Friedhofstraße 4: Felicia, Antoinette

  • [Wayne] ~ mit Antoinette im Wohnzimmer


    2002-image-1-png

    Sein Blick war noch immer fest auf seine zittrigen Hände gerichtet, welche die Teetasse noch immer fest umschlossen. Wenn er noch mehr Druck auf das feine Stück ausübte, so wäre es gar nicht so unwahrscheinlich, dass es in tausend Teile zerspringen vermochte. Die gemurmelte Entschuldigung der Belgierin klang unsicher, kläglich. Sie schien ebenfalls nicht zu wissen,was sie sagen sollte. Den Blick, welchen Antoinette ihm schenkte, bemerkte er dabei nicht. Wayne glaubte, dass sie sicher auch den Blick abwendete und nicht vermochte, ihn anzusehen. Warum auch? So erbärmlich wie er sich gerade verhielt. Wie ein kleines Kind, dass seinen Willen nicht bekommen hatte, saß er hier auf ihrer Couch, starrte seine Tasse an und rührte sich nicht. Ob sie dasselbe dachte? Es mochte sich ihren Worten widersetzen und doch befürchtete Wayne, dass er jegliche Anerkennung, jeglichen Respekt von ihr verloren hatte, indem er ihr so offen gestanden hatte, was er dachte. War es ganz einfach zu früh gewesen oder hätte er es einfach nie offenbaren sollen? Nervös wartete der Cowboy auf die Antwort auf die Frage, welche ihm auf der Seele brannte und als er sie hörte, wusste er nicht, ob er froh oder enttäuscht sein sollte. Froh, weil sie sich mehr solcher Tage wie den mit ihm wünschte aber enttäuscht, weil es die Abwechslung des Tagesablaufs war und nicht er, welche dafür verantwortlich war. Zumindest klang es so. Du gibst selbst zu, dass der Tag etwas Besonderes für dich war aber du verstehst nicht, warum es für mich auch so ist." Bemerkte er leise, fast schon ungewollt. Warum redete er überhaupt noch? Was erhoffte er sich davon, nachzuharken? Glaubte er wirklich, dass würde etwas ändern? "Ich verstehe, dass das alles wahrscheinlich sehr komisch für dich klingt. Tut mir Leid, dass ich es gesagt habe. Ich dachte du würdest es verstehen." Fügte er nüchtern an. Es war kein Vorwurf, sondern eine Erklärung und eine ernst gemeinte Entschuldigung. Er hätte es nicht sagen sollen. Das hatte alles nur komplizierter gemacht. Tatsächlich wagte er nun doch wieder einen Blick auf die Belgierin. Sein Herz fühlte sich schwer an, auch wenn er nicht wusste, warum.

  • [Antoinette] & Wayne | im Wohnzimmer


    1522-tryguitf-png


    Antoinette hatte das Gefühl, dass ihre Wangen brannten, doch hoffte sie, dass sie nicht gerötet waren. Sie mochte es nicht, wenn ihr etwas ins Gesicht geschrieben stand oder gar, leicht durchschaubar zu sein. Aber das war sie wohl nicht. Sie hatte Wayne ziemlich vor den Kopf gestoßen, das war ihr nun klar und sie bereute es sofort. Warum konnte sie nicht einfach klar sagen, was Sache war? Was sie dachte, was sie empfand? Weil sie es nicht wusste oder weil sie es sich nicht eingestehen wollte? Oder aber, weil Offenherzigkeit und Vertrauen ihr fremd waren in ihrem sonst so oberflächlichen Leben. Das saß. Wahrheit schmerzte, nur war es nicht mehr nur ihre eigene Angelegenheit, wenn es so weit ging, dass sie andere mit ihrem Fehlverhalten verletzte. Wie hatte es nur so weit kommen können? Sie wollte sich so gerne erklären! 'Ich weiß, du hast Recht. Ich habe Panik bekommen, weil ich mir nicht sicher bin.' So oder ähnlich - es könnte so leicht sein! Antoinette öffnete ihre Lippen, musste sich nur einen Ruck geben, doch ihr Mund blieb stumm. Sie war es nicht gewohnt aus sich herauszugehen, kannte diese Situationen nicht, wusste weder wie sie sich verhalten noch was sie sagen sollte. Schreiben wäre vielleicht leichter, aber es wäre auch ganz schön feige, wo sie doch hier nun beisammen saßen - nach dem ganzen kuriosen nervenaufreibendem Abend. Es war frustrierend! Und vielleicht war es dieser Frust, der ihr den nötigen Ruck gab, vielleicht auch die erdrückende Stille, die sich im Raum ausgebreitet hatte. "Entschuldige dich nicht.", sagte sie schließlich, sich ihm zuwendend, "Ich danke dir für deine Offenheit, ich kenne das nicht von Menschen und war vielleicht... ein wenig überfordert?", versuchte sie in Worte zu fassen und als wäre ein Damm gelöst, sprach sie schnell weiter, bevor sie wieder ins Stocken geriet. "Ich verstehe mich oft selbst nicht so ganz. Ich... ach, ich weiß nicht! Was ich jedoch weiß ist, dass ich gerne mehr Zeit mit dir verbringen möchte. Es macht mich nervös und ich bin nicht so gut in sozialen Mustern, dann handle ich irrational wie eben und.. ach." Sie seufzte, nicht sicher ob sie nicht alles noch viel schlimmer machte als sowieso schon, "Wenn du mir das nachsehen kannst und du einverstanden bist, dann lass uns in Kontakt bleiben. Bitte.", schloss sie ungelenk und hatte das Gefühl nicht das gesagt zu haben was sie sagen wollte, gleichzeitig nur Schwachsinn gequatscht zu haben und für verrückt erklärt zu werden (dann würde sei vermutlich gleich einen Heulkrampf bekommen) und irgendwie nicht sicher was denn nun stimmte oder nicht oder was überhaupt in ihr vorging. Warum machte sie es sich nur so kompliziert?

  • [Wayne] ~ mit Antoinette im Wohnzimmer

    2002-image-1-png


    Der Cowboy fragte sich, warum er nicht schon längst aufgestanden und gegangen war. Wäre es nicht besser, die Belgierin nun in Ruhe zu lassen? Aber er konnte sich nicht bewegen, war wie paralysiert. Selbst wenn er gewollt hätte, so wäre Wayne nicht dazu in der Lage gewesen, sich zu erheben und das Haus zu verlassen. Die wenigen Minuten der Stille zwischen ihnen fühlten sich an wie eine quälende Ewigkeit, welche einfach nicht vorbeiziehen wollte. Bis schlussendlich eine zarte Stimme die Ruhe durchbrach. Ganz überrascht von dieser plötzlichen Wendung, den Worten, welche überhaupt nicht mehr ablehnend klangen, schaffte Wayne es, sich aus seiner Trance zu lösen und sich der Belgierin zuzuwenden. Sein Blick wanderte von ihren Händen zu ihrem Kinn, über ihre Nase zu ihren rubinroten Augen. Dort setzten sich seine Augen fest, wie so viele Male zuvor. Während der Cowboy ihr geduldig zuhörte, nickte er hin und wieder verstehend. Er hatte sie mit seiner Ehrlichkeit überfordert, natürlich. Alles machte auf einmal Sinn. Sein zuvor ausdrucksloser Gesichtsausdruck wich einem Lächeln, einem breiten Lächeln und er musste sich zurückhalten, nicht vor Erleichterung laut loszulachen. Fast schon automatisch löste Wayne eine Hand von seiner Tasse und legte diese sanft auf Antoinettes Handgelenk, immer noch den Blickkontakt haltend. "Ich... natürlich. Nichts wäre mir lieber." Antwortete er schließlich. "Und.. es tut mir Leid, dass sich dich überfordert habe. Manchmal gehe ich automatisch davon aus, dass andere Menschen auch kein Problem damit haben, ihre Gedanken zu teilen. Dabei vergesse ich oft, dass das in der heutigen Zeit gar nicht mehr so selbstverständlich ist." Gestand er ebenfalls und lächelte entschuldigend. Unbewusst strich er dabei mit seinen Fingern über Antoinettes Handgelenk.

  • [Antoinette] & Wayne | im Wohnzimmer



    Antoinette sah überrascht zu ihrem Gast hin, als Wayne nahezu euphorisch auf sie einging. Es versetzte sie tatsächlich in regelrechtes Erstaunen, welch Wirkung ihre eigenen Worte auf eine andere Person hatten. Einen solchen Einfluss gezeigt zu bekommen war neu und faszinierend und verleihte ihr förmlich ein Gefühl von Bedeutung, welches ihr oftmals im Leben fehlte. Allerdings ängstigte sie diese Tatsache auch in der Hinsicht, dass diese Art von Einflussnahme auch eine Verantwortung mit sich brachte, derer man sich bewusst werden sollte. Aber war das jetzt wirklich noch wichtig? Nein. Bedeutsam war nur der Funken Freude, der von Wayne ausging. Er trug sein Herz wirklich auf der Zunge, was man von ihr nicht behaupten konnte. Dennoch lächelte sie, ein wenig schüchtern vielleicht, doch konnte nicht aus, denn ein wenig färbte dieser Cowboy dann wohl auf sie ab. Antoinette nahm am Rande war, wie er seine Hand auf die ihre gelegt hatte und sie nahm die Seine und drückte sie leicht als Zustimmung. Unbemerkt war sie ein wenig näher auf der Couch zu ihm gerückt. "Das ist nicht selbstverständlich, non, aber bewundernswert.", befand sie und meinte es auch so. Für sie war es ein Zeichen von Stärke offen mit seinen Gefühlen umgehen zu können, denn damit ging auch ein großes Risiko einher. "Wie schaffst du das?", fragte sie plötzlich und auch wenn die Frage unpassend klingen mochte, faszinierte sie der Aspekt einfach. Sie selbst konnte das nicht. Sie hatte sich schon als Kind lieber versteckt und niemanden in sich hinein sehen lassen wollen. Ob sie es dann auch verlernt hatte, sich selbst zu sehen? Aber mit dem, was sie sich als kleines Mädchen oft hatte anhören müssen, war das wohl auch nicht verwunderlich. Antoinette senkte ein wenig den Blick. "Danke, das du nicht weggegangen bist.", murmelte sie leise, aber es war ihr noch auf dem Herzen gelegen. Jemand anderes wäre mit ihrer Wankelmütigkeit wohl nicht so akzeptierend umgegangen und hätte sie einfach sitzen lassen. Es bedeutete ihr viel, dass Wayne noch immer hier mit ihr auf dem Sofa saß, ihr verzeihte und auf sie einging. Sehr viel.

  • [Wayne] ~ mit Antoinette im Wohnzimmer

    2002-image-1-png

    Noch immer von diesem Hoch der Erleichterung getragen, konnte der Cowboy seine Emotionen einfach nicht zurückhalten und sein strahlendes Lächeln musste Antoinettes einen guten Einblick in sein Inneres gegeben haben. Als er spürte, wie sie seine Hand drückte, fühlte er sich bestätigt und seine Handlungen angenommen. Ihre Worte erreichten seine Ohren in sanftem Klang und er war sich zuerst nicht ganz sicher, wie er diese Frage beantworten sollte. "Ich.. weiß es nicht. Es war nie anders, auch wenn ich damit schon öfters auf die Nase gefallen bin. Wenn ich einmal in einer Situation bin, in der ich mich wohlfühle oder Hoffnung sehe, dann rede ich einfach. Auch weil ich hoffe, dass mein Gegenüber sich auch öffnen kann. Ich habe schon so viele Leute gesehen, die sich verschließen, weil sie glauben, dass sie es müssen. Und ... Ich will ihnen zeigen, dass sie es nicht müssen, dass es niemanden gibt, der ihnen zu sagen hat, was sie tun, fühlen oder zeigen sollen. Ich glaube, dass viele Menschen Angst davor haben, obwohl sie die nicht haben müssen. Und viele davon sind irritiert, wenn jemand von diesem Verhalten abweicht. Es war früher nicht einfach, meinem Herzen treu zu bleiben, aber irgendwie habe ich es geschafft. Und ich glaube daran, dass auch jeder andere das schaffen kann." Er merkte, wie er abschweifte und lächelte entschuldigend. "Ich glaube, ich rede zu viel. Aber ich hoffe, zu verstehst, was ich meine." Er blickte der Belgierin wieder direkt in die Augen, wobei sein Blick für einen kurzen Moment über den Rest ihres Gesichtes schweifte. Dabei war auch er unbemerkt etwas näher zu ihr hingerückt. Zu ihrem Dank sprach er nur wenige Worte. "Ich bin froh, geblieben zu sein." Sein zuvor noch freudiges Lächeln wandelte zu einem sanften, verträumten. Er war froh, dass es jetzt so war, dass sich die Situation sich beruhigt hatte und sie sich so schnell ausgesprochen hatten.

  • [Antoinette] & Wayne | im Wohnzimmer


    1522-tryguitf-png


    »Ich bin froh, geblieben zu sein.«, wiederholte sie in Gedanken und hielt sich an diesen paar wenigen Worten fest. Antoinette betrachtete sein Lächeln, welches sanft auf seinen Lippen lag. Ein verträumter Ausdruck, als er sprach, bei dem Versuch seine Gefühle in Worte zu packen was sicher kein Leichtes unterfangen war. Er ist wirklich ein Träumer, n'est-ce pas?, dachte sie bei sich. Was war sie dagegen? Ein Optimist, ein Pessimist? Sie war vielleicht viele Dinge, von allem ein bisschen, aber nichts im Extremen. Eine blasse Persönlichkeit? Nein, dagegen sprach sie sich aus - sie kämpfte um ihre Präsenz. Und wovon träumte sie gerade? Ihrem Traum - ein berufliches Ziel, nämlich ihre eigene Confiserie zu eröffnen - war sie nachgejagt und hatte es geschafft. Sie stand mit beiden Beinen fest im Leben. War es so, wie sie sich das vorgestellt hatte? Ja und Nein. Es war sicherlich weitaus mehr Arbeit, mehr Stress, mehr Verantwortung als erwartet. Dem hinzufügend hatte dieser Traum nichts von der Romantik, die der Cowboy mitbrachte. Was war es, was er hatte, aber sie nicht? Was fehlte ihr, um wirklich glücklich zu sein? Der Gedanke erschreckte sie ein wenig - gab er doch eine gewisse Traurigkeit preis, der sie sich nicht bereit war zu stellen. In diesem Moment spürte sie es deutlich - eine Sehnsucht nach mehr. Ob es Wayne gelingen würde ihr in gewissen Dingen eine andere Sichtweise zu vermitteln? Ob sie das wollte...? Nun, zumindest war Antoinette neugierig darauf, ob diese Möglichkeit bestand - oder ob sie sich nur von ideologischen Träumereien anstecken ließ hin zu einer Hoffnung die schlussendlich zerplatzte. Seine vielen Worte sprachen ein wenig von Utopie und die Belgierin wollte sich nur zu gerne auf seine Gedanken einlassen - und ihnen etwas entgegensetzen. Vielleicht um zu sehen, ob er ihre Argumente widerlegen konnte oder nicht. "Du magst Recht haben - zum Teil.", begann sie nach einer kleinen Pause. "Aber Wayne, die Menschen sind nicht alle gleich. Wenn du ihnen auf diese Weise begegnest, öffnen sie sich womöglich schon, oder aber sie sind verwirrt oder fühlen sich eingeengt.", warf sie ein, denn gerade letzteres war gerade vor einem Moment geschehen. "Ja, viele Menschen haben Angst oder sagen wir, fühlen sich einfach nicht wohl dabei so offen zu sein, wie du es sein kannst. Einige können es nicht, weil sie andere Erfahrungen gemacht haben. Andere wollen es nicht, weil es ihnen fremd ist. Es kann viele Gründe haben." Vielleicht sollte er seine Erwartungen nicht so hoch stecken. Dieser letzte Satz kam nicht über ihre Lippen, denn sie wollte ihm keine Ratschläge erteilen, sondern lediglich offen reden. Oder war es allein aufgrund der Tatsache nur einen Teil für sich zu behalten keine Offenheit mehr? Doch wie weit konnte sie gehen? Für Antoinette war das nicht so einfach, auch wenn der Blondschopf ihr hier zusprach. Es handelte sich stets um einen Prozess - wie alles im Leben. Die kleine Belgierin nahm sich ihre Tasse Tee um die Zeit zu überbrücken, in der sie überlegte, was sie dem noch anfügen möchte. "Menschen sind kompliziert.", endete sie schließlich, den Blick noch auf die Tasse gerichtet, während sie sie wieder absetzte.

  • [Wayne] ~ mit Antoinette im Wohnzimmer

    2002-image-1-png

    Aufmerksam hörte der junge Cowboy die Worte der schönen Belgierin. Sie ließ sich auf seine Worte ein und hinterfragte sie, kritisch und respektvoll. Das gefiel ihm. Nicht jeder blieb sachlich, wenn er einer Sichtweise nicht komplett zustimmte. So lauschte Wayne leise, noch immer lächelnd und wartete darauf, dass die Blauhaarige endete. Dann nickte er. "Da hast du Recht, alle Menschen sind verschieden. Und das macht sie so besonders." Es ging dem Blonden nicht darum, jedem seine Art aufzudrängen und sicher schaffte er nicht immer, das deutlich zu machen, So war solch ein Austausch wie dieser hier sehr aufschlussreich un angenehm. "Jeder Mensch hat einen Grund für sein Verhalten. Aber wenn dieses Verhalten darin resultiert, dass er sich versteckt dann.. finde ich, sollte das nicht so bleiben. Die Menschen brauchen natürlich Zeit dafür und ich möchte mich auch niemandem aufdrängen." Begann er also zu erklären. "Es ist nicht so, dass ich auf jeden Menschen so zugehe. Es passiert in Situationen in denen ich das Gefühl habe, dass es passend ist. Vielleicht weil der Mensch bereits angefangen hat, sich offener zu äußern oder weil er es versucht mit seinem Verhalten auszudrücken." Dabei fixierte er wieder die roten Augen der Belgierin. Damals am Leuchtturm hatte sie ihm einen kleinen Einblick in ihr Inneres gewährt und ihr Wunsch an die Sternschnuppe war ihm bis heute in Erinnerung geblieben. "Antoinette..." Er holte tief Luft, nachdem er seine Tasse abgestallt hatte, um ihre zarten Hände in seine zu nehmen. "Du bist eine wundervolle Frau mit einer atemberaubenden Persönlichkeit, soweit ich das beurteilen kann." Begann er mit einem sanften Lächeln. "Und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dein Wunsch von damals in Erfüllung geht, dass du dein Glück findest. Und vielleicht ist es dir irgendwann nicht mehr fremd, offener zu deinen Mitmenschen zu sein, sofern du dies möchtest." Nun hatte er es gesagt. Es war die Botschaft, welche er schon zuvor zum Ausdruck bringen wollte. Wayne wünschte der Belgierin alles Gute dieser Welt. Denn sie verdiente es. Noch immer blickte der Blonde ihr direkt in die schönen rubinroten Augen. Hoffentlich kam die Botschaft nun an. Sie mochten sie vielleicht nicht oft getroffen haben, jedoch spürte Wayne immer noch diese Verbindung. Er wusste nicht, was dieses Gefühl in seinem Bauch war, doch er wusste, dass sie der Grund dafür war. Antoinette war ein Mensch so ganz anders als der Rest. Während viele sich über Waynes Art lustig machten oder ihn nicht ernst nahmen, so hatte sie ihm zugehört, sich auf das Gespräch eingelassen, sich sogar mit ihm ausgetauscht und respektvoll hinterfragt. So einen Menschen traf man nicht oft. Und Wayne wollte sie auf jeden Fall in seinem Leben behalten.

  • [Antoinette] & Wayne


    Ein leichtes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, denn Antoinette konnte nicht anders, als bei dem starken Gefühl, welches Wayne versprühte, positiv gestimmt zu sein. Gleichzeitig erklärte er sich - auch er hielt sich zurück, außer er hatte das Gefühl man könnte ihn wirklich verstehen? Welch Fehleinschätzung dann vorhin - doch sie musste Wayne zu Gute halten: sie selbst verkomplizierte die Dinge nunmal ganz gerne. Unbeabsichtigt. Panisch. Überdramatisierend. Was auch immer der Grund sein mochte, gerade hatte auch Antoinette das Gefühl, der Cowboy würde ihr ihr Wesen in dieser Hinsicht verzeihen. Oder hoffte sie das nur? Die junge Belgierin schlug die Augen beschämt nieder, als Wayne sie komplimentierte. Ah, sicher war sie rot geworden, sie spürte förmlich wie ihre Wangen glühten! Ach Wayne, was tat er ihr nur an? Diesmal jedoch konnte sie das Kompliment... einigermaßen annehmen. Zumindest stieß sie die Worte nicht erneut von sich. Tatsächlich war sie erstaunt wie präzise er sich an die Situation am Leuchtturm erinnerte. Ihr war selbst fast entfallen, dass sie sich damals derart offen gezeigt hatte. Kein Wunder also, dass Wayne ebenso offen auch heute wieder auf sie zugegangen war. Ach, wie hatte sie nur ahnen können? Nein, wie hatte sie vergessen können - das Wichtigste, die Details, die ihr doch sonst so heilig waren? Oder war es ihr einfach wie ein Traum erschienen, zu schön, zu unrealistisch, um wahr zu sein und allein daher hatte sie der Erinnerung losgelassen? Antoinette öffnete ihre Lippen, wusste nicht Recht was sie nun darauf erwidern sollte. Sie spürte Wärme in sich aufsteigen - nun nicht mehr nur an ihren Wangen, sondern aus ihrem Inneren heraus. Sie wusste nicht was sie sagen sollte, nein, auch wollte. Antoinete war Wortgewandt, wenn es um Oberflächlichkeiten oder Argumentationen ging, geschickt im alltäglichen Gebrauch, aber so ehrlich heraus zu sprechen? Ihr fiel nichts ein. Doch gleichzeitig hatte sie nun das Gefühl, das Wayne auch gar keine Antwort von ihr verlangte - er würde warten, bis sie mit Gewissheit antworten konnte und wenn dieser Fall nicht eintreten würde, dann würde er wohl auch das akzeptieren. Ob sie mit ihrer Einschätzung richtig lag? Antoinette wagte es wieder aufzusehen, traute sich dem Blick seiner blauen Augen zu begegnen. Sie suchte die Berührung seiner Hand, als sie fragte: "Willst du mit mir die Sterne ansehen?"

  • [Wayne] ~ mit Antoinette im Wohnzimmer

    2002-image-1-png

    Ein Lächeln. Es war eine so kleine Geste und dennoch erfüllte ihn diese mit so viel Freude und Wärme, wie keine andere. Dieses sanfte Lächeln auf den zarten Lippen der Belgierin vergrößerte das seine nur noch mehr - sofern dies überhaupt möglich war. Sein klarer Blick lag stets auf dem Antlitz der Blauhaarigen, auch als diese die Augen niederschlug. Stille. Wie ein Schleier lag sie über ihnen und doch war sie nicht unangenehm. Wartete Wayne auf eine Antwort? Er wusste es nicht. Erwartete er etwas? Nein. Erhoffen? Das schon eher. Aber er würde sich mit allem zufrieden geben. Denn was gerade für ihn zählte waren nicht seine seltsamen, unerklärlichen Empfindungen sondern Antoinette. Sie hatte seine volle Aufmerksamkeit, sein volles Verständnis. Und wenn ihre Antwort in der Stille lag, so würde er dies akzeptieren. Noch immer bedachte der Cowboy die schöne Belgierin mit einem sanften Lächeln, während er alles andere einfach ausblendete. Er wusste nicht, wie viel Zeit dabei verging. Stunden, Minuten oder doch nur ein paar Sekunden? Er dachte nicht darüber nach, denn noch im selben Moment sah Antoinette wieder auf. Sofort suchte Wayne wieder das rot ihrer Augen. Sie waren wie Magnete, die seinen Blick immer wieder aufs neue anzogen. Die zarte Berührung an seiner Hand spürend, lächelte er verträumt, als die Belgierin ihre Frage stellte. "Nichts wäre mir lieber." Hauchte er gerade noch für sein Gegenüber hörbar, während der ihre zierlichen Hände sanft streichelte.