noch mehr mit schlechter Laune oder dergleichen auf die Nerven gehen wollte. Schließlich durfte er sich ja auch nicht mehr dafür entschuldigen, weil sie es am Ende dann auch nicht mehr glaubte. Der Student grinste schwach, legte seine Hände an ihre Arme und setzte zu einer Antwort an, wollte sich bei ihr bedanken doch es blieb ihm nicht die Möglichkeit, denn kaum eine Sekunde später schlug die Tür mit einer Wucht auf und eine ihm doch etwas bekannte Studentin stolperte herein. Doch seine Aufmerksamkeit galt nur kurz diesem Mädchen, das sich schnell wieder fing und auch irgendwas sagte, sich wahrscheinlich erklärte aber Darren hörte gar nicht genau hin. Es war ihm gar nicht möglich, denn seine Augen hatten sich geweitet, er starrte beinahe unglaubwürdig und dazu noch überrascht in die Richtung der Tür. Für einen Moment nur, ganz kurz und trotzdem nicht weniger intensiv, trafen sich die Blicke der beiden. Dann war sie schon wieder weg. Hatte sich herum gedreht und war aus der Bildfläche verschwunden. Yumi hatte es gehört oder? Sie hatte das Lied gehört, sie hatte jedes Wort gehört, das er singend von sich gegeben hatte oder? War sie deshalb gegangen? Oder gab es einen anderen Grund. Vielleicht weil..? Der Musiker bekam gar nicht die Zeit seinen Gedanken zu beenden, zog eben jenes Mädchen, an das er gerade gedacht hatte, ihn an seinem Arm nach oben. Es war ihm gar nicht wirklich aufgefallen dass er nur weiter auf diesem Klavierhocker saß, wie festgewachsen und auf den Fleck starrte, an dem Yumi gerade eben noch gestanden hatte. Bevor sie wortlos die Flucht ergriffen hatte. Naja oder ihr war urplötzlich eingefallen dass ihre Vorlesung begann.. oder vielleicht fiel ihr ja noch eine bessere Ausrede ein. Obwohl sie die ja sowieso nicht brauchte oder? Die süße Stimme der Blonden drang an sein Ohr und damit hatte Alessa auch wieder seine volle Aufmerksamkeit. Zumindest versuchte er das, es war schwer sich auf etwas anderes zu konzentrieren und der Wunsch und das Bedürfnis Yumi nachzulaufen wuchs in ihm obwohl er sich auch unsicher war, nicht wirklich wusste ob das überhaupt gut war. Ob es einen Sinn hatte.. wofür denn auch? Darren hob seine Augenbrauen als sie ihm genau das sagte, was auch sein Kopf oder eher sein Herz ihm versuchte klar zu machen. Eigentlich wollte er Alessa widersprechen, war schon kurz davor den Kopf zu schütteln doch als sie ansprach, was eigentlich Jedem der Anwesenden klar war, hielt er inne und presste seine Lippen aufeinander. Die Schülerin wirkte verletzt. Schaffte es nicht einmal mehr ihn anzusehen. „Alessa..?“ Leise sprach er ihren Namen aus. Einen Namen, den er für viel zu lange Zeit auch gar nicht gewusst hatte aber das war auch irgendwie ihr Ding gewesen oder? Darren hob seinen Arm, legte seine Hand auf den Kopf der Kleineren. „Danke.“ Seine Stimme war nicht laut, es war nur ein Flüstern und er zögerte auch noch einen Moment, doch schaffte es schließlich doch sich in Bewegung zu setzen. Am Ende würde er doch eh nur Ärger von ihr bekommen oder? Und so ließ er Alessa alleine zurück in dieser Abstellkammer, die er ja eigentlich noch aufräumen sollte aber daran dachte er jetzt wirklich nicht mehr. Nicht einmal die andere Studentin beachtete er noch, sondern konzentrierte sich eher darauf Yumi zu finden, die glücklicherweise auch noch nicht allzu weit gekommen war. Sie bog um die nächste Ecke und dorthin folgte auch Darren ihr, er streckte seine Hand aus und wollte nach ihrem Handgelenk greifen als er nahe genug an ihr dran war, doch hielt in letzten Augenblick inne. Vielleicht streiften seine Finger ihren Arm, vielleicht taten sie das auch nicht, eigentlich wusste er das gar nicht so recht. Seine Schritte wurden wieder langsamer. „Es muss ja schrecklich gewesen sein..“, sagte er schließlich. Ein bisschen lauter sodass Yumi es auch hören konnte. „Wenn du schon die Flucht ergreifst.“ Natürlich meinte der Schauspielstudent damit das Lied, das er gerade noch gespielt und gesungen hatte. Damit konnte er zugleich dann auch erfahren ob sie es überhaupt gehört hatte. Also alles. Von Anfang bis Ende.




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    Cylie & Alessa | irgendwo in der Universität


    Irgendwie bereute die Studentin diesen Augenblick dann schon. Also nicht etwa weil sie sich jetzt hier dieses wunderschöne Musikstück anhören musste, der Typ am Klavier hatte immerhin wirklich Talent, das musste man ihm lassen, es war viel eher die Tatsache, dass sich die Stimmung doch irgendwie änderte oder? Cylie konnte aber nicht wirklich die richtigen Worte dafür finden. Weder für die merkwürdige Stimmung, noch Worte für Yumi selbst. Obwohl sie die ja sicher auch nicht brauchte. So wandt sie ihren Blick auch wieder von ihr ab. Sie verfluchte sich selbst etwas für ihre verdammte Neugier. Denn ohne die, wären die beiden Studentinnen wahrscheinlich auch gar nicht hierher gekommen. Oder zumindest wäre Cylie ohne die nie hier an die Tür geschlichen und hätte durch den schmalen Spalt hinein geschaut. Ohne die hätte sie das einfach mit einer Vorlesung abgetan, sie hätten ihren Weg zur Mensa fortgesetzt und eigentlich könnte sie jetzt an einem leckeren Käsebrötchen knabbern. Aber stattdessen war sie hier an der Tür zu diesem kleinen Raum und stolperte im nächsten Moment auch noch direkt hinein. Kurz dachte sie daran dass es vielleicht besser gewesen wäre sich den Kopf zu stoßen, hinzufallen, das Bewusstsein zu verlieren und dem ganzen Missgeschick zu entkommen aber naja, man konnte auch nicht alles haben. Nicht alle Wünsche gingen in Erfüllung, weshalb sie jetzt da stand, mitten in der Tür und in die Richtung der Anderen starrte. Schnell stammelte sie eine Entschuldigung, die nicht der Wahrheit entsprach aber das schien auch gar nicht weiter wichtig. Die junge Erwachene bemerkte sofort dass sich der Blick des Mannes auf Yumi richtete. Als wäre sie die einzig wichtige Person in diesem Moment und als auch sie sich herum drehte, irgendwie darauf wartete dass die Blonde etwas dazu sagte, einen passenden Spruch brachte oder etwas ähnliches, da flüchtete die Studentin auch schon. „Ah, Yumi!“, rief sie dem Mädchen hinterher und ging auch einen Schritt in die Richtung, in der sie verschwunden war, trat einen Schritt aus der Tür heraus und schaute ihr nach. Cylie überlegte ob sie ihr folgen sollte. Vielleicht brauchte sie Gesellschaft, Jemanden zu reden? Doch sie angehende Ärztin hielt inne. Sicher brauchte sie eher das Gegenteil. Ruhe und wahrscheinlich eine oder mehrere Zigaretten. Auch wenn ihr Verhalten sich irgendwie dem widersprach, was sie sagte, denn wenn sie tatsächlich kein wahres Interesse an dem Klavierjungen hatte, warum lief sie denn jetzt so schnell weg? Konnte sie den Anblick nicht ertragen? War ihr das Lied zu viel gewesen? Oder gab es einen ganz einfachen, belanglosen Grund? Ein Seufzen kam ihr über die Lippen und sie senkte den Arm, den sie zuvor noch ausgestreckt hatte. Sie strich sich damit eine Strähne aus dem Gesicht und wollte gerade ihre Hände in die Hüften stemmen als sie beinahe schon automatisch einen Satz zur Seite machte, Platz machte, denn der gelockte Student folgte ihr. „Äh..?“ Ob das wirklich so schlau war? Vorhin hatte sie noch von einem Drama gesprochen.. war es das jetzt? Für einen Moment noch sah sie ihm nach und drehte sich schließlich herum, entdeckte das junge Mädchen am Klavier. Die Brünette harderte mit sich, konnte den Blick zunächst nicht von ihr abwenden weil sie wirklich eine Schönheit war. Aber doch noch recht jung oder? Cylie neigte den Kopf etwas zur Seite. „Das.. war ein wirklich schönes Lied. Und mehr als eindeutig.“, kam es ihr schließlich über die Lippen als wollte sie ein bisschen Smalltalk betreiben. Aber eigentlich fühlte sie sich nur schlecht bei dem Gedanken jetzt auch einfach abzuhauen. Irgendwie wirkte die Blonde doch auch etwas verloren. „Ich glaube es wäre besser gewesen wenn er hier geblieben wäre.. Yumi will sicher allein sein.“ Oder? Wer täuschte sich wohl? Ob Yumi überhaupt selber wusste was sie gerade brauchte?

  • [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi


    Sie sehnte sich nach Abstand. Sie sehnte sich danach so viel Raum wie nur möglich zwischen sich und diese Situation zu bringen mit der die Blonde heillos überfordert war. Darum bewegten sich ihre Beine fast schon automatisch ohne das ihr Kopf überhaupt ein Ziel anvisiert hatte. Aber das spielte keine Rolle. Sie wollte einfach nur weg - wollte all die Gedanken nicht die darin kreisten - sich in unterschiedliche Richtungen bewegten unfähig sich für eine zu entscheiden. Die Studentin bemerkte nicht das er ihr folgte. Eigentlich nahm sie nichts war - stromerte ziellos durch den Gang bog um die nächste Ecke als würde das schon reichen um das Alles hinter sich zu lassen. Dem war nicht so. Sie spürte eine sanfte fast schon zögerliche Berührung an ihrem Arm. So flüchtig, dass man meinen konnte sie hätte es sich nur eingebildet. Yumi entzog sich der vermeintlichen Berührung und spürte doch wie ein Schauer durch ihren Körper jagte - ausgehend von jener Stelle. Ihre Schritte wurden nicht langsamer. Sie drehte sich nicht um - hatte ihren Blick gerade aus gerichtet. Es war seine Stimme, die sie schließlich dazu brachten ihr Tempo zu mäßigen, letztendlich anzuhalten obwohl so vieles in ihr schrie weiter zu gehen - seine Worte einfach zu ignorieren, wie sie es auch mit seiner Nachricht getan hatte weil das nötig war um Abstand zwischen sich und einen Menschen zu bringen. Yumi drehte sich nicht zu ihm um. Ihr langes blondes Haar fiel locker über ihre Schultern, bewegte sich leicht als sie seine Worte belächelte. "Ich glaube nicht das du auf meine Bestätigung angewiesen bist..." Darren hatte doch gewiss genug Speichellecker, die ihm sagten wie toll er seine Sache machte - wieviel Emotion darin steckte. Immerhin war dieser Anruf Beweis genug. Er hatte seine Prinzessin, die ihm Honig ums Maul schmierte und das Mädchen von jenem Abend, die auch kein Geheimnis daraus machte wie sehr sie für den Lockenkopf schwärmte. Eher im Gegenteil. Sie machte mehr als deutlich war sie wollte. Was wollte er also hören? Das er talentiert war? Das sein Song etwas mit ihr gemacht hatte, dass sie ohnehin nicht in Worte fassen konnte oder wollte? Noch immer nicht wandte sie sich ihm zu. Warum eigentlich? Die Sorge dann vielleicht nicht länger zu so scharfen Worten greifen zu können? Egal was es letztendlich war - sie widerstand dem Bedürfnis erfolgreich. Erneut umspielte ein Lächeln ihre Lippen als er das was sie gerade tat als Flucht bezeichnete. "Ich muss zu meiner Vorlesung..." rechtfertigte sie sich gegenüber seiner Anschuldigung fast schon auch wenn sie ihm im Grunde keinerlei Erklärung schuldig war. Vielleicht ein Versuch sich dem Ganzen zu entziehen. Ein Versuch um sich erfolgreich aus der Situation zu ziehen, da es kein Geheimnis war, dass Yumi nicht gerade eine Vorzeigestudentin war. Eigentlich war ihr Ziel doch gar nicht der Hörsaal. dort war sie nur wieder ihren Gedanken ausgeliefert. Doch was war wirklich ihr Ziel? Eine Frage, die sie nicht beantworten konnte. Sie machte einen Schritt nach vorne, neigte ihren Kopf ein wenig, sah aber doch nicht über ihre Schulter. "Du kannst also da weitermachen, wo du unterbrochen wurdest..." Ihre Mundwinkel zuckten nach oben und unweigerlich dachte sie daran wie unglaublich perfekt die Beiden doch zueinander passen würden. Ein Prinz und seine Prinzessin. Wie im Märchen. Er stand doch so auf diese unrealistischen Liebesgeschichten in denen alles passte. Schließlich trafen sich ihre Blicke doch noch. Sie sah die glasigen Augen des Anderen, hörte Worte aus seinem Mund, die er gar nicht aussprach - nicht jetzt sondern vorhin in diesem Raum am Klavier. Und da war es wieder dieses Gefühl in ihrer Brust weshalb sie sich schließlich wieder abwandte aus Sorge sich in eben jenen Gefühl zu verlieren - sich angreifbar und verletzlich zu machen. Wer sich nicht darauf einließ blieb stark. Was versprach er sich davon jetzt hier zu sein? Wollte er zum wiederholten Mal versichern, dass dieses Mädchen ein Fehler war? Ein Fehler für den er sich so einen süßen Kosenamen ausgedacht hatte? Was auch immer seine Beweggründe waren ihr so theatralisch hinterher zu laufen - sie waren nicht zielführend. Zumindest nicht so wie er sich das wahrscheinlich in seinem hoffnungslos romantisch veranlagten Köpfchen ausgedacht hatte. Sie würde ihm nicht weinen um den Hals fallen - gerührt von diesem Song, den er vielleicht seiner Prinzessin vorgespielt hatte aber...Yumi presste ihre Lippen aufeinander. Eine offensichtliche Frage deren Antwort sie doch gar nicht hören wollte lag ihr auf der Zunge. Wenn es ausgesprochen war konnten sie nicht mehr zu jener Leichtigkeit zurück, richtig? Sie würde es so wie immer machen. Es still schweigen. Es ignorieren. Es belächeln. Der Weg wie sie mit Gefühlen umging, die nicht erwünscht waren.



    [Irgendwo in der Uni] Cylie & Alessa

    Seine Stimme war kaum hörbar als er ihren Namen aussprach. Leise. Fast nur ein Flüstern. Vielleicht war es Bedauern oder Mitleid, welches sich darin nicht sonderlich gut versteckte. Vielleicht versuchte er es gar nicht. Was es auch war. Sie konnte es nicht brauchen. Damit war niemanden geholfen. Das Blondchen war schon erleichtert, dass er nicht erneut mit einer Entschuldigung um die Ecke kam - sie um Verzeihung bat, dass dieses Musikstück nicht ihr gewidmet war sondern dem Mädchen, welches gerade die Flucht ergriffen hatte - die Situation missinterpretiert hatte oder was auch immer der Grund für diesen raschen Aufbruch war. Darren hatte ja schon ein oder zwei Mal erwähnt, dass diese Sache nicht ganz so unkompliziert war wie er es wahrscheinlich gerne hätte. Die Schülerin hatte ihren Kopf gesenkt, sah den Lockenkopf nicht an weil es sich doch irgendwie nicht so gut anfühlte wieder stehen gelassen zu werden - wieder nicht wichtig genug zu sein. Sie machte ihm keinen Vorwurf. Immerhin ermutigte sie ihn doch dazu seinen Arsch in Bewegung zu setzen. Das Herz will was das Herz will und daran konnte man als Dritter meist nichts ändern. Letztendlich ging es doch auch gar nicht um sie Beide oder das was sie vielleicht kurze Zeit davon erwartet hatte . Letztendlich ging es einzig allein um das Gefühl in ihrer Brust - das Gefühl wieder zurückgelassen zu werden. Unabhängig davon wer es war. Ein Gefühl, welches sie schon so oft zu spüren bekommen hatte, welches sie meist hinter einem taffen Grinsen versteckte. Dennoch blieb jedes Mal eine Lücke in ihr zurück. Lücken, die sie mit Freundschaft füllte oder den hübschen Dingen, die sie sich mit Papas Kreditkarten kaufte. Es funktionierte - doch im Grunde nur bedingt und für kurze Zeit. Alessa schloss ihre Augen für einen Moment als der Student seine Hand auf ihren Kopf legte - sich bedankte und folgend ebenfalls aus dem Raum verschwand - dem Mädchen hinterher eilte so wie sie es ihm geraten hatte. Hatte sie sich insgeheim erhofft, dass er sich gegen ihren Rat entscheiden würde? Vielleicht. Nur langsam öffnete die Schülerin ihre Augen wieder, den Kopf nach wie vor ein wenig gesenkt. Dieser Raum wirkte mit einem Mal so unfassbar groß und leer. Ironisch wenn man bedachte, dass er eigentlich ziemlich vollgestellt war. Ein Seufzen kam über die geschminkten Lippen des Mädchens und erst als sie ihren Kopf wieder anhob fiel ihr Blick auf die andere Studentin, die hier so unsanft hereingeplatzt war. Sie war recht klein, oder? War sie überhaupt eine Studentin oder ging sie ebenfalls noch zur Schule? Genau genommen war es Alessa egal. Sie hatte jetzt nicht den Kopf dafür sich darüber Gedanken zu machen. Der klägliche Versuch der Brünetten ein Gespräch zu führen prallte ebenfalls an der Schülerin ab, die ihr Handy hervorholte. Keine neuen Nachrichten. Das ungute Gefühl in ihrer Magengrube verstärkte sich. Auf dem Weg zurück zur Schule würde sie ihr Glück noch einmal versuchen und Hina anrufen. "Ja, wirklich schön..." wiederholte das Blondchen fast schon gedankenverloren als sie ihr Handy wieder in ihrer Tasche verstaute bevor sie diese wieder schulterte und sich der Kleineren näherte, die offensichtlich eine andere Meinung zu dem ganzen Thema hatte. Ein Thema das weder sie noch dieses Mädchen etwas anging. Alessa sah die Namenlose an, lies ihren Blick über ihr Gesicht schweifen. "Manchmal will man aber nicht das was vielleicht besser für einen ist, oder?" Manchmal will man einfach genau diese eine Person und macht für diese Person unglaublich dumme Dinge, die man besser nicht getan hätte. Oder änderte sich das irgendwann? Sah man das irgendwann anders? Das Blondchen schob sich an Cylie vorbei und sah in die Richtung, in der zuerst die Blonde und folgend dann Darren verschwunden waren. Sie waren nicht mehr zu sehen. Glücklicherweise lag der Ausgang auch in der entgegengesetzten Richtung. "Ich kenne sie nicht aber... weiß sie denn überhaupt was sie will?" Damals schien sie ja nicht sonderlich begeistert zu sein, dass Alessa den Schauspielstudenten geküsst hatte. Man konnte sogar meinen sie wäre eifersüchtig gewesen obwohl sie doch im selben Moment einem Silberhaarigen schöne Augen gemacht hatte. Die Schülerin runzelte die Stirn. Yumi. Ein eher ungewöhnlicher Name, oder? Hatte Ben nicht eine ältere Schwester, die so hieß? War die Welt wirklich so klein?

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    Cylie & Alessa | irgendwo in der Universität


    Die Studentin beobachtete das fremde Mädchen noch eine Weile, diese schien mit den Gedanken genauso abwesend zu sein wie der Lockenkopf es bis gerade eben noch gewesen war aber dann hatte er sich entschieden Yumi keine Ruhe zu gönnen, was ihr selbst ein kleines Seufzen entlockt hatte. Doch nachdem sie ihm nachgeschaut hatte, ließ sie den Blick durch den vollgestellten Raum wandern und fragte sich, was die beiden eigentlich hier wollten. Kurz hob sie ihre Augenbrauen, dachte an etwas nicht jugendfreies aber schüttelte ganz schnell den Kopf. Würde der Typ ja nicht machen, wenn er wie Yumi meinte, so sehr an ihr hing oder? Obwohl er im Grunde auch nur ein Mann war und sicher seine Bedürfnisse hatte und man kannte ja schließlich genug Geschichten davon, dass das männliche Geschlecht sich gerne durch die Weltgeschichte vögelte.. und dann auch noch als Held gefeiert wurde während die Frauen dafür gleich einen bestimmten Stempel bekamen. Aber das war eine andere Geschichte und als die Blonde auf ihre Worte reagierte, schaute Cylie auch wieder zu ihr. Ihre Blicke trafen sich. Irgendwie kam das Mädchen ihr unheimlich bekannt vor. Jetzt, wo sie kurz ein bisschen Zeit dafür nahm, sich die Fremde genauer anzuschauen. Dabei hoffte sie, dass sie jetzt nicht merkwürdig rüber kam aber wahrscheinlich war der Zug eh schon abgefahren, da sie hier so einfach herein geplatzt und halb auf die Fresse gefallen war. Und irgendwie konnte die angehende Ärztin ihren Blick auch nicht von ihr abwenden als sie näher kam, sich an ihr vorbei schob. „Hm ja, das stimmt.“, antwortete sie und stemmte ihre Hände in ihre Hüften, kam nicht daran vorbei einmal tief zu seufzen und dann etwas zu grinsen. „Vielleicht sind wir nicht immer diese intelligenten Wesen, die wir sein wollen.“ Und dazu manchmal noch ein bisschen selbstzerstörerisches. Schließlich wandt sie den Blick von ihr ab, hatte das Mädchen viel zu lange schon angestarrt aber sie war auch verdammt hübsch und hatte irgendwas einnehmendes an sich. Cylie warf einen Blick auf eine der vielen Uhren, die man in den Fluren der Universtität fand. Mittlerweile war es dann doch schon Zeit für die nächste Vorlesung und genau genommen, war sie auch schon zu spät. Dennoch blieb sie stehen, horchte auf als die Blonde wieder etwas sagte. Cylie runzelte die Stirn. „Nein..“, sagte sie dann und senkte ihren Kopf. „Wahrscheinlich wäre es gar nicht so schlecht wenn es ihr jemand zeigen würde.“ Die Frage war nur wer dieser Jemand war. Die Medizinstudentin schmunzelte. „Aber sie erstmal davon zu überzeugen, das ist wohl die schwerste aller Aufgaben.“ Immerhin war Yumi doch schon etwas bockig. Oder eben ein Freigeist, der sich nichts sagen ließ. Wie auch immer man es sehen wollte. „Oh äh.. du.. studierst du hier oder.. soll ich dir den Weg nach draußen zeigen?“, fragte sie schließlich und zögerte, ging jedoch ein paar Schritte voraus und hob wieder den Kopf. „Kommst du von hier?“ Denn die Vermutung dass ihr das Mädchen gar nicht so unbekannt war, stieg irgendwie mit jeder Sekunde.




    3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | irgendwo in der Universität


    Sein Herzschlag stoppte kurz als auch Yumi es tat. Als sich ihre Schritte tatsächlich verlangsamten und die Studentin schließlich stehen blieb. Das alleine hieß schon viel, denn wenn sie keine Lust auf etwas hatte, dann war dem so und es hätte ihn daher auch gar nicht wirklich gewundert, wenn sie einfach ihren Weg weitergegangen war. Egal wo er auch hinführte. Denn aufhalten oder gar reinreden, ließ sie sich ja sowieso nicht. Sein Blick lag auf ihrem langen blonden Haar, das sanft über ihrer Schulter lagen. Es war etwas zerzaust und durcheinander. Irgendwie passend, was ihm ein Lächeln entlockte. Was relativ schnell zu einem leisen Schmunzeln wurde als ein paar Worte an sein Ohr drangen. „Du solltest wissen dass es mir nicht darauf ankommt.“ Natürlich war es trotzdem schön so etwas zu hören. Zu hören dass anderen Menschen die Musik gefiel, die man zum besten gab. Zu hören, dass man vielleicht etwas bewegt hatte, dass der andere es genossen hatte. Dass er froh war zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort gewesen zu sein. Natürlich war das schön, natürlich freute auch er sich darüber aber in erster Linie spielte er nicht dafür. Musizierte nicht für Bestätigung. Nicht dafür dass alle ihm tagtäglich sagten wie talentiert er war. Darren wusste selbst dass er gut in dem war, was er tat aber dieser Augenblick gerade war anders. „Ich habe nicht gespielt um zu hören wie toll ich das kann. Ich wurde nur darum gebeten.“, erklärte der Schauspielstudent und war sich dabei auch gar nicht sicher ob Yumi das nicht schon alles wusste. Immerhin hatte er keine Ahnung ob sie gemeinsam mit ihrer Freundin schon sehr viel länger da vor der Tür gestanden hatte oder ob das alles nur eine Momentaufnahme gewesen war. Jedoch stritt das Blondchen nichts ab, sie erwiderte nichts diesbezüglich also hatte sie ihr Lied zumindest mitbekommen. Sein Herz klopfte ein kleines bisschen schneller bei dem Gedanken und er senkte sogar den Kopf, biss sich auf die Unterlippe. Als wäre er nervös. Als machte ihn dieses Wissen wirklich nervös. Dass die Studentin alles gehört hatte. Die Melodie, seine Stimme. Die Worte, die er gesungen hatte. Die ausnahmslos ihr galten. „Auch wenn ich der Bitte nicht ganz nachgekommen bin.“, fügte er hinzu und hob seinen Kopf wieder an. Immerhin hatte Alessa ihn ja darum gebeten ein Lied für sie zu spielen. Allein für die junge Schülerin und nichts was eine andere Bedeutung hatte und wo er einen Teil ihrer Bitte erfüllt hatte, war er auf der anderen Seite kläglich daran gescheitert aber das auch bewusst. Manchmal, da hatte man einfach gewisse Melodien im Kopf, ein bestimmtes Lied oder einfach dieses eine Gefühl, das man nicht ignorieren konnte. Und jetzt im Nachhinein überlegte er sogar ob es daran gelegen hatte, dass die Psychologiestudentin in der Nähe gewesen war. Dass sie nur einige Meter getrennt hatten. Hatte dieser Zufall dieses Gefühl in ihm ausgelöst oder war das dann doch wieder zu weit hergeholt? Was es auch gewesen war, Darren wollte mit diesen Worten sicher gehen dass die Blonde nicht auf die Idee kam das Musikstück wäre für Alessa gewesen. Aber selbst dann wäre es ihr ja auch komplett egal gewesen oder? „Vorbildlich.“ Eine eher knappe Antwort auf die Erklärung der anderen, wo doch beide genau wussten, was dem nicht so war. Nicht, dass der Musiker die junge Frau in ein schlechtes Licht rücken wollte, vielleicht hatte sie es ja doch endlich geschafft ihr Studium etwas ernster zu nehmen aber im Grunde war es doch einfach die einfachste Antwort, die man geben konnte. Immerhin waren sie gerade in der Universität. Der Student seufzte. „Und ich dachte schon für einen Moment dass du mir doch bei meiner Strafarbeit helfen möchtest..“, sagte er und ließ seine Worte absichtlich etwas enttäuscht klingen. Nicht dass er es wirklich war, war er nie davon ausgegangen dass sich Yumi deshalb vor diese Abstellkammer verirrt hatte. Davon abgesehen dass er ihr längst auch klar gemacht hatte dass sie sich da nicht einmischen sollte und auch, wenn sie viel zu oft auch genau das Gegenteil von dem machte, was man ihr sagte, so war er doch davon überzeugt dass sie dieses eine Mal gerne darauf verzichtete der Heimleitung einen Besuch abzustatten. Der angehende Schauspieler schüttelte seinen Kopf. „Nein.“, antwortete er und hob dabei seine Schultern, fuhr sich einmal durch die zerzausten Locken und lächelte. Wollte gerade weiter sprechen als Yumi sich schließlich doch herum drehte, wenn auch nur ein bisschen aber dennoch trafen sich ihre Blicke. Sein Herz schlug schneller und irgendwie fehlten ihm in diesem Moment die richtigen Worte. Wenn es die überhaupt jemals gab. Immerhin waren Worte doch eh nichts wert. „Ich bin am liebsten bei dir.. warum sollte ich also zurück gehen?“ Sein Blick war weiter geradeaus auf das Mädchen gerichtet, egal ob sie ihn anschaute oder nicht, sein Herz klopfte jedes Mal schneller wenn Yumi in der Nähe war.

  • [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi


    Er war nicht hier um sich eine Bestätigung einzuholen. Natürlich nicht. Damit hatte die Blonde in Wirklichkeit auch gar nicht gerechnet. Auch wenn es ihr ein Stück weit gegen den Strich ging dies überhaupt zu wissen, so war sich die Studentin durchaus bewusst, dass er nicht so ein Mensch war. Er war nicht hier um nach Komplimenten zu angeln. Er war nicht hier um mit seinem Talent zu prahlen. Vielleicht war es Yumi, die still hoffte, dass es so wäre damit es ihr leichter fiel ihn von sich zu stoßen. "Was tust du dann hier...?" fragte die Studentin schließlich aber sah ihn nach wie vor nicht an. Weil sie die Gefühle nicht sehen wollte, die sich in seinen Blicken widerspiegelten vielleicht auch weil sie gar nicht bereit war die Antwort zu hören. Tatsächlich war sie ohnehin noch viel zu sehr damit beschäftigt diesen Moment zu verarbeiten - den Inhalt dieses Musikstücks zu zerdenken obwohl sie gar nicht darüber nachdenken wollte. Aber es passierte automatisch. Jetzt wo er hier war konnte sie nicht davor weglaufen weil es so real wurde - so echt. Der ganze Augenblick - das ganze Stück und die damit verbundenen Emotionen. Es machte etwas mit ihr. Sie wollte es von sich stoßen aber zugleich erwärmte es ihr Herz auf eine nie da gewesene Art und Weise, was die Studentin nur noch mehr verwirrte. Er erklärte sich weiterhin. Seine Stimme so ruhig und sanft. Jegliches Zittern, welches vorhin während dem Stück noch zu hören war, war verschwunden. Er erklärte sich weiter obwohl er ihr keine Erklärung schuldig war und dennoch belächelte Yumi die wenigen Worte des Dunkelhaarigen nur. "Und wenn die Prinzessin darum bittet bekommt sie das natürlich auch." Die Augen der Blonden weiteten sich ein Stück weit - war selbst überrascht von ihren eigenen Worten - ihren ausgesprochenen Gedanken, die eigentlich nur ihr gehörten. Yumi biss sich auf die Lippen und presste sie folgend zusammen. Kurz schloss sie die Augen - bereute das Gesagte. Nicht weil derartig bissige Kommentare nicht zu ihr passten sondern viel mehr weil sie ihm so eine Angriffsfläche bot, die sie nicht vorgehabt hatte ihm zu bieten. Sie würde sich wieder rechtfertigen müssen - er würde wieder mehr in einfache Worte hinein interpretieren. So wie er es immer tat. Manchmal waren Worte einfach nur Worte und nicht mehr aber das würde Darren wohl nie begreifen - war stehts auf der Suche nach einer tieferen Bedeutung dahinter - versuchte zwischen den Zeilen zu lesen auch wenn es da nichts gab - nie geben würde. Yumi widerstand dem Bedürfnis auf seine folgenden Worte ebenfalls etwas zu erwidern. Sie widerstand dem Bedürfnis ihm ein trotziges Kommentar entgegen zu schleudern welches ihr bereits im Kopf herumschwirrte. Vielleicht weil sie ohnehin die Vermutung hatte bereits mehr als nötig gesagt zu haben. Bestimmt würde es sich schon irgendwie ergeben, dass er seinem kleinen Fehler, wie er das Blondchen selbst bezeichnet hatte, diese Bitte erfüllte. Ganz sicher sogar. Beim nächsten Mal würden sie auch nicht gestört werden. Vielleicht war es leichter sich auf dieses Mädchen zu konzentrieren - ihm vorzuwerfen das er ein Heuchler war. Vielleicht war es einfach leichter sich darauf zu konzentrieren als auf den Inhalt dieses Liedes. Das Lied, welches so viel Gefühle transportierte - mehr als sie schaffte zu verarbeiten. Sein knappes Kommentar zu ihrem Plan die Vorlesung zu besuchen zog völlig an der Studentin vorbei. Wahrscheinlich zweifelte er ebenfalls an der Wahrheit ihrer Aussage. In Wirklichkeit wollte sie einfach weg und der nächste Hörsaal war nicht genug. Sie hatte wieder etwas Abstand zwischen sich und dem Lockenkopf gebracht bevor sie anhielt als er seufzend eine Strafarbeit erwähnte. Yumi hob den Kopf an und drehte sich ein Stück weit in die Richtung des Schauspielstudenten. "Du..." setzte sie an, musste jedoch erst ihre Gedanken sortieren. Ihr fehlte es wohl definitiv an Schlaf weil sie einen Moment brauchte um alles zu einem großen Ganzen zusammenzufügen. Die Blonde zog ihre Augenbrauen zusammen und musterte das Gesicht des Anderen als würde es ihr mehr verraten. "Ich hätte eher vermutet, dass du dich irgendwie rausgeredet hast..." Die Wohnheimleitung war wohl schwerer um den Finger zu wickeln als gedacht. Darren hatte anscheinend die Schuld auf sich genommen und war nun dabei dafür zu büßen. Ihre Mundwinkel hoben sich und ein Grinsen erschien auf den Lippen der Studentin. "Ach weißt du es ist doch wichtig das man für seine Fehler büßt damit man beim nächsten Mal vielleicht klüger ist..." Yumi hob ihre Schultern ein wenig an als wäre sie sich keiner Schuld bewusst. Ganz bewusst überhörte sie seine nächsten Worte - überhörte die Direktheit seiner Aussage - überhörte die Tatsache, dass er kein Blatt vor den Mund nahm sondern ihr diese Dinge geradewegs ins Gesicht sagte. Wie viele Mädchen wohl gerührt wären wenn er diese Worte an sie richten würde. Mädchen die all diese Gefühle erwidern konnten, sie zumindest nicht ignorierten. Kurz senkte sie den Kopf, wich seinem Blick aus, der sie studierte, vielleicht ihre Reaktion auf seine Aussage prüfte. Es war nicht die erhoffte Reaktion, richtig? War es jemals die erhoffte Reaktion oder wurde er ihrerseits eigentlich immer enttäuscht? Irgendwie war diese Direktheit bewundernswert. Es wirkte fast so als machte sich der angehende Schauspieler keinerlei Gedanken darum ob er vielleicht verletzt wurde. Er lief einfach so ins offene Messer. Vielleicht war es letztendlich nicht bewundernswert sondern einfach nur dumm und dennoch huschte kurz ein kaum merkbares Lächeln über die Lippen der blonden Studentin.

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | irgendwo in der Universität


    Es war tatsächlich ein gute Frage auf die der Schauspielstudent im ersten Augenblick auch gar keine Antwort hatte. Das sah man ihm wahrscheinlich auch an, stand sein Mund einen Spalt offen und er hatte seinen Kopf gesenkt. „Hm, ich weiß nicht.“, gab er dann ehrlich zu nachdem einen Moment lang Ruhe eingekehrt war. Darren schmunzelte. „Ich.. hatte einfach das Gefühl dass ich dir nach musste. Vielleicht wollte ich doch auch wissen wie es dir gefallen hat oder ob.. keine Ahnung, ob es dich erreicht hat.“ Ihm fehlten ein bisschen die richtigen Worte um das anzusprechen, was in seinem Kopf herum spukte, war sich aber doch sicher dass Yumi verstand worauf er hinaus wollte. Für ihn war alleine diese Flucht oder dieser überstürzte Gang zur nächsten Vorlesung schon Reaktion genug, doch wollte und sollte er nicht mehr hinein interpretieren als am Ende vielleicht da war. Schließlich war es ihm nicht möglich in das hübsche Köpfchen der Studentin hinein zu sehen aber kannte er Yumi mittlerweile doch bis zu einem gewissen Punkt. Und wenn sie etwas nicht belächeln konnte, gehörte Weglaufen doch auch irgendwie zu ihr oder? „Wahrscheinlich wollte ich sicher gehen dass du es richtig verstehst. Dass du weißt dass.. das nicht für sie war. Dass die Worte nicht ihr gelten.“ Was wahrscheinlich ein bisschen schwer zu erklären war, denn warum spielte er einen Song wenn die Person, der es galt, gar nicht in der Nähe war? Aber war das unbedingt nötig? Eigentlich nicht. Es waren alleine die Gedanken an die blonde Studentin, die ihn dieses Lied hatten spielen lassen. Die Gefühle, die er dabei in seinem Herzen gespürt hatte. Der Musiker hielt inne und seine Augen weiteten sich. Es dauerte einen Moment bis er realisierte dass Yumi gerade diesen einen Spitznamen ausgesprochen hatte. Den doch eigentlich nur Alessa und er selbst kannten oder? Er zog seine Augenbrauen zusammen während er überlegte. Vielleicht auch etwas darüber weshalb sie es überhaupt erwähnt hatte. Obwohl die Antwort doch eigentlich auf der Hand lag oder nicht? „Wenn.. Freunde mich darum bitten.“, korrigierte er ihre Aussage, kam nicht drumherum zu grinsen während er sprach und verschränkte zudem seine Arme vor seiner Brust. „Aber ja, wie könnte ich ihr eine Bitte ausschlagen?“ Wahrscheinlich hätte er jetzt jede ihrer Gesichtsregungen studiert, hätte geschaut ob er etwas darin erkannte, etwas worauf er wartete, woran er glaubte dass es da war aber es war ihm nicht möglich, sah er weiter nur ihre Rückseite. Ob es einen Grund hatte? Dass sie ihn nicht anschauen wollte oder lag es einfach daran weil die Studentin schnellstmöglich weiter wollte. Oder war es der Abstand, den sie so wahren konnte? Was es auch war, der junge Kerl blieb weiter an diesem Fleckchen stehen, auch als Yumi sich noch weiter von ihm entfernte. Sie schien doch etwas überrascht davon dass er eine Strafarbeit aufgebrumt bekommen hatte. Er erwiderte den Blick der anderen, entdeckte das süße Grinsen auf ihren Lippen, was ihn wiederrum wieder schmunzeln ließ. „Nein..“, begann der Student und kratzte sich am Hinterkopf. „Sie ist meinem Charme nicht erlegen.“ Der Musiker sagte das als wäre er wirklich davon ausgegangen, als hätte es klappen können, als hätte er ihr schöne Augen gemacht und es darauf angelegt aber eigentlich war es ihm egal gewesen.. „Aber das ist auch egal. Mir war nur wichtig dass sie dich in Ruhe lässt.“ Bei der anscheinend nicht so rosigen Vergangenheit, die Yumi mit der alten Dame teilte. „Das hätte auch gar keinen Platz mehr auf deiner Liste gehabt.. nicht, dass die Alte noch eine neue anlegen muss für dich.“ Darren verschränkte seine Arme wieder vor seiner Brust und erwiderte das Grinsen der anderen. Dass er eine doch beeindruckend lange Liste an Vergehen und Regelverstößen von Yumi gefunden hatte, das wusste ja auch sie selbst, wenn sie seine Nachrichten denn überhaupt anschaute und sie nicht sofort löschte sobald das Handy eine neue Nachricht angekündigt hatte. Der angehende Schauspieler hob seine Schultern. „Ich glaube der Lerneffekt bleibt bei mir aus..“, antwortete er darauf und warf dem Mädchen einen mehr als eindeutigen Blick zu, konnte dabei auch nicht verhindern dass sein Kopf sich etwas senkte, dass sein Blick mehr einfing als nur das hübsche Gesicht, mit dem sie sich endlich in seine Richtung gedreht hatte. Für diesen.. Fehler, den er im Inneren des Büros anscheinend begangen hatte, dafür würde er jederzeit wieder eine Strafarbeit auf sich nehmen.

  • [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi


    Seine Antwort blieb erst einmal aus oder lies zumindest etwas länger auf sich warten wie die Studentin folgend feststellen musste als doch noch eine Erklärung über seine Lippen kam. Zögernd und nur stückchenweise als fehlten ihm die Worte wo er doch sonst kein Problem hatte gewisse Dinge auszusprechen unabhängig davon ob sein Gegenüber sie hören wollte. Die Blonde musste gar nicht in sein Gesicht sehen um zu bemerken, dass ein Schmunzeln seine Lippen umspielte bevor er fortfuhr und anscheinend selbst nach dem Grund seines Handelns suchte. Er stellte keine direkte Frage. Vielleicht weil er ohnehin wusste, dass sie gerne einmal um seine Fragen herumtänzelte und ihm eine Antwort schuldig blieb. Sie schwieg und lies den Moment vorhin wieder ihre Gedanken einnehmen. Egal wie sehr sie ihn aus ihrem Kopf haben wollte - er kam doch immer wieder zurück. Langsam und behutsam strich die Blonde mit den Fingerkuppen über den Unterarm ihrer anderen Hand, spürte wie sich eine Gänsehaut gebildet hat. Es war gut seinem Blick auszuweichen. Es war gut ihn nicht daran teilhaben zu lassen, dass dieses Musikstück sie berührt hatte - sie erreicht hatte - mit voller Wucht. Yumi schluckte. Ihre Lippen blieben stumm. Er fuhr fort - erklärte sich - die Situation - nahm Yumi die Möglichkeit der Falschinterpretation. Nicht das sie wirklich daran geglaubt hatte, dass diese Worte dem Blondchen dort galten. Dazu passten sie zu gut zu der Situation in der sich die beiden Studenten befanden. Vermeintlich. Zumindest wenn man seine Sicht der Dinge glauben konnte oder wollte. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt aber die angehende Psychologin war unfähig die richtigen Worte zu finden. Seine Direktheit gemischt mit der Fähigkeit diese verbotenen Worte nicht einfach so in ihre Richtung zu schleudern. Fast so als wüsste er wie gefährlich sie waren. "Warum..." kam es schließlich leise über die Lippen der Blonden. Kaum hörbar. "... spielst du es dann ihr vor...?" Ihre Stimme wurde kräftiger. "Hast du Angst... was diese Worte anrichten könnten?" Ihre Mundwinkel hoben sich kurz an. In Wirklichkeit hatte doch sie Angst vor diesen Worten - Angst das sie etwas zerstören könnten - Angst das sie schwach machten. Er machte kein Geheimnis aus seinen Gefühlen. Hatte er nie. Egal ob sie sie hören wollte oder nicht. Und dennoch schien es fast so als würde er Rücksicht darauf nehmen das sie nicht damit umgehen konnte. Oder er hatte Angst davor, dass sie es dann für immer beendete. Eine Drohung, die sie bisher nie wahr gemacht hatte. Noch immer ging es um jenen Moment. Noch immer ging es um diese Situation und irgendwie auch um das Mädchen, welches immer wieder um ihn herumtänzelte. Seinen kleinen Fehler. Seine Prinzessin. Er besserte ihre Worte aus und ein amüsierter Laut drang folgend aus ihrer Kehle. "Freunde..." wiederholte die Studentin seine Worte zum Teil - begleitet von einem ganz gewissen Unterton. "Du hüpfst also doch mit all deinen Freunden ins Bett...?" Eine Anspielung auch auf jene Situation im Krankenhaus. Als er sie auch als seine Freundin bezeichnet hatte. Eine besondere Betonung legte Yumi auf das Wörtchen 'Freunde'. Sie hatte kein Recht im irgendetwas vorzuwerfen. Im Grunde hatte sie ihm schon oft genug klar gemacht, dass es ihr egal war mit wem er was trieb. Zu behaupten jedoch nur befreundet zu sein nachdem dieses Mädchen ihn in diesem Gasthof geküsst hatte war aber doch sehr lachhaft. Was brachte es ihm nach dieser Lüge zu greifen wenn Die Studentin ihm oft genug versichert hatte, dass das was sie hier hatten nur etwas flüchtiges war - das alles rundherum keine Bedeutung hatte weil es ohnehin nur Sex war. Er konnte sich also vergnügen mit wem er wollte. Erst als dieses Thema vom Tisch war, er die Strafarbeit erwähnte, die die Alte ihm aufgebrummt hatte drehte sich Yumi in seine Richtung - schenkte ihm ein Grinsen, welches sich auf seinen Lippen widerspiegelte. Der angehende Schauspieler hatte die Schuld auf sich genommen um sie zu schützen wenn man seinen Worten glauben schenken wollte. Yumi verschränkte die Arme vor der Brust und legte den Kopf etwas schief, als sie sein Gesicht musterte. "Wozu? Ich kann auch auf mich selbst aufpassen..." Was versprach er sich davon den Helden zu spielen - sie vor einer Strafe zu bewahren? Er erwähnte die geheimnisvolle Liste, die er auch in der Whats App Nachricht angesprochen hatte. Eine Nachricht, die unbeantwortet blieb. Kurz wich sie seinem Blick aus - fast schon als würde sie sich für diese Liste schämen aber in Wirklichkeit stahl sich doch ein Grinsen auf ihre Lippen als sie ihren Gegenüber wieder ansah. "Jetzt kennst du ja fast alle meine Sünden..." natürlich gab es noch unzählige Andere. Einige, die der Alten nie aufgefallen waren. Einige, die doch viel schwerer wogen als alle Vergehen zusammen. Yumi presste die Lippen aufeinander - fing diesen ganz bestimmten Blick ein, den er ihr schenkte. "Wenn du so weiter machst, machst du mir am Ende fast noch Konkurrenz..."

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | irgendwo in der Universität


    Die leisen Worte der jungen Studentin ließen ihn aufhorchen. Für einen kleinen und gefühlt doch zu langen Augenblick hatte er inne gehalten, genauso wie Yumi selbst. Ob sie darüber nachgedacht hatte ob seine Antwort die gewesen war, die sie hatte hören wollen? Ob es die richtige Antwort war? Oder hatte sie ganz einfach darüber nachgedacht wie lächerlich diese Situation gewesen war. Dass er Alessa dieses Lied vorgespielt hatte obwohl er es im Grunde auch eigentlich gar nicht getan hatte. Es war wahrscheinlich schwer das auch glaubhaft zu erklären weil es ja auch gar nicht anders sein konnte oder? Immerhin hatten die beiden gemeinsam in diesem Raum gesessen, die junge Schülerin neben ihm, aufmerksam hatte sie zugehört aber vielleicht gar nicht so aufmerksam wie eine gewisse andere Blondine, die im gleichen Moment auch an Ort und Stelle war. Heimlich und still und wäre ihre Freundin nicht mit der Tür in den Abstellraum gefallen, wäre es vielleicht auch nie aufgefallen. Wäre es nie heraus gekommen dass sie da geblieben war und nicht gleich das Weite gesucht hatte. So wie sie es doch sonst so gerne tat. „Das habe ich nicht.“, gab er weiter als Antwort, so unsinnig es sich auch anhörte aber Yumi würde verstehen, was er damit meinte. Zumindest hoffte er das, ging eigentlich davon aus. Der Schauspielstudent schaute weiter auf sie, wandt seinen Blick nicht ab während ein breites Grinsen seine Lippen zierte, was sie in dieser Sekunde aber auch gar nicht sehen konnte weil sie ihm weiter den Rücken zudrehte und kurz dachte er sogar daran dass es Absicht war damit es ihm nicht möglich war etwas in ihrem Blick zu erkennen, was sie vielleicht nicht weiter verstecken konnte. „Du musst nicht eifersüchtig sein. Das weißt du.“ Darren hielt sich ein bisschen zurück, versuchte das Grinsen zu unterdrücken obwohl man bestimmt einen leicht amüsierten Ton in seiner Stimme hörte. „Alessa war nur dabei. Mehr nicht.“ Seine Prinzessin war lediglich eine der Zuhörerinnen gewesen. Er hatte das Lied nicht gewählt, hatte sein Herz nicht diesen Song wählen lassen weil er wollte, dass das junge Blondchen ihn hörte. Viel mehr hatte er sich bei der Auswahl leiten lassen. Eben von seinem Herzklopfen, seinen Gedanken, die sich immer um Yumi drehten. Weil er es auch gar nicht mehr versuchte das irgendwie zu unterbinden. Warum auch? Genoss er das sanfte Herzklopfen, das warme Gefühl in seinem Bauch das er hatte, wenn er an die Studentin dachte. An ihre gemeinsamen Momente, das süße Lächeln auf ihren Lippen, die frechen Sprüche und das Blau ihrer Augen. „Du weißt es doch eh schon.“ Daher gab es auch eigentlich nichts wovor er Angst haben musste oder? Obwohl er wusste, dass diese Worte noch einmal alles anders machten, so wusste Yumi längst von seinen Gefühlen. Hatte es ihr oft genug deutlich gemacht, zuletzt im Büro der Wohnheimleitung. Er spürte immer noch ihren warmen Körper an sich, den er in dieser Umarmung an sich heran gedrückt hatte. Diese Umarmung hatte mehr ausgesagt und das wusste auch sie. „Außerdem.. bin ich mir nicht sicher wer hier wirklich Angst hat. Wer sich von uns gegen diese Worte sträubt. Egal ob es darum geht sie auszusprechen oder sie.. zu hören. Oder eher ob.. ich der Einzige hier bin, der diese Angst hat.“, fügte er hinzu und der Blick seiner Augen wanderte an ihr herab, das Grinsen verblasste, er hielt den Kopf gesenkt. „Viel mehr ist es eine Angst dass du mir nicht glaubst.“ Darren presste seine Lippen aufeinander. Natürlich hatte er auch die Sorgen, die Yumi augesprochen hatte. Die Angst, die negativen Gedanken dass es eigentlich alles zerstören konnte. Dass er alles zerstören konnte, wenn er es aussprach, wenn er seine Gefühle in Worte fasste. Aber da war auch schon wieder ein Problem oder? „Und momentan weiß ich auch gar nicht ob ich jemals das was ich fühle wirklich so in Worte fassen könnte. Auch so, dass es bei dir ankommt.“ Manchmal reichten diese drei kleinen und doch besonderen Worte auch gar nicht aus. Weil sie, da hatte die Psychologiestudentin schon Recht, mitunter auch einfach zu oft gesagt wurden. Was ihnen nicht unbedingt die Bedeutung nahm aber es wahrscheinlich schwerer machte ihnen den nötigen Glauben zu schenken. Als Darren ihre Aussage korrigierte, dafür einen amüsierten Kommentar ihrerseits erntete, musste er sich fast zurück halten nicht mit den Augen zu rollen. Stattdessen hob er seine Augenbrauen. „Ah ja, ständig.“, antwortete er, entspannte sein Gesicht und seufzte laut als wäre es ein wirklich anstrengendes Thema. Was es im Grunde irgendwie auch war, denn eigentlich wollte Yumi doch immer nur hören dass sie Recht hatte oder? Dass sie Recht behielt, dass Worte doch nur Worte waren, Taten oft anders aussahen, dass alle Menschen etwas Böses wollten und keine Versprechen an sie gehalten werden konnten.[daren] „Blöd dass ihr uns dazwischen gekommen seid, wirklich.“[/darren] Der Musiker verschränkte seine Arme und schüttelte enttäuscht den Kopf. Enttäuscht darüber dass er jetzt nicht mit Alessa ins Bett oder wahlweise aufs Klavier springen konnte. Derweil war das überhaupt kein Thema gewesen, nicht mehr und selbst Yumi sollte das wissen. Hatte er ihr doch so etwas schon einmal gesagt. „Aber sshh..“ Darren deutete mit seinem Finger erst nach oben, legte ihn dann auf seine Lippen, mit denen er ein schwaches Grinsen formte. Jemand bestimmtes sollte das ja nicht mitbekommen, wo sie letztens ja noch geklärt hatten, dass Darren bald schon seinen Weg ins Kloster beschreiten wird. Der Schauspielstudent erwiderte den Blick ihrer blauen Augen, hob dabei fragend seine Augenbrauen und neigte den Kopf ein bisschen zur Seite. Ein Schmunzeln hielt er zurück. „Ach ja? Das bezweifel ich doch..“ War die Studentin doch schon mehrmals in einer misslichen Lage gewesen. Die zwar mehr etwas mit Alkohol als mit etwas anderem zu tun hatte aber trotzdem passte es nicht ganz zu dem, was sie gerade von sich gab. Aber er schüttelte den Kopf nur und hob folgend seine Schultern. „Es war ja auch mehr meine Schuld gewesen.“, erklärte er schließlich. Weil es irgendwo ja auch stimmte, auch wenn Yumi daran beteiligt war und sich wirklich gut eingebracht hatte, also wirklich sehr gut, hatte er den ersten Schritt gemacht. „Kenn ich sie? Wirklich?“ Tatsächlich hatte er die Liste in seinen Händen am heutigen Morgen gar nicht so genau angeschaut, lediglich ein paar der Punkte waren ihm ins Auge gesprungen und hatten ihn eigentlich wenig überrascht, da Rauchen und Drogen im Wohnheim ja irgendwie zur Tagesordnung gehörten oder? Außerdem ging es ihm im Grunde auch gar nichts an. Es war nicht seine Liste und er war auch niemand, der die Blonde dafür in irgendeiner Weise an den Pranger stellen würde. Immerhin lebte jeder so wie er es für sich am besten hielt. Meistens zumindest. „Ich glaube bis ich das schaffe, bin ich längst fertig mit meinem Studium..“, erwiderte der Bartträger und wirkte dabei beinahe schon enttäuscht, dass er ihre beeindrucke Liste nicht überbieten konnte. „Aber wer weiß, vielleicht war das ja jetzt der Start meiner Laufbahn als einer von den bösen Jungs.“

  • [Irgendwo in der Uni] Cylie & Alessa 


    Das Blondchen spürte die Blicke des anderen Mädchens auf sich. Sie musterte sie als würde sich die Brünette in ihrem Kopf schon ausdenken welche Rolle die Schülerin in dem ganzen Szenario spielte. Eine Frage, die definitiv nicht so leicht zu beantworten war und doch war Alessa sich sicher, dass sie sich schon ihre Gedanken dazu gemacht hatte - ihr Kopf fest am Arbeiten gewesen war - sich wilde Geschichten ausgedacht hatte weil es doch nur eine Antwort geben konnte was man hier in diesem kleinen Raum zu Zweit treiben konnte. Tatsächlich war der Gedanke nicht allzu weit hergeholt wenn man darüber nachdachte wie sich Darren und Alessa kennengelernt hatten - wie es zwischen ihnen weitergegangen war und wo sie heute standen. Die Mundwinkel des blonden Mädchen hoben sich ein kleines bisschen weil ihre Beziehung zueinander wohl wahrscheinlich ein kleines bisschen kompliziert war wenn man all das noch einmal Revue passieren ließ. "Habe ich irgendetwas im Gesicht?" Fast schon theatralisch legte das Blondchen eine Hand an ihre Wange als würde sie sich tatsächlich darüber sorgen aber in Wirklichkeit war es doch nur eine Anspielung darauf, dass ihr der durchdringende Blick der Anderen nicht entgangen war. Keineswegs ein Blick der ihr fremd war. Immerhin bekam Alessa oft genug solche Blicke geschenkt aber manchmal machte sie sich dann doch gerne einen Spaß daraus. Ein Grinsen huschte über ihre geschminkten Lippen als sie sich an der Anderen vorbei schob um den Raum zu verlassen. Hatte das wirklich etwas mit Intelligenz zu tun? Unweigerlich kam der Schülerin diese Frage in den Sinn als sie sich die Worte der Anderen durch den Kopf gehen lies, einen flüchtigen Blick in die Richtung warf in der die blonde Studentin und Darren verschwunden waren bevor sie sich wieder dem Mädchen zuwandte, welches mit ihr zurückgeblieben war. "Gefühle haben selten etwas mit Intelligenz zu tun glaube ich..." Das vorhin noch so taffe Grinsen war verschwunden und war einem leichten Lächeln gewichen. Es war natürlich intelligenter sich in Jemanden zu verlieben, der die gleichen Gefühle für einen selbst hegte - sie erwiderte und einem das zurückgab was man selbst in die Beziehung investierte aber so lief es im Leben nicht. Das Leben hatte ganz andere Pläne. Da verliebte man sich in die beste Freundin oder den besten Freund. Da verliebte man sich in Jemanden für den all das gemeinsam Erlebte wesentlich weniger Bedeutung hatte als für einen selbst. So war die Realität. Von Intelligenz fehlte dabei jede Spur. Kurz senkte Alessa den Kopf und presste ihre Lippen aufeinander bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Mädchen vor sich lenkte, die ihre Vermutung hinsichtlich der blonden Studentin nur bestätigte obwohl sie sie wahrscheinlich doch ein gutes Stück besser kannte als die Schülerin es tat. Für Alessa war sie nur das Mädchen für das Darren sie stehen gelassen hatte - dem er sein Herz geschenkt hatte ob sie es nun wollte oder nicht. Vielleicht schwand allein deshalb ein Groll gegenüber ihr diesem Gespräch mit. "Dann sollte sie es bald herausfinden bevor jemand Anderes entdeckt was sie da verpasst..." Das Blondchen hatte ihre Hände vor der Brust verschränkt und eine Augenbrauche gehoben. Auch wenn es nicht den Anschein hatte das Darren aufgeben würde oder Augen für ein anderes Mädchen außer ihr hatte - so war es doch nur eine Frage der Zeit, oder nicht? Er konnte ihr unmöglich für immer hinterherlaufen - warten bis sie seine Gefühle erwiderte. Irgendwann würde es ihm zu blöd werden. Oder? Fast schon besorgt zog Alessa ihre Augenbrauen zusammen. Auch wenn er es hinter einer Maske verbarg so litt er doch sehr darunter, richtig? Sie sah sein Gesicht wieder vor sich. Sah die Tränen in seinen dunkelbraunen Augen als er zu Ende gespielt hatte. Vielleicht war es nur die Hingabe zur Musik aber das Blondchen hatte das Gefühl als würde er jedes Wort, welches ihm bei diesem Lied über die Lippen gekommen war, auch so meinen. Verrannte er sich da in etwas? So oder so es war seine Entscheidung. Man konnte Niemanden vor seinem eigenen Leid beschützen. Jeder musste es für sich lernen. Und wer war sie schon ihn für diese scheinbar hoffnungslose Situation zu verurteilen. Wieder glitten ihre Gedanken Richtung Hina. Undefinierbare Gefühle gemischt mit Groll und vermengt mit der Sorge um ihren Verbleib und um ihre Freundschaft. Erst als die Andere sie wieder ansprach konnte Alessa sich von den Gedanken rundum ihre Freundin losreißen. "Nein noch nicht aber ich kenne den Weg..." Ein zuckersüßes Lächeln schlich sich auf die Lippen des Blondchens als wäre nichts gewesen. "Darren hat mich ja hierher begleitet..." Ihre Augen funkelten ein kleines bisschen als sie den Lockenkopf erwähnte - fast so als würde sie mit purer Absicht auf diese Weise über ihn sprechen - vielleicht letztendlich genau um einer gewissen Blondine bewusst zu machen, dass sie in die Gänge kommen sollte - sich entscheiden sollte was genau sie von dem Schauspielstudenten wollte. Alessa war sich fast schon sicher, dass dieser dezente Hinweis an die Brünette seinen Weg zu Yumi finden würde. Anscheinend hatte das Mädchen mit den braunen Haaren sich still entschlossen die Schülerin doch nach draußen zu begleiten, den sie war es die bereits die ersten Schritte in Richtung Ausgang getan. "Ursprünglich aus Destiny Valley..." antwortete das Blondchen der Anderen knapp bevor sie sich nach einigen Schritten doch entschloss ihre Aussage ein wenig auszuschmücken. "Keine Angst das muss man nicht kennen. Es ist ein kleines Kaff..." Aber irgendwie war die Zeit dort schöner gewesen, oder? Zumindest hatte sie da noch einen Anflug von Familie. Nun waren sie alle irgendwie verstreut und man sah sich eigentlich nur noch selten. Selbst ihre beiden Brüder hatte sie seit einer halben Ewigkeit nicht mehr zu Gesicht bekommen.



    [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi

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    Wahrscheinlich hatte sie zu lange geschwiegen - hatte ihm so unbewusst Raum für Interpretationen und Spekulationen gelassen. Es war nicht das erste Mal, dass er zu viel in ihr Schweigen hineininterpretierte. Aber war es auch so? Spielte sich all das wirklich nur in seinem Kopf ab oder steckte im Grunde ein Fünkchen Wahrheit dahinter und sie wollte es sich einfach nicht eingestehen weil das nur Probleme mit sich brachte? Sie bereute es überhaupt stehen geblieben und nicht weiter gerannt zu sein - bereute ihre Inkonsequenz ihm gegenüber und doch hatte sie im Grunde keine Wahl, war ein Opfer ihrer eigenen Bedürfnisse. Yumi lies den Kopf sinken, war nach wie vor froh darüber sich noch nicht zu ihm umgedreht zu haben und doch genügte es seine Stimme zu hören um ihr eine Gänsehaut zu verpassen. Sie jagte über ihren gesamten Körper als die Blonde ihre Lippen aufeinander presste. Unweigerlich spürte sie wie ihr Herzschlag sich beschleunigte. War es Freude, die sie verspürte oder schlichtweg einfach Panik? Es war fast so als vermischten sich diese beiden Gefühle in ihrer Brust. Sie erloschen aber im selben Moment als seine folgenden Worte an ihr Ohr drangen. Yumi schluckte. Eifersucht. Nein. Niemals. Es gab keinen Grund dafür und dennoch fühlte sie sich irgendwie ertappt als sie den amüsierten Ton in seiner Stimme erkannte, der seiner Aussage mitschwang. "Ich bin nicht eifersüchtig." kam es fast schon trotzig und nicht minder energisch über ihre Lippen ohne das sie den Lockenkopf ansah- Vielleicht weil sie fürchtete das er so nur mehr an ihrer Aussage zweifeln könnte. Yumi spürte eine leichte Hitze in ihren Wangen. Ärger? Oder steckte im Grunde mehr dahinter. Eine Wahrheit vor der sie selbst die Augen verschloss weil sie wusste das es nicht fair war eifersüchtig zu sein obwohl man selbst nicht bereit war einen Schritt weiter zu gehen - den Spaß hinter sich zu lassen. Mehr daraus zu machen. Sie provozierte ihn weiter. Wollte ihm vielleicht entlocken, dass er Angst hatte diese besagten Worte auszusprechen - wollte ihm diese bestimmten Worte letztendlich vielleicht auch entlocken um ihn so besser von sich zu stoßen. Es passierte nichts von alldem. Weder lockte sie ihm damit aus der Reserve noch verlor er die Geduld. Er sprach weiterhin ruhig, war nicht aus der Fassung zu bringen obwohl er all diese Worte so direkt aussprach als hätte er keinerlei Angst sie könnte sie nutzen um ihn noch mehr zu verletzen. Stattdessen sprach er das Offensichtliche aus. Die Tatsache, dass sie ohnehin über seine Gefühle Bescheid wusste. Egal ob er diese Worte nun ausgesprochen hatte - sie in ein Lied verpackte, dass für sie bestimmt war aber letztendlich doch nicht an ihr Ohr dringen hatte sollen. Er fuhr fort und nach wie vor hörte sie ihm zu, lies seine Worte auf sich wirken bevor ihr ein amüsierter Laut entfuhr. "Ist es so leichter zu ertragen?" fragte sie ihn schließlich aber drehte sich nicht in seine Richtung um einen gewissen Abstand zu wahren. "Sich einfach einzureden ich hätte Angst vor Gefühlen..." Sie fügte diese Wortfetzen hinzu, spuckte sie förmlich aus und spürte seinen Blick dabei auf sich. Sie sah seinen Welpenblick förmlich vor ihrem inneren Auge und zögerte kurz. Weil sie ihn eigentlich gar nicht verletzen wollte? Weil sie wusste das er Recht hatte? Weil sie fürchtete er würde wirklich gehen? Ihre Stimme wurde etwas ruhiger als er das aussprach was ihm wirklich Angst machte. "Es ist doch egal ob ich dir glaube oder nicht..." Kurz machte sie eine Pause, spürte wie ihre Unterlippe zitterte als sie fortfahren wollte. "Es ändert nichts." Yumi schob den Ärmel ihrer dünnen Jacke etwas nach oben, strich über ihren eigenen Unterarm, der nun freigelegt war. Ihre Lippen bildeten ein leichtes Lächeln - vielmehr ein Schmunzeln. "Du bist Schauspieler und Musiker... solltest du nicht mit Worten umgehen können?" Sie strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr. Ein Versuch wieder ein leichteres Thema zu finden? Ein Versuch von dem anderen Thema abzulenken? Vielleicht hoffte ein Teil von ihr das es einfach so weitergehen konnte wenn sie es stillschwieg. Er zog ihr Kommentar hinsichtlich seiner Neigung dazu mit Freunden ins Bett zu hüpfen ins Lächerliche. Vielleicht um klarzustellen wie abwegig dieser Gedanke war und doch war sie dem Lockenkopf ein kleines bisschen voraus. Nur weil er sich nicht mehr an die Halloweennacht erinnerte galt das nicht auch für sie. Mehrmals hatte er ihr versichert, dass es ein Fehler war - hatte ihr danach auch immer wieder gesagt, dass er Niemanden außer ihr wollte. Als sie sich folgend zu ihm umdrehte trafen sich ihre Blicke. Auf seinen Lippen lag noch ein schwaches Grinsen, welches seine letzte Aussage begleitete. Es spiegelte sich eine Sekunde lang auch auf den ihren. Ein einziger Blick genügte und sie wusste, dass sie all diese Worte nicht mit so einer Leichtigkeit über die Lippen gebracht hätte wenn sie ihn angesehen hatte. Diese Erkenntnis machte ihr irgendwie Angst - schürte den Drang in ihr Abstand zu suchen. Abstand zu ihm. Abstand zu dem was er in ihr auslöste. Darren zweifelte an ihren Worten. Natürlich. Er hielt sie für ein hilfloses Ding. Was sonst. "Ich brauche Niemanden der meine Strafarbeiten für mich erledigt..." kam es über die Lippen der jungen Studentin als sie ihn durch ihre blauen Augen ansah während er die Schuld weiterhin auf sich nahm. Auch hier. Weit entfernt vom Büro der Wohnheimleitung. "Dazu gehören ja wohl immer noch mindestens zwei..." Sie hob eine Augenbraue. Immerhin war es jetzt nicht so als hätte der Lockenkopf sie zu irgendetwas gezwungen. Es ging ihr weniger darum das es gerecht zuging und mehr darum dem Anderen zu beweisen, dass sie niemanden brauchte der sie vor den bösen Dingen in der Welt beschützte. Sie kam damit selbst zurecht. Schon eine ganze Weile. Eine andere Möglichkeit war ihr ja nicht geblieben. Als ihre Liste mit Vergehen das Thema war hinterfragte er ihre Aussage woraufhin ein leichtes Grinsen auf den Lippen der Studentin erschien. Sie lies ihn dabei nicht aus den Augen sondern kam ihm sogar einen Schritt näher. "Nein. Nicht einmal annähernd. Sonst wärst du nicht mehr hier..." Das Grinsen verschwand nicht von ihren Lippen und doch flüchtete sie einen Moment vor seinem Blick bevor sie ihren Kopf wieder ein Stück anhob und sein Schauspiel beobachtete als es darum ging der Psychologiestudentin Konkurrenz zu machen mit ihrer Liste. "Hmmh ich weiß ja nicht. Ich glaube das steht dir nicht..." gab Yumi schließlich zu bedenken. Böse Jungs hatten ganz sicher ihren Reiz aber Darren war einfach keiner von ihnen da war sich die Blonde sicher - unabhängig davon wie gut oder schlecht sie einander kannten. Ihr Blick wanderte über das Gesicht ihres Gegenübers bevor sie wieder in seine dunkelbraunen Augen eintauchte. Augen logen nicht und diese Augen gehörten ganz sicher nicht zu einem schlechten Menschen.

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    Cylie & Alessa | in der Eingangshalle der Universität


    Auf den dicken Backen der jungen Studentin legte sich eine zarte rosa Farbe als die Blonde sie etwas fragte. „Oh äh..“ Erst jetzt fiel ihr wirklich auf wie lange sie die Andere angestarrt hatte. Schon etwas unhöflich. „Nein, tut mir leid.“ Cylie schüttelte ihren Kopf ganz schnell und kratzte sich verlegen am Hinterkopf während sie ihr ein Lächeln schenkte. „Dachte nur dass du mir irgendwie bekannt vor kommst. Aber ich sehe so viele Gesichter jeden Tag..“ Ob das jetzt bedeutete dass sie nur eine von vielen war und gar keinen richtigen Eindruck hinterließ? War das jetzt genauso unhöflich? Die Medizinstudentin räusperte sich und dachte nicht weiter darüber nach, versuchte das zumindest aber der Blondschopf gab ihr gleich wieder einen Grund sich Gedanken zu machen. „Hm, da hast du Recht. Es wäre aber nicht schlecht wenn man seinen Kopf manchmal einschalten würde.“, sagte sie dazu, schmunzelte, mit dem Wissen dass sie selbst ihren Kopf und ihren Verstand vollkommen ausgeschalten hatte was ihre Gefühle anging. Sonst hätte sie sich wohl kaum in ihren besten Freund verliebt oder? Das war nicht wirklich intelligent. Weil man die Freundschaft so leicht damit zerstören konnte. Natürlich gab es auch die Möglichkeit dass sich daraus eine wunderbare Beziehung entwickelte aber momentan zweifelte die angehende Ärztin daran. Vorallem jetzt da Leila wieder im Lande war. Wo sie sich schon begegnet waren, nachdem sie seinen Blick gesehen hatte. Nachdem er sich seit viel zu langer Zeit schon nicht mehr gemeldet hatte. Beinahe wäre ihr ein leises Seufzen über die Lippen gekommen, wie eigentlich schon sooft aber sie hielt es zurück und wandt sich lieber wieder an das junge Mädchen, das sie nach draußen begleiten wollte. Damit sie sich nicht auch noch in der doch recht großen Universität verlief. Immerhin war ihre nette Begleitung ja jetzt nicht mehr hier. „So verliebt wie der Typ wirkt, wäre ihm egal ob da jemand Anderes was entdeckt.“ Cylie warf noch einmal einen Blick in die Richtung in der sie verschwunden waren, hatte eine Augenbraue angehoben. Dann schüttelte sie den Kopf und sie ignorierte auch die offensichtliche Anspielung des Mädchens, warf ihr aber trotzdem nochmal einen prüfenden Blick zu. Sie würde es ja hoffentlich nicht weiter versuchen.. nachdem was gerade passiert war. Schließlich war es ja klar dass sie keine Chance mehr bei dem Wuschelkopf hatte oder? Ansonsten hätte er das Lied wohl eher für sie gespielt und nicht für Yumi. Also es war zwar mit keinem Wort erwähnt worden dass das Musikstück, das der Student dort am Klavier zum Besten gegeben hatte, auch wirklich ihrer neuen Freundin gewidmet war aber.. eigentlich brauchte das auch gar keine Worte. Das verstand sogar Cylie selbst und die war manchmal ein bisschen schwer von Begriff. Teilweise. Die beiden waren nur ein paar Schritte gegangen bis sie abrupt stehen blieb, als das Mädchen diesen Namen aussprach und die Studentin sich zu ihr herum drehte. Dabei den Kopf auch etwas anhob, schließlich war sie auch ein bisschen kleiner. „Was? Echt jetzt?“ Wahrscheinlich kam sie dem vielleicht doch nicht so fremden Mädchen im nächsten Augenblick ein bisschen zu nahe, als könnte sie mehr erkennen oder als würde es endlich Klick machen je näher sie ihr kam aber es dauerte auch nur ein paar Sekunden bis sie schließlich wieder etwas Abstand zwischen sie brachte und mit der Faust auf ihre flache Hand klopfte. „Daher kommst du mir so bekannt vor.“ Cylie neigte den Kopf zur Seite und ihre grünen Augen wurden kleiner während sie überlegte zu welcher Familie sie gehörte. Wobei gefühlt sowieso alle in eine Familie gehörten aber auf den Gedanken ging sie gar nicht näher ein. „Meine Güte, sind denn alle aus diesem alten Dorf hierher gezogen?“ Zuerst rollte die Brünette mit ihren grünen Augen, dann drehte sie sich herum und ging weiter, sodass sie schon bald die große Eingangshalle der großen Universität erreichten. Zwar ein Umweg für sie aber sie wollte die Schülerin dann auch nicht so einfach da stehen lassen.. auch wenn sie gesagt hatte, das sie den Weg kannte aber das dachten auch alle Erstis und die verliefen sich sowieso immer. „Da denkt man, man kann seiner Vergangenheit irgendwie entfliehen und dann verfolgt sie einen doch immer wieder.“, sagte sie und schmunzelte. Nicht dass sie jetzt schmerzvolle Erinnerungen mit dem Mädchen teilte oder so etwas aber es fiel einem einfach schwerer etwas hinter sich zu lassen, wenn man immer wieder in welcher Form auch immer damit konfrontiert wurde.




    3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | irgendwo in der Universität


    Je länger die jungen Studenten hier in den Fluren der Universität standen, je länger Darren den Anblick ihres entzückenden Rückens und mehr genießen durfte, je mehr Sekunden und Minuten verstrichen in denen sie ihm keinen Blick würdigte und sich versteckte, ihr Gesicht und ihre Mimik geheim hielt, desto stärker wurde das Gefühl, das Bedürfnis, der Wunsch einfach diesen Schritt zu gehen und den Abstand, der sich zwischen ihnen aufgebaut hatte, zu überwinden. Ihn hinter sich zu lassen und sie in seine Arme zu schließen. Seinen Kopf auf ihre Schulter zu legen, sich in ihrer blonden Mähne zu vergraben, den süßlichen Duft ihres Shampoos zu riechen. Der Musiker verlor sich kurz in diesem Tagtraum, spürte eine Gänsehaut auf seinem Körper bei dieser Vorstellung und sogar ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen. Vielleicht wäre das besser so, dann konnten ihm auch keine Worte mehr über die Lippen kommen, die einen falschen Eindruck erweckten. Worte, die Yumi nicht hören wollte aber gleichzeitig wollte er alles aussprechen was in seinem Kopf herum spukte, wollte die Studentin Teil haben lassen, auch wenn sie sich davor vielleicht fürchtete oder ganz einfach keine Lust hatte, sich das anzuhören, was er zu sagen hatte. Weil es manchmal bestimmt auch zu viel war. Nicht unbedingt zu viele Worte, eher zu viel Gefühl. Ihr Widerspruch, der ihr trotzig wie von einem kleinen Kind über die Lippen kam, der brachte den Studenten zum Schmunzeln aber es kam ihm dabei kein Laut aus der Kehle. Eher zog er seine Mundwinkel nach oben, hielt kurz die Hand vor seinen Mund damit kein Geräusch zu hören war. Yumi konnte das ja eh nicht sehen, hatte sie ihm weiter den Rücken zugedreht. „Okay.“, antwortete er, sagte er darauf und ließ es ein wenig gleichgültig klingen. Ließ offen was er zu ihrem Kommentar dachte. Ob er ihre Antwort belächelte, ihr nicht glaubte oder einfach dass er es gehört hatte und ihre Worte angekommen waren. Wie auch immer. Ihre Stimme hatte sie schon verraten, dieser gewisse Unterton. Diese Bemühungen glaubhaft zu klingen und nicht so als hätte er sie ertappt. „Wenn du das sagst.“ Darren hatte seine Arme wieder vor seiner Brust verschränkt. Hielt seinen Kopf gesenkt während er sprach. Auch als Yumi ihm folgend diese Worte entgegenspuckte. War es das? War es leichter sich das einzureden und tat er es überhaupt? Es war nicht das erste Mal während dieser Unterhaltung dass der junge Student für einen Moment lang sprachlos war, sich das von ihr Gesagte mehr als einmal durch den Kopf gehen ließ aber auch diesmal hob er seine Schultern. „Mach ich das?“, sagte er schließlich und neigte den Kopf zur Seite wobei ihm eine längere Locke auf die Stirn rollte. Der Kerl lächelte und wischte sie wieder zur Seite. „Wir werden sehen.“ Ob er sich etwas zusammen sponn was es gar nicht gab. Wer am Ende Recht hatte, auch wenn er nicht wusste wann und was dieses Ende genau war. Wer sich dann etwas einredete. Obwohl es hier kein Wettbewerb war, kein Rennen, kein Streit oder Kampf um das Rechthaben. „Für dich mag das vielleicht egal sein aber es.. das ist kein schönes Gefühl.“, erwiderte er, strich sich mit den Fingern über den Hinterkopf, platzierte seine Hand an seinem Hals und legte auch den Kopf auf diese Seite während er seine andere Hand an seine Hüfte legte. „Wenn du Jemanden etwas sagen willst, dich um Kopf und Kragen redest, das Gefühl hast es endlich geschafft zu haben alles was einem im Kopf herum geht richtig gesagt zu haben und dann.. dann glaubt einem diese bestimmte Person nicht. Oder lacht. Oder belächelt es nur.. müde und desinteressiert.“ Darren hatte seinen Blick bei diesen Worten von ihr abgewandt, hatte auf den Boden gesehen und erst als er zuende gesprochen hatte, schaute er wieder auf, durchbohrte sie förmlich mit seinem Blick da sie wahrscheinlich genauso gut wusste, was er damit sagen wollte. Passierte es ja doch ein paar Mal dass Yumi genau das tat. „Aber manchmal können diese Menschen wohl auch gar nicht anders. Weil sie einfach so sind, es sein wollen oder eben nicht wissen wie sie damit umgehen sollen. Weil sie es vielleicht auch nie gelernt haben? Noch nie erlebt haben? Wer weiß das schon so genau.“ Das leichte Schmunzeln der Studentin holte auch ihn ehe er ihr antwortete, dabei den Blick kurz von ihr abwand. „Oh naja.. ich lerne ja noch, ich bin nicht perfekt.“, sagte er zu seiner Verteidigung und hob zudem auch noch seine Hände kurz in die Höhe, ein Lachen verließ seine Lippen was sich zu einem Grinsen wandelte während Yumi sich herum drehte und schließlich auch einen Schritt auf ihn zukam. Darren widersprach ihr nicht weiter, hatte es doch eh keinen Sinn und es war ihm eigentlich auch egal was sie dazu sagte. Was sie davon hielt und darüber dachte. Darren hatte sich dafür entschieden die Sache selbst zu erledigen, die Schuld auf sich zu nehmen und damit war das Thema auch erledigt und vom Tisch. Stattdessen hob er seine Augenbrauen als die Blonde ihm die Rolle als bösen Junge nicht abnehmen wollte. „Wirklich nicht? Hm..“ Darren legte seine Finger an das bärtige Kinn, überlegte scharf oder tat zumindest so bis ein enttäuschtes Seufzen seine Lippen verließ und er seine Schultern kurz hängen ließ. Ein bisschen sehr traurig darüber wirkte dass er diesen Part anscheinend nicht spielen konnte. Obwohl dem natürlich nicht so war. „Vielleicht ist das ja genau der Plan, nicht danach auszusehen..“ Er stemmte seine Hände in die Hüften und erwiderte den starren Blick der Anderen, war für einen Moment auch nicht in der Lage das zu sagen, was ihm auf der Zunge lag. Nicht etwa weil er sich nicht traute oder mal wieder nicht die richtigen Worte fand, viel mehr weil ihn dieser Blick des Mädchens einnahm. Sein Mund öffnete sich einen Spalt bis eine Tür wenige Meter weiter mit einem Ruck aufschlug und keine Sekunde später einige Studenten heraus strömten. Manche langsamer und manche schneller, fast so als würden sie verfolgt werden. Von zu viel Wissen oder einem verrückten Professor, was ihn bei manchen Gestalten hier auch nicht wundern würde. Jedoch konnte er sich darüber auch gar keine Gedanken machen und wollte es auch gar nicht, war weiter in ihren Bann gezogen, war in ihren blauen Augen verloren. Darren streckte seine Hand aus, berührte die zarte Haut ihrer Finger und umschloss sie, hielt sie fest. Als könnten sie sich zwischen den fremden Studenten verlieren, die gerade an ihnen vorbei liefen. Sein Herz klopfte jetzt viel schneller. Niemals würde er sie aus den Augen verlieren.

  • [Irgendwo in der Uni] Cylie & Alessa - Alessa geht

    Ihre Frage hatte den gewünschten Effekt - verunsicherte die Andere so wie Alessa es erwartet hatte - vielleicht auch ein Stück weit beabsichtigt hatte. Nicht weil sie es unbedingt darauf anlegte dieses Mädchen vorzuführen. Keineswegs. Sie kannten einander doch gar nicht - hatten keinerlei Verbindungen zum jeweils Anderen - richtig? Dennoch war es dem Blondchen irgendwie unangenehm so von der Studentin gemustert zu werden. Sie war es gewohnt die Blicke auf sich zu ziehen - neidische wie auch bewundernde. Sie waren in gleichem Maße vorhanden aber gerade konnte sie das nicht brauchen. Gerade konnte Alessa sogar gut und gerne darauf verzichten. Sie war mit sich selbst beschäftigt und mir ihren eigenen Gedanken, die sich größtenteils um eine ganz bestimmte Person drehten. All die Bewunderung konnte ihr erspart bleiben - war eigentlich nicht länger wichtig oder auch nur im Entferntesten relevant. Wahrscheinlich verschaffte es dem Blondchen auch deshalb keinerlei Befriedigung dieses Mädchen vorzuführen und sich anschließend darüber zu amüsieren wie unangenehm es ihr nun war dabei ertappt worden zu sein. Sie lauschte der Entschuldigung oder vielmehr der Erklärung der Brünetten nur mit einem Ohr. Genau genommen fiel es ihr überhaupt schwer ihren Worten zu folgen. Darrens Anwesenheit hatte sie zwar ein kleines bisschen abgelenkt aber nicht zuletzt war sie es, die ihn weggeschickt hat um diesem anderen Mädchen hinterher zu laufen. Ein Teil von ihr hatte vielleicht gehofft, dass er bei ihr geblieben wäre - das er gesehen hätte das es ihr nicht gut ging aber das war wohl zu viel verlangt gewesen. Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihre Lippen und eine fast schon unerträgliche Einsamkeit ergriff von ihr Besitz. Hier. Inmitten dieser Uni. Umringt von Menschen. "Kopf und Herz wollen manchmal unterschiedliche Dinge..." fügte Alessa fast schon beiläufig der Aussage des anderen Mädchens hinzu. Ihr Kopf sagte Hina und sie sollten zurückrudern bevor sie alles kaputt machten - alles was sie in all den Jahren aufgebaut hatten. Eine unzertrennliche Freundschaft. Aber ihr Herz wollte mehr. Ihrem Herzen reichte das nicht mehr. Wegen einem einzigen Kuss. Wegen einer einzigen Nacht. Es konnte nicht genug von diesem wunderbaren Mädchen bekommen und ertrug den Gedanken nicht das irgendjemand Anderes ihr nahe war. Kurz huschte ihr Blick zu der Studentin neben sich. Ob sie sich an ihre eigenen Worte halten konnte? Wenn ja - war sie jemals wirklich verliebt gewesen? Mit Vernunft hatte das nur wenig zu tun. Sie drehte sich ebenfalls noch einmal in die Richtung in der die beiden Anderen verschwunden waren aber entdeckte sie natürlich nicht. Sie hatte es auch gar nicht erwartet. Über das Kommentar der Brünetten musste die Schülerin fast ein wenig schmunzeln. Offensichtlich glaubte da Jemand an die ganz große Liebe. "Glaubst du...?" gab Alessa zu bedenken während sie nachharkte und eine Augenbraue nach oben zog als zweifle sie an der Aussage der Anderen. In Wirklichkeit hatte sie es auch schon längst in seinen Augen gesehen. Sie hatte es am eigenen Leibe gespürt und zu diesem Zeitpunkt nur noch nicht wahrhaben wollen. Seine Gedanken waren bei ihr noch bevor er sich seiner Gefühle überhaupt bewusst geworden war. "Wie romantisch..." Das Lächeln, welches dem Blondchen über die Lippen huschte lies schwer erahnen ob sie dieses Verhalten belächelte oder ob ihre Worte auch wirklich ernst gemeint waren. Jemand der nur Augen für einen selbst hatte. Bedingungslose Liebe. Wie fühlte sich so etwas an? War es vergleichbar mit den bewundernden Blicken, die ihr immer wieder geschenkt wurden oder übertraf es dieses Gefühl? Die Studentin begleitete sie schließlich doch in Richtung Ausgang. Vielleicht hatte sie nichts besseres zu tun oder sie hatte Angst, dass sie einem bestimmten Schauspielstudenten schöne Augen machte und tat ihrer blonden Freundin einen Gefallen indem sie sie von ihm weglockte. Was es auch war. Es spielte keine Rolle. Sie musste so oder so zurück zum Unterricht und ob sie den Weg alleine ging oder mit ihrem kleinen Bodyguard war einerlei. Sie sprachen über nichtige Dinge und eigentlich überraschte es das Blondchen gar nicht, dass die Andere ebenfalls aus Destiny Valley kam. Gefühlt lief man immer wieder bekannten Gesichtern über den Weg. Nicht das Alessa sich auch nur im Entferntesten an dieses Mädchen erinnerte aber es war doch irgendwie allseits bekannt, dass sich Viele hier in Riverport niedergelassen hatten. "Ich wurde einfach mitgenommen - mich trifft keine Schuld..." Die Schülerin hob ihre Hände und schlug ihre Augen nieder als würde sie sich dafür rechtfertigen. "...aber ich bin nicht beleidigt. In Riverport ist wenigstens ein bisschen mehr los als in diesem Kaff..." Natürlich war es nicht vergleichbar mit den richtig großen Städten, in die es Alessa schon seit jeher zog aber es war zumindest ein erster Schritt. Die folgenden Worte der Brünetten hörte sie schon gar nicht mehr weil ihr Handy einige neue Nachrichten ankündigte. Sie zögerte keine Sekunde und kramte in ihrer Tasche nach dem gesuchten Objekt. Es dauerte nicht lange und das Blondchen zog ihr Handy aus der Tasche. Der Blick ihrer roten Augen schnellte über den Bildschirm. Erleichterung und Sorge spiegelten sich in gleichem Maße in ihrem Gesicht. Sie biss sich auf die Unterlippe und hob ihren Kopf an, fixierte im nächsten Moment schon den Ausgang. "Ich muss los." Mit diesen Worten verabschiedete sich Alessa von der Studentin und rannte in Richtung Bushaltestelle. Das Handy hielt sie in ihrer Hand - fest umklammert. Als müsse sie sich an Irgendetwas festhalten. Auch wenn es ihr keinen Halt spendete. Glücklicherweise erwischte sie noch den Bus in Richtung Krankenhaus. Außer Atem tippte das Blondchen ihre Nachrichten, spürte ein Brennen in den Augen - spürte wie ihr Herz raste.



    [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi

    Seine Antwort war nichtssagend. Emotionslos. Lies nicht erahnen was wirklich in ihm vorging. Diese Situation stand fast schon im Gegensatz zu dem was dort in diesem Raum passiert war. Er war Schauspieler. Natürlich beherrschte er das wenn er wollte - konnte seine Emotionen kontrollieren wie es ihm gerade passte. Wahrscheinlich war es ein Leichtes für ihn - kostete ihn nicht einmal sonderlich viel Mühe. Die Tatsache, dass es kein Widerspruch war beruhigte die Studentin wieder ein Stück weit. Tatsächlich hatte sie vielmehr damit gerechnet, dass es wieder in einer Diskussion endete bei der Darren wieder glaubte besser über sie Bescheid zu wissen als sie es selbst tat. Ja vielleicht wusste die Blonde nicht immer genau was sie wollte aber das gab dem Lockenkopf noch lange nicht das Recht irgendwelche Vermutungen anzustellen. Er kannte sie nicht - höchstens einen Teil von ihr - den Teil den sie bereit was zu zeigen. Doch Yumi wog sich zu früh in Sicherheit. Seine folgenden Worte führten dazu das sie ihre Lippen aufeinander presste. Für einen Moment schloss sie ihre blauen Augen und atmete tief ein und schließlich wieder aus. Gedanklich wiederholte sie seine Worte. Worte, die darauf schließen ließen das er den ihren nicht glaubte - sie anzweifelte - glaubte es besser zu wissen - sie besser zu kennen. Sie schwieg. Lies seine Worte fürs Erste unkommentiert - setzte stattdessen an einer anderen Stelle an um ihm zum wiederholten Male klar zu machen, das er sich in einer Einbahnstraße befand. Seine ruhige Stimme mit der auch dieses Mal ihre Aussage in Frage stellte machte die Studentin fast ein kleines bisschen wütend und als er es mit wenigen Worten abtat war es zu viel für sie. Yumi ballte ihre Hände zu Fäusten und grub ihre Fingernägel in ihre Handinnenfläche bis es schmerzte. Ihre Knöchel traten weißlich hervor. An seiner Stimme erkannte die Studentin das er lächelte. "Du bist dir deiner Sache ganz schön sicher, oder?" Die Studentin löste ihre verkrampfte Handhaltung aber war dadurch nicht minder angespannt. "Du glaubst über alles Bescheid zu wissen - alles besser zu wissen..." fuhr sie schließlich fort ohne auch nur seine Antwort abzuwarten oder ihm die Möglichkeit zu geben etwas zu erwidern - ihr gar zu widersprechen. Sie dachte an das Lied. Vielmehr den Text und schüttelte fast schon beiläufig den Kopf. "Du glaubst mich zu kennen aber in Wirklichkeit hast du keine Ahnung wer ich bin.." Die Blonde strich sich immer wieder über den Unterarm, bemerkte das Zittern in ihrer Stimme. Niemals könnte er diese Gefühle für Jemanden wie sie empfinden wenn er um all ihre zweifelhaften Entscheidungen wüsste. Niemals könnte er so Jemanden lieben. Das war unmöglich. Keiner von ihnen konnte das. Sie liebten nur die Vorstellung von ihr. Ihr vergangenes Ich oder das freiheitsliebende Mädchen, dass so unheimlich gerne seinen Spaß hatte. Was es auch war. All das war nur ein Teil von ihr. "Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich nicht mehr will..." rechtfertigte Yumi ihr Handeln. Es war schon immer zum Scheitern verurteilt gewesen. Gefühle hätten niemals eine Rolle spielen dürfen und doch stand er jetzt hier vor ihr und sprach genau davon. Das es sich nicht gut anfühlte wenn nur auf einer Seite Gefühle da waren, war irgendwie klar. Das sagte einem der Hausverstand und doch war er rettungslos in sein Verderben gelaufen. Trotz mehrmaliger Warnung. Er wollte weitermachen - wollte auf sich selbst aufpassen. Das hatte wohl nicht so gut geklappt. Sie spürte wie sein Blick sie durchbohrte noch bevor sie sich in seine Richtung gedreht hatte. Er ruderte mit seinen Worten ein Stück weit zurück - versuchte ihr vielleicht so etwas in der Art wie Verständnis entgegen zu bringen. "Du scheinst ja eine Menge Ahnung von diesen Menschen zu haben..." Wahrscheinlich war der Hauch Sarkasmus in ihrer Stimme nicht zu überhören. Ihre ablehnende Körperhaltung, die sie nun eingenommen hatte sprach wohl auch für sich. So hatte Yumi ihre Hände vor der Brust verschränkt und hob eine Augenbraue als sie ihren Blick über den Hobbypsychologen gleiten lies. Es war nun nicht mehr so leicht ihm bissige Kommentare entgegen zu schleudern wenn er sie mit seinen dunkelbraunen Augen musterte - sie mit einem warmen Blick ansah und trotzdem ein Lächeln auf den Lippen trug. Obwohl sie ihn immer weiter verletzte. Mit Worten. Mit Taten. Sein Lachen jagte ihr eine Gänsehaut durch den Körper und kurz verspürte Yumi den Wunsch das letzte bisschen Raum zu überwinden, der sie trennte - verspürte den Wunsch ihm zu glauben und erschrak zugleich über ihre eigenen Gedanken. Sie sahen einander an - scherzten über banale Dinge bevor eine Stille zwischen ihnen einkehrte in sie einfach nur den Blick ihres Gegenüber erwiderten. Diese Gefühle - ausgesprochen aber zugleich auch unausgesprochen schwebten zwischen ihnen aber keiner machte Anstalten etwas an der Stille zu ändern. Bis auf die Tür in ihrer Nähe, die plötzlich aufgerissen wurde - den Moment ein Stück weit zerstörten oder retteten - wie auch immer man es sehen wollte. Es dauerte nicht lange und am Gang wuselte es von Studenten. Studenten die nach Hause eilten oder in ihre nächste Vorlesung. Yumi spürte seine Hand, die die ihre umschloss. Sie festhielt. Als hätte er Angst sie in diesem Trubel zu verlieren. Dabei gab es doch gar nichts zu verlieren. Überhaupt nichts. Kurz senkte Yumi ihren Blick. Schluckte. Vertrieb das ungute Gefühl in ihrer Magengrube bevor sie wieder in die braunen Augen ihres Gegenübers sah. "Darren..." begann sie langsam und gab sich Mühe so neutral wie nur irgendwie möglich zu klingen. Die Studentin selbst ignorierte das Wissen darum das ihr diese Situation nicht so egal war wie sie es gerne gehabt hätte. "...wir sollten uns nicht mehr sehn." Noch immer spürte sie den Druck seiner Hand, die ihre festhielt - fühlte sich nicht in der Lage sich ihm zu entziehen obwohl sie es mit ihren Worten doch ein Stück weit tat. Das Herz in ihrer Brust klopfte schneller - verriet Dinge, die die Blonde nicht wahrhaben wollte. Immer wieder dachte sie an den Songtext. Immer wieder kam er ihr in den Sinn und wühlte sie mehr auf als sie sich eingestand...

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | irgendwo in der Universität


    Der junge Mann verschränkte seine Arme vor der Brust. Nahm dadurch wahrscheinlich eher unbewusst eine abwehrende Haltung ein, die sich jedoch keineswegs in seinem Gesicht wiederspiegelte. Trotzdem verhärteten sich seine Gesichtszüge und abermals ließ er keine Reaktion zu, hörte sich die Worte der offensichtlich wütenden Yumi an, die ihre Hände geballt hatte. Man hörte es an ihrer Stimmung und an ihrer Haltung. Dazu brauchte er nicht mal ihr hübsches Gesicht sehen. Es reichte aus sie so zu sehen, so bei ihr zu sein. Nur für einen Moment gab er sich diesen Anblick, dann ließ er seinen Kopf sinken, ließ gleichzeitig auch alle ihre Worte auf sich nieder prasseln. Sein Mund öffnete sich einen Spalt als wollte er jede Sekunde eine Antwort geben, jedoch sagte er nichts weil er auch gar nicht wirklich dazu kam. Viel mehr war es die Blonde, die diesen Schwall an Worten hinspuckte. Während ihre Stimme zitterte und das blieb dem Schauspielstudenten nicht verborgen. „Es tut mir leid.“, sagte er schließlich während einer kurzen Pause, während die Studentin Luft holte. Er löste seine Haltung, hob seine Hände und legte sie auf sein Gesicht. Er wischte sich über die mittlerweile wieder trockenen Augen während er zeitgleich seinen Kopf wieder ein Stück an hob, ihren Blick einfing nachdem er nach einem kurzen Moment seine Augen wieder geöffnet hatten. „Das.. ist ein Fehler von mir.“ Seine Stimme war leise, hatte eigentlich keine Chance gegen die der anderen und dennoch hielt sie inne, war wahrscheinlich auch schon längst fertig mit ihrer Ansprache. Fertig mit ihm. „Ich weiß nicht woher das kommt. Vielleicht hat es etwas mit meinem Studium zu tun, denn als Schauspieler muss ich immer hinter Worte sehen. Das muss ich lernen weil ich Rollen leben einhauchen muss und.. ich.. du gibst mir zu viele Gründe daran zu zweifeln. An dieser Yumi, die nichts außer ihren Spaß will..“ Seine Arme ließ er wieder nach unten gleiten, ließ sie neben seinem Körper hängen bis er sie wieder an seine Hüfte stemmte. „Weißt du es denn selbst? Wer du bist?“ Der Student neigte seinen Kopf zur Seite während der Blick seiner braunen Augen an ihr hinab glitt, sich dann jedoch wieder in ihren Augen verfing. Darren ignorierte diesen Satz. Den sie so oft sagte, der ihm ja beinahe schon zum Ohr hinaus hing obwohl er ihn wohl viel ernster nehmen sollte. Dass sie nichts wollte, dass sie nichts von ihm wollte und ihm auch niemals Gefühle entgegen bringen würde. Zumindest nicht die, die er sich wünschte. Darauf sagte er nichts, war er es ja beinahe schon leid darauf zu antworten und das wusste Yumi doch auch selbst. Dass sie ihm damit nichts anhaben konnte. Dass er es einfach nicht glaubte und damit vielleicht in sein Verderben rannte. „Ich bin nicht am Ende.“ Es war das einzige, was er dazu sagte während er sie nicht aus den Augen ließ, in das funkelnde Blau eintauchte und sich davon gefangen nehmen ließ. Der Kerl hatte Ausdauer, er war lange nicht bereit aufzugeben. Egal wie sehr sie es versuchte. Manche nannten ihn stur, andere romantisch und wieder andere, zu denen sich die Blonde wahrscheinlich auch zählte, bezeichneten so ein Verhalten einfach als dumm. Selbstzerstörerisch noch dazu. „Ach..“, begann der Musiker, ein Grinsen zeichnete sich auf seinen Lippen ab als hätten sie nicht gerade über weitaus ernstere Themen gesprochen. „Ich lerne unzählige Menschen kennen. Lerne auch hinter ihre Fassade zu sehen. Weil ich sie selbst spielen muss. Vielleicht habe ich aber auch einfach schon von dir gelernt, liebe Psychologin.“ Immerhin sollte es ja eher Yumi sein, die Ahnung von Menschen haben sollte, wenn sie denn ihr Studium überhaupt noch verfolgte. Darren hörte sein Herz schlagen. Laut und deutlich während die Stille sich diesen Moment nahm, diese wenigen Sekunden in denen die jungen Erwachsenen sich gegenüber standen bis die offene Tür und die anderen Studenten hinein platzten. Augenblicklich griff er nach ihrer Hand, spürte die Wärmte, spürte das Kribbeln in seiner Magengegend wie kleine Schmetterlinge. Leicht, flatternd. Bis es auf einmal aufhörte. Der Junge ließ trotz ihrer Worte ihre Hand nicht los. Eher im Gegenteil, drückte er sie fester während er nicht aufhörte sie anzusehen. Sein Mund öffnete sich doch es kamen keine Worte hinaus. Vielleicht weil es eigentlich nichts gab, was er darauf erwidern konnte und vielleicht auch sollte. Immerhin war es eine Entscheidung die Yumi getroffen hatte und die er akzeptieren sollte oder? Nein. Darren legte zuerst seine freie Hand an ihr Gesicht, dann folgte seine andere Hand bis er schließlich das letzte bisschen Abstand überwand und das machte, was er eigentlich schon die ganze Zeit machen wollte. Sanft legte er seine Lippen auf ihre, forderte sie zu einem Kuss auf. Es war ihm egal, dass da noch irgendwelche Studenten wie aufgescheuchte Hühner herum liefen, die teilweise auch anfingen zu tuscheln, denn er blendete sowieso alles aus. Seine Aufmerksamkeit galt allein Yumi, genauso wie seine Gefühle nur allein ihr gehörten. Sein Herz, sein Verstand und das war eigentlich schon ziemlich dumm wenn man daran dachte, was sie vor wenigen Sekunden noch gesagt hatte. Für den Hauch einer Sekunde lösten sich ihre Lippen voneinander. Darren schaute in ihre halb geöffneten Augen und wahrscheinlich lag auch ein kleines Flehen in seinem Blick, das sich auch gleich in seinen nächsten Kuss flüchtete. Darren küsste die junge Frau erneut, erst zaghaft, gar vorsichtig. Eine seiner Hände glitten in ihre Haare und krallten sich darin fest. Jedoch nicht grob. Eher nur um sie näher an sich heran zu drücken. Dem Kuss mehr Gefühl zu geben. Damit sie wusste dass er das nicht wollte. Dass alles was er wollte sie war.

  • [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi

    Er schwieg. Natürlich. Sie gab ihm gar nicht erst die Möglichkeit auf ihre Worte zu reagieren. Das war wahrscheinlich auch besser so denn jedes Wort, welches nun über seine Lippen kommen würde, würde die Studentin unter Umständen nur noch wütender machen. Woher diese Wut kam? Eigentlich unbegreiflich wenn man bedachte, dass Yumi selten etwas nah genug an sich heran lies, dass es derartige Gefühle hervorrufen konnte. Meist begegnete sie Problemen eher neutral - lies sie lieber auf Distanz. So störten sie doch den unbeschwerten Lebensstil für den sich die Blondine entschieden hatte. Zu gerne hielt Yumi die Dinge auf Abstand - vor allem Dinge und Menschen, die drohten eben jenen Lebensstil ins Wanken zu bringen. Und doch fand das Drama immer wieder einen Weg. Nahezu als würde es zu ihr gehören. Als könnte das Eine nicht ohne das Andere existieren. Als der Schauspieljunge seine Worte wieder gefunden hatte kam eine Entschuldigung über seine Lippen. Seine Stimme hielt sich gedeckt als wollte er sie nicht wirklich weiter provozieren - gewollt oder ungewollt. Kurz fing er ihren Blick ein. Kurz erwiderte sie ihn auch bevor sie ihm wieder auswich. Er sprach davon, dass es sich um einen seiner Fehler handelte und beinahe entglitt der Studentin ein belustigter Laut. Solche Dinge bezeichnete der Lockenkopf also bereits als Fehler? Wie würde er all ihre Entscheidungen und zweifelhaften Charaktereigenschaften bezeichnen wenn er mit sich selbst so hart ins Gericht ging? Immer wieder machte er darauf aufmerksam, dass er nicht perfekt war und doch war er wesentlich näher an diesem Wörtchen dran als die angehende Psychologin. Sie war mit Fehlern gespickt - hatte keine Berechtigung von ihm in ein derartig gutes Licht gerückt zu werden. Er erklärte sein Verhalten - gab seinem Studium die Schuld an seinem Verhalten und auch irgendwo ihr. Als er zum wiederholten Male an ihr zweifelte hob die Blonde den Kopf und sah ihn an. Langsam glitten der Blick ihrer blauen Augen über sein Gesicht. "Und du? Du willst nun dieser eine besondere Mensch sein, der mir zeigt was ich wirklich will und wer ich wirklich bin?" Wie so oft belächelte sie seine Worte, hatte unbewusst eine Abwehrhaltung eingenommen - nicht zuletzt um sich selbst zu schützen - um die Mauer, die sie sich über Jahre hinweg aufgebaut hatte aufrecht zu erhalten. "Wach auf Darren - wir sind hier nicht in einer billigen Teeniesoap..." Yumi schüttelte den Kopf, vermied es wieder in seine Augen zu sehen und rollte stattdessen mit ihnen um ein Stück weit auch aufzuzeigen wie lächerlich dieser Gedanke war. Letztendlich kam sie seinem Blick aber nicht aus. Weil er etwas anziehendes hatte - weil es sie immer zu ihm hinzog. Auch ihre Gesichtszüge wurden etwas weicher und es hatte nicht länger den Anschein als mache sie sich über seine Worte lustig. "Vielleicht habe ich mich über die Jahre verloren..." kam es schließlich erstaunlich ehrlich über ihre Lippen. Wann genau war das passiert? Als ihr Vater einfach in die Welt hinausgezogen war und sie zurückgelassen hatte? Nach der Trennung von Alex? Als sie jeden Menschen von sich gestoßen hatte und einfach in ein fremdes Land abgehauen war? Vielleicht hatte sie überall ein Stück von sich selbst verloren. Vielleicht machten aber auch gerade diese Ereignisse sie aus. Gut möglich. Aber dennoch fühlte sie sich als wäre sie in der Schwebe. Als wüsste Jeder ganz genau wo er in fünf Jahren war und sie lebte einfach nur in den Tag hinein. Aber war das nicht der Zustand den sie wollte? Vielleicht. Ihre Augen weiteten sich ein wenig vor Überraschung als er nach ihr Ablehnung nur warme Worte übrig hatte. "Noch nicht." kam es folgend über die Lippen der jungen Frau als wäre es nur eine Frage der Zeit bis er am Ende war - bis er es nicht länger ertrug - bis sie ihn völlig kaputt machte. Es war faszinierend wie er es immer wieder schaffte zu lächeln obwohl sie bis gerade eben noch ein nicht gerade sonderlich erfreuliches Thema hatten. Wortlos sah sie ihn an - musterte das Grinsen auf seinen Lippen aber erwiderte dennoch nichts auf seine Worte. Vielleicht zuckten ihre Mundwinkel kurz nach oben aber wenn dann war es kaum merklich. Die Stille, die zwischen ihnen entstand war nicht unangenehm. Zumindest nicht bis Yumi jene Worte aussprach, die alles verändern sollten. Zumindest war es so der Plan. Aber wann verlief es schon mal nach Plan. Eigentlich nie. Seine Lippen öffneten sich einen Spalt als wollte er etwas darauf erwidern aber letztendlich blieb er still. Noch immer hielt er ihre Hand. Machte keinerlei Anstalten diese Verbindung zu lösen sie man es im Anbetracht der ausgesprochenen Worte vielleicht erwartet hätte. Im Gegenteil. Er drückte ihre Hand. Ganz sanft. Für einen Moment vergaß auch Yumi das sie hier mitten am Gang standen und es um sie herum vor Studenten nur so wuselte. Sie spürte seine Hand an ihrer Wange, wich nicht zurück sondern sah ihn wortlos durch ihre blauen Augen an. Vielleicht ein Stückchen tadelnd als wollte sie sagen: Was tust du hier eigentlich? Hast du nicht gehört was ich gerade gesagt habe? Er ließ ihre Hand los nur um sie letztendlich ebenfalls an ihr Gesicht zu legen. Nein. Das war nicht das was sie wollte. Nein. Das sollte ein Schlussstrich sein. Sie öffnete ihre Lippen um ihm zu widersprechen aber letztendlich blieb sie stumm und spürte wie er im nächsten Moment seine Lippen auf die ihren legte. Ganz sachte als hätte er Angst sie zu zerbrechen. Dabei war doch in Wirklichkeit sie diejenige die ihn zerbrach. Stück für Stück. Jedes Mal schlimmer als zuvor. Aber er ertrug es. Noch. Seine Lippen fühlten sich weich an, berührten die ihren nur ganz flüchtig bevor sie sich wieder von den ihren lösten. Unweigerlich hatte sie die Augen geschlossen, welche sie folgend wieder einen Spalt öffnete - in die seinen sah, die sie fast schon flehend ansahen bevor er sie wieder schloss und sie erneut küsste. Sie wehrte sich nicht gegen die zaghaften Küsse obwohl sie es sollte. Sie erwiderte den Kuss sogar, genoss es seine Lippen zu spüren, lies sich auch näher an seine Brust ziehen als den Kuss intensivierte. Aber das war falsch. Das war nicht der Weg den sie gewählt hatte und dennoch drang ein wohliges Seufzen aus ihrer Kehle, welches er mit seinen Küssen verschluckte. Sie hörte das Flüstern der anderen Studenten, die natürlich immer noch um sie herum waren als ihr bewusst wurde das sie nicht alleine waren. Es fielen Spekulationen dazu, dass es endlich jemand geschafft hatte das Herz der Eisprinzessin zu erwärmen aber auch gehässige Kommentare, wie das sie wohl wieder einem Kerl das Herz gestohlen hatte. Dabei war sich Yumi ziemlich sicher keinen dieser Menschen zu kennen aber wahrscheinlich verbreiteten sich Gerüchte einfach nur wie ein Lauffeuer. So war es doch schon immer gewesen. Schlussendlich unterbrach sie den Kuss und öffnete wieder ihre Augen. Sie sah in sein Gesicht, lies ihren Blick darüber tanzen bevor sie ihre Hand auf seine Brust legte und ihn so ein Stück weit von sich weg schob um ein wenig Abstand zu gewinnen. Die blonde Studentin räusperte sich kurz um vielleicht auch ein Stück weit davon abzulenken, dass sie sich doch zu diesem Kuss hinreißen hatte lassen. "Ein Abschiedskuss, also?" Wahrscheinlich sah er diese Sache anders. Sie hatte es ganz deutlich in seinem Kuss gespürt. Sie hatte seine Gefühle gespürt, die gleichzeitig überfordernd waren aber sie auch ein Stück weit regelrecht überrollt hatten. Die Studentin spürte wie das Herz in seiner Brust klopfte weil ihre Hand immer noch darauf lag. "Es ist besser so..." fügte Yumi schließlich hinzu. Aber war es das wirklich? Oder nur weniger kompliziert.

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | irgendwo in der Universität


    Seine dunklen Augen verfolgten ihren Blick, der langsam über sein Gesicht huschte. Der es zu studieren schien. Der Student öffnete seine Lippen einen Spalt, als wollte er etwas sagen, er überlegte tatsächlich kurz ihre wahrscheinlich nicht wirklich ernst gemeinte Frage zu bejahen. Yumi damit klar zu machen dass er genau derjenige sein wollte. Dass er generell etwas besonderes in ihrem Leben sein wollte. Er wollte dieses kleine, kurze Wort aussprechen. Vielleicht ein bisschen um sie zu ärgern, um sie aus der Reserve zu locken, um ihre Reaktion darauf zu bekommen aber eigentlich wusste er doch auch schon ganz genau was er bekommen würde. Weil es ja auch schon ein bisschen lächerlich war oder? Schließlich war Darren kein Held in glänzender Rüstung, wahrscheinlich auch niemand auf den es sich irgendwie zu warten lohnte und vorallem war Yumi niemand die gerettet werden musste. Zumindest nicht ganz und gar aber er befand sich auch nicht an der Stelle, wo er darüber urteilen sollte. Und trotzdem tat er es eigentlich oder? Der junge Kerl ließ seinen Blick kurz sinken, streifte damit über ihre Lippen und biss sich selbst kurz auf die Unterlippe damit die Worte, die gerade in seinem Kopf herum spukten, nicht darüber kamen. Manchmal war es besser Dinge nicht auszusprechen. Oder nur dann, wenn der richtige Zeitpunkt kam. Somit blieb er stumm und schmunzelte nur für einen Moment als die Studentin sprach. Nein, in einer billigen Soap waren die jungen Erwachsenen wirklich nicht. Es war kein Film, keine Geschichte. Es war die Realität, die Darren immer wieder traf. Manchmal auch mit voller Wucht aber es war immerhin seine eigene Schuld. In welches Genre könnte man diese Beziehung, dieses Aufeinandertreffen denn überhaupt stecken? Drama, Romanze, Komödie? Der Student neigte den Kopf, ein schwaches Lächeln umspielte seine Lippen. Es waren Momente wie diese, Augenblicke wie jetzt. In denen Yumi ihn kurz mit in ihre Welt eintauchen ließ. Daran teilhaben ließ. Ihm einen Einblick in ihre Gedanken gewährte. Sekunden, in denen sie vollkommen ehrlich war und dabei auch ernst. Der Musiker ignorierte ihre folgenden Widerworte, vielleicht einen kläglichen Versuch ihm reinreden zu wollen, ihm klar machen zu wollen dass es bald ein Ende geben würde. Ein Ende, an dem er selbst auch am Ende war. Mit seinen Gefühlen und vielleicht auch mit den Nerven. Generell mit allem also auch mit ihr. Aber sollte das nicht Darren allein bestimmen? Er entschied darüber wann und ob es dieses Ende jemals geben würde. Und während er sich der Studentin näherte, seine Hände an ihr Gesicht legte, ihre zarte Haut unter seinen Fingern spürte, da wurde ihm wieder mehr als zuvor bewusst, dass es dieses böse Ende niemals geben würde. Der Herzschlag des Studenten klopfte schneller und lauter und deutlicher als zuvor. Er bekam nichts anderes mehr mit, hörte nicht die tuschelnden Worte der anderen Studenten, die in diesem Moment um sie herum wuselten. Hörte nicht das Räuspern oder Kichern. Es war ihm sowieso egal. Vielleicht hätte man sich einen angenehmeren Ort suchen sollen aber vielleicht und eigentlich ganz sicher gab der Schauspielstudent gerade nicht darauf was irgendwer zu meckern oder sagen hatte. Seine Gedanken drehten sich im Kreis, drehten sich nur um die schöne Studentin, die er gerade küsste. Die er etwas mehr an sich heran gedrückt hatte. Ein Kribbeln breitete sich in seinem Körper aus als Yumi sich nicht wehrte, als sie es geschehen ließ, den Kuss erwiderte. Um ihn dann doch zu unterbrechen. Darren öffnete seine braunen Augen. Er war nicht einmal irritiert oder überrascht, eigentlich hatte er es kommen sehen und doch fühlte es sich merkwürdig an. Dass sie einen gewissen Abstand zwischen die beiden brachte, machte es nicht besser. „Ist es das?“, sagte er schließlich leise und war sich dabei nicht einmal sicher ob er das überhaupt gesagt hatte. War es besser so? Besser für sie? Ihn? Für Beide? Wollte Yumi vor etwas flüchten oder hatte sie einfach keine Lust mehr, genug von dem was die beiden hier trieben? Darren zog seine Augenbrauen zusammen während er über ihre Worte nachdachte, sich beinahe den Kopf zerbrach und schließlich ein bisschen grinste während er den Blick von ihr abgewandt hatte. Hatte die Blonde das hier nicht schon einmal probiert? Lebewohl und geschafft hatte sie es nie. Sollte er also einfach darauf hoffen dass sie sich weiterhin nicht an ihre Worte hielt? Dass sie weiter so inkonsequent war? Jedoch erdrückte ihn der Gedanke, dass es wirklich das letzte Mal war dass sie einander so trafen. Dass sie sich dieses Mal wirklich daran hielt. Der Gedanke, dass das alles tatsächlich ein Ende finden könnte. Aber das würde er nicht zu lassen oder? Der Musiker presste seine Lippen aufeinander und hielt noch einen Moment inne bis er seinen Kopf wieder anhob, genauso wie seine Augenbrauen. Fragend schaute er in die blauen Augen, die ihn musterten. „Ein Abschiedskuss?“, wiederholte er, seine Stimme hatte sich geändert. War nicht länger leise und dünn. Er schien so als hätte er keine Ahnung wovon die junge Frau sprach weshalb er seine Hand an sein Kinn legte. Als müsste er scharf nachdenken. „Achso, stimmt ja. Du meintest vorhin ja noch, dass du auf dem Weg zu einer Vorlesung bist..“ Darren schüttelte den Kopf. Jaja, wie hatte er das vergessen können? „Sind wir doch schon soweit? Das mit dem Abschiedskuss vor den Vorlesungen machen doch sonst nur die verliebten Pärchen oder?“ Ein Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Darren wirkte fast so als hätte er ihre letzten Worte gar nicht gehört, als hätte er einfach nicht hingehört. Als hätten sie ihn nicht getroffen und verletzt und als würde ihn dieser Gedanke nicht erdrücken. Aber er war eben auch Schauspieler und konnte solche Dinge verstecken. Ob gut oder nicht, ob Yumi das erkennen konnte? Er sah die Psychologiestudentin an und unterdrückte das Bedürfnis sie in die Arme zu nehmen.

  • [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi

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    Er machte zwar Anstalten etwas auf ihre Aussage zu erwidern - sie vielleicht sogar zu bejahen aber letztendlich fügte er dem Ganzen nichts hinzu und entschied sich offensichtlich dazu zu schweigen. Vielleicht weil er ahnte das eine Reaktion darauf nicht erwünscht war - vielleicht weil er bereits schon bevor diese Frage überhaupt erst über ihre Lippen gekommen war wusste das sie nicht ernst gemeint war. Sie schüttelte den Kopf um zu verdeutlichen wie absurd dieses Szenario für sie war - wie unrealistisch. Das Leben lief nicht immer wie in diesen kitschigen Filmen ab - das musste selbst ihm klar sein auch wenn Darren gewiss dieser Typ Mensch war der an solche Geschichten glaubte oder glauben wollte. Das Schmunzeln auf seinen Lippen blieb der Studentin nicht verborgen. Wie auch. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte nach wie vor über sein Gesicht als wollte sie genau sehen wie sehr ihre Worte ihn verletzten - als wollte sie hinter diese Maske sehen, die er als Schauspieler vielleicht trug. Nicht einmal die kleinste Regung würde ihr entgehen und würde zu der Bestätigung werden, die sie brauchte um ihm erneut die Tatsachen auf den Tisch zu knallen. Sie war nicht gut für ihn. Sie war zerstörerisch wie ein Wirbelsturm und riss all die Menschen um sich herum mit sich - brachte Chaos und Leid. Umso mehr irritierte sie dieses Schmunzeln auf seinen Lippen, lies sie ihre Stirn runzeln. Belächelte er ihre ablehnenden Worte wieder weil er schlichtweg einfach an ihrer Inkonsequenz festhielt - weil er glaubte es würde wie das letzte Mal ablaufen? Oder war ihm sehr wohl bewusst, dass das was hier zwischen ihnen lief keineswegs märchenhaft war? Er spürte es schließlich am eigenen Leibe - immer wieder. Es mochte sein das für ihn andere Momente überwogen aber er konnte es nicht bestreiten, dass sie ihn nicht auch in die Dunkelheit zog. Vielleicht war es der Alkohol, der ihm die Wahrheit entlockt hatte, der dazu geführt hatte das er Dinge aussprach, die er so hinter einem Lächeln oder einem Schmunzeln versteckte aber dadurch wurden diese Dinge nicht weniger wahr. Als er sie küsste - sie ein wenig an sich zog - sie von seiner Wärme umhüllt wurde - jedes Mal ein Stückchen mehr wenn er ihr auf diese Weise nahe kam - konnte sie nicht anders als es ein Stück weit zuzulassen. Auch wenn es ihren Worten widersprach. Auch wenn es ihrem gewählten Lebensstil widersprach. Wie selbstverständlich und doch irgendwie zögernd hatte er seine Lippen auf die ihren gelegt. Seine Hände, die ihr Gesicht umschlossen waren warm - berührten sie zärtlich. Alles in ihr schrie, dass sie das nicht machen konnte - das sie sich widersprach wenn sie es zuließ und doch fühlte es sich gut an als er sie näher an sich zog - ihr mit diesem einen Kuss widersprach. Es brauchte keine Worte um zu wissen, dass er etwas gegen diesen Schritt hatte. Es hatte noch nie sonderlich viele Worte gebraucht und doch verstrickten sie sich immer wieder in einem Wortgefecht - waren unterschiedlicher Ansicht was das Ganze betraf. Yumi schob ihn ein Stück von sich weg - brachte wieder den Abstand zwischen sich und den Schauspieljungen den sie zuvor ganz bewusst gewählt hatte. Nur langsam lies sie ihre Hand sinken, sie diesen Abstand überhaupt erst möglich gemacht hatte. "Es führt zu nichts..." antwortete die Blonde auf seine leisen Worte. Sie waren an unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben - wollten unterschiedliche Dinge vom jeweils Anderen und führten immer wieder das gleiche Gespräch ohne das sich etwas ändert. Er würde den Schritt nicht gehen. Weil er Hoffnung hatte. Aber diese Hoffnung war nicht gerechtfertigt. Es würde nichts daran ändern - egal wie sehr er sich bemühte. Er schwieg wieder - wich letztendlich auch ihren Blick. Immer noch waren rund um die Beiden noch andere Studenten versammelt, die es sich offensichtlich zum Ziel gemacht hatten das Drama, welches sich hier gerade mitten am Flur abspielte unauffällig zu verfolgen. Sie spürte die Blicke der Anderen auf sich - hörte ihr Flüstern. Im Grunde war es ihr egal und dennoch war es ihr zuwider das sich dieses Gespräch in der Öffentlichkeit abspielen musste. Immer noch lag ihr Blick auf Darren, der langsam aber sicher wieder seinen Kopf anhob und sie ansah. Er wiederholte ihre Frage. Seine Stimme war nicht mehr leise - nicht mehr das Flüstern von vorhin. Sie war kräftig - irgendwie selbstsicher als hätte sie ihm nicht gerade gesagt, dass was auch immer sie hatten nun vorbei ist - als hätte sie keinen Schlussstrich gezogen - nicht die Notbremse gezogen bevor es zu weit ging. Wobei zu weit auch ein dehnbarer Begriff war. Er zog den Inhalt ihrer Worte ins Lächerliche - fast so als wollte er ihnen keinen Glauben schenken - als könnte man sie ohnehin nicht ernst nehmen. Das Grinsen auf seinen Lippen, welches sie sonst eigentlich immer als anziehend empfunden hatte machte die Blonde in diesem Moment sogar fast ein wenig wütend. Vielleicht war es ein Versuch seinerseits die Leichtigkeit zwischen ihnen zurückzugewinnen - vielleicht wollte er sie aber auch nur provozieren. Zumindest Zweiteres hatte er erreicht. Die Worte 'verliebt' und 'Pärchen' jagten einen eiskalten Schauer über den Rücken der angehenden Psychologin und ohne weiter darüber nachzudenken funkelte sie ihn durch ihre blauen Augen an und griff nach seinem Handgelenk um zumindest Raum zwischen ihnen und der Menschentraube zu gewinnen, die sich hier im Flur immer wieder zu bilden schien. Yumi zog ihn mit sich, Ihre Fingernägel bohrten sich eine Spur zu fest in seine Haut bevor sie ihn vor jenem Raum, wo sie ihn zuvor am Klavier sitzen gesehen hatte anhielt. Mittlerweile waren sowohl seine Prinzessin als auch Cylie gegangen. Sie drückte ihn mit einer Hand gegen die Wand vor dem Abstellraum und musterte sein überraschtes Gesicht. Yumi zog ihre Stirn in Falten. "Du glaubst wirklich, dass das nicht das Ende ist, oder?" Ihr Blick tastete sein Gesicht ab - erblickte das Grinsen auf seinen Lippen, die vorher noch auf den ihren gelegen hatte. "Du täuscht dich..." versicherte die Studentin dem Lockenkopf und lies von ihm ab - trat einen Schritt zurück und schielte schließlich in den Raum. "Ich helfe dir bei... was auch immer die Alte dir aufgetragen hat und dann wars das..." Ihr Blick war eisig als sie in seine Augen sah - lies keine Widerworte zu. Sie brauchte niemanden der sie aus irgendeiner Misere herausboxte - sie beschützte. Noch immer stand er dort an die Wand gelehnt als sie den Raum betrat und ihren Blick über die zahlriechen Möbel und sonstigen alten Dinge wandern lies, die lieblos hier hereingestopft worden waren. Ganz bewusst mied sie es das Klavier anzusehen - ganz bewusst lenkte sie ihre Gedanken in irgendeine andere Richtung damit sie nicht über den Inhalt dieses Liedes nachdachte. "Sonderlich weit seid ihr ja nicht gekommen..." stellte Yumi trocken fest als sie das Putzzeug auf einem der Tische stehen sah - nahezu unberührt - sogar das Wasser war noch glasklar abgesehen von dem Putzmittel darin.

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | irgendwo in der Universität


    Darren hörte leise das Tuscheln der anderen Studenten, die teilweise auffällig langsam wurden. Es fehlte nur noch dass sie ihre Smartphones aus ihren Taschen holten. Es filmten als wären die beiden wirklich die Hauptrollen einer Soap oder eines Theaterstückes. Aber dass das hier kein ausgedachtes Spiel war, keine fiktive Geschichte, das spürte der junge Student in seinem Herzen. Irgendwie wusste er gar nicht so recht mit diesem Gefühl umzugehen. Nicht etwa dass sie beobachtet wurden, dass das hier wahrscheinlich bald die große Runde machen würde, denn im Endeffekt war es an einer Universität auch nicht anders wie an einer belebten Schule. Wenn es etwas zu erzählen gab, dann erzählte man es. Ließ vielleicht etwas weg, dichtete etwas dazu aber viele ließen keine Gelegenheit aus so etwas heraus zu posaunen obwohl sie überhaupt kein Recht dazu hatten und vorallem kein Teil waren. Jedoch machte ihm das auch nichts. Viel mehr war er mit dem beschäftigt was er fühlte, was ihn verletzte als dass er sich jetzt herum drehen und seine Kommilitonen fragen wollte ob sie nichts besseres zu tun hatten. So waren Menschen nun mal. Sie brauchten so etwas, brauchten neue Geschichten, plauderten doch so gerne. Am liebsten über das Leid anderer um vom eigenen abzulenken. Als Yumi ihre Hand senkte, sie von seiner Brust nahm, hinterließ diese ein Gefühl der Kälte. Es fröstelte ihn. Mehr noch als von ihren Worten, die es doch eher selten schafften. Weil er auch mehr den Weg gewählt hatte ihre ablehnenden Worte, ihre Warnungen, ihre Abschiede mit einem Lächeln zu begegnen. Positiv und optimistisch. So als würde er die Psychologiestudentin gar nicht wirklich ernst nehmen oder? War das fair? Wahrscheinlich nicht. Vielleicht war es aber auch einfach seine Art mit dieser Ablehnung umzugehen. Ihrer abweisenden Art, die viel zu oft gar nicht so war. Der Kerl presste seine Lippen zusammen, bemerkte den Wandel in ihrem Gesicht, wie sich ihre Miene verfinsterte als er ihren Worten mit einem Grinsen und sogar einem Schmunzeln entgegen kam. „Wir werden sehen.“, erwiderte er, das Lächeln verschwand langsam von seinen Lippen. Er versuchte die Worte ohne jegliche Emotion auszusprechen, ohne dass es wie ein Wettbewerb klang, wie eine Aufforderung dazu. Weil er ihr beweisen wollte dass sie falsch lag? Dass es sehr wohl eine gemeinsame Zukunft für die beiden gab? Egal was sie sagte, was sie wollte oder auch nicht wollte? Jemand anderes hätte ihm wahrscheinlich schon längst den Kopf gewaschen, ihm immer wieder und mehrmals gesagt dass er aufhören sollte, dass er sich Jemand anders suchen sollte und naja eigentlich übernahm diesen Part ja Yumi selbst oder? Mit dem, was sie gerade machte. Wir sollten uns nicht mehr sehen waren ihre Worte gewesen und Darren wollte sie einfach nicht akzeptieren. Er konnte es auch gar nicht. Als würde sein Herz mit einem Mal aufhören schneller zu schlagen wenn er ihr begegnete. Wenn er an sie dachte. An ihre langen Haare, wie sie weich über ihre Schulter fielen. An ihre blauen Augen, so hell wie der wolkenlose Himmel und zugleich so beeindruckend und funkelnd wie das Meer. Unergründlich, tief. Ihre helle und makellose Haut und ihre weichen Lippen. So einladend und warm. Ein Kribbeln breitete sich in seinem Körper aus während er die Studentin einfach nur anschaute, seine braunen Augen ihr Gesicht studierten. Eigentlich hatte Darren eher erwartet dass sie ohne zu zögern und ohne ein weiteres Wort einfach umkehrte und weiter ging. In ihre Vorlesung oder eben dorthin, wo sie hin wollte und das war, da waren sie sich stumm doch schon einig, sicher nicht eine ihrer Vorlesungen aber egal was, ihm wäre nichts lieber gewesen als dass sie blieb und daher hob er überrascht seine Augenbrauen als er ihre Hand an seinem Handgelenk spürte, ihre bohrenden Fingernägel in seiner Haut. Der Musiker zog seine Augenbrauen zusammen, sein Blick lag an jener Stelle. Es schmerzte doch mehr als gedacht, er spürte die Wut die sich anscheinend in ihr angestaut hatte. Erst recht als sie an ihrem gewünschten Ziel angekommen waren. An diesem kleinen Abstellrraum, in dem sie sich vorhin begegnet waren, irgendwie. Darren blieb stehen nachdem er sich ohne Widerworte mitziehen hatte lassen, wurde von Yumi an die Wand gedrückt und senkte seinen Kopf ein kleines Stück. Er erwiderte ihren Blick, kam jedoch nicht wirklich dazu etwas auf ihre Worte zu sagen. Es war fast so als hätte er etwas in ihr ausgelöst, als wollte sie ihm um jeden Preis beweisen dass es diesmal wirklich das Ende war. Dass sie es Ernst meinte, dass sie sich dieses Mal konsequent an ihre Worte hielt. Noch für einen Moment länger blieb er an dieser Mauer, lehnte sich dagegen, atmete tief aus nachdem er bemerkt hatte dass er die Luft in seinen Lungen behalten hatte. Darren grinste und wischte sich mit der Hand über den Mund ehe er ihr in das vollgestellte Kämmerchen folgte. Ihren eiskalten Blick bemerkte, der gar keine anderen Worte zu ließ. Der keine Widerworte akzeptierte. Weil es ihr Vorhaben vielleicht ins Wanken bringen konnte? „Willst du damit mich oder dich selbst überzeugen?“, fragte er beiläufig während er an ihr vorbei spazierte und ihr nur noch einen kurzen Blick zu warf bevor er sich den Putzmitteln widmete. „Trotzdem danke. Auch wenn du weißt, dass du mir nicht helfen musst.“ Aber es war ja auch irgendwie klar gewesen dass sie das nicht einfach so auf sich sitzen ließ oder? Dass sie sich helfen ließ, dass jemand ihr die Arbeit abnahm. Darren schüttelte seinen Kopf und er hob eine Augenbraue als die Studentin sich beschwerte. „Naja, wir waren eben anderweitig beschäftigt gewesen.“ Der Musiker wandt seinen Blick von ihr ab und schaute durch das immer noch viel zu chaotische Zimmer wandern, ließ etwas Spielraum zu dieser Aussage, auch wenn er natürlich auf das von ihm gespielte Musikstück anspielte und nicht auf etwas ganz anderes. Denn so etwas war nicht passiert. Zumindest nicht heute. „Weißt du..“, begann er, näherte sich dem Mädchen, blieb vor ihr stehen und hob seine Hand. Ein schwaches Lächeln zierte seine Lippen während er sich in ihre Richtung beugte, ihren Oberarm mit seiner Hand streifte, ihr mit dem Gesicht gefährlich und auch unnötig nah kam, weil er auch einfach einen Schritt zur Seite hätte machen können, und schließlich hinter und neben sie nach einem Putzlappen griff. „..die Alte ist sicher stolz auf dich.“ Darren tauchte das noch saubere Tuch in den vollen Putzeimer nachdem er einen Schritt zur Seite gegangen war. Dass ihr die Meinung dieser Schreckschraube egal war, das wusste er selbst und ihm ging es da auch gar nicht anders. Mit einem Grinsen im Gesicht drückte er den vollgesaugten Putzlappen etwas aus und hob anschließend wieder seinen Kopf, wobei er in die Richtung des Klaviers schaute. Plötzlich spürte er wieder einen Druck auf seiner Brust. Hörte die Melodie, hatte sie in seinem Kopf. In seinem Herzen. Im Gegensatz dazu die Worte, die sie vorhin gesagt hatte. Die das Ende bedeuten sollten. Plötzlich fiel ihm das Tuch aus der Hand, platschte wieder in den vollen Eimer und verteilte dabei ein paar Spritzer Wasser auf seinem Pullover und seiner Hose.