Das Krankenhaus "St. Ulrich"

  • Simon & Nick in der Tür zu seinem Patientenzimmer


    2390-nick-summer-pngObwohl Alice keinen Grund hatte sich zu rechtfertigen und obwohl aus seiner Sicht alles gesagt war, warf sie ihm trotzdem noch Worte vor die Füße. Er antwortete nicht darauf. Vermutlich wären die Worte ohnehin nur bissig gewesen, die er für sie übrig hatte. Stattdessen versuchte er den Ärger, der mit ihrem Auftritt zurückgeblieben war herunter zu schlucken. Er stand eine Weile nur da, sah ihr nach, obwohl sie schon längst verschwunden war und versuchte zu verarbeiten was passiert war. Aber er fand keinen Ausweg aus diesem negativen Karussell in seinem Kopf. Für einen kurzen Moment schloss er die Augen, dann vernahm er schnelle Schritte die auf ihn zukamen. Sein erster Gedanke, war dass Alice oder Ced vielleicht zurückgekommen waren, aber schon als er seine Lider hob, wusste er, dass es keiner der beiden war. Er war überrascht, als er in Simons wutverzerrtes Gesicht blickte. Er rechnete fest damit, dass der Blondschopf ihn schlagen würde, aber er zuckte nicht zusammen, drehte sich nicht weg. Simon war da. Er war die ganze Zeit über im Krankenhaus gewesen. Hatte vermutlich mit Alice gesprochen, sie dazu gezwungen sich ihm gegenüber so zu verhalten. Doch Nick traf kein Schlag im Gesicht. Stattdessen schrie Simon ihn nur an und schlug neben Nick gegen die Wand. Der Schwarzhaarige zuckte zusammen, auch wenn er damit gerechnet hatte, denn die Wut stand dem anderen ins Gesicht geschrieben. "Weil du es nicht verdient hast.", gab Nick ihm als Antwort, wieso er ihnen ihr Glück nicht lassen konnte. Seine Augen waren standhaft. Sollte Simon doch zuschlagen. Was würde das ändern? Was würde das schlechter machen, als es sowieso schon war? Er fühlte sich sowieso schon gepeinigt von allen, wieso sollte sich Simon also nicht auch noch Luft machen dürfen? Als er jedoch das Gemurmel des Blonden vernahm, brannten bei Nick einige Sicherungen durch. Nicht dass er alles verstanden hätte, aber den Kern des Ganzen hatte er verstanden. Mit einer Hand hatte er ungelenk Simons Kragen gepackt und ihn an sich gezogen. Sein Blick sprühte nur so vor Hass, als er Alice' Lover ins Gesicht sah. "Wag es nicht ihr noch mehr anzutun. Ich werde nicht ewig schweigend zusehen, wie du sie zerstörst, hast du mich verstanden?" Seine Worte kamen wütend über seine Lippen und er hatte Mühe Simon nicht eine zu ballern. Sein Kopf pochte vor Schmerz. War die Wunde aufgegangen, oder bildete er sich nur ein, dass ihm etwas übers Gesicht lief? "Ihr kriegt ein Kind. Krieg dich gefälligst auf die Reihe.", fauchte er noch und ließ Simon dann los. War das alles? Würde Simon jetzt zuschlagen? Würde er gehen? Würden seine Worte bei ihm ankommen? Wahrscheinlich nicht. Trotzdem hoffte er darauf.

  • 1677-cylie-pngCylie | verlässt das Krankenhaus


    Die junge Studentin plusterte kurz ihre Wangen auf und schüttelte dann den Kopf, hielt ihre Arme weiterhin vor ihrer Brust verschränkt. „Mit mir in einer Gummizelle zu sein, da könntest du dich wirklich nur glücklich schätzen!“, erwiderte sie und schaute auf ihren Bruder herab. Eine sehr seltene Möglichkeit, immerhin war sie ein gutes Stück kleiner als ihr Zwilling. Komisch aber wahr. Natürlich war das in diesem Augenblick nur darauf bezogen, dass sie neben seinem Krankenbett stand und ihr somit nichts andere über blieb als von oben auf ihn herab zu sehen. Etwas anderes würde sie gar nicht wagen, sie hielt sich nicht für was Besseres oder dergleichen. So ein Mensch war Cylie nun wirklich nicht. „Immerhin habe ich hier gute Kontakte.. also wenn du eine schöne, weiche Gummizelle willst, bleib brav und gehorche!“ Der Ausdruck auf ihrem jungen Gesicht blieb noch einige Sekunden lang streng und böse, dann lockerten sich ihre weichen Gesichtszüge jedoch und sie schmunzelte. Es war schön, dass die beiden trotz der merkwürdigen und gruseligen Vorkommnisse noch so etwas wie Lachen konnten. Dass sie das nicht vergaßen.. auch, wenn ihnen beiden wahrscheinlich eher zum Weinen zumute war, wenn man an die vergangenen Stunden zurück dachte. Es war jetzt ein Geheimnis, dass die Geschwister mit sich trugen und doch hatte die Medizinerin das Bedürfnis es irgendwem zu erzählen. Sie wusste auch ganz genau, wer dieser Jemand war doch bei dem Gedanken daran wurde ihr ganz schlecht. Ob Nick sich darüber lustig machen würde, es für einen schlechten Scherz hielt? Sollte sie es überhaupt erzählen, schließlich lag auch ihr bester Freund hier im Haus nach dem was.. Ein leichter roter Schimmer zierte ihre Wangen bei dem Gedanken an diese gemeinsame Nacht und schnell drehte sie sich von Chris weg, war ihre Haare über ihre Schultern und lächelte. „Jaja. Und ich bin schon ein großes Mädchen.“, sagte die junge Frau und schaute noch einmal zurück auf das Krankenbett, viel mehr auf ihren älteren Zwilling. „Im Kopf zumindest.“ Ein letztes Grinsen zierte ihre Lippen bevor das kleine Fräulein die Überwachungsstation verließ und ihr Handy aus ihrer Tasche zückte. Eigentlich konnte sie es kaum mehr erwarten Nick zu sehen, danach zu schauen wie es ihm ging und ob alles in Ordnung war doch sie spürte die Erschöpfung ihres Körpers. Jeder Muskel schmerzte, da auch das Adrenalin langsam in seiner Wirkung nach ließ. Cylie tippte eine Nachricht und machte sich dann mit dem Bus auf ins Studentenwohnheim.

  • [Ein paar Tage später auf der Überwachungsstation] Chris geht



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    Mit einem Lächeln auf den Lippen sah der Student seiner Schwester hinterher. Er schüttelte den Kopf und fasste sich zeitgleich an die Stirn. Sein Kopf dröhnte immer noch ein kleines bisschen aber wer konnte es ihm verdenken - immerhin hatte es ihn ordentlich erwischt. Richtig? Seine Verletzungen sprachen doch für sich. Ein Seufzen verließ die schmalen Lippen des jungen Mannes und er griff nach seinem Handy, welches er am Nachtisch entdeckte. Offenbar hatte das Display einen Sprung abbekommen oder aber es war nur die Folie, die er sich extra gekauft hatte damit er nicht jedes Monat ein neues Handy brauchte, da ihm das Ding immer wieder entglitt. Als Student drehte er immerhin gerne jeden Cent zwei Mal um wenn es um größere Ausgaben ging. Zumindest gegen Ende des Monats wenn wieder Ebbe am Konto herrschte und er sich nur von Nudeln mit Ketchup ernährte. Nachdem Chris die Folie abgemacht hatte war die Erleichterung groß. Glücklicherweise war das Handy darunter noch heil auch wenn der Horrotrip mit seiner Schwester doch deutlich schlimmer war und der Schaden an seinem Handy wohl nur ein Tropfen auf dem heißen Stein gewesen wäre. Das alles war so verrückt. Vielleicht war es Zeit wieder zur Normalität zurück zu kehren. Chris öffnete Whats app und beantwortete die Nachricht seiner neuesten normalen Bekanntschaft. Wenn man die unheimlichen Nonnen und den Hinterwäldler den sie dort im Wald getroffen hatten außen vor lies. Normal waren die auf keinen Fall. Glücklicherweise hatte er mit denen auch keine Nummern ausgetauscht. Vielleicht weil letztendlich alles nur Einbildung gewesen war? Chris wurde hellhörig als der Monitor neben ihm zu piepsen begann und in der nächsten Minute schon eine Schwester bei ihm im Zimmer war, die eine Elektrode auf seiner Brust auswechselte, die sich offenbar von ihm gelöst und damit das Piepsen provoziert hatte. Er entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und surfte nachdem die Schwester sein Zimmer wieder verlassen hatte wieder etwas im Internet bevor ihm auch schon die Augen zufielen.

    Einige Tage später wurde Chris auch schon wieder entlassen. So gern er seine Freizeit ihm Bett verbrachte so sehr freute er sich nun auch wieder nach Hause zu können oder zumindest ins Studentenwohnheim, welches derzeit sein Zuhause war auch wenn er dieses mit einer Vielzahl an anderen Studenten teilen musste. Aber das war in Ordnung. Die meiste Zeit. Chris holte seine Papiere am Stationsstützpunkt ab und bedankte sich für die nette Betreuung ehe er die Station und anschließend auch das Krankenhaus verließ. Man hatte ihm noch die Visitenkarte einer Psychologin zugesteckt, da man offensichtlich immer noch der Ansicht war, dass er sich das alles nur eingebildet hatte. Gut das er nicht viel über die Geschehnisse im Kloster gesprochen hatte. Am Ende hätte es doch niemand geglaubt...


  • 1677-cylie-pngCylie | beinahe bei Nick & Simon


    Streikten heute alle oder weshalb fuhren die Busse an diesem Tag so unpünktlich? Nicht, dass Cylie so ein großes Vertrauen in die hiesige Busgesellschaft hatte und sowieso immer überaus pünktlich los fuhr aber dieses Mal war ja wirklich nervenaufreibend. Schließlich hatte die Studentin es auch geschafft, war vom Wohnheim los gefahren und im Krankenhaus angekommen. Es war wirklich schon gut kalt da draußen. Der Herbst war da, der Wind pfiff kalt um ihre Ohren und sie war froh noch einen Schal um ihren Hals geworfen zu haben. Jetzt schon krank zu werden, darauf hatte sie eigentlich keine Lust. Außerdem konnte sie sich so ein bisschen verstecken, lief hoffentlich keinem Bekannten über den Weg weil sie es eigentlich nicht so darauf an legte mit irgendwem einen oberflächlichen Plausch zu führen. Aber so war das nun mal. Als Studentin war man viel im Hause unterwegs, wechselte von einer in die andere Fachrichtung und lernte so eben Ärzte und Pflegekräfte kennen. Der Zwilling trat durch den Haupteingang und lief vorbei an der Information, drückte den Kopf des Aufzuges und wartete. Dabei steckte sie ihre Kopfhörer in ihre Tasche und prüfte nochmals ihr Handy ob vielleicht noch eine Nachricht von ihrem Bruder angekommen war. Ob sie ihn auch besuchen sollte? Ob er nicht schon geflüchtet war? Vielleicht mit einer der Krankenschwestern durch gebrannt.. Aber warum sich mehr Sorgen machen als sonst? Chris war ihr Zwillingsbruder und wen ihm etwas fehlte, würde er sich schon melden. Und wenn es ernst um ihn geworden wäre.. hätte man sich auch schon irgendwie bei ihr gemeldet. Daher hob sie ihre Schultern und trat in den Aufzug, wählte das Stockwerk auf dem Nicks Zimmer lag und spürte ein bisschen Herzklopfen in ihrer Brust. Seit dieser komischen Situation in ihrem Zimmer, hatten sie gar nicht wirklich mehr miteinander gesprochen. Zumindest nicht normal. Wie sollte sie ihm überhaupt entgegen treten? Sollte sie es ansprechen oder einfach tot schweigen? Cylie versuchte sich an die tollen Tipps ihres Bruders zu erinnern aber irgendwie rief sie damit nur die gruseligen Ereignisse in diesem Kloster hervor und die wollte sie eigentlich ganz weit und ganz schnell verdrängen. Laut seufzte die angehende Ärztin und lief einfach darauf los als sich die Aufzugtüren öffneten. Achtete auch nicht so auf die anderen Besucher und Mitarbeiter und auch wenn sie ab und an als Studentin hier arbeitete, das Gebäude also irgendwie kannte, rannte sie geradewegs auf eine Säule zu und knallte mit dem Kopf dagegen. „Aaaua..“, jammerte der jüngere Zwilling und hielt sich die Hände an die nun rote Stirn. Gott, wie sie das Thema Nick ablenkte..

  • [Simon] bei Nick vor dessen Krankenzimmer --> geht


    2787-harvest-moon-boy-simon-by-princesslettuce-d8kr02e-png"Ihr kriegt ein Kind", hallte es in Simons Kopf wieder. Alles andere, was Nick von sich gegeben hatte, war in der schwarzen Leere untergegangen, die Simon umgab. "Ihr kriegt ein Kind." War das so, ja? Vielleicht war es ja gar nicht sein Kind, vielleicht war es viel mehr das Kind von Alice und Nick und Simon hatte recht damit gehabt, dass seine Freundin ihn nie wirklich geliebt hatte. "Alice bekommt ein Kind", murmelte Simon deshalb mit brüchiger Stimme und sprach dabei viel mehr zu sich selbst als zu dem jungen Mann neben sich, den er so sehr hasste. Und dann: "Es gibt kein Wir, hat es nie gegeben." Vielleicht stimmte das auch. Wieso war sie sonst weggelaufen? Das war ein Abschied für immer gewesen, der sich da in ihren Augen gespiegelt hatte, richtig? Sie hatte sich gegen ihn entschieden. Und für... Für etwas, in das Simon nicht reinpasste. Seine Ohren dröhnten fruchtbar, als er sich schließlich aufrichtete und an Nick vorbei den Flur entlanglief. In die Richtung, in die Alice verschwunden war. "Glückwunsch Nick, du hast gewonnen", ein emotionsloser Abschied. Und dabei die Hoffnung, ihm niemals wieder begegnen zu müssen.


    -> geht

  • Simon & Nick in der Tür zu seinem Patientenzimmer | Nick in seinem Zimmer


    Nick brauchte eine Weile um Simons Worte zu verarbeiten. Sein Kopf pochte unnachgiebig und wenn Nick ehrlich war, wurde ihm langsam ziemlich schlecht. Die Worte des Blonden machten ihn nur noch wütender. Er leugnete, dass er der Vater war? Hätte das Nick nicht freuen sollen? Er hatte gewonnen? Vielleicht war es besser so. Vielleicht. Aber was würde das mit Alice machen, sobald sie es herausfand? Er hätte Simon eine zimmern sollen, aber der Kerl hatte sich bereits aus seinem Griff bereit und war den Flur nach unten verschwunden. Besser so. Endlich war Nick wieder allein. Allein mit sich selbst, seinen Gedanken und diesen höllischen Kopfschmerzen. Es war ein Krankenpfleger, der ihn schließlich im Flur stehen sah und ihn schimpfte. Seine Kopfwunde war aufgeplatzt? Langsam bewegte der Schwarzhaarige die Finger an seine Schläfe und ertastete sofort das frische Blut. Das erklärte die Schmerzen. Eindeutig. Hastig wurde er ins Zimmer zurückgeschickt und die Wunde wurde neu versorgt. Er ließ es über sich ergehen, wartete bis alles sich wieder beruhigt hatte, schrieb ein paar Nachrichten und brachte irgendwie den Tag rum, bis er schließlich endlich einschlief. Morgen würde alles besser werden. Morgen würde Cylie ihn besuchen kommen. Und mit diesem Wissen würde er auch diesen Tag überstehen. Er musste sich heute weder mit Alice', noch mit Ceds Problemen rumschlagen, sondern konnte das vergessen und sich einfach erholen. Außerdem wurde er ja auch bald entlassen, also ein weiterer Lichtblick.

  • 1677-cylie-pngCylie & Nick | in seinem Patientenzimmer


    Mit schmerzverzerrtem Gesicht rieb sie sich die Stirn, eigentlich den gesamten Kopf und gab ein genervtes Stöhnen von sich. Wie dumm war sie eigentlich? Als sie langsam ihre grünen Augen wieder öffnete, schaute sie als erstes vorsichtig um sich. Hoffte sehr, dass das niemand mitbekommen hatte und anscheinend war das Glück heute mit ihr, denn der Flur war gähnend leer. Keine einzigen Patienten oder Angehörigen tummelten sich hier und vom Pflegepersonal oder den Ärzten war sowieso nie kaum eine Spur weil sie die ganze Zeit unterwegs waren. Erleichtert seufzte die Studentin auf und hielt noch für einige Meter ihre Hand an ihrer warmen Stirn, dann ließ sie den Arm sinken, schaute auf und wäre beinahe wieder mit etwas zusammen geprallt. Eigentlich eher mit Jemanden und das verhinderte sie auch nur weil sie in der letzten Sekunde zur Seite hüpfte. Überrascht und auch ein bisschen genervt hob sie ihre Augenbrauen, schaute dem jungen Kerl nach. Das war doch Cedric.. Simon? Auf jeden Fall einer der anderen Zwillinge aus Destiny Valley. Man kannte sich ja irgendwie von früher und aus Erzählungen, auch wenn das Mädchen nie richtig Kontakt zu den beiden gehabt hatte. Vielleicht hatte sie sich auch getäuscht? Sicher war sich Cylie da nicht und warum er so achtlos aus dem Krankenhaus stürmte, interessierte sie dann auch nicht mehr weiter weil sie einfach schnell zu Nick wollte damit sie nicht noch einmal gegen irgendwas rannte. Während sie den hellen Flur entlang lief, das Zimmer ihres besten Freundes lag am anderen Ende, spürte das Mädchen wie sich ihr Herzschlag veränderte. Schneller wurde als wäre sie ganz aufgeregt und nervös. Und irgendwie war sie das ja auch. Weshalb sie vor seinem Zimmer kurz stehen blieb und auf den Fußboden schaute. Sie hatten auch noch gar nicht richtig über diese Nacht gesprochen oder, also über diesen Vorfall und über die Küsse. Und über das, was passiert wäre, wenn Nick sich nicht den Kopf halb aufgeschlagen hätte. Cylie schluckte, klopfte und betrat schließlich das Einzelzimmer ihres Mitbewohners. Es war leise und ein Blick auf den jungen Mann im Bett verriet ihr, das er immer noch schlief. „Schlafmütze..“, flüsterte die Studentin und kicherte leise, setzte sich auf sein Bett und schaute ihm ein bisschen zu. Ihr Blick wanderte über sein Gesicht. Er wirkte erschöpft. Ob er noch Schmerzen hatte? Ob er nach Schmerzmittel verlangt oder es einfach ertragen hatte? Sie tippte ihm gegen die Wange. „Wie lange willst du noch schlafen?“

  • Cylie & Nick | in seinem Patientenzimmer


    Er wusste nicht wann er eingeschlafen war, aber er war froh sich mal nicht den Kopf zu zerbrechen. Er war froh über die Stille und darüber, dass er traumlos schlief. Irgendwann hatte er das Gefühl, dass sich etwas im Raum veränderte. Da war etwas warmes, wie die Sonne, die seinen Traum erhellte. Er schmunzelte im Schlaf und neigte sich unbewusst dieser Sonne entgegen. Nur einen kurzen Moment genoss er ihre Anwesenheit ohne sich darüber klar zu sein, dass es eigentlich Cylie war. Er konnte ihr leises Kichern hören, war aber noch immer im Halbschlaf. Erst als sie mit dem Finger gegen seine Wange tippte und ihn fragte, wie lange er noch schlafen will, wurde er ein wenig wacher. "Noch fünf Minuten...", murmelte er verschlafen mit einem Grinsen und sah sie aus einem geöffneten Augen an. Bevor sie ihm widersprechen könnte, hob er die Decke an und zog sie zu sich. Zufrieden schmunzelnd, dass er sie überwältigen konnte und sie nun neben ihm lag, kuschelte er sich an sie und atmete ihren vertrauen Geruch ein. Das beruhigte ihn und machte ihn unwillkürlich glücklich. Sofort war der ganze Stress von gestern vergessen. Einen Arm hatte er um ihren zierlichen Körper gelegt und das Gesicht in ihrem Hals vergraben. "Was war denn gestern los? Ich hab mir ein bisschen Sorgen gemacht, aber dir geht es gut, oder?", fragte er müde, die Augen geschlossen.

  • 1677-cylie-pngCylie & Nick | in seinem Patientenzimmer


    Die junge Studentin überlegte ein bisschen während sie den dunkelhaarigen Kerl beobachtete. Wie er friedlich schlief und anscheinend einen sehr schönen Traum hatte. Ob er noch von Leila träumte? Ob er noch Gefühle für seine Ex-Freundin hatte? Nicht oft erzählte er von ihr, eigentlich eher selten, bis kaum, doch jedes Mal hatte Cylie gespürt, wie sehr ihn diese Trennung mitgenommen hatte und auch, wenn es absolut dämlich war und sie dazu noch zu einer schlechten Freundin machte, war sie eifersüchtig gewesen. Weil sie Nick auch gerne so nah gewesen wäre. Doch jetzt fragte sie sich, ob dieser kleine Unfall nicht irgendwie ein Zeichen gewesen war. Ein Zeichen von Oben oder woher auch immer. Dass sie diesen Schritt vielleicht gar nicht gehen sollten, dass sie nicht auf ihre Gefühle hören sollte. „Fünf Minuten? Pah, bin ich es dir nicht wert sofort aufzustehen?“ Das Mädchen drehte sich ein bisschen von ihm weg, verschränkte ihre Arme vor der Brust als wäre sie durchaus beleidigt und bekam daher nicht richtig mit, dass der Andere sich bewegte und die kleine Frau mit einem Ruck zu sich ins Patientenbett zog. Die warme Decke lag über ihr aber noch wärmer war der Körper des Studenten, der sich an sie heran kuschelte. Augenblicklich spürte die Medizinstudentin ihren Herzschlag, wie er außer Kontrolle geriet. Sie hatte ihren Atem kurz angehalten bis sie die leisen Worte ihres besten Freundes hörte. Cylie wartete ein bisschen. Wollte diesen Moment genießen, ihn auskosten und ihn nicht durch diese Horrorgeschichte zerstören. Aber war das gut so? „Mein Bruder und ich waren unterwegs und irgendwie sind einfach seltsame Dinge passiert, die ich nicht so richtig erklären kann..“, antwortete sie und seufzte leise. „Ich habe auf jeden Fall keine Lust mehr auf Kloster, Kirchen und irgendwas wo man Nonnen begegnen könnte.“ Cylie schüttelte so gut es ging ihren Kopf aber wollte sich eigentlich gar nicht bewegen weil eine so angenehme Wärme von Nick aus ging, die sie voll auskosten wollte. Daher kam sie ihm auch noch ein Stückchen näher und schloss die Augen. „Wie geht es dir?“, fragte sie leise, ihre Stimme war fast nicht zu hören. „Ist etwas passiert?“ In der Eile und nach all den Ereignissen hatte sie sogar vergessen auf seine Nachrichten zu antworten und die hatten sich teilweise ein bisschen merkwürdig angehört.

  • 3568-nick-summer-pngCylie & Nick | in seinem Patientenzimmer


    Dass sie einen auf gespielt beleidigt gemacht hatte, hatte es ihm nur leichter gemacht sie zu sich zu ziehen. Er schmunzelte vor sich hin, glücklich darüber, dass es geklappt hatte. Für einen Moment genoss er einfach ihre Nähe, ihren zierlichen Körper, den er in seinen Armen nah an sich gezogen hatte. Ihr vertrauter Duft, das vertraute Gefühl von ihr. Sie hatte ihm über die Trennung mit Leila geholfen, hatte ihn abgelenkt und war wohl der größte Grund dafür, dass er immer seltener an seine Ex dachte. Er war dankbar dafür. "Danke.", murmelte er verschlafen, aber glücklich. Ob sie verstand, was ihm das bedeutete, obwohl sie nicht in seinem Kopf war? Er hatte die Augen weiterhin geschlossen und genoss die Ruhe. Erst seine eigene Stimme durchbrach das Schweigen und sie erklärte was passiert war. Er verstand nicht alles, aber es machte ihn ein wenig wacher und so drückte er sie näher an sich. Fester. "Dinge die man sich nicht erklären kann, kenne ich nur zugut.", erwiderte er besorgt und seine Gedanken drifteten zu der Eisfrau, die ihn immernoch manchmal in seinen Träumen heimsuchte. "Tut mir leid, dass ich nicht für dich da war." Es ärgerte ihn ein bisschen, dass Cylies Bruder sie beschützt hatte. Dass er nicht da war, als sie ihn womöglich gebraucht hatte, wo sie doch immer für ihn da gewesen war. Und auch jetzt spielte sie das was ihr passiert war nur herunter und erkundigte sich nach ihm. Er öffnete die Augen und sah sie an. Sanft strich seine Hand über ihren Arm, in der Hoffnung, dass ihr das ein wenig Trost spendete. "Mir geht's gut. Hatte gestern nur einigen Besuch und das war... anstrengend." Er brauchte sie nicht mit Dingen zu langweilen, die ihm ohnehin nicht mehr so wichtig erschienen. Nicht in diesem Moment zumindest. "Außerdem werde ich bald entlassen. Also was sollen wir unternehmen?", fragte er interessiert. Cylie hatte sicher schon eine Idee!

  • 1677-cylie-pngCylie & Nick | in seinem Patientenzimmer


    „Danke..?“ Leise wiederholte die Studentin dieses einzelne Wort. Wofür galt es? Was hatte sie getan? War es nur weil sie vorhin so unaufmerksam gewesen war, dass er sie ohne große Mühe zu sich ins Bett hatte ziehen können? Danke, weil sie sich nicht lautstark dagegen gewehrt hatte? Oder sprach er damit einfach etwas ganz anderes an? Dass sie hier war und ihn nicht einfach sich selbst überließ? Oder hatte es was mit dieser einen Nacht zu tun? Egal was es war, dieses kleine und doch so große Wort, ließ ihr Herz für einen Augenblick höher schlagen und auch ihre Lippen zierte ein Lächeln. Die Studentin spürte ganz viele, kleine Schmetterlinge in ihrem Bauch und ihr Gesicht glühte als Nick sie noch näher an seinen großen Körper zog. Sie bildete sich ein, dass sie auch seinen Herzschlag hören könnte. An seiner Seite wirkte Cylie immer so klein. Fast schon winzig. „Ist schon in Ordnung. Ich habe ja überlebt.“, antwortete sie mit einem Schmunzeln. „Einzig mein Knöcheln hat ein bisschen was abbekommen als ich aus dem Fenster springen musste aber heute geht’s dem schon viel besser!“ Die angehende Ärztin grinste breit und bewegte zugleich ihren Knöcheln ein bisschen hin und her, zuckte kurz zusammen als ein leichter Schmerz sich in ihrem Bein bemerkbar machte aber das war wirklich nicht schlimm. Als sie eine Bewegung spürte, drehte auch sie ihren Kopf ein Stückchen und schaute in diese hellen Augen, die sie sofort in ihren Bann zogen. Ihre Augenbrauen zog sie ein bisschen zusammen. „Oh nein..“ Das klang auch eher weniger schön. Es machte sie beinahe wütend dass es dort draußen Leute gab, anscheinend ja so etwas wie Freunde, die Nick besuchten und ihn nicht unterstützten. Ihm nicht die helfende Hand gaben, die er ja jetzt trotz seiner verhältnismäßig leichten Verletzung doch irgendwie brauchte. Die ihm trotz ihrer Anwesenheit Ruhe spendeten. Fast wollte Cylie nachfragen, wer ihn besucht hatte und vorallem, was genau passiert war, doch sie merkte, dass er nicht darüber reden wollte. Nicht jetzt und das war auch in Ordnung. So etwas akzeptierte man in einer Freundschaft. Die sanfte Berührung, die er ihr schenkte, sorgte für eine angenehme Gänsehaut, die sich auf ihrem Körper ausbreitete. Die dafür sorgte, dass sie ihre Augen wieder schloss und lächelte. Ihr war so warm. Alles war so schön. „Hm, je nachdem wie es dir geht, also, ich hab da einen Hinweis auf eine Halloweenparty bekommen.“, begann die Medizinstudentin. Ein Klopfen störte ihre Unterhaltung, die Tür des Zimmers ging auf und ein wütendes Schnauben erfüllte den Raum. „Also bitte, das hier ist ein Krankenhaus.. hebt euch das für Zuhause auf.“, meckerte ein älterer Pfleger, der wahrscheinlich völlig falsche Gedanken hatte zu dem, was sich unter der Decke abspielte. Wie versteinert blieb die junge Frau liegen, schaute auf Nick und begann leise zu kichern. „Du kannst nachhause.“

  • Cylie & Nick | in seinem Patientenzimmer


    "Einfach danke.", murmelte er und sein Herz schlug ein wenig schneller als gewöhnlich. Wieso nur? Ob Cylie es bemerkte? Es würde ihn nicht stören. Sie konnte ruhig wissen, dass er ihre Nähe genoss und sie ihn trotzdem immer ein wenig nervös machte. Sie wusste das bestimmt, da war sich der Schwarzhaarige sicher. Zumal das ja nicht das erste mal war, dass sie sich so nah waren. Sicher hatte sie es schon einmal bemerkt. Als sie erzählte was passiert war, runzelte er die Stirn und zog sie noch näher an sich. "Du bist aus einem Fenster gesprungen? Was machst du denn für Sachen?", fragte er und hoffte, dass sie seine Sorge spürte. "Beim nächsten Mal bin ich da, um dich aufzufangen.", fügte er hinzu und kuschelte seinen Kopf noch etwas mehr an sie. Allein die Vorstellung, dass Cylie aus einem Fenster sprang, machte ihm Angst und gleichzeitig fand er es wahnsinnig bewundernswert. Sie war wirklich nicht unterzukriegen. Als sie wohl beim Bewegen des Knöchels Schmerzen hatte, war er kurz davor ihr die Stirn zu küssen, die sich zu Falten zusammengezogen hatte. Aber er besann sich, dass das wohl gerade etwas unpassend rüberkommen könnte. Vor allem, weil sie noch nicht über das passierte gesprochen hatten und er sie nicht bedrängen wollte mit dem was in seinem Kopf und Körper vor sich ging. Er versuchte ganz ruhig zu atmen, um sein Herz zu beruhigen, aber auch Cylies Herz schien schneller zu schlagen als gewöhnlich. Vielleicht war sie immernoch aufgeregt beim Gedanken an das, was sie durchgemacht hatte. Und trotz alldem sorgte sie sich um ihn. Das war einer dieser Charakterzüge an ihr, die er so sehr mochte und zu schätzen wusste. Nicht jeder war so. Er selbst gestern auch nicht. Auch, dass sie akzeptierte, dass er gerade nicht über seine anderen Freunde sprechen wollte, war ihm sympathisch. "Halloweenparty klingt super! Wenn die Ärztin das verordnet, dann bin ich selbstverständlich dabei.", grinste er, obwohl er auch einfach den ganzen Tag hätte so liegen bleiben können. Einfach nur Cylie und er im kuschlig warmen Bett. Das klang nach einem dieser guten Herbsttage. Aber leider wurde ihre Zweisamkeit von einem der Pfleger gestört. Nick fiel in Cylies leises Lachen ein, als sie beschuldigt wurden hier gewisse Dinge zu treiben. "Wir waren ganz brav!", rechtfertigte sich Nick, der sich das mit dem gehen nicht zweimal sagen lies und die Decke zur Seite warf und sich kurze Zeit später aus dem Bett schwang. Die Tatsache, dass beide jungen Erwachsenen noch alle Klamotten trugen war ja wohl Beweis genug, dass da nicht mehr gelaufen war. Leider. Der Schwarzhaarige packte seine Sachen zusammen, während Cylie ihm half und ihm sagte was er noch alles unterschreiben musste und als alles erledigt waren, verließen sie das Krankenhaus, um sich zu Hause fertig zu machen und dann zur Party loszuziehen. Wie sehr sich Nick auf was anderes zu Essen freute!


    Cylie und Nick gehen ~> Sternbach

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    Darren & Yumi | in der Notaufnahme


    „Aber dann warte noch ein wenig bis ich erfolgreich und weltbekannt bin.. da kriegst du mehr aus mir heraus.“, gab sie der blonden Studentin als Tipp als diese sich augenblicklich weigerte die Fotos von ihm im besoffenen und am Boden liegenden Zustand zu löschen. Ob es diese wirklich gab, das wusste der Musiker natürlich nicht und trotzdem ging er davon aus, dass dem nicht so war. So ein Mensch war Yumi dann doch nicht. Zumindest niemand, der es gegen ihn verwenden würde. „Na, entschuldige, aber mein Aussehen trägt schon maßgeblich zu meiner Karriere bei..“ Der angehende Schauspieler wirkte für diesen Augenblick wirklich arrogant und von sich überzeugt und hätte er längere Haare gehabt, hätte er diese wahrscheinlich auch über seine Schultern geworfen. Da dem aber nicht so war, hob er nur das Kinn und strich sich eine verlorene Locke aus dem Gesicht. In der auch noch etwas vom Make-Up des gestrigen Tages klebte und das machte ihm wieder bewusst, wie sehr er sich doch auf eine warme Dusche freute. Auch, weil es gefühlt mit jeder Minute kälter wurde obwohl die Sonne hoch am Himmel stand und Wärme spenden sollte. Darren brauchte gar nichts weiter zu seinem Schauspiel zu sagen, war eh klar dass er das ganz und gar nicht ernst meinte und so, wie die Psychologiestudentin ihn eben kannte, wusste sie das auch. „Ich kann dir gerne ein paar andere Bilder schicken...“, sagte er dann, wobei seine Stimme leiser geworden war und er seine Hand seitlich an seinen Mund hielt als erzählte er Yumi ein Geheimnis das niemand mitbekommen sollte. Was sowieso nicht hätte passieren können weil sie absolut die einzigen Besucher in diesem Labyrinth waren. Die meisten hatten diesem Dorf wahrscheinlich sowieso schon den Rücken gekehrt und das würden die Studentin auch bald machen. Er warf der anderen einen ganz bestimmten Blick zu, mehr als zweideutig als hätte er Zuhause eine Sammlung von schmutzigen Bildern, die nicht für jedermanns Augen bestimmt waren. „Oder wir machen einfach eins von uns beiden.. wie du möchtest. Die Auswahl überlasse ich dir.“ Der Wuschelkopf versuchte etwas von dem Schmerz in seinem Knöchel wegzukommen, redete, damit er nicht daran dachte und hoffte so, dass es bald auch erträglicher wurde. Es half ihm alleine schon dass er sich auf diesem Strohballen ausruhen konnte und er seinen Fuß nicht länger belasten musste. Vielleicht war es tatsächlich keine schlechte Idee sich das im Krankenhaus anschauen zu lassen aber er war mehr der Meinung, dass es einfach nur etwas Ruhe brauchte. „Hm, vielleicht auch besser so. Sonst hätte ich mir bei der Kälte vielleicht noch was eingefangen..“, antwortete der Kerl mit einem Schulternzucken und schüttelte sich kurz, so als würde er frieren. Was er tatsächlich auch ein bisschen tat aber das kam wahrscheinlich auch ein bisschen dem Restalkohol in seinem Blut zu Schulden. Es dauerte tatsächlich nicht lange bis das bestellte Taxi an den Getreidefeldern angekommen war. Er hatte eher damit gerechnet dass es länger dauerte, aber vielleicht hatte er auch kurz das Gefühl für die Zeit verloren als er mit Yumis Haarsträhne spielte und in ihre blauen Augen eintauchte. Erneut mit ihrer Hilfe humpelte er in den auffälligen Wagen und wehrte sich zunächst gar nicht als die Studentin dem Fahrer das Krankenhaus in Riverport als Ziel nannte.

    „Weil du nie weißt was du willst.“, sagte der Kerl nach einer ganzen Zeit während sie schon im Taxi saßen und Riverport erreicht hatten. Darren fing den Blick ihrer blauen Augen ein, als die Psychologiestudentin sich zu ihm drehte. „Aber ja, ich werde das schon wieder gut machen.“ Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen und er sah wieder aus dem Fenster, bemerkte dass die Klinik immer näher kam und sie die Notaufnahme schließlich erreicht hatten. „Ob ich einen Lolly bekomme wenn ich brav bin?“, fragte der junge Mann und schaffte es erneut mit Yumis Hilfe zur Anmeldung, wo sie auch gleich weiter geschickt wurden in eins der freien Wartezimmer des Notfallzentrums. Es war überraschenderweise ziemlich wenig los obwohl man doch immer hörte wie voll die Notaufnahmen war aber wahrscheinlich hatten sie einfach einen guten Zeitpunkt erwischt, denn auch der zuständige Arzt bog gleich um die Ecke und nahm Platz. „Meine Freundin hat sich Sorgen gemacht..“ Damit beendete er die Erklärung, wie es zu diesem kleinen Missgeschick gekommen war. Der Arzt schaute kurz zwischen den beiden hin und her, tastete etwas zu genau am Knöchel des jungen Mannes bevor er die Studenten wieder nach draußen in den Wartebereich schickte. Dort warteten sie bis Darren zum Röntgen konnte. „Hmm, ich finde das klingt gut.“, sagte er mit einem Lächeln auf den Lippen, sein Blick wanderte zu ihr und verweilte in ihrem hübschen Gesicht ehe er dann doch grinste. „Dich als meine Freundin zu bezeichnen.“ Dass dem lange nicht so war und vielleicht auch nie passieren würde, darüber dachte der Schauspielstudent gar nicht nach und in der deutschen Sprache hatte dieser Ausdruck sowieso nicht immer gleich diese eine, ernste Bedeutung.

  • [In der Notaufnahme] Darren & Yumi


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    „Oh danke für den Tipp...“ Yumis Mundwinkel zuckten kurz nach oben und kurz wirkte es so als würde sie tatsächlich darüber nachdenken wie sie die nicht vorhandenen Fotos am Besten an den Mann oder die Frau bringen konnte um den größten Nutzen daraus zu ziehen. Es spielte dabei keine Rolle, dass es diese Fotos gar nicht gab. Nicht für sie. Nicht für Darren. Es war nur wieder eines ihr Spielchen weil es irgendwie zu ihnen gehörte. Als der Dunkelhaarige schließlich den eingebildeten Schauspieler mimte musste die Studentin doch schmunzeln. Manchmal konnte man wirklich glauben er wäre der eingebildete Mistkerl, den er ab und an spielte. Er strich sich eine seiner Locken aus dem Gesicht und erst jetzt entdeckte Yumi, dass sich in ihr noch etwas von dem Make up verfangen hatte weswegen sie wortlos einfach die besagte Strähne zwischen ihre Finger nahm und sie von den Rückständen des Vorabend befreite. Als wäre es selbstverständlich ihn zu berühren. Yumi zog ihren Arm wieder zurück, erwiderte einen Moment lang den Blick seiner dunkelbraunen Augen, bevor sie sich davon losriss und wieder nach vorne sah aber schon bald näherte er sich wieder ein Stück, flüsterte in ihre Richtung als hätte er ein Geheimnis, welches er hier und jetzt mit ihr teilen wollte. Seine Stimme hielt er gedeckt aber selbst ohne hinzusehen bemerkte die Blonde, dass er Grinste. Spätestens als seine Worte an ihr Ohr drangen wusste Yumi warum er dieses ganz spezielle Grinsen auf den Lippen trug. Sie erwiderte es und ihr Blick wanderte über den angehenden Schauspieler. „Achja?“ Die junge Studentin hob eine Augenbraue und sah ihn herausfordernd an. "Das Angebot nehme ich gerne an..." Mit solchen Fotos war es immerhin noch leichter jemanden zu erpressen - nicht das sie soetwas vorgehabt hatte aber Yumi glaubte auch nicht wirklich daran, das solche Fotos existierten." Ich bin leider nicht so ein Selfietyp..." Ihre Lippen kräuselten sich und die Studentin hob entschuldigend die Schultern. Sie konnte sich aber gut vorstellen wer liebend gerne Selfies mit ihm machen würde. Sein kleiner Fehler, wie er das Blondchen gestern noch betitelt hatte.

    Schweigend saßen sie nebeneinander auf der Rückbank des Taxis. Jeder für sich beobachtete die an der Scheibe vorbeiziehende Welt. Erst die Landschaft Sternbachs und schließlich die dicht aneinander gereihten Geschäfte und Häuser Riverports. Sie fuhren schon eine ganze Weile bevor Darren das Wort ergriff - ihr Gespräch von vorhin fortführte als würden sie nicht schon seit einigen Minuten hier im Auto sitzen. Die Studentin sah ihn erst gar nicht an. "Und weiter?" kam es fast schon trotzig über ihre Lippen bevor sie sich zu ihm drehte und ihn durch ihre blauen Augen ansah. "Tut mit Leid, dass nicht jeder so genau weiß wohin er will und was er mit seinem Leben machen will..." Ein abfälliger Laut verließ ihre Lippen. Sie wurde damals on ihren Eltern oft genug dazu gedrängt sich endlich in eine Richtung weiter zu bewegen, dass sie es Leid war damit konfrontiert zu werden. Yumi wandte sich wieder ab und schüttelte den Kopf, während sie ihre Arme um sich selbst schlang. Beiläufig. Unbewusst. Die restliche Zeit über schwiegen sie und als sie am Krankenhaus angekommen waren und Yumi dem Taxifahrer das Geld in die Hand gedrückt hatte half sie dem Lockenkopf auch dabei auszusteigen. Selbstverständlich versuchte er wieder mit einem bescheuerten Spruch zu lockern weil er es nicht ertrug wenn Funkstille zwischen ihnen herrschte. "...bist du denn brav?" hinterfragte Yumi schließlich die Frage des angehenden Schauspielers und musste doch wieder Schmunzeln. Der Anmeldungsprozess ging relativ schnell. Es war sehr wenig los denn es dauerte nur wenige Minuten und sie fanden sich schon bald in einem der freien Wartezimmer wieder wo sie nicht allzu lange warteten bis der Arzt auftauchte. Yumi hielt etwas Abstand zu dem ganzen Untersuchungsprozess, fühlte sich ohnehin eigentlich fehl am Platz und nahm das Gespräch zwischen den Beiden nur beiläufig war. Erst als ein ganz bestimmter Begriff fiel, hob sie ihren Kopf ein wenig an und zog die Augenbrauen zusammen. Freundin. Er hatte sie nicht wirklich gerade als seine Freundin bezeichnet, oder? Ihr Blick brannte dem Lockenkopf wahrscheinlich gerade ein Loch in den Rücken aber ihre Lippen blieben fürs erste stumm. Sie wurden wieder in den Wartebereich geschickt. Anscheinend wollten sie noch ein Röntgen von Darrens Bein machen. Es war wieder der Schauspielstudent der die Stille durchbrach - eben jenes ausgesprochene Wort wieder zum Thema machte. Er sah in ihre Richtung - lächelte. Das Lächeln wurde zu einem Grinsen ohne das er den Blick seiner braunen Augen von ihr abwandte. Sie riss sich jedoch davon los und sah gen Boden. "Du glaubst wir sind Freunde...?" hinterfragte sie seine Aussage und schloss jegliche andere Bedeutung von Freundin sofort aus, weil es nicht so war - weil sie das nicht wollte. Weil allein die Vorstellung davon ihr irgendwie zuwider war. Eine Beziehung. War es wirklich das was er wollte? Die Blonde hob ihren Blick an und sah wieder zu dem Lockenkopf, der direkt neben ihr saß. Er kannte sie doch gar nicht. Nicht wirklich. "Was willst du eigentl..." Yumi kam nicht dazu ihre Frage auszusprechen weil die Dame vom Röntgen um die Ecke schoss und den Studenten aufrief, ihn auch gleich beim Gehen unterstützte. Die Tür war gerade ins Schloss gefallen als Yumi diese bescheuerten Hörner abnahm und sich einmal durch die Haare fuhr um sie ein wenig zu bändigen. Ungeduldig rutschte sie auf ihrem Sitzplatz herum bevor sie sich doch erhob und zu den Automaten spazierte, die gleich um die Ecke waren. Ihr Blick wanderte über die Auswahl und nachdem sie etwas Kleingeld hinein geworfen hatte, fiel auch gleich der ausgewählte Süßkram nach unten. Sie öffnete die kleine Packung Smarties gleich und schob sich einige davon in den Mund bevor sie in den Wartebereich zurückkehrte und die restliche Packung in ihrer Tasche verstaute. Was machte sie hier eigentlich? Yumi schüttelte den Kopf. Sie konnte einfach gehen. Sie hatte die gute Tat des Tages vollbracht also was zum Teufel machte sie noch hier? Ein Seufzen entwich ihren Lippen und sie lehnte den Kopf gegen die Wand hinter sich als sie die Augen schloss.

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    Darren & Yumi | in der Notaufnahme


    Eigentlich hätte dem jungen Mann klar sein müssen dass die Studentin seine Worte eher als eine Art Angriff aufnahm. Weil es doch irgendwie, auch wenn sie es vielleicht nicht wirklich zugeben wollte, ein sensibles Thema war und das wiederrum hätte Darren wissen müssen. Er presste seine Lippen zusammen als sich ihre Blicke wieder voneinander trennten. Seine Worte waren nicht so gemeint gewesen aber sich jetzt erklären, wäre wohl auch der falsche Augenblick, da sie gerade auf die Notaufnahme zusteuerten und diese auch sofort betraten. Warum sich auch noch Zeit lassen? Yumi zerrte ihn ja beinahe schon ins Innere des großen Gebäudes, was ihn still schmunzeln ließ. Aber wahrscheinlich tat sie das auch nur weil sie genug vom Helfen hatte, war es ja anscheinend nicht das erste Mal, dass sie den Studenten irgendwo hinschleppte, wo er sich ausruhen und zu Kräften kommen konnte. Das war ihm von gestern auf heute nicht wirklich gut gelungen aber dennoch war er der angehenden Psychologin natürlich dankbar. „Bin ich das nicht immer?“, antwortete der Musiker mit einem Seufzen und schielte nochmal in ihre Richtung, wobei ein Grinsen auf seinen Lippen lag. Er war doch schließlich der artige Studentin, der alles richtig machte im Leben. Die ganze Prozedur dauerte gar nicht so lange, wie er zuerst gedacht hatte, was auch so mit der Grund war, warum er sich erst zumindest gedanklich gegen diesen Krankenhausbesuch geweigert hatte aber mittlerweile war er doch ganz froh, dass sie hierher gekommen waren, da selbst in Ruhe der Schmerz nicht wirklich nachlassen wollte. Darren hoffte einfach still, dass es nichts allzu ernstes war, schließlich fiel er somit auch für die nächsten Theaterproben in der Uni aus und das war auch nicht gerade gut. Sobald dieses einige Wort vor dem Arzt gefallen war, spürte er den Blick der Blonden auf sich. Spürte wie sie ihn anstarrte obwohl er nicht ihr Gesicht vor Augen hatte. Zuerst hatte er vermutet, dass es Yumi vielleicht gar nicht auffallen würde, da sie gar nicht richtig zuhörte, vielleicht gedanklich schon ein paar Stunden weiter war. In ihrem Bett oder auch.. sonst irgendwie aber diese Vermutung bestätigte sich nicht. Spätestens als sie genau das im Warteraum ansprach. Bestürzt legte der angehende Schauspieler seine flache Hand an seine Brust und hatte auch scharf die Luft eingesogen. „Etwa nicht?“ Doch er hielt dieses Schauspiel nicht lange an, sackte dann ein bisschen in seinem Stuhl zusammen und hob seine Schultern. Ja, waren sie denn überhaupt Freunde? Sowas in der Art? Für Darren selbst war Yumi bereits viel mehr aber er wusste auch, dass sie es hasste, irgendwas einem Namen zu geben weshalb er es schon lange nicht mehr angesprochen hatte weil es im Grunde ja auch irgendwo egal war oder? Der Wuschelkopf horchte auf als die nächsten Worte über ihre Lippen kamen. Bei denen sich sofort ein Lächeln in seinem Gesicht breit machte, doch er konnte nichts mehr darauf sagen, wurde er auch schon zu seiner Röntgenaufnahme abgeholt, die auch nicht recht lange dauerte und ihm doch genug Zeit gab über diese Halloween-Party oder eher das, was außenherum passiert war, nachzudenken. Wobei es da immer noch diesen Moment nach der Gaststätte und in dem Maislabyrinth gab, an den er sich absolut nicht erinnerte und in dem sicher mehr passiert war als die junge Studentin zugeben wollte. Anstatt zurück zum Warteraum gebracht zu werden, schickten sie den Studenten gleich zurück zum Arzt, der ihm verkündete, dass zumindest nichts gebrochen war. Desweiteren verordnete er dem Kerl trotzdem Ruhe, er sollte sich schonen und schnell war auch ein stützender Verband angelegt mit dem es ihm ein bisschen schwer fiel, in seine Schuhe zu passen aber das nächste Ziel war sowieso das Wohnheim und bis dahin sollte das schon gehen. Zumindest war es sein nächstes Ziel. Musste es ja irgendwie auch. Je länger das alles dauerte, je länger sich der Krankenpfleger mit dem Verband Zeit ließ, desto mehr stieg in ihm das unbehagliche Gefühl auf dass Yumi vielleicht schon gar nicht mehr da war. Es war in etwa das gleiche Gefühl das er gehabt hatte, als er im Inneren der Gaststätte nach seinem Handy gefragt hatte. Genau das zog er aus seiner Hosentasche und speicherte mit einem Lächeln auf den Lippen die Nummer der Studentin ein. Zeitgleich antwortete er auf die Nachricht von Alessa und änderte ihren Namen in seinem Telefonbuch. Das kleine Spielchen war lustig und süß so lange es gedauert hatte und trotzdem war es falsch gewesen. Im Rollstuhl wurde er zurück in den Wartebereich geschoben, in dem die Blonde tatsächlich noch saß. Darren bedankte sich bei seinem Pfleger und erhob sich langsam, blieb vor Yumi stehen und schaute auf sie herab. „Als ob du das nicht wüsstest.“, gab er ihr schließlich als Antwort darauf, sah sie zunächst ernst an, dann wurden seine Gesichtszüge jedoch weicher und er lächelte. Darren wand seinen Blick von ihr ab und warf einen Blick auf seinen Fuß. „Gebrochen ist nichts, ich soll es nur gut schonen, kühlen, hochlagern und sowas..“, erklärte er knapp und hob seine Schultern.

  • [In der Notaufnahme] Darren & Yumi



    Sie lies seine Frage eine Weile unbeantwortet zwischen ihnen stehen bis sie schließlich doch noch in seine Richtung schielte - seinem Blick erwiderte und sein Grinsen sich auf ihren eigenen Lippen spiegelte. Natürlich war es Auslegungssache ob jemand brav war oder nicht. So l.ag das doch immer im Auge des Betrachters und doch fielen der jungen Studentin doch so manche Begebenheiten ein in denen 'brav' ganz sicher nicht das richtige Wort für ihn war. Sie dachte dabei an die ein oder andere Begegnung zwischen ihnen und das Grinsen auf ihren Lippen bei den Gedanken an eben jene Situationen wurde etwas breiter. "Das halte ich für ein Gerücht..." erwiderte die Blonde schließlich bevor sie ihn zur Anmeldung führte. Glücklicherweise waren es nur ein paar wenige Meter bis dahin. Vergleichsweise zum Labyrinth nur ein Katzensprung. die ganze Prozedur dauerte nicht allzu lange und bereits einige Minuten später saßen sie wieder im Wartebereich und die Studentin hinterfragte die Aussage des Anderen. Er reagierte theatralisch - wieder einmal ein Schauspiel. Ohne die Miene zu verziehen beobachtete Yumi seine Gestik - seine Mimik. Ihr Blick wanderte über sein Gesicht doch sein Schauspiel löste sich schon im nächsten Moment wieder auf und er zuckte fast schon beiläufig mit den Schultern bevor er auf dem Stuhl etwas zusammensackte. Er hatte sich auch wieder von ihr abgewandt, seinen Blick zu Boden gerichtet. "Machst du... solche Sachen... immer mit deinen Freunden?" Yumi hob eine Augenbraue und ihre Lippen formten ein Grinsen. Er wusste genau von welchen Dingen sie sprach. Im Grunde, die Dinge die sie zusammengeführt hatten - die immer wieder passierten obwohl sie nicht mehr passieren sollten weil einer von Beiden viel mehr wollte als der Andere bereit war zu geben. Was verband sie schon sonst? Es war Sex. Nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht hatte sie ihn manchmal dafür ausgenutzt um die Einsamkeit zu vertreiben - um Nähe zu bekommen. Aber Freundschaft? Sie hätte sie nicht als Freunde bezeichnet aber vielleicht hatte Yumi längst vergessen was dieses Wort überhaupt bedeutete, was es ausmachte und wie man es definierte. Einer der Gründe warum es ihr irgendwie zuwider war dem Ganzen einen Namen zu geben. Man kam einfach nicht auf einen grünen Nenner und verstrickte sich so sehr darin, dass es unmöglich war das zu genießen auch wenn mittlerweile gar nicht mehr die Rede sein konnte von Genuss, oder? Sie kam nicht mehr dazu ihre nächste Frage zu stellen und doch würde er auf Grund dieser wenigen Wortfetzen erahnen können was sie für eine Frage stellen wollte. Ein Lächeln zierte seine Lippen als er abgeholt wurde und nun saß sie hier und wartete und wusste gar nicht warum sie das überhaupt tat. Yumi hielt ihre Augen weiter geschlossen - hörte die Stimmen der Menschen, die sich hier tummelten, das Geräusch von Betten, die geschoben wurden und noch viel mehr. All diese Geräusche vermengten sich in ihrem Kopf und unweigerlich runzelte sie die Stirn. Irgendwie war sie erschöpft. Sie hatte jegliches Gefühl für Zeit verloren aber als sie ihre Augen wieder öffnete sah sie auch schon wie Darren in einem Rollstuhl in ihre Richtung geschoben wurde. Sie fokussierte den Studenten als er sich erhob und vor ihr stand. Die Blonde legte den Kopf in den Nacken um ihn ansehen zu können - war erst verwirrt von den Worten, die er an sie wendete bis sie verstand, dass es die Antwort auf ihre nicht gestellte Frage war. Ihre Lippen teilten sich kurz aber schlussendlich senkte sie den Kopf, bevor auch sie sich erhob nachdem er beiläufig erwähnte wie es um sein Bein stand und was das Ergebnis dieses Krankenhausbesuchs war. Wusste sie es wirklich? Wollte sie überhaupt eine Antwort? Konnte sie damit überhaupt umgehen? Fragen über Fragen. Wahrscheinlich war es besser erst gar keine zu stellen. Sie schüttelte kurz den Kopf, bevor sie dem angehenden Schauspieler einen Schritt näher kam, ihren Kopf wieder anhob und kurz lächelte bevor sie in das Dunkelbraun seiner Augen eintauchte. "Mach die Augen zu..." forderte sie ihn schließlich auf ehe sie darauf wartete, dass er tat wie ihm geheißen. Ihr Blick wanderte über sein Gesicht als er ihrer Aufforderung nachkam. Yumi holte aus ihrer Tasche die übrig gebliebenen Smarties hervor und führte sie schließlich an seine Lippen. Der irritierte Gesichtsausdruck seitens des Dunkelhaarigen lies sie schmunzeln, doch als er seine Augen wieder geöffnet hatte und offensichtlich festgestellt hatte, dass die Psychologiestudentin ihn nicht vergiften wollte, schluckte er den Süßkram bereitwillig hinunter. "Weil du so brav warst. Lollys waren leider aus..." Ein leises Lachen kam über ihre Lippen als sie seinen Gesichtsausdruck sah - immer noch irritiert von dem was gerade geschah.

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    Darren & Yumi | verlassen die Krankenhaus


    Es kehrte für einen Moment Ruhe ein. Darren atmete tief durch, als wollte er mit irgendwelchen Atemtechniken den Schmerz wegatmen. Das funktionierte vielleicht in Filmen oder manch anderen Situationen aber gerade eben war Yumi beinahe die bessere Ablenkung dafür. Jedes Mal wenn er in ihr Gesicht schaute, in diese hellblauen Augen, da schien alles andere in den Hintergrund zu rücken. Als drehte sich für diese Sekunden die Welt nur noch um sie und eigentlich war das doch normal oder, dass man seine volle Aufmerksamkeit seinem Gesprächspartner widmete aber das hier, war weit mehr. Der Musiker streckte seinen Fuß aus während er es sich ein bisschen bequemer machte und hob schließlich wie auch Yumi seine Augenbrauen. Nur eine und er schmunzelte auch dazu. „Hmm.. ich weiß nicht, was du meinst.“, antwortete er und hob auch langsam seinen Kopf wieder, sah fragend in ihre Richtung als hätte er so gar keine Ahnung, wovon das Mädchen überhaupt sprach. Aber alleine ihr freches Grinsen sagte schon alles. Dafür brauchte man im Grunde gar keine engere Beziehung. Da brauchte man nichts, das einen Namen hatte. Bei ihnen hatte es doch nicht anders angefangen oder? Es war eine flüchtige Geschichte gewesen. Ein Spaß für diesen Abend. Aber so schnell hatte sich so viel mehr entwickelt. Mehr bei ihm als bei ihr aber es sprachen so viele, noch so kleine Details dafür, dass auch Yumi das hier nicht mehr kalt ließ. Das war es auch worüber er teilweise nachdachte, während weiter Untersuchungen gemacht wurden und er für eine kurze Zeit nicht mehr in ihrer Nähe war sondern sich mit einem der Ärzte und Pflegern beschäftigen durfte. Darren war, trotz all der Umstände, trotz dieser kleinen Verletzung, trotz der Tatsache dass er sich so gar nicht mehr an den gestrigen Abend erinnern konnte und das eigentlich nicht hätte passieren sollen, glücklich. Wie konnte er auch nicht? Sollte man doch lernen die kleinen Dinge im Leben zu genießen und eigentlich war es für ihn schon eher ein großer und wertvoller Moment, dass Yumi noch hier war als er zurück in den Warteraum gebracht wurde. Es war weiter schwer sich auf den Beinen zu halten aber er hoffte einfach, dass das Schmerzmittel, das man ihm gerade nochmal gegeben hatte, recht schnell wirkte. Obwohl es dafür wahrscheinlich noch zu schwach war. Eine wirkliche Reaktion bekam Darren nicht. Aber die hatte er auch nicht erwartet. Das war er ja schon gewohnt wenn er Dinge ansprach, die sie eigentlich gar nicht hören wollte. Als die Studentin ihre Forderung aussprach, hob er zunächst eine Augenbraue und beobachtete sie argwöhnisch. „Wenn du jetzt wortlos gehst und mich hier ewig stehen lässt, wäre das ziemlich peinlich für mich..“, murmelte der Schauspielstudent und tat relativ schnell das, was sie von ihm verlangt hatte. Es zeichnete sich noch ein Grinsen auf seine Lippen ehe er seine Augen schloss und eine Hand an ihre Taille legte. Irgendwo musste er sich ja festhalten. Bei fehlendem Augenlicht war es ja noch schwieriger nicht auffällig hin und her zu schwanken bei all den Dingen, die da zusammen kamen. Der Restalkohol, das verletzte Bein auf das er sich nicht wirklich stützen konnte.. da hatte Yumi doch sicher nichts dagegen oder? So wusste er zumindest noch, dass sie da war und nicht schon das Weite gesucht hatte. Leise hörte er irgendwas Rascheln und seine Augenbrauen wanderten weiter zusammen, da er das Geräusch nicht zuordnen konnte und als etwas seine Lippen berührte, presste er diese kurz noch zusammen da er doch ein bisschen irritiert war von dem, was die Blonde gerade veranstaltete. Eigentlich wollte er etwas sagen und fragen, doch damit hätte er Yumi ja nur leichtes Spiel gemacht weshalb er zunächst erstmal seine Augn öffnete und schmunzeln musste als er erkannte, was sie zwischen ihren Fingern fest hielt. Dagegen wehrte er sich dann doch nicht und ließ sich die Süßigkeiten anstandslos in den Mund legen. „Und ich dachte schon, du hast die Zeit genutzt und die guten Tabletten gefunden.“, sagte er mit einem Grinsen auf den Lippen nachdem er seine Belohnung hinunter geschluckt hatte. „Ich bin fast ein bisschen enttäuscht.“ Ob er Yumi so etwas wirklich zugetraut hätte, dazu sagte er dann doch nichts und da seine Behandlung soweit beendet war, verließen die beiden das Krankenhaus auch recht schnell wieder. Also.. so schnell es für ihn eben möglich war. Man merkte ihm doch immer mehr an wie erschöpft er eigentlich war. Da war er zum größten Teil aber auch einfach selber Schuld und er war froh, dass sie draußen gleich ein Taxi bekamen. Eine Fahrt im überfüllten Bus wollte er jetzt wirklich nicht und so ließ er sich auf die Rückbank fallen und nannte dem Fahrer das Ziel. Irgendwie hatte der Student auch überhaupt kein Zeitgefühl mehr.

  • 3700-alicerpg-pngAlice & Alex | in der Notaufnahme


    Irgendwo ganz weit entfernt hörte sie die dunkle Stimme ihres großen Bruders. Was er genau sagte, konnte Alice aber nicht hören. Trotzdem wirkten seine Worte beruhigend. Mühevoll versuchte sie ihre Augen zu öffnen, doch ihre Augenlider waren so schwer und so konnte sie nur ganz kurz einen Blick seines angestrengten Gesichtes erhaschen. Alex machte sich wirklich Sorgen oder? Bestimmt war sie auch nicht gerade leicht, jetzt, wo sie noch ihr Baby mit sich herum trug. Das Mädchen war so dankbar, doch bekam ihre Lippen nicht voneinander getrennt sodass sie weiter in diesem schlafähnlichem Zustand döste und daher auch nur entfernt mitbekam, wie sie von den Sanitätern in Empfang genommen und gemeinsam mit Alex ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht wurde. Wo sie auch ziemlich schnell ankamen und sich um die schwangere Teenagerin gekümmert wurde. Alice bekam Infusionen und einige warme Decken, da ihre Körpertemperatur doch niedriger war als normal. Nicht wirklich verwundernswert, da sie doch längere Zeit auf dem kalten Waldboden gelegen hatte. Während der ganzen Handgriffe, die die Ärzte und Schwestern an ihr verübten, während sie Zugänge legten und den Blutdruck kontrollierten, sagte das Mädchen nichts und sah sich nur um. Hielt Ausschau und suchte nach ihrem großen Bruder, der in der Ecke des Untersuchungsraumes saß, aus dem sie kurz hinaus gefahren wurde, da die Ärztinnen noch einen Ultraschall machen wollten. Um zu gucken wie es dem Baby in ihrem Bauch ging. Das ganze dauerte nicht wirklich lange und sie konnten auch recht schnell Entwarnung geben. „Danke..“, murmelte das Blondchen ganz leise und nahm das Ultraschallbild, das die Ärztin ihr entgegen hielt, auch gleich in ihre Hände. Ließ es keine Sekunde aus den Augen während sie wieder auf ihrer Liege zurück gebracht wurde. Zurück zu Alex, der wartete und nicht gegangen war. „Es.. ist alles gut..“ Alice war weiter dick in den Decken eingewickelt, ihr war immer noch kalt und hatte das Gefühl in Eiswasser zu liegen aber das wurde bestimmt bald besser. „Dem Baby geht es gut.“ Ein kleines Lächeln malte sich auf ihre Lippen und sie streckte eine Hand unter ihrer Wolldecke hervor, hielt das Bild weiter fest. „Willst du.. es ansehen?“ Ihre Hand zitterte. Einmal natürlich weil ihre Körpertemperatur immer noch zu niedrig war aber auch weil sie sich nicht sicher war ob Alex das überhaupt sehen wollte. Zwar war er der Onkel des kleinen Wesens, das in ihrem Bauch heran wuchs, aber das hieß ja noch lange nichts.. Dass Alex noch immer ihr Handy in der Hand hatte, war es ja nicht unbedingt das an was sie in dieser Situation dachte, fiel ihr im Augenblick gar nicht auf.

  • [Simon] mit Alex und Alice in der Notaufnahme

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    Simon hatte sich auf dem Weg zum Krankenhaus mehr als einmal überlegt, wieder umzukehren. Einfach zu sich nach Hause zu gehen, wo er sich aufs Bett legen und in Ruhe hätte zocken können. Aber auf der anderen Seite wollte er Alice auch sehen. Aus Sorge um sie, aber vor allem, um sie seinen Hass spüren zu lassen, mit dem er viel zu lange allein in der Bar gesessen hatte. Glaubte Alice wirklich, dass nach der Aktion mit Nick jemals wieder alles gut werden würde? Je näher Simon dem Krankenhaus kam, desto wütender wurde er und desto mehr machte sich der Wunsch in ihm breit, ihr im Detail zu erklären, wieso sie das scheiß Drecksbalg allein aufziehen konnte. Wenn sich nichts änderte, wenn sie sich nicht änderte, dann konnte sie sehen, wo sie blieb. Wäre doch lustig zu sehen, wie sie ohne Familie und ohne ihn versuchte, ihren Schulabschluss nachzuholen. Völlig übermüdet würde sie das Kind verfluchen und natürlich ihre Entscheidung, Nick nicht Lebewohl gesagt zu haben. Und er hätte nach wie vor sein Leben, könnte tun und lassen, was er wollte und wäre nicht mehr Tag und Nacht ihrer unerträglichen Gegenwart ausgesetzt. "Alice Stirling", murmelte Simon am Schalter angekommen und zog seine Kapuze ein Stück vor. Aufgrund seiner dunklen Augenringe sah er sicher nicht so aus, wie jemand, dem man einfach so Auskunft über eine schwangere Patientin gab. Und der Geruch nach Zigaretten und Alkohol machte es auch nicht besser. "Und wer sind Sie?", wollte die Empfangsdame mit viel zu netter Stimme und einem viel zu netten Lächeln wissen und musterte ihn einmal von oben bis unten. "Ihr... Der Vater des Babys." Die Dame überlegte sichtlich, ob sie ihm verriet, wo Alice sich aufhielt, entschied sich schließlich jedoch dafür und Simon machte sich auf den Weg. Hoffentlich war Alex schon weg und er konnte Alice ungestört sagen, dass es zwischen ihnen so gut wie aus war. In der Notaufnahme herrschte Chaos und Simon brauchte ein wenig, um zu finden, wonach er suchte. Schließlich gelang es ihm jedoch, ausfindig zu machen, wo genau Alice lag- dank der auffällig langen, silbernen Haare ihres Bruders, der natürlich an ihrem Bett stand. "Und der Preis für die größte Schwuchtel geht an..." "Na?" Simon vermied es, Alex anzusehen. Er richtete seinen Blick und damit auch seine fast schon gelangweilt klingende Frage an Alice. "Wie ich sehe, lebst du noch."

  • Alice, Simon & Alex in der Notaufnahme


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    Mehrfach hatte der Silberhaarige überlegt einfach zu gehen. Denn abgesehen davon, dass er mit solchen Situationen nicht umgehen konnte, steckte er noch immer in diesem dämlichen Halloweenkostüm. Trotzdem blieb er. Unruhig wippte sein Fuß auf und ab, während seine Arme verschränkt vor seiner Brust verharrten. Alice war in ein anderes Zimmer gebracht worden, während er hier auf sie warten sollte. War das nicht die Gelegenheit zu gehen? Aber er war sich nicht sicher, ob Simon überhaupt auftauchen würde. Er hatte die letzte Nachricht des Typen gelesen gehabt. Alex hatte das Handy seiner Schwester behalten, um nachzusehen, ob sich der Vater des Kindes melden würde. Das tat er nicht. Dabei war allerdings sein Blick auf die letzte Nachricht von Simon gefallen. Er hatte Schluss gemacht? Per Nachricht? Hatte Alice diese Nachricht überhaupt gesehen? War ihr klar, was hier vor sich ging? War es ein Fehler gewesen Simon zu schreiben? Er machte sich schon ein wenig Sorgen und gleichzeitig wusste er überhaupt nicht was ihn das anging. Es wäre das beste, wenn er einfach aufstehen und gehen würde. Wenn Simon nicht auftauchte, dann würde Alice ihn womöglich anmaulen, dass Alex die Frechheit besessen hatte ihm zu schreiben. Wenn Simon auftauchte, dann war da immer noch diese komische Sache zwischen Yumi und ihm. Sie war passiert. Und er verabscheute den Kerl dafür. Nicht nur wegen Yumi. Auch wegen Alice und dem Kind. Das stand dem Silberhaarigen aber überhaupt nicht zu. Oder doch? Welche Pflichten hatte man eigentlich als Halbbruder? Er seufzte verzweifelt, weil er immer noch hier saß. Als endlich die Tür wieder aufging und Alice zurück kam, fiel sein Blick sofort auf sie und die Ärztin. Er stand auf, falls sie Hilfe brauchte, aber sie konnte sich schnell wieder in ihre Decke kuscheln, versicherte, dass mit dem Baby alles in Ordnung war. "Und dir? Geht's dir auch gut?", fragte er tatsächlich besorgt und ohne wirklich wahrzunehmen, hatte er plötzlich das Ultraschallbild in der Hand. Er konnte tatsächlich das Baby darauf erkennen und er musste unwillkürlich dabei Lächeln. "Freut mich, dass es ihm gut geht.", gestand er und gab Alice das Bild und auch ihr Handy zurück. Keine Sekunde zu spät, denn da trudelte tatsächlich auch schon Simon durch die Tür. Sein Gesichtsausdruck war wie immer falsch. Das war einer der Gründe wieso Alex ihn nicht abkonnte. Er verhielt sich eigentlich nie normal, sondern war durch und durch unberechenbar. Alex ging ein paar Schritte zurück, um sich wieder zu setzen. Der Silberhaarige sagte nichts. Das stand ihm gerade noch nicht zu. Zumindest hatte er den Eindruck. Dennoch behielt er die Situation im Auge. Gönnte seiner Schwester die Möglichkeit mit ihrem Freund zu sprechen. Er sah Alice an, gab ihr mit einem Blick und einer einfachen Kopfbewegung zu verstehen, dass er auch gehen konnte, wenn ihr das lieber war, dass er aber auch bereit war zu bleiben. Vielleicht sogar bereit war dem Arschloch eins aufs Maul zu geben. Erneut?