Friedhofstraße 4: Felicia, Antoinette

  • [Wayne] ~ mit Antoinette im Wohnzimmer


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    Sein Blick war noch immer fest auf seine zittrigen Hände gerichtet, welche die Teetasse noch immer fest umschlossen. Wenn er noch mehr Druck auf das feine Stück ausübte, so wäre es gar nicht so unwahrscheinlich, dass es in tausend Teile zerspringen vermochte. Die gemurmelte Entschuldigung der Belgierin klang unsicher, kläglich. Sie schien ebenfalls nicht zu wissen,was sie sagen sollte. Den Blick, welchen Antoinette ihm schenkte, bemerkte er dabei nicht. Wayne glaubte, dass sie sicher auch den Blick abwendete und nicht vermochte, ihn anzusehen. Warum auch? So erbärmlich wie er sich gerade verhielt. Wie ein kleines Kind, dass seinen Willen nicht bekommen hatte, saß er hier auf ihrer Couch, starrte seine Tasse an und rührte sich nicht. Ob sie dasselbe dachte? Es mochte sich ihren Worten widersetzen und doch befürchtete Wayne, dass er jegliche Anerkennung, jeglichen Respekt von ihr verloren hatte, indem er ihr so offen gestanden hatte, was er dachte. War es ganz einfach zu früh gewesen oder hätte er es einfach nie offenbaren sollen? Nervös wartete der Cowboy auf die Antwort auf die Frage, welche ihm auf der Seele brannte und als er sie hörte, wusste er nicht, ob er froh oder enttäuscht sein sollte. Froh, weil sie sich mehr solcher Tage wie den mit ihm wünschte aber enttäuscht, weil es die Abwechslung des Tagesablaufs war und nicht er, welche dafür verantwortlich war. Zumindest klang es so. Du gibst selbst zu, dass der Tag etwas Besonderes für dich war aber du verstehst nicht, warum es für mich auch so ist." Bemerkte er leise, fast schon ungewollt. Warum redete er überhaupt noch? Was erhoffte er sich davon, nachzuharken? Glaubte er wirklich, dass würde etwas ändern? "Ich verstehe, dass das alles wahrscheinlich sehr komisch für dich klingt. Tut mir Leid, dass ich es gesagt habe. Ich dachte du würdest es verstehen." Fügte er nüchtern an. Es war kein Vorwurf, sondern eine Erklärung und eine ernst gemeinte Entschuldigung. Er hätte es nicht sagen sollen. Das hatte alles nur komplizierter gemacht. Tatsächlich wagte er nun doch wieder einen Blick auf die Belgierin. Sein Herz fühlte sich schwer an, auch wenn er nicht wusste, warum.