Beiträge von Seaice

    [Pandora] kommt von zu Hause



    Die Bibliothek.

    Die Bibliothek.

    Ein Ort in dem man ein Kind wie Panda als Letztes vermuten würde. Nun, zumindest nach außen hin wirkte sie unschuldig. Ob unsere kleine Halbasiatin sich etwa die Blindenschrift aneignen wollte? Sicher nicht. Sie schlich in eine verstaubte Ecke im hinteren Teil - irgendwas mit Wirtschaft oder Politik oder so - nahm sich die dicksten und hässlischsten Bücher mit den dünnsten Seiten und der kleinsten Schrift, setzte sich im Schneidersitz auf den Boden, in der Ecke die Bücher um sich herum verteilt und begann die Seiten heraus zu reißen, die ihr überhaupt nicht gefielen, um daraus etwas hübscheres zu machen. Papierflieger zum Beispiel.

    [Pandora] getting crazy in here - bye



    Tatsächlich hatte sich in der Küche - wer hätte es gedacht - etwas zu Essen befunden! Sie mischte Chips mit Vanillepudding und fand sich für diese Mischung unglaublich einfallsreich. In der Zeit, in der sie sich ein paar ungesunde Sachen in das Bäuchlein gestopft hatte, war das Unwetter auch endlich ein wenig milder geworden. Ihre Mama hatte ihr allerdings noch nicht geantwortet. Sie schrieb ihr nochmal - mit gaaaanz vielen Emojis! - ehe sie schließlich das Haus verließ, in der Überlegung, wessen Tag sie heute vermiesen konnte.

    [Antoinette], Danica & Wayne ~ gehen



    Danica entschwand noch einmal um geschwind noch einen Nachschub an trockenen Handtüchern zu besorgen. Antoinette seufzte leise auf. Sie war müde und erschöpft und wollte einfach nur so schnell wie möglich fort von diesem See. Noch immer mied sie den Blickkontakt mit Wayne, denn es war ihr sichtlich unangenehm, dass ihr Wiedersehen unter einem derart furchtbaren Stern stand - und noch schlimmer, dass sie eine solch miserable Figur abgab. Er sollte sie so nicht sehen. Aber das - manque de bol - war nun auch nicht mehr zu ändern. Als Danica zurückkehrte - und dabei nun ihren Namen nannte - nickte die Belgierin nochmal dankbar. "Je suis Antoinette.", erwiderte sie, versehentlich in ihrer Muttersprache. Ihre Erschöpfung erforderte wohl ihren Tribut. Sie nickte erneut und hakte sich bei der Rothaarigen unter. Langsamen Schrittes - und damit meine ich wirklich langsam - trottete die zusammengewürfelte Dreiergruppe vom See in Richtung Bushaltestelle.

    Ob Wayne sich dort verabschieden würde? Musste Danica überhaupt in dieselbe Richtung? Und fuhr um diese Uhrzeit in diesem Dorf überhaupt noch ein Bus? Oder saß sie längst in Sternbach fest?

    [Cinnamon] & Schakaleon | im Wald



    Cinnamon betrachtete den Schakal mit Vorsicht und Erstaunen legte sich auf ihre Gesichtszüge, als dieser ihre Handfläche sanft anschubste. Die zaghafte Berührung des Vierbeiners überraschte sie, doch sie war geistesgegenwärtig genug, ihre Hand nicht vor Verblüffung zurück zu ziehen. Das Tier stromerte daraufhin um sie herum und streifte sie leicht, ehe es sich neben ihr niederließ und den Kopf auf ihrem Oberschenkel bettete. Cinnamon war sich nicht sicher, wie sie sich verhalten sollte. Sie war den Umgang mit Fischen gewohnt, ja. Aber ihr Bezug dazu war eher wie Jäger und Gejagte. Und Fische, nun... sie waren glitschig und schwer zu fassen und ganz sicher nicht zutraulich. Dieser Schakal hier schien eine ganz andere Weitsicht zu besitzen. Ob das normal für ein solches Tier war, hinterfragte der Rotschopf nun nicht - stattdessen genoss sie tatsächlich seine Anwesenheit. Cinnamon wagte es, ihre Hand auf seinen Kopf zu legen und ihn sanft hinter den Ohren zu kraulen, wie man es von Katzen kannte. Der Schakal wich nicht zurück, sondern schien es zu genießen, weswegen Cinnamon nicht aufhörte, sondern sich darauf einließ. Ganz allmählich spürte sie, wie ihre Sorgen und ihre Unsicherheit von ihr abfielen und sie sich merklich entspannte. Es spielte keine Rolle, ob die Zeit schnell oder langsam verstrich, denn was nun zählte, war der Moment in dem sie sich befanden - und es war ein guter Moment. Sich auf diese Einfachheit im Leben zurück zu besinnen, hatte etwas unglaublich befreiendes. Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen, ohne das sie es selbst bemerkte.

    [Cinnamon] & Schakal-Leon | im Wald



    Cinnamon horchte auf und hob den Kopf. Sie saß noch im Schneidersitz neben dem Busch, aus dem nun ein Schakal - sie glaubte zumindest, dass es ein Schakal war - auf leisen Pfoten daher trottete. Sie blinzelte irritiert, als das Tier sich vor sie setzte, die Ohren spitzten in ihre Richtung und sie mit einem treuherzigen Blick ansah. Die Fischerin tat es dem Wesen gleich und legte ihren Kopf ebenfalls schief und spiegelte den Vierbeiner so, bevor sie ihren Kopf wieder in die Gerade brachte. "Wo kommst du denn her?", fragte sie und hielt dem Tier ihre Hand entgegen um so um Erlaubnis zu bitten, ihn berühren zu dürfen. Dabei war sie durchaus vorsichtig - sie wusste ja nicht, ob dieses Wesen seine friedvolle Ausstrahlung beibehalten würde oder sie am Ende nicht doch noch biss. Das es sich bei dem Schakal um Leon handeln konnte, darauf wäre das Zimtmädchen jedenfalls nicht entkommen, auch wenn sich die Ohren glichen. Aber wer mochte schon einen derartigen Bezug herstellen? Dennoch war sie... naja, vielleicht ein wenig skeptisch? Sie war Fischerin, demnach ganz getreu der Regel gefressen oder gefressen werden und ein Schakal ernährte sich ja auch nicht von Gras. Es erstaunte sie daher, dass der Vierbeiner auf sie zugekommen war, anstatt wegzulaufen oder sich zu verstecken. Oder... "Hat dich etwa jemand geschickt?" Gut, das war vielleicht ein bisschen abwegig, allerdings... Cinnamon hatte den ganzen Tag versucht einen Bezug zu den Bäumen des Waldes herzustellen. Vielleicht war das ja die Antwort von Mutter Natur - ein Bewohner des Waldes. Aber wenn das ein Hinweis sein sollte - was bei allen Fischen des Meeres sollte das bedeuten?!

    [Cedric] & Ran | Cedric geht~


    Cedric war geschlagen. Er war Schachmatt gesetzt und zu keinem Zug mehr fähig. Er könnte ein neues Spiel starten, eine neue Runde, aber zu welchem Zweck? In dieser Partie gab es keine Sieger, lediglich Verlierer. Für ihn war es eine zerschmetternde Niederlage gewesen, so hatte er gar nicht mehr die Kraft ihr erneut etwas entgegenzusetzen. Er konnte es nicht. Und man möchte zumindest meinen ihr ginge es genauso, doch seltsamerweise hatte er nicht das Gefühl das dem so war. War es für Ran tatsächlich nur ein Spiel, ein Test in dem sie ihre Grenzen wie die seinen ausreizte? Nein. Nein, dafür waren zu viele Emotionen beigemischt gewesen. Jetzt jedoch spürte er davon nichts mehr - keine Wut und keine Schuld. Oder war nur er selbst so leer von allem, dass er stumpf gegenüber den Gefühlen anderer geworden war? Er könnte es ihr nicht verzeihen, wenn sie tatsächlich zufrieden mit sich selbst und dieser Situation war. Diese Gelegenheit, die ihn zu Fehlern verleitet und vieles auf den Kopf gestellt hatte. In einem musste er ihr jedoch Recht geben: es hatte keinen Sinn mehr. Womöglich hatte es nie Sinn ergeben. Cedric fühlte sich zwiegespalten. Zum einen wollte er einfach nur weg hier, weg von ihr, weg von diesem verfluchten Strand, weg von der Stadt in der er sich doch nicht sicher verstecken hatte können. Raus. Alles vergessen. Und damit auch den Schmerz begraben. Zum anderen hatte er jedoch auch panische Angst. Die Angst davor, dass sich die angehaltene Zeit weiterdrehte und sich in ein Rad wandelte, dass Runde um Runde um Runde schlimmer wurde. Der Drang sich an etwas zu klammern, einfach nur weil es da war, bekannt und vertraut. Die Sorge davor, dass sich all ihre Worte danach in Rauch auflösten, ihre Bedeutung verloren und vergessen wurden - das auch sie erneut verschwand, ihn noch einmal zurückließ, dann mit einem Gefühl von Verrat. Und es war surreal das er so dachte, ganz und gar unlogisch, doch die Stille flüsterte ihm genau dies ein. Er wollte weg - und konnte doch nicht gehen. Bis sie es von ihm verlangte. Nein nicht ganz. Aber was war es dann - ein Angebot? Cedric richtete den Blick auf sie, musterte ihr Gesicht erneut, verwirrt, fassungslos, bestürzt. Ihre blauen Augen, die ihm jahrelang verborgen gewesen waren und ihm niemals, nie, so kalt begegnet waren. Sie hatte sich in jenem Moment vor ihm verschlossen, in dem er begriffen hatte, was vor sich ging. Ob sie es noch einmal so weit schaffen konnten? Der närrische Teil in ihm wünschte sich die Ran zurück, die er einst geliebt hatte, auch wenn das völlig unmöglich war. Der Pragmatismus wollte sie sie nie wieder sehen und einfach nur aus seinem Gedächtnis ausradieren. Doch da waren noch so viele weitere - diverse Nuancen, die alle etwas anderes verlangten. Also, was wollte er? Es schien als bekäme er tatsächlich die Zeit darüber nachzudenken. "Du schickst mich fort?", meinte er leise, lediglich ein Flüstern im Angesichts des Regens. Er konnte es nicht glauben - wollte es nicht. Er war wütend, weil sie nicht zuhörte und gleichzeitig vollkommenes Verständnis von ihm verlangte. Er war irritiert davon sie plötzlich wie aus dem Nichts wieder getroffen zu haben, enttäuscht von ihren fadenscheinigen Rechtfertigungen. Fühlte sich schuldig, weil sie sich vor ihm verschloss und traurig, weil alles so viel hätte anders laufen können - oder war das nur blanke Illusion? Es war genug. Mehr als genug für einen Abend und doch schnürte es ihm die Kehle zu bei dem Gedanken, jetzt zu gehen und ihr den Rücken zuzuwenden - vielleicht für immer? Wollte er sie nach alledem wieder sehen, würden sie sich selbst wenn überhaupt finden? Und nach wie vor, gut verdeckt, hing der Hauch von Zufriedenheit der von ihr Ausging in der Luft. Unmöglich. Irrationalerweise war er enttäuscht und verletzt von ihren letzten Worten. Er war ihr lange genug loyal geblieben und sie hatte bereits nach einem Abend genug von ihm. Es war idiotisch so zu denken und doch war es lachhaft so erneut getrennte Wege zu gehen. Eine einzige Scharade. "Du musst mich wirklich hassen.", sagte er ebenso leise wie zuvor, den Blick war leicht zu Boden geneigt. Sein Gesicht war ausdruckslos, so als könnte es sich nicht mehr entscheiden, welche Mimik angemessen wäre angesichts dem Sturm an Gefühlen der ihn an diesem Tag heimgesucht hatte. Cedric setzte sich in Bewegung, dachte gar nicht mehr länger darüber nach. Er wollte sie nicht mehr sehen. So ging er an ihr vorbei, stumm, ohne sie anzusehen. Ein paar Schritte weiter blieb er doch noch einmal stehen und drehte sich ein letztes Mal zu ihr um. In seinen Augen lag reine Traurigkeit. "Ich habe dich geliebt.", sagte er und sein Herz krampfte sich bei diesen Worten schmerzlich zusammen, als wolle es sich der Wahrheit nicht bewusst werden. Einst, ja. Und jetzt? Was war nur aus ihnen geworden? Er wusste es nicht. Diese Feststellung jedoch schien ihm ein passender Schlussstrich zu sein. Vielleicht könnten sie nun beide endlich vorangehen. Eine innere Stimme lachte ihn aus für diesen Gedanken - als ob er das wirklich glauben sollte? Es war spät. Er prägte sich das Bild der Frau vor ihm ein, diese kleine Unmöglichkeit vor ihm, ehe er sich wegdrehte und die Bucht verließ, ohne noch einmal zurückzublicken.

    [Antoinette] bei Wayne & Danica - am Seeufer




    Antoinette war ein bisschen überfordert von der Situation - ein bisschen sehr - und von den beiden, die sich zwar liebevoll um sie kümmerten, gleichzeitig aber auch viel sprachen, wodurch die kleine Belgierin ein wenig überfordert war. Sie war typischerweise keine Person, die leicht in eine solch... hilfsbedürftige Lage geriet. Vermutlich hatte sie wirklich ein bisschen zu viel getrunken, doch der Sturz ins kalte Wasser hat den Alkohol bis auf den letzten Rest vollständig vertrieben. Immerin. Antoinette beobachtete die rothaarige Frau dabei, wie sie ihren Knöchel abtastete und notdürftig verband. Sie ging dabei ganz sanft vor und schien zu wissen was sie tat. Allein durch ihr souveränes Auftreten fühlte sich die kleine Dame schon ein wenig beruhigt. "Ist gut.", murmelte sie noch ein wenig zerstreut in Bezug darauf, dass sie jetzt wohl kaum noch in den Schuh passen würde. Wegwerfen würde sie diese aber sicher nicht! Was für ein absurder Gedanke - war der Frau denn die einzigartige Farbe entgangen, die schlichtweg perfekt zu ihrem Kleid passte? Doch sie räumte in Gedanken ein, dass das gerade keine Relevanz besaß, denn sie war sowieso schon ruiniert. Äußerlich wie auch innerlich vor lauter Schmach. "Ich... danke.", sagte sie dann noch und suchte dabei den Blick von Danica. Sie meinte es ernst. Antoinette kannte die Frau zwar nicht, aber sie war froh, dass sie da war und ihr half. Damit musste sie nur noch eine Sache beantworten. "Ich wohne im Nordwesten von Riverport..", erklärte sie, während in ihrem Kopf langsame Überlegungen vorgingen. Mit dem Bus brauchte man von Sternbach bis in die Stadt ca. 40 Minuten und er fuhr um diese Zeit nicht mehr allzu regelmäßig. Auch ein Taxi würde seine Zeit brauchen bis hier heraus zu fahren und wieder zurück und die zierliche Frau war noch immer patschnass - ihre Klamotten würden heute vermutlich nicht mehr trocknen. Antoinette warf einen Blick zu Wayne, wandte ihn dann jedoch sofort wieder ab. Zur Ranch war es zwar ein wenig weiter zu laufen als nur bis zur Bushaltestelle, aber... naja, nichtsdestotrotz wären sie dort auf jeden Fall schneller angekommen. Außerdem behagte ihr der Gedanke nicht in diesem Zustand alleine nachts zurück zu fahren. Nicht, solange sie sich wie ein Häufchen Elend fühlte. Aber... uh... war ihr tatsächlich ihr Stolz im Weg sein Angebot auszuschlagen? Dabei würde sie nichts lieber tun, als einfach zuzusagen. Antoinette presste unbehaglich die Lippen aufeinander, unfähig eine Antwort zu geben. Warum nur war sie zum Teil so starrköpfig?!

    [Nark] bei Tony & Ben im Spielzeugladen


    Nark folgte seinen beiden Freunden mit Augen groß wie Sterne. Dabei hatte er einen Finger in den Mund gesteckt (ein schlechte Angewohnheit, die die Erzieherinnen mühevoll versuchten auszutreiben) und achtete überhaupt nicht auf seinen Weg. Am Rande bemerkte der Halbire, wie sich Ben und Tony über Lego's unterhielten und auch Nark mochte das, obwohl er viel lieber damit spielte als baute. Abgelenkt von all den vielen Sachen, die es in dem Laden gab, stolperte der große Junge dann jedoch über ein Spielzeugauto, welches zuvor wild geblinkt und Renngeräuschte von sich gegeben hatte. Das hatte die Tollpatschigkeit des Dickerchen jedoch nicht aufgehalten und er hielt sich den Fuß, während er kurz hopste mit einem "Auauauauauau.", Dann sah er zurück auf die gemeine Falle, über die er gestolpert war. Das Auto... blinkte nicht mehr und machte auch keine Geräusche mehr. "Oh nein!", wimmerte Nark, "Ist es kaputt?!" Er wollte nicht, dass es kaputt war, er konnte das ganz sicher nicht bezahlen und wurde am Ende noch dafür eingesperrt werden! Panik breitete sich in dem jungen Bub aus. Das hätte ein schöner Ausflug mit seinen Freunden werden sollen! Sie wollten doch zusammen Lego spielen und jetzt das! Was sollten sie jetzt machen?!

    [Cinnamon] allein (?) im Wald


    Cinnamon versuchte mit den Worten von Violet zu arbeiten. Es waren zwar nur Spekulationen, aber immerhin ein Anfang, oder? Dann jedoch verabschiedete sich das Gasthofmädchen schnell, vermutlich war ihre Pause zu Ende. Oder aber die Fischerin hatte sie zu sehr mit ihrem Geschwätz gelangweilt. Der Rotschopf gehörte nicht gerade zu den Personen, die die Gefühle anderer um sie herum wahrnahmen und einzuordnen wussten. Nein, Cinnamon war da eher wie so ein Stein. (Grüße gehen raus) Sie seufzte. Mittlerweile war es bestimmt längst Nachmittag und dennoch verspürte das Mädchen keinen Hunger, zu sehr war sie mit ihrem persönlichen kleinen Rätsel beschäftigt. Sie ließ sich auf den Boden neben einen Busch fallen. Das sich jemand dort drin verbergen konnte, auf diese Idee kam sie nicht und selbst wenn, hätte sie es wohl nicht weiter beachtet. Ein Vogel oder eine Katze vielleicht, aber in den Wäldern so nah ei Trampoli verbargen sich keine Monster mehr, sondern waren schon seit langer Zeit aus dem Dorf vertrieben worden. "Was mach ich nur?!", murmelte sie zu sich selbst. Nun, ein Anfang wäre es vielleicht gewesen wirklich ein wenig mehr auf die Natur um sich herum zu lauschen - dann hätte sie vielleicht auch den Schakal bemerkt und würde zumindest zum Teil verstehen, was den Zauber Wurzelgeflecht ausmachte. Aber wer nicht lauschte nahm nichts war. Verbunden mit der Natur und ihrer Umgebung, so wie Violet es vorgeschlage hatte, war Cinnamon jedenfalls nicht - und bemerkte ihren Fehler dabei nicht einmal.

    [Tori] & Gaius


    Die Maid wuusste nicht recht, was sie zur erneuten Handlung bewogen hatte, war sie üblicherweise doch nur wenig dazu bereit. Nur... in Gaius‘ Gesellschaft schienen die normalen Regeln ihrer Weltanschauung oftmals nicht zu gelten. Kein Laut wich über ihre Lippen, wenngleich sie überrascht war, im nächsten Moment den festen Griff des Schmiedes um ihren Körper zu spüren. Sie war es nicht gewohnt berührt zu werden, nicht so, dabei war die Umarmung ja von ihr ausgegangen - sanft und zögerlich zwar, aber dennoch hatte sie den Schritt auf ihn zu gemacht. Dennoch hatte sie nicht damit gerechnet, die zarte Geste so sehr zu verstärken. Gaius stand zu schnell auf, sie hörte das Schaben des Stuhles als er fortgerückt wurde und zusammen konnten sie das Gleichgewicht nicht halten. "...Huch?!", erschrak sie sich nun doch, als der Zwerg rücklings zu Boden fiel und sie mit sich zog. Sie kam nicht aus. Er hatte dabei nicht losgelassen und so viel das Mädchen sanft, ohne sich zu stoßen. Dann hörte sie es. Ein merkwürdiger, ein fremder Klang und es brauchte ein wenig, bis Tori begriff. Gaius lachte. Er lachte offen und herzlich und warm. Es war ein ehrlicher, ein freundlicher Ton der an ihr Ohr drang. Sie wusste nicht, ob sie den Zwerg schon einmal auf diese Weise hatte lachen hören. Der Laut klang wie Musik in ihren Ohren und sie blieb stumm, ganz darauf konzentriert, die Melodie seines Seins in ihrem Herzen aufzuwahren. Das wollte sie nicht verlieren. ‘Ich verstehe dich nicht.‘, sagte er schließlich, nachdem er sich wieder ein wenig beruhigt hatte. Tori horchte auf, sah zu ihm hoch. Noch immer hatte er den Griff um ihre Taille nicht gelockert, doch anstatt sich bedrängt und eingeengt zu fühlen, fühlte sie sich gut aufgehoben und... beschützt. Sie nahm seine Frage nicht übel, verstand sie doch selbst so wenig von sich - oder über ihn, ja, über andere Menschen ganz im Allgemeinen. Theorien, Hypothesen, Analysen - diese Dinge ließen sich so viel einfacher verstehen, als der menschliche Geist, der in seiner Vielschichtigkeit nur schwer zu erfassen war - selbst der eigenen Person nach. Dennoch war es ein seltsames Gefühl ihm dabei zuzuhören, wie er ihre Angst in neue Worte packte. Es könnte leicht lächerlich klingen, aber doch war das nicht der Fall. Er machte eine Pause, doch Tori ahnte, dass er noch etwas hinzufügen wollte - oder hoffte sie es bloß? Gaius zog sie noch ein wenig näher zu sich heran, vergrub sein Gesicht an ihrem Kopf, umgeben von so viel blonden Haar, welches sie heute ausnahmsweise offen trug. Die Maid wurde sich der Nähe bewusst, wie sie dort so aufeinander lagen, versehentlich, unbeabsichtigt und doch nicht zuwider. Sie spürte seine Hände, hörte seinen Atem und spürte - sanft, nur wenn man genau Acht gab - das kräftige Pochen seines Herzens in seiner Brust, dort, wo sie auf ihm lag. Waren sie sich überhaupt schon einmal so nahe gewesen? Sie hatten sich bereits einige Male umarmt, gewiss. Gestern hatte er sie in ihrer unzüchtigen Untergarderobe gesehen. Einmal hatte er sie bereits geküsst. Ah, wie kam es, dass sie sich gerade jetzt daran erinnern musste? Es war lange her und nie wieder geschehen, es war ihr auch ein wenig merkwürdig vorgekommen. Tatsächlich jedoch kam ihr die Situation jetzt viel intensiver - viel intimer - vor, als jener flüchtige Kuss von damals. Unweigerlich begann ihr Herz ein wenig schneller zu schlagen, ganz so, als wolle es sich dem Rythmus des Seinen anpassen. Erst als er wieder die Stimme anhob, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Der Hauch von Sorge zeichnete sich auf dem Gesicht des blonden Mädchens ab. ‘Das einzige wovor er sich fürchtet...‘, wiederholte sie. Hatte sie ihrer Angst ein derart prägnantes Gesicht gegeben? Sie kam nicht dazu, darüber zu rätseln, worauf er hinaus wollte. Stattdessen zog sich ihr Herz nun zusammen, geprägt von einer neuen Angst, als er weitersprach. Obwohl er behauptete glücklich zu sein - und sie glaubte ihm, sie spürte es deutlich - wurde sie das Gefühl nicht los, das er noch etwas verbarg und dieser Punkt war es, der ihr Sorge bereitete. Gepaar damit, vielleicht erneut nicht gut genug zu sein, nicht würdig genug, als das er sich ihr vollkommen anvertrauen könnte. Tori verbarg diese aufkeimende Stimmung in ihr jedoch, denn zu sehr genoss sie die irrationale Freude, die er ausstrahlte und das Gefühl, so nah bei ihm zu sein und sich zuzugestehen, dass daran nichts Falsches war. "Es ist nicht furchtbar.", flüsterte sie schließlich nach einer kleinen Weile des Schweigens, "Ausnahmsweise nicht." Zumindest nicht für sie. Nein. Ausnahmsweise schien es nichts Furchtbares zu geben. Gaius erschien ihr oft wie ein kleiner Lichtblick in der Dunkelheit, doch gerade, ja, da strahlte er. Und dieses Strahlen war es, dass sie dazu bewog, das auszusprechen, was sie fühlte. Ohne einen Hänger. "Ich danke dir, weil...", fuhr sie fort, um seine Frage zu beantworten, die er nur so dahin gesagt hatte, die ihr jedoch wichtig erschien. Dennoch kam sie ins Stocken. Warum? Warum hatte sie das gesagt? Weil er ihr Kraft und Mut spendete? Weil er ihre Einsamkeit vertrieb? Weil er die Tage stets ein bisschen besser machte, ein klein wenig nur, aber es reichte aus, damit sie stets weiter gehen konnte? Weil sie sich in seiner Gegenwart nicht verstellen musste? Weil all ihre Ängste ein klein wenig unwichtiger wurden, wenn er in der Nähe war? Sie konnte das nicht ausssprechen. Nicht so viel, wie könnte sie? Und doch wollte sie den Satz nun auch nicht unvollendet lassen. Sie machte den Mund einmal auf und zu, ehe sie sagte: "Weil du mir wichtig bist." Nein. Weil ich dich liebe. Ihr Herz klopfte bei diesem grotesken Gedanken, wusste sie überhaupt was sie da dachte? Nein. Nein, aber... warum fühlten sich diese Worte dann so richtig an?

    [Cedric] & Ran


    In vier Jahren verändert sich vieles. Natürlich, wie könnte es auch anders sein? Und doch, gleichzeitg fühlten sich die vier Jahre wie nichts an - eine Ewigkeit, ja, eine zähe Masse der Zeit, die sich nur langsam vorwärts bewegt hatte. Aber jetzt, in diesem Moment, in dem so vieles wieder hochkam, stellte sich tatsächlich die Frage: was genau, war in diesen vier Jahren passiert? War er noch dieselbe Person wie damals, war er jemand anderes geworden? Besser - schlechter? Nüchtern betrachtet konnte man die einzelnen Begebenheiten einfach abzählen: Er war umgezogen, hatte angefangen zu studieren. Hatte einen Flugzeugabsturz und eine Schusswunde überlebt. Aber darum ging es nicht. Es ging hier nicht um nackte Tatsachen, nicht um trockene Fakten, die man erzählen und leicht aufholen konnte. Hier ging es um Persönlichkeiten. Um ihn. Um sie. Um das was aus ihnen geworden - und zu wem sie geworden waren. Das ließ sich nicht so einfach festhalten, nicht so leicht beschreiben. Wer kannte sich selbst schon wirklich? Und wann wurden die Masken, die man zur Schau stellte zu einer Lüge, die auch einen selbst betrog? Um diese Veränderungen festzustellen, die in den vier Jahren mit ihnen geschehen waren, müssten sie sich aufeinander einlassen. Cedric wusste weder ob er das wollte - noch ob er konnte. Wieso ausgerechnet jetzt? Nachdem er so lange daran gearbeitet hatte loszulassen - es war als lachte ihm das Schicksal schadenfroh ins Gesicht. Auf seine Frage hin reagierte sie aufbrausend und am liebsten wäre er ihr über den Mund gefahren. Er tat es nicht. Es war nicht seine Art, direkt etwas zurückzufeuern. Stattdessen schwieg er. Als bräuchte ich noch irgendwelche weiteren Gründe, dachte er verbissen. Scheiße gebaut? Das war ein so einfacher Ausdruck für das was geschehen war. Natürlich hatte sie scheiße gebaut - aber Scheiße bauen, das tat jeder einmal. Es so zu formulieren ließ die Ereignisse so viel milder erscheinen, so viel weniger schlimm. Dinge passieren, das Leben geht weiter. Zugegeben: Sein Herz zu nehmen und zu zerquetschen, seine Seele in Stücken zurücklassen und ihm ein Messer in die Brust zurammen, kaum das er sich erholt hatte, war eine äußerst dramatische Darstellung - wenn auch treffend - die dennoch auch in seinen Ohren lächerlich klang. Er wusste nicht, was er auf ihre Worte hin antworten sollte. Eine ihrer Fragen war durchaus berechtigt: Warum wollte er das wissen? Er zögerte sich mit dieser Frage zu beschäftigen, kam aber dennoch nicht drum herum. Warum wollte er das wissen? Damit er sich besser fühlte, wenn es so wäre? War er tatsächlich zu einem derart niederträchtigen Menschen herangewachsen, dass er es auf Schadenfreude abgesehen hatte? Als wäre es ein kleines Stück Heimzahlung, eine Genugtuung, wenn sie sich die Schmach eingestand, ihre Handlung tatsächlich zu bereuen? Oder war es, wie sie sagte, nur damit er einen weiteren Grund in der Hand hatte, um es ihr reinzudrücken, um sich dadurch selbst besser darzustelen? Beides klang so furchtbar ekelerregend, dass ihn der Gedanke, dass tatsächlich etwas davon stimmen könnte - wie klein es auch ein mochte - ankotzte. Also: Warum hatte er gefragt? Etwa tatsächlich aus ehrlichem Interesse, ein Versuch der Einfühlsamkeit? Das wäre nur naiv. Er wusste es nicht. Alles davon konnte stimmen, wäre nachvollziehbar, oder auch nichts davon. Manchmal gingen die Dinge auch nicht tiefer, als die Oberflächlichkeit in der sie gesprochen wurden. Eine Aussage. Eine passende Frage dazu. Eine neue Antwort. Ein Wechselspiel der Kommunikation. Belanglos. War es wirkich nicht mehr als das? Nein. Nein, zumindest die letzte Theorie konnte Cedric als hinfällig einstufen. Dafür waren zu viele Gefühle im Spiel. Er seufzte. Es hatte keinen Sinn darauf zu antworten, denn egal was er sagte, Ran würde nicht zufrieden sein. "Glaub doch was du willst.", meinte er daher, schroffer als es seine Natur war und es würde wohl kaum hilfreich dabei sein, dass sie sich weiter öffnete. Im Gegenteil. Aber Himmelherrgottnochmal, erwartete man von ihm in dieser tatsächlich besonnen und klug zu agieren? Er war stets ernst, stets so vernünftig - einen scheiß war er, denn war auch das nicht mehr als nur eine Fassade? Er wusste nicht was er machen sollte. Er wusste nicht was er denken sollte. Gefühle und Gedanken waren in einem derartigen Karrussel in ihm durchgefahren, dass er nun einfach ausgebrannt war. Nichts ergab mehr einen Sinn. "Und jetzt?", gab er trocken hinzu, die Hände in den Hosentaschen vergraben, damit sie seine Anspannung nicht verrieten. Er gab damit die Kontrolle der Konversation zurück an sie - das wollte sie sowieso und es war ihm Recht. Er wusste nicht was sie noch wollte, noch wusste er, was er noch wollte. Das Rauschen des Meeres drang zurück an seine Ohren. Ja, das war vielleicht keine schlechte Idee. Nach allem was passiert war, klang es doch lukrativ, sich danach erstmal im Ozean zu ertränken. Ganz getreu dem Motto: Nach mir die Sinnflut.

    Pandora wartet auf ihre Mama - oder sonst irgendwen


    Irgendwann wurde es der kleinen Halbasiatin zu öde einfach nur Löcher in die Luft zu starren. Außerdem bekam sie Hunger. Pandora hatte sich tatsächlich noch nie etwas selbst zu essen gemacht - dazu gab es im Normalfall ja Köche. Aber auch von denen hatte das Mädchen bisher keinen gesehen. Buuuh. Bevor sie in die Küche schlich, kam ihr jedoch eine Idee, wie sie vielleicht eine Reaktion ihrer Mama bekommen konnte - falls sie denn noch lebte (am Friedhof war sie ja schonmal lol). Also schrieb sie ihr eine Nachricht - digital kid und so - ehe sie sich in die Küche begab um einmal nachzusehen, was sie sich so in den Magen stopfen konnte.