Der Ymir-Vulkan

  • Verlässt man die sichere Stadtmauer Trampoli's gen Süden und hält sich dann westlich, verbirgt sich - versteckt innerhalb der massiven Gebirgskette - der Ymir-Vulkan. Der letzte Ausbruch liegt bereits Jahrhunderte zurück, wenngleich in seinem Krater noch immer Lava köchelt und Magma wie Venen unter der Erde fließen. Das Gebiet, wenngleich schroff und unwirtlich, war seit jeher interessant für Gestein und Erze, die aufgrund ihrer Seltenheit so manchen Abenteurer reich machen können. Insbesondere für Schmiede gibt es in näherer Umgebung keine bessere Rohstoffquelle als dieser Vulkan. Doch nur selten kann Reichtum einfach erlangt werden. So ist auch der Aufstieg auf diesen Vulkan großen Schwierigkeiten verbunden. Die Gebirgspfade sind kaum als solche erkennbar und abseits von Menschen, haben sich gefährliche Tiere und Monster an diesem Ort eine Heimat geschaffen, die in der Natur einzigartig ist. Die Luft hier oben ist dünn, kann gar Soroche -Höhenkrankheit - hervorrufen, die von leichten Kopfschmerzen bis hin zu Hirn und Lungenödemen reichen. Die Aussicht ist phänomenal, doch die steilen Abhänge reißen einen schnell in den Abgrund. Die Geysire ein Spektakel, jedoch eine ungewisse Gefahr bei jedem Schritt. In der beinahe unheimlichen Stille wissen die heimischen Räuber zu lauern. Der Boden ist tückisch, reicht von unebenem Geröll bis hin zu weichem, von der Hitze gar aufgeweichtem, Untergrund. Und dann ist da noch der Vulkan selbst, der die Gemüter mit seinem giftigem Rauch und der unscheinbaren Hitze zusetzt - wo doch rundherum sonst eine eisige Kälte vorherrscht. Wirst du dich all diesen Witterungen erfolgreich stellen können? Für ein wenig wertvolles Erz? Oder brauchst du den Nervenkitzel, in der Hoffnung dich danach in den hier vorkommenden, jedoch versteckten, heißen Quellen erholen zu können? Der Ymir-Vulkan bietet reichlich, doch halte dir stets seine Gefahr vor Augen.



    Folgende Monster sind hier anzutreffen:

    Aasamsel - Aschwinderin - Feuerkrabbe - Feuergeist - Feuerpanther - Goblin - Phönix - Riesenameise - Wyvern




  • [Martin] & Joe kommen an


    Nachdem die beiden Männer die Kaserne noch vor Sonnenausgang verlassen hatten, hatten sie sich zuerst auf den Weg zum Marktplatz gemacht. Dort hatte Martin zunächst seinen jüngeren Bruder beruhigt, welcher sich selbstverständlich große Sorgen gemach hatte, dass er letzte Nacht nicht nachhause gekommen war. Danach zog sich der junge Schmied um und wusch sich. In Kleidung, welche weitaus besser für eine Expedition geeignet war, sauber und mit seinem kostbaren Hammer im Gepäck schloss sich der junge Mann seinem Reisepartner wieder an. Und zusammen machten sie sich auf den Weg.

    Der Ymir-Vulkan befand sich südwestlich von Trampoli, gut versteckt innerhalb einer großen Gebirgskette. Martin war froh, dass er mit Joe einen Einheimischen bei sich hatte und auch, dass das Gebiet gut ausgeschildert war. Dennoch war alleine der Weg zum Vulkan alles andere als einfach. Die Gebirgskette war groß und weitläufig und die Pfade waren nicht immer einfach zu beschreiten. Und dennoch schafften die beiden es, sich stetig weiter auf den Vulkan zuzubewegen, trotz schwerer Ausrüstung und dem Wagen. Es dauerte mehrere lange Stunden bis sich der hohe und beeindruckende Vulkan in greifbarer Nähe befand, ein großes Schild als Markierung, dass sich das Terrain nun änderte. "Achtung: Ymir-Vukan," war gerade noch so auf dem alten Holz zu erkennen, welches zweifellos schon bessere Tage gesehen hatte. "Hier ist es." Stellte der junge Schmied fest, nachdem er in etwa einen Meter vor dem Schild angehalten hatte. Er konnte die lange Anreise bereits tief in seinen Muskeln spüren. "Wir sollten eine kurze Pause machen und uns besprechen, wie wir vorgehen." Schlug er vor, seine Augen auf den Krater gerichtet, welcher sich in nicht mehr allzu großer Entfernung von ihnen in den Himmel empor hob. "Wenn wir hier planlos drauf los gehen, ist das Selbstmord. Wir brauchen einen Plan." Sein Blick wanderte von dem beeindruckenden Krater zum Weg direkt vor ihnen. Das Gebiet erinnerte ihn ein wenig an die Kelve-Lavaruinen in Rigbarth, auch wenn Martin nur selten dort nach Erz gesucht hatte. Meist hatten ihnen die Ranger von Seed ihre Schätze mitgebracht und Martin war immer sehr auf seine Ausbildung fokussiert gewesen. Aber zumindest war er nicht gänzlich unerfahren mit Monstergebieten. Der junge Schmied wandte sich zu Joe, um dessen Reaktion abzuschätzen. "Warst du schon mal hier?"

  • Joe & Martin

    4620-pasted-from-clipboard-png

    Nachdem Joe den Jüngeren liebevoll aus dem Bett gescheucht hatte - wenn man es überhaupt als 'Bett' bezeichnen konnte -, hatten sie sich kurzerhand mit den gestohlenen Wagen zu Martins kleinen Bruder aufgemacht, damit er sich von diesen verabschieden konnte. Und natürlich hatte sich der Hüne dort wieder einmal von seiner besten Seite präsentiert. Aus Rücksichtsnahme wartete er extra vor dem Haus, allerdings kam er nicht drum rum unqualifizierte und lustige Kommentare ins Innere zu rufen, wie z.B: "Schau' ihn lieber nochmal ins Gesicht, so gut wird der nie wieder aussehen!" Oder: "Hast du auch an dein Testament gedacht?" Joe blieb hartnäckig und immerhin lachte einer, auch wenn seine Sprüche weder bei Martin noch bei seinen Bruder Anklang fanden.
    Als Martin sich noch ausreichend auf ihre Mission vorbereitete, sprich, sich umzog und seine Materialen zusammensuchte, wurde Joe ein wenig ungeduldig. Er tapste von einen Bein aufs andere und wies den anderen mit Rufen, wie: "Jetzt mach mal hinne, Grünschnabel!", an, sich gefälligst mal zu beeilen. Es wurde allmählich hell und Joe wollte es tunligst vermeiden von anderen aus der Kaserne mit dem gestohlenen Wagen gesehen zu werden. Aber von dieser Sorge wusste Martin ja nichts. Aus guten Grund.
    Der junge Schmied ließ ihn zum Glück nicht allzu lange warten und schließlich konnte sie sich nach der kurzen Verzögerung endlich auf den Weg zu den Ymir-Vulkan machen. Sie überquerten unebene Wege. Stock und Stein. Und Joe, der den Wagen zog, immerhin hatte er schon Übung darin, struggelte ein wenig auf dem holprigen Gelände, kam aber gut voran, trotz der frischen Verletzung an seinen Bein, welche ihn noch wenige Tage zuvor ans Bett in der Klinik gefesselt hatte. Für den Fall der Fälle hatte ihn Natalie damals ein Elxier zukommen lassen, dass ihn kurzzeitig keine Schmerz spüren lässt. Und mit 'zukommen lassen' war eigentlich gemeint, dass er es sich schnell geschnappt hatte, als sie mal kurz abgelenkt gewesen war. Manchmal wollte er sich selbst gerne voller Ehrfurcht auf die Schulter klopfen; schon damals hatte er geahnt, dass es ihn eines Tages nützlich sein würde. (Oder es immerhin für einen schönen Rausch sorgen würde.)
    Nachdem sie ein ganzes Stück voran gekommen waren, machten sie eine kleine Pause, die ihm sehr gelegen kam. Allmählich schmerzte sein Fuß etwas, auch wenn es noch gut zu ertragen war.
    Von hier aus konnte man schon den großen Ymir-Vulkan sehen. Bedrohlich ragte er in den Himmel und überschattete alles unter ihm. Beeindruckend. Aber abgesehen davon, wenn man sich nicht von seiner furchteinflössenden Struktur ablenken ließ, konnte man sich einen guten Überblick über die Umgebung verschaffen. Somit ein perfekter Ort für eine Lagebesprechung. Der Hüne hatte schon fast den halben Proviantbeutel geleert, als er gerade von seinen Apfel abbiss und mit vollen Mund sagte: "Gute Planung ist das A und O, wenn eine Mission gelingen soll!" Also stand er auf, die Hände in die Hüfte gestemmt und den Blick auf den Vulkan und das umliegende Gebirge gerichtet. "Dir ist bewusst, dass uns allerhand Monster begegnen werden, die uns nach dem Leben trachten, Grünschnabel?" Seine goldenen Augen fixierten die des anderen. "Wenn wir nicht aufpassen, nicht jeden Schritt bewusst und mit Köpfchen setzen, könnte das unser letzter sein!" Seine Fingerspitzen kribbelten, das Adrenalin das durch seine Adern floss, lähmte ihn regelrecht. Es war ein berauschendes Gefühl, endlich wieder auf ein Abenteuer zu sein!

    Er zeigte mit den Finger etwas unterhalb auf den Vulkankrater. "Da müssen wir hin! Nach ganz oben!" Was auch sonst. Joe lachte. Er war so aufgeregt. Er freute sich auf die Gefahren, die dort lauerten. Er wollte los. Er wollte kämpfen. Er wollte erfolgreich zurückkehren und wie ein Held gefeiert werden. Vielleicht würde selbst der alte Schmied ein wenig lächeln, wenn sie mit den Erz zurückkehrten.
    Hm? Joe war ein wenig in Gedanken gewesen, weswegen er die Frage des Jüngeren beinah überhört hätte. Ob er schon mal hier gewesen war? Hm? "Nein", sagte er knapp."Noch nie. Ich komme nicht von hier."

  • [Martin] & Joe


    Der junge Schmied betrachtete den Vulkan vor ihnen mit einem skeptischen Blick in dem Versuch, sich einen ersten Überblick über das Gebiet zu verschaffen. Der Krater ragte hoch, bedrohlich. Er war steil, die Pfade, die man auf die Entfernung erkennen konnte, wirkten nicht gerade einladend und die Temperatur hatte sich bereits merklich verändert im Vergleich zu Trampoli. Nicht nur das, die Monster, welche hier lebten und jagten waren offensichtlich weitaus besser an das Terrain angepasst, welches den beiden Männern noch völlig unbekannt war. Und das allein lag Martin schwer im Magen. Er hatte keine Ahnung, was hier auf ihn zukam. Er konnte raten, vermuten, aber wissen konnte er es nicht. Und der junge Mann war wahrlich kein Freund von Überraschungen, besonders wenn diese ihn das Leben kosten könnten. Joes Stimme holte ihn wieder aus seinen dunklen Gedanken. Martin drehte sich zu ihm, seine goldenen Augen scharf und missbilligend. Langsam ging ihm der Rothaarige wirklich auf den Geist. "Dessen bin ich mir bewusst." Antwortete er trocken. "Ich mag kein Abenteurer sein, aber ich bin nicht auf den Kopf gefallen." Fügte er an, ehe sich sein Blick wieder auf den Pfad vor ihnen richtete. "Wenn du schon dabei bist, mir so gute Ratschläge zu geben, dann solltest du vielleicht auch aufhören, unsere Vorräte zu verbrauchen, bevor wir überhaupt angefangen haben." Den Kommentar konnte sich Martin nun doch nicht verkneifen. Wenn er sich schon den lieben langen Tag die Sprüche des Hünen anhören musste, so konnte er auch hin und wieder darauf antworten. Und wenn es nur dazu diente, seinen Frust nicht in sich hinein zu fressen und dadurch seine Konzentration zu verlieren. Bei einer so gefährlichen Mission musste er einen kühlen Kopf bewahren. Sein Ziel war klar: Das seltene Erz besorgen und es dem Schmiedemeister bringen. Und dann musste er hoffen, dass er seine Arbeitsstelle wiederbekam. "Ganz nach oben..." Wiederholte der junge Mann leise. "Das heißt, das Erz gib es nur auf dem Gipfel?" Harkte der Schmied nach, noch immer halb in Gedanken und Plänen versunken. Bis Joe ihm schließlich mitteilte, dass er noch nie hier war und auch nicht aus der Gegend kam. "Du bist also auch nicht von hier." Antwortete Martin fast beiläufig. Es dauerte ein paar Sekunden, bis die Antwort seines Begleiters richtig ankam. "Moment..." Goldene Augen weiteten sich. "Wenn du noch nie hier warst und auch nicht von hier bist... Woher willst du dann wissen, wo genau wir das Erz finden?" Martins Kopf hatte sich langsam wieder zu Joe gedreht, während er die Frage laut aussprach. Wo genau war er hier eigentlich hinein geraten?



    (Es tut mir so so Leid, dass du so lange warten musstest T_T)

  • Joe & Martin

    Wenn Joe eins gut konnte, dann war es ignorant sein. Er bemerkte und hörte nur das, was er bemerken und hören wollte. Aber diesmal entging es ihn nicht, dass der Jüngere genervt von seinen Sprüchen war. Das beeindruckte ihn allerdings nicht, im Gegenteil, es amüsierte ihn eher und inspirierte ihn zu weiteren klugen Sprüchen. "Das Frühstück", sagte er mit erhobenen Zeigefinger, "ist die wichtiges Mahlzeit des Tages! Du solltest auch etwas essen!" Er warf dem Anderen den Proviantbeutel vor die Füße. "Du wirst alle deine Kräfte brauchen!"
    Die Hände immer noch in die Hüften gestemmt betrachtete der Hüne die Umgebung. Während er versuchte sich eine gute Route zu überlegen, löcherte ihn der Jüngere mit all möglichen Fragen. "Richtig", sagte er ohne den anderen anzusehen. Das Erz bekommt man nur auf dem Gipfel. "Das macht es so selten. Es gibt nicht viele Bekloppte die sich all den Gefahren aussetzen, um es zu bergen." Um seine Worte zu unterstreichen starrte er den anderen mit großen Augen an. Ohne ein Miene zu verziehen. Aber beim Anblick des Jüngeren zuckte doch sein Mundwinkel in die Höhe. Dann begann er plötzlich zu lachen. "Lass dich nicht verunsichern, Junge! Wir sind zwei starke Männer, bis an die Zähne bewaffnet - das wird ein Kinderspiel, haha!" Joe durfte es nicht übertreiben. Er kannte den Jüngling nicht und wenn er ihn zu sehr einschüchterte, suchte der vielleicht noch das Weite. Und diese Mission alleine durchzuziehen war reiner Selbstmord. Zu zweit war es schon wahnsinnig.
    Auf Martins nächste Frage reagierte der Hüne wieder mit einem breiten Grinsen. "Weil ich ein Schlitzohr bin! Leo wollte die Kaserne mit dieser Mission beauftragen. Diese hat aber abgelehnt, weil ...", er überlegte kurz - nicht zu sehr verunsichern -,"... Kapazitätsmangel ... Tja, der Alte ist jedenfalls total scharf auf das Erz. Der zahlt sicherlich ne ordentliche Summe dafür. Darum habe ich mir sämtliche Unterlagen dazu angeguckt-" (Martin wusste zum Glück nicht, dass Joe gar nicht lesen konnte) "- und mich ausreichnet über diesen Ort informiert, so wie das ein guter Abenteuerer macht."
    Mit dem Fingernagel pullte er die zähen Apfelstücken aus seinen Zahnzwischenräumen. "Wir haben mehrere Möglichkeiten für den Aufstieg. Einen etwas längeren mit einem kleinen Abstecher durch die Wüste. Angeblich treiben sich dort weniger Monster herum und falls doch, kann man sie auf den ebenen Terrain gut entdecken. Sie haben wenig Verstecke und somit kaum Chancen uns zu überraschen. Allerdings sind die Temperaturen höllisch und der Wagen wird sich durch den Wüstensand sehr schwer ziehen lassen. Wir werden viel Wasser und Energie verbrauchen bis wir überhaupt zum Gebirge gelangen und dann müssen wir immer noch den Berg besteigen ..." Nicht gerade optimal. Joe holte einmal tief Luft, dann zeigte er mit dem Arm in die Gegenrichtung. "Oder wir nehmen den kürzeren Weg, einen steilen Pfad der uns direkt zum Gipfel führt. Der Aufstieg soll sehr beschwerlich sein, es kann sein, dass wir losen Steinen ausweichen müssen, um nicht wieder hunderte Meter in die Tiefe zu fallen." Und wenn das nicht genug wäre, fügte er noch hinzu: "Außerdem erzählt man sich von einem Goblin Lager, dass irgendwo auf dieser Strecke liegen soll. Blutrünstige, gierige Goblins ... nicht gerade die angenehmsten Gegner. Aber vielleicht können wir uns ja an ihnen vorbeischleichen?"

    Beide Optionen hatten ihre Vor- und Nachteile. Beides könnte ihren sicheren Tod bedeuten, entweder durch die Natur oder durch die Monster. Ohne es mitbekommen zu haben, hatte er sein Schwert aus der Scheide gezogen. Seine Finger fuhren vorsichtig über den scharfen Rand.

    "Natürlich gibt es noch andere Wege, aber diese wurden noch nicht entdeckt, also ... man könnte es auf gut Glück probieren."

    Joe schaute von seiner Klinge auf wieder zu Martin.

    "Die zwei Wege aber wurden schon von Menschen dokumentiert und gelten als ... machbar. Also, was sagst du?"

  • [Martin] & Joe


    Der junge Schmied seufzte entnervt als der Hüne ihm den Proviantbeutel vor die Füße warf. So weit kam es noch, dass er sich so einem belehren ließ. "Wir müssen trotzdem sparsam sein. Wir haben keine Ahnung, wie lange wir hier sein werden." Erwiderte der Grünhaarige, doch er erwartete bereits, dass seine Worte auf taube Ohren stoßen würden. Joe schien außerordentlich gut darin zu sein, nur einen einzigen Gedankenstrang zu verfolgen. Etwas Umsicht und Vorausplanung war eventuell zu viel verlangt. Die Tatsache, dass er die beiden mehr oder minder als Bekloppte bezeichnete, kommentierte Martin nicht einmal. Es war ja nicht so als ob der Rothaarige Unrecht hatte. Er war sicherlich total bekloppt. Und die Tatsache, dass der junge Schmied ebenfalls hier stand, machte ihn keinen Deut besser. "Nimm das nicht so auf die leichte Schulter." Erwiderte der junge Mann auf die Bagatellisierungen des Älteren. Allmählich ging ihm das Geschwätze des Hünen wirklich auf die Nerven, doch als dieser seine Kenntnisse aus der Kaserne teilte, hörte Martin trotzdem aufmerksam zu. Er war nicht dumm genug, um eventuell lebenswichtige Informationen zu ignorieren, nur weil sie von einem unerträglichen Plappermaul kamen. Zwei erforschte Wege also. Lang und beschwerlich durch die Wüste mit einer geringeren Chance überrascht zu werden oder aber kürzer und gefährlicher über einen steilen Pfad. Oder sie experimentierten. Aber Martin war wahrlich kein Abenteurer und so schloss er diese Variante sofort für sich aus. Lange Zeit blickte er nur nachdenklich drein, während er beide Möglichkeiten mental abwägte. Dann seufzte er, die goldenen Augen auf den Berg geheftet. "Lass uns den steilen Pfad zum Gipfel nehmen." Schlug er schlussendlich vor. Eine überraschende Entscheidung, denn Martin wählte normalerweise eher selten das Risiko. "Wir wissen nicht, ob wir unsere Vorräte überhaupt durch die Wüste kriegen oder ob sie reichen." Erklärte er ruhig seine Denkweise. "Wenn wir wachsam bleiben, sollten die Steine uns nicht kalt erwischen. Und auch an den Goblins sollten wir irgendwie vorbei kommen." Es war ja nicht so, als würden sie auf dem anderen Weg keinen Monstern begegnen. Martin hatte gewusst, dass es gefährlich werden würde. Genau deshalb waren sie ja auch bewaffnet, wobei Martin eher besser darin war, mit seinem Hammer zu hantieren als mit einem Schwert. "Je schneller wir das hier hinter uns haben, umso besser." Fügte er schlussendlich an. Sie mussten das irgendwie schaffen. Und danach könnte der junge Schmied hoffentlich noch einmal mit Meister Leo sprechen.

  • Joe und Martin

    4620-pasted-from-clipboard-png
    Sparsam? Der Hüne lachte. Guter Witz. Schon immer - also seitdem er seine Familie verlassen hatte, um Abenteuer zu erleben - lebte er in Saus' und Braus' und das, obwohl er nur von der Hand in den Mund lebte. Und bisher funktionierte das immer gut, denn er konzentrierte sich nicht auf die Zukunft oder die Vergangenheit: Er lebte den Moment. Nichts konnte ihn stressen. Oder ängstigen. Es war also nicht verwunderlich, dass Martin glaubte, dass er die ganze Sache auf "die leichte Schulter" nahm. Aber das stimmte nicht. Joe hatte sich informiert. Er wusste genau worauf er sich einließ. Allerdings er neigte auch zur Selbstüberschätzung und er liebte den Nervenkitzel und die Gefahr ...
    Umso mehr gefiel ihn Martins Entscheidung. "Der steilte Pfad" sollte es werden! "Hervorragende Wahl!" Er klatschte in die Hände. Dafür hätte er sich auch entschieden. Es gab doch nichts öderes als schwitzend durch den Wüstensand zu latschen. Aktion! Monster! Gefährliche Bergrouten! Juhu! Er klopfte Martin auf die Schulter. "Ich wusste doch, dass es mit dir nicht langweilig wird!" 
    Seine Hand ruhte immer noch auf Martins Schulter, als es plötzlich laut neben ihnen raschelte. Beide erstarrten. Seine Finger krallten sich in die Haut des anderen. Was war das? Der Wind? Ein Vogel? Ein ... Monster? Mit den Augen gab er den anderen zu verstehen sich ruhig zu verhalten.
    Dann raschelte es wieder. Wo ...? Joe fuhr herum. Das dichte Gestrüpp neben ihnen. Man konnte nichts erkennen. Egal! Der Hüne machte kurzen Prozess und donnerte das Schwert mit voller Kraft auf den Busch.

  • [Martin] & Joe


    Der Enthusiasmus des Rothaarigen ließ Martin fast an seiner Wahl zweifeln. Aus seiner Sicht war Joe viel zu selbstsicher und unbedacht. Aber der junge Schmied hatte keine Wahl. Wenn er sich und seinem kleinen Bruder hier in Trampoli ein Leben aufbauen wollte, so musste der Leos Gunst wiedererlangen. Und dafür benötigte er das seltene Erz, koste es was es wolle. Auch wenn der Preis ein gefährlicher Aufstieg, tödliche Monster und Joe darstellten. Martin zuckte als der Hüne ihm auf die Schulter klopfte. Er war gerade dabei das Gesicht zu einer Grimasse zu verziehen und etwas zu erwidern, da raschelte es plötzlich neben ihnen. Joes stille Anweisung war gar nicht nötig, denn Martin war sofort in Alarmbereitschaft. Er spannte sich an, die Zähne zusammengepresst. Ein erneutes Rascheln. Martins Augen wanderten angespannt umher, in dem Versuch, den Ursprung des Geräusches zu orten. Joe kam ihm zuvor. Leider. Denn ohne jede Vorwarnung schlug sein Begleiter plötzlich sein Schwert in das Gestrüpp neben ihnen. Martin wich zurück, gerade rechtzeitig um nicht von den scharfen Krallen des Vogelmonsters erwischt zu werden, welches äußerst erbost aus dem Gestrüpp schnellte. Durch Joes Angriff hatte es wohl zumindest ein paar Federn gelassen, jedoch schien es sonst unverletzt. Dafür aber ziemlich wütend darüber, bei was auch immer es dort getrieben hatte, gestört worden zu sein. "Ist das dein Ernst?" Fragte der junge Mann fassungslos ohne seinen übermütigen Reisepartner anzusehen. Martin griff reflexartig nach dem Schwert an seinem Gürtel. Noch während der junge Schmied versuchte es aus der Scheide zu ziehen, stürzte das Monster kreischend auf seinen Begleiter zu. Na, das ging ja gut los.

  • Joe & Martin

    hmforever.de/index.php?attachment/4752/

    Joe tat das, was Joe immer tat. Da war er der Beste drin. Er hatte eine Gefahr erkannt und gehandelt, so wie er immer handelte. Ohne große Überlegung. Ohne Sinn und Verstand. Und meistens hatte er Glück damit! Manchmal ... aber auch nicht. So wie vor einigen Tagen mit seiner geliebten Cinnamon und dem Felis in der alten Runie. Aber (!) Ausnahmen bestätigten die Regel!

    Dieses Federvieh hatte ihnen ganz bestimmt aufgelauert - es hatte bloß auf den richtigen Augenblick gewartet, aber Joe war ihm zuvor gekommen! Ganz bestimmt!

    Leider hatte er das Viech aufgrund des dichten Gestrüpps nur gestreift. Im hohen Bogen kam es aus dem Busch geschossen. Die Männer sprangen auseinander. Autsch-! Sein verletzter Fuß! Verdammt! Er war dumm aufgekommen und jetzt vibrierte das Ding wie eine Stimmgabel. Dr Natalie hatte ihn so ein Ding in der Klinik auf den Kopf gesetzt. Darum wusste er, wie so eine Stimmgabel funktionierte. Damit wollte sie seine kognitiven Fähigkeiten überprüfen ... oder so.

    Joe musste die Zähne zusammenbeißen - er durfte sich vom Schmerz nichts anmerken lassen. Keine Schwäche zeigen!

    "Komm her, du Scheißvieh!" Der Vogel setzte zum Sturzflug an. Joe hatte nur eine Chance. Durch den Fuß war er viel zu langsam - Ausweichen war also keine Option. Er hatte nur einen Versuch! Er musste auf den richtigen Augenblick warten und dann ...

    Das Monster nahm ihn ins Visier, kreischte und raste direkt auf ihn zu. Unaufhaltsam.

    Ein Atemzug. Ein Augenblick. JETZT!

    Joe holte aus.

    ...

    Und traf?

    Ja!

    Ja, verdammt!

    Er hatte das Viech erwischt! Und er hatte bloß ein paar wenige Kratzer davon getragen!

    Aber es war kein K.O.-Schlag. Einige Meter von ihn entfernt krepelte der Vogel benommen auf dem Boden herum. Es war noch nicht vorbei! Aber das war ihre Chance.

    "Martin!", schrie er. "Jetzt!" Mach dem Vieh den Garaus! Das war ja viel zu einfach, oder?

  • [Martin] & Joe


    Das Monster setzte zum Angriff an, kreischend und auf den Rothaarigen fokussiert. Martin sah es schon kommen, den Schlag, die Verletzung, das Blut. Aber... nichts davon passierte. Statt dessen landete der Hieb des Hünen. Dieser Kerl hatte wirklich mehr Glück als Verstand. Den Augenblick hatte der junge Schmied genutzt um sein eigenes Schwert zu ziehen. Leider war er mit dem Ding weitaus ungeübter als mit dem Schmiedehammer. Und dennoch war der Grünhaarige bereit, dem Vieh den Rest zu geben. Auf Joes Ruf hin setzte sich Martin in Bewegung, schritt zügig auf den am Boden kriechenden Vogel zu. Es sah so aus, als würde das Monster sich zurück ins Gestrüpp retten wollen. Aber da hatte es die Rechnung ohne den jungen Schmied gemacht. Zwar war diese ganze Konfrontation alleine die Schuld des waghalsigen Langsamdenkers neben ihm, aber darauf konnte Martin keine Rücksicht mehr nehmen. So würde das Monster hier draußen ohnehin nicht überleben. Man könnte es fast als Gnade bezeichnen. Der junge Mann holte aus. Da hörte er ein weiteres Rascheln, um einiges lauter als das zuvor. Zu spät. Das Schwert schnellte nach vorne auf das kleine Vogelmonster zu-

    Und da schnellte ein weiteres Monster aus dem Gebüsch. Ein weiterer Vogel kam hervor. Und dieser war um einiges größer als der erste. Die Krallen des Biestes stachen durch die Haut an seinem Arm, der Schmerz und der Schreck genug um Martins Schlag aus seiner Bahn zu werfen, Der kleine Vogel lebte und rettete sich in die Gräser. "Scheiße!" Martin sprang mit einem Schmerzensschrei zurück. Es war ein Wunder, dass er das Schwert nicht fallen gelassen hatte. Er schlug nach dem großen Vogel, damit dieser von ihm abließ. Es funktionierte. Aber nur temporär. Glücklicherweise waren die Kratzer an seinem Arm nicht tief aber sie waren lang, blutig und brannten wie Feuer. Mit großem Schrecken wurde dem Grünhaarigen die Situation bewusst. Das kleine Monster war ein Jungtier. Und das vor ihnen war die zornige Mutter. Befand sich hier in der Nähe etwa ein Nest?!

    • :)
    • :(
    • heartblack
    • ;)
    • heartpurple
    • :P
    • heartblue
    • ^^
    • heartgreen
    • :D
    • heartyellow
    • ;(
    • heartorange
    • X(
    • heartpink
    • :*
    • heartred
    • :|
    • hmangry
    • 8o
    • hmheart
    • =O
    • hmexclamation
    • <X
    • hmquestion
    • ||
    • hmsad
    • :/
    • hmsleep
    • :S
    • hmtumbleweed
    • X/
    • hmhappy
    • 8)
    • hmnothing
    • ?(
    • hmill
    • :huh:
    • :rolleyes:
    • :love:
    • 8|
    • :cursing:
    • :thumbdown:
    • :thumbup:
    • :sleeping:
    • :whistling:
    • :evil:
    • :saint:
    • <3
    • :!:
    • :?:
    Maximale Anzahl an Dateianhängen: 10
    Maximale Dateigröße: 1 MB
    Erlaubte Dateiendungen: bmp, gif, jpeg, jpg, pdf, png, txt, zip