Die Kapelle

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eunice | in der Kapelle


    Dorothy zitterte am ganzen Körper. Warum war diese böse Elfe hier? An einem so heiligen Ort hatte eine solche Person nichts verloren. Oder wollte sie ihre Sünden reinwaschen und um eine Entschuldigung bitten? In diesem Fall wäre sie doch aber direkt in das prächtige Gotteshaus spaziert und hätte sich nicht draußen aufgehalten, irgendwas in sich gestopft und die Zeit verstreichen lassen. Ob sie etwas plante? Dorothy versank in Gedanken, nichts Neues für die junge Dame und doch war es gerade ein völlig unpassender Moment. Die bestimmte Berührung des Mannes, der sie am Handgelenk sanft von sich drückte und damit weiter in die Kapelle hinein und weg von der Tür, weckte die Heilerin und so hob sie ihr von der Kapuze bedecktes Gesicht. Da Eric um ein gutes Stück größer war, rutschte der Stoff aus ihrem Gesicht und die Angsterfüllten Augen blickten direkt in die braunen Rehaugen. Vielleicht gingen ihre Emotionen gerade mit ihr durch, es handelte sich lediglich um eine normale Frau, die damals am See einen stattlichen Mann zusammen geschlagen, verschleppt und zuvor ihr gegenüber noch eine grausame Drohung ausgesprochen hatte.. nein, je länger Doro darüber nachdachte, desto mehr bestätigte sich ihr mulmiges Gefühl. „E-eric, nein.. nicht.. s-sie soll dir nicht wieder weh tun!“ Doch ihre zitternden Worte hörte der ältere Kerl nicht mehr, so war er nach draußen verschwunden und hatte die Tür hinter sich geschlossen. Mit der Bitte, dass die jungen Frauen auf keinen Fall die Kapelle verlassen sollten. Dorothy blieb einige Sekunden wie versteinert stehen, ihre blasse Hand wanderte langsam und irgendwie von selbst zum Türgriff, doch als sie die liebliche und auch besorgte Stimme des rundlichen Mädchens hörte, hielt die Tochter des Priesters inne. „Da draußen, da ist ein böses.. Mädchen. Sie hat Eric angegriffen.. ganz.. einfach so! Ich will nicht, dass sie ihm nochmal.. etwas antut oder.. schlimmer?“, erklärte sie und versuchte dabei so ruhig wie möglich zu bleiben, was ihr wirklich schwer fiel. Sie hatte sich halb zu Eunice gedreht. „Wir.. wir müssen ihm doch helfen.. oder nicht? Ich meine..“

  • [Vor der Kapelle] Meg & Eric


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    Ein Lachen. Natürlich. Je mehr er sich über die Elfe echauffierte desto mehr würde sie sich darüber amüsieren. Sie liebte es offensichtlich die Menschen um sie herum aufzuwühlen. Anscheinend ernährte sich dieses Biest förmlich von deren Schwächen doch was der Nutzen von all dem war, mochte dem jungen Mann nicht einfallen. Vielleicht war es ihm schlicht und ergreifend einfach nicht möglich ihre Gedankengänge, ihre Taten nachzuvollziehen. Sie waren zu unterschiedlich aber das war es nicht was Eric im Grunde ärgerte. Es war die Tatsache, dass Ganesha das Monster hinter diesem süßen Lächeln nicht zu sehen vermochte. Er hatte immer große Stücke von der Jägerin gehalten und konnte einfach nicht glauben, dass sie dies übersah. Es musste mehr dahinter stecken. Viel mehr als das Elfenmädchen zu offenbaren gewillt war. Er studierte ihre Mimik. Sie schien sich prächtig zu amüsieren, ihr Grinsen war kaum zu übersehen. In gewisser Weise wirkte sie wie ein kleines verzogenes Mädchen, welches mit ihren Mitmenschen spielte als wären sie ihre Püppchen. Glückliche Familie zu spielen war ihr wohl zu langweilig geworden. Seine braunen Augen studierten die Elfe wortlos, während sie zwischen liebes Mädchen und grausamen Biest wechselte als wäre es selbstverständlich. Sie war eine Schauspielerin. Sie hatte Freude daran diese Show abzuziehen, oder? Der Vorwurf, dass er ihr nicht genug Zeit gelassen hatte für ein richtiges Kennenlernen war wohl nicht wirklich ernst gemeint. Eric hob irritiert eine Augenbraue und war sich erst nicht sicher ob die Blonde überhaupt eine Antwort erwartete auf diese völlig schwachsinnige Aussage. Schließlich entfuhr dem jungen Mann ein Lachen. "Bewusstlos war es etwas schwierig Smalltalk zu führen..." Seine braunen Augen fixierten die Gestalt der Elfe, welche sich das letzte Stück ihrer Süßigkeit in den Mund schob und sich schwungvoll mit einer fast schon graziösen Geste aufstellte und den Abstand zwischen sich und Eric verringerte. Als sie so dicht vor ihm stand wurde dem Braunhaarigen erst bewusst, dass sie doch ein gutes Stück kleiner war als er selbst. Seine Muskeln hatten sich unbewusst angespannt als sie ihm so nahe gekommen war. So war die Blonde doch nach wie vor eine Bedrohung. Er wusste zwar in etwa was hinter dieser aufgelegten Maske steckte aber eigentlich auch nicht. Sie hatte tatsächlich nicht unrecht aber man kannte einen Anderen doch nie völlig. Man kannte immer nur das Bild, was sie einem gewillt waren zu zeigen. Ihre Worte klangen wie eine Drohung und vermutlich sollten sie genau das auch sein. Ihre blauen Augen sahen direkt in die seinen. Ein scharfer Blick. Ein starker Blick. So schnell wie sie sich ihm genähert hatte, hatte sich die Elfe auch wieder von ihm entfernt. Ihr langes blondes Haar folgte bereitwilligen ihren graziösen Bewegungen. Jede Bewegung wirkte im Grunde wie ein Tanz. Vielleicht war es genau das was diese Person so gefährlich machte aber er würde sie nicht mehr unterschätzen. Diesen Fehler machte Eric nur einmal. Blitzschnell griff seine Hand nach der ihren, umfasste sie am Handgelenk, während sich die andere Hand bereits bereithielt einen Angriff ihrerseits abzuwehren. "Versuch es doch einfach einmal. Ich entscheide was ich will und was ich nicht will..." Vielleicht entsprachen seine Worte der Wahrheit. Vielleicht wollte er ihr wirkliches Selbst sehen. Vielleicht wollte er sie aber einfach nur von den beiden Mädchen in der Kapelle ablenken - ihren blinden Zorn auf sich lenken bevor er wieder einen Unschuldigen traf.

  • Eunice und Dorothy


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    Eunice war sehr wohl aufgefallen, dass Dorothy ihre Hand um den Türgriff legte. Und dass, obwohl sie gerade mal vor zehn Sekunden darum gebeten wurde, hier in der Kapelle zu bleiben. Obwohl, eigentlich war es ja sogar mehr ein Befehl als eine Bitte gewesen. Sorgenvoll betrachtete Eunice die Kapuzenträgerin, die erst nach ihrer Frage wohl daran erinnert wurde, dass noch eine zweite Person mit ihr im Raum war. "Ein böses Mädchen?", echote sie verwirrt nachdem die Dorothy aufmerksam zugehört hatte. Es war eigentlich nicht in ihrem Sinne Unverständnis für die Situation aufzubringen, aber sie konnte sich gerade nur schwer vorstellen, wie ein "böses Mädchen" Eric verletzt. Monster waren böse und konnten wirklich großen Schaden anrichten, ja. Aber hatten sie hier in Trampoli wirklich auch Menschen um sich, die dazu in der Lage waren, anderen weh zu tun? Dorothy wirkte so verzweifelt, dass Eunice ihr unbedingt helfen wollte, nur sie wusste einfach nicht wie. Und vor allem wusste sie nicht, ob sie nicht doch auf den großen Mann hören sollten. "Bist du dir sicher, dass sie ihm wieder etwas antun möchte?" Sie ging die restlichen Schritte auf Dorothy zu und legte ihre Hand auf die ihre. Sie wollte sie damit gar nicht davon abhalten, die Tür zu öffnen, sondern ihr viel mehr mit der Geste ein wenig Trost spenden. "Glaubst du wir wären Eric eine große Hilfe? Ich kann nicht mal eine Fliege Schaden zufügen.", sagte sie und zeigte dabei ein trauriges Lächeln.

  • [Angelehnt an die Kapellentür] [...] Eric & Margaret

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    Die Elfe reagierte äußerlich nicht auf den Kommentar des jungen Mannes vor ihr. Innerlich kam sie jedoch zu dem Schluss, dass er offenbar nicht auf den Mund gefallen war. Wohl kaum Worte, die sie jemals vor dem Braunhaarigen aussprechen würde, dennoch hätte das eine amüsante Situation versprechen können, hätte sie nicht leider die Geduld, Lust und Zeit an ihn verloren. "Ah, fast vergessen, dass du mir so ein leichtes Spiel gemacht hast. Anscheinend warst du nicht so besonders, wie du glaubst, sonst wärst du mir im Kopf geblieben, meinst du nicht?". Natürlich entschloss sich die Elfe nochmal um, seine Worte unkommentiert im Raum stehen zu lassen. Es war absolut nicht Margarets Art, jemandem das letzte Wort zu geben. Ganz geschweige denn einem Menschen. Während sie sich ausrichtete, konnte sie die Anspannung ihres Gegenübers fast schon riechen. Es war wirklich niedlich, wie bedroht er sich von ihr fühlte. Die Blondine genoss jegliche Art der Feindseligkeit, welche er ihr entgegnete. Beinahe war es schon eine Lebensessenz für die Jägerin geworden, dass sich die Menschen vor ihr fürchteten. Genau auf diese Art und Weise konnte man am besten Konfrontationen vermeiden und einfach unter sich bleiben. Immerhin hatte sie schon früh die Erfahrung gemacht, dass man niemandem trauen konnte, aber vorallem nicht den Menschen. Wäre es nicht um den Willen ihrer jüngeren Schwester gewesen, dann hätte sie sich bestimmt bei dem Einen oder Anderen nicht so sehr zurückgehalten, wie sie es immer tat. Daria lag etwas an diesem Drecksort und auch, wenn Margaret ihre Schwester in diesem Punkt absolut nicht verstehen konnte, wollte sie die Jüngere respektieren. Immerhin war sie alles, was ihr im Leben lieb war.
    Schon im Inbegriff einfach aufzustehen und die Kapelle zu verlassen, spürte die Elfe plötzlich einen festen Griff um ihr Handgelenk. Sie war zu unvorsichtig gewesen. Normalerweise wäre sie einer solchen Bewegung schon längst ausgewichen. Erschrocken über den plötzlichen Mut ihres Gegenübers blickte sie ihm starr in die Augen. "Du hast nicht das Recht mich anzufassen." Ihre Worte klangen klar und ihre Stimmlage veränderte sich schlagartig, als sie zu ihm sprach. Seine Hände waren warm, was sich wahrscheinlich auf seine Anspannung zurückführen ließ, dennoch sorgten sie dafür, dass sich Gänsehaut auf ihrem Körper breitmachte. Margaret konnte sich nicht daran erinnern, jemals von einem Menschen so festgehalten worden zu sein. Mit einem harten Ruck versuchte sie sich erstmals loszureißen und seinem Griff zu entkommen, was jedoch ohne Erfolg geschah. "Du hast nicht über mich zu entscheiden." Gab die Elfe als Antwort klar zu verstehen, während sich nun auch ihre Muskeln anspannten. Margaret wusste, dass sie nicht alleine war und wahrscheinlich würden Augenzeugen schneller weg sein, als sie mit dem Menschen fertig sein würde. In Anbetracht der Strafen, welche auf sie warten würden, wenn sie härter vorgehen würde, holte sie mit ihrem freien Arm aus und zielte mit der Seite der Unterarms auf seine Brust, in der Hoffnung, ihn so von sich wegdrücken zu können.

  • [Vor der Kapelle] Greta & Eric




    Sie wollte ihren Mund einfach nicht halten. Ganz klar, dass sie das letzte Wort haben wollte. Die Elfe war leichter zu durchschauen als sie dachte, selbst jetzt als sie das Schauspiel bleiben hatte lassen blieb immer noch ein einfaches Mädchen, dass sich in der Welt behaupten wollte. Wahrscheinlich eine schwere Kindheit - irgendein Trauma - die Geschichte kannte man ja. Sie lebten hier in einer von Monstergebieten umzingelten Stadt und so erging es nicht nur Trampoli - so erging es jeder Stadt da draußen. So gut wie alle hatten ihr Päckchen zu tragen, hatten furchtbare Dinge gesehen und durchlebt aber das war keine Ausrede sich so zu benehmen, wie es die Elfe tat. Sie trug diese Negativität weiter und weiter. Ein nie enden wollender Kreislauf der Grausamkeit. Die dunklen Augen des jungen Mannes folgten ihren Bewegungen und ehe er sich versah, hatte er nach der Hand der blonden gegriffen. Blitzschnell drehte sie ihren Kopf, starrte ihn nahezu fassungslos an als hätte Eric gerade etwas Unglaubliches getan. Scharfe Worte. Bedrohlich. Schneidend wie ein Messer. Sie versuchte sich loszureißen, schaffte es jedoch nicht. Ihr Körper schien sich anzuspannen, auf Abwehr zu schalten. Sie nahm ihre zweiten Arm um den Dunkelhaarigen von sich zu schieben, so aus seinem Griff zu kommen und mit einem Mal lies Eric sie los und hob beide Hände. Nicht wirklich eine Kapitulation aber er wusste wann es besser war etwas sein zu lassen. Studierend sah er in die weit aufgerissenen blauen Augen des Elfenmädchens. Ärgernis und etwas ähnliches wie Mitleid machte sich in dem jungen Mann breit. Die Antwort lag nicht in dem tiefen blau ihrer Augen. Die Antwort lag verborgen hinter den zahlreichen Mauern, die sie sich aufgebaut hatte. Er öffnete seine Lippen um zu einer Antwort anzusetzen aber ihm fiel einfach keine passende ein. Er war niemand der Andere verletzte aber offensichtlich hatte er die blonde Elfe an einer sensiblen Stelle getroffen. Sie war ganz und gar nicht das harte Mädchen, dass sie vorgab zu sein und das kam gerade in dieser Situation deutlicher denn je zum Vorschein. Ein Lächeln zierte seine Lippen. "Niemand entscheidet über dich also ruhig Blut..." Abwehrend hielt Eric seine Arme immer noch nach oben und versuchte die Situation etwas zu entschärfen, was sich wahrscheinlich gerade bei der Blonden als besonders schwer erwies. Zugleich versuchte er zurückzurudern aber seine Deckung nicht aufzugeben, da er genau wusste wie gefährlich sie sein konnte. "Ich hoffe nur für dich es gibt eine Person in deinem Leben, der du nicht so begegnest...". Schließlich nahm Eric etwas Abstand und wandte sich schließlich zum Gehen um. Wenn sie sich nun aufmachen würde und Dorothy und das andere Mädchen im Ruhe lies war der Tag wenigstens nicht völlig erfolglos. Dennoch war sie eine Gefahr... für alle in der Stadt und im Grunde auch für sich selbst...

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eunice | in der Kapelle


    Zögernd nickte das junge Fräulein. „J-ja, ich hätte nicht gedacht, dass.. dass diese Frau zu so.. etwas fähig ist! Aber i-ich hab es mit meinen eigenen Augen gesehen!“, erklärte sie ihrer neuesten Bekanntschaft, die sich langsam näherte und ihre warme Hand auf die ihre legte. Die roten Augen des Mädchens wanderten dorthin und sie merkte, wie sich die angespannten Muskeln in ihrem Körper etwas entspannten. Zwar nur leicht aber Eunice hatte eine ruhige Ausstrahlung, die ihr in diesem Moment wirklich gut tat. Langsam ließ sie die Türklinke wieder los. Eric hatte sie darum gebeten hier zu bleiben und wahrscheinlich hatte die andere Frau im Inneren der Kapelle sowieso recht, was konnten sie schon groß anstellen? Ein leises Seufzen verließ ihre Lippen. „Ich hoffe, diese Frau verlässt diesen Ort schnell wieder.. sie hat hier nichts verloren.“ Dorothy hob ihren Kopf ein Stückchen und entdeckte das Lächeln auf in Eunice' Gesicht. Auch sie selbst lächelte etwas. „Es bleibt uns.. wohl nichts anderes über als.. zu warten? Oder sollen wir Hilfe holen?“ Unsicher sah die Heilerin um sich, wen sollten sie schon holen? Sie konnten ja nicht aus der Kapelle, da vor der Türe schon das Grauen wartete. Durch die große Holztür hörte sie ganz leise Stimmen und es war doch schwerer als gedacht für sie, nicht nach draußen zu gehen. Aber was konnte sie schon groß machen außer Angst haben und davon laufen? „A-aber wenn was passiert dann.. dann sind wir da und können ihn.. versorgen!“ Deswegen war sie ja Heilerin geworden! Obwohl sie sich durch den Gedanken auch schlecht fühlte weil sie ja nicht wollte, dass Eric wieder so etwas Schlimmes durchmachen musste. „Ich dachte immer dass nur Monster so böse sein können.. warum, warum macht man als Mensch sowas? Ha-haben wir nicht schon genug Ärger, wenn die Monster von draußen zu nah an die Stadt kommen?“

  • [Angelehnt an die Kapellentür] [...] Eric & Margaret

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    Durchaus aufgeregt blickte sie nur in das Gesicht ihres Gegenübers. Sein Lächeln wirkte fast schon höhnisch und desto länger sie ihn ansah, desto mehr provozierte Eric die Elfe. Sein Kommentar verbesserte die Gesamtsituation absolut nicht und dementsprechend verzog sich auch das Gesicht der Blonden. Mit zusammengezogenen Augenbrauen riss sie beinahe schon ihren Arm von ihm weg und richtete sich wieder ihre Kleidung, auf welche sie immer fein säuberlich achtete. "Sagt derjenige, der mich gegen meinen Willen festhält.", zischte die Elfe nur, während sie ihn weiterhin aufmerksam beobachtete. Nachdem sie einmal den Fehler gemacht hatte, ihre Deckung so frei offen zu lassen, würde sie den Braunhaarigen sicherlich nicht so schnell wieder aus den Augen lassen. So nett und hilfsbereit wie er vorgab zu sein, war er eigentlich nicht. Das zeigte alleine schon der spöttische Blick, welcher Eric ihr entgegnete. Innerlich kochte ihr Blut und auch, wenn sie ihm, alleine für die bloße Berührung am liebsten eine geknallt hätte, allerdings verriet ihr ein kurzer Blick aus dem Augenwinkel, dass die Beiden nicht alleine waren. Auch wenn sich die Elfe sicher war - oder wohl vielmehr von sich selber überzeugt war -, dass sie jeglichen Widerstand leicht bewältigen könnte, wollte sie es nicht auf die Situation ankommen lassen. Immerhin verfolgten die Menschen ihr lächerliches Rechtssystem, geprägt von Konsequenzen für 'nicht tugendhaftes Verhalten'. Wie ironisch, dass bei solchen Verurteilungen die meisten Menschen, die in gutem Licht standen, eine geringere Strafe zu erwarten hatten, während jene, die mit weniger Privilegien auf die Welt gekommen sind, mit den vollen Strafen zurechnen hatten. Bei dem Gedanken im schlimmsten Fall eingesperrt zu werden rührte sich ein wenig etwas in ihrem Gesicht. Nicht, weil sie sich vor dem Alleinesein oder dem Entzug ihrer Freiheit fürchtete, damit hatte Margaret genug Erfahrungen gemacht. Es war der Gedanke daran, ihre kleine Schwester nie wieder im Arm halten zu dürfen und diese zierlichen Hände zu spüren, während sie die Ältere umarmte. Fast schon, als ob der Mensch Gedanken lesen konnte, deutete er auf den einen Menschen, der ihr mehr als ihr eigenes Leben bedeutete. Erst zum Sprechen angesetzt merkte sie jedoch, dass der Braunhaarige bereits das Weggehen andeutete. In diesem Moment wirkte eine Attacke seinerseits fast schon wie eine Bitte. Mittlerweile hatte sich nun doch ein Grinsen auf ihre Lippen geschlichen, während sie dem Menschen dabei zusah, wie er sich Zentimeter für Zentimeter weiter von ihr entfernte. "Merkwürdig wie die andeutest nicht mit mir reden zu wollen, dich dennoch mein Leben so sehr interessiert, dass du all diese unterschwelligen Fragen stellst." Sicherlich würde ihr Eric nicht mehr den Rücken zukehren. Dennoch bewegte sich die Elfe in einer schnellen, aber graziösen Bewegung auf ihn zu. Ihre Hände lagen dabei schnell auf seiner Schulter auf und ihr Lippen näherten sich seinem Ohr, so nah, dass sie ihren eigenen Atem auf ihrer Haut spüren konnte, da er an Erics Wange wieder zurückstoß. "Wenn du dich mir noch einmal näherst oder mir hinterherläufst, geschweige denn etwas über eine Person und mein Umfeld herauszukriegen, dann wirst du darum betteln, dass ich dich von deinen Schmerzen befreie." Während die Blonde sprach, bohrten sich ihre langen Nägel immer weiter in die Schulter ihres Gegenübers, nur um ihre Drohung weiterhin zu unterstreichen.