Der Campus des "St. Ulrich" - Bildungszentrums

  • [Irgendwo in der Uni auf dem Weg zur Vorlesung] Cylie & Yumi

    Cylie wirkte irritiert von der Aussage der blonden Studentin. Eine Aussage, die sie eher beiläufig erwähnt hatte. Nicht wirklich weil ihr danach war die ganze Geschichte mit ihr zu teilen oder mit ihr über ihn zu reden. Immerhin gab es dabei auch eigentlich gar nichts zu beredeten auch wenn die Brünette mit ihrer verblendeten Einstellung zu dem ganzen Thema offensichtlich anderer Meinung war. Umso mehr überraschte es Yumi als es die Andere war, die das Verhalten eines gewissen Schauspielstudenten fast schon missbilligte. Überrascht hob Yumi die Augenbrauen an und schielte in ihre Richtung. Cylie nahm gerade einen kräftigen Schluck Wasser. Hatte da etwa Jemand mit den Folgen des Vorabends zu kämpfen? Nachdem der überraschte Gesichtsausdruck der angehenden Psychologin verschwunden war erschien ein Grinsen auf ihren Lippen. Zum Teil weil sie diese Folgen nur zu gut kannte - sie waren immerhin beinahe ein Dauerzustand - zum Teil weil Yumi nicht Recht wusste ob Cylie nun für oder doch eher gegen den Lockenkopf war. Wobei es ohnehin keine Rolle spielte. Die Blondine hatte ihre Entscheidung doch längst getroffen. Schon zum Zeitpunkt als sie sich auf dieser Party am See begegnet waren. "Ich bin mir nicht sicher..." Yumi tippte sich nachdenklich an das Kinn und sah in die grünen Augen der anderen Studentin als sie folgend das Wohnheim verließen. "...bist du jetzt für oder gegen ihn?" Ein leises Lachen drang folgend aus der Kehle der Blonden als Cylie schließlich für den Helden in dieser Geschichte schwärmte auch wenn es ganz offensichtlich nur gespielt war. Nicht sonderlich gut aber das war wohl auch nicht Sinn der Sache. Während die Beiden über den Campus schlenderten lies Yumi ihren Blick ein kleines bisschen schweifen. Kurz blieb er an dem Brunnen hängen, der irgendwie das Zentrum des ganzen Areals darstellte bevor sie sich wieder ihrer Begleitung widmete, die offenbar darauf beharrte, dass sie sich bei Darren bedanken sollte. Unweigerlich drang ein Seufzen aus der Kehle der Psychologiestudentin. Am Ende würde er ihr doch nur wieder die Worte im Mund umdrehen, richtig? Wahrscheinlich denken, dass sie ihm nun etwas schuldig war - das ihre Worte des Dankes mehr zu bedeuten hatten. Noch bevor sie Cylie widersprechen konnte fügte diese ihrer Aussage noch etwas hinzu. Begleitet wurde das Ganze von einem ziemlich eindeutigen Grinsen. Fast schon geschockt blickte Yumi in das Gesicht der Anderen aber musste dann doch ebenfalls schmunzeln. "Also wirklich!" Die Blonde klang entrüstet aber war es doch in Wirklichkeit gar nicht. Wahrscheinlich kam das was ihre Begleitung gerade andeutete einem Dankeschön, welches Yumi gewählt hätte noch am Nähesten. "Zuerst sagst du mir ich soll nicht weiterhin mit ihm ins Bett hüpfen wenn ich nicht mehr will und jetzt willst du das ich mich auf diese Weise bei ihm bedanke???" Ein ehrliches Lachen entglitt Yumi als sie von den widersprüchlichen Aussagen der angehenden Ärztin sprach. "Gib es zu, du willst doch nur wieder einen Blick auf seinen Hintern werfen?" vermutete die blonde Studentin und schielte in Cylies Richtung. Wahrscheinlich hatten sie und ihr Bruder einen guten Ausblick darauf gehabt als sie die Beiden im Büro der Wohnheimleitung überrascht hatten. Selbstverständlich glaubte Yumi nicht wirklich, dass die Andere ein Interesse daran hatte die Situation zu wiederholen. So schien sie als sie heute in ihr Zimmer kam doch ein wenig unsicher wie sie mit der Sache umgehen sollte. Anscheinend war ein lebenslanges Meiden des Anderen keine Option und darüber war die Blonde auch ganz froh. Sie genoss die Anwesenheit der Kleineren ja irgendwie. Auch wenn ihre Einstellungen zu bestimmten Themen doch stark auseinander gingen. Natürlich kam Cylie wieder auf das Thema Studium zurück. Beinahe hätte Yumi wieder ein lautstarkes Seufzen von sich gegeben aber konnte es dann doch zurückhalten. Es war wirklich nicht ihr Lieblingsthema. Eigentlich sprach sie am liebsten gar nicht darüber. Wenn sie zu lange darüber nachdachte bekam sie einfach Kopfschmerzen. "Weil ich nicht weiß was ich sonst machen will..." antwortete sie auf die Frage des anderen Mädchens, sah sie dabei aber nicht an. "Es ist einfacher sich einfach so treiben lassen. Wenn ich es nicht schaffe und sie mich rauswerfen habe ich eh keine Wahl..." Allein der Gedanke daran bereitete ihr irgendwie Magenschmerzen weshalb sie ihn einfach wieder ganz weit weg schob. So wie alles was ihr gegen den Strich ging. Die Blonde senkte ihr Haupt ein kleines bisschen - hob es erst wieder als Cylie ihr versicherte, dass an diesen Punkt jeder Student einmal ankam. Im selben Atemzug berichtete sie von ihren eigenen Bedenken hinsichtlich ihres Studiums. Wortlos lauschte Yumi ihr, verharrt kurz in der Stille die zwischen ihnen herrschte. "Ich glaube wenn man etwas wirklich gerne macht wird man irgendwann auch gut darin..." Natürlich war man wenn man frisch aus der Uni kam noch nicht so gut wie man es vielleicht gerne hätte aber mit der Zeit würde das doch schon werden wenn man sich seiner Sache auch sicher war, oder? Gemeinsam schlenderten die Mädchen durch die Flure der Universität. Es war fast schon ungewohnt mit Jemanden an seiner Seite zu einer Vorlesung zu gehen, Ansonsten hielt Yumi ihre Studienkollegen eher auf Abstand, konnte mit dem Geschnatter dieser Hühner oft nichts anfangen. Früher hatte sie zumindest so getan als würde es sie interessieren. Inzwischen machte sie sich nicht einmal mehr die Mühe.



    [Irgendwo in der Uni] Darren & Alessa

    Er wiederholte ihre Worte - teilweise. Wirkte fast schon verwirrt durch ihre Wortwahl. Seine Stimme wurde leiser. Irgendwie bedächtig. Als hätte irgendjemand diese Leichtigkeit, die ironischer Weise zwischen ihnen herrschte, weggeblasen. Vielleicht lag es daran wie sie ihre Worte gewählt hatte - vielleicht war es unvermeidbar, dass Irgendjemand das ansprach was eigentlich zwischen ihnen stehen sollte und irgendwie ja auch stand. Sie sah in die dunkelbraunen Augen ihres Gegenübers. War da Bedauern in seinem Blick zu erkennen? Nicht nur darin. Auch die sonst so lockere Haltung des Lockenkopfs wich. Es fehlte jede Spur von dem Schauspieler, der gerade eben noch so selbstbewusst gewirkt - mit ihr gescherzt hatte. Der Mann, der ihr jetzt gegenüber stand, seinen Kopf gesenkt - den Blick auf ihr ruhend, wirkte mit einem Mal so echt. Nicht mehr so unantastbar wie man es von einem zukünftigen Schauspieler oder Musiker erwartete. Kurz überlegte sie mit einem taffen Spruch zu kontern - die Stimmung wieder ein wenig anzuheben weil es ihr so lieber war aber für einen Moment schwieg das Blondchen, senkte ihren Kopf ebenfalls und wich kurz den Blick seiner warmen Augen aus. "Naja für Gefühle kann man doch nichts..." kam es ungewohnt leise über die hübsch geschminkten Lippen der Schülerin. Vereinzelte Haarsträhnen fielen ihr ins Gesicht welche sie folgend gleich wieder hinter ihr Ohr strich als sie ihren Kopf wieder ein Stück weit hob. "Entweder sie sind da oder eben nicht. Man kann nichts erzwingen." Der Blick ihrer roten Augen huschte über sein kantiges Gesicht. Über den Bart, den er mittlerweile irgendwie länger als sonst trug. Natürlich war sie verletzt. Sie hatte sich auch mehr erhofft - irgendwie. Weil sie die Zeit mit ihm mochte. Weil so vieles einfach gepasst hatte - von ihrer Seite. Aber er hatte ihr nie falsche Hoffnungen gemacht. Sie waren ganz automatisch gekommen. Im Grunde konnte Darren da nichts dafür. Die Stimmung zwischen ihnen wurde wieder etwas lockerer als Darren wegen ihrer beleidigenden Worte hinsichtlich seiner Frisur ein wenig schmollte. Es kostete Alessa ein Grinsen. "So wie du es verdient hast." verteidigte sich das blonde Mädchen schließlich mit erhobenem Haupt und funkelte den Älteren durch ihre roten Augen überlegen an. Fast so als würde sie sich im Ausgleich für das was zwischen ihnen passiert oder eben nicht passiert war alles erlauben dürfen. "Überstürz hier bloß nichts." warnte Alessa ihren Gegenüber vor und ein fast schon teuflisches Schmunzeln schlich sich auf ihre Lippen. "Ich räche mich dann wenn du es am Wenigsten erwartest und du dich in Sicherheit gewogen fühlst..." Ein leises Lachen drang aus ihrer Kehle. Vielleicht war es nicht fair sich einen Spaß daraus zu machen während er über ein eigentliches ernstes Thema sprach aber irgendwie war das ihre Art damit umzugehen. Wahrscheinlich nicht der richtige Weg aber nur weil es auf diese eine bestimmte Art und Weise nicht zwischen ihnen klappte musste man einander doch nicht völlig aus den Augen verlieren, oder? Es war ja nicht so das sie Hals über Kopf in ihn verliebt gewesen war. Es war mehr eine Schwärmerei. Vielleicht ein kleines bisschen mehr. "Die Bemalung wird noch das kleinste Übel sein..." drohte Alessa dem Größeren folgend und meinte die Drohung doch nicht ganz so ernst zumal der Lockenkopf wahrscheinlich nicht zu einem Powernap im Stehen ansetzen würde. Gemeinsam machten sie sich also auf dem Weg in die Uni, wo Darren seine Strafarbeit abarbeiten musste. Auf dem Weg sprachen sie über dieses Mädchen oder vielmehr darüber das die Sache wohl nicht ganz so einfach war. Auch wenn Alessa das Ausmaß dessen gar nicht bewusst war. Auch nicht nachdem er es ihr ein Stück weit erklärt hatte. "Du hast dir ihre Nummer also einfach erschlichen?" kam es gespielt entsetzt über die Lippen der Schülerin. Wohlwissend, dass sie es doch war die ihre eigene Nummer einfach so in sein Handy geschmuggelt hatte. "Hast du dich nicht getraut zu fragen?" Das Blondchen schielte in die Richtung des Studenten und stieß ihn mit dem Ellenbogen an. Die Vorstellung war irgendwie süß. Der sonst so selbstbewusste Kerl, der im Angesicht mit diesem Mädchen einknickte und es nicht einmal schaffte sich auf normalem Wege ihre Nummer zu besorgen. Ein amüsierter Laut verließ die Kehle der Jüngeren. "Wie pessimistisch du bist. Du hast ihr heute das erste Mal geschrieben und heulst rum weil sie dir nicht gleich antwortet?" Alessa zog ihre Augenbrauen zusammen und schüttelte folgend den Kopf. Faszinierend das es scheinbar niemals anders wurde wenn es um die Liebe ging. Egal ob man 14 war oder eben schon wesentlich älter. Man war anscheinend immer gleich eingeschüchtert im Angesicht der Person, der man sein Herz geschenkt hatte.

    Es dauerte nicht lange und die Beiden kamen an ihrem Zielort an. Während Alessa noch misstrauisch den doch recht verwahrlosten Raum musterte machte sich der Dunkelhaarige schon daran einen Eimer mit Wasser zu füllen um sich nicht länger vor der Arbeit zu drücken. Als der Andere ihr schließlich einen Putzlappen in die Hand drückte und ihr folgend die ehrenvolle Aufgabe erteilte die Tische abzuwischen war die Schülerin für einen Moment wirklich paff. Mit offenen Mund starrte sie ihn geschockt an, konnte den Blick des Schauspielstudenten aber nicht mehr einfangen, da er sich schon aufmachte um sich einen weiteren Lappen zu besorgen. "Bist du verrückt?" kam es schließlich über die Lippen des Blondchens. Sie hob eine Hand an um ihre folgende Aussage zu unterstreichen. "Ich ruiniere mir doch nicht die Fingernägel in diesem Putzwasser..." Gerade noch so erhaschte Alessa einen Blick auf das Grinsen, welches sich über das ganze Gesicht des Anderen erstreckte. Er war wohl mit Absicht ein wenig in Deckung gegangen weil er schon wusste was ihm erwartete aber das bewahrte ihn auch nicht davor, dass das Blondchen folgend den Lappen in das Wasser tauchte und damit drohte ihn das tropfnasse Ding um die Ohren zu hauen. "Nur weil ich dir Gesellschaft leiste heißt das nicht gleich das ich dir deine Strafarbeit abnehme..." stellte das Mädchen schließlich klar als sie sich dem Lockenkopf wieder ein Stück näherte und folgend seinem Blick folgte, der offenbar auf dem Klavier lag, welches hinter den Tischen beinahe unterging. "Oh lass es uns mal testen ob es noch funktioniert!" Tatsächlich flammte kurz so etwas wie Interesse in den Augen des Mädchens auf als sie das Musikinstrument entdeckte. So schnell war die Arbeit wieder vergessen....

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Alessa | irgendwo in der Universität


    „Ja.. so ist es.“, erwiderte der junge Schauspielstudent und wirkte für diesen Moment, in dem diese Worte über seine Lippen kamen, wahrscheinlich trauriger und mehr verletzt als er es eigentlich wollte. Darren konnte nichts erzwingen, es war ihm klar. Er wusste das. Der Kerl presste die Lippen aufeinander während er seinen Kopf gesenkt hielt, auf den Boden schaute und auch irgendwie nicht. Eigentlich schaute er nirgendwohin, war mehr mit seinen Gedanken beschäftigt. „Es lässt sich nichts erzwingen.“, wiederholte er, ganz leise, mehr für sich, für seinen Kopf als wollte er ihm klar machen dass er das was er bei Yumi versuchte eben nicht möglich war. Wahrscheinlich hörte Alessa seine Worte nicht einmal und selbst wenn, war es auch egal. Er strich sich über den mittlerweile viel zu lang gewordenen Bart, wirkte abwesend während er seinen Gedanken nachhing und sich fragte ob dem tatsächlich so war, ob er wirklich versuchte Yumi zu etwas zu zwingen. Versuchte er ihr irgendwas einzureden? Er drängte sie zu nichts oder? Ein leises Schmunzeln kam ihm über die Lippen als er bemerkte wie absurd seine Gedanken waren. Mittlerweile konnte er doch behaupten das Mädchen zu kennen. Zumindest einen Teil. Wie groß dieser Teil war, das war ihm nicht ganz klar aber er wusste, dass die Studentin sich zu nichts zwingen ließ. Alles was sie machte, das tat sie doch aus freien Stücken. Immerhin war sie frei, genoss doch diese Freiheit auch, warum sich also über so etwas Gedanken machen? Es war eigentlich auch unnötig und doch drehte sich sein Gedankenkarussell in letzter Zeit öfter und mehr und länger als er es von sich kannte. So war das, wenn einem etwas an Jemanden lag, wenn man Gefühle entwickelt hatte. Irgendwie wurde man dadurch unsicherer und sicher zugleich. Man war sich seiner Gefühle sicher, doch gleichzeitig waren da immer Zweifel. An sich selbst, an seinen Taten, an denen des Anderen. Aber egal an was er noch weiter dachte, es fiel ihm doch auf, wie unfair es war, gerade in diesem Moment. Darren schüttelte kaum merklich den Kopf, er sollte sich auf Alessa konzentrieren. Ihr seine Aufmerksamkeit schenken. In diesem Augenblick ganz allein, denn die Jüngere verdiente das auch. Vorallem wäre ihm sonst dieses teufliche Schmunzeln entgangen, das er gleich mit einem Grinsen erwiderte. „Das war es dann wohl mit erholsamen Nächten.“ Ein Seufzen drang aus seiner Kehle als Alessa diese Warnung ausgesprochen hatte. „Oder dem generell so leichten Leben..“ Wenn man zu jeder Zeit Acht geben musste, dass die Schülerin mit einem schwarzen Edding in der dunklen Ecke auf ihn wartete. Der angehende Schauspieler schmunzelte bei diesem Gedanken und auch darüber, dass sich die Blonde entsetzt darüber äußerte, dass Darren die Handynummer wohl erschlichen hat. Doch er konterte genauso überrascht und legte seine Hand auf seine Brust. „Das habe ich nicht!“, protestierte der Kerl und schüttelte als Untermalung noch seinen Kopf. „Sie hätte schließlich auch einfach Nein sagen können.“ Aber tatsächlich hatte er vor diesem Tag im Maisfeld auch selten darüber nachgedacht sie nach ihrer Handynummer zu bieten. Warum dem so war, das konnte er gar nicht recht beantworten. War es vielleicht die Tatsache, dass er immer noch etwas Abstand lassen wollte? Jemanden seine Handynummer zu geben, es war ja doch auch immer ein Schritt in eine Richtung, die Yumi so ganz und gar nicht wollte. Gut, manche wollten sie nur für Notfälle aber die meisten wollten damit doch auch einfach in Kontakt bleiben oder? Anrufen, schreiben.. wollten zugleich auch Antworten haben. Es war also nicht wirklich so, dass der Musiker sich nicht getraut hatte weil er etwa schüchtern war, es war viel mehr die Tatsache, dass er der Blonden diesen Freiraum lassen wollte.. aber jetzt hatte er sich auch schon wieder angenähert, war wieder einen Schritt auf sie zugegangen. Doch die Studentin schien das einfach nur zu ignorieren. Was man ignorierte, war schließlich nicht da. Meistens.. oft, wie auch immer. Als Darren der Jüngeren schließlich einen der Putzlappen in die Hände drückte, wenn sie schon mitgekommen war, konnte sie ihm doch bestimmt auch helfen, schien die allerdings weniger davon begeistert zu sein. Was er sich eh schon gedacht hatte, weshalb er sich auch ein Grinsen nicht verkneifen konnte als die junge Blondine protestierte. „Ja aber.. so geht das doch viel schneller!“ Der Musiker schob seine Unterlippe nach vorne und schmollte während Alessa sich ihm näherte und nochmal klar stellte, dass ausschließlich er sich hier um den Dreck kümmern sollte. Darren seufzte, auch wenn er natürlich nicht wirklich erwartet hatte dass sie ihm helfen würde. Immerhin hatte er sich dazu entschieden das hier alleine zu machen. Und wer wusste es schon, vielleicht hätte Yumi sich auch ganz einfach vor dieser Aufgabe gedrückt. Wie es auch Alessa von ihm erwartete, denn die schien auch mehr von dem alten Klavier begeistert, das natürlich auch gleich getestet werden sollte. Er schmunzelte und legte den Lappen in seinen Händen auch zur Seite. „Ich kann es mir kaum vorstellen.“, sagte der Kerl und schob die ersten Tische zur Seite, die wahrscheinlich einer der Professoren oder eher der Hausmeister hier zwischen gelagert hatte. Für schlechte Zeiten oder für was auch immer. Glücklicherweise waren die Tische leicht und somit hatte er es auch recht schnell geschafft den beiden einen Weg freizubauen. Darren legte seine Hand auf das Klavier und folgte mit seinen Fingern dem Muster des Holzes. Er liebte dieses Instrument. Hatte auch schon lange genug nicht mehr darauf gespielt und hoffte doch, dass er mit seiner Vermutung unrecht hatte. Er ging einmal außenrum und strich mit der Hand über den Hocker, der mit einer Staubschicht belegt war, bevor er sich hinsetzte und sich über den fehlenden Tastaturdeckel wunderte. Weshalb auch die Klaviertasten schon bessere Zeiten gesehen hatten. Überall waren Kratzer, Schmutz und auch Staub. Darren pustete darauf und schon wirbelte der Staub nach oben, weshalb er auch gleich husten musste. Der Dunkelhaarige legte seine Finger auf die Tasten und drückte sie nach unten, was dem Klavier auch gleich einen Ton entlockte. Tatsächlich funktionierte es noch. Es folgten mehr Töne, je mehr Tasten er drückte und ein Lächeln malte sich auf seine Lippen.




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    Cylie & Yumi | irgendwo in der Universität


    Als die ersten Worte die Lippen der blonden Studentin verließen, sie sich nachdenklich ans Kinn tippte, hob Cylie ihre Augenbrauen und schaute in ihre Richtung. Entdeckte dabei im Hintergrund auch einige ihrer Kommilitonen, die gemeinsam zur Universität liefen. Sie lachten und plauderten und kurz überlegte die Studentin ob sie eine gemeinsame Verabredung verpasst hatte, doch dann fiel ihr ein, dass sie die kleine Dame wahrscheinlich viel mehr vergessen hatten. Das passierte immer mal wieder, öfter als man dachte aber so war das eben. Die angehende Medizinerin vergaß man eben doch mal. Sie war nicht auffällig und das nicht nur weil sie nicht ganz so groß gewachsen wie war manch andere. Eigentlich störte es sie auch gar nicht, dass man sie außen vor ließ oder vielleicht redete sie sich das ein. Aber ob sie wirklich ein Teil von dieser Gruppe sein wollte, die immer mal wieder ein Stückchen davon einfach so vergaß, Cylie wusste es selbst nicht. Vielleicht sollte sie sich mehr ein Beispiel an Yumi nehmen, die einfach keinen Wert auf so etwas legte. Fast wäre ihr ein leises Seufzen über die Lippen gekommen, doch das Lachen der Anderen holte sie aus ihren Gedanken und sie stimmte gleich auch in das leise Lachen mit ein. Sie hob ihre Schultern und grinste, hielt sich gleichzeitig die Hand an ihre Stirn. „Ich weiß nicht.. es ist so schwer!“, seufzte sie laut als wäre es eine absolut lebenswichtige Entscheidung. „Beides?“ Der Zwillinge neigte den Kopf zur Seite während sie Yumi ansah, wandt den Blick jedoch ab als sie die Treppe zur Universität hinauf gingen, weil sie nicht auf die Fresse fallen wollte und wer Cylie kannte wusste auch, dass sie manches Mal ein doch ziemlich tollpatischer Mensch war. „Je nachdem was dich glücklicher macht.“, fügte sie hinzu und lächelte, blinzelte nochmal zu der blonden Schönheit neben sich ehe sie den großen Empfangssaal ihrer gefühlten zweiten Heimat betraten. Ja doch, manchmal hatte sie schon das Gefühl ihre Zeit hier öfter als im Wohnheim zu verbringen, weil die Vorlesungen ewig dauerten und die Bücher in der Bibliothek immer größer und dicker wurden. Als Yumi sich empört über eine der Aussagen der Brünetten äußerte, schmunzelte diese und verschränkte ihre Arme. Warf zuvor aber noch ein paar ihrer hellbraunen Strähnen über die Schultern als hätte sie einen wirklich guten Vorschlag gebracht und naja, wenn man die Geschichten der Blonden so hörte, war es ja auch nicht so abwegig oder? Das ehrliche Lachen der Psychologiestudentin erfreute das Mädchen und so konnte sie auch gar nicht anders als ebenso zu lachen. „Hm naja, vielleicht.“, gab sie zu und diesmal war sie es, die ihren Finger an Kinn lehnte und tatsächlich so wirkte als würde sie in diesem Augenblick genau an diesen bezaubernden Ausblick denken, den sie von der Tür des Büros aus gesehen hatte. „Ein Glück dass es dich sowieso nicht stört. Sonst wäre das ganz schön peinlich.“ Das Mädchen schmunzelte und löste ihre Haltung, warf Yumi noch ein Grinsen zu während sie durch die Hallen der Universität schlenderten, vorbei an unzähligen Studenten, die ihre Vorlesungssäle suchten. „Also legst du es darauf an?“ Ihre Schritte wurden langsamer, wahrscheinlich auch etwas unbeabsichtigt, weil die Unterhaltung und dieses Gespräch mit Yumi einfach wichtiger schien und auch schöner war als eine Vorlesung darüber, was im Kopf eines Menschen alles schief laufen konnte. „Jemand soll dir also die Entscheidung abnehmen weil du dich nicht traust eine zu treffen?“ Das Mädchen drehte ihren Kopf zur Seite und schaute zu Yumi, wartete auf eine Antwort und war sich bei dem Gesichtsausdruck der Anderen nichtmal sicher ob sie eine bekommen würde. „Ich hoffe es..“, murmelte die Studentin und hielt einen Moment inne ehe sie laut seufzte und die Arme nach oben streckte. „Ansonsten tu ich mir das ganze hier völlig umsonst an und weißt du wie verdammt anstrengend es ist?! Meine Güte, warum müssen Menschen überhaupt krank werden.“ Cylie freute sich zwar schon darauf, freute sich ihren Mitmenschen helfen zu können, ihr Leben zu retten und auch einfach zur Seite zu stehen aber es war noch ein wirklich langer Weg und manchmal da war sie sich eben nicht sicher ob sie den noch gehen wollte aber sie musste wohl einfach an das Ziel denken und nicht nur an die Hürden, die ihr noch bevor stunden. „Ich hätte noch ne Kleinigkeit essen sollen..“, bemerkte die junge Studentin und hielt ihre Hand an ihren Bauch, der gerade laut geknurrt hatte aber irgendwie war das an diesem Morgen oder eher Mittag auch untergegangen. „Wollen wir uns noch ne Kleinigkeit in der Mensa holen? Wir haben noch etwas Zeit.“ Cylie hatte einen kurzen Blick auf eine der vielen Uhren geworfen, die hier immer wieder irgendwo an den Wänden hingen. Damit die braven Studenten ja nicht vergaßen ihre Vorlesungen pünktlich zu besuchen. Damit es keine Ausreden gab und man sie für jede fehlende Minute bestrafen konnte. „Oder bin nur wieder ich die verfressene hier? Es sieht zumindest so aus..“ Sie schob ihre Unterlippe nach vorne und piekte der anderen in die Seite, hatte auch kurz überlegt ihr in den Bauch zu kneifen aber hielt sich dann doch zurück. Auf einmal horchte die angehende Ärztin auf als sie die Tasten und Töne eines Klavieres hörte. „Oh nein, sind wir im Musikerteil der Uni angekommen?“ Es klang fast ein bisschen panisch, als wäre dies ein schlimmer Ort, aber Cylie scherzte nur und schaute mit einem Grinsen aufmerksam um sich. Aber war ja doch klar, dass hier nicht einfach ein Klavier im Flur stand. Trotzdem hörte sich das Geklimper schön an. „Musikalische Untermalung als wären wir Teil eines Filmes.. kommt gleich das nächste Drama um die Ecke?“, scherzte die Brünette während die Musik mit jedem Schritt lauter wurde und sie scheinbar auch schnell den Ursprung dafür gefunden hatten. Oder zumindest Cylie, die ein paar Meter voraus gelaufen war, weil sie eben schrecklich neugierig war, und deshalb auch ihren Kopf in die Tür steckte, die da vorne ein bisschen offen stand. Also sie machte das natürlich diskret, platzte nicht gleich herein und wahrscheinlich war das auch besser so. Nicht nur in Hinblick auf das, was sie da gerade entdeckte aber das Hineinplatzen bei Yumi und ihrem Schnuckelchen reichte ihr erstmal. „Oha.. der ist ja auch noch begabt!“, rief sie der Blonden zu, jedoch sehr leise und sie hatte sich dabei auch etwas von der Tür weggelehnt. Als sie jedoch wieder in den Abstellraum oder was auch immer das darstellen sollte hinein schaute, hob sie überrascht ihre Augenbrauen und kniff ihre Augen etwas zusammen als würde sie dort etwas genaues erkennen wollen. „Gibt der Nachhilfe?“ Das blonde Mädchen, das da bei ihm war, wirkte irgendwie jünger.. aber vielleicht täuschte sich die Studentin da auch. „Nett von ihm.“

  • [Irgendwo in der Uni] Darren & Alessa


    Er wirkte mit einem Mal fast schon traurig. Ihre Worte schienen etwas in ihm bewirkt zu haben - schienen einen wunden Punkt getroffen zu haben auch wenn es nie die Absicht des Blondchens war. Genau genommen sollten ihre Worte den Druck aus der ganzen Sache zwischen ihnen nehmen. Druck, der eigentlich nicht da gewesen war weil sie es ohnehin stillgeschwiegen hatten bis der Lockenkopf es schließlich doch angesprochen hatte. Eigentlich sprach das für ihn als Menschen, bestätigte die Schülerin in ihrer Vermutung, dass Darren kein so übler Kerl war, wie man vielleicht vermutete wenn man ihre Geschichte so als Außenstehender betrachtete. In Hinas Augen war er ein Arschloch. Mehr als einmal hatte ihre Freundin den Studenten so bezeichnet. Vielleicht weil sie als Alessas Freundin fast schon zu ihr halten musste oder vielleicht weil sie ihn nicht so kannte wie Alessa es tat. Sie erhaschte einen Blick in seine Augen, bevor er sich abwandte - lediglich vereinzelte Worte über seine Lippen kamen. Im Grunde waren es ihre Worte, doch für ihnen schienen sie eine größere Bedeutung zu haben. Darren wirkte in Gedanken versunken - irgendwie abwesend. Wahrscheinlich ging gerade unheimlich viel in seinem Kopf vor. Früher wäre das Blondchen vielleicht beleidigt gewesen weil er ihr nicht die Aufmerksamkeit schenkte, die sie sich von ihm gewünscht hatte. Nun verstand sie es zum Teil - konnte zumindest erahnen um wen sich seine Gedanken drehten. Alessa legte den Kopf leicht schief und blinzelte in seine Richtung. Kurzerhand hob Alessa ihren Arm an, nahm sein Kinn zwischen ihren Daumen und Zeigefinger und hob so den Kopf des Studenten zumindest soweit an, dass er ihr in die Augen blicken musste. "Hör auf so ein Gesicht zu machen - das steht dir nicht..." Ihre Mundwinkel hoben sich und sie lächelte ihren Gegenüber an, als sie ihre Hand wieder zurückzog. Tatsächlich erschien spätestens dann ein Grinsen auf seinen Lippen als ihm der teuflische Blick der Schülerin auffiel als es um ihre süße Rache ging, die sie am Lockenkopf ausüben wollte. Auf seine Aussage hin war es an dem Blondchen misstrauisch ihre Augenbraue zu heben und ihn einen ganz speziellen Blick zuzuwerfen. "Was wäre der Unterschied zu jetzt?" Mit ihren Zeigefinger deutete sie auf den müden Ausdruck in seinem Gesicht - die Augenringe, die ihn verrieten. Zumindest schienen seine trüben Gedanke fürs Erste vergessen - vielleicht weil er es selbst so entschieden hatte - auf Grund seiner Fähigkeiten als Schauspieler dürfte das keine Schwierigkeit darstellen, richtig? Vielleicht hatte es die Schülerin aber auch irgendwie geschafft ihn auf andere Gedanken zu bringen. Zumindest gefiel Darren ihr so wesentlich besser als der Trauerkloß vor wenigen Augenblicken. Als er ihre Anschuldigungen bezüglich einer bestimmten Telefonnummer so vehement von sich wies, konnte Alessa nicht anders als zu lachen. "Naja ich weiß ja nicht..." kommentierte das Mädchen die Erklärung ihrer Begleitung und machte dabei den Anschein als würde sie sich das ganze Szenario noch einmal durch den Kopf gehen lassen. "Eine wirkliche Alternative gab es ja anscheinend nicht..." Erneut drang ein Lachen aus der Kehle der Jüngeren. Fand es fast schon süß wie sehr er ihre Anschuldigung von sich stieß. Fast so als schämte er sich dafür auf diese Weise an ihre Nummer gelangt zu sein. "Du hättest sie doch auch einfach fragen können wenn dir etwas an ihr liegt..." fügte die Blonde hinzu und biss sich im nächsten Moment auf die Unterlippe bevor sie schwer seufzte. Naja wahrscheinlich war es nicht immer so einfach wie man es sich wünschte. Sie konnte immerhin selbst ein Lied davon singen.

    Als Darren von ihr verlangte die Tische abzuwischen weil es so doch viel schneller ging rollte Alessa mit den Augen. Sein Hundeblick war zwar nicht von schlechten Eltern aber dennoch konnte sie ihm widerstehen wenn sie wollte. Das Blondchen hatte diese Masche schließlich erfunden - bekam dadurch auch fast immer was sie wollte. Jedoch war die Diskussion sowieso unnötig, da Beide im nächsten Moment von dem Klavier abgelenkt waren, welches hinter ein paar Tischen versteckt war. Es schien schon bessere Tage gehabt zu haben aber dennoch hatte es irgendwie einen altertümlichen Charme - wenn man so etwas mochte. Es dauerte nicht lange und der Student hatte sich zu dem Musikinstrument durchgekämpft, zweifelte dabei schon die Funktionsfähigkeit des Klaviers an. Als Darren am Hocker Platz nahm trat auch Alessa ein kleines bisschen an das Klavier heran, nahm auf einem der Tische daneben fast schon widerwillig Platz, weil alles hier so schmutzig war. Darren befreite gerade die Klaviertasten vom Staub, als eben jener Staub in der Nase der Schülerin kitzelte woraufhin diese niesen musste. Sie verzog ein kleines bisschen das Gesicht, kam jedoch gar nicht dazu sich zu beschweren weil der Student dem Klavier gerade den ersten Ton entlockte. Ihre Augen funkelten ein kleines bisschen. "Es funktioniert doch noch!" kam es fast schon begeistert über die Lippen des Mädchens weil sie selbst eigentlich nicht damit gerechnet hatte - immerhin wirkte es doch in die Jahre gekommen. Erst jetzt begutachtete sie die Handhaltung des Lockenkopfs - er entlockte dem Instrument nach und nach mehrere Töne - spielte sogar eine kleine Melodie als es ihr wie Schuppen von den Augen fiel. Die roten Augen des Mädchens wanderten über sein Gesicht. "Du kannst Klavier spielen!?" Eine Feststellung? Eine Frage? Wahrscheinlich beides. Was für Talente hatte der Dunkelhaarige bitte noch? Neugierig beäugte Alessa den Anderen, lehnte sich ein kleines bisschen in seine Richtung, nachdem sie ihre Beine übereinander geschlagen hatte. "Spielst du mir... etwas vor?" Erwartungsvoll sah sie den Studenten mit eben jenen berühmten Dackelblick an, dem niemand widerstehen kann. "Du weißt schon... die Liste!" erinnerte das Blondchen Darren sicherheitshalber noch einmal für den Fall das ihr Blick bei ihm nicht ausrechte als ein Kichern über ihre Lippen kam.



    [Irgendwo in der Uni ] Cylie & Yumi

    Cylie schien sich unsicher wie sie sich nun entscheiden wollte. Machte daraus auch gleich eine kleine Show als würde ihr weiteres Leben von dieser winzigen Entscheidung abhängen. Die Theatralik in den Gesten der Anderen amüsierten die Blonde. Ein Lachen drang aus ihrer Kehle und ein Grinsen blieb folgend auf ihren Lippen zurück, welcher aber nach und nach wieder verschwand als die Medizinstudentin ihre Entscheidung von Yumis Glück abhängig machen wollte. Sie senkte den Blick für einen Moment bevor sie ihn gedankenverloren durch den Eingangsbereich der Uni wandern lies, welchen die beiden Studentinnen gerade betreten hatten. Was würde sie glücklicher machen? Es war nicht das erste Mal das man ihr diese Frage stellte. Hatte nicht Darren selbst ihr diese Frage einmal gestellt? Oder war es Alex gewesen, der sie gefragt hatte ob der Schauspielstudent sie glücklich machte? Yumi zog ihre Augenbrauen zusammen um sich zu erinnern aber letztendlich gab sie auf. Es spielte keine Rolle von wem diese Frage ausgegangen war. Die Blonde war sowieso nicht in der Lage sie zu beantworten. Vielleicht war sie glücklich in seiner Nähe - vielleicht genoss sie diese Momente mit ihm sogar bis zu einem gewissen Punkt. Doch wenn dieser Punkt erreicht war wollte sie wieder für sich sein - erst Recht wenn Darren einen Schritt zu weit tat - sie mit seinen Gefühlen regelrecht erdrückte. Dafür musste er sie noch nicht einmal aussprechen. Aber wäre sie glücklicher wenn er sich zurückzog - komplett aus ihrem Leben verschwand? Yumi presste ihre Lippen aufeinander, lief neben der Kleineren her, deren Blick sie ab und an auf sich gespürt hatte. "Ich weiß nicht was mich glücklicher macht..." erwiderte die Blonde schließlich nach der Zeit des Schweigens. Sie hatte dabei mit den Schultern gezuckt. Eigentlich war sie zufrieden mit dem Leben das sie führte - sich einfach treiben zu lassen - das fühlte sich gut an. Nirgends zu viel zu investieren um letztendlich auch nicht viel verlieren zu können. Klang doch perfekt. Als angehende Psychologin hätten ihre eigenen Alarmglocken wohl bereits schellen sollen aber Yumi war unheimlich gut darin die Augen davor zu verschließen. Sie war fast froh darum, dass sie folgend wieder miteinander scherzten - von der Ernsthaftigkeit des vorigen Themas ablenkten. "Hmmh... dabei dachte ich du interessierst dich nur für Nicks Hintern..." Yumi schielte während sie die Treppen in das erste Stockwerk erklommen in die Richtung ihrer Begleitung und grinste sie an auch wenn ihr natürlich das kleine aber feine Kommentar des anderen Mädchens nicht verborgen geblieben war, welches wohl darauf anspielen sollte, dass sich Yumi sehr wohl daran störte wenn man Darren genauer unter die Lupe nahm. Zumindest schien Cylie fest davon überzeugt zu sein. Die angehende Psychologin kommentierte diese Anspielung nur mit einem Augenrollen. Am Besten hätte sie gleich weiter rollen sollen, denn das folgende Thema war nicht unbedingt das Lieblingsthema der Studentin. Man könnte es sich im Anbetracht ihrer Fehlzeiten wahrscheinlich schon denken. Yumi kommentierte die Vermutung der Brünetten mit einem Schulterzucken. "Irgendwie ja..." Ob es Angst war, die sie von einer Entscheidung abhielt war fraglich aber im Grunde traf es die Kleinere auf den Punkt. "Wenn ich es trotzdem irgendwie schaffe... passt das auch und wenn nicht kann ich mir immer noch überlegen was ich stattdessen machen will..." Sonderlich viele Alternativen hatte sich die Blonde natürlich nicht überlegt. Zumindest keine, die sie ernsthaft in Erwägung zog. Wer sagte schon das man in seinem zukünftigen Beruf die Erfüllung finden musste? Manche arbeiteten nur weil es ein notwendiges Übel war um Geld zu verdienen - das Leben zu führen, dass sie sich vorgestellt hatten. Wahrscheinlich konnte Cylie das nicht nachvollziehen. Sie gehörte definitiv in die Kategorie Mensch, die für ihren Job lebte. Als Mediziner war das wahrscheinlich einfach so. Vermutlich konnte man nur so wirklich gut in dem was man machte werden. Yumi schenkte der Anderen einen mitleidigen Blick als diese kurz davon erzählte wie anstrengend ihr Studium war. Gerade Medizin war wahrscheinlich alles andere als ein Zuckerschlecken. Yumi war fast schon froh darum, dass auch dieses Thema mit dem Rebellieren von Cylies Magen ein Ende fand. "Klar. Ich glaube ohnehin das sonst ein Weltuntergang vermutet wird wenn ich so früh in der Vorlesung aufschlage..." Unweigerlich war auch der Blick der Blonden in Richtung Uhr gewandert, welche die Beiden gerade passierten. Weil sie nicht mehr im Büro vorbei mussten hatten sich die Studentinnen einiges an Zeit gespart, die sie so auf jeden Fall besser nutzen konnten. Die Medizinstudentin piekste Yumi in die Seite woraufhin diese zusammenzuckte und ein mädchenhafter Laut ihrer Kehle entkam, weshalb sie sich schon im nächsten Moment die Hand vor den Mund schlug. Sie war sehr kitzelig und hatte keinesfalls mit dieser Attacke von der Seite gerechnet. Als sie die Hand wieder von ihrem Mund nahm musste sie ein wenig lachen aber verpasste der Kleineren einen sanften Schlag in ihre Seite um sie vor weiteren Angriffen dieser Art zu warnen. Jedoch kam Yumi gar nicht mehr dazu, da plötzlich eine Melodie an ihr Ohr drang - vereinzelte Töne - gespielt auf einem Klavier. Da Cylie offensichtlich zur der Kategorie der neugierigen Menschen zählte eilte sie schon ein kleines bisschen voraus um den Ursprung ausfindig zu machen. Die Blondine folgte ihr aber machte sich dabei nicht die Mühe ihren Schritt zu beschleunigen, schloss gemütlich zu ihrer Begleitung auf, die sie als sie um die nächste Ecke ging schon wieder an einer Tür spannend vorfand. "Langsam aber sicher halte ich dich wirklich für eine Spannerin..." Yumi hatte eine Augenbraue nach oben gezogen und musterte Cylie mit einem Grinsen auf den Lippen. Bei den folgenden Worten der anderen Studentin verschwand das Grinsen auf den Lippen der angehenden Psychologin aber auch schnell wieder. "Wer..." setzte Yumi schon ab aber konnte sich die Frage eigentlich schon selbst beantworten. Sie stand neben der Brünetten an der Tür als ihr Blick durch den Türspalt fiel und ihn dort am Klavier entdeckte. Ihre blauen Augen weiteten sich ein Stück weit, Als Cylie ihr folgend etwas zuflüsterte drehte auch Yumi ihren Kopf ein Stück weit und entdeckte dort das Mädchen aus dem Gasthof. Unweigerlich sah sie vor ihren innerlichen Auge wie ihre Lippen auf den seinen lagen - hörte die Worte, die er im Maisfeld an sie gewandt hatte. Prinzessin. Ein herablassender Laut kam über die Lippen der Blondine. "Ja Nachhilfe bestimmt..." Ihre Stimme hielt sie dennoch gedeckt - wollte immerhin nicht die Aufmerksamkeit der anderen Beiden auf sich lenken. "...nur nicht in Musik..." Yumi wandte ihren Blick ab, hörte wie seine Prinzessin ihn um ein Lied bat und verspürte dabei ein unbeschreibliches Gefühl in ihrer Brust, welches sich alles andere als gut anfühlte - welches sie lieber nicht gespürt hätte...

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Alessa | irgendwo in der Universität


    Der Student erwiderte nichts als er ihre Finger an seinem Kinn spürte, als sie einen Kopf sanft anhob und ihm ein Lächeln schenkte. Sein Blick wanderte über ihr hübsches Gesicht. Sie hatte Recht mit dem, was sie sagte. Vielleicht nicht unbedingt damit dass ihm dieser abwesende und vielleicht auch traurige Gesichtsausdruck nicht stand, dass er damit nicht gut aussah, darüber dachte der Schauspielstudent gar nicht nach und das konnten andere wahrscheinlich auch besser beurteilen als er, aber das Blondchen hatte Recht damit dass er aufhören sollte. Dass er seine Gedanken aufhalten sollte damit er nicht ständig darin verschwand. Schließlich war es unhöflich und auch alles andere als fair aber wahrscheinlich konnte es doch ein jeder Mensch nachvollziehen, denn manchmal gab es Situationen, Momente, Dinge, gewisse Personen, die einen einfach einnahmen und an die man viel öfter dachte als man es vielleicht wollte. Oder sollte. In seinem Fall war es eher letzteres immerhin hörte er Yumi immer wieder sagen, dass es keinen Sinn hatte, dass er aufhören sollte, dass er sich keine Hoffnungen machen sollte, da rein gar nichts so werden würde, wie er es sich vielleicht wünschte. Ein leises Schmunzeln verließ seine Lippen. „Entschuldige.“, sagte er schließlich, wuschelte dem jüngeren Mädchen durch das blonde Haar, erntete dabei einen weiteren bösen Blick und hob dann noch seine Schultern. „Vielleicht war ich dazu auch einfach zu schüchtern.“ Aber egal was für einen Grund es hatte, warum er nie wirklich die Chance ergriffen und nach ihrer Nummer gefragt hatte, es war auch nicht wirklich weiter wichtig oder? Immerhin hatte sich auch kaum etwas geändert. Eigentlich machte Darren sich nur noch mehr Gedanken, doch die schob er für den Moment auch erfolgreich beiseite, denn spätestens seit sie diesen vollgestellten Raum betreten hatte, war seine Aufmerksamkeit eh auf etwas anderes gerichtet. Jetzt vorallem auf das alte Klaiver, an das sich beide heran gewagt hatte. Ebenso überrascht aber mit nicht ganz so viel Eifer musterte auch er das Musikinstrument während er es sich auf dem kleinen Hocker bequem machte, seine Finger wieder von den Tasten nahm und schmunzelnd zu Alessa schaute. Diese schien etwas sehr begeistert von dem Fakt dass er musikalisch doch mehr begabt war als sie bis jetzt gewusst hatte. „Ein bisschen.“, antwortete der Dunkelhaarige auf ihre Frage. Ein bisschen war natürlich gut gesagt, spielte er immerhin schon einige Jahre und eigentlich auch schon sein ganzes Leben. Jedoch lange nicht so oft wie er an seiner Gitarre spielte, die ließ sich dann doch ein bisschen leichter herum tragen oder im Wohnheim verstauen als ein Klavier. Darren hob seine Augenbrauen. „Das kommt jetzt aber plötzlich..“ Ein Seufzen kam ihm über die Lippen, er schien fast schon etwas gestresst und überfordert von der lieben Bitte, die die Blonde ausgesprochen hatte. Dabei mimte er aber nur den Schauspieler, legte seine Finger wieder auf die weißen und schwarzen Tasten, konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen als Alessa versuchte ihn mit ihrer imaginären Liste beinahe schon zu erpressen. Der Musiker hatte seinen Kopf erst wieder in Richtung des Instrumentes gedreht, sich darauf konzentriert, die einzelnen Tasten angesehen und den Schmutz darauf weggewischt. Schon während seiner kleinen Melodie hatte er bemerkt, dass einige Tasten nicht mehr ganz so stimmten, nicht den korrekten Ton spielten aber wahrscheinlich bemerkte das ein Laie nicht einmal. Der Kerl räusperte sich, setzte sich aufrecht auf den kleinen Hocker und drückte eine der vielen Tasten hinunter. „Ich.. habe ein Musikstück im Kopf.“, begann er, stimmte den nächsten Ton an und ein Lächeln malte sich auf seine Lippen ehe er wieder zu Alessa schaute, die ihn mit ihrem süßen Hundeblick wahrscheinlich überzeugen wollte, was ihn nur ein leises Lachen kostete. Wortlos studierte er die Gesichtszüge des Mädchens während seine Hände sich kurz zu lockeren Fäusten ballten. Langsam ließ er seinen Kopf sinken, sein Blick wanderte über die Klaviertasten und auch seine Schultern sanken wieder etwas. „Aber das..“ Es galt nicht ihr. Es galt nicht Alessa. Seit er auf das Klavier in diesem schmutzigen Kämmerchen aufmerksam geworden war, spukte dieses Lied in seinem Kopf. Generell erinnerte er sich oft an Songtexte, sprach und sang sie in seinem Kopf, passend zu so manchen Situationen und dieses Lied hatte sich irgendwie dort oben festgesetzt. Vorallem wenn er an Yumi dachte. Der Musiker schloss seine Augen bevor er tief Luft holte, nicht mehr auf eine Antwort oder einen Einwand oder sonstige Wünsche des Blondchens wartete sondern spielte. Er begann dieses Lied zu spielen, das Lied das er schon so lange im Kopf hatte, dessen Text einfach passte. Es sagte wahrscheinlich mehr als er je aussagen konnte, zumindest in diesem Moment und vielleicht trauerte er ein bisschen, dass er es Yumi nicht selbst vorspielen konnte. Darren öffnete seine Lippen, nur ein paar Sekunden lang war es nur das Klavierspiel gewesen, welches man in diesem kleinen Raum in der Universität gehört hatte, doch jetzt hörte man auch seine dunkle Stimme. Und wo sie am Anfang des Musikstückes noch klar war, er jedes Wort deutlich aussprach, so verlor er mit der Zeit die Kraft dafür. Seine Stimme wurde zittriger und doch traf er weiter jeden Ton. Nicht nur mit seiner Stimme, auch mit seinen Fingern spielte er das Stück perfekt. Doch es war ihm kaum möglich die Gefühle, die er in sich trug, auch für sich zu behalten. Er legte sie in diesen Moment, in dieses Lied, in diesen Text. Seine Stimme sagte weitaus mehr als sie zum besten gab. Es schlich sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen, mehrmals, als genau diese einen Worte fielen, die in manch anderen Ohren so verboten waren. Vielleicht war es die Tatsache dass er sie aussprach ohne dass diese bestimmte Person in der Nähe war, ohne dass sie diese hören konnte. Waren sie dann überhaupt noch so verboten? Und selbst wenn, war es doch im Grunde auch einfach nur ein Songtext oder? Nichts, was er selbst geschrieben hatte. Und trotzdem kam es aus seinem Herzen, weshalb er verstummte. Ob das Lied schon zuende war, ob er mittendrin aufgehört hatte, er wusste es selbst nicht. Doch was er wusste, was er spürte war, dass sich Tränen in seinen Augen gesammelt hatten. Die langsam über seine Wangen nach unten wanderten, von seinem Kinn auf die Klaviertasten tropften als er seine braunen Augen wieder öffnete und einfach nach unten starte. Sein Mund stand ein Stückchen offen während er leise atmete. Nannte man das jetzt einfache Hingabe, die Liebe zur Musik oder war es weitaus mehr? Darren wollte etwas sagen, doch fand auch nicht die richtigen Worte. Stattdessen hob er seine Hände, legte sie auf seine nassen Augen und stützte seine Arme auf seine Knie nachdem er ein Stückchen nach hinten gerückt war. Es war ruhig, man hörte nichts, das Klavier war verstummt und genauso seine Stimme. Warum er weinte? Weil das Musikstück es so verlangte? Weil es emotional war, weil man als Musiker seine Gefühle immer irgendwo mit reinbrachte? Weil es anders gar nicht möglich war ein wirklich guter Musiker zu sein? Es war weit mehr und das war ihm klar, das wusste er. Es war der Gedanke an Yumi, den Schmerz den er fühlte, das Wissen darum dass seine Worte sie einfach nicht erreichen wollten. Jetzt nicht, in diesem Augenblick sowieso nicht aber auch generell wenn sie sich begegneten. Darren konnte sagen, machen, ihr versprechen, ihr erklären was er wollte aber was genau, wie viel davon, kam eigentlich überhaupt bei der hübschen Studentin an? Was wollte sie davon überhaupt an sich heran lassen? Was.. konnte sie an sich heran lassen? Es waren alles Fragen, die er sich nicht beantworten konnte, mal wieder nicht sollte, weil es ihn doch eigentlich gar nichts anging. Weil er in ihrem Leben ja gar keine große Rolle spielte. Vielleicht nur eine kleine Nebenrolle. Jemanden, den man ersetzen konnte, wenn er nicht mehr wollte aber da lag auch das Problem. Darren wollte das, er wollte Yumi. So, wie sie war. Auch, wenn eben die das nicht glauben konnte und all seine Gefühle nur belächelte. Aber es war auch egal was sie dazu sagte, was sie machte, denn es gab nichts was ihn umstimmen konnte. Nichts was seine Gefühle minderte, gar ausradierte. „Mitreißend.“, flüsterte er schließlich, schmunzelte dabei, wischte sich mit den Fingern über die Augen und hob seinen Kopf an ehe er in die roten Augen der Anderen blickte.




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    Cylie & Yumi | irgendwo und irgendwie bei Alessa & Darren in der Universität


    Beinahe wäre der Kleineren ein lautes Seufzen über die Lippen gekommen obwohl es ihr eigentlich auch gar nicht zustand. Immerhin konnte sie nicht in diesen hübschen Kopf hinein sehen und Yumi schien generell jemand zu sein, der sich vielleicht doch mehr Gedanken um etwas machte, wie sie vielleicht zugeben wollte. Aber vielleicht hatte Cylie auch einfach einen falschen Eindruck, den der trügte ja auch gerne einmal, vorallem kannte sie die Andere auch noch nicht allzu lange aber es war doch schon auffällig, wie oft die Blonde abwesend schien. Oder aber sie betete einfach still in ihrem Kopf dass die Studentin einfach mal ihre Klappe hielt, leise war und wenn möglich ganz schnell das Weite suchte. Aber wenn ihr Cylie auf die Nerven ging, würde sie das ja hoffentlich auch sagen oder? So etwas traute sie Yumi dann doch zu und musterte das Mädchen aus den Augenwinkeln heraus, sagte aber nicht weiter mehr dazu. Bei diesem Thema konnte ihr wahrscheinlich auch niemand helfen. Sie musste schon selbst herausfinden was sie glücklich machte und meist passierte so etwas doch auch in Augenblicken, in denen man absolut nicht damit rechnete oder? Fast ein bisschen wie im Film! Cylie grinste etwas und ihre Augen weiteten sich im nächsten Moment als Yumi von Nicks Hintern sprach. Erst wollte sie etwas dazu erwidern, dann aber schlossen sich ihre Lippen wieder und sie wirkte so als würde sie kurz nachdenken. Tatsächlich hatte sie ja sowieso null Interesse an dem bärtigen Studenten, war er ja doch nicht so ganz ihr Typ und Yumi hatte auch Recht mit dem, was sie sagte. Denn momentan interessierte sie eigentlich nur ihr bester Freund aber wer wusste schon, ob sich das irgendwann noch änderte? Ändern musste? Eigentlich wollte sie gar nicht länger darüber nachdenken, war schon froh wenn sie ein paar Sekunden mal nicht an Nick dachte, dem sie erstmal eine Standpauke halten würde, wenn er sich irgendwann mal wieder meldete. Aber vielleicht war die Zeitverschiebung zu Kanada einfach zu groß. Cylie hob ihre Schultern. „Naja, ist auch irgendwie ein Weg.“, erwiderte sie schmunzelnd als die Studentin zugab, dass sie es doch irgendwie darauf anlegte von der Uni geschmissen zu werden. „Frag einfach ein paar der Typen hier nach Geld, bin mir sicher die geben dir gerne was.“ Der Zwilling versuchte einfach das Thema ein bisschen aufzulockern, wollte nicht dass es zu ernst wurde, immerhin wirkte die Blonde jetzt schon nicht ganz so einverstanden damit. „Oder du modelst!“ Ihre Augen glänzten für einen kurzen Moment ehe sie dann lachte, obwohl es gar nicht so abwegig war. Also zumindest in der Hinsicht dass Yumi eine wunderschöne Frau war, ob sie das Zeug dazu hatte sich wirklich als Model zu schaffen, dazu hatte Cylie wirklich zu wenig Ahnung von dem Thema aber sie war sich auch sicher, dass die andere da gar kein großes Interesse hatte. Daher rückte das auch schnell wieder in den Hintergrund, genauso wie die Tatsache, dass sie eigentlich Hunger hatte und die beiden gemeinsam noch schnell an der Mensa vorbei gehen wollten. Denn die hübsche Melodie, die an das Ohr der Studentin drang, war dann doch interessanter und beanspruchte auch ihre ganze Aufmerksamkeit. Auf den Kommentar der Studentin hin grinste die Brünette und sah Yumi dann auch überrascht an. „Oh.. jetzt erst?“, erwiderte sie flüsternd als wäre es doch längst schon klar, dass spannen zu ihrem liebsten Hobbys gehörte. Aber wahrscheinlich wirkte es wirklich so, wenn man daran dachte, dass sie gerade wieder an einer Tür stand und lauschte. Nicht dass sie das beim letzten Mal mit Absicht getan hatte, also lauschen, diese.. bestimmten Geräuche wollte sie eigentlich gar nicht hören, aber in ihrem Kopf waren es zunächst eh erstmal Geister gewesen und vorrangig waren ihr ja auch die polternden Geräusche aufgefallen.. keine anderen! Ein Lächeln malte sich auf ihre Lippen und sie tastete zur Seite, berührte den Oberarm der anderen und sie klopfte aufgeregt aber auch vorsichtig ein paar Mal daran. „Ich glaube er spielt gleich was! Warte.. spielt er ihr was vor?!“ Das Mädchen richtete sich auf und hob ihre Augenbrauen, musste auf den Kommentar der anderen doch leise lachen und hielt sich die Hand vor den Mund. „Er hat es wohl gerne in kleinen Räumen.“ Immerhin wäre es jetzt ja nicht das erste Mal. Cylie atmete ein, wollte gerade noch etwas sagen als sie sich an Yumi wandt aber behielt ihre Worte für sich, merkte dass da etwas nicht stimmte. Ihre Hand lag noch am Arm der Studentin. „Willst du..“, begann sie, wurde dann aber unterbrochen, mehr oder weniger, denn der Typ im Inneren des Raumes begann tatsächlich zu spielen und Cylie konnte nicht anders als ihm zuzuhören. Also aktiv zuzuhören, schließlich standen die beiden direkt vor besagtem Raum und konnten daher gar nicht wirklich weghören. Cylie zog ihre Hand zurück. Irgendwie änderte sich die Stimmung da drin oder? Je mehr der Kerl spielte und vorallem mit jedem Wort mehr, das ihm melodisch über die Lippen kam. Es war recht schnell klar wem dieses Lied eigentlich galt. Und auch als nicht wirklich musikalisches Mädchen bemerkte sie doch auch, dass es ihm schwer zu fallen schien, nicht auf der Stelle loszuheulen. Man merkte es an seiner Stimme und sie wusste daher auch nicht so recht ob sie beeindruckt sein sollte, dass er doch bis zum Ende spielte oder ob sie es belächeln sollte, dass er überhaupt Tränen vergoss. Denn schließlich als das Klavier verstummte, genauso wie er, versteckte er sein Gesicht hinter seinen Händen und Cylie wandt den Blick von dem Schauspiel ab, konnte aber aber auch nicht zu Yumi schauen. Stattdessen drehte sie sich einfach herum und wollte sich an die Tür anlehnen um durchzuatmen. Doch irgendwie dachte ihr hübsches Köpfchen nicht mit. Schließlich war die Tür nicht ganz geschlossen, hatte sie gerade selbst ja noch durch den Türspalt geschaut und so kam es, wie es in ihrem tollpatschigem Leben eben kommen musste, dass die Tür mit einem Mal aufschnellte und Cylie in den Abstellraum polterte. Also fast, sie fing sich noch im letzten Augenblick und landete somit nicht auf dem Boden, was in der Situation aber wahrscheinlich auch gar keinen großen Unterschied gemacht hatte. Zwei überraschte Augenpaare schauten sie an und was Yumi jetzt gerade machte und von ihr hielt oder was sie mit der Kleineren machen wollte, daran wollte Cylie gar nicht recht denken. Stattdessen machte sie einen Schritt zurück und hob verteidigend ihre Hände. „Ähm.. sorry, ich.. wir.. das war wohl die falsche Tür.“