Beethovenstraße 3: Apartments von Ann, Anna, Kate, Melanie & Darren

  • 3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Er musste ja jetzt nicht wirklich über ihre Bewertung sprechen oder? Ihre teilweise spitzen Fingernägel in seiner Haut waren schon Bewertung genug weshalb der Schauspielstudent ihre Worte auch mit einem Schmunzeln abtat. Lieber beobachtete er die junge Frau dabei wie sie in seinen Hoodie schlüpfte, auch wenn ihm die Sekunde, in der sie weder vom Hoodie noch vom Handtuch bedeckt war, eigentlich am liebsten wäre aber er verstand auch, dass es in der Wohnung einfach noch zu kalt war und er wollte ja auch nicht, dass Yumi fror. Auch wenn er ihr natürlich gerne dabei geholfen hätte, sich aufzuwärmen aber sie hatte noch vor ein paar Momenten in der Dusche klar und deutlich gemacht, dass sie nicht wollte. Dass sie diese zu oft verschwommene Grenze nicht überschreiten wollte. Aus welchem Grund auch immer. Weil sie wieder beweisen wollte dass sie Abstand halten konnte? Dass sie ihm nicht weiter verfallen war? Dass das zwischen ihnen aus war, was auch immer es war? Seine Hände ruhten locker an ihrer Taille während sie sein Angebot abermals ablehnte. „Oh, das willst du nicht wissen..“, erwiderte er und seufzte einmal tief durch, seinen Kopf ließ er hängen als trauerte er um nicht nur eine sondern gleich beide seiner Nieren. Auch wenn diese noch gesund in seinem Körper verweilten. Dass die Zeit in der WG in der er die ersten Monate nach seiner Ankunft in Riverport gewohnt hatte nicht die schönste war und seine Mitbewohner eigenartige Kreaturen waren, darauf ging er aber auch nicht näher ein. „Du siehst doch, was sie mit mir angestellt haben!“ Darren hob seinen Kopf, schaute in ihre Augen nur um dann wieder nach unten auf seinen Bauch zu sehen. Sie beide wussten dass die große Narbe die dort zu sehen war nicht von irgendwelchen wilden Angriffen von Mitbewohnern auf seine Organe war und trotzdem brachte er sie ins Spiel, vielleicht auch um dem Geschehenen etwas die Ernsthaftigkeit zu nehmen. Auch wenn das wahrscheinlich unmöglich war und Yumi nur noch mehr davon überzeugte, dass sie die Schuld dafür trug. Sein Blick folgte ihr als sie hinüber ans Fenster trat. Draußen regnete es immer noch. Es hatte kein bisschen nachgelassen. Die Wolken hingen immer noch grau und schwer über der Stadt. „Ich glaube du hast gar keinen Plan.“ Darren fuhr sich mit der Hand durch die dunklen Locken. Warum wollte sie nicht einfach einsehen dass es der einfachste Weg war? Dass er es gut mit ihr meinte? Dass er verdammt nochmal einfach wollte dass sie einen Ort hatte an dem sie sich zurück ziehen konnte, ein Dach über dem Kopf, keine Brücke oder das nächste fremde Bett. Und auch wenn Yumi ihm die Worte beinahe entgegen spuckte wussten sie doch beide, dass dort ein Fünkchen Wahrheit drin lag, der ihn dazu brachte seine Hände zu Fäusten zu ballen. Also eine Hand, denn die andere wollte aus Gründen ja nicht. Ihre Sturheit machte ihn wütend. Doch sein Gemüt kühlte sich mit ihrem Blick wieder ab. Er erwiderte die Kälte darin und presste die Lippen aufeinander. Sie sprach von ihrer Familie. Eine Möglichkeit an die er tatsächlich gar nicht gedacht hatte. Weil sie so oder so kaum, eigentlich nie von ihr sprach. Weil es ein Thema war über das sie nicht gerne sprach oder weil es etwas war, das nur noch mehr von ihr Preis gab, das mehr Nähe zu ließ als sie jemals hergeben wollte? Er selbst kannte das nicht. Für ihn war seine Familie ein Rückzugsort. Ein Ort an den er gehen konnte, wenn alles andere zusammen brach. Zumindest hatte er lange dieses Gefühl gehabt und doch hatte er es nach seinem Krankenhausaufenthalt Wochen gebraucht bis er sich bei seinen Eltern hatte melden können. Weil er ihnen keine Sorgen hatte bereiten wollen aber am Ende hatte er sich dadurch nur gespielten Ärger eingesammelt. Darren machte einen Schritt nach vorne, war gerade schon dabei die Decke vom Sofa zu fischen da er merkte, wie die ehemalige Studentin fröstelte, doch da drehte sie sich herum und trat wieder an ihn heran. Sein Name aus ihrem Mund bereitete ihm wie so oft eine Gänsehaut. Vorallem wenn sie es in diesem sanften Ton aussprach, das ihm ein kleines Lächeln auf die Lippen zauberte. Auch wenn er ihren nächsten Worten widersprechen hätte können, auf eine ernste Art und Weise, die auch auf seinem Körper zu sehen war. Denn wer wusste schon was für Typen es ausnutzten wenn sie von einer Frau wie Yumi nachhause eingeladen wurden? Beinahe wäre sein Kopfkino angesprungen und hätte die wildesten Filme gezeigt, doch ihr heißer Atem an seinem Hals ließ ihn inne halten und sämtliche Gedanken stoppten. Sie vögelte also keine Mitbewohner? „Hmm..“ Gerade noch wollte er etwas erwidern und seinen Arm um ihre Taille legen, doch sie entglitt ihm und verschwand ins Bad um sich dort wenigstens noch ein weiteres Kleidungsstück anzuziehen, das sie folgend auch gleich präsentierte als sie sich streckte. Der hübsche Spitzenstoff ihrer Unterwäsche blitzte unter dem langen Hoodie hervor. Ein Grinsen umspielte seine Lippen und kurz ließ er seinen Blick, der sie zuvor noch keine Sekunde aus den Augen gelassen hatte, sinken wobei er tief durch atmete. Er liebte es wenn sie durch diese kleinen Gesten mit ihm spielte. Weil sie genauso wusste, was sie damit anrichtete. „Du willst es also offiziell machen?“, griff er das Thema wieder auf und näherte sich ihr wieder ein paar Schritte, hatte zuvor aber noch sein Handy vom Sofa aufgesammelt. „Ich dachte echt nicht dass du schon soweit bist..“ Ohne Vorwarnung legte er seine Hände an ihr Gesicht nachdem er zu ihr aufgeschlossen hatte. Darren sorgte mit seinen Händen dafür dass sie ihn anschaute und ein bisschen genoss er den Hauch von Verwirrung, der in ihren blauen Augen ruhte. „Freund und Freundin also.“ Ein Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Wenn sie nicht mit Mitbewohnern vögelte, mit ihm aber schon mehr als nur einmal im Bett und anderswo war, heiß es ja, dass sie bereits einen Schritt weiter waren oder nicht? Den Fakt, dass sie längst keine offiziellen Mitbewohner waren und wenn es nach Yumi ging, dies auch nie so passieren würde, ließ er dabei unter den Tisch fallen. Der Blick seiner braunen Augen glitt über ihr hübsches Gesicht, blieb ein paar Sekunden an ihren Lippen haften bevor er ihr einen Kuss auf die Stirn hauchte und anschließend lachte. Seine Worte ließ er unaufgeklärt im Raum steht. Auch wenn es gar keine Erklärung oder Auflösung brauchte, wussten sie beide dass es einer Märchengeschichte ähnelte. Der Student machte ein paar Schritte auf die Küchenzeile der offenen Küche zu, hüpfte hinauf und entsperrte das Handy, welches er aus seiner Hosentasche geholt hatte. „Aber ich war vorhin der Böse weil ich den Lieferjungen bei dem Wetter rausschicken wollte..“, murmelte er und seufzte schwer.

  • [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi

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    Er lenkte das Gespräch auf seine Narbe und unweigerlich senkte sich der Blick der Blonden - fuhr jeden Zentimeter davon mit ihrem Blick ab und ihr Magen verkrampfte sich dabei - ihr wurde schlecht weil sie natürlich an das dachte was dafür verantwortlich war. Die Situation von damals und auch die Folgen eben jener Situation. Von wegen Mitbewohner die ihm nach den Organen getrachtet hatten. Sie war Schuld. Kein Organhandel. Einfach nur sie alleine. Wahrscheinlich wollte er lustig sein - dem ganzen die Ernsthaftigkeit nehmen weil der Anblick eben jener Narbe bisher immer dazu geführt hatte das sie sich zurückzog - wohlwissend das sie sich besser fernhalten sollte. Das sie ihm schadete wenn sie zu nahe war - ihre Anwesenheit - ihre Entscheidungen. Die Blonde löste sich aus seinem Griff - spürte eine seltsame Leere die in ihr zurückblieb als sie seine Hände nicht mehr an sich spürte - fröstelte sogar obwohl es so kalt gar nicht war. Das Fehlen seiner Person würde noch öfter eine gewisse Kälte hinterlassen - nicht wahr? Verdammt. Sie hätte es nicht so weit kommen lassen dürfen. Unbemerkt hatte er sich in ihr Leben gestohlen obwohl da kein Platz war - sie auch nicht bereit war Platz zu machen. Yumi strich sich mit der Hand über den Arm - entlang seines Pullovers und schlang ihre Arme ein Stück weit um sich. Seine Worte waren erstaunlich.... passend. Sie trafen den Nagel auf den Kopf. Sie lachte als sie über ihre Schulter zu ihm blickte. Ihre Augen funkelten amüsiert aber ließen trotzdem nicht wirklich durchblicken was dahinter vor sich ging. Was in ihrem Kopf gerade in diesem Moment passierte. "Gratuliere Darren. Du hast mich durchschaut." Ironie? Ihr Ernst? Weder ihre Mimik noch ihre Gestik ließen darauf schließen ob sie sich über den Schauspielstudenten lustig machte oder ob sie ihm schlichtweg Recht gab. Ohnehin war die Stimmung zwischen ihnen etwas angespannt. Er wirkte angespannt. Ihr Blick wanderte über seine Gestalt und sie erblickte die zur Faust geballte Hand, die sich aber im nächsten Moment schon wieder lockerte als ihre Blicke sich trafen. Eisig - distanziert. Erneut wandte sie sich ab - fuhr allerdings fort und brachte sogar ihr eigen Fleisch und Blut zur Sprache obwohl das der für sie letzte Ausweg war. Der Allerletzte. Aber das musste er ja nicht wissen. Vielleicht würde ihm allein das Wissen darum das es ja noch die Möglichkeit gab wieder nach Hause zu gehen genügen um locker zu lassen - um nicht gedanklich irgendwelche wilden Szenarien durchzuspielen in denen sie unter der Brücke schlief wie eine Obdachlose oder sich durch die ganze Stadt hurte. Eine interessante Vorstellung hatte der Lockenkopf das musste man ihm lassen. Vor allem von ihrer Person wenn man bedachte, dass er ihr dies anscheinend wirklich zutraute. Nunja sie hatte sich ihm gegenüber jetzt nicht wirklich keusch verhalten - hüpfte mit ihm weiter ins Bett obwohl sie ja angeblich mit Alex zusammen war. Aber spannend das er offensichtlich trotzdem nicht das Interesse verlor. Was sagte das über seine Person aus? Sie redete sich aus der Affäre - versuchte seine Bedenken in Wohlgefallen aufzulösen auch wenn es ihr nicht sonderlich gut gelang aber wo Worte nicht halfen - halfen bekanntlich Taten also näherte sie sich dem Anderen und hauchte ihm verheißungsvoll ins Ohr was es bedeutete wenn die Mitbewohner werden würden. Das war der Moment wo der einen Rückzieher machen würde, richtig? Ein wissendes Grinsen blieb auf ihren Lippen zurück ehe sie sich dran machte sich zumindest auch untenrum zu bekleiden auch wenn dadurch nicht wirklich sehr viel mehr bedeckt war wie zuvor um ehrlich zu sein. Es wäre gelogen wenn sie behauptet hätte das sie keinen Spaß daran hatte ihn auf diese Art und Weise herauszufordern - mit ihm zu spielen wie schon am Tag ihres Kennenlernen. Doch als er seine Worte wiederfand war es an ihr das es ihr die Sprache verschlug. Yumi zog die Augenbrauen zusammen und beobachtete jeden seiner Schritte als wäre es plötzlich umgekehrt zwischen ihnen. Als wäre er der Löwe und sie das Lamm, welches ihm in die Falle gegangen war. Dabei waren die Rollen andersrum verteilt - richtig? Als er seine Hände an ihre Wangen legte und sie so fast schon zwang ihm in die Augen zu blicken weil es so keinen Ausweg mehr gab, hielt sie einen Moment den Atem an. Verwirrt tanzte der Blick ihrer blauen Augen über sein vertrautes Gesicht und als er das böse F-Wort aussprach setzte ihr Herz einen Moment aus oder zumindest fühlte es sich so an. Auch ein wenig wie eine außerkörperliche Erfahrung irgendwie oder vielleicht war es auch nur der Wunsch zu flüchten aber irgendwie spürte sie auch wie ihr Herz einen Takt schneller schlug auch wenn sie nicht ganz begreifen wollte wieso es ihr so ging. Das Grinsen auf seinen Lippen, welches im Anschluss erschien half nicht wirklich dabei sich zu beruhigen - eher im Gegenteil. Scheiße. Sag etwas. Einen taffen Spruch. Ein abfälliges Lachen. IRGENDETWAS. Aber stattdessen spürte sie wie ihre Wangen sich etwas wärmer anfühlten und war sich nicht sicher ob es daran lag, dass seine Hände darauf lagen oder ob es andere Gründe hatte. Sie bemerkte seinen Blick auf ihre Lippen und gerade als Yumi dachte er würde ihre Lippen mit den seinen verschließen, küsste er sie auf die Stirn und lachte bevor er weiter in die Küche ging. Einen Moment verharrte sie, hob ihre Hand kurz als wollte sie sich nun auf die Stirn greifen aber entschied sich auf halbem Weg um. Das Kribbeln auf ihrer Haut blieb zurück und einen Moment schloss sie die Augen - unbemerkt, denn sie stand mit dem Rücken zu ihm und atmete ein paar Mal tief durch. Setzte sich vielleicht wieder die Maske auf die zu bröckeln begonnen hatte. Als sie zu ihm aufschloss und an ihn heran trat war da wieder das Mädchen, dass nicht sprachlos zurückblieb in Situationen wie diese eine war. Sie hatte eine Augenbraue gehoben und ihr Blick war auf ihn gerichtet bis er seinen Blick hob und sie ansah - immerhin stand sie direkt vor ihm. Sie schnippte gegen seine Stirn. "Idiot." Sie verzog ihr Gesicht. "Sollten alle Stricke reißen und ich dein Angebot wirklich annehmen - was ich ganz sicher nicht tue denn ich habe immer noch ein paar Tage Zeit und andere Optionen - dann passiert das nur mit folgenden Regeln: Kein Kuscheln - Kein Küssen - Kein Sex." Sie deutete mit dem Zeigefinger zwischen ihnen hin und her. Ob er sein Angebot nun zurückziehen würde? Herausfordernd blickte die junge Frau in die dunkelbraunen Augen des Anderen und wartete darauf das er einen Rückzieher machte. Es war nur eine Frage der Zeit. Jetzt würde sich herausstellen ob seine Worte wirklich Ernst gemeint waren oder ob sie einfach nur so daher gesagt wurden denn im Grunde bat sie ihn sie endlich aufzugeben. Jegliche Hoffnung im Keim zu ersticken.

    Als er wenig später dann das Handy hervorholte um Essen zu bestellen, rückte sie noch ein Stück näher, so das ihre Unterarme kurz aneinander stießen. "Worauf hast du Lust?" Yumi knabberte an der Unterlippe während ihr Blick über die Restaurantauswahl glitt und sie folgend kurz den Blick hob und den seinen traf, der sie unverblümt ansah.

  • 3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Darren warf für einen kurzen Augenblick spaßeshalber seine Hände in die Luft. Als feierte er einen großen Erfolg und eigentlich tat er das ja auch oder? Wobei er behaupten würde es war nicht wirklich schwer herauszufinden dass sie junge Frau keinen Plan hatte wohin ihr nächster Weg sie führte. Und unter anderen Umständen, wenn es nicht gerade darum ging in ein paar Wochen ohne Dach über dem Kopf da zu stehen, wäre das wahrscheinlich nicht einmal wirklich schlimm gewesen. Denn wer sagte oder verlangte schon, dass man für alles einen zurecht gelegten Plan brauchte? Dass jeder Takt des Lebens durchgeplant sein musste? Aber es ging hier immerhin nicht um das nächste Abendessen oder die nächste Reise. Es ging um weitaus mehr. Ja, vielleicht sollte der Kerl es einfach sein lassen und das Blondchen ihren Weg gehen lassen. Vielleicht sollte er abwarten was passierte, wo sie Unterschlupf fand und wie sie weiter voran ging. Aber er wollte so gerne Teil davon sein. Er sehnte sich so sehr danach. Nicht nur einen kleinen Teil, auch, wenn ihm dieser schon reichen würde. Doch sein Herz verlangte weitaus mehr. Aber diesen Wunsch konnte er nicht aussprechen. Nicht ohne bei Yumi genau das Gegenteil zu erreichen. „Bist du dann mein Preis?“, fragte er als er die Arme wieder vor seiner Brust verschränkt hatte und begutachtete das schöne Wesen zentimeterweise mit seinem Blick als würde er abschätzen ob es sich um einen guten Preis handelte. Dabei musste er aber selbst schmunzeln und versuchte zu verstecken dass er auch etwas stolz war, dass er sie doch schon mehr kannte als es ihr wahrscheinlich lieb war. Dass er schon weit mehr hinter ihre Fassade blicken konnte, die in seiner Nähe doch sooft bröckelte und die er am liebsten komplett einreißen wollte. Aber nur in seiner Gegenwart. Niemand sonst sollte Yumi so zu sehen bekommen. War das egoistisch? Oder vollkommen idiotisch? Wahrscheinlich beides. Darren genoss den Moment viel zu sehr als die Verwirrung sich in ihren Augen zeigte, als sich ihre Wangen auf einmal ungewöhnlich warm anfühlten und aus dem Augenwinkel heraus, als er sie wieder los ließ, meinte er auch einen kleinen Hauch von rosa Farbe auf ihren Wangen zu sehen. Aber bestimmt hatte er sich das nur eingebildet. Wie so viel. Aufmerksam wischte er bereits über sein Handy, suchte nach einem Restaurant das ihm zusagte bis die Blonde ihm gegen die Stirn schnippte und er mit geöffnetem Mund und empörten Blick auf sie herab sah. „Gilt das dann nur innerhalb der Wohnung?“, fragte er gerade heraus und neigte den Kopf zur Seite. Eine Anspielung dass sie sowieso weder Bett oder Sofa oder derartiges brauchten. Hatten ihre intimen Begegnungen sowieso überwiegend woanders statt gefunden oder? Darren grinste. Mehr als er wahrscheinlich sollte. „Das erinnert mich an unser erstes Treffen..“ Seine Stimme war etwas leiser geworden und ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen. Zwar galt sein Blick seinem Handy, doch eigentlich achtete er gar nicht wirklich darauf was dort zu sehen war. Viel mehr verschwand er für ein paar Sekunden in seinen Erinnerungen. An jenem Abend hatten sie doch ein ähnliches Spiel gespielt oder? Ähnliche Regeln aufgestellt. Wer zuerst nachgab hatte verloren. „Bist du etwa immer noch so nachtragend?“ Er hob seinen Blick wieder und traf den ihren. Er schmunzelte. Schon damals hatte sie verloren. Oder nicht? Der Student legte sein Handy neben sich damit Yumi einen besseren Blick auf das Menü eines Sushirestaurants hatte bevor er sich nach hinten lehnte, sich mit seinem ausgestreckten Arm ablehnte. „Auf dich natürlich.“, erwiderte er selbstverständlich. Wenn sie ihm schon so eine Frage stellte, musste sie auch mit dieser Antwort rechnen. „Und wenn du dem Lieferjungen so die Tür aufmachst, ist es bestimmt auch gleich wieder vergessen dass er durch den Sturm laufen musste.“

  • [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi

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    Er feierte sich also war ihr Sarkasmus offensichtlich nicht ganz angekommen weswegen sie das Spektakel über ihre Schulter schauend mit hochgezogener Augenbraue betrachtete. Es stimmte zwar das sie keinen Plan hatte aber um sie zu durchschauen erforderte es doch noch um einiges mehr, oder nicht? Nicht umsonst hatte sie die Mauern um sich hochgezogen und ließ ihn nicht herein oder zumindest nicht sehr aber doch eigentlich zu viel denn sonst würden sie jetzt nicht in diesem Dilemma hier festsitzen in dem sie ihn von der Bettkante stieß einfach damit er nicht noch näher kam. Idiotisch. Sie war schwach geworden. Hatte Schwäche an einer Stelle in ihrem Leben zugelassen wo sie nie mehr Schwäche zeigen wollte und jetzt musste sie dich selbst jene Tätigkeit widersagen, die eigentlich immer eine gute Ablenkung gewesen war wenn das Leben ihr zu viel geworden war und von der Uni geworfen zu werden und den Wohnsitz zu verlieren war doch ein kleines bisschen stressig vor allem nüchtern. "Wow... zuerst glaubst du ich bin eine Hure, die sich durch die ganze Stadt vögelt um ein Bett zum Schlafen zu haben und jetzt werde ich an den Bestbietenden verhökert?" Sie lachte. Sie - ein Preis? Das sie nicht lachte. Wahrscheinlich der jämmerliche Trostpreis den niemand wollte. Zumindest nicht wenn man ihn hatte. Mag sein das die Jagd danach aufregend war aber das war es dann auch schon wieder. Das konnte er sich schön reden soviel er wollte.

    Als sie ihn schließlich die Regeln erklärte für ihr Zusammenwohnen, welches ohnehin nicht zu Stande kommen würde denn sie würde einen Teufel tun dem zuzustimmen. Himmel sie konnte sich noch nicht einmal gefühlstechnisch auf einen Menschen einlassen und dann sollte sie genau mit einem Menschen zusammenziehen der glaubte er wollte mehr von ihr als einfach nur zu vögeln. Süß. Yumi seufzte und verdrehte die Augen. "Es gilt nicht nur in der Wohnung." Wie er so den Kopf neigte und sie durch die dunkelbraunen Augen musterte während er auf die Antwort gewartet hatte. Wie ein Welpe wirkte er da. Auf seinen Lippen bildete sich ein Grinsen. Irgendwie jungenhaft und fast schon süß. Natürlich brachte er ihr Kennenlernen ins Spiel. Wollte er sie wehmütig machen? Es funktionierte bitterer Weise. Damals war es so unbeschwert zwischen ihnen - kein Versprechen auf mehr. Sie war in dem Glauben gewesen ihn vielleicht ab und an an der Uni wiederzusehen aber nicht mehr und nicht weniger. Es hätte einfach bei einem One-Night-Stand bleiben sollen und damit Pasta aber hier stand sie nun an die Küchentheke gelehnt - fast nur in seinen Klamotten bekleidet und nahm sich selbst die Leichtigkeit weil es längst zu verstrickt war und dabei war es ungeheuer unfair ihr Kennenlernen ins Spiel zu bringen denn allein bei dem Gedanken wurde ihr zumindest alles andere als kalt. Das war doch ganz bestimmt sein verdammter Plan, nicht wahr? Yumi klappte die Kinnlade nach unten. "Du glaubst ich schaff es nicht mich an diese Regeln zu halten?" Sie lachte. "Wie sehr bist du von dir selbst überzeugt das du nicht glaubst ich könnte Zeit in deiner Nähe verbringen ohne dich zu bespringen?" Die Blonde schüttelte den Kopf und musste kurz schmunzeln als er ihre Frage nach dem Essen ganz bewusst falsch verstehen wollte. Sie hob ihren Blick und sah das freche Aufblitzen in seinen Augen. Ihr Herz stolperte kurz bevor sie ihren Blick wieder senkte und sich ein wenig auf die Theke lehnte um die Speisenauswahl unter die Lupe zu nehmen. Sushi klang richtig gut, Das hatte sie schon ewig nicht mehr weswegen sie sich ein bisschen was in den Warenkorb schmiss und das Handy wieder in die Richtung seines Besitzers schob. "Hmmm...ich sollte darüber nachdenken meine Unterwäsche wieder auszuziehen - vielleicht bekommen wir das Essen dann kostenlos..." Yumi tat so als würde sie ernsthaft darüber nachdenken. Das war doch das Bild das er von ihr hatte oder nicht? Ihr Blick blieb dennoch immer wieder an seinem entblößten Oberkörper hängen aber das war auch schwierig es zu unterlassen nachdem er genau auf ihrer Augenhöhe war und sich auch noch absichtlich streckte aber gut dieses Spielchen konnten auch zwei spielen und in Spielchen spielen war sie immer schon gut. Der einzige Unterschied zu damals - dieses Mal konnte sie sich keinen Ausrutscher leisten denn was wenn sie am Ende wirklich hier landete weil es eben nur noch ein paar Tage waren und der Wohnungsmarkt in Riverport ziemlich bescheiden war wenn man kein festes Einkommen hatte. Yumi fragte sich was wohl das geringere Übel war. Zurück in ihr Elternhaus zu ziehen oder das hier... Vielleicht sollte sie noch einmal mit Cylie reden und sich in ihrem Zimmer einquartieren.

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    „Und der Bestbietende könnte keinen schöneren Preis bekommen.“, kommentierte der Student mit einem Nicken, grinste dabei aber war von seinen Worten natürlich überzeugt. Es gab niemand besseren. Es gab niemanden der so war wie Yumi, niemanden der ihn so sehr in den Bann gezogen hatte wie sie. Während sie bei diesen Worten wahrscheinlich nur abfällig geschnaubt und ihm alle negativen und schlechten Dinge an ihr aufgezählt hätte, dachte er nur an ihre guten Eigenschaften, an all ihre Eigenheiten, die ihn manchmal zwar zum Verzweifeln brachten und zu genüge auch verletzten aber es gehörte einfach alles zu ihr. Das alles machte Yumi aus. Und er wünschte sich sooft dass sie sich durch seine Augen sehen könnte. Dass sie auch das sah, was sie liebenswert machte. Was sie so begehrenswert machte und das nicht nur körperlich. Auch wenn er diese Sache nicht unerwähnt lassen wollte. Denn jedes noch so kleine Detail an ihrem Körper wirkte anziehend auf ihn. Genauso wie damals, am Abend als sie sich kennengelernt hatten. Damals als all das angefangen hatte. Weshalb fast schon ein bisschen Wehmut in seiner Stimme mitschwang als er diese Zeit ins Gespräch brachte. Vielleicht auch das was er bei ihr erreichen wollte? Manchmal dachte er an diese Zeit zurück, nicht nur an diesen Abend, an ihre ersten Gespräche und die ersten Berührungen. Wie unvorbereitet ihn ihr Wesen getroffen hatte. Und vorallem diese blöde Zitrone. „Ich bin davon überzeugt dass du dich nicht an diese Regeln halten kannst.“, erwiderte der junge Mann schmunzelnd. Ja, vielleicht weil er auch von sich selbst überzeugt war, immerhin musste man das als Schauspieler auch ein bisschen sein, aber auch weil er wusste dass da mehr war. Immerhin wollte sie doch nur ihn. Oder wie waren ihre genauen Worte nochmal? Sollte er nachfragen? Doch er ließ es, blieb stumm und hob seine Schultern. „Ich meine, ich würde es nicht schaffen.“ Und daran war für ihn zumindest nichts verwerflich. Wobei, wenn man andere fragte war das wahrscheinlich ein Fall für ‚Typisch Mann‘ aber gut, dass ihn die Meinungen anderer vorallem in Bezug auf Yumi nicht interessierten. Weil niemand in ihn hinein sehen konnte und das fühlte, was er gerade für sie fühlte. Davon war er überzeugt und dazu gehörte eben auch ein bestimmtes körperliches Verlangen. Darren beobachtete sie dabei wie sie den Warenkorb auf seinem Handy auffüllte und es ihm schließlich wieder zu schob damit er es nehmen konnte und selbst noch ein paar Sachen bestellte. „Das ist eine verdammt gute Idee.“, sagte er tonlos während er die Bestellung abschloss, sein Handy sperrte und es neben sich ablegte. „Den Pullover auch noch?“ Der Kerl lehnte sich wieder nach vorne, nahm ihr dadurch ein bisschen die Sicht auf seinen nackten Oberkörper, den sie so zu bewundern schien, und streckte seine Hand nach ihr aus. Legte sie erst auf ihren Kopf und strich dann sanft über die Seite zu ihrer Wange bevor er ihn mit gefühllosen Fingern an ihrem Kinn anhob. Wobei diese etwas nachließen und er letztendlich seinen Handrücken benutzte. Zuerst schaute er Yumi stumm in die Augen. Im Hintergrund prasselte der Regen weiter gegen das große Fenster. Wann war es eigentlich so normal für ihn gewesen sie so zu berühren? Als wäre es selbstverständlich und seit wann akzeptierte Yumi diese sanften Berührungen ohne zu protestieren? „Warum möchtest du nicht zurück zu deinen Eltern?“, fragte er schließlich in die Stille hinein und legte seine Arme auf seine Oberschenkel. „Was haben sie getan?“ Oder woran lag es, dass sie nicht wieder zu ihnen ziehen wollte, wenn es doch eigentlich kein Problem wäre?

  • [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi

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    Sie lachte ein tonloses Lachen. Fand seine Worte deshalb belustigend, weil sie ihn mindestens tausend Gründe nennen konnte warum er sich irrte - warum sie ein ganz und gar beschissener Preis war. Etwas das man nicht einmal als Preis bezeichnen konnte sondern vielmehr als Last. Nicht das es der Blonden an Selbstbewusstsein mangelte. Ganz und gar nicht. Sie wusste, dass sie nicht unbedingt mit schlechten Genen ausgestattet war aber sie dachte viel mehr an ihren hässlichen Charakter. Ihre Makel und Fehler. Ihre Ecken und Kanten, die er sich nur zurecht schliff weil er es geil fand Jemanden hinterher zu jagen den er nicht haben konnte - nicht mehr als für eine Nacht oder zwei. Das reizte ihn. Vielleicht noch das Anreißen ihrer Wände - das Erfolgserlebnis, welches er dabei feiern konnte, wenn er zu ihr durchdrang - hinter die Maske sehen konnte, die sie für die Anderen trug. Vielleicht war er in Wirklichkeit noch kranker als sie. Und dann? Was blieb von ihr noch übrig wenn sie nicht abweisend und kalt war? Wenn sie nicht das Miststück war, für das sie alle hielten. War sie dann wieder das Mädchen von früher. Das Mädchen, dass sich einst in diesen Kerl verliebt hatte, der sie letztendlich zu dem besagten Miststück werden hatte lassen - unter anderem. Ganz allein war er es nicht gewesen - da gehörten wohl noch eine Anzahl an anderen Begebenheiten dazu aber es lief aufs gleiche hinaus. Wenn sie nicht die Eiskönigin sein konnte war sie ein Niemand mit dem ihm schnell langweilig werden würde. "Weißt du Darren..." Sie drehte sich zu ihm um und ein abweisendes Lächeln erschien auf ihren Lippen. "....ich glaube es reizt dich nur Jemanden hinterherzujagen weil du weißt es wird nichts Ernstes daraus..." Sie legte eine Hand auf seinen Unterarm und schob sie an ihm nach oben bis sie auf seiner Schulter zum Liegen kam auch wenn sie dafür ein wenig auf die Zehenspitzen stehen musste. "Weil du nach etwas Aufregendem suchst aber wenn du es hättest dann wäre es nicht mehr aufregend und du würdest dich langweilen..." Sie Schmunzelte und ließ ihren Blick langsam über seine Gesichtszüge wandern. "Ich glaube es ist für alle das Beste wenn du den Preis nicht bekommst." Mit diesen Worten zog sie sich wieder zurück und eine eisige Stille kehrte für eine unbestimmte Zeit zwischen ihnen ein oder zumindest fühlte es sich so an. Erst als sie über Yumis Regeln sprachen wurde die Unterhaltung wieder etwas lockerer. Zumindest war der Schauspielstudent sich anscheinend ziemlich sicher, dass die Blonde sich nicht an ihre eigenen Regeln halten konnte. Sie wollte ihm widersprechen. Erneut. Wahrscheinlich einfach schon aus Gewohnheit. "Wow okay. Soll ich dir und deinem Ego ein kleines bisschen Privatsphäre verschaffen?" Yumi deutete mit dem Zeigefinger über sein gesamtes Erscheinungsbild. Wenn er sich selbst nicht widerstehen konnte dann brauchte er vielleicht ein bisschen Zeit für... sich. Immerhin hatte sie ihn wortwörtlich in der Dusche stehen gelassen also vielleicht hatte er in dieser Hinsicht noch etwas zu erledigen und die junge Erwachsene machte jetzt auch kein Geheimnis daraus worauf sie gerade anspielte aber musste sich dann doch ein Lachen verkneifen - genau genommen gelang es ihr nicht sonderlich gut, weshalb ein Grinsen auf ihren Lippen zurück blieb, "Ohne diese Regeln kann das noch weniger funktionieren aber das spielt ohnehin keine Rolle..." Wenn sie keine Wohnung finden würde war Cylie ihr Rettungsanker - irgendwie. Auch wenn sie nicht riskieren wollte das ihre Freundin wegen ihr Probleme bekam - aber vielleicht für ein paar Nächte. Ohne etwas in Aussicht wahrscheinlich keine sonderlich gute Idee. Scheiße. Es sah übel aus - richtig? Sie sollte jede verdammte Sekunde mit der Wohnungssuche verbringen und doch war es genau das was sie auch die letzten Tage gemacht hatte wenn sie sich nicht durch die Stellenanzeigen gekämpft hatte. Die Auswahl war grausam. Entweder versifft oder schweineteuer. Es gab kein Mittelding. Das war ein Fakt. Ein Fakt den sie ihm gegenüber aber nicht zugeben wollte. Also was tun? Es blieb nur ein Weg. Sie musste zurück und alleine beim Gedanken daran bekam sie Magenschmerzen. Schließlich flirtete er wieder schamlos darauf los. Griff nach jedem Strohhalm den sie ihm bot. Das Spiel hatte längst begonnen, richtig? Aber vielleicht war die Lösung damit es nicht so endete wie es immer endete vielmehr das Spiel nicht mitzuspielen? Aber sie liebte es zu spielen. Das war fast schon unfair. Sie warf also theatralisch einen Blick auf die Uhr auf ihrem Handy. "Weiß nicht. Bist du fertig bis das Essen da ist?" Sie hob den Blick an und in ihren eisblauen Augen funkelte der Schalk und ein zweideutiges Grinsen erschien auf den Lippen der Blonden bevor sie sich darauf biss und das kleine Szenario mit einem Lachen löste - nicht zuletzt weil sie durch seine fast schon liebevolle Geste erstarrte. Seine verletzte Hand. Die Art wie er sie ansah nachdem er ihr Kinn angehoben hatte ließ eine Gänsehaut an ihren Armen entstehen. Nicht weil ihr kalt war. Sondern weil er ihr unter die Haut ging und als seine Frage an ihr Ohr drang sah sie automatisch weg - flüchtete sich aus der Situation ein Stück weit. Sie zuckte mit den Schultern als wäre es ihr egal. "Sie gehören wohl zu der Kategorie Menschen, die vielleicht besser keiner Kinder bekommen hätten sollen..." Yumi räusperte sich und schlang ihre Arme um sich. Ihr Schutzschild. Sie machte es unbewusst und wanderte ein kleines bisschen in der Wohnung herum - ließ ihren Blick schweifen. "Sie haben sich nie wirklich um meine Schwester und mich gekümmert - wir hatten nur uns weil..." Sie stolperte kurz über ihre Worte und suchte Neue aber unterließ es dann weil es keine Rolle spielte das er fortgegangen war. Zumindest ging es Darren nichts an und so gr0ß war der Wunsch ihre Familiengeschichte zu teilen dann doch nicht. Sie lachte ein bitteres Lachen bevor sie fortfuhr. "Sie haben es irgendwann wieder miteinander versucht und die Zwillinge bekommen..." Yumi schüttelte den Kopf. "Sie haben sich ein Bilderbuchhaus in der Vorstadt geholt mit hübschen Vorgarten und allem was dazu gehört. Bestimmt auch mit Golden Retriever. Aber Überraschung: auch dieses Mal sind sie sich selbst wichtiger und machen lieber eine Weltreise als für die Beiden da zu sein." Yumi atmete einmal tief ein und wieder aus bevor sie sich einmal mit der Hand durch ihr Haar fuhr um es ein wenig zu bändigen. "Du siehst also ich werde vermutlich nicht unter einer Brücke landen also behandle mich nicht als könnte ich mir nicht selbst helfen denn wenn du eine Prinzessin zum retten suchst bist du bei mir an der falschen Adresse..." Das Wort Prinzessin bekam einen ganz besonders abschätzigen Ton ab aber es dürfte wohl Beiden klar sein warum das so war.

  • 3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Ein wenig überrascht hob der junge Kerl seine Augenbrauen. Das war es also? Das war das Bild, das die Studentin von ihm hatte? Dass er nur einer Vorstellung hinterher jagte oder eher einen Plan verfolgte der damit endete, dass er sie wieder lustlos beiseite warf, wenn er keine Lust mehr hatte? Oder gar merkte, dass er sie eigentlich gar nicht wollte? Ihre ehemaligen Dozenten wären wohl überrascht und begeistert zugleich dass Yumi eine derartig ausführliche Charakterdarstellung hinbrachte, auch wenn sie ganz und gar falsch war. Somit war es vielleicht besser gewesen, dass sie aus dem Studium geworfen wurde aber diesen Gedanken behielt der Musiker dann doch für sich. Darren senkte den Blick und konnte nicht anders als den stillen Moment zu nutzen um darüber nachzudenken. Nicht wirklich weil er irgendwas davon glaubte sondern eher warum Yumi überhaupt auf diese Idee kam. Wahrscheinlich weil sie es einfach nicht glauben konnte, dass sich wirklich jemand für sie interessierte und nicht nur ihre eigens aufgebaute Wand einbrechen wollte um sie am Ende wie eine Art Pokal zu behandeln, den man ins Regal stellte und irgendwann nicht mehr länger beachtete. Das Blondchen wusste ganz genau, dass er nicht einer dieser Menschen war und das war vermutlich auch der Grund, weshalb sie ihm diese psychologische Meisterleistung eröffnet hatte. Weil sie es nicht wahr haben wollte. „Es verletzt mich wirklich zutiefst dass du diesen Eindruck von mir hast..“ Der Student seufzte theatralisch und legte sich die Hand auf die nackte Brust, ließ den Kopf für ein paar Sekunden bestürzt hängen und hob dann den Kopf um noch den letzten Blick ihres Gesichtes zu erhaschen bevor sie sich von ihm abwandt. Ein Schmunzeln zierte sein Gesicht, zog damit seine Worte etwas ins Lächerliche, auch wenn es ihn wirklich ein kleines bisschen verletzt hatte. Oder sollte er sich schlecht fühlen und nochmal über sein Verhalten nachdenken, die kleinen Momente heraus suchen in denen er Yumi dieses Gefühl gegeben hatte? „Danke für diese.. Offenlegung meines Inneres aber ich muss dich doch enttäuschen.. leider durchgefallen.“ Er schüttelte den Kopf, seine zerzausten Locken fielen ihm ins Gesicht und er wischte sie aus seiner Stirn. „Es gibt auch noch Menschen die es ernst meinen.“ Und nicht nur Jäger und Sammler sind. Natürlich reizte es den jungen Kerl ein bisschen, es wäre gelogen wenn er es verneinen würde, dass Yumi ihm Alles und zugleich Nichts gab. Es reizte ihn aber nicht weil er sie einfach haben und besitzen wollte. Sondern eher weil er sie wirklich kennen lernen wollte. Hinter ihre Fassade blicken und für sie da sein wollte. Auch wenn es wie das absolute Klischee klang aber vielleicht war er einfach Jemand, der diese gerne bediente. Darren lachte und warf seine nicht vorhandenen langen Haare über die Schultern. Noch wollte er auf ihre Anspielung antworten, doch biss er sich auf die Lippen als sie abermals darüber sprach dass es keinerlei Regeln brauchte. Weil es keine gemeinsame Wohnung geben würde. Was ihn vielleicht ein kleines bisschen mehr verzweifeln ließ aber mittlerweile kannte die Blonde ihn doch gut genug oder? Und wusste daher dass er nicht aufgeben würde bis sie schwer seufzend einfach zustimmte und den zweiten Wohnungsschlüssel entgegen nahm. Oder auch den einzigen Schlüssel. Hauptsache sie hatte irgendeine Möglichkeit in die Wohnung zu kommen. Als sie schließlich begann über ihre Eltern zu erzählen, sich zumindest innerlich langsam wieder einige Schritte auf ihn zubewegte, blieb der angehende Schauspieler still. Er ließ Yumi nicht aus den Augen und verfolgte ihre Bewegungen als sie sich die Größe der Wohnung zu nutzen machte und quer darin umher spazierte. Je mehr die junge Erwachsene erzählte und über ihre Vergangenheit und die Beziehung zu ihren Eltern Preis gab, desto unsympathischer wurden ihm diese Fremden, was aber wohl auch kein Wunder war. Es war etwas, das sich Darren einfach nicht vorstellen konnte und wahrscheinlich sollte er froh dass er es nicht konnte, dass er in einem stabilen und.. normalen Haushalt groß geworden ist, wo die Eltern nicht einfach Kinder in die Welt setzten obwohl sie im Grunde schon wussten, dass sie es nicht schafften sich um sie zu kümmern.Ich habe nicht vor dich in irgendeiner Art wie ein Ritter in glänzender Rüstung zu retten, schließlich wohnst du nicht in einem hohen Turm oder hast dich an einer Spindel gestochen..“, erwiderte er und seufzte bevor er vom Küchentresen hüpfte, jedoch an Ort und Stelle stehen blieb, auch wenn er die junge Frau gerade zu gerne in den Arm genommen hätte. Nicht etwa weil er glaubte sie in irgendeiner Weise trösten zu müssen, dennoch wollte er ihr irgendwie Halt geben. Aber Darren blieb stehen, gab ihr den nötigen Abstand, den sie jetzt wahrscheinlich am meisten brauchte. Um sich zu sortieren oder um einfach schnell wieder die Mauern aufzubauen nachdem sie sie selbst etwas eingerissen hatte. Der Kerl ignorierte ihren abschätzigen Ton bezüglich des Wortes, das zwischen ihnen wohl viel mehr war als nur eine Bezeichnung, und schüttelte den Kopf. „Deine Eltern hätten es auch keineswegs verdient wenn du zu ihnen zurück gehst..“ Seine Stimme war etwas leiser als sonst, er sprach diese Worte mehr in den Raum hinein als direkt zu Yumi. Für ihn fühlte es sich fast schon falsch an so etwas zu sagen, immerhin hatte er eine wirklich gute Beziehung zu seinen Eltern und die konnte wohl auch nichts so schnell zerstören. „Melden sie sich überhaupt mal? Ich kann es mir nicht vorstellen, warum lässt man seine Kinder zurück?“ Verständnislos stoß er seinen Atem aus und verschränkte die Arme vor der Brust während er sich an den Tresen lehnte. Gut, er hatte seine Familie ja auch zurück gelassen um seinen Traum zu verfolgen aber als Kind war es doch nochmal etwas anderes.. oder?

  • [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi




    Ihre Mutmaßung schien ihn tatsächlich zu überraschen wenn man nach seinem Gesichtsausdruck schloss wobei das bei Schauspielern so eine Sache war, oder nicht? In Wirklichkeit hatte er doch die meiste Zeit die Kontrolle über das was er andere sehen ließ. Oder war das ein Irrglaube. Abschätzend wanderte der Blick ihrer blauen Augen über sein vertrautes Gesicht. Nahm jedes Detail war und konnte doch nicht einschätzen was in seinem Kopf vorging. Vielleicht lag es daran das sie so konträre Persönlichkeiten waren. Manchmal glaubte sie zu wissen wie er reagieren würde aber dann überraschte seine schonungslose Ehrlichkeit sie wieder - traf sie mit einer Wucht, die ihr förmlich den Boden unter den Füßen wegzog. Diese Eigenschaft war es doch im Grunde warum sie sich schwer tat ihn auf Abstand zu halten auch wenn sie es wohl nicht verbalisiert hätte. Erst recht nicht ihm gegenüber. Wahrscheinlich nicht einmal Cylie gegenüber, denn die bauschte die Sache wieder unnötig auf und interpretierte mehr hinein wie sich erst jüngst gezeigt hatte. Diese Begegnung im Flur des Wohnheims lag ihr immer noch quer im Magen. Jegliche Begegnung. Mit seinem Prinzesschen und folglich auch mit ihm. Es überraschte sie das er es nicht zur Sprache brachte. Hatte er Bedenken, dass sie dann die Flucht ergriff? Verhielt er sich deshalb oft wie ein braves Schoßhündchen? Beinahe hätte sie aufgelacht aber es war letztendlich das Wissen darum, dass er es eigentlich oft genug hinbekam die Balance zwischen Nähe und Distanz zu halten die dazu führten das sie das Lachen hinunterschluckte. Er wusste beinahe schon zu gut wann er lieber auf Abstand blieb und wann... nicht. Das mit ihnen zog sich jetzt ja auch schon eine ganze Weile. Länger als es geplant war. Sehr viel länger.

    Sie sah in die dunkelbraunen Augen ihres Gegenübers als er sich zu Wort meldete. Theatralisch seufzte und verkündete wie sehr ihre Worte ihm verletzt hatten. Natürlich wieder ein Schauspiel weswegen sie sich letztendlich von ihm abwandte - Abstand schuf und doch einen letzten Blick auf das Schmunzeln auf seinen Leben erhaschte. Ein wirklich einnehmendes Grinsen, dass einem fast dazu verleitete es ihm gleich zu tun aber sie widerstand der Versuchung. Als er fortfuhr musste sie dann doch kurz schmunzeln. Yumi zuckte folgend mit den Schultern. "Wie gut das ich nicht mehr studiere..." Durchgefallen. Ein Wörtchen das sie nicht das erste Mal hörte wenn es um ihr Studium ging. Wenig verwunderlich bei der Menge an Fehlstunden. Sie hatte sich nicht einmal bemüht es gut zu machen. Es war ohnehin zum Scheitern verurteilt gewesen. Wahrscheinlich war es ihr schon vor vielen Monaten bewusst gewesen, dass es nur eine Möglichkeit gab wie dieses Studium enden würde und dennoch war die Schwerelosigkeit, die sie sonst so schätzte irgendwie beängstigend. Mindestens genauso beängstigend wie die Tatsache das es Jemand Ernst meinen könnte. Das Jemand nicht nur Spielchen spielte sondern wirklich ernsthaft drauf aus war sie kennenzulernen - hinter die Mauern schauen wollte aber dort gab es nichts zu entdecken und auch wenn sie ihm mehrmals versucht hatte das klarzumachen - er ließ nicht locker und Yumi begriff einfach nicht wieso. Es mangelte ihr nicht an Selbstvertrauen. Aber die Tatsache Jemand könnte ernsthaft auch an ihrer Persönlichkeit interessiert sein ging ihr nicht in den Kopf vor allem wenn sie Denjenigen immer wieder von sich stieß und das nicht gerade mit Samthandschuhen. Sie alberten herum. Zwischen ernsten Themen scherzten sie wie am Anfang und das Lachen des Anderen brachte sie einen Moment dazu inne zu halten. Sie sah ihn einfach nur an aber als es ihr bewusst wurde wechselte sie abrupt das Thema um nicht länger darüber nachzudenken was es mit ihr machte. Das Lachen eines Menschen, der ihr nicht egal war. Ich will keinen Anderen. Scheiße. Wieso hatte sie das gesagt? Das war doch nicht einmal wahr. Sie hatte dazwischen einige Andere also warum zur Hölle hatte sie das gesagt? Nicht das wirklich Jemand von denen irgendwie ernsthaft ihr Interesse geweckt hatte aber es gab Andere also warum? Es war nicht wichtig. Sie konnte immer noch so tun als würde sie sich nicht erinnern wenn er es zur Sprache brachte. Dann würde sich wohl zeigen ob ihre Schauspielkünste auch nur annähernd an seine herankamen aber es war eine Option. Oder aber sie schob es auf den Alkohol.

    Vielleicht ließ sie sich aus diesem Grund auf das Thema Eltern ein. Es lenkte sie von ihren Gedanken in seine Richtung ab und deshalb gab sie ein Stück von sich Preis. Etwas das sie ihm bisher vorenthalten hatte weil es kein Thema war über das sie gerne sprach. Sie riss es lediglich an - ging nicht wirklich in die Tiefe. Das ihre Eltern nicht für Sakura und sie da waren als sie Kinder waren - das hatte früher das ganze Dorf gewusst. Es war also kein großes Geheimnis das sie auf sich alleine gestellt waren. Sie lächelte und schüttelte den Kopf. "Verdient..." wiederholte sie dieses klitzekleine Wörtchen. "Heb mich doch nicht auf so ein Podest. Ich bin nicht umsonst das schwarze Schaf der Familie..." Es hatte schon früh angefangen das sie ihrer Mama ein Dorn im Auge gewesen war. Sie war immer schon das rebellische Kind gewesen und das versuchte sie auch Darren klar zu machen mit einem Grinsen auf den Lippen. Sie näherte sich ihm wieder ein Stück weit. Mittlerweile war er von der Theke gehüpft und lehnte nun dagegen. "Mit ihnen unter einem Dach zu leben würde auch nicht funktionieren. Noch weniger als das hier." Sie lachte kurz auf und sah ihn amüsiert an und doch spürte sie einen Stich in ihrem Herzen weil vielleicht irgendwo unter all dem Ballast was sie mit sich herumschleppte doch der Wunsch nach einem schönen Zuhause da war und das bezog sich nicht auf das was man direkt von außen sah. Den schicken Vorgarten. Den gepflegten Golden Retriever der durch den Garten spazierte. Ein Teil von ihr hätte vielleicht gerne eine Familie zu der sie nach Hause kommen konnte. Sie hatte sich damit abgefunden das es nicht so war. Wirklich. Es war ja jetzt nichts Neues aber in einem anderen Leben wäre es vielleicht schön gewesen so etwas zu haben. "Sie wissen noch nicht einmal von dem geplatzten Studium. Zwischen monatelangem Schweigen kommt das vielleicht auch nicht so gut aber Hauptsache es gibt eine verschissene Familiengruppe..." Sie spuckte die Worte aus als widerten sie sie an und das taten sie im Grunde auch. Yumi atmete ein und dann wieder aus und schlang schließlich ihre Arme um sich. Sie verweilte einen Moment so - verlor sich in Gedanken, die sich im Kreis drehte und als sie ihn wieder ansah, glaubte sie etwas wie Mitleid in seinem Blick zu sehen und noch bevor er etwas sagen konnte, denn er setzte gerade dazu an - hob sie den Zeigefinger und legte ihn nachdem sie den Abstand zwischen ihnen überwunden hatte auf seine Lippen. "Nicht. Ich komm klar. Ich brauche kein Mitleid..." Mit sanften Druck ihres Fingers auf seiner Lippe hielt sie ihn davon ab Dinge zu sagen, die das Thema vertieft hätten. Unbewusst hatte sie mit der anderen Hand seinen Unterarm gepackt. Ihren Kopf hatte die Blonde leicht in den Nacken gelegt um ihn anzusehen. Das Gefühl seiner Lippen an ihrem Finger. Sie fühlten sich warm an und kurz senkte sich ihr Blick an jene Stelle.

  • 3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    „Du? Das schwarze Schaf?“ Gespielt bestürzt über diese Tatsache, als hätte er überhaupt nicht damit gerechnet und als würde es das komplette Bild ändern, das er von der jungen Frau hatte, sog er scharf die Luft ein und legte seine gesunde Hand an die nackte Brust. Abermals. „Ich weiß gar nicht wie ich mit dieser Information umgehen soll.“, sagte er dermaßen ernst, das andere das Schauspiel dahinter wahrscheinlich nicht verstanden hätten. Unter anderen Umständen, jedoch wusste Yumi es sicherlich ganz genau. Für ein paar Sekunden fragte er sich ob es auch in seiner Familie ein schwarzes Schaf gab, immerhin gab es das doch irgendwie in jeder oder? Selten waren alle Familienmitglieder brav und befolgten Regeln, Regeln die selbst aufgestellt worden waren. Nach dem was die Blonde bereits über ihre Eltern Preis gegeben hatte wunderte es ihn kaum dass sie diesen Titel bekommen hatte. Dazu musste er auch gar nicht erwähnen weshalb, denn sie wussten es wohl beide. Darren vielleicht nur ein bisschen weniger. „Oh, nicht? Ich dachte du würdest schon richtig darauf brennen im hübschen Häuschen mit Vorgarten zu leben. Bestimmt haben deine Eltern auch noch ein Zimmer für dich eingerichtet. Wenn sie denn noch dazu kamen..“ Vielleicht klangen seine Worte etwas vorwurfsvoll, was eigentlich nicht wirklich fair war, da er ihre Eltern nicht kannte aber das musste er jetzt gerade auch nicht. Vielleicht irgendwann einmal.. aber das war ein ganz und gar anderes Thema. Der Musiker zog seine Augenbrauen zusammen, sah besorgt. Es störte sie oder? Sie nahm es nicht wirklich auf die leichte Schulter, wahrscheinlich vergrub sie es irgendwo in sich. Versteckte es hinter ihrer Mauer? Es war die Art wie sie ihre Arme um ihren Oberkörper schlang, wie sie sich an sich selbst festhalten wollte weil sie irgendwo vielleicht Halt suchte. Halt, den ihr ihre tolle Familie nicht geben konnte. Die junge Frau kam ihm schließlich wieder näher und er schloss seine Lippen, schluckte die Worte hinunter als er ihren Finger an seinen Lippen spürte. „Kein Mitleid. Wieso auch? Ich bin mir sicher in Zukunft bist du selbst Eigentümerin eines Hauses mit gepflegtem Vorgarten in einer sicheren Gegend und kleinen Kindern, die mit deinem braven Hund im Garten herumtollen.“, sagte er schmunzelnd, spürte das sanfte Kribbeln an seinem Unterarm und hielt sich nicht zurück dabei seine Arme um ihre Taille zu legen, sie damit ein bisschen an sich heran zu ziehen. „Das klingt doch traumhaft oder nicht? Die Familiengruppe lassen wir.. dann einfach weg.“ Darren hauchte einen Kuss an ihre Fingerspitze und grinste. Natürlich war die kleine Pause nach dem wir beabsichtig gewesen. Ihr kurzer verirrter Blick war ihm nicht entgangen und ein Grinsen umspielte seine Lippen. „Na, wie groß ist gerade das Bedürfnis wegzurennen bei dieser Zukunftsvorstellung?“

  • [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi


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    Sie rollte mit einem Schmunzeln auf den Lippen mit den Augen als er sich bestürzt gab bezüglich ihrer Rolle in der Familie. Ja wahrscheinlich war es wenig verwunderlich, dass sie nicht unbedingt der Vorstellung entsprach, die sich ihre Eltern für sie ausgedacht hatten. Dafür trank sie zu viel. Dafür rauchte sie zu viel. Und dafür genoss sie es viel zu sehr sich mittels zwanglosem Sex abzulenken. Das war nicht das was sie für ihre Erstgeborene wollten und das war wahrscheinlich auch nachvollziehbar aber es war eine Rolle mit der Yumi gut klarkam. Sie war eine Enttäuschung für die Beiden. Heute wie auch damals wobei sie noch nicht einmal wussten wie groß die Enttäuschung wirklich war. Wie lange es wohl dauern würde bis die Information zu ihnen durchsickern würde? Wahrscheinlich waren sie immer noch auf Weltreise und seit sie in Riverport lebten konnte man sich zumindest sicher sein, dass nicht bereits am nächsten Tag JEDER Bescheid wusste. Ein weiterer Vorteil der Stadt. Etwas das man vermutlich noch mehr genoss, wenn man in einem kleinen Dorf aufgewachsen war wo jeder jeden kannte. Yumi streckte dem anderen die Zunge raus als dieser weiterhin in seinem Schauspiel verharrte. Wenn sie ihn nicht schon so gut... Sie unterbrach den Gedanken, denn irgendwie war er erschreckend. Sie kannte ihn mittlerweile gut genug um zu wissen, dass das nicht sein Ernst war obwohl nichts - wirklich nichts - darauf schließen lies, dass es sich um einen Scherz handelte. Wann war das passiert? Wann war aus dem One-Night-Stand Jemand geworden, der ihr so vertraut war? Obwohl sie sich Mühe gegeben hatte ihn von sich zu stoßen aber nicht genug - richtig? Es ergriff das Wort und holte sie damit aus ihren Gedanken, denn die Sache zwischen ihm und ihr war gerade nicht Thema. Würde doch sowieso bald Geschichte sein wenn diese Zufallsbegegnungen aufhörten - wenn man sich nicht mal eben so im Wohnheim über den Weg lief. Yumi legte den Kopf schief. Verzog übertrieben angewidert das Gesicht. "Weiß nicht. Was war noch einmal die Alternative? Unter der Brücke? Klingt auf jeden Fall ansprechender..." Ihre Gesichtszüge lockerten sich wieder aber es war ein Thema das sie mehr aufwühlte als es sollte. Es sollte ihr egal sein. Es war ihr egal aber nicht so egal wie sie es gerne gehabt hätte. Ihre Beziehungen zu ihren Eltern würde sich nicht mehr ändern. Genau genommen wollte sie auch nicht mehr und das war in Ordnung. Sie brauchte sie nicht. Sie brauchte niemanden. Sie hatte gerade ihre Arme um sich geschlungen und war wieder näher an den Studenten herangetreten als sie seinen Blick bemerkte. Er wirkte fast schon besorgt - so als würde er mehr in das was sie von sich gab hinein interpretieren und darum war es an ihr das zu unterbinden was sie auch folglich tat als er versuchte sich zu Wort zu melden. Es hätte andere Möglichkeiten gegeben ihn zum Schweigen zu bringen. Verlockende Möglichkeiten. Aber es war besser es zu lassen. Es. wäre vernünftiger es zu lassen. Vernunft war noch nie ihre Stärke gewesen weswegen sich ihr Blick auch wie automatisch ebenfalls für einen Moment an die Stelle legte, wo sie ihren Zeigefinger platziert hatte. Das was er folgend von sich gab entsprach zwar ihrer Horrorvorstellung ihrer Zukunft aber es war immer noch besser als der mitleidige Blick, den er ihr zugeworfen hatte. So etwas hatte sie noch nie gemocht. Deshalb behielt sie diese Dinge gewöhnlich für sich - machte die Sachen mit sich selbst aus bevor sie Jemanden um Hilfe bat. Hatte bisher ja ganz gut geklappt also warum daran etwas ändern. Sie spürte wie sich seine Arme um ihre Taille legten und er dadurch den Abstand noch ein wenig verringerte, so das sie direkt vor ihm stand, während er an die Theke gelehnt da stand und für das was sie eigentlich tun wollte - viel zu wenig an hatte. Der einzige Vorteil den das mit sich brachte war die Narbe, die seinen Körper zierte - welche die junge Erwachsene freundlich darauf hinwies warum genau sie dieses Spielchen nicht weiterspielen sollte. Er schmückte das Szenario um ihre Zukunft weiter aus und bei dem klitzekleinen Wörtchen 'wir' darin zuckte sie kaum merklich zusammen. Ihre Blicke trafen sich und Yumi glaubte zu sehen wie seine Augen dabei amüsiert funkelten, weil er ihre Reaktion darauf bemerkt hatte. Er hauchte einen Kuss gegen ihre Fingerspitze und grinste woraufhin sie die Hand sinken ließ. Ein Schmunzeln umspielte ihre Lippen und einen Moment senkte sie den Kopf nur um ihn folgend wieder anzuheben und ihren Gegenüber direkt anzusehen. "So groß, dass ich mir schon zum dritten Mal seit ich hier bin überlege wie schlimm es wäre im strömenden Regen bis zum Wohnheim zu laufen..." Schonungslos blickte sie ihm in die dunkelbraunen Augen - machte keinerlei Anstalten wegzusehen. Im Grunde war es nicht unwahr... "Wenn du möchtest das ich gehe, hättest du das auch einfach sagen brauchen." fügte Yumi noch hinzu als wäre es offensichtlich, dass diese Version ihrer Zukunft genau das zur Folge hätte. Das sie wegrannte. Was nicht von irgendwo kam ehrlicherweise, denn das war das was sie tun würde aber schon vorher. Das dürfte wohl Beiden klar sein, sonst würde sich Darren vermutlich nicht diesen Scherz daraus machen. Sie schob ihre Hand seinen Arm entlang nach oben. Ein vertrauter Weg, den sie nicht zum ersten Mal ging. Bewusst spürte sie seine Haut unter ihren Fingerkuppen und widerstand dem Verlangen ihre Hände in seinen Nacken zu legen - ihn an sich zu ziehen. Ihn zu küssen. Da weiterzumachen wo sie vorher abgebrochen hatten. "Hast du es auf mein Essen abgesehen? Sag es gleich..." kam es stattdessen über ihre Lippen als wäre es das was ihr im Kopf herumspukt und nicht das was sie gerne mit ihm tun würde. Ein Teil von ihr hoffte sogar, dass dieser Lieferant sich ein bisschen beeilen würde, bevor sie mal wieder eine Dummheit beging. Beim Essen wären ihre Hände und ihr Mund zumindest beschäftigt und die Chance, dass sich diese Körperteile an ihm beschäftigen würden sank zumindest etwas...

  • 3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Ihr überaus angewiderter Gesichtsausdruck entlockte ihm ein Schmunzeln. „Naja..“, begann der junge Kerl und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. „Ich bin mir sicher du bekommst das Plätzchen wunderschön hergerichtet. Vielleicht teilt einer der Obdachlosen seinen Schlafsack mit dir nachdem er dir die schönste Brücke der ganzen Stadt gezeigt hat. Sollen wir noch Fotos ausdrucken gehen, die du aufhängen kannst?“ Darren legte den Kopf schief als würde er ernsthaft auf eine Antwort warten. Die Vorstellung von ein paar eingerahmten Fotos an einer sonst verlassenen Brücke war auch irgendwie amüsant. Umrahmt von einer Lichterkette. Er schüttelte den Kopf. Es war nicht schwer für ihn zu bemerken wie dieses Thema trotz ihrer harten Schale an ihr nagte und kleine Risse in ihrem Mauerwerk hinterließ. Was auch das aufkeimende Mitleid in seinem Blick erklärte, das Yumi aber gleich wieder auslöschte in dem sie auf ihn zu kam und ihm dieses Gefühl verbot. Der Student ließ sich von ihrem Blick einnehmen, versank in ihren blauen Augen als sie sie auf ihn richtete. Auch er schmunzelte, schob dann aber die Lippe nach vorne. „Wow, wie gemein..“, erwiderte er mit einem leisen Seufzen auf ihre schonungslose Antwort. Dass in diesen Worten wahrscheinlich viel mehr Wahrheit steckte als man vielleicht erst dachte, formulierte sie es ja eher wie einen Witz, ignorierte der Musiker gekonnte. „Irgendwo hier liegt bestimmt ein Regenschirm.“ Darren neigte seinen Kopf etwas zur Seite, ließ seinen Blick nach unten gleiten und hob anschließend die Augenbrauen. „Und so, kann auch keine Hose nass werden.“, wies er auf die Tatsache hin, dass sie unten herum immer noch nackt war. Also ihre Beine waren nackt, der Rest ja nicht mehr, was er fast schon schade fand. Die sanfte Berührung ihrer Fingerspitzen zog eine Gänsehaut mit sich, die sich über seinen Körper ausbreitete und ihm ein Lächeln beschwerte, das sich sogleich in ein Grinsen umwandelte. „Oh nein, ich wurde überführt.“ Kurz nahm er seine Hände von ihrer Taille und hob sie in die Luft. Ertappt und überführt. „Aber vielleicht haben wir auch beide Pech und das Essen fällt dem Gewitter zum Opfer.“ Denn der Regen schien keineswegs nachzulassen und er konnte schon bis hierher hören, wie der Lieferant die beiden verfluchte. Darren hob seine Hand, strich der Anderen eine verirrte Strähne hinters Ohr. Sein Blick senkte sich, traf ihre Lippen und verharrte dort. Doch nicht zu lange bevor er sich von ihr abwand und durch die noch sehr leere Küche stapfte. Ein paar Schritte weiter in den großen Raum hinein, dessen Mitte das große Sofa bildete. An einem Schalter an der Wand konnte man wohl das Licht dimmen, wie es mittlerweile in fast allen neuen Wohnungen der Fall war. Es fühlte sich komisch an eine Wohnung zu erkunden, die einem gehörte. Die einem geschenkt wurde, obwohl man nie danach gefragt hatte. Wobei es auch komisch wäre bei seinen Eltern danach zu fragen aber er war sich fast sicher dass es verzogene Kinder gab, die so etwas erwarteten.. Auf der anderen Seite blieb sein Blick zwischen zwei beinahe leeren Bücherregalen an einer Tür haften, die ihm bis jetzt gar nicht wirklich aufgefallen war. „Ah, da ist wohl die Folterkammer.“ Er warf Yumi noch einen Blick zu, schmunzelte und zu den Regalen, wo er kurz inne hielt als er ein Foto seiner Eltern entdeckte. Ein etwas älteres Bild, sein Vater hatte mittlerweile ein paar Falten mehr bekommen. Die ließen sich auf den Videocalls die er zwischendrin mit seinen Eltern machte nicht verstecken. Während seine Mutter noch immer aussah als hätte sie gerade erst die 30 hinter sich gelassen. Der angehende Schauspieler öffnete die Tür und schaltete das Licht an bevor er inne hielt und seinen Griff um den Türgriff festigte. Wie viel mehr wollten seine Eltern übertreiben? Sie hatten sogar dafür gesorgt dass seine ersten Instrumente hergebracht wurden. Sein Klavier, seine Gitarre, auf denen er spielen gelernt hatte. Er erkannte sie sofort an Schrammen und Kratzern und ein paar Stickern, die er damals aufgeklebt hatte. Überraschend, dass sie die Reise überlebt hatten. Er ließ den Türgriff los, blieb trotzdem auf der Stelle stehen. Es war wirklich eine Folterkammer. Denn in seiner aktuellen Situation war da nichts mehr als Schmerz.

  • [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi


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    Als er ihre nicht ganz unwahre Aussage als gemein betitelte oder vielleicht auch sie selbst zuckte Yumi nur flüchtig mit den Schultern. Das war nicht das erste Mal, dass man sie so nannte. Sie hatte schon schlimmeres gehört. Dabei huschten ihre Mundwinkel kurz nach oben. Sie folgte seinem Blick als er ihr durch Anbieten eines Regenschirms einen Fluchtweg bot, sah dabei über ihre Schulter Richtung Türe als würde sie sein Angebot annehmen bevor die Blonde sich dem Anderen wieder zuwandte - sah wie sein Blick über ihre entblößten Beine wanderte. Sie schmunzelte kaum merklich. Es wich auch nicht von ihren Lippen als er die Hände hob und sich geschlagen gab. Seine Pläne offenbarte, dass er nach ihrer Essensauswahl trachtete. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte nun unweigerlich über ihn. Das leichte Lächeln auf seinen einladenden Lippen. Die erhobenen Arme. Die Muskeln, die sich unter seiner Haut abzeichneten. Nicht übertrieben. Ganz dezent. Kurzzeitig fragte sich die Blondine tatsächlich ob es nicht vielleicht doch besser wäre im seinen Pullover zurück zu geben damit letztendlich auch seine Hose an Ort und Stelle blieb. Nicht gerade unauffällig senkte sie den Blick. Die Tatsache, dass er das Wetter ansprach kam ihr dabei ganz gelegen, denn so konnte sie ihren Blick aus dem Fenster werfen und musste sich nicht zwanghaft einen anderen Fokus als die Person vor ihr suchen. "Es gibt Dinge darüber scherzt man nicht, Darren..." Unfassbar zärtlich streiften seine Fingerkuppen ihre Wange als er ihr eine verirrte Haarsträhne hinters Ohr strich. Sein Blick heftete sich an ihre Lippen und in Yumi kämpfte das Verlangen diesem Bedürfnis nachzugehen gegen das was sie sich in den Kopf gesetzt hatte. Der Tatsache, dass es nicht sein durfte. Das es einen Schlussstrich brauchte damit... er seinen Frieden finden konnte. Wen genau belog sie hier eigentlich? Sich selbst? Alle? Beides. Damit er ihr nicht noch näher kam als er ohnehin schon gekommen war. Denn es sollte nur Sex sein. Flüchtige Nähe ohne Gefühl. Das sollte es sein und nicht.... das hier. Er hatte sich gerade zurückgezogen und ein Teil von ihr war erleichtert. Der Teil, der ihn auch unter der Dusche stehen gelassen hatte. Der andere Teil, hätte ihn am liebsten am Arm gepackt und einfach weitergemacht - sich weiter eingeredet das es nur Sex war und das auch in Ordnung so war. Sie war kurz davor diesem Bedürfnis nachzugehen als der Display seines Handys, welches noch immer auf der Theke unweit von ihnen entfernt lag aufleuchtete. Kurz glaubte die ehemalige Studentin, dass seine Prophezeiung sich bewahrheitet hatte - nun eine Benachrichtigung kam, dass ihr Essen nicht geliefert werden konnte aber... dem war nicht so. Es brauchte nur eine Sekunde. Wenn überhaupt. Vielleicht sogar weniger. Das Bedürfnis, welchem sie gerade noch nachgehen wollte war wie weggeblasen. Die Mauern hochgefahren. Seine Prinzessin. Natürlich. Wer sonst. Sie bemühte sich um eine emotionslose Miene - hatte sich aber ohnehin abgewandt. Sie ignorierte das Gefühl, welches sich in ihr ausbreitete als sie diesen Namen gelesen hatte. Sie schob es von sich. Ließ nicht zu, dass es von ihr Besitz ergriff. Sie verkniff sich einen schnippischen Kommentar, biss sich auf die Lippe aber hatte auch wieder ihre Arme um sich geschlungen und folgte ihm vorsichtig mit dem Blick oder vielmehr seinem Blick als er ein Foto in einem der Bücherregale entdeckte. Seine Eltern? Sie trat nähern und hielt doch Abstand. Sie sahen glücklich aus. Aus eigener Erfahrung wusste Yumi, dass das Vorhandensein solcher Fotos noch lange nicht bedeutete das dem auch so war, denn sie war sich sicher, dass das Haus ihrer Eltern voll damit war. Man musste doch den Anschein erwecken alles wäre super. Ihrer Mutter war das schon immer wichtig gewesen - was die Anderen dachten. Vermutlich einer der Gründe warum sie nicht mit ihr klarkam. "Hmmmh wir hatten noch nicht mal ein Date und du stellst mich schon deinen Eltern vor? Ziemlich forsch wenn du mich fragst..." Yumi deutete auf das Foto und ihr Blick verharrte darauf - bewunderte es, denn es war keins dieser typischen gestellten Fotos. Es sah vielmehr wie eine Momentaufnahme aus. Als hätte jemand einen ganz besonderen Augenblick festgehalten und so auch viel mehr Ehrlichkeit eingefangen als es auf gestellten Fotos der Fall war. Vielleicht erweckte es deshalb den Anschein als wären die Beiden wirklich glücklich. Sie bemerkte es nicht einmal selbst aber ihre Lippen formten ein leichtes Lächeln dabei aber als Darren erneut das Wort ergriff wurde ihre Aufmerksamkeit ebenfalls auf die Tür gerichtet, welche er gerade dabei war zu öffnen. "Sag das doch gleich. Und ich dachte schon wir müssen den Abend damit verbringen Smalltalk zu führen oder wie mit vierzehn Wahrheit oder Pflicht spielen..." Yumi biss sich spielerisch auf die Lippen aber da der Andere wie eingefroren in der Tür stehen blieb verschwand das zweideutige Grinsen ihrerseits ganz schnell wieder als sie zu ihm aufschloss und an ihm vorbei in den Raum sah. Ein Klavier und eine Gitarre standen in dem sonst sehr dezent eingerichteten Raum. Folterkammer, hm? Sie studierte sein Profil. Wahrscheinlich war es genau das für ihn. Der Anblick der Instrumente schmerzte ihn - ließ ihn wieder bewusst werden was sie ihm genommen hatte. Kreativität. Perspektive. Zukunft. Alles. Sie schob sich an ihm vorbei in den Raum. Ihre Schulter streifte dabei seinen Oberarm. Kaum merkbar und doch löste es ein Kribbeln an jener Stelle aus - doch sie schob es weg. "Sind es.... deine?" Vorsichtig streckte sie ihre Hand nach dem Klavier aus, Ihre Fingerkuppen strichen sachte darüber - nahmen bewusst eine Schramme darauf war. Irgendwie verlieh sie dem Instrument einen besonderen Charakter. Machte es perfekt unperfekt. "Da sich meine Klavierkünste auf Alle meine Entchen beschränken bezweifle ich das es so gut klappt wie mit der Gitarre außer du bist ein seeehr guter Lehr..." Sie sah über ihre Schulter und bemerkte seinen Blick. Yumi verstummte. Schloss die Lippen und sah ihn einfach nur an, denn es fühlte sich nicht so an als hätte sie das Recht ihm aufbauende Worte zu schenken. Sie war die letzte die das Recht dazu hatte.

  • 3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Kurz warf er einen Blick über seine Schulter als Yumi auf das Foto seiner Eltern zu sprechen kam. Darren hob seine Augenbrauen, wirkte überrascht. „Hm? Ich bin mir eben sicher, das dürfen meine Eltern schon wissen.“ Er sprach es aus wie selbstverständlich, als wäre es keine große Sache. „Du hast noch Gelegenheit dein schönstes Lächeln zu üben, dahinter folgt der Antrag und der versteckte Fotograf.“, spann der Kerl die Geschichte weiter und blieb zunächst ernst, achtete auf die Reaktion der ehemaligen Studentin und musste sich das Lachen verkneifen, denn der Begriff der Folterkammer, den er folgend erwähnte, passte so wohl auch ohne irgendwelche Gerätschaften aus dem Mittelalter. Er hielt noch ein paar lange Sekunden inne bevor er lachte. „Keine Sorge, mit dem Antrag warte ich noch. Ich meine… hier? Ganz alleine ohne Publikum? Nicht meine Art.“ Hätte er glänzend lange Haare hätte er diese jetzt wohl über die Schulter geworfen, doch so schüttelte er nur augenrollend den Kopf und öffnete die Tür zu seiner persönlichen Folterkammer. Die zarte Berührung, als Yumi sich an ihm vorbei schob und ihre Oberarme sich berührten, ließ ihn kurz die Luft anhalten bevor er sie langsam wieder aus seiner Lunge entließ und dabei die Augen geschlossen hielt. Seine Eltern meinten es gut, sie wollten ihm eine Freude machen und unter anderen Bedingungen hätte er jetzt wahrscheinlich auch ein strahlendes Lächeln auf den Lippen und vielleicht ein paar kleine Tränchen in den Augen, die den Erinnerungen galten, die er mit diesen Instrumenten verband. Schöne Erinnerungen, denen er gerade gar keine Aufmerksamkeit schenken konnte. „Ja.“ Seine Antwort klang dünn, er räusperte sich. „Darauf habe ich spielen gelernt. Und vielleicht den ein oder anderen Fehlschlag drauf ausgelassen.“, erklärte er die einzelnen Schrammen und konnte sich sogar zu einem Schmunzeln bringen. Zögernd machte er einen Schritt in das Zimmer hinein, spürte ein unsagbares Gewicht auf seinem Herzen während er Yumi dabei beobachtete, wie sie ihre Finger über sein Klavier streifte. Er erinnerte sich zurück als er ihr dieses Lied vorgespielt hatte. An diesen Moment, in dem so viele Gefühle gesteckt hatten. Der sein Herz beflügelt hatte und es fast dafür gesorgt hatte dass es aus seiner Brust sprang. Wie unsagbar nervös er doch gewesen war, so nervös wie er es nicht mal auf der Bühne vor unzähligen Zuschauern war. Wie besonders es gewesen war, dass nur sie seinen Tönen und seiner Stimme gelauscht hatte. Die Bedeutung der Worte wahr genommen hatte.. Dumpf hörte er die junge Frau sprechen, hatte den Blick auf das alte Klavier gerichtet und bemerkte daher gar nicht, dass sie sich zu ihm herum gedreht hatte. In seinen Augen hatten sich Tränen gesammelt. Seine Augenbrauen zog er unbewusst in die Mitte sodass sich eine kleine Falte bildete. Seine Lippen hatte er einen Spalt geöffnet als wollte er etwas sagen. Doch was? Auf ihre Worte konnte er gar nicht antworten, hatte er nicht einmal ganz verstanden, was die Blonde gesagt hatte. Stattdessen kreisten seine Gedanken um.. alles. Der Anblick seiner alten Instrumente, die ihm seine Kindheit und Jugend stets begleitet hatten, auf denen er gelernt hatte Gefühle auf eine andere Art und Weise auszudrücken, lösten in ihm plötzlich Gefühle aus, die sie nie getan hatten. Natürlich hatte er hin und wieder eine Art Schmerz gespürt, wenn er aus traurigen Erlebnissen heraus ein Klavierstück gespielt oder an den einzelnen Saiten der Gitarre gezupft hatte aber das hier war anders. Es fühlte sich endgültig an. Wie eine Sackgasse, in der es nicht einmal eine Wendemöglichkeit gab. Mit dem Verlust seiner Finger hatte er auch das hier verloren. Die Musik. Diese Art Gefühle auszudrücken. Irgendwo auch sich selbst. Ein grollender Donner ließ ihn zusammen zucken, hielt das Gedankenkarussell, in dem er sich in den letzten Monaten immer wieder befunden hatte, an und er drehte den Kopf zur Seite. Mit seiner gesunden Hand wischte er sich erst über das eine, dann über das andere Auge und räusperte sich nochmals. „Mal.. schauen wie lange es dauert bis ich den Raum normal betreten kann.“, sagte er in die Stille und schmunzelte, ließ es nach einem Witz klingen, der aber viel zu viel Wahrheit inne hatte. „Wäre sonst ja schade..“ Der Student nahm auf dem kleinen Hocker vor dem Klavier Platz. Das Polster hatte bereits kleine Löcher aber er hatte sich immer geweigert einen neuen zu kaufen. Charme, Charakter oder so. Tatsächlich spürte er eine Art der Wärme in seiner Brust als er seine Hand auf die Tasten legte. Einen Ton erklingen ließ. Wie auch zuletzt auf der Bühne in der Universität. Aber das hier war noch einmal anders. Immerhin war es nicht irgendein Klavier. Es war seines und man hörte das Alter des Instruments. Vielleicht nicht jeder aber er bemerkte dass es sich verändert hatte. Aber auch das war normal. Die Zeit brachte Veränderung. „Alle meine Entchen also?“, wiederholte er ihre Worte, die ihm nun doch wieder ins Gedächtnis gekommen waren. „Puuuh, das klingt als wäre ein Lehrer gar nicht mehr notwendig.“ Darren hob seinen Kopf und sah grinsend in ihre blauen Augen.

  • [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi


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    Yumi hielt seinem Blick noch einen Moment stand, als er sie angrinste. Dieses Grinsen. Dieses gottverdammte Grinsen. Als hätte er nicht gerade eben noch Tränen in den Augen gehabt. Als hätte sie nicht bemerkt wie seine Stimme versagt hatte. Als wäre es ihr entgangen wie schwer ihm allein das Betreten dieses Raumes gefallen war. Er mimte den Schauspieler. Wie immer."Alle meine Entchen...." wiederholte die Blonde trocken und verschränkte dabei die Arme vor der Brust. "Das und vielleicht Hänschen Klein, wenn ich mich besonders anstrenge. Es gibt also kaum noch Luft nach oben..." Für den Bruchteil einer Sekunde zuckte tatsächlich etwas wie ein Lächeln über ihr Gesicht und dann verschwand es wieder. Mindestens so schnell wie es erschienen war. Ihr Blick glitt zurück zum Klavier. Zu seinen Fingern. Seiner Hand. Ihr Magen zog sich zusammen. Es war jedes Mal dasselbe. Jedes verdammte Mal. Sie sah seine Hand - sah ihn und musste daran denken. An das Knacken von Knochen. An die Sirenen. An den Krankenhausgeruch. An die Tatsache, dass er dort überhaupt nur wegen ihr gelandet war. Weil er sie beschützen wollte. Vor diesen Kerlen. Vor sich selbst. Weil er geglaubt hatte, sie wäre es wert. Yumi presste die Lippen aufeinander. Sie hasste diese Gedanken. Hasste die Albträume, die sie immer wieder quälten und die nur ausblieben wenn sie sich den Kopf vernebelte. Langsam trat die ehemalige Studentin an das Klavier heran. Nicht direkt neben ihm. Nur nah genug um die einzelnen Kratzer im Holz zu erkennen. Die Stellen, die von Jahren erzählten. Von Übung. Von Frust. Von Erfolg. Von ihm. Ihre Fingerspitzen strichen erneut über die Oberfläche. Behutsam - fast ehrfürchtig. "Weißt du.,.." Ihre Stimme war leiser geworden. "...als du damals dieses Lied gespielt hast..." Sie brach kurz ab, denn allein diese Erinnerung ließ ihr Herz unangenehm gegen ihre Rippen schlagen. "...hatte ich nicht viel Ahnung von Musik..." Ein kurzes humorloses Schnauben verließ die Lippen der jungen Frau. "Habe ich eigentlich immer noch nicht. Nicht in dem Ausmaß wie du..." Ihre Augen blieben auf den Tasten liegen. "Aber selbst ich hab verstanden was du damit ausdrücken wolltest..." Die Worte kamen leise. Vorsichtig. Fast so als hätte sie Angst vor ihnen. Irgendwie war es auch so. Sie hob den Blick nicht. Konnte es nicht denn ihre Gedanken hefteten an jenem Moment. An die Art, wie er sie angesehen hatte. An die Gefühle, die damals schon so offensichtlich gewesen waren. Gefühle vor denen sie weglief weil sie sie sich widersagte. Ihre Kehle wurde eng. "Du hast schon immer alles in Musik gepackt, oder?" Ein schwaches Lächeln erschien auf ihren Lippen. Sie schüttelte leicht den Kopf. "Verdammt wahrscheinlich sogar so absurde Gefühle wie Hunger - nicht das Gefühle nicht ohnehin immer absurd wären..." Normalerweise hätte sie erwartet, dass er darauf ansprang. Irgendeinen dummen Kommentar machte. Doch dieses Mal sprach sie einfach weiter. Weil sie wusste, dass sie aufhören würde sobald sie einmal inne hielt. "Und jetzt sitzt du hier..." Ihr Blick wanderte wieder zu seiner Hand. "...und tust so, als wäre das nur eine weitere Hürde." Sie lachte leise. Ohne jede Wärme. "Als wäre das etwas, das man einfach wegtrainieren kann..." Das Lachen erstarb. Ein Donnergrollen ließ die Fensterscheiben erzittern. Für einen Augenblick wurde es still. Nur der Regen war zu hören. Und ihr Herzschlag. Zumindest hatte sie den Eindruck es wäre so. Viel zu laut. "Das ist Bullshit, Darren..." Die Worte kamen schärfer als beabsichtigt über ihre Lippen. Sie amtete aus. Schloss kurz die Augen. "Es ist einfach Bullshit." Langsam hob sie ihren Blick wieder - direkt zu ihm. Diesmal wich sie nicht aus. "Du hast etwas verloren. Es wurde dir... genommen." Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. "Und jeder tut so, als müsste man nur lang genug positiv denken und dann wird alles wieder gut." Sie schüttelte den Kopf. "Manchmal wird es eben nicht wieder gut. Das ist die Realität..." Ein Kloß bildete sich in ihrer Kehle. "Manchmal tut etwas einfach weh..." Ihre Finger krallten sich leicht in den Stoff seines Pullovers. "Und man darf das hassen..." Wieder trat Stille zwischen die Beiden. Eine lange und schwere Stille. Yumi sah ihn an - wirklich an. Nicht den Schauspielstudenten. Nicht den Typen, der Witze darüber machte. Nicht den Mann, der immer versuchte gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Sondern Darren. Und genau das machte alles noch schlimmer. Weil sie sehen konnte wie sehr er litt und weil ein Teil von ihr überzeugt war, dass sie der Grund dafür war. Ihr Blick senkte sich wieder und sie drehte sich von ihm weg. Ihre Schritte trugen sie durch den kleinen Raum. Vorbei an der Gitarre und an einem Notenständer. Vorbei an einem Leben, dass so sehr nach Darren aussah. dass es beinahe weh tat. Ihre Fingerspitzen strichen über den Hals der alten Gitarre. Blieben an einer abgeplatzten Stelle im Lack hängen. Wahrscheinlich kannte er die Geschichte hinter jeder einzelnen Schramme. Wahrscheinlich erinnerte er sich an jeden Song. Jede Probe. Jeden Auftritt. Jeden Traum. "Ich glaube..." Ihre Stimme wurde leiser. "Ich würde diesen Raum nie wieder betreten können..." ein bitteres Lächeln erschien auf ihren Lippen. "Nicht wenn etwas, dass ich liebe darin gestorben wäre..." Kaum ausgesprochen bereute sie die Worte. Weil sie viel zu ehrlich waren. Weil sie nicht nur vom Klavier sprach. Nicht nur von der Musik. Sie sprach von Verlust. Von Dingen, die man nicht zurückbekommt. Von Menschen. Von Gefühlen. Von all den Dingen, vor denen sie seit einer Ewigkeit wegrannte. Yumi wandte den Blick in Richtung Fenster ab - in die Dunkelheit draußen. "Deshalb finde ich es irgendwie.... beeindruckend, dass du überhaupt hier sitzt." Ein kurzes Lächeln umspielte ihre Lippen. Müde. "Ich meine ich hätte wahrscheinlich längst alles angezündet und wäre ausgewandert..." Für einen Moment wirkte es beinahe so als hätte sie die Kurve bekommen. Als hätte sie die Schwere wieder mit Sarkasmus erstickt. Doch dann wurde sie im nächsten Moment wieder ernster. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass sie während des Gesprächs immer näher an das Klavier getreten war - neben ihm zum stehen kam. Nah genug um den vertrauten Geruch seines Duschgels wahrzunehmen. Nah genug um die Wärme deines Körpers zu spüren. Ihre Augen fielen wieder auf seine Hand. Für einen Moment hob sie ihre eigene. Ganz automatisch. Als würde sie sie auf seine legen wollen. Die Bewegung kam nicht einmal bewusst. Erst im letzten Augenblick hielt sie inne. Ihre Finger verharrten wenige Zentimeter über seinen. Dann zog sie ihre Hand wieder zurück als hätte sie sich verbrannt. "Du musst übrigens nicht die ganze Zeit stark sein..." Die Worte kamen so leise, dass sie beinahe im Regen untergingen. "Nicht vor mir..." Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Was zum Teufel redete sie da eigentlich. Sie bot ihm etwas an, dass sie selbst niemals zulassen würde. Verletzlichkeit. Vertrauen. Nähe. Yumi schluckte schwer und fügte mit einem schiefen Lächeln hinzu. "Auch wenn ich zugeben muss, dass du als emotionales Wrack wahrscheinlich deutlich nerviger wärst...." Der Versuch die Stimmung aufzulockern war offensichtlich. Aber ihre Augen verrieten sie, denn in ihnen lag nichts von ihrem üblichen Spott. Stattdessen war da... Sorge? Und vielleicht noch etwas anderes - etwas, dass sie niemals laut aussprechen würde und zeitgleich ertönte die Türglocke. Das Essen. Richtig. Einer der Gründe wieso sie noch hier war…

  • 3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Er sagte nichts. Kurz zuckten seine Mundwinkel nach oben als Yumi davon sprach dass er sicherlich die belanglosesten Dinge unheimlich gefühlvoll in Musik ausdrücken konnte und kurzerhand erinnerte er sich zurück an eine Aufgabe von seinem Professor in der sie alltägliche Augenblicke mit vollkommen anderen Emotionen darstellen sollten. Und wie einfach es ihm gefallen war einen verbrannten Toast zu beerdigen. Seine Gefühle und Emotionen offen darzulegen fiel ihm nicht besonders schwer oder war es eher auch ein schauspielerisches Talent so zu tun als wäre er derjenige der all sein Innerstes auf der Zunge trug? Darren presste seine Lippen zusammen, kam dem Blick ihrer stechend blauen Augen nicht aus und erwiderte ihn schließlich während sie weiter Worte aneinander reihte in einer Menge, die man von ihr gar nicht gewohnt war. Vielleicht unterbrach er die ehemalige Studentin deshalb nicht weil es ja fast schon ein seltener Moment war oder es lag an der Tatsache dass er nicht wusste was er sagen sollte. Es war Bullshit? Diese ganze Situation, seine gute Laune, sein Optimismus, die beinahe nie endende Hoffnung auf Besserung? Oh, wenn Yumi nur wusste wie oft er verzweifelt hochprozentige Flaschen leerte, sich wie ein pubertierender Teenie in den Schlaf weinte und das Internet nach ähnlichen Vorfällen durchsuchte die gut ausgegangen waren. Es war Bullshit. Aber sollte man nicht immer weiter machen? Auch wenn die Schritte noch so klein waren? Der Kerl hob seinen Kopf nicht als die Blonde durch den Raum schlenderte, schaute starr auf die schwarzen und weißen Tasten des Klaviers, deren Farben sich langsam hinter einem Tränenschleier miteinander mischten. Beeindruckend war er also? Der Teil von ihm, den er täglich nach außen hin den anderen präsentierte fühlte sich beinahe geehrt von diesem Kompliment, spielte er seine Rolle doch wahrlich gut. Ein fast schon belustigter Laut kam über seine Lippen und er hob seinen Kopf etwas, hielt seine zusammen gefallene Haltung jedoch bei. Mit einem Mal schlug sein Herz ein paar Takte schneller und ohne ganz aufsehen zu müssen wusste er dass Yumi ihm wieder näher gekommen war. An seiner Seite stand, Wärme ausstrahlte auch wenn in ihrer Nähe sooft von Kälte die Rede war. Und trotzdem war da nicht einmal ein Kribbeln als ihre Hand kaum entfernt über der seinen schwebte. Kein Kribbeln, kein Gefühl. Kein verdammtes Gefühl löste sich in seiner Hand. Darren schluckte den Kloß in seinem Hals hinunter und knirschte unbewusst mit den Zähnen, merkte jedoch wie fest sich sein Kiefer angespannt hatte. "Ich weiß..", kam es ihm nach langer Zeit des Schweigens über die Lippen. Er wusste dass er vor der Blonden nicht den starken Helden spielen musste. Nicht noch einmal. Jedoch war es manchmal so schwer dieses Spiel zu beenden. Den Starken abzulegen, einfach er zu sein. Der verzweifelte Mann, der beinahe kein Licht mehr sah. Ihr Versuch diese düstere Stimmung im Musikzimmer aufzuheben kam nicht einmal bei ihm an, er überhörte es und stand stattdessen auf. Die hölzerne Klappe fiel mit einem viel zu lauten Knall zu, verdeckte die Tasten, die im Augenblick nichts anderes als Schmerz hervor lockten. "Ich bin nur wegen dir hier." Schon während sich diese Worte in seinem Kopf zu einem Satz geformt hatten wusste er dass er einen negativen Beigeschmack hatten. Dass Yumi sie anders auffassen würde weil sie nur das konnte, die Negativität in seinen Aussagen heraus picken und darauf beharren, auch wenn er ihr noch sooft gesagt hatte dass sie verdammt nochmal damit aufhören sollte sich die Schuld dafür zu geben. Aber ihr hübscher Sturkopf würde nie damit aufhören. Ein Fakt, der ihm neben dem Anblick der wunderschönen Frau ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Auch wenn es noch so klein war. Darren hob seine Hand, legte sie sanft auf ihren Kopf, strich an ihrer Schläfe entlang und strich mit seinem Daumen über ihre Wange. Nach einem zarten Kuss auf die Stirn ging er schließlich an ihr vorbei. Der Student war nur wegen ihr hier. In diesem Zimmer, an seinen Instrumenten oder meinte er durchaus noch mehr? Er war nur noch wegen ihr hier? Vielleicht war es das. Doch er führte es nicht weiter aus. "Wenn du stehen bleibst, klaue ich dir doch noch dein Essen..", sagte er in ihre Richtung, hatte den Kopf etwas zur Seite gedreht und einen Blick über seine Schultern geworfen. Ein Grinsen zierte seine Lippen, in seinen Augenwinkeln glitzerten noch Tränen bevor er an die Tür ging. Davor hatte er noch seinen etwas feuchten Geldbeutel aus der Küche geholt und bezahlte den Lieferungen, gab ihm dabei etwas mehr Trinkgeld als gewöhnlich nachdem er sich auch ein paar Mal entschuldigt hatte. Die Ausbeute vom Lieferanten brachte er in braunen Papiertüten ins Wohnzimmer und breitete das Innere auf dem Couchtisch aus.

  • [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi




    Lange Zeit sagte er kein Wort. Beinahe kam sich die Blonde schon dämlich vor, dass sie all diese Worte in den Mund genommen hatte - deutlich zu viele und deutlich zu... gefühlvoll. Sie zweifelte in dem Moment an ihnen als sie ausgesprochen waren und noch mehr als er sie stillschweigend einfach hinnahm - nichts dazu sagte - erst viel später und dann regelrecht zurückhaltend - wo eigentlich immer er derjenige war der wesentlich mehr von sich gab - der Nähe suchte wenn sie auf Distanz ging aber sie zugleich versuchte nicht einzuengen wenn sie ihren Freiraum wollte was durchaus schwierig war im Anbetracht der Tatsache, dass sie nach unterschiedlichen Dingen suchten oder zumindest glaubten danach zu suchen. Er wusste, dass er nicht so tun musste als wäre alles in Ordnung und doch fiel er immer wieder in diese Rolle - vielleicht weil es einfacher war als alles aufzugeben oder weil es das letzte bisschen Halt war, dass er brauchte um weiterzumachen. Yumi zog die Augenbraue zusammen. Sie war das. Sie hatte ihn dazu gemacht. Zu einem Schatten seiner Selbst. Hoffnungslos. Antriebslos. Leer. Egal wie sehr er es negierte. Die Schuldgefühle zerfraßen sie. Von Tag zu Tag.

    Als er fortfuhr spürte sie einen unangenehmen Stich in der Brust und ihre Augen weiteten sich seinen Moment. Er hatte recht. Er war nur wegen ihr hier. Am Abgrund der Verzweiflung. Yumi senkte den Kopf. "Ja..." kam es knapp über ihre Lippen. Monoton. Dieses Mal keine Entschuldigung. Dieses Mal kein 'Wenn wir uns nie kennengelernt hätten wäre alles besser...' Einfach nur eine Zustimmung auch wenn sie sich nicht sicher war ob diese Worte die selbe Bedeutung für sie Beide hatten. Yumi blickte ihn nicht an. Wollte ihm dabei nicht in die Augen sehen doch das Schließen des Klaviers ließ sie unerwartet zusammenzucken. Er hatte sich erhoben und immer noch kreisten ihre Gedanken um zwei Wörter - zwei Wörter, die sich immer wieder widerholten. 'Wegen dir'. Zwei Wörter die so viel mehr waren - die sie schon ein Leben lang begleiteten. Es war so vieles wegen ihr. Die Trennung ihrer Eltern. Die schlechte Beziehung zu ihren Geschwistern. Die Trennung von ihrer ersten Liebe. Das Drama um Alice und Simon. Der Verlust seiner Fähigkeit Musik zu machen und seinen Traum nachzueifern. Wegen ihr. Ja. Sie spürte plötzlich seine Hand auf ihrem Kopf. Die Wärme, die davon ausging. Die Sanftheit mit der er ihr übers Gesicht strich und der flüchtige Kuss, den er ihr auf die Stirn hauchte bevor er an ihr vorbei ging. Sein Name lag ihr auf den Lippen aber sie sprach ihn nicht aus - behielt ihn für sich so wie auch den Schmerz, der sie fast auffraß. Das Wissen einfach nicht gut für jemanden zu sein und die Unfähigkeit sich völlig von ihm fernzuhalten... Das Bedürfnis ihn aufzuhalten war da. Zu hinterfragen wieso er so etwas tat obwohl es doch... wegen ihr passiert war. Wie konnte er sie auf diese Weise behandeln wenn sie mit ihm spielte. Sich nur das nahm was sie brauchte ohne Rücksicht darauf zu nehmen wie sehr sie ihm damit verletzte. Wie konnte er über mehr nachdenken wenn sie ihm ständig von sich stieß. Irritiert blickte Yumi ihm hinterher und so trafen sich auch ihre Blicke erneut als er sie über seine Schulter ansah, die Tränen in seinen Augen entdeckte, welche glasig funkelten und trotzdem lag ein Grinsen auf seinen Lippen als die nächsten Worte über seine Lippen kamen und sie verspürte ein Kribbeln in ihrem Bauch als sie es gedanklich bewunderte weil es wirklich gut aussah wenn er lächelte. Einnehmend und wärmend. Besonders. Trotz seiner heraufordernden Worte brauchte die junge Erwachsene noch einen Moment. Nicht nur weil sie über die Widersprüchlichkeit in ihr nachdachte sondern weil es ihr irgendwie Angst machte was er mit einem einfachen Grinsen in ihr auslösen konnte. Kopf und Herz schienen unterschiedliche Dinge zu wollen aber ihr war wohl bewusst auf was von Beidem sie besser hören sollte. Erneut ließ sie den Blick durch den Raum schweifen - über die Instrumente, die ihn schon so lang begleiteten - so viele Seiten von ihm entdecken durften. Unwillkürlich fragte sie wie viele Seiten sie schon kennengelernt hatte und ob es wenn das alles hier vorbei war ein Gesamtbild ergeben würden. Das Bild von ihm, dass sie gedanklich mit sich nehmen würde und hoffentlich irgendwann auch vergessen konnte wenn sie nur genug Raum und Zeit zwischen sich und ihm gebracht hatte.

    Sie folgte ihm aus dem Raum hinaus und schloss die Tür hinter sich und dennoch hatte sie das Gefühl, das die Schwere, die dieser Raum mit sich brachte sie begleitete - das ganze Apartment einnahm. Yumi nahm auf der Couch Platz und betrachtete die Essensausbeute, für die der arme Lieferjunge durch den strömenden Regen gelaufen war - dem Gewitter getrotzt hatte, dass da draußen tobte. Ihr Blick wanderte zum Fenster. Immer wieder gleißende Blitze und kräftige Donner. Hier drinnen konnte nichts geschehen - das wusste sie. Aber allein der Gedanke da draußen zu sein bereitete ihr Kopfzerbrechen. War hier zu bleiben einfach nur ein nötiges Übel? Nein. Vielleicht eine passende Ausrede aber das war nicht der einzige Grund wieso sie hier war - wieso sie überhaupt mitgekommen war. Es fiel ihr schwer das hier loszulassen aber zugleich auch die einzige Möglichkeit. Sie trennte schon einmal die Holzstäbchen voneinander um sie anschließend auf die mitgelieferten Servietten zu legen als auch Darren neben ihr Platz nahm. Alle Packungen waren geöffnet und in die Mitte des Tisches gestellt worden. "Sag mir dann was du für das Essen bekommst..." erinnerte sie den Studenten und als sich Yumi nach vorne beugte um ihre Stäbchen an sich zu nehmen berührten sich ihre Oberschenkel ein klitzekleines bisschen. Diese simple Berührung jagte einen Schauer durch ihren Körper und weckte das Bedürfnis die letzten Zentimeter zu überwinden - da weiterzumachen wo es damals aufgehört hatte leicht zu sein - wo es einfach nur das war was sie gebraucht hatte und vielleicht auch er in dem Moment. "Wir sollten auf den armen Kerl trinken, der das Essen gebracht hatte - immerhin hab ich es jetzt versäumt ihm so die Tür zu öffnen..." Yumi schnappte sich das Fläschchen, welches irgendwie bei jeder Bestellung beim Asiaten immer schon dabei war und öffnete es kurzerhand um einen kräftigen Schluck davon zu nehmen bevor sie es Darren vor die Nase hielt. Sie verzog das Gesicht. Eine Köstlichkeit war das noch nie gewesen aber schon früher als sie als Teenies beim Asiaten bestellt hatten war das immer ein kleines Highlight gewesen. So einfach war man sonst nie an kostenlosen Alkohol gekommen. Geduldig wartete bis er seine Lippen angesetzt hatte doch fast zeitgleich erhellte ein gleißender Blitz den gesamten Raum - es war fast taghell und noch bevor Yumi begriff was geschah krachte es ohrenbetäubend und die junge Erwachsene zuckte zusammen und kauerte sich automatisch an Darren. Ihr Herz klopfte unheimlich schnell und sie versteckte ihr Gesicht an seiner Schulter. Automatisch hatte sie ihre Beine an sich gezogen und ihr Atem ging schnell. Der Strom war ausgegangen, denn als das Donnergrollen zu Ende war konnte man wieder nur den prasselnden Regen hören und es war stockfinster. Das Licht, welches in der Küche gebrannt hatte war ausgegangen und die Beiden saßen in der völligen Dunkelheit. Gar nicht so übel wenn man bedachte das ihre Wangen sich jetzt irgendwie heiß anfühlten als ihr bewusst war das sie sich gerade wie ein kleines Kind versteckt hatte wegen etwas so völlig normalen wie einem Gewitter. Yumi presste die Lippen zusammen und verharrte noch einen Moment. Schon immer war ihr bei krassen Gewittern unwohl gewesen. Früher als sie oft mit Sakura allein zu Hause war hatte die sie abgelenkt. Sie hatten sich dann oft eine Burg aus Kissen und Decken gebaut und hatten sich dann dort versteckt mit ihren Taschenlampen und über Gott und die Welt geredet. So nah hatte sie sich ihrer Schwester schon lange nicht mehr gefühlt. Yumi rückte wieder ein Stück zurück indem sie sich an seiner Brust abstützte (Fehler) und von ihm wegschob. "Entschuldige... ich hab mich nur erschreckt..." kam es ihr schließlich über die Lippen und sie räusperte sich und tastete nach ihrem Handy um die Taschenlampe einzumachen, damit sie etwas sehen konnte aber das musste wohl irgendwo auf der Couch sein, da sie so leicht bekleidet schließlich keine Möglichkeit hatte es einzustecken....

  • 3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Ihm war bereits klar gewesen dass sie so reagierte. Dass sie es natürlich negativ auffasste und Darren konnte es ihr nicht einmal verübeln, denn als er darüber nachdachte hätte er die Worte anders wählen sollen. So, damit Yumi sich nicht irgendeine ausgedachte Schuld heraussuchte und sich darin suhlen konnte, doch selbst in den meist optimistischsten und hoffnungsvollsten Worten würde sie wohl etwas finden dass ihrer Meinung nach ausdrückte dass er allein wegen ihr in dieser Situation steckte. Dass sie allein der Grund war warum sein Leben aktuell eine ständige Achterbahnfahrt war, der jedoch bei aller Liebe ein paar spannende Auffahrten fehlten. Jedoch ließ er ihre knappe Zustimmung unbeantwortet stehen, kümmerte er sich jetzt erstmal um das bestellte Essen. Der Lieferjunge sollte nicht noch ewig vor der Haustür stehen, wenn er sich schon durch das Unwetter hatte kämpfen müssen. Ob Yumi es überhaupt verstehen und akzeptieren konnte was er eigentlich damit sagen wollte? Dass allein sie noch der Grund war warum er sich durch die Tage quälte. Vielleicht war es auch besser so wie es war, denn es war auch eine unfaire Last die er ihr auferlegte. Ja, er wirkte nach außen wahrscheinlich absolut nicht als Jemand, der Tag für Tag mit dunklen Gedanken kämpfte, die manchen vielleicht Angst machen würden, aber er war immerhin ein talentierter Schauspieler und so manche Dozenten wären sicherlich begeistert von seinem Talent. Andererseits war er beinahe schon wütend auf sich selbst, dass diese dumme Verletzung ihn in ein derart dunkles Loch zog. Es war nicht das Ende der Welt, er war weder blind noch taub und selbst das wäre nicht das Ende. Seine Verletzung hielt ihn weder davon ab zu singen, noch Theater zu spielen. Eigentlich war er es doch nur selbst, der sich davon abhielt. Es war schließlich nicht das Ende der Welt. Aber das Ende vieler seiner Träume und war das nicht irgendwo dasgleiche? Wobei es längst nicht alle Träume gewesen waren, die er hatte aufgeben müsste. Ein Traum war gar immerhin nicht soweit entfernt. Zumindest räumlich. Der Student hob seine Augenbrauen und warf der Blonden einen ausdrucksvollen Blick zu, der ihr sofort deutlich machte dass sie nichts zahlen brauchte. Trotzdem beließ er es nicht nur dabei. „Yumi, wirklich, du weißt doch dass der Mann immer beim Date bezahlt.“ Ein Seufzen verließ seine Lippen als wäre er ernsthaft enttäuscht und beinahe schon in seiner männlichen Ehre verletzt dass sie es überhaupt gewagt hatte so etwas zu verlangen. „Dass du so etwas vergisst bei all den Dates, die wir schon hatten.“ Er spielte, witzelte, als wäre er nicht gerade wie ein Häufchen Elend an seinem alten Klavier mit Tränen in den Augen gehockt. Nach und nach öffnete er die verschiedenen Verpackungen, offenbarte damit das leckere Essen dessen Duft sich sogleich im großen Wohnzimmer ausbreitete während die junge Frau sich den wohl wichtigeren Dingen widmete und nach dem kostenlosen Pflaumenwein griff, den diese asiatischen Lieferdienste zu genügend in Hinterzimmern bunkerten und verteilten wie Süßigkeiten an Halloween. „Vielleicht hätten wir eher mit ihm trinken sollen anstatt auf ihn. Hätte ihm bestimmt gut getan.“, gab der Kerl mit gehobenen Augenbrauen zu bedenken. Aber außer eine richtig gute Bezahlung hätte dem wohl eh nichts geholfen. Darren lehnte sich wieder etwas zurück, nahm die Flasche entgegen und beäugte sie erst nochmal bevor er sie an die Lippen setzte, jedoch gar nicht dazu kam etwas vom kostenlosen Alkohol zu kosten. Auch wenn er eh schon wusste, wie das Zeug schmeckte. Aber als es danach klang als hätte unmittelbar über ihnen ein Blitz eingeschlagen und der Donner den lautesten Schlag tat, durchkreuzte das seine köstliche Rechnung und er hätte sich das Glas des Flaschenhalses fast gegen die Zähne geschlagen. Auch, weil Yumi sichtlich erschrocken an ihn heran gerutscht war, sich an ihn kauerte, sie sich gefühlt bei ihm verstecken wollte. Darren selbst war ebenfalls etwas zusammen gezuckt, hatte er im Grunde zwar keine Angst vor heftigen Gewittern aber in diesen Momenten erschrak wohl jeder. Manche mehr und manche weniger und es wunderte ihn daher auch nicht, dass die Blonde so reagierte, es wunderte ihn mehr dass sie sich ihn ausgesucht hatte um Schutz zu suchen. Und nicht irgendeins der weichen Kissen, die sie auf dem Sofa umgeben. Nein, Darren sollte ihr Schutz geben. Sein Herz klopfte ein paar Takte schneller. Er stellte die offene Flasche so gut es ging zur Seite und legte seine Arme um ihren leicht zitternden Körper. Seinen Kopf bettete er sanft auf ihren, strich mit den Fingern langsam durch die noch leicht feuchten Strähnen an ihrem Hinterkopf und schloss die Augen. Es war sowieso stockdunkel. „Du bist nicht allein.“, flüsterte er in die Dunkelheit hinein während er mit seiner verletzten Hand so gut es ihm möglich über ihren Oberarm streichelte. Sein Griff war fest, wollte er ihr das Gefühl von Halt und Sicherheit geben und doch nicht fest genug, da er ihr auch nicht den Atem rauben wollte. Zumindest nicht so. „Ich bin da.“ Das war er. Jetzt und auch für immer. Seine Augenlider öffneten sich wieder als sie sich von ihm wegdrückte, sich entschuldigte und zu gerne hätte er jetzt etwas Licht gehabt, denn er hätte wetten können dass ihre Wangen mit Sicherheit eine rote Farbe angenommen hatten. Darren hob die Hände, tastete im Dunkeln nach ihrem Gesicht, streifte dabei beabsichtigt unabsichtlich, so schwer war es auch nicht ihren Kopf zu erahnen, ihre Brust und legte beide Hände an ihre Wangen. „Wie ich dachte..“, begann er und anhand seiner Stimme konnte man erkennen dass er grinste. „Glühend heiß.“ Sein Herz klopfte immer noch wie wild. Ja, er war in diesem Augenblick wahrscheinlich einfach nur die erste Wahl gewesen aber trotzdem hatte sie sich an ihn geschmiegt, sich in einem verletzlichen Moment doch irgendwie für ihn entschieden. Ach verdammt, vielleicht sollte er manche Momente nicht zu sehr überbewerten.

  • [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi


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    Ihre Augenbrauen hoben sich als Darren darauf hinwies, dass bei einem Date natürlich der Mann zahlte. Eine veraltete Ansicht - das durfte wohl Beiden klar sein. Genauso wie, dass er es nur als Ausrede dafür nahm sie einzuladen weil er genau wusste, wie es um ihre finanzielle Situation stand oder zumindest konnte er es wohl erahnen. Diese Almosen waren ihr zuwider. Yumi mochte das Gefühl nicht jemanden etwas schuldig zu sein. Irgendwie fiel das immer auf einen zurück letztendlich, oder? Zumindest in ihren Augen und deswegen schnippte sie ihm kurzerhand gegen die Stirn. "Das ist kein Date und wir hatten auch nie eines um das klarzustellen..." korrigierte sie die Aussage des Schauspielstudenten und zog dabei die Augenbrauen zusammen, "Du hast dich doch noch nicht einmal getraut nach meiner Nummer zu fragen..." stichelte sie nun mit einem leichten Grinsen auf den Lippen in die Richtung des Anderen und fixierte ihn mit ihren blauen Augen um ihn ein bisschen aus der Reserve zu locken - anzudeuten, dass er gar nicht den Mut hatte sie nach einem Date zu fragen. Auch sie war zu diesem Spielchen zurückgekehrt. Oberflächliches Geplänkel irgendwie. Er wirkte wieder wie ein ganz anderer Mensch als noch vor wenigen Minuten. Weniger verletzt. Fast so wie den Kerl, den sie damals an diesem See in dem kleinen Kaff auf der Studentenfeier kennengelernt hatte. Vielleicht floh er vor seinen eigenen Schatten. Vielleicht machten sie ihm Sorgen. Vielleicht fürchtete er die dunklen Gedanken, die ihm immer wieder in den Sinn kamen. Legitim. Sie wusste was dabei half aber... auch ihr Weg war nicht wirklich ideal. Sich die Sinne zu benebeln war auch nur eine kurzfristige Lösung und spätestens wenn man nüchtern wurde, holten die Gedanken einen wieder ein. Ihr Blick folgte seinen Bewegungen, wie er nach und nach die einzelnen Packungen öffnete und das bestellte Essen zum Vorschein kam. Es sah lecker aus und beim Anblick des Essens wurde der jungen Frau auch bewusst, dass sie eigentlich wirklich schon ein wenig hungrig war. Ein Bedürfnis, dass sie gut und gerne mal vergaß. "Wie nett von dir immer gleich alles teilen zu wollen..." fügte Yumi dem Vorschlag des Anderen hinzu und ohne ihn aus den Augen zu lassen setzte sie schließlich die Flasche an ihre Lippen und nahm einen kräftigen Schluck des Alkohols. Gerade als sie die Flasche weitergereicht hatte krachte es gewaltig. Das Gewitter. Schon die ganze Zeit war ihr etwas mulmig zu Mute aber wenn es weit genug weg war konnte sie zumindest damit umgehen. Weniger wenn es den Anschein hatte, dass direkt über ihnen ein Blitz eingeschlagen hatte. Sie spürte wie ihr das Herz in der Brust schlug - schneller - fast schon panisch. Die Unruhe in ihrem Körper. Fühlte sich fast schon zurückversetzt in die Zeit, in der sie noch jünger gewesen war - ein Kind. Damals hatte es irgendwie noch mehr solcher Unwetter gegeben oder sie wohnten an einem Ort an dem es oft krachte. Sowohl in der Ehe in ihrer Eltern als auch wettertechnisch. Vielleicht bildete sie es sich auch nur ein weil es so eine große Sache für sie gewesen war - immer noch war. Eine Angst, die sie noch nicht ablegen konnte. Sie kam sich kindisch vor. Erst recht wenn man bedachte, dass sie sich an seiner Schulter verkroch. Bei einem Kerl, dem sie eigentlich die ganze Zeit schon versuchte klarzumachen, dass sie gar nicht hier sein sollte - das er sie loslassen sollte. Dann sprangen sie miteinander ins Bett oder sie machte solche Dinge. Offensichtlich reichte es ihr nicht, dass er ihretwegen nicht mehr Musik machen konnte. Offensichtlich wollte sie ihm komplett zerstören. Er legte seine Arme um sie - erst ganz vorsichtig und dann zog er Yumi etwas an sich und legte seinen Kopf auf den ihren. Immer noch hörte sie wie es aus Eimern schütterte aber das Donnergrollen rückte in den Hintergrund, weil da seine Arme waren, die sie auffingen, seine Hände, die sanft über ihren Arm streichelten - durch ihre Haare fuhren. Sein Herzschlag. Schnell. Unruhig. Oder war es der ihre Sein Flüstern. Wenige Worte und doch schlugen sie in dem Moment ein wie eine Bombe. Yumi spürte, wie sich ihre Augen mit Tränen füllten und sie war gerade so unfassbar dankbar dafür, dass dieses gottverdammte Unwetter offensichtlich auch die Sicherungen rausgehauen hatten, denn die Blöße das er auch noch ihre Tränen sah wollte sie sich nicht geben. Sich so verletzlich und angreifbar zu zeigen war grauenvoll. So schwach. Sie war froh, dass sie es geschafft hatte die aufkommenden Tränen wegzublinzeln, denn als sie sich von ihm wegdrückte um wieder auf Abstand zu gehen streiften seine Hände kurz ihre Brust und legten sich schließlich an ihre Wangen, wo sie auch blieben. Am Klang seiner Stimme erkannte sie das er grinste. Im Grunde brauchte sie kein Licht um sein Gesicht vor sich zu sehen. Sie kannte jeden Millimeter davon. Yumi presste die Lippen aufeinander als er sich darüber lustig machte wie unangenehm ihr ihr eigenes Verhalten war. Aber vermutlich verbalisierte er die Tatsache ihrer erhitzten Wangen nur weil er es genoss wenn sie mal kein Stein war. "Frech..." Sie umschloss mit ihren Händen seine Handgelenke. Nur ganz leicht. Und auch am Klang ihrer Stimme konnte man erkennen, dass sie Schmunzelte. "...wie du den Stromausfall ausnutzt um zu fummeln und mich anzubaggern." Ihre Stimme war gedeckt und für den Moment war das köstliche Essen vergessen. Auch der Alkohol. Sogar fast das Gewitter, welches da draußen tobte aber anscheinend schon wieder ein kleines bisschen weiter weg zog, denn das Donnergrollen war nun nicht mal ansatzweise so laut wie vorhin. Trotzdem schlug ihr Herz noch immer schnell. Aber anders. "Was...hast du jetzt vor Darren…?“ fragte Yumi leise und schloss die Augen obwohl es auf Grund der Dunkelheit ohnehin egal war ob sie sie offen ließ oder eben nicht. Vielleicht lag ein herausfordernder Ton in ihrer Stimme. Vielleicht auch nicht. Interpretationssache. Sie neigte den Kopf etwas und lehnte ihn gegen eine seiner Hände. Sie wollte ihn küssen. Sie wollte da weitermachen wo sie unter der Dusche aufgehört hatten aber sie konnte nicht. Wenn sie diese Wohnung verließ würde sie ins Wohnheim zurückkehren und den Rest packen nur um anschließend dann den Campus und alles was dazu gehörte hinter sich zu lassen. Das beinhaltete auch ihn. "Weißt du wo der Sicherungskasten ist oder willst du im Dunkeln…essen?" Das letzte Wörtchen kam mit einer leichten Verzögerung über die Lippen der ehemaligen Studentin. Essen. Ja. Das war es was sie jetzt tun sollten. Sonst würde es schließlich kalt werden…

  • 3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Für kurz hob der junge Student seine Augenbrauen. Wahrscheinlich würde er ihre Aussage, dass er immer gleich alles so gerne teilte, nicht wirklich unterstreichen und dem widersprechen aber ihm war bewusst, dass Yumi diese Worte genau so gewählt hatte und dass es dabei längst nicht nur um den kostenlosen Pflaumenwein ging, den die beiden zu ihrer Essensbestellung dazu bekommen hatten. Den teilte man eher weil es durchaus bessere alkoholische Getränke gab und dann waren da andere.. Dinge, die man eben nicht so gerne teilte. Ein paar Sekunden länger schaute er auf die Blonde, warf ihr dabei einen genauso viel sagenden Blick zu wie ihre Aussage es hergab und war dann sowieso eher damit beschäftigt Yumi zu beruhigen und ihr das Gefühl zu geben nicht alleine zu sein. Was durchaus wichtiger war als irgendwie mehr in ihre Worte hinein zu interpretieren als sie im Endeffekt dann überhaupt bedeutet hatten. Darren spürte die Wärme, die von ihrem zarten Körper ausging, das Kribbeln in seinem Bauch. Das Gefühl, er wäre im Moment der einzige Mensch der ihr helfen konnte breitete sich in ihm aus während sie ihren Kopf an seiner Schulter vergrub, sich damit vor der Außenwelt versteckte. Auch wenn es sich für einen kurzen Augenblick falsch anfühlte, hatte die junge Frau doch sichtlich und spürbar Angst, erschien ein schwaches Lächeln auf seinen Lippen während Darren sie in seine Arme hüllte und das Gewitter somit weiter nach draußen schloss. Es war sowieso schon wieder ein Stückchen weiter gezogen, der starke Wind trieb die dunklen Wolken mit jeder Sekunde weiter von ihnen fort und der nächste Donner war nicht mehr ganz so laut. „Dafür brauche ich aber eigentlich keinen Stromausfall..“, erwiderte der Schauspielstudent ebenso schmunzelnd als Yumi ihm antwortete und seine Handgelenke umfasste. „Als wäre ich auf so etwas angewiesen.“ Übereifrig verdrehte er die Augen und stieß die Luft aus seinen Lungen, dass die ehemalige Studentin überhaupt an so etwas dachte! Der Ton ihrer Stimme ließ ihn auf seine Unterlippe beißen und ein Grinsen umspielte seine Lippen. „Ich muss wohl den starken Retter spielen und mich bewaffnet mit einer Kerze auf die Suche nach dem Sicherungskasten machen.“ Er seufzte schwer und schaute um sich, was genau genommen rein gar nichts brachte. „Nur leider muss ich mich jetzt schon geschlagen geben.. ich weiß nicht einmal ob hier irgendwo Kerzen sind.“ Seine Hände hatte er inzwischen wieder zurück gezogen, auch wenn es ihm fast schon schwer gefallen war nachdem sie sich daran geschmiegt hatte. „Geschweige dem der Sicherungskasten..“ Immerhin war auch er das erste Mal in dieser Wohnung. Jedoch verriet ein Blick durch die großen Fenster nach draußen dass das Problem nicht alleine diese vier Wände betraf, denn auch die Straßenlaternen waren aus. Zwar konnte man sie in diesem Stockwerk nicht direkt sehen aber ansonsten schimmerte das Licht immer etwas schwach nach oben. Im Haus gegenüber war es ebenso dunkel geworden also betraf das Stromproblem nicht nur die beiden. „Anscheinend sind wir jetzt zu einem Dinner in the dark gezwungen.“, stellte der Lockenkopf fest und rutschte weiter an den Rand des Sofas, nicht aber ohne eine seiner Hände auf ihrem Oberschenkel liegen zu lassen. „Du hast die Auswahl zwischen ‚Ich weiß es nicht‘ und ‚Keine Ahnung was das ist‘.“, zählte er auf und drehte den Kopf zu ihr. Wohlwissend dass.. essen nicht wirklich das war, was man in dieser Dunkelheit machen sollte. Oder konnte. Oder wollte. Darren spürte ein Knistern, ein Funkeln und das lag nicht an den Blitzen, die sich noch immer draußen am Himmel erstreckten. Doch er würde es nicht wagen einen Schritt zu machen. Yumi hatte ihm zu verstehen gegeben dass es eine Grenze gab, sie hatte ihn vorhin unter der Dusche zurück gewiesen, ihm deutlich gemacht dass es reichte. Zumindest für heute. Denn beide wussten wie sehr sie sich an ihre eigenen Grenzen hielt. Nämlich gar nicht. Doch er wollte ihr diese Entscheidung überlassen. Erneut presste er die Lippen aufeinander, unterdrückte das Bedürfnis im Dunkeln nach ihr zu tasten, alles an ihr zu ertasten sondern legte seine beiden Hände auf den niedrigen Couchtisch. Wie ein braver Schuljunge.

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