Der Park an der Apah

  • Cedric 2 & Noita 2 - In der Nähe des Sees


    Unsicherheit spiegelte sich in ihren Augen und wer könnte es ihr verdenken?

    Zögerlich richtete Cedric sich auf, bemüht den Blick nicht abzuwenden. Ihre ganze Haltung strahlte Unwohlsein aus, Ablehnung gar. Sein Herz zog sich bei ihrer Erscheinung zusammen, obwohl er damit hatte rechnen müssten. Vielleicht aber hatte ein naiver, kindlicher Glaube gar nicht so weit gedacht. Was genau hatte er eigentlich gerade von sich gegeben? War da überhaupt etwas halbwegs Sinnvolles dabei gewesen? Die Konsequenzen seines vergangenen Handelns zu spüren, setzte ihm mehr zu als erwartet. Es war das eine, sich auszumalen, dass Noita nichts mehr von ihm wissen wollte, etwas anderes, ihre Aversion anhand ihrer Körperhaltung zu erkennen. Das eine, anzunehmen, wie sehr er sie verletzt hatte, etwas anderes, den Schmerz in ihren Augen zu sehen.

    Cedric presste die Lippen aufeinander, diesmal nach Worten suchend, bevor er sie aussprach, als Noita ihm zuvorkam. Innerlich wappnete er sich gegen die Zurückweisung. Wandte den Blick schließlich ab, noch während sie die unausweichliche Frage formulierte: Was willst du eigentlich?

    Auf diese Frage gab es keine einfache Antwort. Außer vielleicht, dass er es nicht wusste. Aber das stimmte nicht einmal. Es gab Dinge, Wünsche, die sich zaghaft begannen zu manifestieren. Doch gleichzeitig war alles, was diese Frage umfasste, so komplex, so weitreichend, dass er gar nicht wusste, wo er anfangen sollte. Als wolle man versuchen, Rauch einzufangen. Was wollte er?

    Cedric öffnete den Mund, bis er realisierte, dass sie ihre Frage gar nicht beendet hatte. "W-Was...?" Irritiert folgte er ihrem Blick und langsam verarbeiteten seine Ohren, auch das Gesagte. "Oh." Das erklärte auch das Brennen und die Feuchtigkeit, die er am Rande wahrgenommen hatte. Sein Gehirn hatte einfach die Bedrohung "Konflikt" viel schwerer gewichtet, als die Verletzung "Bisswunde durch Schwan". Huh. I mean, relatable. Talking about Priorisierung oder so.

    "Ja, schätze schon.", erwiderte Cedric schließlich nüchtern und blickte gleichermaßen perplex wie unschlüssig auf die Stelle an seinem Bein. Je mehr Aufmerksamkeit er der Wunde schenkte, desto mehr schien sie jedoch zu brennen - dafür saß durch die Ablenkung der Knoten in seiner Brust ein klein wenig lockerer. So gesehen kam ihm der physische Schmerz gerade recht...

  • In der Nähe des Sees - Noita & Cedric


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    Er wich ihrem Blick aus als Noita ihn durch ihre roten Augen ansah. Es hatte sie so oder so schon Kraft gekostet diese Worte an ihn zu wenden - generell mit ihm zu sprechen, denn allein seine Anwesenheit machte so viel mit ihr das sie nicht wohin wusste mit der Vielzahl an Emotionen. Emotionen, die so widersprüchlich waren, dass es widersprüchlicher gar nicht möglich war und die Tatsache, dass er es war der das Gespräch gesucht hatte oder sie treffen wollte und nun offensichtlich nicht wusste was er sagen sollte, machte es nicht wirklich einfacher. Eigentlich machte sie es sogar ein kleines bisschen wütend. Majo würde das wahrscheinlich als Fortschritt bezeichnen und ihr raten diese Wut auch rauszulassen. Wobei das mit den Rauslassen der Emotionen angesichts der Tatsache das sie eine Hexe war nicht wirklich eine gute Idee war oder? Am Ende fing der arme Kerl noch Feuer oder so. Oder sie zauberte ihn versehentlich auf den Mond. Allerdings konnte das Unterdrücken solcher Gefühle etwas Ähnliches bewirken. Schwierig. Vielleicht war Flucht immer noch eine Option. Eine Option, die für Alle am Besten war, denn offensichtlich wusste Cedric nicht was er wollte und auch wenn sie es auf Grund seines blutenden Beines nicht völlig ausgesprochen hatte so war ihrem Gegenüber klar gewesen worauf sie hinaus wollte. Sein blutendes Bein kam ihm also wahrscheinlich relativ gelegen. Irgendwie traurig. Der Angriff eines wild gewordenen Tieres war wohl weniger unangenehm als die Konfrontation mit ihr aber wahrscheinlich war Noita nicht in der Position das zu verurteilen, denn insgeheim wünschte sie sich auch eine Wildvogelattacke oder das sich der Boden unter ihren Füßen auftat und sie verschluckte aber die Schwarzhaarige wusste mit ihren Wünschen musste sie vorsichtig sein. „Sicher das sich das nicht besser… Jemand ansehen sollte? Vielleicht hat der Schwan irgendeine Krankheit oder so…“ Sorge schwang in ihrer Stimme mit als sich der Blick ihrer roten Augen an seinem Bein festgesetzt hatte. An jener Stelle an der seine Hose schon blutdurchtränkt war. Noita zog die Augenbrauen zusammen und griff nach dem Handgelenk des Anderen, da Cedric nach wie vor wie angewurzelt dort stand und sich nicht vom Fleck rührte. Sie verfrachtete ihn auf die Parkbank auf der auch ihr ganzes Zeug lag. „Lass mal sehn…“ Sie ging vor ihm in die Hocke und streifte die Hose sein Bein entlang nach oben. Ihre Finger zitterten ein kleines bisschen dabei. Sie zögerte versuchte aber gleichzeitig einen kühlen Kopf zu behalten, was nicht gerade leicht war denn allein die Geste wirkte vertraut und fremd zugleich. Eine Berührung die so noch nie stattgefunden hatte aber zugleich nicht unähnlich zu noch innigeren Berührungen die sie geteilt hatten war. Ihr Herz klopfte vor Aufregung. Sie verzog das Gesicht als sie die Wunde sah. Also gut sah anders aus aber sonderlich tief wirkte sie jetzt nicht. Wahrscheinlich hatte das Vieh ihn einfach nur gut erwischt. Effizient. „Ich…werd es schnell sauber machen und verbinden dann solltest du dir wohl… professionelle Hilfe suchen.“ Ein Ausweg? Vielleicht. Aber war es auch wirklich notwendig oder kam es ihnen und vor allem auch ihm nicht irgendwie gelegen? Noch immer in Hocke griff sie wortlos nach ihrer Tasche und holte eine Wasserflasche heraus um folgend das Wasser über die Bisswunde laufen zu lassen. Als das erledigt war holte sie erneut etwas aus ihrer Tasche - musste dafür etwas wühlen weil sie nicht gleich fündig geworden war aber hatte letztendlich zum Glück Erfolg. Taschentücher. Sie drückte ein paar auf die betroffene Stelle und löste mit der freien Hand ihr Haarband aus ihrem Pferdeschwanz. Das lange schwarze Haar glitt ihr über die Schulter und umrahmte folgend ihr Gesicht. Ungewohnt geschickt band sie es um das Bein des Anderen und bließ sich zeitgleich eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. Ihr Blick lag die ganze Zeit auf seiner Verletzung und dem was sie hier tat aber sie spürte das er sie ansah. Die ganze Zeit. Und das machte es nicht gerade leichter. Schließlich sah sie doch noch zu ihm hoch. „Es sollte denke ich fürs Erste okay sein…“ kommentierte sie ihre Handlung und ließ wieder von seinem Bein ab. Vielleicht etwas zu abrupt. Genauso wie ihr Blick sich den seinem wieder relativ rasch entzog. Nicht zuletzt weil sie sich schützen wolle. Weil sie nicht in dem Blau seiner Augen versinken wollte. Weil sie nicht wieder verletzt werden wollte. Weil sie einfach diesen Schmerz nicht mehr spüren wollte. Noita erhob sich und packte das Zeug wieder in ihre Tasche. Sag etwas. Einfach irgendetwas. Sie wusste nicht ob sie sich selbst im Stillen anflehte oder an eine Art Gedankenübertragung glauben wollte aber irgendetwas sagte ihr wenn sie jetzt so auseinander gingen würden sie nie mehr miteinander sprechen.

  • Ceita - Parkbank in der Nähe des Sees


    Sie wollte ihn weg haben, er wusste es. Das Herz sank ihm in die Hose. Es war der Wink mit dem Zaunpfahl, sich die Wunde ansehen zu lassen - von irgendwem, nur nicht von ihr. Es war nicht ihre Aufgabe.

    Umso überraschter war er, als sie sein Handgelenk umfasste und ihn kurzerhand auf die Parkbank verfrachtete. Damit nicht genug, ging sie vor ihm auf die Hocke und sah sich das blutige Massaker an. Das Herz, welches er gerade noch verloren geglaubt hatte, spürte er nun wie das Flattern eines Vogels in seiner Brust. Oh verdammt.

    "Ähm... Noita...?", stammelte er und war froh, dass sie abgelenkt war, denn er war sich sicher, dass sich Röte in seinem Gesicht abzeichnete. Noita blieb konsequent auf die Wunde fokussiert. Ein neutrales Thema, bei dem man nicht zu viel in die Tiefe gehen musste. Behände schob sie das Hosenbein nach oben, wusch die Wunde mit etwas Wasser auf, sprach dabei unentwegt. Warum nur tat sie das? Sie könnte ja auch Genugtuung empfinden, sich denken, er hätte es verdient. Karma. Ihn, wie sie gesagt hatte, sich selbst überlassen und auf einen Arzt verweisen. Stattdessen besah sie sich die Sache nun selbst. Aber so war sie schon immer gewesen. Noita konnte nicht wegsehen, sie konnte das Leid Anderer nicht einfach ignorieren. Das war eines der Gründe, warum er sich in sie verliebt hatte. Ihr unfassbares Maß an Empathie, das selbst jemanden wie ihn einschloss. Und weswegen er glaubte, sie vor ihm selbst schützen zu müssen.

    "Hör auf.", sagte er schließlich, ohne den Blick von ihr abzuwenden. Es war nicht richtig. Sie jedoch sah nicht auf, blieb konzentriert bei seiner Wundversorgung. Es war das erste Mal seit Monaten, dass er sie so lange ununterbrochen betrachten konnte. Und es riss ihn in zwei. Die widersprüchlichen Signale, die sie ihm sandte - oder bildete er sich die nur ein? Weil er es einfach so sehen wollte? Cedric setzte erneut zu Wort an, in dem Moment jedoch löste sie ihr Haarband und ihr langes, schwarzes Haar fiel ihr nach vorne ins Gesicht. Er sog scharf die Luft ein - keinen Moment zu spät, denn sie presste Taschentücher gegen die Bisswunde und das brannte höllisch. Das war jedoch nicht der Grund seiner Reaktion. Es war sie. Sie war einfach bezaubernd und es gab nichts was er dagegen tun konnte.

    Er durfte sie nicht noch einmal verlieren.

    Als sie losließ, sich erhob und sich unwillkürlich eine erneute Distanz zwischen sie schob, ergriff er kurzerhand ihr Handgelenk und zog sie ein Stück näher zu sich ran. Nun stand sie vor ihm und er blickte zu ihr hoch. Bislang waren die Berührungen und Gesten - überraschenderweise - von ihr ausgegangen, er hatte es nicht gewagt, wollte keine körperlichen Grenzen überschreiten. Doch diese Hemmungen schienen ihrerseits nicht zu bestehen und nun war sie im Begriff zu gehen, er spürte es. Also hielt er sie fest. Sein Herz pochte wie verrückt in seiner Brust.

    "Hör zu. Ich sag dir was ich will.", begann er mit ungewohnter Intensität. "Ich will mein Leben zurück." Diesmal sah er nicht weg. Es fühlte sich kaum wirklich an. "Ich hab alles verloren. Meine Freunde. Meine Familie. Dich." Er schluckte kurz, ehe er fortfuhr. "Und ich pack das alles nicht mehr. Es war alles leer. Ich kann so nicht weitermachen. Ich weiß, ich hab scheiße gebaut, ich hätte dir einfach alles erzählen sollen, anstatt dich anzulügen. Ich bin abgehauen." Seine Hände begannen zu zittern, seine Stimme klang kratzig. "Ich bin abgehauen, weil ich dachte für alle, die ich kenne, wäre es besser, wenn ich nicht da bin." Er löste die Umklammerung um ihr Handgelenk abrupt und legte die Hände in den Schoß, zur Faust geballt, in der Hoffnung so das Zittern einzudämmen. Kurz senkte er den Blick. Es war so schwachsinnig. Es war das erste Mal, dass er diesen Gedanken, der ihn schon lange verfolgte, laut aussprach - und es klang erbärmlich. Weil du erbärmlich bist. Cedric presste die Lippen aufeinander. Verkriech jetzt nicht in Selbstmitleid. Er hob den Kopf erneut und sah wieder in das Gesicht der jungen Frau, die ihm so viel bedeutete - und die er so sehr verletzt hatte.

    "Ich will mein Leben zurück.", wiederholte er nun leiser, ruhiger. "Und du warst seit unserer ersten Begegnung ein fester Teil davon."

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