Beiträge von Seaice

    [Cedric] & Tara - verabschieden sich


    Er spürte förmlich den Enthusiasmus, der nun von ihr ausging. Erstaunlich, denn kurz nach ihrem Aufeinandertreffen, hatte er ebenso ein gewisses Maß an... ja, Unsicherheit vernommen. Oder? So ganz sicher war Cedric sich dabei nicht mehr und doch wurde er das Gefühl nicht los, dass sie sich beide unbeabsichtigt Trost gespendet hatten. Etwas, das er mehr gebraucht hatte, als er sich eingestehen würde - daher meinte er sein Danke auch absolut ehrlich. Wann sagte man jemanden schonmal 'danke für dich'? Zumindest auf platonischer Ebene wurde das doch oft fast schon selbstverständlich gesehen - und das sollte es nicht sein. "Sag das mal Nick, er behauptet immer, ohne ihn würde ich gar nicht unter Leute kommen. Was offensichtlich nicht stimmt." Das stimmte sogar auf mehreren Ebenen nicht, aber sein bester Freund zog ihn auch gerne auf - vielleicht auch, weil es sonst keiner tat. Dennoch beruhigte es ihn ein wenig, das er nach außen hin offenbar weiterhin einen normal etablierten Studenten abgab, auch wenn er innerlich manchmal glaubte den Verstand zu verlieren. Aber er neigte ja auch selbst gerne zu Übertreibungen - oder? So ganz richtig war das vielleicht nicht, aber Cedric ließ den Gedanken fallen. Es tat so gut sich einmal nicht in ihnen zu verstricken und stattdessen eine unbekümmerte Unterhaltung führen zu können. Doch allzulang würden sie sie nicht mehr fortsetzen können. Gerade als er Tara auf ihren wunderhübschen weißen Schnurrbart hinwies, kam auch die Kellnerin zurück - das gab dem Mädchen zumindest genug Zeit um ihr Malheur zu korrigieren. "Entschuldigung, aber wir würden langsam schließen. Darf ich Ihnen die Rechnung bringen?", fragte sie freundlich, was Cedric dazu veranlasste auf die Uhr zu sehen. Es war bereits gegen 6 Uhr. Für ein kleines Nachmittagscafé reichte es dann wohl langsam. "Manchmal muss man aufhören, wenn es am Schönsten ist.", kommentierte er, als sie nach draußen gingen, wo ihnen noch immer die bittere Winterluft entgegenschlug. Ein bisschen sorgte er sich darum, wieder mit seinen Gedanken alleine gelassen zu werden - berechtigterweise - weswegen er Tara beinahe gefragt hätte, ob sie noch woanders hinwollten. Doch er wollte sich nicht aufdrängen. Außerdem konnte er nicht ewig weglaufen, nicht ewig die Augen verschließen. "Mach's gut Tara.", verabschiedete er sich daher von ihr und umarmte sie dabei kurz und ungezwungen, "War schön dich mal wieder gesehen zu haben. Schick mir ein paar Lieder, bis wir uns das nächste Mal sehen.", erinnerte er sie noch an ihre Abmachung und schaffte sogar ein leichtes Lächeln. Eine kleine Aussicht. Als sie sich auf unterschiedliche Rückwege begaben, wurde Cedric das Gefühl nicht los, als das dies sein letzter angenehmer Nachmittag für eine ganze Weile sein würde. Die Ruhe vor dem Sturm. Nur wusste er auch, das er diesen inneren Sturm selbst heraufbeschworen hatte und ihm lediglich nicht länger ausweichen konnte. Bemüht seine Emotionen in Schach zu halten, zu verdrängen und hinunterzuspielen, machte er sich auf den Weg. Wohin, wusste er dabei noch nicht so genau.


    ~ Wohnheime

    [Max] & Rosalind | Speisesaal



    Wie zu erwarten, lud Rosalind ihn dazu ein, sich mit an den langen Tisch zu setzen. Wann hatten sie als Familie - also, als ganze Familie - eigentlich zuletzt zusammen gespeist? Für eine Familie, die so viel Wert darauf gab, wie sie gemeinsam nach außen wirkten, war es erstaunlich, wie wenig Zeit sie in Wahrheit miteinander verbrachten. Aber so war es schon immer gewesen. "Ein guter Vorschlag,", entgegnete er seiner Schwester, als sie ihm auch fragte, ob er etwas Essen wolle. Tatsächlich hatte er seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und der Abend war bereits vorangeschritten. Seltsam, das er dennoch so überhaupt keinen Hunger verspürte. Max ließ sich also ebenfalls etwas von der Dienerschaft bringen, die selbst um diese Uhrzeit noch im Dienst waren. Für sie gab es keine Pause, wenn die Hausherren etwas wollten - zumindest dieses Verhältnis hatte sich seit seiner Wiederkehr nicht verändert. Auch, wenn er nur bestellte, um Rosalind nicht alleine Essen zu lassen und weil es wohl wirklich sinnvoll war, etwas zu sich zunehmen. "Ich habe den Tag mit Bianca verbracht.", erzählte er ihr schließlich, nachdem das Gericht serviert wurde, "Wir haben einen ausgiebigen Spaziergang vom Platz des Dorfes zum Strand vollbracht. Es war sehr angenehm." Er wusste zwar, dass Rosalind und Bianca unterschiedlicher nicht sein könnten, doch wusste er auch, das sie wusste, dass Bianca und er selbst dafür umso ähnlicher waren. Zumindest... in manchen Dingen. "Wie ist dein Tag verlaufen, meine Liebe? Bianca erwähnte, du und unsere werte Cousine Sophia hättet... eine interessante Idee für den Tag gehabt." Bianca hatte ihm erzählt, das sie förmlich vor Sophia und Rosalind geflohen sei, weil sie - was war es noch gleich gewesen? Sich in Bauernkleidern verkleidet unter das Volk mischen wollten? Ah, vielleicht hatte er oder auch Bianca etwas missverstanden. Er wusste zwar um die Neigungen seiner Schwester zum bürgerlichen Volk, aber auf einer derart abstruse Idee würde selbst Rosalind nicht kommen, oder? Zumal doch zumindest Sophia ein wenig mehr Verantwortungsbewusstsein dem Adelsgeschlecht gegenüber zeigte?

    [Gabriel] mit den anderen Jungs (Cyril, Thomas, Chase, ne?) | Schlafzimmer der Jungen


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    Noch im Bus:

    Einer ausgezeichneten Zeit blickte Gabriel jedenfalls entgegen! Cyril freute sich offensichtlich über sein Angebot und da Gabriel sonst noch keinen sah, mit dem er enger befreundet war, war ihm das auch sehr recht. Nicht das der Neuling eine Notlösung war, ganz und gar nicht! Im Gegenteil freute sich der Latino stets neue nette Bekanntschaften zu machen. Das war in der heutigen Zeit ja nicht immer so leicht! Cyril fragte ihn auch direkt nach seinen Mitschülern aus - eine verständliche Nachfrage, wenn man neu war. Gabriel stand auf seinem Sitz kurz auf und blickte in die Runde, die bereits im Bus versammelt war, ehe er sich wieder setzte. "Die Mädchen in der letzten Reihe gehören zu den Beliebtesten an der Schule.", meinte er offen, wenngleich Gabriel überhaupt das System einer Beliebtheitsskala missbilligte. Und das nicht nur, weil er selbst nicht ganz oben in der Hierachie stand. Waren nicht alle Menschen gleich? Hatte Gott sie nicht alle nach seinem Abbild erschaffen? Warum spielten sie sich untereinander dann stets so gerne aus? Für den jungen Südamerikaner war dieses Denken unerklärlich, obwohl es in allen Schichten und an jedem Platz der Welt dasselbe war. Schon angefangen bei einer normalen Schule in der Kleinstadt, wo Schüler anderen Schülern nacheiferten und es genug gab, die dies zum Anlass gaben, auf andere herabzusehen. Nicht, das er Alessa, Hina und Alma etwas unterstellen wollen würde, nein nein! Er hatte sich ja noch nie richtig mit ihnen unterhalten, also konnte der Schein durchaus trügen! Allerdings war unverkennbar, dass sie doch sehr viel von sich selbst und eher weniger von anderen hielten, und das stimmte ihn traurig. "Das Mädchen mit den rosanen Haaren und den Jungen dahinter kenne ich nicht.", fuhr er weiterhin fort. Bei dem Jungen konnte er sich täuschen, aber zumindest das Mädchen wäre an seiner Schule sicherlich längst aufgefallen - selbst ihm, dabei sah er Mädchen normalerweise ja nicht hinterher. "Bei dem Jungen könnte ich mich täuschen, aber das Mädchen ist bestimmt auch neu.", versicherte er daher Cyril, der sich bestimmt darüber freute, nicht der einzige Neue zu sein. "Und die Zwillinge dort drüben gehen in meine Klasse! Das sind Shuka und Iuka.", vollendete er das Schülerprofil für seinen neuen Freund. Es waren gar nicht so viele dabei, wie Gabriel zuerst gedacht hatte. Aber das machte nichts! Kurz bevor der Bus losfuhr, wurden von den Lehrern noch zwei in den Bus gestoben, doch Gabriel erkannte dabei nicht um wen es sich hierbei handelte. "Auf welche Schule bist du denn bisher gegangen?", erkundigte er sich daraufhin bei Cyril, da es ihn wirklich interessierte, von woher er hergewechselt kam. Und schon setzte der Bus auch ab! Gabriel war fasziniert von der sich veränderten Umgebung. Sie schienen wirklich jegliche Zivilisation zu verlassen - das erinnerte ihn ja doch ein wenig an sein Heimatland.


    Auf der Klosterburg angekommen,

    begrüßte sie Pater Mirnes und Gabriel's Augen glänzten bei seinen Worten. Nichtsdestotrotz schauerte es ihn ein wenig, bei der Erwähnung der Toten, die hier vielleicht noch herumgeisterten. Er hatte so viele Fragen an den Pater, doch bevor er auch nur eine stellen konnte, zog dieser sich bereits zurück. Ganz sicher hatte er viel zu tun. Gabriel war von Aufregung und Zufriedenheit erfüllt, was sich ihm als Wärme in seinem Herzen spürbar machte. Um es deutlich zu machen: Sie waren in einem Kloster, einem richtigen Kloster mit allem drum und dran! Vielleicht konnte der junge Latino hier ja noch so einiges über seinen Glauben lernen, darauf hoffte er jedenfalls sehr. Doch erstmal folgte er Mr. Schuster mit den anderen Jungs zu den Schlafsälen. Dort angekommen, stellte er seine Reisetasche neben einem der freien Betten am Fenster auf und sah sich beeindruckt in dem alten Zimmer um. Erst dann fiel ihm die Anwesenheit seiner Mitschüler wieder ein. Anscheinend waren sie nur zu viert. "Hi, ich bin Gabriel - und das ist Cyril!", stellte er sich und seinen neuen Freund direkt den beiden anderen vor, da er beide tatsächlich noch nicht kannte! "Möchte sich noch jemand gleich etwas umsehen?", fragte er dann umgehend, offen und mit einem Strahlen im Gesicht in die Runde. Er sprühte direkt vor Energie und wollte sich nicht erst im Zimmer langweilen, wenn ein riesiges, sagenumwobenes, altertümliches, geistliches Kloster auf ihn wartete! Wenn keiner Lust hatte, war das für ihn auch kein Problem - dann würde er sich direkt auf die Suche nach Pater Mirnes begeben!

    [Max] bei Rosalind im Speisesaal



    Noch bevor Max an jenem Abend, an dem er mit Bianca vom Strand zurückgekehrt war, in sein Zimmer gelangte, entschloss er sich anders. Er wollte sich nun nicht in seinen vier Wänden verschließen, wenn diese vier Wände auch sehr luxuriös waren. Doch wohin sollte er sonst? Die Villa war derartig groß angelegt, das sich einem zahlreiche Möglichkeiten boten. Unentschlossenheit passte eigentlich nicht zu dem hübschen Erben, doch gerade wusste er wirklich nicht wohin mit sich und seinen Gedanken, die seit seiner Wiederkehr so viel düsterer waren, als noch zu seinen ersten Lebzeiten. Was passierte da nur mit ihm? Vielleicht hatte jener Magier ihn auch gar nicht komplett zurückgeholt, ja, vielleicht war ein Teil von ihm noch immer in diesem ewigen Nichts gefangen und das erklärte die Leere, die er seither verspürte. Max schüttelte den Kopf. Daran mochte er gar nicht denken - und sich erst Recht nicht eingestehen, wie sehr ihn dieser Gedanke ängstigte. Der Schönling spazierte so, relativ schnellen statt wie gewohnt gemächlichen Schrittes, durch das Anwesen. In der Nähe des Speisesaales vernahm er dann schließlich das Klimpern von Geschirr, was ihn aufhorchen ließ. Wer mochte etwas speisen zu solch später Stunde? Als Max den Speisesaal betrat und dorthin alleine am Tisch sitzend seine Schwester saß, klärte sich sein Blick sofort in eine sanfte Miene. Mehr brauchte es für den jungen Mann nicht um ihn ein wenig milder zu stimmen - seine Schwester war immerhin sein ein und alles! Naja, zusammen mit ein paar anderen Dingen, sein Ansehen und der Reichtum zum Beispiel, doch nichtsdestotrotz war Rosalind einer der wichtigsten Dinge in seinem Leben. Schon immer gewesen und das hatte sich auch nicht geändert. "Du isst, als hätte es seit Tagen nichts zu Essen gegeben, liebes Schwesterherz.", bemerkte Max, während er näher trat. Sie mochte ihn gar nicht bemerkt haben, ehe er seine Stimme erhoben hatte. Wie einen Geist. Er wischte die Stimme beiseite. "Dabei habe ich dich doch heute Morgen erst reichlich frühstücken sehen.", vollendete er seinen Satz und stand nun ihr gegenüber am Tisch. "Hast du etwas dagegen, wenn ich dir Gesellschaft leiste?" Diese Frage hatte er einige Stunden zuvor erst Bianca gestellt, welche zwar zugestimmt hatte, doch hatte er ein leichtes Zögern dennoch vernommen. Diese Sorge hatte er bei Rosalind, als wohl einzigen Menschen, nicht. Oder?

    [Gabriel] & Cyril | im Bus


    Gabriel hörte dem Blondschopf aufmerksam zu - zuhören war ihm nämlich ein wichtiges Anliegen! Auch wenn er bei Cyril zugegeben schon zweimal hinhören mochte, denn seine Wortwahl war schon auffallend förmlich. Aber das erklärte sich auch schnell, denn der Junge war neu hier - kein Wunder, wollte er erstmal einen guten Eindruck machen! Gabriel rechnete es ihm hoch an, das er sich offenbar Mühe gab, denn das war nicht selbstverständlich. "Ah, das ist wirklich eine gute Idee, das du schon mit dabei sein kannst.", stimmte er ihm daher fröhlich zu, "Ich kann mir vorstellen, das es nicht unbedingt leicht ist, wo neu dazuzusoßen. Wenn du irgendwelche Fragen zur Schule oder den Lehrern hast oder so, sag ruhig bescheid!", bot er - engelsgleich wie ihm sein Name auch gegeben war - seine Hilfe an. Gabriel war zwar nie irgendwo der Neue gewesen, da er hier in der Umgebung aufgewachsen war, aber aufgrund seines dunkleren Teints behandelten ihn Menschen manchmal dennoch so, als würde er nicht hierher gehören. "Ich muss aber auch sagen, das ist auch für mich die erste Klassenfahrt seit Jahren.", erzählte er, damit Cyril sich nicht so alleine damit befühlte, betonte jedoch nicht extra, das die meisten solcher Ausflüge schlichtweg zu teuer gewesen wären und er daher nicht teilgenommen hatte. Stattdessen nickte er auf den Vorschlag des Anderen einzusteigen und folgte ihm in den Bus. Zuvor ließen sie jedoch noch das Gepäck verstauen und so schulterte Gabriel nur noch einen kleinen Rucksack, in dem sich Snacks für die Fahrt und eine Reisebibel befanden. (Für alle Fälle!). Im Bus waren schon einige seiner Schulkameraden, ein paar kannte Gabriel vom Sehen, einige waren ihm aber auch neu. Ob Cyril nicht der einzige neue Schüler auf dieser Fahrt war? Wie spannend! "Wollen wir uns nebenbeinander setzen?", fragte er offen. Gerne würde er sich näher mit Cyril austauschen und sich auch nicht sofort zu seinen Freunden aus der Klasse begeben und den Neuen so vielleicht ausschließen - von denen schien sowieso noch keiner da. Aber vielleicht hatte der Blondschopf ja auch andere Pläne, weswegen er auch so offen mit seiner Frage blieb. Dabei verblieb der junge Latino im mittleren-vorderen Bereich, denn ein Blick in die hintersten Reihen verriet, das diese schon gefüllt waren. Aus dem Augenwinkel erblickte Gabriel die beliebtesten Mädchen ihres Jahrganges aus der Parallelklasse, mit denen er sich jedoch noch nei unterhalten hatte. Ob sich das auf dieser Schulfahrt wohl ändern würde?

    [Cedric] & Tara | Zoocafé


    "Die Schuld nehme ich gerne auf mich.", erwiderte er und meinte es ausnahmsweise auch so. Es gab leider Gottes mehr als genug Sachen, wofür er sich wirklich schuldig fühlte - das hier wäre keine für ihn, von daher nahm er es auch gerne an. Zumal es in diesem Fall auch nur ein Scherz ihrerseits war. Ein Wunder, das er sich gerade tatsächlich darauf einlassen konnte! "Schick mir dann die Ergebnisse deiner wochenlangen Recherche vor dem Rechner. Ich akzeptiere auch Playlisten." fügte er in einem Tonfall hinzu, als würden sie gerade einen Kaufvertrag abschließen. "Und siehst du? Damit hast du jetzt ein Ziel, bis wir uns das nächste mal treffen." Wann auch immer das sein mochte. Etwas sagte ihm, dass die hohe Wahrscheinlichkeit bestand, dass ihn zuvor jemand lynchen würde, aber darüber wollte er jetzt nicht nachdenken. Seine Aussage galt nicht nur der Musiksuche, sondern auch ihren Worten entgegen, sie müsse noch viel mehr üben. Na, wenn das kein Ziel war? Das musste er auch - jeder Künstler musste das, um den Anschluss nicht zu verlieren. Darum war ein künstlerischer Zweig, sollte man ihn zum Beruf machen, auch umso härter. Er fragte sich, welche Art von Melodie Tara wohl komponieren würde. Etwas Leichtes, bei dem das Herz mitschwang? Etwas Melancholisches, was zur Trauer rührte? Etwas Schweres, aus einer Dunkelheit heraus geboren, die man der Schülerin niemals zugetraut hätte? Ah, er war neugierig. Cedric musterte sie daher stumm, während sie weiter sprach und folgte schließlich ihrem Blick aus dem Fenster heraus. Er kommentierte ihre dazugehörige Aussage dabei nicht, stimmte ihr nur innerlich zu. Sie hatte Recht. Und schlimmer noch, wenn das Gefühl nicht nur uneindeutig war, sondern man es sich auch nicht mehr leisten konnte, ihm zu vertrauen. Eine Tücke - von sich für sich selbst gestellt. Grandios. Tara gewährte ihm einen kurzen Blick auf die Oberfläche ihres Kummers, dennoch nicht weiter preisgebend was sich unter der Schale verbergen mochte. Das war völlig in Ordnung. Er bereute dennoch nicht nachgefragt zu haben und dachte ein wenig über die kurze Erklärung nach. Den Kontakt mit allem verlieren... Auf einer gewissen Ebene konnte er das nachvollziehen, allerdings konnten damit so viele verschiedene Verhältnisse gemeint sein, das er sich dadurch nichts erschließen wollte. Und Tara machte auch deutlich, das sie nicht darüber reden wollte - was vielleicht auch besser für sie beide war. Vielleicht war es auch genau das, was sie genauso wie er in diesem Moment gebraucht hatte: Ein normaler Nachmittag, ein normales Gespräch unter Freunden. "Das stimmt.", gab er ihr daher Recht, "Du bist sogar so sozial, das der Funke auf mich übergesprungen ist. Glaub mir, wenn ich sage: Das ist nicht gerade eine leichte Aufgabe." Offenheit gehörte immerhin nicht zu seinen Stärken, das brachte einen durchaus auch mal die Beschreibung unsozial mit ein. Tara hatte keine Ahnung, aus welchem Loch sie ihn gerade herausgezogen hatte. Und es war verblüffend, wie sehr er sich darauf einlassen konnte - weil er genau eine solche Person wie sie gebraucht hatte: Jemand, der ihm vertraut war, mit dem er Gemeinsamkeiten teilte, der ihn jedoch nicht zu gut kannte, vor dem er sich daher für nichts verantworten musste und der ihn daher auch nicht verurteilen konnte und würde. "Danke also, das du dich heute entschieden hast Richtung Zoo zu laufen.", endete er noch. Ced hatte die leere Tasse in die Hand genommen und drehte sie leicht, während er den restlichen Kaffeesatz am Porzellanboden betrachtete, ehe er sie wieder abstellte und in Taras unterschiedliche Augen blickte.

    [Gabriel] & Cyril | Am Schulhof


    Gabriel sah von seinen Beobachtungen auf, als er eine Stimme ganz in seiner Nähe vernahm. »Ich grüße dich.« Der junge Latino blinzelte bei den fast schon gehoben klingenden Worten. Wie... wie überaus freundlich! Ihm ging ein wenig das Herz dabei auf, denn Gabriel war da einfach gestrickt: Er mochte nette Leute stets auf Anhieb! In seinen Augen nahmen sich viele Menschen nämlich für Nettigkeiten keine Zeit mehr, dabei sollte für Freundlichkeit doch immer Platz sein. "Freut mich dich kennen zu lernen Cyril.", ging er daher auf den Ankömmling ein und hoffte, den Namen richtig ausgesprochen zu haben. Küril? Süriel? "Mein Name ist Gabriel und-", jetzt sah er ein wenig verlegen drein, "Ich hab ehrlich gesagt gar nicht bemerkt, dass der Bus mittlerweile da ist. Ich bin nämlich viel zu früh angekommen." Gabriel stand schließlich von der Bank auf und griff nach seiner Reisetasche. Ihm fiel auf welch elegante Kleidung der hübsche (rein objektiv gesehen!) Blondschopf trug, was ihn vielleicht ein klitzekleines bisschen einschüchterte. Seiner Erfahrung nach fühlten sich Leute, die viel Wert auf teure Klamotten legten, auch selbst wertvoller als andere. Aber! Eines durfte man niemals vergessen: Schubladendenken nutzte niemanden und war absolut vorurteilshaft, weswegen Gabriel sich immerzu bemühte, sich davon loszusagen. "Gehst du in die Parallelklasse?", fragte er dann neugierig, da er Cyril noch nie am Schulhof gesehen hatte (ansonsten wäre er ihm sicherlich aufgefallen!). "Ich freu mich schon mega auf das Schulandheim, du auch?", platzte es dann noch aus ihm heraus, da er seine Vorfreude bisher mit noch keinem hatte teilen können. Könnte man es sichtbar machen, dann würde man nun sicherlich eine positive Aura der Vorfreude und Aufregung um den Südländer herum sehen.

    [Cinnamon] mit Schakaleon auf der Suche nach Seriza im Dschungel



    Cinnamon nahm die Herausforderung gegen Leon um ihren geheimnisvollen Beutel gerne an. Vielleicht handelte es sich ja auch um einen magischen Beutel, indem ein ganzer Hausstand reinpasste! Ala Hermine Granger oder Mary Poppins - ja, auch solche Bücher standen im Runenarchiv, hättet ihr nicht gedacht, oder? Auch wenn der Rotschopf jetzt nicht gerade zu einem Bücherwurm zählte. "Naja, ob das für uns nicht auch gilt? Wir sind immerhin auch auf dieser Insel...", warf Cinnamon ein, doch schon hatte ihr Begleiter sich in einen Schakal verwandelt. Die Fischerin machte große Augen - dabei zugesehen hatte sie immerhin noch nie! Es war ein... seltsamer Anblick und die Wandlung ging so schnell, das Cinnamon einfach nur kurz verblüfft stehen bleiben musste. Leon rannte in Tiergestalt jedoch schon weiter nach vorne, wartete zum Glück jedoch auf sie. Wäre ja noch schöner, wenn der werte Herr sie einfach zurückließ! Zusammenbleiben war immerhin wichtig! Das mussten sie Seriza auch noch verklickern. Cinnamon versuchte dem Schakal möglichst leise zu folgen, was ihr auch überraschend gut gelang. Aber im Stillsein übte sie sich beim Angeln immerhin täglich, auch wenn ihr das niemand zutrauen mochte. "Hast du eine Spur?", flüsterte Cinna leise, obwohl sie darauf keine Antwort erhielt. Je tiefer sie durch das grün im Dschungel wanderten, desto mehr verlor Cinnamon die Orientierung - ein Orientierungssinn gehörte auch nicht gerade zu ihren stärken. Es sah aber auch einfach alles gleich aus! Ihr Herz pochte schnell, da sie hinter jedem Strauch ein gefährliches Tier vermutete, doch im Dschungel war es überraschend ruhig. Oder eher zu ruhig? Den Schrei, den Seriza ausstieß hörte die Fischerin daher ebensowenig - ob Leon mehr Glück dabei hatte?

    [Cedric] mit Tara | Zoocafé


    Cedric schmunzelte bei ihrer Aussage. "Manchmal kommt die Musik nunmal an den verrücktesten Orten zu einem.", meinte er. Konnte ja nicht jedem die Inspiration unter der Dusche ereilen. Als Tara erwähnte, sie hätte eher die Toten auf dem Schirm (gut, so hatte sie das zwar nicht formuliert, aber das war die Kernessenz des Ganzen), musste er ihr zum Teil durchaus Recht geben. "Das ist allerdings ein guter Einwand.", warf er daher ein, "Wie viele großartige Künstler sind wohl einfach in Vergessenheit geraten im Laufe der Zeit?" Ein wenig war der Gedanke zwar ernüchternd, anderseits war es auch faszinierend sich zu überlegen, was die Menschen vor hunderten von Jahren wirklich noch gehört hatten, was man heute nicht mehr in Erfahrung bringen würde. Vielleicht versuchte er daher sich mit Neuem wie Altem gleichermaßen zu beschäftigen. "Vielleicht sollten wir zwei uns zusammentun und mal unser Glück versuchen.", sagte er halb scherzhaft, halb ernst. Ein Versuch wäre es jedenfalls wert - immerhin konnten sie ja nichts verlieren und es wäre bestimmt... spaßig? Ein Wunder, das Cedric gerade tatsächlich über so etwas wie den Freuden des Lebens nachdenken konnte. Das bewies umso mehr, wie gut ihm die Gesellschaft seiner alten Bekanntschaft tat. "Mach das!", ermutigte er sie umso mehr, als sie meinte sich Einaudi einmal anhören zu wollen. Es klang, als legte Tara sogar Wert auf seine Meinung bzw. Empfehlung, was sich irgendwie seltsam einfühlte. Warum sollte sie das auch? "Das klingt nach einem guten Deal. Schicken wir uns gegenseitig Sachen, die wir gut - oder auch furchtbar schrecklich finden." Und wenn sie es dadurch allein schaffen sollten, sich nicht wieder sofort aus den Augen zu verlieren - denn aus den Augen, aus den Sinn! - so war es doch schon viel wert, oder? "Manchmal braucht es das auch nicht.", meinte Cedric in einem ein wenig nachdenklicherem Tonfall, als Tara meinte, keinen inspirierende Geschichte auf Lager zu haben. "Vielleicht sollten wir uns öfters daran erinnern, das es okay ist einfach nach seinem inneren Gefühl zu handeln." Außer das innere Gefühl sagt dir im Wahn, deine Ex-Verlobte zu küssen, obwohl du eine Freundin hast. "Nicht alles braucht eine tiefere Bedeutung." Auch wenn er selbst gut darin war, sich eine einzureden. "Und wenn es dich wieder zur Violine gebracht hat, kann ich das nur befürworten.", endete er mit einem Lächeln, dem man hoffentlich nichts von dem Zynismus in seinem Kopf anmerkte. Cedric genehmigte sich einen weiteren Schluck Kaffee, ehe er es wagte vorsichtig zu fragen: "Wenn du davon erzählen möchtest, höre ich gerne zu, wenn nicht, ist das genauso in Ordnung. Dann können wir auch gerne weiter fachsimpeln." Er hoffte das war diplomatisch genug ausgedrückt. Er wollte sich Tara auf keinen Fall aufdringen, so wie sie ihm auch nicht, das hatte er bemerkt und dafür war er ihr auch dankbar. Gleichzeitig wollte er ihr eine Hand hinstrecken, falls sie sich jemanden anvertrauen wollte, auch wenn er bezweifelte, das er dieser jemand war. Womit hätte er das auch verdient? Dennoch wurde er das Gefühl nicht los, dass ihrer beider Herzen schwerer waren als sie sich anmerken lassen wollten und das genau dieses Gefühl irgendwie raus musste. Im selben Moment wollte niemand der beiden die sichere Komfortzone verlassen - auch das war nur natürlich. Insbesondere bei diesen beiden, wo das Band der Bekanntschaft nur noch loses geknüpft war. Aber wer weiß? Vielleicht würde, nachdem sie sich jeweils drei Lieder hin- und hergeschickt hatten, der Damm plötzlich brechen. Unwahrscheinlich. Nun, er jedenfalls war kein Meister darin über sich zu sprechen und wollte es üblicherweise auch nicht. Ob Tara hier mit ihm auf derselben, ungesunden Wellenlänge war?

    [Gabriel]

    « kommt vom Waisenhaus



    Der Campus lag wie ausgestorben da. Oh Gott... er hatte doch nicht etwa den Bus verpasst?! Nein, ein Blick auf die Uhr verriet ihm, das er womöglich einfach nur der Erste war. Wie dumm! Er hätte sich ja auch im Wohnheim zu Hause mit seinen Mitschülern zusammentun können, aber irgendwie hatte er das in all der Vorfreude... vergessen. Aber das machte auch nichts! Dann würde er halt warten - Geduld war eine Tugend, an der man sich sowieso stets üben sollte! Wie in vielen Dingen... Also setzte Gabriel sich auf eine Bank im Pausenhof und beobachtete die Vögel, die von Baum zu Baum flogen. Vielleicht würde ihm ja schon bald jemand Gesellschaft leisten? Derweil konnte er im Kopf noch einmal durchgehen, ob er auch wirklich nichts vergessen hatte!

    [Gabriel]



    Gabriel wachte an diesem Morgen noch vor dem Weckerklingeln auf. Das war aber auch kein Wunder, immerhin freute sich der Schüler tierisch auf die Sommerferien! Beziehungsweise: den Start hinein. Als er hörte, dass seine Schule einen Schulandheimaufenthalt in einem Kloster plante, hatten seine Augen geleuchtet. Er war nie oft auf Schulausflügen dabei gewesen, da diese meist sehr teuer waren, aber diese Chance konnte er ergreifen! So war Gabriel also schon seit zwei Wochen in Vorfreude und war seither am überlegen, was er denn einpacken sollte. Er durfte ja auch nichts wichtiges vergessen, oder gar, Dinge die am Ende peinlich oder unangenehm werden konnten, weil er sie nicht dabeihatte. Unterwäsche zum Beispiel. Oder Tierfutter. Wer wusste schon, welch ausgehungerte Wesen dort womöglich umherstreunerten? Das war wichtig!! Dennoch lagen die meisten Sachen noch immer neben und nicht in seiner Tasche, denn allzuviel Platz war da nun auch nicht. Und heute war schon der Tag der Abreise! Ah, er mochte es gar nicht, wenn es zu chaotisch in seinem kleinen Zimmer wurde. Trotzdem entschloss er sich erst einmal etwas zu Frühstücken, denn eine gute Grundlage war wichtig für den Tag. Er dankte Gott für das Essen und wunderte sich in der Küche dabei, warum es so ruhig im Wohnheim war. War er nun viel zu früh - oder gar viel zu spät dran? Gabriel verfiel dennoch nicht in Hektik, die konnte er nämlich gar nicht leiden, sondern aß in Ruhe sein Frühstück und packte dann in aller Ruhe seine Tasche fertig. Sicher hatte er alles dabei! Das würde schon gut gehen! Mit positiven Gedanken im Kopf, schulterte er seine Reisetasche und machte sich auf den Weg zur Schule, wo sie sich erstmal alle treffen würden.


    » Schulcampus.

    [Cedric] & Tara | Zoocafé


    "Hab ich dich etwa drangekriegt? Entschuldige." Lügner, Lügner, Lügner. Seit wann ging ihm das denn so leicht von den Lippen? Obwohl es ihm wirklich ein wenig Leid tat, nicht ganz ehrlich zu ihr gewesen zu sein - oder besser gesagt: zu ehrlich. "Manchmal sind es tatsächlich die unglaubwürdigsten Dinge, die der Wahrheit entsprechen.", fügte er daher versöhnlich meinend hinzu, während er beobachtete wie der Inhalt der Tasse sanft hin- und herschwappte, wenn er das Porzellangeschirr drehte. (and now playing the Song-Game:) Ich hab' dich angelogen. Ich wollte nicht, dass du es weißt- oder es als wahr empfindest. Könnte er sagen. Tat er aber nicht. Vermutlich lag es an der Natur des Menschen eher auszuweichen, anstatt offen zu sprechen - auch offen darüber zu sprechen, worüber man nicht sprechen möchte. Vielleicht lag das gar nicht so sehr an den Mitmenschen, sondern viel mehr an einem selbst: für Zweiteres müsste man sich dem nämlich selbst schon einmal bewusst sein. So sehr wie er sich manchmal einen Kopf über Kleinigkeiten machte, vielleicht hätte er lieber mal Psychologie oder Philosophie studieren sollen. Wobei die Wahrscheinlichkeit, dass er dann längst am Fußende einer Brücke lag, damit sicher deutlich höher lag. Ein überzeugtes 'Oh!' ließ ihn von seiner Kaffeetasse aufsehen und er fühlte sich sofort ertappt. War er wieder zu sehr in Gedanken abgetaucht? Ihr war ihr Blick vorhin, als er sein Handy überprüft hatte, nicht entgangen. Aber das schien diesmal nicht der Fall zu sein - Glück gehabt, kein weiterer Fauxpas seinerseits. Noch nicht jedenfalls. Neugierig sah er zu ihr. "Meinst du mit letztem Mal die Begegnung unter der Brücke der Obdachlosen vorhin oder das letzte Mal vor einem gefühlten Jahrhundert?", meinte er scherzhaft, obwohl er zu Scherzen eigentlich gar nicht aufgelegt war. Eigentlich. Aber die ganze Zeit Trübsal zu blasen würde seine Misere auch nicht lösen - durfte er sie da nicht zumindest für einen Nachmittag lang verdrängen? "Hmm, eine gute Frage." Durch sein Studium war sein Kopf so voll an Informationen und entsprechenden Möglichkeiten, das er im ersten Moment gar nicht wusste, wo er ansetzen sollte. Das erklärte er Tara auch so, dennoch: "Ich weiß nicht wieso, aber Ludovico Einaudi sticht für mich heraus. Er ist italienischer Pianist und jedes Mal, wenn ich eines seiner Stücke höre, ist es so einvernehmlich wie beim ersten Mal." Ergreifend. Traurig. Wunderschön. Klar. Vielleicht hätte er ohne Einaudi nie dieselbe Leidenschaft für das Klavier entwickelt, wie er es für die Violine besaß. Na ob das möglich war? (gott, ich liebe Einaudi so sehr einfach CRIES. Wie als hätte ich ihn gerufen, hat ihn Shuffle direkt ausgespuckt) "Wie ist es bei dir - Gab es einen eindeutigen Moment, in dem du zurück zum Bogen gegriffen hast? Und legst du wert auf den Text, wenn gesungen wird?", wollte er auch wissen. Tara wirkte ein wenig, als wolle sie sich auf sicherem Gesprächsterrain bewegen, was die Frage aufwarf: War nun er oder sie ein Minenfeld, in das man nur zu leicht treten konnte?

    [Cedric] & Tara | Zoocafé


    Ein wenig musste Cedric grinsen, als er Tara mit seiner peniblen Erwähnung kurz zum Lachen brachte. "Wenn schon denn schon.", erwiderte er darauf, "Obwohl es im Grunde auch nur heißt, das es noch ein Stück theoretischer und noch ein Stück trockener ist." Er war sowieso ein wenig beeindruckt, das Tara sich überhaupt die Richtung gemerkt hatte - das war ja nun auch nicht selbstverständlich. Meistens waren die Namen von Studienfächern heutzutage sowieso so kompliziert gehalten, das sich das keiner mehr merken konnte. Dann wurde daraus schnell 'irgendwas mit Medien' oder 'irgendwas mit erneuerbare Energien' oder, wie in seinem Fall 'irgendwas mit Musik'. Passte ganz gut, denn irgendwas musste man(n) ja machen. Wobei er ein wenig heraushörte, dass Tara sich bei diesem irgendwas noch nicht ganz sicher war. Aber das war auch in Ordnung. Meine Güte, er hatte ja selbst auch noch keine Ahnung was er danach mit seinem Bachelor anstellen wollte - falls er solange überlebte und nicht durch einen blöden Zufall in die Fluten fiel und ertrank. Wäre im Bereich des Möglichen. Ehe das Mädchen ihm gegenüber wieder einen ganzen Satz herausbringen konnte, kam schließlich die Bedienung und brachte ihnen ihre Bestellung. Natürlich fragte sie nach dem Grund. Soweit hätte er auch selbst denken können, doch obwohl er stets über alle Maßen grübelte, schaffte er es derzeit nicht, einen konkreten Gedanken oder eine Aktion auch nur zwei Schritte weiter zu denken. Genau das hatte ihn ja erst in diese Misere getrieben. Er schwieg einen Moment lang, indem er sich einen Schluck Kaffee genehmigte. Cedric erinnerte sich daran, welche wilde, abstruse Geschichte er damals einer Krankenschwester erzählt hatte - es war klar gewesen, das sie an den Haaren herbeigezogen war und dennoch hatte es ein wenig befreiend gewirkt, sich einmal absichtlich etwas derart Realitätsfremden hinzugeben. Wenn auch nur für einen Moment. Für Alessa hingegen hatte er die Geschichte relativ wahrheitsgetreu, jedoch beschönigt, widergegeben. Damals war sie noch ein Kind gewesen. Jetzt war sie auf dem Weg zur Frau. Es war seltsam, nicht mehr das süße kleine Mädchen vor Augen zu haben, wenngleich Alessa für ihn immer eine Prinzessin sein würde. Dennoch zeigte ihm dieser Fakt umso mehr, wie viel Zeit tatsächlich vergangen war. Verrückt. Es war noch immer verrückt. Und obwohl man sagte, die Zeit heilte alle Wunden, konnte Cedric nicht einfach geradeheraus sagen, dass er angeschossen wurde. Nicht mit allem was dazu noch gehörte. Wie abnormal war das auch? Er warf einen Blick zu Tara. Du würdest mir wohl sowieso nicht glauben, dachte er. Mal davon abgesehen, das es ihn jedesmal wieder zurück an den Strand holte - aber sagte man nicht, es würde mit jedem mal Aussprechen ein kleines bisschen leichter? Nicht, das er daran glauben würde. Ihr zaghaftes Nachfragen gepaart mit der Versicherung, auch nicht darüber reden zu müssen, zeigte ihm, wie viel Unsicherheit in dem Mädchen steckte. Ein wenig konnte er das nachvollziehen - das Gefühl, niemanden zur Last fallen zu wollen und ja keine Umstände zu bereiten. Es klang wie ein Echo in ihm nach. Cedric stellte die Kaffeetasse mit einem leisen Klappern auf den dazugehörigen Unterteller. "Ach, ich musste Semester wiederholen, weil ich wegen einer Schusswunde im Krankenhaus lag." Sein Blick glitt von der Kaffeetasse zu dem Mädchen, da er ihre Reaktion sehen wollte. Jetzt hatte er es also doch gesagt und es war ihm so leicht von den Lippen gegangen, als würde es sich dabei um einen makaberen Witz handeln. War es gemein von ihm, nachdem er sich im Klaren über ihre Unsicherheit war? Er dachte in letzter Zeit wirklich nicht besonders weit. Aber sie würde ihm nicht glauben, niemand würde das, wenn er es so erzählte. Ja, nicht einmal er selbst glaubte sich, was wohl der Grund war, warum die Worte überhaupt gesprochen wurden. Cedric zuckte mit den Schultern und setzte nach: "Nein ich.. hatte einen dummen Unfall und bin deswegen eine Weile ausgefallen. War besser die Regelstudienzeit dann etwas auszudehnen." Das klang doch gleich viel sanfter - und einleuchtender noch dazu. Interessant, das eine Ausrede so viel ehrlicher klingen konnte, als die eigentliche Wahrheit.

    [Cedric] & Tara | Zoocafé


    Irgendwie konnte Cedric das sehr gut nachvollziehen. Wenn das Leben einfach so vor sich hinplätscherte, ohne Richtung, ohne Ziel und man täglich die kleinen Aufgaben bewältigte, die sich stetes wiederholten - ja, was gab es dann auch Neues zu berichten? "Glaub mir, gegen etwas weniger Spannung hätte ich derzeit nichts einzuwenden.", kommentierte er leichthin, obwohl die Wahrheit hinter dieser Aussage schmerzte. Aber das hatte er sich selbst zuzuschreiben. Ein innerer Wunsch wollte darüber reden, doch eine fälschliche Vernunft riet ihm dazu Stillschewigen zu bewahren - und zwar für immer. Auch wollte er Tara nicht mit tristen Wahrheiten aus seinem Leben belasten. Ein Teil von ihm befürchtete auch, sie könnte ihn verurteilen und auch deswegen wollte er diese einlullende, neutrale Ebene nicht verlassen. Doch ein Feigling, das war er ja schon immer gewesen. "Musikwissenschaften.", ergänzte er und tatsächlich war da der Anflug eines Lächelns zu sehen. Sein Studium gab ihm die Routine, die er so dringend brauchte. "Das war eine gute Wahl, auch wenn ich anfangs Zweifel hatte.", meinte er, "Aber gut vorrankommen, naja... ich hänge ein ganzes Jahr hintendran.", gab er zu, auch wenn er auf den Grund erstmal nicht näher einging. Das wollte er lieber verdrängen - wie so vieles. "Aber das ist jetzt auch okay. Mich mit Musik zu beschäftigen, das..." Er beendete den Satz nicht, sondern zuckte nur mit den Schultern. Ihm fehlten in diesem Moment die Worte um das zu beschreiben - ein seltener Vorfall - doch als Violinistin selbst, wusste Tara sicherlich auch ohne Worte was er meinte. Die Ruhe die Musik miteinherbrachte, die Kunst Gefühle zu übermitteln und die Hilfe dabei, Gedanken zu ordnen. Auch die Varietät und die Tatsache, wie viel Menschen allein durch ihren Musikgeschmack verrieten - kein Wunder also, das sich so viele Leute dem hingezogen fühlten.

    [Tori] & Gaius | Küche



    Ihr Herz pochte laut und fest in ihrer Brust. So ganz verstand sie auch nicht warum. An diesem Tag war bereits so viel passiert - dabei standen die Überreste des Frühstücks noch auf dem Tisch! Doch sicher war selbst Mittags bereits verstrichen, ach, wen kümmerte es schon? Sie wusste auch nicht, wann die Stimmung geschwankt war - so sehr ins Positive. Von all den Unsicherheiten, all den Fragen, all den Versäumnissen, gekrönt von einem hauchzarten Kuss und einer Nähe, die sie noch nie zu jemanden gehabt, oder gar gewollt hatte. Doch jetzt? Das war magisch. Warum? Weil es sich anfühlte wie ein Traum und doch gleichzeitig so unendlich real. Der Moment, in der sie seine Hand ergriffen und sie hochgezogen hatte, war der Moment gewesen, in dem sie einen Schritt weiter gegangen war - einen Schritt weiter der Wirklichkeit entfernt. Sie ließ ihn nicht aus den Augen, so als fürchtete sie, er könne jeden Moment aus der Tür verschwinden. Nein. Sie fürchtete sich nicht. In diesem Moment hatte sie keinen Zweifel, das er bei ihr bleiben würde, das er ihr ein wenig mehr von seiner Zeit schenken würde. Zwar hing diese Möglichkeit stets, nach seinen eigenen Worten, in der Luft, doch nicht Jetzt, nicht Hier, nicht in jenem Augenblick. Das wusste sie mit einer derartigen Bestimmtheit, wie ihr Körper wusste, dass er Luft zum Atmen brauchte. Die Maid beobachtete ihn dabei, wie er die Blume in der Vase köpfte, um ihr die Blüte ins Haar zu stecken. Ihre Wangen liefen rosarot an. Diese Geste war mehr als nur Freundlichkeit, sie gab ihr das Gefühl, geschätzt zu werden, so wertvoll zu sein, das jemand es erachtete, sie herauszuputzen. Sie wurde angesehen - von jemanden, den auch sie mehr als alles andere sehen wollte. Das passierte ihr sonst nie. In diesem Augenblick fühlte sie sich schön - etwas völlig Neues für das Mädchen. Ah, was machte dieser Schmied nur mit ihr? Sie durfte sich nicht abhängig machen, doch es war schwer, nicht stets nach so viel reiner Zuneigung zu streben. Sacht berührte sie die Blüte hinter ihrem Ohr, ohne sie zu beschädigen. Dann löste sie das Band, welches ihre Haare zu einem Zopf zusammengehalten hatte und band es ihm schließlich in einer Schleife um den Hals. Im ähnlichsten Stil wie es die edlen Herren auf dem Ball sicher zu tragen pflegten. Ihre Haare fielen nun offen und lang über ihre Schulter, den Rücken hinab. Sie betrachtete ihr Werk übermäßig lange, da sie fürchtete, den Mund nicht aufzubringen, wenn sie ihm jetzt in das Auge sah. "N-Nun, h-heute b-bist d-d-du d-der L-Lehr-er.", stotterte sie, noch immer nicht aufsehend - ihre Beine würden sonst ganz sicher nachgeben! "W-Wie l-lautet d-die e-erste L-L-Lektion...?" Ah, Moment! Wenn sie so darüber nachdachte, wie ihr gerade aufgefallen war, wie weich ihre Beine waren - so könnte sie doch ganz sicher keinen Schritt tun?

    Ja, dann also


    kann ich mich hiermit dann gleich auch offiziell für's Event anmelden? XD


    [Antoinette] & Cynthia


    Antoinette hielt einen Kommentar auf die fast schon neunmalkluge Antwort des Mädchens zurück. Sie würde sonst nur in einen freundlichen Erklärungsmodus fallen, den die Kleine wohl so oder so nicht folgen würde können. Die Belgierin vergaß manchmal, wie die Welt aus Kinderaugen wohl aussehen mochte - direkt und nah, statt hypothetisch und verloren. War sie als Kind auch so gewesen? Als sie sich so zurückerinnerte, durchfuhr sie ein Gefühl von Traurigkeit, einem sanften Windhauch gleich, der dennoch eine kalte Brise brachte. Nein... nein, vielleicht nicht. Da war sie nun doch ganz froh, sich mittlerweile in der Erwachsenenwelt zu befinden. "Freut mich dich kennen zu lernen, Cindy.", erwiderte die kleine Dame im freundlichen Tonfall, obwohl sie nicht wusste, wie viel Geduld sie mit der Kleinen noch haben würde. Cindy nämlich, schien ganz und gar nicht viel Geduld zu besitzen! Sie versuchte ihr Glück an dem Automaten, doch der erste Anhieb wollte nicht recht und schon fluchte sie, ja, sie fluchte! und ihr Gesicht lief dabei rot an. Na da konnte aber jemand seine Gefühle noch nicht recht im Zaum halten. "Nana, sowas sagt man aber nicht.", warf Antoinette ein, obwohl es vielleicht nicht ihr Recht war ein fremdes Kind zu belehren. Doch ob Kind oder Erwachsener, unschöne Wörter mochte sie nicht. Da achtete sie tatsächlich auch bei sich selbst darauf! "Nun, wenn es einfach wäre, wären die Kuscheltiere dort drinnen längst alle befreit, meinst du nicht?", fragte sie, obwohl sie Cindy da schon ein wenig nachempfinden konnte, "Na, willst du etwa schon aufgeben?" War das gemein, ein Kind fast schon zu provozieren? Aber so war das ja gar nicht gemeint! Mal sehen, worauf das Mädchen Lust hatte.

    [Cedric] & Tara | Zoocafé


    Cedric presste kurz die Lippen aufeinander, ehe er die Bestellung zu einem Café aufgab. Die Kellnerin wie auch Tara hatten ihn beide längst erwartungsvoll angesehen. Wie lange war er wohl in Gedanken versunken gewesen? Er konnte die Zeit nie korrekt einschätzen - in keinerlei Situation. Dennoch verzichtete Cedric auf eine weitere Entschuldigung, denn er wollte keine weitere Aufmerksamkeit darauf ziehen. Sowieso, einmal musste genügen. Die Bedienung zog von dannen, das Handy blieb stumm. Gut. Gut... Obwohl doch eigentlich nichts gut war. Cedric suchte den Blick der unterschiedlichen Augen des Mädchens. "Es ist wirklich schon Jahre her, oder?", begann er schließlich. Gerade empfand er Bedauern darüber, das sie nie engeren Kontakt gehalten hatten. Immerhin mochte er sie, rein platonisch versteht sich. Allerdings gehörte das nicht zu seinen Stärken - und womöglich auch nicht zu Tara's. Doch wie fand man nach so langer Zeit der Stille wieder den Anschluss, ohne das es seltsam wurde? "Was hast du so gemacht? Oder: Was machst du jetzt?" Ging sie noch zur Schule? Er wusste zwar, sie war jünger als er, aber um wie viel... Moment, klar, sie war im selben Alter wie Alice. Alice... Nein, darüber wollte er jetzt nicht auch noch nachbrüten, noch Überbringer irgendwelcher Nachrichten sein. Er hielt sich raus. Das konnte er am besten. Aber ob das immer so gut war? Seine Fragen mochten gewöhnlich, klassisch gar sein, doch das bedeutete nicht, das er nicht ernsthaft an einer Antwort interessiert war. Wer war das Mädchen, welches er von früher her kannte, wohl heute?