Beiträge von Seaice

    [Cinnamon] mit Venti & Nolan


    "Naja, zuerst hat sie meines gerettet.", entgegnete Cinnamon nervös, als Nolan meinte, es würde sich auszahlen in der Schuld eines Drachen zu stehen. Gut, genau genommen, wäre sie ohne den Übermut von Seriza - aber auch Leon - nicht in die Situation gekommen, aber sie war auch selbst dafür verantwortlich mitgekommen zu sein. Mit einem Monsterüberfall hatten sie alle drei rechnen müssen. An so etwas wie Schuldbegleichung dachte das Zimtmädchen daher in keinster Weise. Sie hielt sich ja selbst noch für verrückt, einem ausgewachsenem Drachen zu helfen, aber je länger sie die Qual des Ungetüms mitansehen musste, desto weniger kam es ihr vor wie ein... nun, wie ein Monster eben. Da Seriza auch offenbar nicht mehr in der Lage war zu antworten, ging Cinna statt ihrer auf die Fragen des Meisters ein. "Wir waren auf der Pluviainsel.", erklärte sie, "Dort hat uns ein Mantikor angegriffen. Sie hat viel von dem Gift abbekommen." Und mich daher davon abgeschirmt. Sie war sich sicher - anders als Leon (dem es hoffentlich gut ging..!) und Seriza, die Halbwesen waren, wäre sie wohl nicht so glimpflich davon gekommen. Sofern man die Situation hier als glimpflich betrachten konnte. Sie war selbst beeindruckt davon, dass sie mittlerweile so eine klare Antwort geben konnte, aber zu sehen, wie die Lehrlinge Nolan's und der Meister selbst natürlich, Hand anlegten, beruhigten sie ungemein. Dennoch spürte sie nach wie vor die Anspannung in ihrem Herzen bis zu den Zehenspitzen hin, was sich darin zeigte, das sie nicht ruhig stehen bleiben konnte, sondern stattdessen von einem Fuß auf dem anderen tippelte. Als der Zähmer sie daher anwies, dem Drachen Wasser zu reichen, kam sie der Aufforderung selbstverständlich sofort nach. "Du wirst wieder... hörst du?", flüsterte sie Seriza zu, mehr, um sich selbst zu beruhigen. "Wird sie wieder gesund?", fragte sie Nolan dann, nach wie vor nervös, was man ihr bestimmt ansehen konnte.

    [Gabriel] (wartet auf Marie)


    Zu schnell war der Tag der Ankunft vergangen, den Gabriel mit seinen neuen Freunden Cyril und Thomas verbracht hatte. Sie hatten sich dazu entschieden lieber außerhalb des dusigen Klosters zu bleiben, bis Thomas sich akklimatisiert hatte, weswegen Gabriel noch nicht allzuviel über das Kloster und seine Geschichten und Geheimnisse in Erfahrungen bringen hatte können. Umso mehr saugte er nun die Informationen, die die Lehrer ihnen erzählten, auf wie ein Schwamm! Bei der Mordstory hielt er auch kurz den Atem an, wenngleich seine Mitschüler zum teil recht unbeeindruckt wirkten. Gabriel war so von seiner Umgebung fasziniert, dass wohl nicht viel fehlte und er würde verloren gehen. Gut, dass sie in einer Gruppe unterwegs waren! Aber was sollte er auch machen? Er freute sich einfach, das es noch einen so unberührten Fleck Erde auf der Welt gab. Dennoch sagte auch ihm die Aufgabe seiner Lehrer nur wenig zu. Sollten sie als Gruppe nicht eher gemeinsame Tätigkeiten ausüben um ihre Teamkompetenzen zu stärken? Genau dafür wäre dieser Schulausflug doch ideal! Ein Bild malen konnte man ja ständig... oder eben nicht, so wie es beim jungen Latino der Fall war. Er war zwar leicht zu begeistern, Kunst hingegen, gehörte nicht gerade zu seinen stärken. "Können wir die Aufgabe auch als Gruppenaufgabe zu zweit oder zu dritt angehen?", fragte er die Lehrer daher. Das wäre bestimmt ergiebiger und auch lustiger! Auch wenn er sich schon vorstellen konnte, das einige seinen Klassenkameraden über diesen Vorschlag nur die Augen verdrehten. Er wusste nicht wieso, aber Gruppenaufgaben erfreuten sich eher allgemeiner Unbeliebtheit als andersherum.

    [Cedric] kommt von den Rivermountains



    Es war längst dunkel, als ein junger Mann den Weg zu seinem Studentenwohnheim einschlug. Nur wenige Straßenlaternen beleuchteten die Passagen links und rechts. Still war es hier, ungewöhnlich still. Kein Wunder, wo sich doch seine Mitkommilitonen wohl alle noch auf dem Berg vergnügten. Er nicht. Für ihn gab es nichts zu feiern.

    Er steckte den Schlüssel ins Schloss, drehte ihn herum. Die Tür öffnete sich lautlos. Wie zu erwarten war niemand hier – er war alleine. Er war sich nicht sicher, ob ihm der Umstand behagte oder nicht, weswegen er die Frage schlichtweg beiseite schob. Nur wenige Meter musste er zurücklegen, eine weitere Tür die er öffnete. Langsam schloss er sie hinter sich, die Klinke rastete mit einem leisen 'klack' ein.

    Damit einhergehend fiel jegliche Fassade von ihm ab.

    Cedric fand sich am Boden sitzend wieder. Die Finsternis umhüllte ihn wie einen alten Freund, nur das flackernde Licht der Laterne zeichnete einen sanften Umriss seiner Umgebung.

    Es war schon seltsam, wie einen die banalsten Dinge auffallen konnten, ja, wie sehr man sich förmlich auf sie konzentrieren musste, um sie gebacken zu kriegen. Das Fest verlassen. Den Bus nehmen. Den bellenden Hund des Nachbars hören. Schlüssel ins Schloss. Umdrehen. Tür öffnen. Jeder Akt, jede Tat, jede noch so kleine Handlung wurden plötzlich zur Herausforderung. Sich nur nichts anmerken lassen, nur nicht wie ein Verrückter durch die Gegend brüllen.

    Denn am liebsten würde er den Schmerz herausschreien. Sich so ein Ventil erlauben, doch er ließ es nicht zu. Er wollte sich dem Gefühl nicht hingeben, nicht so, nicht auf diese Weise. Nein, nein er würde die Oberhand behalten, er musste ganz einfach, wenn er weiterhin funktionieren wollte. Oder zumindest den Anschein dessen geben. Denn das etwas nicht ganz stimmte, mit seinem Kopf womöglich oder seinem Herzen ganz und gar, das dümpelte ihm langsam auch. Doch davon wollte er nichts wissen. Er würde schon selbst eine Lösung dafür finden, mit etwas Abstand vielleicht. Aber wie viel Distanz wollte er noch zu allem wahren? Darauf wusste er keine Antwort.

    Genauso wenig wusste er, wie lange er dort gesessen hatte. Seine Gedanken glichen einem weißen Rauschen, einer wattrigen Suppe, die zu nichts Sinnvollem in der Lage war. Sein Körper fühlte sich ebenfalls dumpf an. Als hätten beide irgendwann einvernehmlich beschlossen, sich einfach abzustellen, um den Schmerz besser ausblenden zu können. Ein bisschen klappte das sogar.

    Dennoch drang früh genug die Frage zu ihm durch: Wie furchtbar mochte sie sich fühlen? War sie alleine, war Majo bei ihr? Oder jemand anderes? Der Musiker vielleicht, mit dem er sie kurz zuvor noch gesehen hatte? Er wusste es nicht. Er war es nicht, der bei ihr war. Das stand fest.

    Gleichwohl nach allem was er gesagt, gedacht, getan hatte: War es richtig oder war es falsch gewesen? Die Ungewissheit nagte an ihm und doch war da niemand, der darüber ein Urteil fällen könnte. Konnte er an seiner Entscheidung festhalten? Cedric schloss die Augen.

    Als er sie wieder öffnete, erkannte er eine Schneekugel in seinem Blickfeld. Ein Geschenk von ihr, so wie sie ihm viel geschenkt hatte. Er ihr auch: Selbstzweifel, Verunsicherung, Liebeskummer, Trauer. Dinge, in denen er sich auskannte.

    Er nahm die Schneekugel in die Hand, drehte sie, schüttelte sie. Sanft stoben die künstlichen Flocken um die zwei kleinen Figuren in ihrer Mitte. Und er erinnerte sich: daran, wie sie beide ebenso sorglos auf dem Eis getanzt hatten. Er drehte die Kugel weiter und ein anderes Bild zeigte sich ihm: Ein Vogel, der gegen ihn geflogen war, sie beide im Schneewald spazieren. Sowie im Grünen. Helle Laternen, ein Riesenrad, ein Picknick. 'Wieso geht es ihr immer scheiße wenn ich euch zusammen sehe?' Das stimmte also gar nicht. Nicht, dass es jetzt noch eine Rolle spielen würde. Er drehte die Kugel noch immer in seiner Hand.

    'Ich hab dich so vermisst.' Vor Schreck ließ er das Artefakt fallen, als hätte er sich daran verbrannt. Die Erinnerung gehörte hier nicht hin, sie gehörte an einen anderen Ort zu einer anderen Person und doch erschien ihm der Zufall nun seltsam, dass er zu Noita denselben Wortlaut verwendet hatte.

    Ein Klirren ließ ihn aufsehen. Oder besser gesagt: Herabsehen. Das Geräusch schien verzögert an seine Ohren zu dringen, doch das Endergebnis war dasselbe. Beinahe hätte er gelacht, so treffend war der Anblick der zerbrochenen Schneekugel, so herrlich ironisch führte sie ihm die ebenso zerbrochene Beziehung nun bildlich vor Augen. Danke für nichts.

    Er sammelte die Scherben auf, schmiss sie jedoch nicht weg. Wie könnte er auch? Stattdessen legte er sie sorgsam auf denselben Platz zurück – als stete Mahnung daran, was er verursacht hatte und das er alles, mit dem er in Berührung kam früher oder später ruinierte.

    [Cinnamon] & Venti | vom Strand


    "NOOOOLAAAAAN!!!", rief Cinnamon schon von weitem, die Höflichkeiten über Board werfend. Nicht, das sie je ein Meister der Etikette gewesen war. Noch immer stand ihr Stresspegel oben und das würde wohl noch mindestens so lange so bleiben, bis sie das ganze hier verdaut hatte. Und drei Tage durchgeschlafen. Erstmal jedoch mussten sie dieses Riesenmonster wieder aufpäppeln. Ein Tatbestand, der noch immer gegen ihr Innerstes ankämpfte. Doch seit Kurzem bestand ihre Welt wohl sowieso nur noch aus Widersprüchen. "DU SCHAFFST DAS SERIZA!!", brüllte sie nun laut in Richtung des Drachen, den sie ein wenig abgehängt hatte. Verdammt. Sie musste nur noch ein bisschen durchhalten! Doch es schien, als würde Seriza ihre letzte Kraft zusammensuchen, wuchtete sich noch einmal hoch und kam schließlich in Nolan's Gemüsebeet zum erliegen. Der Verlust war hoffentlich verschmerzbar, das Gemüse sah sowieso nicht mehr allzugut aus. Hatte der alte Mann die Pflanzen wohl mit Met gegossen? Zuzutrauen wäre es ihm! "Nolan... wir sind zurück... Sag... kannst du ihr nun helfen oder nicht?", fragte sie und war dabei ganz außer Puste, vor der ganzen Lauferei. Ihr Herz klopfte bestimmt doppelt so schnell wie normal!

    [Max] & Rosalind | in einem der Bäder



    Max Lippen öffneten sich einen Spalt breit, doch da waren keine Worte, die er hätte aussprechen können. Ihn erschütterte die Reaktion seiner Schwester, doch vielleicht war das auch gut so. Ein Zeichen dafür, das sie sich einander wieder annäherten. Max wusste sehr wohl um die Distanz, die er bewahrt hatte - und es meist immer noch tat - doch er wollte auch zurück, was er gehabt hatte, auch wenn es nie mehr dasselbe sein würde. Auch wünschte er sich, das Rosalind ihre Gefühle nicht unterdrückte - nicht bei ihm. (Ansonsten, ja, war das in ihrer Familie selbstverständlich der Standard). Doch hier waren sie unter sich, keine Augen, die ihnen zusahen, keine Ohren, die heimlich lauschten. Hatte er deshalb so sehr von der Seele gesprochen? Als die erste Träne ihre Wange hinunter über seine Hand lief, wollte er sie instinktiv wegziehen, doch Rosalind hatte seine Hand sanft ergriffen und hielt sie fest. Max fühlte sich unsicher und das gefiel ihm wenig. Was mochte seine Schwester alles in ihrem gutmütigen Herzen angestaut haben? Diese Art der Saint Coquilles alles herunter zu schlucken und stets die Maske zu wahren, womöglich vergiftete diese Weise ihre Familie auch. Üblicherweise blinzelte er über diesen Umstand hinweg, ja, es gefiel ihm sogar, doch jetzt zweifelte er zum ersten Mal ernsthaft daran. Denn gerade ein sanftmütiges Mädchen wie Rosalind musste wohl damit zu kämpfen haben. Max wischte die Tränen aus ihrem Gesicht. Ein Teil von ihm, ein sehr großer sogar, wollte seine Schwester nun fest in den Arm ziehen, damit Rose einfach einmal alles rauslassen konnte, sie trösten, ihr so einen neuen Zugang zu ihm geben. Doch er konnte nicht. Er wusste nicht wie. Diese Art von Nähe und Geborgenheit war ihnen nicht beigebracht, nicht geschenkt worden. Es war ihm fremd, schien gar unschicklich. Also bewegte er sich nicht. "Du hast nichts zu verzeihen.", sagte er daher, so wie es angebracht erschien, "Verzeih mir, das meine unbedarfte Aussage in dir eine solche Emotion ausgelöst hat." Höflich. Beruhigend. Und gleichzeitig distanziert. Eine Maske, wie er sie stets trug und doch die Frage, warum er sie selbst bei der Person, die ihm am wichtigsten war, nicht ablegen konnte. Sie würde es ihm wohl gleichtun, nicht wahr? Der Gedanke stimmte ihn unglaublich traurig, denn nichts wünschte Max sich mehr, als das Rosalind einfach Rosalind sein konnte, so wie sie war, so wie sie sein wollte. Aber wie könnte er das von ihr erhoffen, wenn er ihr im Gegenzug nicht dasselbe zurückgab? Doch er konnte nicht. Wusste nicht. "Das Wasser wird noch kalt...", sagte er, den Blick leicht gesenkt, da er nicht wusste, was Rosalind in ihnen sehen mochte. Wieder ablenken, statt den Konflikt, das, was zwischen ihnen stand, einmal direkt von vorne anzusprechen. Stattdessen würden sie ein weiteres Mal das Tuch des Schweigens darüber legen. Doch wie nur, konnte so je ein Heilprozess stattfinden? "Falls du das Bedürfnis hast, direkt in dein Gemächer zurück zu kehren, verstehe ich das selbstverständlich." Er sah sie nicht an. Auch das, sagte er nur, weil es angebracht erschien. Obwohl er stattdessen viel lieber hätte, dass sie blieb. Bei ihm blieb und weinte, wenn sie das möchte. Oder er, auch wenn allein der Gedanke lächerlich, erbärmlich gar, erschien.

    [Antoinette] mit Sky & Alex | an der Bar



    Auch wenn Alex betonte, sie können sich ruhig weiter auf französisch unterhalten, wollte Antoinette ihn ebenso wenig ausschließen. Insbesondere da der silberhaarige Student alles andere als erfreut wirkte, auch wenn er sich bemühte sich dies nicht anmerken zu lassen. Mit einem leisen Mercí nahm sie das Glas entgegen und blickte dann kurz über seine Schulter, doch bei so vielen Menschen konnte die junge Dame wahrlich nicht einschätzen, ob einer von ihnen der Grund war für die negativen Schwingungen die von Alex ausgingen. Sie kannte ihn jedoch nur flüchtig und wagte es daher nicht, ein Wort darüber zu verlieren. Antoinette fühlte sich daher nicht hundertprozentig wohl, doch immerhin schien Sky davon unbehelligt und so beantwortete sie umso bereitwilliger die Frage, die er ihr gestellt hatte. "Zwei seiner Kommilitonen haben mich einmal auf eine Studentenparty mit eingeladen, da sind wir uns über den Weg gelaufen.", erklärte sie. Ob Sky zu der Zeit noch in Frankreich gewesen war? "Ich liebe Frankreich! Aufgewachsen bin ich allerdings in Belgien und schließlich hierher gekommen, um eine Confiserie zu eröffnen. Mi passion.", ergänzte sie lächelnd. "Was hat dich ausgerechnet nach Frankreich verschlagen?", fragte sie anschließend mit ehrlicher Neugier. Sie warf auch noch einmal einen Seitenblick auf Alex, war sich jedoch unsicher, was sie sagen könnte und nahm zur Ablenkung daher einen kleinen Schluck Cocktail.

    [Cinnamon] & Venti



    Cinnamon sah erst auf, als sie die schwache Stimme des Drachen vernahm. Das riesige Augenlid ein wenig geöffnet, war der Blick dumpf, aber er war da. Seriza war wach. Kind ist gut..., dachte Cinnamon und erneut stellte sich ihr die Frage, ob sie im Schock nicht alles missintepretiert hatte, ob die wirkliche Seriza nicht noch auf der Insel war oder längst vom Mantikor verspeist wurde. Kind... oder war es alles nur Show gewesen? Aber darüber konnte sie später auch noch nachdenken. Sie war nur unendlich froh, das der Drache sprach und fand dieses Gefühl als solches, unglaublich seltsam. Froh, weil ein Monster noch lebte? "Ja, ja.", bestärkte sie nachdrücklich, auf die Frage, ob es ihr gut ginge. Dank dir., dachte sie im Geheimen, sprach es jedoch nicht aus. Cinna war sich nicht sicher, wie viele Informationen dieses Wesen gerade in seinen riesigen Dickschädel bekommen würde. "Hör zu. Wir müssen zu Nolan ins Monsterlager. Er kann dir helfen. Schaffst du das?" Sie hoffte zumindest, das der alte Trinkspecht auch wirklich helfen konnte. Sie alleinen könnte dieses Ungetüm jedenfalls nicht von der Stelle bewegen - das musste Seriza schon irgendwie selbst hinbekommen. Zögerlich und ja, auch in Sorge, sah Cinnamon in die großen Augen des Monsters. Was sollte sie nur sagen?

    [Cedric] verlässt das Fest.


    Angenommen. Was wäre wenn. Theoretisch. Vielleicht. Cedric fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. Das führte doch alles zu nichts! Seine Frage hatte sie nur mit einer Gegenannahme beantwortet. Tatsächlich wäre es ihm fast lieber gewesen, sie hätte ihn einfach nur angebrüllt und ihn Grund und Boden gestampft. Er hatte erwartet, sie würde von ihm verlangen, sich von Noita fernzuhalten, doch stattdessen war - absurderweise - das Gegenteil der Fall! Ihre 'Ratschläge' (wenn man sie denn so nennen mochte), verunsicherten ihn weiter, gaben ihm erneut das Gefühl, alles falsch zu machen, was man nur falsch machen konnte. Majo hatte ihm so viel neuen Input gegeben - Input, den er so überhaupt nicht gewollt hatte. Er musste sich überlegen, was er damit anfangen wollte, konnte, sollte. Musste darüber nachdenken, wie die nächsten Schritte aussehen könnten. Für ihn - ohne sie. Oder doch mit ihr? Es hatte sich so endgültig angefühlt. Hatte er das wirklich so gewollt? Wenn er sich den weiteren Weg ausmalte, dann gab es da keinen. Der Weg war zuende und vor ihm lag nur noch das Meer, dessen gewaltige Wellen gegen die Klippen schlugen, an dessen Abgrund er stand. Der Gedanke ängstigte ihn. Niemanden mehr zu haben, der ihn davon abhalten würde zu springen, denn er hatte alle davon gejagt, die ihm etwas bedeutet hatten. Plötzlich schien das Fest über ihn hereinzubrechen. Er hatte die Gesichtslosen nicht wahrgenommen, die Feiernden, die Lachenden, die Musik, hatte vergessen wo er sich befand. Doch als der Lärm mit einem Mal über ihn hereinbrach, da wünschte er sich die Klippe zurück. Sein Fluchtgedanke wurde übermächtig. "Okay... okay. Du hast alles gesagt, was du sagen wolltest, oder? Dann gehe ich jetzt." Er klang fast schon barsch, so wie er es sagte, was sicher nicht seiner Absicht entsprach. Viel mehr sprach die Ungeduld aus ihm, diesen Ort so schnell wie möglich verlassen zu wollen - eine Ungeduld geboren aus der Panik, ansonsten in dieser feiernden, fröhlichen Menge zu ertrinken. Und nachdem sie nichts mehr sagte, ging er. Er ging und ließ damit alles zurück, was er noch als lebenswert erachtet hatte.

    [Cinnamon] zurück bei Venti



    "SEEEERIIIIZAAAA!!!!", brüllte Cinnamon von Weitem um den Drachen aufzuwecken, falls er denn eingeschlafen war. "Oder wie auch immer du heißt, oder ob du es überhaupt bist. Oh Gott bitte friss mich nicht!" Doch dafür schien das Ungetüm nicht in der Lage zu sein. Cinnamon hörte noch ein schwaches Schnaufen, sie lebte also noch. Noch. Der Rotschopf verlangsamte ihren Schritt und trat nun äußerst zögerlich an den Drachen heran. Konnte das Wesen sie überhaupt erkennen? Wusste es, wer sie war? Ihr Herz klopfte wie wild vor Angst. Um Himmels Willen, was machte sie hier überhaupt? Diese ganze Aktion war doch total verrückt! Okay Cinnamon, du schaffst das. Ob Seriza oder nicht, dieses Wesen hat dir dein verdammtes Leben gerettet, also reiß dich zusammen! "Seriza. SERIZA! DRACHE! KANNST DU MICH HÖREN?" Oh man, wie sollte sie das Monster nur dazu bringen die seltsame Tinktur zu schlucken? Auf ihre Worte folgte keine Reaktion. Cinnamon trat ein wenig näher heran, stupste den Körper erst an (natürlich reaktionslos) und gab ihr dann einen kräftigen Stoß. Ebenfalls ohne Erfolg. "Oh nein, zwing mich nicht das zu tun." Versuchsweise sah Cinnamon sich um, vielleicht war ja ein netter Strandspaziergänger in der Nähe, der ihr helfen konnte? Doch Fehlanzeige. Ihr Gesichtsausdruck schwankte zwischen angstvoll, verzweifelt und angewidert, angesichts der einzig verbliebenen Möglichkeit. Sie holte einmal tief Luft und versuchte dann das Maul des Drachen aufzuschieben. Was gar nicht so einfach war. Wie viel mochte allein dieses Körperteil dieses Riesenviechs wiegen? Cinnamon bekam zumindest jedoch einen Spalt auf und schob die Tinktur tief in den Rachen des Drachen. Wehe du beißt mir jetzt den verdammten Arm ab., dachte sie noch und fragte sich, wie tief sie das Mittel von Nolan hinein schieben musste, damit ein Schluckreflex ausgelöst wurde. Und wann war der Zeitpunkt gekommen, den Arm schnell wieder rauszuziehen? "Na mach schon...", knurrte Cinnamon und betete nicht mehr nur um das Leben des Drachen, sondern auch (primär) um ihr eigenes aufgrund dieser saublöden Aktion. Wehe du bringst mich am Ende doch noch um!

    [Cinnamon] -> zurück zum Strand



    Um Himmels Willen, ein Glück verstand der alte Mann sie! Zumal sie wohl die Hälfte selbst nicht ganz verstand. Noch immer konnte sie kaum glauben, das es sich bei dem Drachen um Seriza handeln mochte. Am Ende waren ihre Schlussfolgerungen komplett falsch und sie hatte sich alles nur aufgrund ihres Schockzustandes so zusammen gereimt! Dieser Gedanke verunsicherte das rothaarige Mädchen und es wurde nicht besser mit den Worten 'ihr Leben liegt in deinen Händen' Hallo? Wer hörte sowas und war danach noch in der Lage mutig die Hürden zu bezwingen, anstatt zu Hause im Bett die Decke über den Kopf zu ziehen? Wohl niemand! Außer irgendwelche verrückten Helden aus noch verrückteren Geschichten. Vielleicht war Cinnamon ein wenig blass um die Nase geworden, doch nun hielt sie den Beutel mit dem Wundermittel schon in den Händen und Nolan bereitete alles vor - was auch immer das heißen mochte. Dann jedoch riss sie sich zusammen und lief erneut los - noch ohne einmal Danke zu sagen, dafür hatte sie einfach gerade keinen Kopf. Hoffentlich war es noch nicht zu spät...!

    [Tori] & Gaius | im Hinterhof


    Tori wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, in denen sie einfach nur tanzten - frei und unbesorgt. Sicher, Profitänzer waren sie nicht, mit der Etikette des Adels konnten sie nicht mithalten. Doch in diesem Moment verstand Tori was Gaius meinte - mit dem improvisieren, dem einfach tun. Niemand sah sie hier, niemand verurteilte sie, es waren nur sie beide. Und vor Gaius oder vielmehr für ihn - da musste sie keine Messlatte erreichen, sich nicht verstellen. Es war, als fiel gerade eine Last von ihren Schultern, von der sie nicht geglaubt hatte, sie zu tragen. Auch der Zwerg schien dies zu bemerken, ihre selten vorhandene Leichtigkeit, ja, man mochte es fast schon Ausgelassenheit nennen, wenn man in ihren Maßstäben rechnete. "Jaa...", bestätigte sie leise und konnte nicht verhindern, wie ihre Wangen rot anliefen. Was sah er? Was war sie für ihn, wie viel bedeutete sie ihm? Sie wollte es so gerne wissen und doch fürchtete sie sich vor der Antwort. Ob sie überhaupt eine bekommen würde, selbst wenn sie fragte? Oder wusste sie es nicht längst? Vermutlich würde er so etwas in die Richtung antworten. Das es keiner Worte bedarf, vielleicht. Ach und dabei waren ihr Worte doch so wichtig! Und dann fragte er sie nach dem Grund. Tori hielt inne. Eine Drehung beendet sanken ihre Arme, jedoch ohne seine Hand dabei loszulassen. "W-Wieso Gaius?" Sie sah zu ihm auf, war noch immer wie positiv aufgeladen vom Tanze, von dem sie nie gedacht hätte, einmal zu bekommen. Sie wusste, was er sie fragen wollte, wenn sie auch nicht wusste, warum er fragte. Und kannte sie selbst überhaupt die Antwort? Sie drehte den Kopf leicht, sodass sie nun über seine Schulter sah, statt in sein Gesicht. In ihren Augen spiegelte sich die Nachdenklichkeit. "I-Ich g-grüble stets nach u-und ü-überdenke z-zu viel u-und m-m-ache m-mir s-ständig Sorgen..", begann sie, während sie weiter nach den passenden Worten suchte. "G-Gerade aber... da konnte ich a-alles vergessen. Dank dir. Und d-darum... darum bin ich froh." Tori wandte den Kopf wieder leicht in seine Richtung und ein zaghaftes Lächeln spiegelte sich auf ihre Lippen. Natürlich war da auch noch der Tanz an sich, ein Wunsch der erfüllt wurde, die Bewegung als solche. Alles hatte dazu geführt sich im Moment aufzuhalten: Nicht in der sorgenvollen Zukunft und auch nicht in der tristen Vergangenheit. Wie oft lebte Tori wirklich in der Gegenwart und erfreute sich daran? Wenn sie so darüber nachdachte, viel zu selten. "Es wird l-langsam d-dunkel...", fügte sie noch hinzu, denn so sehr sie den Moment auch festhalten konnte, sie würde es wohl nicht können.

    ich melde mich für Dezember mal ab!


    Nächste Woche fliege ich nach Deutschland und in meinem Urlaub werde ich da sicher net posten XD und jetzt bin ich noch voll im Vorbereitungsaufwand und.. ne, posten muss einfach zurückstecken diesen Monat sorry xD

    Pandora hatte beschlossen, sich nicht von Rick abhängig zu machen. Vielleicht war es auch nur der Hunger der sie dazu verleitet hatte, schließlich einen Hocker hervorzuziehen, und sich so auf die Küchentheke zu hieven. Ein wenig hatte sie ja schon auf ein gutes Frühstück gehofft und daher ihr Anliegen klar und direkt, wie sie fand, vorgebracht, doch konnte der Freund ihrer Mutter überhaupt kochen? Das wusste sie nicht! So würde es also nun auf klassische Cornflakes mit Milch herauslaufen, daran wollte sich die kleine Göre nun auch nicht stören. Aber wer hatte sich überhaupt ausgedacht, die Schüsseln in den Schrank oben zu befördern? War doch bescheuert. Eine Riesenküche und total mies angeordnet. Auf der Küchentheke musste sich das Mädchen so auf Zehenspitzen stellen um dort ran zu kommen. Dabei wollte sie natürlich auch ihre Lieblingsschüssel benutzen, die irgendjemand dummerweise auch noch nach hinten befördert hatte. Da hatte ihre Mutter sie schon verlassen und dabei nicht mal vernünftiges Personal eingestellt, ist das denn zu glauben. Als sie nach hinten griff um die Pandaschüssel hervorzuholen, striff sie mit ihrem Arm bei der Bewegung eine der vorderen Schüsseln, die, ihrer Unachtsamkeit geschuldet, dadurch in hohem Bogen aus dem Schrank fiel. Es kam, wie es kommen musste und sie zerschellte am Boden. Das kann ich nachher noch wegmachen, dachte Pandora, die nur froh war, das es sich dabei nicht um ihre Lieblingsschüssel gehandelt hatte, während sie die Kletterpartie wieder hinabstieg. Daran war sowieso der Architekt Schuld, immerhin hatte er es für klug gehalten, Hängeschränke in der Küche anzubringen. Davon unbeeindruckt, holte sie sich noch einen Löffel und Milch aus dem Kühlschrank und begann anschließend am Tisch ihre Schokocornflakes zu verspeisen.


    (Funfact: Story meines Bruders. Er hat eine Tasse mal so aus einem der Küchenschränke geworfen, das sie eine ordentliche Kelle aus dem Fließboden rausgeschlagen hat. Der Schaden ist auch heute noch in unserem Haus einsehbar 8D)

    [Cinnamon] & Nolan



    Als sie schließlich einige Worte des Kommens im Haus vernahm und sich kurz darauf die Tür öffnete, atmete Cinnamon erleichtert aus. Sie war schon drauf und dran gewesen weiter zu laufen, falls der alte Monstermeister nicht zu Hause war (oder einfach zu betrunken). Als Nolan sie ansprach, wehte ihr auch eine kräftige Fahne entgegen. Cinnamon bekam einen kurzen Würgreiz. Unweigerlich musste sie sich daran erinnern, wie Turner, der alte Wirt, sie einmal betrunken in der Taverne angekotzt hatte. Unschöne Erinnerungen... Sie schob den Gedanken beiseite. Nolan hatte offenbar ganz und gar nicht verstanden, was sie von sich gebrüllt hatte, doch noch immer war Cinnamon zu sehr außer Atem um hier ordentlich zu reflektieren. Ohne Widerspruch einlegen zu können, ließ sie sich von dem alten Mann ins Haus schieben. "Dafür bleibt keine Zeit--", begann sie noch, ehe sie sich im Haus wieder zu ihm umdrehte. Der Rotschopf trat auch einen Schritt nach hinten, da ihr die Nähe zu Nolan nicht ganz recht war. Er war zwar ein Meister in Trampoli, jedoch einer von zweifelhaftem Ruf und sie hatte bisher nie groß etwas mit ihm zu tun gehabt. Wer gab sich auch schon gern mit Monstern ab? Allein das war ihr stets suspekt vorgekommen. Jetzt jedoch war sie auf diesen Suffkopf angewiesen. Cinnamon holte einmal tief luft, ehe sie begann - möglichst ruhig, auch wenn sich die Gedanken in ihrem Köpflein noch immer wie wild drehten - die Erlebnisse wieder zu geben. "Wir waren auf der Pluvia-Insel. Dort hat uns ein Mantikor angegriffen." Nicht nur ihre Stimme, nein ihr ganzer Körper bebte dabei. "Meine Freundin hat sich in einen Drachen verwandelt und liegt nun vergiftet am Strand." Wie sie das so ruhig von sich geben konnte, war Cinna selbst ein Rätsel, doch mit der Geduld blieb es nicht lange: "Ihr müsst ihr helfen! Ihr kennt euch doch mit solchen Ungetümern aus oder nicht?! Was können wir tun? SIE STIRBT GERADE WÄHREND WIR HIER REDEN!" Unbeabsichtigt war sie wieder laut geworden, doch sie konnte hier nicht einfach ruhig stehen bleiben wie Seriza gerade krepierte!

    [Cinnamon] klopft wild an Nolan's Tür



    Cinnamon lief los. Ihr eines Brillenglas wies einen tiefen Riss auf, die Zöpfe hatten sich gelöst, das rote Haar fiel ihr in wirren Knoten über den Rücken. Die Klamotten verdreckt, verschwitzt und blutig. Ob es das Blut des Mantikors war, den sie mit ihren Speer erwischt hatte oder ihr eigenes, das von ihrem aufgeschlitzten Arm (alles halb so wild!) kam, sie hatte keine Ahnung. War auch nicht weiter wichtig. Wichtig war erstmal, das sie Hilfe fand. Wofür? Um einen monströsen Drachen, der zuvor ein Kind mit Engelsflügelchen gewesen war (vermeintlich zumindest) zu helfen. Doch wer war dazu überhaupt in der Lage und vor allem: nicht erstmal davon zu überzeugen, das man den Drachen nicht erst umbringen und dann befragen sollte? Diese Reihenfolge war in Bezug auf Monster nicht allzu unüblich - berechtigterweise, das musste Cinnamon durchaus zugeben, machte jedoch eine Ausnahme, denn immerhin hatte ihr dieses Monster das verdammte Leben gerettet. Nachdem sie sie in diese Misere erst geritten hatte, aber das war jetzt zweitrangig. Der Rotschopf konnte noch immer kaum klar denken, zu sehr saß der Schock noch in seinen Knochen. An wen konnte sie sich wenden? Nathalie, die Ärztin die noch jede Wunde heilen konnte? Doch lagen nichtmenschliche Wesen nicht außerhalb ihrer Kenntnisse? Arthur dann vielleicht, der sich als Alchemist sicherlich mit allerlei Giften auskannte. Aber reichte das? Ihr Großvater, den klügsten Mann, den sie kannte? (Vorbehalte hin oder her, das dachte sie tatsächlich über ihren alten Mann). Nein, nun fand sich Cinnamon wie wild an die Tür von Nolan klopfen. Ausgerechnet. Nolan, den alten Sack, den man kaum nüchtern antraf, wie sollte er ihr eine Hilfe sein? Er war Monstertrainer, das war ihre einzige vage Hoffnung und der einzige Grund warum sie nicht zu den anderen Menschen rannte, die ihr im Kopf rum spukten war, das seine Hütte am nächsten zum Strand hin lag - und hatte er nicht die notwendigen Kompetenzen? "HILFE!! MACHT SOFORT DIE TÜR AUF BEVOR ICH SIE EINTRETEN MUSS EIN RIESIGER DRACHE WURDE VERGIFTET UND ICH BRAUCHE IHRE HILFE UM SEIN LEBEN ZU RETTEN!! WARUM ICH EIN MONSTER RETTEN WILL? DAS WEISS ICH SELBST NOCH VIEL WENIGER ABER ES HAT MEIN LEBEN GERETTET UND ICH GLAUBE SIE IST EIGENTLICH EINFACH NUR EIN UNGEZOGENES GÖR ALSO BITTE AUFMACHEN!!! ICH BRAUCHE DRINGEN HIIIIIILFEEEEE!!!!!!" Cinnamon mochte noch einige Sachen mehr brüllen und betete einfach inständig, das der alte Mann hörte und nicht gerade einen Rausch ausschlief.

    [Cinnamon] & Venti



    Cinnamon stürzte in den Sand, noch bevor der massive Körper des Drachen zu Boden stürzte. Erstmal blieb sie dort liegen, auf Knien und Händen gestützt, doch so zittrig, das sie ihren Gliedmaßen nicht traute. Der Flug über den Ozean war rasend schnell vergangen, obwohl sich das Wesen, welches sie getragen hatte, offenbar abgemüht hatte. Das Monster. Das Halbwesen. Seriza. Langsam hob sie den Kopf, bemerkte nur am Rande den Riss im Brillenglas. Der Drache vor ihr... war das wirklich das Täubchen, welches Leon und sie im Wald aufgelesen hatte? Leon... verdammt, lebte er überhaupt noch? Er war klug, geschickt und stark und hatte sie erst in diese Misere gebracht (irgendwie zumindest), dennoch - Cinnamon konnte sich nicht ausmahlen, das er tot war. Wollte es nicht. Als vom Drachen ein Geräusch ausging, sprang die Fischerin sofort auf und entfernte sich ein paar Schritte. Alles in ihr schrie danach wegzulaufen, als eine Entschuldigung das Maul des Ungetüms verließ. Eine Entschuldigung. Himmelherrgott, das war wirklich Seriza! Das ergab so überhaupt keinen Sinn und überstieg ihre Vorstellungskraft bei Weitem. Dennoch - ob nun Seriza oder nicht - konnte sie den Drachen, der so viel vom Gift des Mantikors abbekommen und ihr zum Überleben verholften hatte, nicht sich selbst überlassen. Aber was sollte sie tun, ja, was konnte sie überhaupt tun? Cinnamon schluckte. Ihre Zöpfe hatten sich gelöst, die Haare hatten sich in wirre Knoten verfangen. Abgesehen von ihrem Speer hatte sie jedoch noch all ihre Sachen bei sich und - bei allen Heiligen! - abgesehen von einer Schnittwunde am Arm, derer sie sich nicht erinnern konnte, keine tieferen Verletzungen (außer den Schock) davongetragen. Kein Gift. Das war das wichtigste. Erst Leon, dann Seriza - wenn sie auch noch vergiftet worden wäre, hätten sie zu dritt das Zeitliche segnen können. Zögerlich näherte sich Cinnamon den Drachen, dessen Körper flach atmete. "Seriza...?", flüsterte sie zögerlich, doch die Augenlider hoben sich nur Müde. Da fasste sie sich das Herz und packte das riesige Maul des Monsters mit ihren Händen. "Das du mir nicht schlapp machst du riesiges Ungetüm! Ich suche Hilfe und solange wirst du verdammt nochmal am Leben bleiben, damit das klar ist!", Cinnamon schrie, ehe sie einen Schritt zurück machte, sich auf dem Absatz umdrehte und loslief.


    ~ verlässt den Strand um Hilfe zu suchen.

    [Max] & Rosalind | Bäder



    Max aß noch entspannt zu Ende, während Rosalind ihren Wein genoss - bei einer Mahlzeit bedarf es immerhin keiner Eile. Erst Recht nicht, wenn sie danach zu den Bädern gingen. Nachdem sie geendet hatten und die Diener (gutes Personal war heute so schwierig zu finden...) abgeräumt hatten, bot Max seiner Schwester seinen Arm an, in dem sie sich unterhakte, während sie gemeinsam in das obere Stockwerk spazierten. Die Dienerschaft hatten das warme Wasser schon eingelassen und so waren sie vollkommen ungestört. Max ließ den Blick über das Bad schweifen, der heiße Dampf der davon ausging, die verzierten Fließen, der Geruch von Lavendel und all der Luxus, der ihnen entgegenstrotzte. So, wie es ihnen gebührte. "Wir haben das schon lange nicht mehr gemacht.", sagte Max mit leiser Stimme, den Blick weiterhin in die Ferne gerichtet. Er konnte es nicht verhindern - alte Traditionen führten ihn schlichtweg vor Augen, welche Lücken es vor und nach seinem Tod gab. Ob er sie je überwinden konnte? "Aber ich bin froh Zeit mit dir zu verbringen, Rosalind.", meinte er und die Ehrlichkeit in seiner Stimme war klar zu hören. Zeit mit seinen Lieben war das wichtigste im Leben - nichts anderes konnte das ersetzen. Das hatte er gelernt. Er drehte sich zu seiner Schwester um, nahm ihr Gesicht sanft in seine Hände. "Du bist in der Zwischenzeit so erwachsen geworden. Das vergesse ich manchmal, bitte verzeih." Er wollte sie immer noch so oft bevormunden. Rosalind war kein Kind mehr gewesen, als er... als er gestorben war, und dennoch war sie auch noch nicht die erwachsene Frau gewesen, die sie während seines Ablebens geworden war.

    [Cedric] & Majo | im Publikum


    Sie schwieg. Und das eine ganze Weile lang. Hatte er sie letztendlich doch von seiner Wahrheit überzeugen können? Oder sammelte sie sich nur für einen Moment um ihm eine weitere, kräftige Rede vorzuhalten? Cedric wusste nicht, wie viel er davon noch ertragen könnte. Als Majo jedoch anfing zu sprechen, wirkte sie fast schon abgeklärt. Ihre klaren, nach wie vor direkten, aber weniger emotionalen Worte trafen ihn dennoch mit derselben Intensität. "Nun, angenommen ich lasse sie jetzt nicht zurück und betrüge sie erneut mit Ran, du glaubst also, das wäre besser?" Er wusste nicht wieso er das sagte. Allein wenn man betrachtete wie er und Ran bei ihrer letzten Begegnung getrennte Wege gegangen waren - mit Wut und dem Frust, das der andere die eigene Ansicht nicht einsah - gehörte dies vielleicht nicht zu den allerwahrscheinlichsten Dingen. Dennoch musste er sich mit seiner Ex noch einmal aussprechen und er wusste nicht, was das bewirken würde. Er fürchtete sich davor, vor dem was sein würde, vor dem, was sie vielleicht aus ihm machte - was er aus sich machte. Bemühte er sich daher bewusst um eine klare Trennung, um sich nicht noch mehr zu verstricken, ja, um es am Ende nur selbst einfacher zu haben? Ein weiterer egoistischer Gedanke, den er sich nur nobel redete? Denn tatsächlich, da brachte er diese selten dämliche Aussage an Majo nur, weil er spürte, das sie Recht hatte mit ihren Worten. Es war nicht fair. Nichts von alledem war fair, aber so war nunmal das Leben. Noita zu bevormunden und der eigenen Entscheidung zu rauben war womöglich nur ein weiterer Akt der Angst, eine Flucht der Verantwortung ihr gegenüber. Eine weitere Flucht vor sich selbst. Majo hatte Recht und sich das einzugestehen, stellte alles in Frage, was er bis zu diesem Punkt verbrochen hatte. Konnte er noch umkehren, es richtig stellen? Die Frage verstärkte sich noch, als Majo ihm nun statt mit Aggression mit Verständnis entgegentrat. Mit vielem hatte er gerechnet, doch sicher nicht mit dieser Reaktion, die ihm nur einen fassungslosen Gesichtsausdruck bescherte. 'Wer würde da nicht dumm reagieren?' Relativierte sie gerade ein wenig sein Vergehen? Was sollte das? Und doch verspürte er nun Unsicherheit in allem, was er getan, gedacht und gesagt hatte. Es war dieser Hauch von Verständnis, ein jemand, der ihn verurteilen mochte wenn dem so sei, der jedoch auch ein klein wenig nachvollziehen konnte. Ced hatte nicht gemerkt, wie sehr er sich eine solche Reaktion erhofft hatte - egal von wem - doch er hatte es gleich nicht erst versucht, hatte sein eigenes Urteil über sich längst gefällt und es als universell angesehen. Denn wie hätte es auch anders sein können? Er schreckte innerlich vor Majo's Reaktion fast schon zurück, zu irritiert war er davon, zu sehr fütterte sie die Zweifel seiner Entscheidung. Doch da lag noch etwas anderes in ihren Worten. 'Du scheinst Ran sehr geliebt zu haben.' Richtig. Vergangenheitsform. Dennoch war da der Kloß in seinem Inneren, der sich unweigerlich fragte: Und wenn er es immer noch tat? Wenn der Teil von ihm, der sich nie gänzlich von ihr hatte lösen können, sich wieder fester an sie kettete? Wenn es sich am Ende als gar keine Lüge entpuppte, die er Noita erzählt hatte? Mein Gott, wenn er sich selbst so reden hören würde, er würde sich wohl selbst grün und blau schlagen und sagen, er solle sich zusammenreißen. Ja. Als hätte das je etwas genützt. 'Man kann nicht miteinander leben, ohne einander zu verletzen.' War dem wirklich so? Ein Schatten legte sich über sein Gesicht. Wozu dann das alles? "Ich... weiß nicht." Mehr brachte er nicht hervor. Sicher keine Antwort womit sich jemand wie Majo zufrieden geben würde. Aber er wusste wirklich nicht weiter, die Gedanken in seinem Kopf drehten sich im steten Kreis und er hatte keine Ahnung, in welche Richtung er sich begeben sollte. Auf Noita zugehen? War es wirklich noch nicht zu spät? Sollte er das Risiko eingehen? Oder lieber auf seinem Kurs bleiben, den er doch für als so richtig erachtet hatte? Was fühlte er wirklich? "Hör zu, ich - ich brauche Zeit." Doch wofür genau? Was hoffte er zu bezwecken? Und genau wie viel Zeit blieb ihm überhaupt - für was auch immer? Kaum hatte er die Worte gesprochen erkannte er, wie wenig Sinn sie überhaupt ergaben. Ob sie Majo nun zufrieden stimmen oder eher wieder wütend machen würden? Er war fertig - mit allem. Dennoch gab er der Frau ihm gegenüber noch einem Moment, sollte sie sich entschließen, ihm nochmal eine Runde etwas an den Kopf zu werfen. Obwohl er sich sicher war, das er längst nicht mehr aufnehmen konnte. "Was wirst du ihr sagen?", fragte er sie schließlich leise, nicht sicher, ob sie ihm eine Antwort auf die Frage geben würde - oder warum er in erster Linie gefragt hatte, wenn es doch sein Ziel war, sich weiter abzukapseln.

    [Cinnamon] & Venti



    Das Brüllen des Mantikors übertönte fast die Worte, die von den Drachen kamen. Worte, die so überhaupt keinen Sinn ergaben. Verwirrt drehte Cinnamon sich um, was sich prompt als Fehler entpuppte. Sie lief nach wie vor und als sie nicht mehr nach vorne sah, stolperte sie, verlor das Gleichgewicht und fiel mit dem Rücken Richtung Boden in den Sand. Der Drache, noch immer im schnellen Flug, flog über sie hinweg, da er sein Gewicht in der Zeit unmöglich so schnell abbremsen konnte. Sofort war der Mantikor über ihr und sein stinkender Sabber tropfte ihr aufs Gesicht. Aus dem Affekt heraus stieß Cinnamon ihren Speer, den sie in keinem Moment losgelassen hatte, nach oben - direkt in das Maul der Bestie, das in diesem Augenblick dabei war zuzubeißen. Das Monster brüllte ohrenbetäubend vor Schmerz und schoss seine Giftpfeile wahllos in verschiedene Richtungen ab. Unkontrolliert, sodass keiner sie traf. Schnell schlüpfte Cinnamon unter dem Körper des Viehs heraus, während es wie wild um sich schlug, den Speer nach wie vor direkt im Maul und nicht loswerdend. Der Rotschopf konnte nicht glauben, das sie noch immer unverletzt war - wie viel Glück musste man haben?! - doch wollte dieses Wunder nicht noch weiter auf die Probe stellen. Sie konnte nicht nachdenken, sie handelte einfach nur. Und das war wohl der einzige Grund, warum sie sich dem Drachen zuwandte, die Orte noch immer im Ohr. Das kann nicht sein, dachte sie, doch sie hatte keine Zeit zu Grübeln. Cinnamon griff nach einer der Klauen des Drachen und hielt sich daran fest. "WEG VON HIER!", brüllte sie, denn sie wollte nicht darauf setzen, dass sie den Mantikor tödlich verwundet hatte. Und einem verletzten Tier sollte man wenn möglichst nicht zu Nahe kommen. Cinnamon hörte nur noch, wie der Drache seine riesigen Flügel spreizte und klammerte sich aus Verzweiflung an seine Planke. Wo war Seriza? Sie konnte unmöglich dieses Monster hier sein. Aber was wusste Cinnamon schon über das Mädchen? Rein gar nichts! Und wenn sie nun von einer Gefahr in eine noch größere zusteuerte...? Doch hatte sie überhaupt eine andere Wahl?


    --> verlassen die Insel

    [Tori] & Gaius | Hinterhof der Taverne



    Er hatte natürlich Recht... wie so oft. Zumindest klang es so schlüssig, dennoch konnte Tori nicht recht dran glauben. Doch spielte das überhaupt eine Rolle? Sie schwieg, wusste nicht, wie sie darauf eingehen sollte. Der Stimme seines Herzens, seiner Gefühle zu folgen - er war dazu in der Lage? Ihrer Meinung nach benötigte man dazu ein starkes Herz und ein solches besaß sie nicht. Sie sprach das nicht laut aus, denn sie wusste, das Gaius dem nicht zustimmen würde - und wenn er es nur aus reiner Güte sagte. Noch bevor die Maid weiter Einspruch erheben konnte, entfernte sich der Zwerg einen Schritt von ihr weg und ließ ihre Hand los - nur für einen Moment. Am liebsten hätte wäre sie sofort einen Schritt auf ihn zugegangen, wollte die Hand wieder ergreifen. Doch noch bevor sie so tun konnte, spürte sie die Seine wieder, nun sanft, nur an wenigen Punkten, auf der ihren. Tori versuchte seiner Erklärung zu folgen und sah dabei, wie wohl jeder der in dieser Kunst am Anfang stand, auf den Boden um die Füße genauestens im Blick zu behalten. Vor, zurück, vor, zurück. Erst nachdem sie ein wenig den Rhythmus gefunden hatte, sich an seinen Bewegungen anpasste, wagte sie es wieder aufzusehen. Erstaunen stand ihr ins Gesicht geschrieben, noch immer bewegte sie sich steif und unsicher. Doch als nichts passierte entspannte sie sich zusehens. Auch wenn sie ein oder anderes mal aus der Bewegung fiel, brachte es die beiden nicht aus dem - noch recht einfachen - Konzept. Als sie dies begriff, ließ sie sich innerlich fallen - und dann lächelte sie. Es kam ganz unbewusst, ganz ohne Intension - ein breites, strahlendes Lächeln, das sich auch in ihren Augen widerspiegelte, als sie ihn ansah. Freude erfüllte ihr Herz und ohne Zweifel trug sie dieses Gefühl auch nach außen. Wie seltsam, durch so eine Einfachkeit. Ein paar simple Bewegungen, ein holpriger Versuch und doch - in diesem Moment fühlte sich Tori glücklich.