Beiträge von Seaice

    [Cedric] & Tara --> Zoocafé


    Die innere kleine Gefühlsachterbahn in Tara bekam Cedric nicht mit. "Ja, nicht wahr? Dabei sollte man meinen im Winter hätten die Leute mehr Mitleid mit den armen Obdachlosen.", befand er. Aber zum Geldverdienen war er ja auch nicht hier unter die Brücke gekommen. Obwohl es im Sommer sicherlich kein schlechter Ort war, da sich der Platz direkt auf dem Weg zum Zoo befand. An diesem Tag war es jedoch ruhig. Kurz überlegte Cedric, als Tara ihm ihren Vorschlag unterbreitete. "Ich weiß nicht ob ich das noch zusammenbekomme.", gestand er ihr, während er grübelte. Ursprünglich waren Telemann's 12 Fantasien für Flöte gewesen und er hatte sich nie wirklich mit ihnen beschäftigt. Allerdings hatte er sie mal im Unterricht lernen müssen und genau das versuchte er gerade wieder aus den hinteren Ecken seines Kopfes hervorzukramen. Immerhin konnte er sich hier einen der zwölf Abschnitte aussuchen, denn alles zusammen bekam er nicht hin - und wäre auch viel zu lang. Cedric atmete sich in die Finger um sie zum Spiel noch einmal warm zu bekommen. Vielleicht sollte er sich tatsächlich Pennerhandschuhe kaufen? Dann könnte er wirklich bald unter die Straßenleute gehen. Passend seiner Gemütslange setzte er den Bogen schließlich zu einem der Grave an. Dabei verpatzte er auch die ein oder andere Note, was nicht gerade zur Harmonie beitrug. So vertraut war er damit am Ende doch nicht. Nach einem weiteren schiefen Ton gab er schließlich auf und senkte die Arme. "Sorry Tara - ich hör schon auf, bevor ich deine Ohren weiter damit quäle.", entschuldigte er sich bei ihr. Entsprechend war keine weitere Münze im Geigenkoffer gelandet, aber den Kaffee konnte er auch einfach aus eigener Tasche aufstocken. Vorsichtig packte Cedric schließlich das Instrument weg und schulterte es. "Wollen wir?", eine sanfte Aufforderung. Auch wenn er es sich nicht großartig anmerken ließ, er freute sich darüber, dass seine alte Freundin zugestimmt hatte. Sie hatte ja keine Ahnung, wie sehr sie ihm durch ihre Anwesenheit half - sie schenkte ihm ein wenig Normalität sowie Ablenkung. Beides brauchte er.

    Nicht unweit von der Brücke entfernt, Richtung Zoo jedoch noch davor, befand sich ein kleines, unscheinbares Café. Innen war vielleicht Platz für fünf Tische, aber es war liebevoll gestaltet. Er ließ Tara den Vortritt und sie setzten sich an einen Platz am Fenster. Sofort nachdem sie eingetreten waren, kehrte die Wärme zu ihm zurück - zumindest die körperliche. Das war auch nötig, nachdem er sich stundenlang in der Kälte aufgehalten hatte. Sein Herz jedoch wurde nach wie vor von kühler Hand umklammert. Kurz warf er einen Blick auf sein Handy, was seiner Begleitung gegenüber wohl unhöflich sein mochte, aber gerade dachte er nicht daran. Er antwortete Nick kurz und sah dann auf die letzten Nachrichten von Noita von vor über einem Jahr. 'Hey ich gehe jetzt nach Hause. Ich schaue nur noch schnell bei der Party am See vorbei um Majo zu treffen. Ich hoffe dir geht es gut. Wenn du nicht allein sein möchtest oder jemanden zum Reden brauchst komm gerne nach oder ruf mich an. Du störst nie, okay? Du bist nämlich ganz und gar fantastisch ♥' Dann zwei verpasste Anrufe und 'Entschuldige ich habe deinen Anruf gar nicht gehört! Alles in Ordnung? Konntest du dich mit Simon aussprechen?' Er hatte darauf sogar ein wenig mehr geantwortet, als üblich, aber das war bevor er auf sie gestoßen war. Seither wusste er nicht wie er ihr, allen, sogar sich selbst, begegnen sollte. 'Ich muss dich sehen.' stand da bei ihm im Display - eine Nachricht, die er nie an sie abgeschickt hatte. Wann hatte er sie überhaupt geschrieben? Sie entsprach der Wahrheit - das musste er. Er vermisste sie. Gleichzeitig konnte er ihr nicht unter die Augen treten. Wie? Wie sollte er das lösen? Es gab keinen Ausweg. Egal wie er sich entschied, er hatte Noita längst verletzt - und sie wusste noch nicht einmal etwas davon. War es dann gnädiger sie im guten Glauben zu lassen? Es war nichts gewesen - er hatte nur einen Geist geküsst, sich für einen Moment in der Vergangenheit verhangen. Cedric biss die Zähne zusammen. Nein, nichtmal er könnte sich so sehr belügen - und sie auch nicht. Als die Bedienung kam und ihn aus seinen Gedanken riss, steckte er das Handy wieder weg - ohne ihr zu schreiben. Er hatte das Gefühl, jedes Wort welches er auf diese Weise an sie richtete, wäre nur reine Heuchelei und das konnte er nicht. Obwohl es sich ebenso furchtbar anfühlte, sie auf eine solche Art quasi zu ignorieren. Was machte er da nur? Sie war zu kostbar, zu wichtig, zu wunderbar, als das sie ein derartiges Verhalten verdiente. Doch er bekam keine Möglichkeit sich weiter in Gedanken zu verstricken, da die Kellnerin sie beide erwartungsvoll ansah. "Entschuldige ich... war kurz in Gedanken versunken.", sagte er zu Tara, welcher das sicher nicht entgangen war. "Weißt du schon was du möchtest?", fügte er hinzu, sich dabei bemühend wieder in der Realität anzukommen. Er würde sich auf einen einfachen Kaffee beschränken und hatte daher erst gar keinen Blick in die Karte geworfen.

    [Max] & Bianca | kommen an | gehen getrennte Wege | neuer Tag, neues Glück


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    Tatsächlich war die Nacht bereits herein gebrochen, als die beiden Sprösslinge des Adels in die Villa zurück kehrten. Ein goldener Käfig. Den Sonnenuntergang am Strand mit seiner Cousine zu betrachten, hatte etwas... einvernehmliches gehabt. Etwas Lebendiges. Wie kurios. Ehe sie in der Eingangshalle getrennte Wege zu ihren Räumlichkeiten gehen würden, blieb Max noch einmal stehen und suchte den Blick von Bianca. "Ich werde den Tag heute als sehr positiv in Erinnerung behalten, werte Cousine.", teilte er mit und es klang eine merkwürdige Ernsthaftigkeit in seiner Stimme mit. Gleichzeitig klang es aufgesetzt, wie man es von ihnen gewohnt war, was nachdem, was er und die Blauhaarige sich heute an den Kopf geworfen und von sich gegeben hatten, fast schon komisch wirkte. "Ich würde mich freuen, wenn wir dies an anderer Stelle einmal wiederholen könnten.", fügte er hinzu und ging einen Schritt auf das Mädchen zu, sodass nun kaum noch ein Abstand zwischen ihnen war. "Eine gute Nacht.", wünschte er und küsste ihre Stirn zum Abschied, ehe er wieder einen Schritt zurückging. Sanft und mit einem ebenso unmerklichen Lächeln auf den Lippen, neigte er den Kopf, ehe er sich von der hübschen Frau zurückzog und sein Zimmer aufsuchte.

    [Tori] & Gaius



    Ein Traum. Er wiederholte ihre halbherzige Erklärung und nochmal vernommen, hörte es sich irgendwie närrisch an. Dennoch zog er sie nicht auf, nein. Gaius bestärkte sie, wie er es immer tat und wie es ihr doch ein so großes Rätsel war. Er plante also fast nie etwas durch, huh...? Tori betrachtete den Schmied, an dem ihr so viel lag, während sein Blick plötzlich abwesend wurde. Er sah weg, doch nicht gezielt - in sich hinein. Ein schöner Anblick. Schön, auf eine ganz und gar authentische Art und Weise. Dennoch fragte sie sich, bei seinen Worten, was wohl nicht gut ausgegangen war, bei dieser Moral. Meistens. Er verbarg etwas vor ihr, das hatte er mehr als klar gemacht und das war auch sein gutes Recht. Sollte sich Tori ihrer Neugierde also schämen? Dabei war ihr Herz doch stets von Wissensdrang gefüllt! Ach, sie wünschte sich nur Gaius ein wenig besser verstehen zu können und gleichzeitig wünschte sie es nicht, waren es doch die Gesten, mit denen er sie stets zu überraschen gedachte, die sie immer wieder aufs Neue ins Staunen versetzten. Sie ins Positive zogen. Nein, es war gut so wie es war und so fragte Tori nicht, wovor er sich womöglich fürchten mochte. Stattdessen sah sie nun auf - hatte seine Stimme doch die kurz eingelegte Stille durchbrochen. "B-Bei-bringen?", wiederholte sie und die Augen hinter ihren Brillengläsern wurden groß. Er wollte sie im Tanzen lehren? Welch fairer Ausgleich zu dem erteilten Leseunterricht! Ihre Mundwinkel zuckten kurz bei dem Vergleich, die Andeutung eines Lächelns, die in dieser Situation womöglich missintepretiert werden konnte. Aber das machte nichts. Etwas zögerlich ergriff sie schließlich die Hand des Zwerges und ließ sich hochziehen. Ihr Herz klopfte bei dem Gedanken an ihr Vorhaben. Wie verrückt! Tanzen lernen, ja wozu denn? Und wenn es nur für diesen Moment war - das wäre er wert. Die Gegenwart fühlte sich derart echt an, derart real, wie nur selten. Es waren diese kleinen Augenblicke im Leben, die es lebenswert machten, das wurde ihr nun vor Augen geführt. Und es fühlte sich gut an. "G-Gut.", hauchte sie und die Maid wagte kaum seinem Blick zu begegnen, "B-Bring es mir bei..."

    [Cinnamon] mit Seriza & Leon



    "Wäre nicht schlecht gewesen, wenn einer von euch Gärtner wäre.", meinte Cinnamon an Seriza gewandt, wenn der Einwand der Kleinen dennoch gerechtfertigt war. War ja auch nur ein Gedanke gewesen! Als Leon ihr stattdessen den Arm anbot, sah sie ihn mit einem breiten Grinsen an. "Du kannst mich stattdessen Huckepack tragen.", schlug sie vor und fand die Idee ganz fantastisch. Aber war klar, dass er abwinkte - großer, starker Mann, von wegen! "Und ich finde keine Lücken in diesem Plan." Warum kam er ihr nur mit so viel Logik in ihrer Tourismusidee? Naja, immerhin hatten es die beiden durch ihre Aussagen für einen Moment geschafft, sie von ihrer Angst - die sie natürlich nicht zugeben würde - abzulenken. Der Effekt verpuffte jedoch, als Leon klugerweise betonte, dass man diesen Dschungel nicht mit dem freundlichen Wald bei Trampoli vergleichen konnte. Durfte man sich nicht einmal der Illusion hingeben? Diesmal verkniff sie sich daher einen Kommentar. Das lag daran, dass ihr gerade die grauenvollen Monster, die hier leben mochten, bildhaft durch den Kopf gingen. All die Horrorgeschichten, die man ihr als Kind erzählt hatte, grob ihr Unterbewusstsein gerade wieder auf. (Na danke auch dafür, liebes Unterbewusstsein). Sie konnte da nicht ganz so vertrauensselig mit umgehen, wie ihre beiden Begleiter. Ob es daran lag, dass sie ein Mensch und die beiden Halbwesen waren? Halb...monster? Oder war sie wirklich einfach nur ein Hasenfuß? Cinnamon unterdrückte ein Seufzen, damit sie Leon keinen Grund zu einem blöden Kommentar geben konnte, obwohl er vielleicht ihr Schweigen bemerkt hatte. oder auch nicht. So viel redete sie sonst ja auch nicht, oder? ODER? Dennoch beruhigte es den Rotschopf zumindest ein wenig, zwei fähige Begleiter zu haben, auch wenn es im ersten Moment nicht so aussah. Ein Schakal und eine Taube waren sicher nützlich - ganz im Gegensatz zu ihr. Aber hey, sie konnte dafür durch Angeln an Essen kommen und trug so ihren Beitrag zur Gruppe bei! "Das Brot verschwenden wir nicht zum Spurenlegen, wenn wir deine Schakalnase haben.", bemerkte Cinnamon störrisch und brach damit ihre kurze Schweigepause. Dann sah sie auf. "Warte... siehst du Seriza noch?", erkundigte sie sich mit einem Hauch von Erschrecken in der Stimme. Doch vor ihr sah sie nur grün, grün, grün: Der Dschungel von der Pluvia-Insel, der direkt vor ihnen lag. Sie würden sich wohl wirklich hineinbegeben, oder?

    [Panda] | Family Time



    Pandora sah abwechselnd zwischen ihrer Mutter und dem Mann hin und her. Der Mann versuchte ihre Mama zu beschwichtigen, ehe er sich wieder ihr zuwandte und ganz fürchterliche Dinge sagte. Sie sah ihn gar nicht an, sondern suchte nur den Blick von Sue, die sicher gleich alles auflösen und richtig erklären würde. Doch die Asiatin schwieg. Brachte kein Wort hervor. Pandora ging einen kleinen Schritt zurück und verschränkte die kleinen Arme vor der Brust - Trotzpose. Es funktionierte meistens nämlich ganz gut, wenn sie sich störrisch gab aka sie bekam in der Regel was sie wollte. Und in ein Heim in Russland wollte sie ganz sicher nicht! Das... das machte doch überhaupt keinen Sinn!! "Du lügst!", schrie das halbblinde Mädchen mit einer Lautstärke, die man einem Kind erstmal gar nicht zutrauen würde, aber so war das nunmal mit Bälgern. "Ich mache Mama überhaupt keinen Ärger! Ich mache nur allen anderen Ärger. Manchmal. Mama, sag ihm die Wahrheit!", dabei drehte sie sich kurz ihrer Mutter zu, aber Pandora ahnte längst, dass sie diesen Kampf alleine austragen musste. Aber das war sie gewohnt, das konnte sie schaffen. "Ich glaube dir kein Wort. Kannst du das denn auch beweisen? Hmm?!" So schnell ging Panda sicher nirgendswo hin. Zumindest hoffte sie dadurch Aufschub bekommen zu haben - ob sie noch auf ihre Mutter zählen konnte? Sie könnten sie ja zu nichts zwingen! (dachte sie zumindest) Wenn, dann müssten sie sie schon gewaltsam hier rausschleifen. Das würde zwar an sich kein Problem sein, denn sie war immer noch ein kleines Mädchen und stand zwei Erwachsenen gegenüber, aber sie würde sich mit Treten, Schreien, Kratzen und Beißen sicherlich zu wehren wissen. Außerdem fand sie, zögerten Erwachsene häufig zu handgreiflichen Aktionen überzugehen. Wenn dieser Typ da ein langweiliger Beamter war, quasi nur ein Überbringer der Botschaften, dann würde er ganz sicher davon absehen - vorerst (und das würde ihr hoffentlich genug Zeit geben um sich einen Plan B zu überlegen. Bei Ivy einziehen zum Beispiel). Und wenn er das nicht wahr und er sie mit Haut und Haaren packte, dann würde es ganz sicher zumindest beweisen, dass seine Geschichte gelogen war! In ihrem kleinen Köpfchen gab das alles außerordentlich viel Sinn. Pandora warf dem Mann einen weiteren, bösen Blick zu und versuchte einzuschätzen, welcher der beiden Versionen wahrscheinlicher war. Nur irgendwie tat sie sich schwer, diesen Mann richtig einzuschätzen. Wer war er in Wirklichkeit?

    [Antoinette] & Cynthia



    Antoinette musste Lächeln, als das kleine Mädchen versuchte, das französische Wort nachzusprechen. "Petit bedeutet klein.", erklärte sie, "Und ist zudem auch mein Nachname...", fügte sie mit einem Schmunzeln hinzu. Der Name hatte schon immer verblüffend gut zu ihr gepasst, bedachte man ihre Körpergröße. Doch dafür hatte sie ja hohe Schuhe an! Unwillkürlich wanderte ihr Gedanke dabei kurz weiter an Wayne, denn die Schuhe waren auf seinem Hof sowie am See im Sternbach eher weniger praktisch gewesen, wie der junge Mann nur zurecht bemerkt hatte. Sie schüttelte den Gedanken ab. "Oh, soll ich dir helfen ihn suchen gehen? Wie heißt du denn? Mein Name ist Antoinette.", das war überraschend viel aus dem Mund der Belgierin, aber irgendwie hatte sie stets das Gefühl bei Kindern mehr reden zu müssen. Oder zumindest klarer. Ging das nur ihr so? Im Grunde war die kleine Dame Kindern auch zugewandt (immerhin liebten sie Schokolade!), doch nachdem dieses Mädchen sie prompt auf ihre... Ungeschicklichkeit hinwies, verzog sie den Mund zu einem Schmollen. "Ich habe auch erst angefangen.", rechtfertigte sie sich und kam sich im selben Moment total absurd vor. Sie rechtfertigte sich doch nicht etwa tatsächlich vor einer Grundschülerin? Wo war ihr Selbstwert geblieben? Gelogen war die Aussage zu de auch, wenn man bedachte, wie viele Münzen sie schon in den Kasten eingeworfen hatte. Aber so genau musste die Kleine das ja nicht wissen. "Möchtest du es selbst einmal versuchen?", fragte sie (dann konnte der Knirps ja mal sehen, wie schwer das war!). "Bevor dein Bruder dich findet?", fügte sie verschwörerisch hinzu.

    [Antoinette] & Cynthia



    Da war es.... fast hatte sie es...! Und schon viel das Plüschtier wieder aus den Fängen des Greifers. Antoinette seufzte. Wie oft hatte sie es jetzt eigentlich schon versucht? Ach, spielte keine Rolle. Sie stellte sich einfach vor in Vegas zu sein, dann wäre das nämlich quasi Verpflichtung einfach weiterzumachen. Die kleine Dame drehte sich um, um in ihre dazu passende Handtasche zu greifen und weiter nach Kleingeld zu suchen, als sie dabei ein kleines Mädchen entdeckte, was ihr buchstäblich am Rockzipfel hing. Das war in dem Fall tatsächlich keine Redewendung, nein, sie hatte sich wirklich an ihrem Rock festgehalten. "Huch.", entfuhr der Lolita überrascht. "Eh bien, wer bist du denn, petit?", fragte sie das schwarzhaarige Kind. Unweigerlich sah sich die Dame kurz um, um nach den Eltern zu sehen, aber auf dem ersten Blick sah sie niemanden, der mit der Kleinen da war. Seltsam. Oder? Im Grunde war das Freizeitzentrum auch ein Ort, in dem auch Kinder nicht fremd waren, immerhin gab es hier einige Sachen die auch für diese Zielgruppe ausgerichtet war. Aber üblicherweise dann doch in einer Gruppe oder nicht? "Bist du etwa ganz alleine hier?", fragte sie daher, um auf Nummer sicher zu gehen.

    <- [Antoinette] von zu Hause.

    [Outfit- nur in kurzärmlig, weil angeblich soll es in DE diese Woche 40° bekommen?!]




    Selbstbewusstsein nach außen tragend und ganz als würde sie schlichtweg hierher gehören, betrat Antoinette die Spielhalle. Sie hatte die Anlage bereits von Öfteren von draußen erblickt, hatte sie jedoch noch nie betreten - zumindest nicht in dieser Stadt. Spielautomaten waren ihr heimliches Laster und sie kannte sich selbst gut genug um zu wissen: Wenn sie einmal anfing, hörte sie so schnell nicht auf und Münze um Münze verschwand in den beliebten Maschinen. Da mal als Pâtissière allerdings nun kein Vermögen verdiente und Antoinette zumeist ganz gut in ihrer Selbstdisziplin war, war sie immer erfolgreich um das Freizeitzentrum herum gegangen. Heute jedoch hatte sie sich dieses Ziel ganz bewusst ausgesucht. Sie würde nicht behaupten, dass es an einem gewissen Cowboy lag, denn das wäre ja vollkommen überzogen! Oder daran dachte, was es mit ihr machte, wenn er sie so durchdringend mit seinen tiefblauen Augen ansah. Nein, nein ganz und gar nicht! Die kleine Belgierin schüttelte wie zur Bestätigung den Kopf. Zielstrebig wollte sie zu einem der Arcade Automaten gehen - Sugar Rush sah doch sehr süß aus! - da wurde ihr Blick von etwas anderem angezogen. Da? Was war das? Dieses superniedliche Kuscheltier musste sie haben! Nein, vielmehr noch: Sie musste das arme Wesen aus seinem Gefängnis befreien! Niemanden der sie ansah, würde abstreiten, dass dieses kleine Ding zu ihr gehörte. Antoinette wurde für ihren doch sehr puppenhaften Modestil durchaus auch auf der Straße blöd angemacht, da machte es auch nichts mehr, wenn sie für ihre Zuneigung zu Plüschtieren belächelt wurde. Schon war die erste Münze eingeworfen und dann noch eine. Sie würde nicht aufgeben, bis sie an ihr Ziel gelangte!

    [Max] & Bianca



    Max musste unwillkürlich auflachen, es war ein warmer, freundlicher Klang, der die triste Stimmung, in der sie beide geraten waren, für den Moment vertrieb. Bianca kam ihm mit einer derart einfachen Antwort, die so gar nicht zu den kontroversen Fragen passen wollte, denen sie sich gerade gestellt hatten. Gleichzeitig steckte so viel Wahrheit in diesen Worten, dass ein kleiner Stich dennoch spürbar war - doch er ließ sich verdrängen. Der junge Erbe war seiner Cousine dankbar für die Auflockerung. Sie hatten sich lange genug mit tristen Gedanken beschäftigt, dabei war der Tag so schön - auch wenn er sich nun langsam dem Ende zuneigte. "Eine gute Idee. Ich sollte mir auch wieder etwas schneidern lassen.", befand er auf ihre Aussage hin. Eine Weile gingen sie schweigend am Strand entlang. Die untergehende Sonne spiegelte sich auf dem Meer und die Umgebung wurde in ein sanftes Orange gehüllt. "Wir sollten uns wohl bald auf den Weg nach Hause machen.", meinte Max schließlich in die Stille hinein. "Ich danke dir sehr für den heutigen Tag, werte Cousine. Ich habe ihn sehr genossen. Vielleicht sollten wir so etwas bei Zeiten wiederholen.", fügte er hinzu, der Blick auf dem Weg vor ihm gerichtet.

    [Cinnamon] mit Leon & Seriza | am Ufer


    Cinnamon konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als Leon seinen Kommentar zum Beeren-probieren (oder auch nicht-probieren) abgab. "Es enttäuscht mich ja ein bisschen, das ihr Halbwesen keinen Instinkt dafür habt." Das wäre wirklich sehr praktisch gewesen. "Ich bin nur ein Mensch, kein Gespür liegt in unserer Natur.", legte sie mit einem Schulterzucken nach. Langsam entspannte sich der Rotschopf etwas, Monsterareal hin oder her, aber noch waren sie ja nichts Schlimmen begegnet. Leon's üblem Hunger einmal abgesehen. Hoffentlich freute sie sich da nicht zu früh! Seriza schlug sich auf die Seite des Schakals, aber Cinnamon winkte nur ab. Sie war ja nicht mit der Idee gekommen unbekannte Beeren zu essen. Und Hunger hatte sie auch noch nicht. "Die Kleine mag Fisch. Gefällt mir.", bemerkte Cinnamon. Während sie am Ufer entlang gingen, zweckentfremdete die Fischerin ihren Speer mehr als einen Gehstock. Nicht, das sie es nötig hätte, aber irgendwie hatte er auch was von einem Wanderstab. "Wir könnten alles über die Insel in Erfahrung bringen und dann Führungen anbieten. Was haltet ihr von der Idee?", sprach sie aus, was ihr dabei durch den Kopf geisterte. "Und ich hab keine Angst vor dem Wald.", fügte sie mit einer Schnute hinzu. "Wir drei sind immerhin im Wald aufeinander gestoßen, oder etwa nicht?" Cinnamon mochte Wälder durchaus. Nur der Gedanke an giftige Pflanzen, Fallen und Monstern bereitete ihr Unbehagen. Und allen voran: "Ich habe da nur mehr Angst, dass wir uns verlaufen. Stellt euch das mal vor. Dann stecken wir vielleicht auf ewig dort fest..." Und was dann? Müssten sie dann ihre eigene Zivilisation aufbauen, ein Vater-Mutter-Kind-Spiel? Cinnamon warf einen kurzen Seitenblick auf Leon und erschauderte. Bloß nicht!

    [Cedric] & Tara | unter einer Brücke (da wo die Obdachlosen halt hingehören)


    Cedric betrachtete Tara, die zwischendurch ein wenig gedankenverloren wirkte. Ob er sie mit seinen Worten an etwas erinnern hatte? Jedem suchten seine eigenen Geister heim - er konnte das nur zu gut nachvollziehen. Vielleicht sollten sie beide einer Selbsthilfegruppe beitreten, dann hätten sie einen Grund um sich über die Themen auszutauschen, über die keiner reden will, aber gleichzeitig jeder sich losreden wollte. Vielleicht interpretierte er aber auch zu viel in ihren Blick hinein. Etwas mehr Leichtigkeit täte zumindest ihm gut und er interessierte sich dafür, wie es Tara ergangen war. Nur war Cedric schlichtweg kein guter Gesprächspartner. "Das höre ich selten.", bemerkte er daher schlicht auf ihre Zustimmung, welche ihn eigentlich ein wenig an der Vermutung bestärkte, dass sie irgendwie im selben Boot saßen. Und wenn es nur ein Gefühl war. Das reichte jedoch aus um sich über ihre Gesellschaft zu freuen. Wie sagte man so schön: Geteiltes Leid war halbes Leid, doch da er daran nicht glaubte, war es nur gut, dass sie ihr Leid nicht offen aussprachen. Wäre ja auch seltsam, so nach der ersten Begegnung nach langer Zeit. Leichtigkeit, versuchte er sich zurückzuerinnern. Klar. Als ob das immer so leicht wäre. Über Tara's Reaktion dem Instrument gegenüber musste er schmunzeln. "Gut, Chance vertan. Die Geige bleibt bei mir.", erwiderte er mit einem leichten Lächeln. "Das holen wir dann aber nach, in Ordnung? Ich will dich wieder spielen hören." Das meinte er ernst. Cedric bückte sich um die wenigen Münzen, die sich in seinen Geigenkoffer verirrt hatten aufzusammeln und zählte sie kurz. "Noch ein Lied und ich könnte dich von meinem Obdachlosengeld auf einen Kaffee einladen. Was hältst du davon? Du darfst dir auch einen Titel wünschen.", schlug er vor und sah dabei in ihre Richtung. Er hoffte, sie hatte weiter nichts vor, denn er wollte Tara nur ungern wieder gehen lassen. Reiner Selbstschutz? Vielleicht. Eine willkommene Abwechslung wäre es allemal und er stand schon lange genug in der Kälte.

    [Tori] & Gaius


    Noch immer saßen die beiden auf dem Boden in der Küche der Taverne, die noch so ruhig dalag. Es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis es wieder Abend würde und die Leute auf der Suche nach Speis und Trank in die Schänke taumeln würden. Spätestens dann, würden sie auseinander gehen - oder zusammen woanders hin? Doch noch - noch war es ruhig hier und die Situation lediglich für die beiden gemacht. Tori versank ein wenig in Verlegenheit, als Gaius voller Euphorie auf ihr zaghaftes Schulterzucken reagierte. "Das... ich... aber...", stotterte sie unbeholfen, weil sie gar nicht wusste, wo sie anfangen sollte. Alles was er sagte, ließ sie sich zurückerinnern - an Zeiten die weniger friedlich gewesen waren, wenn der derzeitige Friede auch bröckelig und unsicher war. An eine Zeit, in der sie sich nicht vor die Tür gewagt hatte. Zumindest das hatte sie überwunden. Es ließ sie sich auch an den Zeitpunkt zurückerinnern, als Gaius sie zum ersten Mal geküsst hatte. Inmitten von so vielen Leuten, auf einem Fest. Einem Fest mit denselben Leuten genauso überlaufen, wie es wohl der Ball gestern (lawl) gewesen war. Und sie wäre wirklich freiwillig in ein solches Desaster an Leuten gegangen? Gerade konnte sie sich das nicht vorstellen. Sie gehörten auch nicht auf eine derartige Feier, weder Gaius noch sie. Wobei sie viel gegeben hätte den Schmied auf einem Ball zu sehen. Und da war er wieder - der Traum eines Mädchens mit ihrem Liebsten zu tanzen, ohne Angst, ohne Panik, ohne die Blicke Fremder auf sich zu spüren. Dieser Traum war es gewesen, der sie dazu verleitet hatte, überhaupt darüber nachzudenken. Diese Sehnsucht in ihr nach Frieden und Freude, danach nicht seltsam oder aussätzig zu sein, darum, keine Angst haben zu müssen, sich zu zeigen und nach draußen zu begeben. Unter Leute. Unter Fremde. Ein alberner Traum. So wie es Träume von dummen Mädchen nunmal waren. "E-Es war... nur ein Traum...", sagte sie daher zu ihm, in ebendiesen Worten, leise und mit einem traurigen Blick in den Augen. "I-Ich weiß es nicht.", fügte sie hinzu, denn sie wusste wirklich nicht, ob sie gestern Ja gesagt hätte oder nicht. Beides war gleichermaßen möglich. Aber wie könnte sie das jetzt noch wissen, wo sich die Situation so doch nie ergeben hatte? Dadurch, das es nie Realität sein würde, würde eine "Was-wäre-wenn-"-Hypothese die wahre Antwort nur verfälschen. All diese Gedanken spielten sich in dem Bruchteil einer Sekunde in ihrem Köpfchen ab und verleiteten sie schließlich zu einem unbedarften Glucksen. "I-Ich glaube... ich k-kann nichtmal t-tanzen.", erwiderte sie schließlich, was inbesondere die Frage, ob sie Bälle mochte, beantworten sollte. Sie war nie auf einem gewesen. Ein feiner Ball war Angelegenheit des Adels, nicht des niederen Volkes. Es gab natürlich auch bürgerliche Feste an denen getanzt wurde, nur wer würde einen feinen Ball mit einem einfachen Fest vergleichen wollen? Was hatte ein Schreibtisch mit einem Raben gemeinsam? Es war diesselbe Frage - gleichermaßen unnütz. In Alvarna hatte sie die Feste meistens gemieden, sich lieber versteckt. Sie hatte nie getanzt. Und nachdem die gestrige Chance verstrichen war, würde es wohl keine Gelegenheit mehr geben. Daher war ihre unbedarfte Frage gekommen - ob sie es für sich nachholen könnten. Für ein Gefühl der Teilhabe statt der Ausgrenzung. Ein Wunsch ihrerseits um aufzuholen, was sie verpasst hatte. Sie hatte sie so unbedarft gestellt, weil sie nicht darüber nachgedacht hatte - und jetzt wo die Gedanken durch ihren Kopf gekreist waren, war das Ergebnis mehr als ernüchternd. Aber sie würde damit klarkommen. Sie war für ein ausgelassenes Leben nicht gemacht, das konnte sie akzeptieren. "Nichts... ist passiert. I-Ich h-hatte es nicht durchdacht...", versuchte sie abzuwiegeln, abzulenken vielleicht, ihm eine Antwort zu geben ohne eine Antwort zu geben. Sie versuchte ein Lächeln, aber es wollte ihr nicht richtig gelingen. Nur einmal...

    [Max] & Bianca



    Max legte den Kopf leicht schräg, als Bianca ihm riet, sich in Akzeptanz zu üben. "Den eigenen Tod akzeptieren? Wirklich Bianca?" Er überlegte kurz, ehe er fortfuhr. Es war ein heikles Thema, dem man tatsächlich mit Ehrlichkeit begegnen musste, um voranzukommen. "Es fällt mir so schwer, weil es so unbegreiflich ist.", meinte er langsam. Über die Tatsachen zu sprechen, war eine Sache. Aber dieses Gefühl in Worte zu packen ein Ding der Unmöglichkeit. Dafür ein Bewusstsein zu schaffen - wie? Jedes Mal wenn er es versuchte, entglitt es ihm ein Stück mehr. Und um auf Bianca's vorherige Worte zurückzukehren: Wie sollte er so auch herausfinden, wie er zu sich selbst stand? Es war ein Stück Geschichte, das über das eigene Begreifen herausging - und das er dann wohl nie würde erreichen können. Würde ihm also immer ein Stück seiner Selbst dadurch fehlen? Ein fehlendes Stück, das dadurch Unsicherheit schuf. Ein Gefühl das er zwar überspielen, aber nicht leugnen konnte. Das hätte dann im Endeffekt tatsächlich eine Auswirkung darauf, wie Andere ihn sahen. Im Grunde war es also ein ewiger Kreis, aus dem es keinen Ausweg gab. Welch deprimierende Vorstellung. Bianca hatte in der Hinsicht recht: Es würde ihn stets hinunterziehen. Wie erheiternd. Er brauchte eine andere Lösung. Eine Ablenkung vielleicht? Sollte er an anderer Stelle anknüpfen, als da wo es unfreiwillig geendet hatte? Aber wie? Und wo? "Werte Cousine, wie gehst du mit dem Gefühl der Leere um?" Max fragte sie um Rat, wenngleich diese Frage durchaus sehr direkt war. In den Adelskreisen üblicherweise zu direkt, sodass es nicht den Gepflogenheiten entsprach. Man redete üblicherweise drumherum und nicht in die Mitte hinein. Er und Bianca hatten aber an diesen Nachmittag bereits so viele gesellschaftliche Kriterien über Board geworfen, das es nun - in seinen Augen - auf eine mehr auch nicht mehr ankam. Er würde schon sehen, wie Bianca darauf reagieren würde. Über Tabatha gab er keinen Kommentar ab, da er nicht wusste, wie genau es um die Beziehung zwischen der Magd und seiner Cousine derzeit stand. Er hatte die Elfe jedenfalls schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Wie sie wohl damit umgegangen war? Das Bianca viel von ihr hielt, bedeutete immerhin etwas. Aber solange sie untertauchte, konnte er sie bedauerlicherweise nicht näher befragen. "Ah, so pflichtbewusst. Ganz im Sinne der Familie.", bemerkte er auf ihres letzten Kommentares hin. Sie hatte ja so recht - Max tat gut daran, sich daran zu erinnern.

    [Cinnamon] mit Leon & Seriza



    Die Überfahrt behagte Cinnamon wenig, was daran lag das sie - und sie wollte es kaum zugeben - eine furchtbar schlechte Schwimmerin war. Daher angelte sie auch so selten von einem Boot aus. Wenn es kenterte, wäre sie der zappelnde Fisch im Wasser und würde wirken wie ein Fisch an Land. Sie atmete daher beruhigt aus, als das seltsame Grüppchen endlich Land anlegte. Schon auf dem ersten Blick erkannte sie, dass die Flora und Fauna ein wenig anders war, weniger vertraut - und dabei lag die Pluvia Insel nicht einmal so weit von Trampoli entfernt. Noch bevor Cinna sich genauer umsehen konnte, war Leon bei ihr um einen Blick in ihren Beutel zu werfen. Aber nichts da! Sie hatte tatsächlich etwas Essen eingepackt, aber das war eine Notration, weswegen sie ihm das verschwieg. Stattdessen fragte sie: "Wie kannst du schon wieder Hunger haben? Das hättest du dir überlegen müssen, bevor wir in das Boot geklettert sind." Wirklich böse klang der Rotschopf dabei jedoch nicht, dafür war sie zu interessiert an ihrer neuen Umgebung. Hatte die Abenteuerlust sie also schlussendlich doch gepackt? Sie folgte den beiden Halbwesen und studierte die Beeren, die sie gefunden hatten, ebenfalls. "Meine kleine Schwester wüsste das bestimmt.", überlegte sie. "Probier doch mal, dann wissen wir es. Finde, die sieht gut aus." Das fand Cinnamon tatsächlich, aber ihr Wissen war weniger auf Pflanzen, sondern eher auf die Dinge im Meer fokusiert. "Notfalls angle ich uns etwas!" Sie hatte zwar ihre Angel nicht mit, aber ein paar Köder. Eine Angel ließe sich sicher improvisieren. "Wollen wir am Meer entlang?", schlug sie vor. Das wäre ihr lieber, als direkt in den Dschungel hineinzuspazieren. Das Meer war ihr vertraut. Anderseits... der Gedanke über ihren Zauber Wurzelgeflecht ging ihr durch den Kopf. Sicher gab es nirgendswo ein größeres Geflecht an Wurzeln als mitten im Dschungel der Pluvia Insel. Wäre das also vielleicht eine Chance für sie...?

    <~ Kommen vom Platz des Volkes


    [Max] & Bianca


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    Max hatte Bianca seinen Arm angeboten und so spazierten sie gemeinsamen Schrittes durch das Dorf. Dabei waren sie in einem gemütlichen Tempo unterwegs, denn anders als die meisten Dorfbewohner konnten sie sich die Zeit ganz einfach nehmen und mussten nicht abgehetzt von A nach B rennen. Bianca hatte dem Narzissten dabei einen Denkanstoß gegeben, auf die er eingehen wollte. "Wie ich zu mir selbst stehe? Oder wie andere mich sehen? Nur um die Ausgangslage klarzustellen.", hakte er mit einem Stirnrunzeln nach. Meinte sie das wirklich so, wie sie gesagt hatte? Der Gedanke verwunderte ihn - immerhin sollten die Leute doch gar nicht erst sehen, wie er zu sich selbst stand. Niemand. Selbst seine Familie nicht. War es nicht das, was sie von Kleinauf gelernt hatten zu verbergen - ihren wahren Kern? Vielleicht verstand er daher nicht Recht mit der Frage, so wie sie Bianca nun formuliert hatte, umzugehen. Aber - nur rein hypothetisch gedacht - wie... stand er zu sich selbst? Er war so lange vor all den Wahrheiten davon gelaufen, das er womöglich sogar vergessen hatte, zu sich selbst ehrlich zu sein. Die ganze Lügerei, die ihm zudem leicht von den Lippen ging, halfen da nicht. Er war mit sich Selbst nicht im Reinen - zumindest das konnte er seit seiner Wiederkehr zugeben. Doch was genau ihm fehlte oder wie er es lösen konnte, das wusste er nicht. Aber konnte Bianca ihm da helfen? Wenn er raten müsste - und meistens riet er richtig - gab es wohl selbst Punkte an ihr, die sie leugnete oder mit denen sie sich nicht auseinandersetzen wollte. Ihre weitere Frage, war da leichter zu beantworten, wenngleich Max sich viel Zeit ließ um die Worte schließlich auszusprechen. "Nein.", sagte er mit fester Stimme, "Das, was geschehen ist, kann ich nicht akzeptieren. Und ich weiß nicht, ob ich es jemals kann." In dieser Aussage war er sich sicher. Alles was passiert war, hätte so nicht passieren dürfen. In erster Linie hätte er nicht sterben dürfen. Aber das würde wohl jeder von sich behaupten. Und eine Rückkehr aus dem Totenreich, nun, das ist moralisch schon auch etwas zweifelhaft. All das war inakzeptabel, ließ sich aber nicht ändern. (Gut, er könnte sich wieder umbringen gehen, aber die Ambitionen dazu waren per se nicht existent. Siehe Punkt eins der Dinge, die sowieso gar nicht erst passiert hätten sollen.). Ihre dritte Frage überging er, denn der Frage, ob er sich selbst akzeptierte, der wollte er sich gerade im Moment nun nicht wirklich stellen. Konnte er sich noch akzeptieren, wenn er die Geschehnisse nicht akzeptieren konnte? War das dann überhaupt möglich? Und hatte Bianca womöglich Recht mit dem, was sie als Idee hineinzuckerte - das dies der Grund war, weil er sich dem auch nicht stellen konnte, das er sich unbemerkt anders verhielt, verhärteter, zurückhaltender, vorsichtiger - und die Leute ihn daher anders behandelten, weil er sich tatsächlich anders verhielt? Aber... "Hat diese Gemeinschaft überhaupt schon einen der Wiedergekehrten so wieder aufgenommen?", fragte er stattdessen. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, sich mit den anderen Leuten, die sein Problem des zweiten Lebens teilten, auseinanderzusetzen und mit ihnen zu sprechen. Erfahrungen auszutauschen. Aber dann hätte er sich auf deren Niveau herunter lassen müssen und da war ihm sein Stolz - der gute, alte Stolz, denn der hatte sich nicht geändert - im Weg gewesen. Hatte er diese Chance also verpasst? "Ist es genehm, wenn ich diese letzte Frage von dir auch an dich zurückgebe?", fragte er sie höflich, doch die Ansicht von Bianca über sich selbst, die würde ihn tatsächlich doch sehr interessieren.

    [Pandora] mit Sue & Rick in der Eingangshalle


    Pandora verstand nicht recht, was vor sich ging. In erster Linie war sie ziemlich beleidigt, weil ihre Mama nicht auf sie und ihre äußerst wichtigen Fragen einging, sondern ihre Aufmerksamkeit weiter dem Fremden galt. Und dann sprach sie auch noch vor ihr über sie - hallo? Panda war ja nicht blöd! Trotzig verschränkte das kleine Gör die Arme vor der Brust, schon bereit loszuzetern, ehe die Worte langsam durchsickerten und ihre Miene sich aufklärte. War der Mann da etwa von einem Amt oder sowas? Schule? Der Bibliothek? (Von dort war sie immerhin gerade ohne Strafe zu erhalten ausgebüchst - aber... so schnell... das konnte unmöglich sein! Oder?!) Pandora warf dem werten Herrn Dunstan nun einen genaueren Blick zu, nicht mehr feindselig, sondern - ja konnte es sein? - nervös? Er sah gar nicht aus, als wäre er irgendwie ein hohes Tier oder gefährlich (haha.), er trug keinen Anzug mit Aktenkoffer in der Hand wie man das in Filmen so sah (und Filme logen nicht, das war ja klar), aber warum sonst sollte ihre Mutter sich - naja - so verhalten? Sue war das einzige Indiz an das sich Panda stets orientierte. Mit ängstlicher Miene (so schwer das auch zuzugeben war), wandte sie sich an die Asiatin. "Mama, ich hab nichts angezündet, ehrlich!", rief sie und das war tatsächlich das Erste was ihr dazu einfiel, immerhin war es das Letzte was sie ihrer Mama (mehr oder weniger) geschrieben hatte. War vielleicht doch keine so gute Idee gewesen. Shit. "Was will er von uns? Ich hab wirklich nichts angestellt!", beschwor sie, auch wenn das in ihrem Fall vermutlich noch nicht einmal die Wahrheit gewesen war. Aber... etwas Schlimmes hatte sie noch nie gemacht!! Ihre Mama... wollte sie doch nicht ernsthaft weggeben? Pandora entgleisten jegliche Gesichtszüge, aber weinen, nein, so weit war sie noch nicht! Das... das konnte so nicht stimmen! Egal was es war, sie konnte das sich wieder gerade biegen. Und Mama konnte doch sowieso alles bezahlen? Was war denn nun das Problem?! Sicher nicht sie, das war ausgeschlossen. Es fehlte nicht viel und Pandora hätte sich an die Asiatin geschmissen, sie festgehalten und geschüttelt, bis sie alles erklärte, aber das halbblinde Mädchen war kein Kind für schnelle Annäherungen und vielleicht, irgendwie, wurde sie durch die Anwesenheit des Gerichtsvollstreckers (ein schlaues Wort, fand sie, wobei sie nicht wusste ob das stimmte) ein wenig gehemmt. War sie etwa... eingeschüchtert? Als - als ob. Aber vielleicht klammerte sie sich doch noch an ihre Mutter - entweder das oder sie suchte doch noch nach etwas, um um sich zu werfen.