Der Marktplatz


  • Der fremde Schönling konnte ihr leider auch keine Empfehlung aussprechen und er wollte auch gar nicht. Nicht dass er das böse gemeint hätte und Amy verstand auch was er ihr mitteilte, aber trotzdem fühlte sie sich ein wenig hilflos zwischen den ganzen Sorten. Aber vielleicht fühlte sie sich auch nur so hilflos, weil sie jetzt nicht mehr in DV in der Bar wohnte, keinen Job hatte und ganz abgesehen davon nicht mal wusste, ob sie gerade für sich selbst oder für die ganze Wohngemeinschaft einkaufte. Wie war das denn geregelt? Wie würden sie den Putzplan aufteilen? Würden sie so etwas überhaupt erstellen? Wer waren überhaupt ihre Mitbewohnerinnen? Die Blonde hatte keine Ahnung und vielleicht wollte sie deswegen keinen Fehler machen, auch wenn es sich um Käse handelte. Aber konnte es ihr eigentlich nicht auch scheiß egal sein, ob sie den Käse zum Schluss alleine essen würde? Und wenn die anderen sich beschwerten, dann konnte sie beim nächsten mal ja was für alle mitnehmen. "Wahrscheinlich haben Sie recht. Ich sollte einfach was probieren. Danke für die Hilfe.", lächelte Amy den Mann neben sich an. Aber jedenfalls nehm ich nichts französisches. Als der Fremde sich vorstellte staunte die junge Frau nicht schlecht. Für gewöhnlich waren andere nicht so höflich und gut erzogen, dass sie daran dachten sich vorzustellen. Die Blonde fand diesen Charakterzug sehr interessant. "Ich bin Amy, freut mich ebenfalls jemand neuen kennen zu lernen." Sie sah Sanjay einmal kurz und hoffentlich unbemerkt genug von oben bis unten an. Er sah gar nicht so schlecht aus. Etwas traditionell vielleicht, aber ansonsten doch recht hübsch. Vor allem sein Gesicht gefiel ihr. "Aber ich glaube nicht dass Käse so ungewöhnlich ist. Die Sorten sind es zwar, aber ab und an muss man sich eben auch mal an etwas Neuem wagen." Damit sprach sie natürlich nicht nur vom Käse, sondern auch vom Umzug und ihrem alten Leben. Nach einem weiteren längeren Blick auf die verschiedenen Käsesorten entschied sich Amy schließlich für zwei verschiedene Sorten, wobei sie von einem nicht mal den Namen richtig aussprechen konnte. "Und für welche Sorte hast du dich entschieden?", fragte die Blonde Sanjay schließlich, als sie ihre Einkaufstüte entgegen genommen hatte. Wahrscheinlich hätte sie den Bierkäse probiert, wenn er nicht dabei gewesen wäre, aber so war es ihr dann doch irgendwie peinlich diesen absurden Geschmack zu probieren. Jean hätte sich bestimmt gefreut mal vorbei zu kommen, um ihn zu probieren... wie es ihr wohl ging?


  • Bei ihrer Aussage musste der Dunkelhäutige doch schmunzeln. „Die meisten Menschen wissen diese ganzen verschiedenen Geschmacksrichtung gar nicht zu schätzen. Ständig immer nur das selbe essen wird doch letztendlich immer langweilig, nicht wahr? Man sollte sich regelmäßig an etwas Neues heran wagen, ansonsten wird man doch niemals die ganze Vielfalt kennen lernen können, die all der Käse zu bieten hat.“ Unbewusst zielte er vermutlich mit seinen wohl gewählten Worten nicht nur auf den Käse, sondern auch auf auf die neue Lebenssituation ab, welche der Blonden unmittelbar bevor stand. Vielleicht verschwendete er auch einfach nur zu viele Gedanken an das Essen, aber schließlich war eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung für den Prinzen wichtig. Er beobachtete für welche Sorten sich Amy, so hatte sie sich ihm vorgestellt, entschieden hatte, bevor sie ihre Worte an ihn wandte. Schweigend ließ er seinen Blick über die Vielfalt an Käse wandern. Sollte er...? Ja, warum nicht. So konnte er wenigstens eine Menge neuer Gerichte ausprobieren. „Ich nehme von allem etwas.“, entschied er, nicht darauf bedacht wie sehr er seine Bekanntschaft damit vermutlich verwirren könnte. Er zückte sein Portemonaie und zahle die beträchtliche Summe. Nicht nur sein Herr würde sich sicher darüber freuen, auch der Händler schien sehr erfreut über sein heutiges Geschäft zu sein. Nicht oft hatte er einen Kunden, der so viel Geld in die Kasse brachte wie sonst nicht einmal ein ganzer Tag. Der Herr hinter der Theke reichte ihm die drei randvollen Tüten, welche Sanjay zu den anderen mit dem frischen Obst, Fisch und Fleisch über seine Arme hängte. Auch wenn er jetzt ziemlich zugepackt aussehen musste, es war nicht zu verkennen dass er scheinbar Übung darin hatte.

  • Irgendwie war es typisch für Juliet einfach loszumaulen. Natürlich hatte Sky keine Lust auf die Party, sonst wäre er sicherlich schon stunden zuvor dort gewesen. „Ach July, mach doch nicht so einen Aufstand.“ meinte er und nahm sie einfach in die Arme. „Weißt du eigentlich wie wunderschön du in dem Sissykleid aussiehst?“ Er konnte nicht umhin ihr jetzt noch dieses Kompliment zu machen, nicht nur um sie damit zu besänftigen. Doch schnell wurde er wieder ernst und seufzte. „Zum Mitschreiben. Erstens hättest du das eh nicht zugelassen und mich trotzdem überredet, zweitens hast du mich nicht zu Wort kommen lassen und drittens würde ich lieber gerne alleine mit dir etwas machen, und nicht tausend Leute treffen, die Fragen, ob wir wieder zusammen sind und so.“ führte er seinen Verteidigung aus. Natürlich war es wohl erst einmal wichtig bestimmte Dinge zwischen ihnen zu klären, ehe sie beide versuchten sich wieder gemeinsam unters Volk zu mischen, den dann wäre es nur ärgerlich, wenn sie etwas Gegenteiliges behaupteten.
    Sanft strich er ihr über die Wange und sah sie mit seinem Dackelblick an. „Ich habe dich viel zu lange vermisst, als dass ich dich noch einmal verlieren will.“ flüsterte er und legte seine Stirn an ihre und sah ihr in die Augen. Nein, noch einmal wollte er dieses Gefühl nicht spüren, nicht nachdem es erst ihre kleine Halbschwester gewesen war, die sie zusammenbrachte. Irgendwie war nie etwas einfach gewesen, zwischen ihnen doch diesmal wollte er nicht noch einmal das Gefühl haben, das irgendetwas an seiner Seite fehlte.

  • ~Nadi erreicht den Marktplatz vom alten Hafen aus.


    Irgendwie schaffte es der Blonde zum Marktplatz. Auf dem Weg dort hin waren ihm viele merkwürdig gekleidete Menschen begegnet. Oder war er hier derjenige, der seltsam angezogen herumlief? Andere Länder, andere Sitten, sollte man meinen, aber davon hatte Nadi ja noch nicht so viel Ahnung. Seine Aufmerksamkeit galt jetzt aber dem Markt, der sich vor ihm erstreckte. Der Duft, der ihm um die Nase wehte, war ganz anders als in seinem Heimatdorf. Wobei man das dort nicht mehr als Duft bezeichnen konnte. Fischgestank und unhygienische Menschen prägten den Markt hauptsächlich. Unauffällig schnupperte der Dunkelhäutige an sich herum und war peinlich berührt von dem, was ihn seine Nase rümpfen ließ. Ich hätte mich wohl vorher waschen sollen! Doch viel wichtiger als sein Gestank war ihm gerade sein Magen, der ihm in den Kniekehlen hing. Soweit seine Augen das beurteilen konnten, verkauften die Marktschreier hauptsächlich Obst, Gemüse und exotische Gewürze die ihm natürlich alle ein Begriff waren. Doch zum Kochen fehlte ihm eine Küche und vor allem das nötige Kleingeld um Zutaten zu kaufen, er brauchte also was fertiges. Allmählich der Verzweiflung nahe, kauerte sich der Blonde auf eine Bank und dachte schon darüber nach, die Leute anzubetteln oder zu klauen. Für zweiteres müsste er sich gegen seine Religion stellen, also was tun... Seine Blicke wanderten durch den Markt und was seine Augen erblickten, war ziemlich schockierend. Er war offenbar nicht der Einzige, dem das Geld ausging. Alle paar Meter saßen Menschen auf dem Boden, hielten Schilder hoch auf denen stand, sie hätten Frau und Kinder zu ernähren. Ein Leben in der Stadt, nicht unbedingt ein toller erster Eindruck.


  • Sanjay stimmte Amy zu, dass man immer mal wieder etwas neues wagen musste. Seine Worte schienen gut gewählt und das gefiel der Blonden erneut an ihm. Seine höfliche Art, sein Auftreten und die Art und Weise wie er sprach und sich bewegte ließen darauf schließen, dass der Silberhaarige aus gutem Hause stammte. Wie alt er wohl war? Jung genug für sie? Oder besser alt genug? Wer konnte heutzutage schon noch das Alter eines anderen allein an seinem Aussehen ablesen? Früher war das vielleicht noch möglich, aber mittlerweile wurde das immer schwieriger. Gedankenverloren beobachtete Amy Sanjay bei seiner Entscheidung. Wenn man das denn dann Entscheidung nennen konnte, denn der junge Mann nahm einfach ein Stück von jeder Sorte. Die Blonde starrte ihn verwirrt und gleichzeitig etwas fassungslos an. War Sanjay noch ganz bei Trost? Abgesehen von der Menge die er kaufte musste sie an das ganze Geld denken, dass er da gerade so locker hinblätterte. War der Kerl ein Adliger oder so etwas? Nein... als Adliger würde man nicht selbst einkaufen und wäre weit nicht so geübt im Umgang mit so vielen Einkaufstüten, -körben und -taschen. "Bist du ein Partyplaner oder so?", fragte Amy einfach geradeheraus. Sie konnte nicht anders. Sie war viel zu schockiert über diesen Einkauf. Wie viel Kilo Käse hatte er gerade gekauft? Den Verkäufer schien es zu freuen, Sanjay sah auch überglücklich aus und sein Lächeln steckte die Blonde irgendwie an. Verrückt war die Welt. "Falls du den Käse nicht für eine Party kaufst würde es mich wundern... das kann doch kein Mensch alleine essen!" Vielleicht war der Käse für eine Verkostung, oder eine Weinprobe.


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    ~Ash kommt an~
    Der Blonde hatte anfangs eigentlich vorgehabt zuerst nach Hause zu gehen, aber dann war ihm eingefallen, dass er wenn er etwas kochen wollte unbedingt die nötigen Zutaten dafür brauchte. Der Marktplatz bot um diese Zeit wahrscheinlich kaum noch etwas an, aber dennoch versuchte Ash sein Glück zuerst hier. Er mochte den Gedanken, dass er frisches Fleisch und frischen Fisch aus der Region aß, obwohl er nun mitten in der Stadt lebte. Ganz abgesehen davon konnte er sich nicht vorstellen, dass er in den Supermärkten die selbe Qualität haben könnte. Sein Geld reichte vorerst noch aus, um sich einige Äpfel, Bananen, frisches Fleisch und Käse zu kaufen. Gut dass er noch einiges gespart hatte und er bald im Zoo anfangen konnte. Die Arbeit brauchte er unbedingt, um Cheryl ein schönes Leben zu bieten. Überraschenderweise bezahlte der Zoo nicht einmal schlecht. Es hätte ihn also auf alle Fälle schlimmer treffen können. Eine Ausbildung zum Tierpfleger musste er Gott sei Dank nicht hinter sich bringen um das selbe Gehalt zu bekommen. Seine Erfahrungen sprachen schließlich für sich. Gerade wollte Ash seinen abendlichen Einkauf beenden, als ihm ein dunkelhäutiger Kerl auf einer Bank auffiel. Im Gegensatz zu vielen anderen Bettlern hier schien der junge Mann nicht von hier zu kommen. Ein wenig verloren sah er hier aus. Irgendwie fühlte der Blonde sich an sich selbst erinnert. Er musste auch ziemlich verloren in dieser Stadt aussehen. Mit dem Unterschied, dass er nicht halb verhungert oder dreckig war. "Neu in der Stadt?", fragte der Blonde und lief auf die Bank des Fremden zu. Irgendwie hatte er es in letzter Zeit mit Bänken... Er setzte sich einfach neben den jungen Mann, der nicht so aussah, als hätte er etwas dagegen. Dann kramte er in seiner Tasche und zog zwei Äpfel hervor. Einen hielt er seinem Banknachbar hin, vom anderen biss er einfach ein Stück ab.


  • Als Sanjay Amys verwirrtes Gesicht erblickte während sie ihm ihre Theorie erklärte, musste er laut loslachen. Partyplaner? Sie war die erste, die ihn für einen solchen hielt. Aber gut, woher sollte sie auch wissen wohin er gehörte, schließlich war sie neu hier und irgendjemand musste ihr ja alles erklären. „Nein, ich bin kein Partyplaner!“, gab er schließlich noch immer unter Lachen zurück. So verwirrt, wie die Blonde ihn gerade ansah, sah es ungemein niedlich aus. „Habt ihr-“ Es war eindeutig ungewohnt, jemanden mit Du anzusprechen. „Pardon, hast du schon die große Villa am Wald gesehen? So auf halber Höhe zwischen Friedhof und Meer? Da lebe und arbeite ich. Ich bin der hauseigene Butler von Prinz Mali und somit auch für das Kochen verantwortlich!“ Vermutlich passte dies auch besser zu seinem Auftreten als ein Partyplaner. Obwohl er das ja um Grunde auch war, wenn man an die Willkommensfeier zurück dachte. Eigentlich war er alles in einem. „Aber Butler sein klingt schlimmer als es ist.“, fügte er noch hinzu. Seine Arbeit machte ihm schließlich fast immer Spaß. Nur zu gerne hätte er sich auch nach dem Beruf seiner Bekanntschaft erkundigt, aber er wollte nicht zu neugierig wirken. Das schickte sich nicht.

  • Allmählich wurde Nadi der Gedanke unangenehm, er würde vielleicht anderen Leuten, die eine Sitzgelegenheit dringender bräuchten als er, den Platz wegnehmen. Zumindest gingen immer mal wieder welche an ihm vorbei, die sich sichtlich über mangelnde Bänke beschwerten, wenn auch nur still und heimlich. Gerade kam ihm ein junger Mann entgegen, da wollte Nadi sofort aufstehen um ihn gewähren zu lassen, da sprach er ihn doch tatsächlich an und setzte sich daneben. Eigentlich keine ungewohnte Sitte, aber der Blonde kannte sich hier ja überhaupt nicht aus. "Guten Tag, Herr... ja das bin ich." Eigentlich war er nicht älter als Nadi, die schickere Kleidung veranlasste den einfachen Jungen aber dazu, ihn mit Herr anzusprechen. Daraufhin bot der Junge ihm einen Apfel an. "Ich kann leider nicht dafür bezahlen, seid Ihr euch sicher?" So sehr sein Magen auch knurrte, so viel Stolz besaß er dann doch noch, dass er ihm nicht einfach das Obst aus der Hand riss. Stattdessen verwies er auf die Bettler weiter abseits. "Es wäre nicht fair, denen gegenüber, die dort drüben auch hungern." Ein Wunder überhaupt, dass sich der Junge nicht von dem Geruch, der von Nadi ausging, abschrecken ließ. Vielleicht gab es ja doch, wenn auch nur vereinzelt, Menschen, die dem Stadtleben auch was positives abgewinnen konnten.


  • Sanjay lachte über Amys Aussage. Die Blonde verstand schon die Welt nicht mehr. Also war er kein Partyplaner? Was er wohl dann war? Die Antwort auf dieses Frage folgte sofort. Aber bevor Sanjay mit seinem Beruf herausplatzte fragte er die Neue, ob sie die Villa am Waldrand kannte. Kopfschüttelnde musste sie verneinen. Alles was sie bisher von der Stadt gesehen hatte waren die Bar, ihr Haus und die Partyhalle. Wobei man dann auch noch beachten musste, dass sie die Hälfte dieser Orte noch nicht mal nüchtern kannte. War vielleicht auch besser so... Als Sanjay dann verkündete, dass er der hauseigene Butler war staunte Amy nicht schlecht. Ein Butler? Das war irgendwie komisch wie gelassen er das gesagt hatte. Als würde der attraktive Mann aus einer anderen Zeit stammen, wo es völlig normal war als Butler zu arbeiten. Heutzutage fand man diesen Beruf doch eigentlich gar nicht mehr. "Hmm... ich kann mir gut vorstellen, dass der Beruf Spaß macht, aber da es sich wie ein fulltime-Job anhört wäre das überhaupt nichts für mich. Zu viel Arbeit." Die Blonde verzog das Gesicht, um ihre Abneigung, gegen die Vorstellung niemals Urlaub zu haben, auszudrücken. "Aber ein Job ist besser als kein Job. Hoffentlich kann ich bald in der Bar anfangen.", murmelte Amy und hoffte irgendwie, dass Sanjay ihr Kommentar überhören würde. Sie plapperte mal wieder viel zu viel über sich selbst. Die vollen Tüten in ihren Händen wurden langsam immer schwerer und ihre Arme wurden immer schlapper. Im Gegensatz zu ihrem Gegenüber war sie nicht geübt darin so viele Einkaufstüten zu tragen. Der Silberhaarige schien immer noch völlig gelassen zu sein. Ob das wohl antrainiert war? "Sag mal Sanjay... hast du gerade frei, oder bist du nur unterwegs, um einzukaufen?" Vielleicht hatte er ja Lust ihr etwas von der Stadt zu zeigen...



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    Der junge Mann, ungefähr in Ash' Alter roch zwar etwas streng, aber das machte dem Blonden gerade relativ wenig. Was ihn mehr störte war wie der Kerl ihn angesprochen hatte. "Herr? Nenn mich Ash... ich bin schließlich auch nur ein Mensch.", seufzte er und hielt seinem Banknachbarn erneut den Apfel hin. "Ich hab nicht genug Geld um die ganze Stadt zu versorgen, also bist du der Anfang meiner guten Taten. Nimm ihn ruhig." Er lächelte den Fremden kurz an, bevor er genüsslich ein Stück seines Apfels abbiss. Eine Weile kaute Ash schweigend, dann schluckte er und wand sich erneut an den Fremden. "Zudem würdest du mir einen Gefallen tun, wenn du den Apfel annimmst. Das ist nämlich gut für mein Karma und das sollte mal wieder besser werden." Er musste grinsen. Natürlich glaubte er nicht wirklich an Karma, aber ein Versuch war es schließlich wert. Vielleicht verhalf ihm das ja zu einem Job, mit dem er Cheryl und sich über Wasser halten konnte.


  • „Dafür hat man die Möglichkeit die Arbeit selbst einzuteilen wie man möchte, es klingt wirklich schlimmer als es ist.“ Er selbst konnte sich keinen besseren Job vorstellen. Wie schön, dass ihm die Frage zu ihrem erspart blieb. Es schien nämlich, als hätte sein blondes Gegenüber zur Zeit überhaupt keine Arbeit und so leise wie sie sprach war sie nun wirklich nicht besonders stolz darauf, da wäre die Nachfrage wirklich peinlich gewesen. Vielleicht konnte er sie sogar bei ihrer Jobsuche unterstützen, schließlich hatte er eben gerade dank seiner Arbeit Kontakte in der ganzen Stadt. Aber vermutlich wäre ihr ein solches Angebot unangenehm – ihm selbst würde es nicht anders gehen – und so war er ganz froh, als sie wieder das Thema wechselte, auch wenn ihre Frage ihn etwas überraschte. „Nun, prinzipiell hab ich frei. Der Einkauf ist erledigt und da der Prinz gerade sowieso außer Haus ist muss ich auch nicht kochen.“


  • Sanjay schien wirklich stolz auf seine Arbeit zu sein und das brachte Amy unwillkürlich zum Lächeln. Seine höfliche und so vollkommen wirkende Art waren wirklich perfekt gemacht für einen Butler. Für einen, den man sonst nur aus Filmen kannte und die für ihre Herren alles tun würden. Der Weißhaarige war bestimmt nicht anders. Er würde sicher auch alles tun und seinem Herrn (oder nannte man sowas Besitzer?) treu und kommentarlos dienen. Am Liebsten hätte die Blonde ihn gefragt, ob sie ihn mal für einen Tag begleiten könnte, um sich die Arbeit - und vielleicht auch die Villa - mal genauer anzusehen, aber das wäre wirklich unhöflich und wahrscheinlich auch ein wenig dreist gewesen.
    Glücklicherweise ging Sanjay auf Amys aktuelle Arbeitssituation nicht ein. Die Blonde hoffte immer noch, dass sie in der Bar arbeiten konnte, denn woanders würde sie sich womöglich nie wieder wohl fühlen. Ob das bei ihrem Gegenüber wohl auch so war? Im Moment hatte der Weißhaarige ja anscheinend Zeit und das war doch die perfekte Gelegenheit mehr über die Stadt und diesen gut aussehenden Kerl herauszufinden. "Naja also... ich will nicht zu aufdringlich wirken, also sag einfach nein, wenn ich dich belästige oder von etwas abhalte, aber... aber ich hab mir überlegt, ob du mir nicht vielleicht ein wenig von der Stadt zeigen könntest.", stammelte sie mit roten Wangen. Ihre Idee kam ihr plötzlich so unglaublich dumm vor. Sanjay war ein Butler und sie eine Fremde. Was hatte er schon davon, wenn er seine Zeit mit ihr vergeudete? Vor allem weil sie wohl das genaue Gegenteil von ihm war. Sie war laut, ungehobelt, sehr direkt und trinksüchtig.


    (wie spät ist es eigentlich?! xD)

  • Je öfter die Menschen an den Obdachlosen vorbei gingen, desto mehr schlich sich das Urteil in Nadis Kopf. Die Gesellschaft hier ist eigennützig und selbstbedacht. In seiner Heimat wäre das sicher nicht Gang und Gebe gewesen. Das kann aber auch daran liegen, dass ein Obdachloser in einem kleinen Kaff viel mehr Aufmerksamkeit bekommt als in einer Großstadt. Noch einmal blickte Nadi auf den Apfel des Fremdlings. Zumindest sah er frisch und saftig aus. Mit einigem Widerwillen nahm er das Obst aber letztendlich an, zu groß war einfach der Hunger. "Karma... kann man in einer Stadt wie dieser überhaupt davon Gebrauch machen?" fragte der ärmliche junge Mann, während er hörbar in den Apfel biss. Noch immer regierte die Skepsis sein Denken und Tun, er brauchte einfach eine zweite Meinung. Zwar würde es sein Vorhaben, seinen Bruder zu finden, nicht beeinflussen. Nachhaltig betrachtet konnte man aber festhalten, dass er sein altes Leben dann dem hier vorgezogen hätte. "Ich kenne solche... Kulturen, sofern man das hier so nennen kann, nämlich überhaupt nicht."


  • (I dunno xD)


    „Nun...“ Sein Blick wurde kurz nachdenklich. Für Heute stand nur das Einkaufen an, und da sein Herr zu dem Zeitpunkt als er gegangen war nicht anwesend war und sicherlich auch noch etwas wegblieb, würde das Kochen für heute auch ausfallen oder zumindest würde es später werden. Da störte es doch sicher nicht weiter, wenn er selbst auch noch ein Weilchen unterwegs war. Außerdem hätte Amir sicher nichts dagegen, wenn Sanjay bei den Neuankömmlingen ein gutes Bild hinterließ für sich und seinen Herrn hinterließ. Und außerdem war Amy dem Weißhaarigen wirklich sympatisch. Obwohl sie scheinbar durch den Umzug einige Probleme hatte, strahlte sie dennoch eine Aura aus, die ihn in ihren Bann riss und bei Laune hielt. „Ich denke das geht klar!“ Mit einem Lächeln auf den Lippen nickte er und schob die Träger der Tüten wieder ein Stück hoch, nachdem sie während des Wartens ein wenig gerutscht waren. „Ich müsste allerdings erst den Einkauf zum Anwesen bringen, aber ich denke das lässt sich ja bestimmt gut in eine Führung einbinden, oder?“ Ohne auf eine Antwort zu warten, nicht dass seine Bekanntschaft plötzlich einen Rückzieher machte weil es ihr unangenehm war, zückte er sein Mobiltelefon – wie auch immer er das mit vollen Händen schaffte – und bestellte ein Taxi zum Marktplatz. „Dauert nur einen kleinen Moment!“


  • Sanjay hatte ihr tatsächlich zugesagt und wollte mit ihr die Stadt zeigen. Etwas überrascht war die Blonde schon über seine Zusage, aber dennoch froh und irgendwie glücklich. Ein Lächeln zauberte sich auf ihr Gesicht. Der Weißhaarige schien ja nicht mal abgeneigt von der Idee gewesen zu sein, was Amy wirklich erleichterte. Ihre Gedanken, dass sie ihn womöglich bedrängen könnte waren also völlig unbegründet geblieben. "Vielen Dank, dass du dich mir annimmst.", lächelte die Neue ihm schließlich zu. "Und wir können gerne noch kurz bei der Villa halten. Vielleicht kann ich dir ja irgendwie beim Einräumen oder so behilflich sein, um mich immerhin ein wenig erkenntlich zeigen zu können." Das war ihr ernst. Auch wenn sie sonst so taff und oftmals großmaulig war, war es ihr trotzdem ziemlich peinlich, wenn andere etwas für sie machten, ohne dass sie sich revanchieren konnte. Mit einer so schnellen Handbewegung, dass Amy sie nicht mal verfolgen konnte hatte Sanjay es tatsächlich geschafft sein Handy aus der Tasche zu fischen und ein Taxi zu rufen. "O-okay. Wo müssen wir hin?" Die beiden gingen über den Marktplatz zurück zu einer Straße und warteten nicht lange bis das bestellte Taxi kam. Irgendwie schaffte es der Butler mit den vielen Tüten und Taschen einzusteigen, ohne sich den Kopf anzuschlagen und auch Amy saß einen Augenblick später in dem gelben Wagen.


    ~ gehen ~


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    Tatsächlich nahm der Fremde schließlich den Apfel an und hackte natürlich gleich nach, ob man in so einer Stadt überhaupt von seinem Karma Gebrauch machen konnte. Ash musste lachen, denn der Gedanke war gar nicht mal so unbegründet. "Du kennst diese Kultur also nicht? Warst du noch nie in so einer großen Stadt?", überrascht sah der Blonde seinen Sitznachbarn an, dann wandte er den Blick ab und sah auf den Marktplatz. "Natürlich kann man hier Karma aufbauen. Man sollte aber einfach erst mal damit anfangen die Positiven Dinge zu sehen. Nicht dass man die Negativen ganz ignorieren sollte, aber wenn man das Positive an erster Stelle stehen hat, dann geht man schon viel leichter durchs Leben." Die Predigt war irgendwie verwirrend, aber er hoffte, dass er dem Fremden vermitteln konnte was er meinte.

  • Der Reisebus bog um die Ecke und hielt etwas abseits des Marktplatzes, da auf diesem gerade der wöchentliche Obst- und Gemüseverkauf statt fand. Der Busfahrer Howard öffnete alle Türen und stieg hinaus. Wie es sich gehörte, würde er alle Koffer entgegen nehmen und sie sorgfältig im Bus verstauen. Hoffentlich genügte seine Kraft, denn man wusste ja, Frauen hatten immer übergroßes Gepäck mit dabei und dieses hochzuheben.. das benötigte jede Menge Muskelkraft. Ob sie wussten, dass es eine Gewichtsgrenze am Flughafen gab? Howard lehnte sich an seinen Bus, breitete dabei die Tageszeitung aus, die er sich mitgebracht hatte, und wartete auf die glücklichen Bewohner, die in ihren Traumurlaub starten wollten.


  • Scheinbar waren die beiden die ersten, denn als Matze und Alessa aus dem Taxi stiegen war noch niemand außer dem Busfahrer - der sie im übrigen auch von Destiny Valley hier her gebracht hatte - und die Leute die sich auf dem Markt tummelten zu sehen. Schon komisch, sonst gehörte er doch nie zu den ersten... Der altbekannte Busfahrer kam ihnen bereits entgegen um ihnen das Gepäck abzunehmen und Alessa stieg direkt ein um einen schönen Platz zu sichern. "Ich komm auch gleich!", sagte der Blonde noch, ehe seine Tochter um die Ecke verschwunden war. Er steckte seine Hand in die rechte Hosentasche und zog eine Schachtel Zigaretten hervor. Wann hatte er damit überhaupt wieder angefangen? Es musste kurz nachdem Pierre verschwunden war angefangen haben... Irgendwie brachte das ein Stück des Franzosen zurück und er fühlte sich nicht mehr ganz so einsam wie sonst.


  • « Männer-WG
    Es war noch relativ früh für die Abreise, aber Cedric war gern pünktlich. Die Sonne schien hell am Himmel, der Frühling nahte. Der Junge hätte sich ausgelaugt und müde fühlen sollen, aufgrund der beinahe schlaflosen Nacht, aber dem war nicht so. Stattdessen fühlte er sich fit wie solange nicht mehr. Er umrundete einmal den Bus, bisher war niemand hier, außer-
    "Hi Dad.", begrüßte Cedric seinen Vater, die Tasche geschultert. Wie lange war er Matze schon nicht mehr begegnet? Es schien eine Ewigkeit herzusein. Er runzelte die Stirn als er seinem Erzeuger eine Rauchen sah. "Was ist los?", erkundigte er sich daraufhin mit voller Ernsthaftigkeit. War in der vergangenen Ewigkeit etwas Erwähnenswertes vorgefallen oder hatte er nur wieder was angestellt?


  • Der Blonde hatte den Blick gen Himmel gerichtet und zog an dem Zigarettenstummel der noch übrig war, ehe er von der Seite angesprochen wurde. „Oh, Ceddy!“ Er war ernsthaft überrascht seinen Sohn hier zu erblicken, aber eigentlich waren seine Söhne immer da wenn es etwas interessantes gab. Seine Frage verstand er zuerst nicht so wirklich, aber als er sah wie Cedrics Blick auf die Zigarette zwischen seinen Fingern geheftet war, verstand er. „Ach, nichts besonderes. Mir war einfach mal wieder danach.“, gab er vor, von den wahren Gründen hatte sein Sohn nicht den Hauch einer Ahnung. Und jetzt, wo Pierre eh weg war, machte es auch keinen Sinn ihm von alledem noch zu erzählen. „Und, was hast du in letzter Zeit so getrieben?“, fragte er den Blonden 2.0 lächelnd. Es war schön ihn nach all der Zeit einmal wieder zu sehen. Jetzt müsste nur noch sein Bruder auftauchen und alles wäre perfekt! „Wie stehts um dein Studium?“


  • Es war merkwürdig seinem Vater so.. ganz normal zu begegnen. Sie hatten sich oftmals lange in den Haaren gelegen, man hatte gemerkt das eine weibliche Hand oft fehlte und beide Brüder zusammen wohl einfach zu viel gewesen waren. Und jetzt? Mittlerweile waren die kleinen 'osenscheißer erwachsen geworden. Oder bildeten sich das zumindest ein. "Einfach so, hm?" Cedric glaubte ihm kein Wort. Aber bitte... wenn der alte Herr nicht reden wollte, nichtmal mit seiner Familie, dann soll es so sein. Als wäre es je anders gewesen.
    "Nicht.. viel..", gab er zu, "Versucht etwas einzuleben, neue Bekanntschaften vertieft, alte Freunde wieder gefunden." Er dachte an Noita und Nick. "Nicht so einfach wie gedacht. Aber es geht schon, die ersten Klausuren sind geschrieben, da tut so ein Urlaub vielleicht ganz gut." Sonne, Strand und Meer. Oh yeah. Naja, vielleicht gab es ja auch interessante Dinge - oder Leute? - auf den Galapagosinseln zu sehen. Sprachen die Einheimischen dort überhaupt Englisch?
    "Wo steckt eigentlich Alessa?", fiel ihm danach auf. Seine süße kleine Schwester war ihm tatsächlich unglaublich ans Herz gewachsen - kein Wunder, irgendwie steckten in ihr ja auch dieselben Gene wie in Ran. "Du hast ihr doch nicht etwa einen Babysitter besorgt und tigerst wieder alleine los? Das mit Kate hat sich nicht wieder eingerenkt?"


  • Cedric schien nicht so ganz zufrieden mit der Antwort, aber sein Vater zuckte nur mit den Schultern. Nur wenige, um genau zu sein nur Jean und Su, wussten von der Sache mit Pierre und das reichte auch schon. Außerdem wollte er nicht wieder groß über das Thema sprechen, er war noch immer nicht darüber hinweg was passiert war. „Ich wette du schaffst das locker. So wie in der Schule auch. Immerhin bist du mein Sohn!“, sagte er lachend. Nicht wirklich das beste Argument. „Die sitzt schon im Bus. Sie soll nicht mitbekommen, dass ich wieder rauche.“ Wenn er seinen Zwillingen damals doch auch nur versucht hätte ein gutes Vorbild zu sein. „Ach, Kate.“ Erneut zuckte der Blonde mit den Schultern. „Keine Ahnung wo die ist, interessiert mich auch nicht mehr. Da bin ich drüber weg.“ Das Thema Kate brachte ihn allerdings auf einen neuen Gedanken. „Wie läufts eigentlich mit...Ran?“ Schon in dem Moment in dem er ihren Namen ausgesprochen hatte, bereute er es gefragt zu haben. Cedric hatte sie nicht mit einem Wort erwähnt, und das hieß sicherlich nichts gutes. Leider hatte er das zu spät bemerkt.


  • <<Schreizeitpark
    Yumi steckte dem Taxifahrer das Geld zu und stieg ohne ein weiteres Wort zu verlieren aus. Sie schnappte sich ihren Koffer und wanderte in Richtung Bus, welchen man schon von ihrem Standpunkt aus erblicken konnte. Es hatten sich noch nicht viele Leute eingefunden aber die Blondine war zu weit weg um genaueres sagen zu können. Ein sanftes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Sie musste das Ganze einfach für die Zeit ihrer Reise hinter sich lassen ansonsten würde sie ihre freie Zeit doch nicht genießen können und es kam schließlich nicht so häufig vor, dass einem ein Urlaub spendiert wurde. Die junge Erwachsene näherte sich dem Bus und an diesen lehnte sich gerade der Fahrer zumindest vermutete die Blondine das es sich bei der besagten Person um jenen handelte. Bei besagtem Fahrzeug angekommen wurde ihr der Koffer abgenommen und sie bedankte sich mit einem freundlichem Lächeln. Flüchtig sah sich Yumi um. Einer der anwesenden Personen hatte sich eine Zigarette angezündet und inhallierte den Rauch. Zu gerne hätte Yumi ihn um eine Zigarette gebeten aber die unterlies es doch. Sie wollte die Unterhaltung der Beiden nicht stören und so sah sie sich nach weiteren Personen an. Dem Busfahrer schien ihr verzweifeleter Blick nicht entgangen zu sein und ehe das Blondchen irgendetwas sagen konnte streckte er ihr schon die geöffnete Zigarettenpackung entgegen. Mit einem 'Danke' nahm sie eine Zigarette entgegen und zündete diese mit dem Feuerzeug des freundlichen Fahrers an. Nun entfernte sie sich etwas von den Anwesenden und setzte sich auf den Bordstein. Die Bank war bereits von alten Damen belegt und so machte Yumi es sich auf dem Boden bequem. Mit einem tiefen Zug sog sie den Zigarettenrauch auf um ihn gleich danach wieder in die Luft zu pusten. Sie war eigentlich keine Raucherin aber die Situation verlangte es einfach. Es würde dadurch nicht besser werden aber auch nicht schlechter.