Das Planetarium

  • Ankunft | Bei Antoinette



    Zwar war das Wetter recht kalt, doch die Luft war klar und erfrischend. Und Kamil hatte sich heute dazu entschieden ein wenig die Natur zu genießen und einmal das Planetarium genauer unter die Lupe zu nehmen. Er mochte den Sternenhimmel sehr. Und da das Gebäude umgeben von Bäumen so still in der Natur in der Nähe von Riverport lag, lud der Ausflug auch gleichzeitig zu einem Spaziergang.

    Nachdem Kamil jedoch schon ein gutes Stück hinter sich gelassen hatte, war er jedoch eher der Meinung einen Marsch zurückzulegen. Vermutlich könnte man es schon halb als wandern bezeichnen. Doch trotzdem war er froh über die viele Bewegung und die frische Luft.

    Nach ein paar weiteren Metern war eine kleine Gestalt auszumachen. Erst war Kamil sich nicht ganz sicher, ob er sie sich nicht nur einbildet hatte, doch mit jeden nächsten Schritt würde es zunehmend deutlich erkennbar, das sich dort eine zierliche junge Dame befand. Kurz fragte er sich, ob sie vielleicht auch hier war, um sich das Planetarium anzusehen, doch dann besann er sich. Es ging ihn nichts an, was der Grund ihrer Anwesenheit war. Doch nach dem Kamil ein drittes und viertes Mal die kleine Karte auf seinem Reiseführer studiert hatte, war ersichtlich, dass sie an der Weggabelung die falsche Richtung eingeschlagen hatte. Zumindest, wenn sie zum Planetarium wollte. “Verzeihung, wertes Fräulein. Ich fürchte das Planetarium befindet sich in der anderes Richtung.”, äußerte er schließlich seine Gedanken. “Außer Sie sind aus einem anderem Grund hier unterwegs. Dann entschuldigen Sie die Störung vielmals.”

  • [Antoinette] & Kamil



    Was Antoinette sich von dieser Gegend wohl erhofft hatte? Nicht viel. Und sicher nicht, das eine Stimme sie plötzlich mitten im Nirgendwo ansprach. Die junge Dame drehte sich um, die Überraschung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Nicht weit entfernt stand ein junger Mann, ein Fremder, den sie noch nie gesehen hatte. Ihre roten Augen musterten ihn teils mit Neugierde, teils mit Skepsis, ehe sie eine Erwiderung ansetzte. "Oh? Ich... hatte kein besonderes Ziel vor Augen.", gestand sie. Antoinette strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Der Fremde hatte sich sehr gewählt ausgedrückt. Es war ihr aufgefallen, da sie durchaus ein wenig Wert auf solche Sachen legte und Höflichkeit oft als erstes verstarb, wenn man sich unter die Hektik vieler Menschen begab. "Was nicht bedeutet das ich Ihre Initiative als Störung empfunden habe. Es ist sehr freundlich, das sie einer jungen Dame helfen wollten, den richtigen Weg zu finden, auch wenn es, wie in meinem Fall, keinen richtigen Weg gab." Sie lächelte leicht, aber es war nur kurz auf ihren Lippen zu sehen. Ungewöhnlich, dachte sie, Das ich so viel Worte für ein unbekanntes Gesicht übrig habe. Aber sie winkte den Gedanken ab. Vermutlich rührte es daher, das sie in letzter Zeit nicht viel mehr gemacht hatte als gearbeitet und geschlafen - wie immer in der Adventszeit. Da kam das soziale Leben schnell mal zu kurz, vor allem bei jemanden wie ihr, der noch nicht recht Anschluss in der neuen Stadt gefunden hatte. Logisch, nachvollziehbar... was nicht bedeutete das Antoinette zufrieden mit der Situation war. Aber deswegen war sie ja heute hier herauf gekommen, um ein wenig dem Alltag zu entfliehen. Ein wenig neugierig war sie nun doch, wohin der Weg führen mochte den sie eingeschlagen hatte. Ob es überhaupt ein Ziel gab hier oben? Und ob der Fremde sich hier auskannte? Der Reiseführer in seiner Hand verriet, das eher das Gegenteil der Fall war. Im Gegensatz zu ihr hatte er wohl ein genaues Ziel vor Augen. "Ich wusste nicht das es hier ein Planetarium gibt. Sind Sie etwa auf dem Weg dorthin?", fragte sie daher ehrlich. Wer erbaute denn ein Planetarium mitten in der Wildnis?

    »Auf diejenigen, die zu den Sternen schauen und sich etwas wünschen.«

    »Auf die Sterne, die zuhören - und auf die Träume, die wahr werden.«

  • Bei Antoinette



    Offenbar war die junge Dame doch nicht auf dem Weg zum Planetarium gewesen, doch sie schien sich dennoch nicht gestört gefühlt zu haben. Ihre Worte erwiderte Kamil mit einem Nicken, während er ihr knappes Lächeln erwiderte. Einen kurzen Augenblick musterte er das Gesicht der zierlichen Frau. Sie wirkte etwas niedergeschlagen, aber vielleicht bildete er sich dies auch nur ein. Oder vielleicht lag es auch einfach an dem Wetter. DIe kalten Tage des WInters konnte nicht jeder genießen. Nichtsdestotrotz fragte er sich warum sie hier so weit ab der Stadt ganz allein durch den seichten Schnee irrte, wenn das Planetarium nicht ihr eigentlichen Ziel war.

    Die Frage, die sein Gegenüber nach einigen Sekunden des Schweigens an ihn richtete, riss ihn jedoch aus seinen Gedankengängen und er sah kurz auf seinen Reiseführer in seiner rechten Hand hinunter. “Nun, das ist korrekt.” Kamil hob den Blick wieder, um der Dame in die Augen schauen zu können, während er mit ihr redete - so wie es sich gehörte.”Es ist auch das erste Mal, dass ich das Planetarium besuche. Begleiten Sie mich doch ein Stück. Ich würde mich über Ihre Gesellschaft freuen.” Kamil hoffte das Angebot war nicht zu aufdringlich. Allerdings hatte er kein gutes Gefühl dabei die Dame einfach so hier stehen zu lassen. So hatte er sich zumindest angeboten. Mehr als ablehnen konnte sie ja schließlich nicht.

  • [Antoinette] & Kamil



    Als der junge Mann schließlich zu ihr aufschloss betrachtete sie sein Gesicht genauer. Goldbraune Haarsträhnen lugten unter der Mütze hervor, die seinen Kopf warmhielt und das meiste verbarg. Dennoch erkannte sie seine grünen Augen, in denen sich reine Freundlichkeit verbarg. Unbewusst lächelte Antoinette. "Sehr gern. Wenn ich Ihre Gesellschaft teile, möchte ich aber doch gerne den Namen meiner Begleitung erfahren.", erwiderte sie, als Antoinette seine Einladung annahm. Erst jetzt realisierte sie die einsame Landschaft des Winters um sich herum. Warum war ihr das zuvor nicht aufgefallen, sondern erst jetzt, da sie nicht mehr alleine hier stand? "Was führt Sie denn dazu ein Planetarium aufzusuchen, wenn ich fragen darf?", erkundigte sie sich neugierig, ehe ihr noch etwas einfiel: "Sind Sie von hier? Ich frage nur, wegen der Karte, die Sie vorher in der Hand gehalten haben." Am Ende verliefen sie sich beide, trotz Karte, und der Frosttod würde sie holen. Deprimierende Gedanken, dramatisch, aber nicht allzu wahrscheinlich. Gott sei Dank. An dem Planetarium war Antoinette aber tatsächlich interessiert. Sie hätte es schon früher aufgesucht, wenn sie gewusst hätte, das sich in der Nähe von Riverport ein solcher Ort befand. Die Sterne im weitem Bild des Universums waren real und doch gleichzeitig so magisch, das man kaum zu sagen wusste ob nicht wirklich ein Zauber dahinter steckte.

    »Auf diejenigen, die zu den Sternen schauen und sich etwas wünschen.«

    »Auf die Sterne, die zuhören - und auf die Träume, die wahr werden.«

  • Bei Antoinette



    Ein wenig Erleichterung zierte Kamils Gesichtszüge, als die junge Dame einwilligte ihn zu begleiten. Der Gedanke sie einfach stehen zu lassen, wäre auch dann nicht erträglicher geworden, wenn sie abgelehnt und es so gewollt hätte. “Wunderbar! Mein Name ist Kamil“, sagte er und kam damit ihrer indirekten Aufforderung nach sich ihr vorzustellen. Gleich darauf gab er eine ähnliche Frage direkt an sie zurück: “Und Ihr seid..?” denn auch er fand, dass Unterhaltungen einfacher, persönlicher und ungezwungener waren, wenn man den Namen seines Gegenübers kannte.

    Er schmunzelte ein wenig bei die darauffolgenden Fragen der jungen Dame. Sie schien recht neugierig zu sein, aber das störte ihn keineswegs. So wurde der Weg zum Planetarium wenigstens nicht langweilig.

    “Ich bin ein Freund der Natur und mag daher auch den Sternenhimmel sehr gern”, begann Kamil seine Absichten zu erklären. “Ich wohne schon etwas länger in der Gegend, kam bisher aber nie dazu mir das Planetarium anzusehen. Und da ich heute etwas unternehmen wollte und immer noch nicht alle Orte dieser Stadt gesehen habe, fiel meine Wahl auf das Planetarium.”

    Kamil warf einen prüfenden Blick auf die Karte in seiner Hand und setzte sich anschließend wieder in Bewegung. “Allzu weit sollte es nicht mehr sein.”, informierte er die Dame kurzerhand über seine soeben gewonnenen Erkenntnisse. “Würden Sie mir nun auch verraten wollen, was Sie hierher geführt hat so ganz allein?”

    Zugegeben war er wirklich neugierig, was ihm nun als Antwort geboten wurde, wenn sie dann Interesse daran hatte es ihm zu erzählen. Vielleicht war der Grund auch zu persönlich und sie würde es lieber für sich behalten wollen. Selbstverständlich würde er das akzeptieren.

  • [Antoinette] & Kamil



    "Je m'appelle Antoinette.", stellte sich Antoinette gleichfalls vor und gesellte sich anschließend zu ihm. "Freut mich Ihre Bekanntschaft zu machen Monsieur Kamil." Wer hätte das schon gedacht, als sie heute morgen das Haus verlassen hatte? Gerade im Strom der Stadt geschah so etwas nur durch seltene Zufälle - waren die meisten Menschen auf den Straßen doch klar auf ihr Ziel fixiert und duldeten keine Ablenkung, keine Abweichung in ihrem Plan dieses Ziel auch zu verfolgen. Daher freute sich Antoinette tatsächlich ehrlich, einen Gesprächspartner gefunden zu haben, selbst wenn es nur von kurzer Dauer sein sollte. Als Kamil jedoch die Frage stellte, was sie denn bewogen hatte hier heraufzukommen - ganz ohne Ziel - dauerte es eine Weile, bis sie antwortete. Antoinette hatte dabei ihren Kopf leicht schräg gelegt, sah den Mann jedoch nicht an, sondern blickte weiter gerade aus auf dem Weg, der sich ihnen im Schnee darbot. "Nun...", begann sie langsam, "Ich schätze ich war ein wenig überarbeitet." Das war unverfänglich, drückte aber nicht ganz das aus, was in ihr vorgegangen war. "Ich musste einfach... raus. In Riverport gibt es viele schöne Orte, auch um auszuspannen, aber ich hatte das Gefühl ich musste dem Druck einmal komplett entfliehen. Also habe ich einen Bus hierher genommen, bin aber versehentlich eine Station zu früh ausgestiegen." Antoinette neigte den Kopf zu Kamil um zu sehen, ob er ihr folgen konnte. Sie war tatsächlich unabsichtlich hier gelandet und nichts erwartet außer einen schönen Spaziergang außerhalb der Stadt. Tatsächlich hatte sie sich einsam gefühlt - da mochte es keinen Sinn machen in noch einsamere Gegenden zu wandern, aber doch war es so. Die Stadt hatte manchmal die Eigenschaft ihre Bewohner zu erdrücken, so zumindest war es ihr ergangen, aber das sprach sie nicht laut aus. Gefühle legte man völlig Fremden nicht bei der ersten Begegnung da, wie käme sie denn dazu? Zu persönlich, zu ehrlich - das wollte man von einem Fremden doch auch gar nicht. Oder? Antoinette war zumindest noch keinem solchen Menschen begegnet, aber sie hatte auch kein Bedürfnis darauf es auszutesten. Ein trauriger Glanz schien sich in ihren Augen wider zu spiegeln, sie bemerkte es und fügte - wohl um sich selbst abzulenken - schnell hinzu: "Ein wenig hatte ich gehofft, die Stadt möge von hier aus sichtbar sein, aber das ist wohl nicht der Fall." Dafür standen die Bäume zu dicht und es war wohl auch nicht steil genug. Als sie die Bäume betrachtete, fiel ihr auf das sie ein wenig lichter standen als noch wenig zuvor. Sie kniff kurz die Augen zusammen, da sie glaube ein Gebäude zu erkennen. "Ist es das da vorne?", fragte sie, "Dann hat uns eure Kartographie zumindest nicht im Stich gelassen.", fügte sie mit einem leichten Lächeln hinzu.

    »Auf diejenigen, die zu den Sternen schauen und sich etwas wünschen.«

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  • Bei Antoinette



    Die leichte französische Betonung ihrer Worte war ihm bereits vorher hier und da aufgefallen. Da sie sich aber nun gänzlich in der Landessprache der Franzosen vorstellte, verriet sie damit, dass sie definitv nicht hier geboren wurde oder zumindest nicht hier aufgewachsen war. Ob es sich tatsächlich um Französisch handelte, konnte Kamil zwar nicht zu hundert prozent sagen, da er der Sprache nicht mächtig war, aber die Aussprache und Betonung der Worte waren doch schon sehr typisch und daher leicht zu erkennen. “Die Freude ist ganz meinerseits.”, betonte Kamil ehrlich lächelnd und nickte ihr dabei leicht zu.



    Aufmerksam lauschte er schließlich der Erklärung, was Antoinette nun so ganz allein in diese Gegend verschlagen hatten. Er verstand ihre Beweggründe. Nicht umsonst war er letztendlich doch nach Sternbach umgezogen, da ihn die Größe und Hektik der Stadt doch irgendwie auf Dauer aufs Gemüt gedrückt hatte. Er spürte ihren Blick auf sich ruhen und sah deshalb zu ihr hinüber. “Das kann ich sehr gut verstehen. Ich habe auch des Öfteren dieses Bedürfnis die Stadt einmal gänzlich zu verlassen. Doch mittlerweile nicht mehr so stark wie früher.” Dennoch fragte er sich, welchem Job die kleine Französin wohl nachging, sodass sie dazu neigte sich zu überarbeiten. Vielleicht war sie Krankenschwester? Doch aus Höflichkeit verbot er sich diese direkte Frage. Schließlich kannte er sie erst seit ein paar Minuten und da musste man nun wirklich nicht sofort solche Dinge erfragen wollen.

    Kamil bemerkte ihren etwas traurigen Blick, schwieg jedoch. Auch ihre darauf folgende Bemerkung zum von den Bäumen verdeckten Meer aus Dächern, ließ er unkommentiert. Viel interessanter war es nun, dass ihr Ziel schon etwas in Sichtweite geraten war. Er folgte Antoinettes Blick. Tatsächlich zeichnete sich schon der Umriss eines Gebäudes nicht allzu weit vor ihnen ab.

    Kamil schmunzelte etwas. Ja zum Glück war diese Karte, die er sich vor seinem Aufbruch zugelegt hätte, sehr übersichtlich und damit äußerst hilfreich gewesen. “Karten sind schon eine sehr praktische Erfindung, nicht wahr?”, kommentierte er das ganze etwas amüsiert.



    Nach etwa 5 weiteren Minuten Fußweg, standen die beiden Wanderer schließlich vor dem Planetarium. Kamil faltete die eh schon kleine Karte noch ein zwei Mal sorgsam zusammen und ließ sie dann in seiner Jackentasche verschwinden. So langsam hatte er auch das Bedürfnis sich in dem Gebäude etwas aufzuwärmen, weshalb der junge Mann nicht allzu viel Zeit verstreichen ließ und auf die große Eingangstür zu schritt. Er öffnete diese, hielt sie offen und wandte sich der zierlichen Antoinette zu, um sie freundlich auffordernd anzusehen.

  • [Antoinette] & Kamil



    Kamil kannte also dieses unabschütterliche Fluchtgefühl aus der Stadt. Antoinette warf einen schrägen Blick zu ihm hoch, kommentierte seine Aussage jedoch nicht weiter. Sie war beruhigt, dass er ihre Beweggründe zum Teil nachvollziehen konnte und nicht schlecht über sie dachte. Gleichzeitig wuchs ihr Interesse dahingehend, warum Kamil dieses Gefühl mit ihr teilte - und was es für ihn besser gemacht hatte. Sie schwieg jedoch, denn eine solche Antwort mochte zu großer Wahrscheinlichkeit sehr persönlich sein und weder er noch sie waren nach ihrem kurzen Kennenlernen bereits für tiefere Gespräche bereit. "Merci.", bedankte sich Antoinette als sie ins Planetarium eintrat, dessen Türen ihr höflicherweise aufgehalten wurden. Dieser Mann hatte Anstand, welchen Antoinette sehr schätzte. Die Wärme schlug ihr ins Gesicht und ihre blassen Wangen füllten sich mit Röte, als die Kälte von ihnen abfiel. Ihren langen, hellblauen Mantel behielt sie solange noch an, bis sie sich akklimatisiert hatte. Neugierig sah sie sich um. Es war dunkler als sie erwartet hatte, aber nachdem Sonne und Schnee draußen strahlten, war das wohl nur natürlich. Dennoch hatte die Stille etwas merkwürdiges an sich. "Gibt es hier heute ein Programm, oui?", fragte sie ihre Begleitung und wandte sich zu ihm um, nachdem sie sich einen ersten Eindruck gemacht hatte. Immerhin war Kamil hier bewusst hergekommen, während sie mehr oder minder zufällig dazu gestoßen war.

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  • Bei Antoinette



    Nachdem die Dame eingetreten war, trat auch Kamil über die Schwelle und schloss die Tür hinter sich. Sein aufmerksamer Blick schweifte sofort durch den Raum, während seine Hände damit beschäftigt waren die Knöpfe seines Mantels zu öffnen. Gleich darauf kam er allerdings nicht umhin etwas verlegen zu lächeln, denn auf die Frage seitens Antoinette nach einem Programm hatte er keine Antwort. “Nun, ich gebe zu, dass die Entscheidung eines Besuches hier sehr spontan war und mir erst auf dem Weg hierher in den Sinn kam, dass ein Blick auf das Programm eventuell sinnvoll gewesen wäre.”

    Aber selbst ohne Programm war der Besuch dieses Gebäudes eine kleine Reise wert, denn schon der kleine Spaziergang zu Anfang war schön gewesen. Das Planetarium selbst war zudem ein eindrucksvolles Bauwerk, weshalb es Kamil trotz einem eventuell fehlendem Programm, nicht für unnütz hielt hierher gekommen zu sein.

    “Wenn ihr wollt können wir sehr gern mal einen Blick auf das Programm werfen", schlug er schließlich vor und sah sich, noch während seine Lippen die Worte formten, nach einem entsprechendem Heftchen oder Ähnlichem um. Unweit des Eingangs entfernt lagen ein paar Broschüren auf dem Tresen, wo hier offenbar eine kleine Dame darauf wartete Besucher zu empfangen und Tickets zu verkaufen.

    Interessiert blätterte Kamil zwischen den wenigen Seiten umher, überflog die Vorstellungen von heute und entdeckte etwas, das interessant klang. Er lächelte Antoinette entgegen und reichte ihr die aufgeschlagene Seite. “Klingen Nordlichter interessant für Euch?”

  • [Antoinette] & Kamil



    Antoinette, die bereits einige Schritte weiter ins Gebäude eingetreten war, blieb schließlich stehen und drehte sich zu ihrer unverhofften Begleitung um, die Arme hinter dem Rücken verschränkt. In ihren roten Augen lag eine Mischung aus Neugierde und Überraschung. "Ich hatte Sie nicht für die spontane Art von Mensch gehalten, Monsieur.", gab sie zu und legte dabei den Kopf leicht schräg. Nun, aber wer war sie schon, bereits nach einem kurzen Kennenlernen darüber urteilen zu wollen, wie eine Person so tickte? Doch erste Annahmen schloss man wohl immer sofort und wenn man erkannte, das man falsch lag, macht es das nähere Kennenlernen doch umso interessanter, n'est-ce pas? Als Kamil das Programmheft zurate zog, gesellte sich die kleine Dame neben ihn und ihre Augen schienen zu funkeln wie Rubine, als er die Nordlichter erwähnte. "Ooooh, ja bitte!", sagte sie sehnsuchtsvoll, ehe sie verschämt eine Strähne hinter ihr Ohr zog. Antoinette konnte es nicht leiden, wenn sie ihr Herz auf der Zunge trug. "Ich meine... sehr gerne. Das hört sich gut an." Um in dem Herren keine Reaktion zu lesen, die sie nicht sehen wollte, stellte sie sich prompt an die Kasse und erwarb zwei Karten, mit denen sie zu ihrer Begleitung zurückkehrte. "Die nächste Vorstellung beginnt in einer halben Stunde.", las sie von der Eintrittskarte ab und hielt ihm anschließend eine hin. Das war reichlich viel Zeit um sie mit einem Fast-Fremden zu verbringen. Ob es wirklich eine gute Idee gewesen war sich ihm anzuhängen?

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  • Bei Antoinette



    Kamil musterte sie etwas überrascht. War es so offensichtlich, dass er eigentlich kein besonders spontaner Mensch war? Dann war er wohl doch deutlich durchschaubarer als er gedacht hätte. Dieser Gedanke brachte ihn dazu die Mundwinkel zu einem Schmunzeln zu verziehen. “Sie scheinen eine sehr gute Menschenkenntnis zu haben, Antoinette. “, kommentierte er schließlich ihre Aussage. “Es stimmt, ich habe es gern, wenn alles im Vorfeld ordentlich geplant ist. Aber manchmal tut etwas Spontanität auch der Seele gut, nicht wahr?” Insgeheim fragte er sich im selben Moment, ob diese Dame eher zu den spontanen Menschen zählte. So wirklich einschätzen konnte er es jedoch nicht, aber leider fehlte ihm dazu die Gabe Menschen besonders gut und frühzeitig beurteilen zu können. Dennoch befand er, dass Antoinette eine interessante Person war.

    Genau aus diesem Grund freute der Blondschopf sich, dass sie von der Idee der Vorstellung sehr begeistert zu sein schien. Ein seichtes Grinsen konnte er sich nicht verkneifen, als sie etwas beschämt ihren emotionalen Ausbruch versuchte zu entschuldigen. Wieso sie das tat, verstand er nicht unbedingt. Emotionen waren doch schließlich etwas sehr schönes und sollten immer herausgelassen werden. Besonders wenn es um Freude ging. Sogleich erwarb sie zwei Karten und Kamil fühlte sich etwas überrumpelt. Er hatte ja nicht einmal Zeit gehabt ihr Geld zu geben und nun hatte sie für sie beide gezahlt. Richtig wohl fühlte er sich dabei nicht, denn eigentlich hatte er vorgehabt selbst die Kosten für beide zu tragen. Schließlich gehörte sich das doch so, oder nicht? Er zückte daher sofort sein Portmonnaie und reichte ihren einen entsprechenden Geldschein.

    Gut eine halbe Stunde hatten sie also noch Zeit. Blieb nur die Frage, was sie so lange noch tun sollten. “Wenn Ihr mögt, können wir so lange noch ein Stück zwischen den Bäumen umher spazieren. Außer Euch ist es lieber, wenn wir uns hier im Warmen aufhalten.”

  • [Antoinette] & Kamil


    "Ich arbeite auch viel mit Menschen zusammen.", erwiderte sie, um der Aussage von Kamil einer Erklärung hinzuzugeben. Sie selbst fühlte sich bei Spontanaktionen meist unsicher, was nicht bedeutete das sie nicht von sich aus auch spontan sein konnte. Lediglich wenn andere kurzfristig mit Angelegenheiten oder Plänen um die Ecke kamen, lehnte sie zumeist ab, da sie nicht so flexibel sein konnte. Oder wollte. Eins von beidem bestimmt. Genauso wie sie sich verunsichert fühlte, als ihre Begleitung ihr einen Geldschein reichte. "Ich habe Ihnen keine rechte Wahl gelassen, n‘est-ce pas?", sagte sie und strich sich dabei eine Haarsträhne hinter das Ohr. Ein nervöses Lächeln war kurz zu sehen. Hatte sie ihn nicht einladen wollen? Das könnte man gut damit begründen, dass er sie davor bewahrt hatte sich im ewigen Eis zu verlaufen. Nicht das es eines Revanchierens bedarfte. Aber sie kannte ihn ja auch kaum. Da wäre es ja doch vielleicht merkwürdig, jemand anderen direkt einzuladen. Oder? Oder nicht? Sie könnte auch einfach das Geld annehmen, das er ihr bot. Oder machte sie das armselig? Gierig? Soziale Kontakte - und was man in die simpelsten Gesten hineinintepretieren konnte. Das gäbe einen passablen Buchtitel ab. Da sie weder Müh noch Mäh sagte - beziehungsweise weder ein klares Nein noch Ja herauskam, nahm sie das anteilige Eintrittsgeld schließlich der Einfachheit halber an und murmelte ein "Merci Beacoup." Dankbar ging sie daher auf seinen Vorschlag ein und hoffte ihre lange Antwortzeit so überspielen zu können. "Tatsächlich wäre ich Ihnen verbunden, wenn wir im Warmen bleiben könnten.", meinte sie entschuldigend. Sie hatte ihren langen hellblauen Mantel auch immer noch an. "Aber ich meine dort hinten gibt es eine kleine Ausstellung.", fügte sie hinzu und deutete mit zarter Hand auf ein Schild, das auf einen Nebenraum verwies. Ob Bilder oder Modelle von Planeten, Sternen und Galaxien dort näher erklärt wurden?

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  • Bei Antoinette



    Eigentlich hatte Kamil es sich schon fast gedacht, dass seine Begleitung lieber weiterhin im Inneren des Gebäudes verweilen wollte. Immerhin wusste er ja auch gar nicht wie lange sie schon durch die Kälte gewandert war. Bestimmt länger als er für seinen doch recht kleinen Fußmarsch gebraucht hatte. Demzufolge hing ihr die Kälte wohl auch tiefer in den Knochen als ihm. Vielleicht war sie auf Grund ihrer zierlichen Statur auch nur anfälliger. Wie auch immer. Kamil lächelte jedenfalls ein ehrliches sowie verständnisvolles Lächeln und nickte dabei. “Gut. Kein Problem, dann bleiben wir hier.” Er drehte sich gleich darauf in die Richtung in die Antoinette deutete. Tatsächlich sah es stark danach aus, als befände sich dort eine kleine Ausstellung, welche man jederzeit kostenfrei betreten konnte. “Dann schauen wir uns das doch am besten einmal genauer an.”, kommentierte Kamil schließlich ihre Entdeckung und begleitete sie kurz darauf in den separaten Raum.

    Wie erwartet waren hier die unterschiedlichen Himmelskörper ausgestellt und erklärt. Interessiert ließ er seinen Blick über die Ausstellungsstücke im Raum gleiten bis ihm ein Bereich auffiel, in dem genaueres zu den Sternzeichen erklärt wurde. “Interessiert Ihr Euch für die Sternzeichen und ihre Wirkung?”, fragte er seine Begleitung während er langsam darauf zu schritt, schließlich vor dem Schaubild stehen blieb und es genauer betrachtete.

  • [Antoinette] & Kamil | Planetarium's Ausstellung



    Die kleine Dame war froh, dass Kamil gegen ihre Bitte drinnen zu bleiben keine Einwände erhob. Wo blieb nur endlich der Frühling? Draußen sah das Wetter aus, als würde der nächste Schneesturm anfangen bevor sie sich auf den Rückweg machen konnten, aber man wollte ja nun nicht vom Schlimmsten ausgehen. Antoinette folgte ihrer Begleitung in den anliegenden Raum mit der Ausstellung und zog dabei endlich ihren langen hellblauen Mantel aus, wodurch ihre eigentliche Kleidung sichtbar wurde. Als er sie nach ihrem Interesse fragte, fühlte sie sich fast ein wenig ertappt. "Oui, ein wenig.", gestand sie, während sie langsam neben ihm herging und die Erklärungen zu Sternbildern begutachtete. "Ich finde ihren Einfluss auf die Erde höchst faszinierend. Auch die Frage ob beispielsweise Bedeutungen zu Sternbildern und den bekannten Sternzeichen nun logisch sind oder nur reiner Aberglaube. Ganz sicher ist man sich nicht, non?" Sie verstummte und sah dann zu ihrer Begleitung hoch, "Wie stehen Sie denn dazu?", erkundigte sie sich vorsichtig.

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  • Bei Antoinette



    Aufmerksam lauschte Kamil der Erklärung seiner Begleitung, wie sie denn im Allgemeinen zum Thema Sternbilder stand. Zugegeben war er etwas überrascht. Denn eigentlich hätte er vermutet, dass sie jemand war, der mehr an diese ganzen Bilder und ihre Bedeutungen und Einflüsse glaube. Warum genau dem so war, konnte er nicht sagen. Aber immerhin hatte er mit seiner Vermutung halbwegs richtig gelegen.

    Natürlich stellte sie im Anschluss auch die Gegenfrage, aber das war ja zu erwarten gewesen. Warum auch nicht. Er kannte nun ihre Meinung und da war es nur gerecht, das er ihr als Gegenleistung seine verriet, die sich im Grunde genommen aber nicht großartig von ihrer unterschied. “Ich sehe das ganz ähnlich. Es ist interessant sich darüber zu informieren. Welche Wirkungen haben sie? Was beeinflussen sie? Wie beeinflussen sie etwas in ihrer Kombination?” Aus seinen nachdenklichen Gesichtszügen wurde ein Lächeln und Kamil sah Antoinette an. “Aber viel interessanter finde ich die Frage nach der Herkunft dieser Erkenntnisse oder Annahmen. Ich bin niemand, der an soetwas streng glaubt. Aber manchmal ist es doch interessant, das charakterliche Eigenschaften eines Sternbildes so haargenau zu dem Menschen passen, der in diesem geboren wurde.” Er machte eine kurze Pause und betrachtete ein Schaubild in der Nähe. “Noch viel interessanter ist daher die Frage, ob alles auf dieser Welt und in diesem Universum einander beeinflussen kann. Der Mensch ist nur ein kleines etwas in einem großen ganzen.” Ja, das war zumindest seine Meinung über all diese Dinge. Jedoch hatte er die Befürchtung seine Begleitung mit seinem Geschwafel gelangweilt zu haben, weshalb ein etwas verlegener Ausdruck seine Züge zierte, während er eine Entschuldigung formulierte:” Verzeihung, wenn ich gerade zu viel philosophiert und Euch damit gelangweilt habe.”

    Kamil warf einen Blick auf das Ziffernblatt an seiner Armbanduhr. Laut dieser waren bisher etwas weniger als 10 Minuten vergangen. Etwas Zeit hatten sie also noch bevor die Vorstellung beginnen würde.

  • [Antoinette] & Kamil


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    Antoinette lauschte den Worten ihrer Begleitung. Sie wandte ihren Blick von den Ausstellungen auf und richtete ihn auf Kamil. Ein Funkeln war in ihren Augen zu erkennen, als er seine Denkweise zu diesem Thema mit ihr teilte. Und dann auch noch Sorge hatte, es würde sie langweilen! Der verlegene Ausdruck in seinem Gesicht hatte etwas derart offenes und ehrliches, dass Antoinette unwillkürlich lächeln musste. Ob Kamil wohl auch jemand war, der sich lieber kontrolliert gab? Seine höfliche und bedachte Art zu sprechen ließen darauf zurückführen. "Aber nicht doch, ganz im Gegenteil.", wickelte sie ab, "Man bekommt nicht häufig Gelegenheit sich mit jemanden über diese Themen auszutauschen. Es ist mir daher eine Freude." Antoinette setzte sich wieder in Bewegung, um sich umzusehen. Der Raum war recht dunkel, natürlich, um die verschiedenen astronomischen Erkenntnisse bestmöglichst zur Geltung zu bringen. Vor einer Darstellung der Plejaden blieb sie schließlich stehen. "Sie haben da einige sehr gute Fragen gestellt.", kam sie auf seine Worte von vorhin zurück. Die kleine Dame sah über die Schulter zu Kamil. Er hatte es vermutlich nicht herausgehört, aber ihr Interesse an diesem Themengebiet war äußerst groß. "Gerade die Frage, inwiefern Sterne, die unendliche Lichtjahre entfernt existieren, auf etwas wie uns Einfluss haben können. Wie ist das möglich?" Dabei betrachtete sie das Bild des Sternhaufens vor ihr eingehend. Hinter einige Fragen sollte der Mensch allerdings vielleicht nicht kommen - der Gedanke das ihre Rasse auf etwas wie die Sterne oder das Universum zusätzlichen Einfluss nehmen konnte, beunruhigte sie. Es gab schon zu viel, das deswegen zerstört worden war. Ein Seufzen entwich ihr, ehe sie sich einer anderen Frage ihrer Gesellschaft zuwandte. "Der Frage woher diese Annahmen kommen, habe ich mich tatsächlich noch nie gestellt. Dabei ist sie so interessant - und eigentlich naheliegend." Sie klang überrascht, gleichzeitig brannte es ihr nun unter den Fingernägeln nach der Ursache zu forschen. Aber vielleicht war es auch einfach nur der ursprüngliche menschliche Glaube nach Göttern und höheren Gewalten, die sich in diese Richtung entwickelt hatten? "Nun sehen Sie, jetzt habe ich mindestens ebenso viel geredet.", fiel ihr mit einem leichten Lächeln auf, "Darf ich in diesem Zuge vielleicht Ihr Sternzeichen oder gar Aszendenten erfahren?" Sie würde verstehen, falls es ihm zu persönlich war, dennoch wollte sie ihrer zarten Neugierde Raum geben.

    »Auf diejenigen, die zu den Sternen schauen und sich etwas wünschen.«

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