Die Kapelle

  • Eunice und Dorothy


    1173-eunice-jpgEs war ein unangenehmes Geräusch als der Besen auf den kalten Stein knallte und Eunice zuckte unweigerlich zusammen und führte eine Hand vor ihrem Mund. Es war nicht ihre Absicht gewesen das grünhaarige Mädchen zu erschrecken. Wahrscheinlich sollte sie sich das nächste Mal schon vorher bemerkbar machen. Sie wollte eigentlich den Besen für das Mädchen aufheben, aber es war dann doch ein wenig schneller als die bedächtige Wirtstochter. "Er ist nicht da? Schade...aber langsam sollte ich mir wohl merken, wann ein Gottesdienst statt findet..." Aus ihrem Mund schlüpfte ein leises Kichern. "Und bitte sag Eunice zu mir. Ich bin doch sicher nicht viel älter als du." Dass pummelige Mädchen konnte nicht viel damit anfangen, wenn jemand sie so förmlich behandelte. Sie war ja keine Adelige! Sie war aber auch ein kleines Dummerchen. ALs sie von ihrem Gegenüber gefragt wurde, wo das Plüschtier war, runzelte Eunice verwirrt die Stirn. Man konnte das schon stark abgenutzte Plüschtier in der ersten Reihe doch kaum übersehen, oder? Sie deutete dennoch mit einem Finger darauf, aber da war bei Dorothy auch schon der Groschen gefallen und sie klärte die Situation auf. "Freund?" , wiederholte Eunice die Worte und schien die Szene, die sich nun abspielte noch ein wenig verarbeiten zu müssen. "Oh, ich wusste nicht, dass du ein Plüschtier herumträgst! Ich treffe aber auch wirklich jedes Fettnäpfchen." Eunice griff sich verlegen an den Kopf.

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eunice | in der Kapelle


    „E-es tut mir wirklich sehr Leid. Vielleicht kommt er aber bald! Sie.. du, also, du kannst auch einfach warten oder.. sicher erhören dich.. unsere Götter auch so! Schließlich wachen sie ja immer über uns und.. warten nicht bis die Bewohner sich an diesem Ort hier versammeln..“ Wäre ja auch irgendwie seltsam oder nicht? Dorothy musste bei der Vorstellung, dass die Heiligen ihren eigenen Kalender mit all den Daten der Gottesdienste hatten und nur darauf warteten bis einer stattfand damit sie sich am Tisch versammeln konnten, leise kichern. Das schüchterne Mädchen hatte sich neben Fern auf die Bank gesetzt. Das schon marode Holz knarzte unter ihrem Gewicht und das obwohl sie doch so ein Fliegengewicht war! Oh je, hoffentlich hielten die Sitzbänke noch ein paar Jährchen. Es würde sehr anstrengend werden alles zu erneuern.. „Okay, Eunice, ich bin Dorothy. Es.. freut mich!“ Das tat es doch, oder? Neue Bekanntschaften waren schließlich immer etwas.. schwierig für die angehende Heilerin aber hatte sie sich ja vorgenommen, die Dorfbewohner kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen. Und neue Freunde zu finden! Fern hatte auch versprochen ihr dabei zu helfen und er hatte sein Versprechen gehalten. Nochmals strich sie dem süßen Plüschhund über den Kopf, dann setzte sie ihren besten Freund auf ihren Schoß und umklammerte ihn sanft mit ihren Armen. Den Besen hatte sie neben sich an die Bank gelehnt. „Fern ist sehr neugierig, er will die Welt sehen und daher trage ich ihn immer! In einer muffigen Tasche könnte er ja nichts erkunden oder neue Dinge entdecken.. deswegen.. ja, du bist da nicht die Erste, die sich wundert aber.. das ist okay.“

  • Eunice und Dorothy


    1173-eunice-jpgEunice lauschte aufmerksam den Worten von dem grünhaarigen Mädchen und nickte schlussendlich zustimmend."Da hast du natürlich Recht. Die Götter sind allgegenwärtig und ich brauche nicht unbedingt die Messe um meinen Glauben auszuüben." Sie hielt kurz inne und fuhr gedankenverloren über eine der hölzernen Bänke. "Aber ab und zu ist es ganz nett, wenn man nicht dabei alleine ist." , fügte sie dann leise hinzu und merkte dabei gar nicht, wie deprimierend es sich anhörte. Dabei war es gar nicht so gemeint! Eunice wünschte sich nur ab und zu, dass ihre Eltern mehr Engagement zeigten und nicht nur in der Bar herumhockten. Und ihre Freunde...nun, die konnten wohl auch nicht so viel mit dem Ganzen anfangen. "Mich freut es auch sehr! Ich hab dich hier schon öfter gesehen und jetzt hab ich endlich einen Namen zu dem Gesicht." , sagte Eunice aufgeregt. Ihr war das Mädchen wirklich sehr sympathisch. Auch wenn es vielleicht ein ganz kleines bisschen irritierend war, dass sie über Fern sprach als wäre er ein richtiges Wesen. Aber so hatte wohl jeder seine Eigenarten, oder? Über Eunice konnte man wohl auch die eine oder andere Sachen sagen. "Naja, was du sagst ergibt irgendwie Sinn. Unternimmst du denn auch viel, damit du Fern bei seinem Wunsch hilfst?"

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eunice | in der Kapelle


    „Die Kapelle ist wohl nicht nur ein Ort um gemeinsam unsere Götter anzuhören und sie anzubeten. Ist es also auch ein Ort des Treffens und der Freude, weil man in diesen heiligen Hallen niemals alleine ist? Das ist ein schöner Gedanke, es.. freut uns, dass jemand in unsere Kapelle kommt um nicht.. alleine zu sein. Alleine sein ist.. das ist nicht schön, es ist.. sehr traurig manchmal.“, sagte das Mädchen und je mehr Doro redete, desto trauriger klang ihre Stimme und auch wie Eunice war das sicher nicht ihre Absicht gewesen. Aber die Tochter des Priesters kannte dieses Gefühl der Einsamkeit zu gut. Nichts gegen Fern natürlich! Jedoch ersetzte er einfach keine.. echten Freunde. Sagt ihm das aber nicht! Die Heilerin vergrub ihr Gesicht etwas weiter in ihrer Kapuze als die nette Dame meinte, dass sie sie schon öfters hier gesehen hatte und sofort dachte Dorothy an alle möglichen Situationen, fragte sich ob sie je etwas peinliches gemacht hatte. Oder etwas bei dem sie seltsam und anders herüber kam. Aber wenn dem so wäre, hätte die junge Frau sie sicher nicht angesprochen. Also war bestimmt alles okay! Das Mädchen nickte und musste genau jetzt ziemlich komisch aussehen, da sie sich im Grunde nur selbst zu stimmte und ihr Nicken nichts mit der eigentlichen Unterhaltung zu tun hatte. „Ich.. versuche es! Und gebe stets mein Bestes um Fern zu helfen.“, antwortete Doro und auf ihren Lippen war sogar ein leichtes Lächeln erkennbar. „Aber manchmal da.. komme ich nicht dazu, weil ich Vater helfen muss und.. schlechtes Wetter herrscht. Da ist Fern immer ganz traurig.“ Sie strich dem Plüschtier über den Kopf ehe sie den ihren hob und in die hübschen Augen ihrer neuesten Bekanntschaft guckte. „Unternimmst.. du denn viel um die Welt zu sehen?“ Vielleicht kannte sie ja geheime und wunderschöne Ecken hier in der Gegend!

  • Eunice und Dorothy


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    Das Mädchen war viel gesprächiger als Eunice erwartet hatte. Dorothy umgab irgendwie eine eigenartige Aura...aber das rundliche Mädchen freute sich, dass ihr Besuch in der Kapelle wenigstens den Erfolg brachte, dass sie sich mit dem anderen Mädchen gut unterhalten konnte. Als Dorothy ihre Gedanken noch einmal zusammenfasste, nickte Eunice bekräftigend. "Genau, das meine ich! Alleine zu sein hat natürlich auch seine gute Seiten, aber wie du selber sagst...manchmal wenn man in keiner guten Verfassung oder einsam ist, dann kann es schon recht traurig werden." Auf ihrem Gesicht erschien ein müdes Lächeln. Irgendetwas an dem, was Eunice als nächstes sagte musste falsch gewesen sein. Zumindest hatte sie das Gefühl, dass das grünhaarige Mädchen sich wieder ein wenig zurückzog. Sie war aber auch ein seltsames Ding! Aber hier in Trampoli hatte Eunice schon oft Leute getroffen mit....sagen wir mal interessanten Persönlichkeiten. Sie hätte gern gewusst über was Dorothy nachdachte, doch als sie das Gespräch auf ihr Plüschtier lenkte, schien die Tochter des Priesters sich wieder um einiges wohler zu fühlen. Ja, Eunice konnte richtig sehen, dass ihr Fern einiges bedeutete und scheinbar für ihr Wohlbefinden sorgte. So wie ihr Essen wichtig war! "Na, dann hat Fern aber Glück dich zu haben!" Für einen kurzen Moment fragte sie sich, ob Fern so etwas wie Dorothy's Unterbewusstsein war. Aber solche Überlegungen waren für die unbeschwerte Eunice zu tiefsinnig. "Ich war auch noch nicht wirklich außerhalb von Trampoli. Ich muss wie du meinen Eltern oft helfen. Aber in letzter Zeit versuche ich mehr zu unternehmen. Ich war zum Beispiel auf den Maskenball der Saint-De-Coquille!"

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eunice | in der Kapelle


    Als Eunice ihren Worten zu stimmte und meinte, dass sie genau das damit sagen wollte, fühlte sich das grünhaarige Mädchen wirklich gut. Ein leichtes Kribbeln breitete sich in ihrer Brust aus weil sie sich plötzlich so gut fühlte. Also hatte sie keinen Quatsch erzählt, nichts Doofes oder Unverständliches. Beinahe schon erleichtert atmete die Plüschtierfreundin auf und hob ihren Kopf auch wieder ein Stück damit sie für einen Moment mit ihren Augen in das rundliche Gesicht des hübschen Mädchens blicken konnte. Ihre blassen Wangen färbten sich in einem zarten Rosa. „J-ja, Fern.. F-Fern bedankt sich.. auch ganz.. ganz oft bei mir!“, erzählte die Heilerin mit einem fast schon stolzen Gesichtsausdruck. Fern glücklich zu machen war ihr sehr wichtig und wenn sie das schaffte, war sie selbst auch voller Glück. Jemand anderen konnte sie dieses Gefühl ja nicht geben außer.. ihm? Aber.. Die Tochter des Priesters merkte ihr schnell klopfendes Herz und war froh dass sie sich schnell wieder von Eunice ablenken ließ. „Ein.. Maskenball?“, wiederholte sie und ihre roten Augen wurden größer. Das klang wirklich traumhaft und irgendwie.. auch grauenhaft. Wieso hatte sie davon nicht gehört? Ah, wahrscheinlich weil sie sich wieder in ihr Zimmer zurück gezogen hatte. Tagelang ohne nach draußen zu gehen und der Welt zu zeigen, dass sie da war. Nichts wirklich ungewöhnliches für die junge Dame. „Hattest du denn.. Spaß auf diesem.. Ball? Für mich klingt das.. irgendwie überfordernd und.. ich weiß nicht..“ Allein bei dem Gedanken daran von so vielen fremden Menschen umgeben zu sein ließ das Mädchen zittern, sie schüttelte sich und drückte Fern fest an sich. Ganz ruhig, sie war hier an einem ruhigen Ort. Ohne Musik und Tanz und verkleideten Menschen. Es war nur Eunice da, eine Person und dazu eine ganz ganz liebe. „Warst du denn alleine da oder.. also hast du.. hast du Freunde mitgenommen?“ Etwas das sich Dorothy gar nicht vorstellen konnte. Ein Fest zusammen mit Freunden besuchen. Nein, niemals. Weder eine so große Veranstaltung noch.. richtig gute Freunde.

  • [Kommt an und klopft an die Tür]


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    Erst war der junge Mann versucht alles ruhen zu lassen aber da er Dorothy seit jenem Tag am See auch nicht wieder gesehen hatte, machte er sich doch ein wenig Sorgen. Das Mädchen hatte damals nicht viel von sich Preis gegeben aber Eric konnte sich noch daran erinnern, dass sie ihm erzählt hatte, dass sie in der Kapelle wohnte und um das miese Gefühl in seiner Magengrube zu beruhigen wollte er nach dem wortkargen Mädchen sehen. So stapfte Eric schließlich durch den Schnee und sah gen Himmel. Vereinzelte Flocken tanzten durch den Himmel um schließlich auf der Erde zur Ruhe zu kommen. Es war ein herrlicher Tag aber dennoch konnte der Braunhaarige nicht ruhen, bevor er dieses Mysterium geklärt hatte oder zumindest sicher gegangen war, dass es seiner Bekanntschaft vom See gut ging. Vielleicht war die Kapuzenträgerin am Ende auch von dieser Verrückten verletzt oder gar entführt worden. Offenbar machte Greta vor nichts Halt. Die Schritte Erics beschleunigten sich ein kleines bisschen und als er die Kapelle am Ende des Weges entdeckte lief er schon beinahe auf das Gebäude zu. Wie lange war die Sache schon her? Mehrere Monate? Und nun erst kam er auf den Gedanken wie es um Dorothy stand. Er war kein guter Mensch. Egoistisch und selbstsüchtig - nur auf sich konzentriert. Selbst wenn sie nun wirklich in die Klauen dieser Furie geraten war, was dann? Was sollte er nach so langer Zeit tun? Er wollte sich gar nicht erst ausmalen, was Greta mit dem schüchternen Ding anstellen könnte. Schwer atmend klopfte Eric an die Tür der Kapelle. Sein Atem bildete kleine Wölkchen und es fühlte sich wie eine halbe Ewigkeit an, ehe er erneut mit der Faust dagegen klopfte. Die Kopfschmerzen waren wieder da. Mit der freien Hand fasste sich der junge Mann wieder an den Kopf und verzog schmerzerfüllt das Gesicht.

  • Eunice und Dorothy


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    Nachdem ihre erste Überraschung bezüglich Fern vorüber war, fand Eunice es mittlerweile gar nicht mehr so komisch, dass Dorothy von ihm sprach, als wäre er lebendig. Irgendwie war es schon fast süß, wie sie fast vor Stolz platzte. Jeder hatte wohl so eine Eigenheiten, nicht wahr? Auf die Nachfrage von Dorothy, nickte Eunice noch einmal bekräftigend mit dem Kopf und ließ dabei ihre Zöpfe ein wenig wippen. "Genau, viele Leute, sehr nobel, extrem leckeres Essen...", warf sie noch mit ein paar Stichwörtern herum, als könnte sie so den Kopf der Grünhaarigen mit Ideen füllen. Zunächst fand Eunice es komisch, dass Dorothy sie fragte, ob sie auf diesem Ball Spaß hatte. Hatte sie denn nicht zugehört? Es gab tolles Essen! Aber als Eunice registrierte, wie die Grünhaarige Fern noch mehr an sich drückte (wäre er wirklich lebendig, würde der arme Kerl es schwer mit dem Atmen haben!) wurde ihr wieder bewusst mit wem sie sprach. "Naja, es war schon sehr voll...und nicht jeder hat mit mir gesprochen, weil...naja...ich bin weder adelig noch..." Sie blickte an sich herunter und hoffte, dass Dorothy wusste auf was sie hinauswollte. "Ich bin alleine hin, aber ich hab dann dort gleich eine Freundin von mir getroffen." Dorothy wirkte ein wenig niedergeschlagen und Eunice wollte sie am liebsten an sich drücken und ein wenig aufmuntern. Doch bevor sie irgendetwas machen konnte, klopfte es an der Tür. Seltsam, wieso marschierte die Person nicht einfach rein? Die Kapelle stand doch jedem offen. "Erwartest du jemanden?", fragte sie Dorothy, auch wenn sie die Antwort schon ahnte.

  • 1951-dorothy2-pngDorothy, Eunice & Eric | in der Kapelle


    Ein schwaches Lächeln bildete sich auf den schmalen Lippen der jungen Frau. Ein leckeres Essen konnte wohl so viele negative Dinge wieder gerade biegen aber es war dennoch nichts was Dorothy auf diese Veranstaltung gelockt hätte. Da war ihr ein gemeinsamer Abend mit Fern doch um einiges lieber. Da machte kochen und essen doch auch viel mehr Spaß, wenn Menschen anwesend waren, die man auch gerne mochte und nicht eine große Hand voll Unbekannter, die nur da waren weil.. es sich gehörte? Wenn die großartige Adelsfamilie schon einmal das einfache Volk einlud.. vielleicht hätte Dorothy doch hingehen sollen und so warf sie einen fragenden Blick auf ihren niedlichen Plüschhund, den sie von ihrer Brust nahm und vor sich auf Augenhöhe hob. Dabei legte sie ihren Kopf leicht schief. "Meinst du, Fern, wir hätten uns dort amüsiert?" Das Kuscheltier blieb still und es dauerte einige Sekunden bis Doro ihn nickend und seufzend zurück auf ihren Schoß setzte. "Du.. da hast du recht, mein kleiner Freund.", sagte sie zu den unausgesprochenen Worten ihres besten Freundes. Niemand sonst hatte sie gehört, Fern sprach einfach nicht mit jedem. Ihr Kopf legte sich erneut zur Seite als Eunice an sich herunter guckte und damit anscheinend auf etwas anspielen wollte, jedoch wusste die Heilerin dabei nicht so recht was die rundliche Dame meinte. Hatte sie kein hübsches Kleid angehabt? Nein, sie hatte sicher bezaubernd ausgesehen! Es ratterte etwas im Köpfchen der Priestertochter, wäre sie doch nie auf den Gedanken gekommen andere Menschen ignorierten einen Jemand nur aufgrund dessen Aussehen. Das machte man nicht! Ein lautes Klopfen an der Tür der Kapelle riss die jungen Frauen aus ihrer Unterhaltung. Auf Eunice' Frage hin schüttelte Doro nur mit den Kopf, eigentlich hatte sie niemanden hierher eingeladen, wen denn auch, und normale Besucher kamen doch einfach herein, wenn sie auf den Segen der Götter hofften. Wer also war das? "Ich, ähm.. ich sehe.. mal nach. Einen Augenblick.." Das Mädchen erhob sich von der alten Kirchenbank, hatte Fern dabei sicher und fest in ihren Armen und trat an das große hölzerne Tor heran. Ihre Hand umfasste den verschnörkelten Griff und nachdem sie diesen an sich heran gezogen hatte, öffneten sich ihre roten Augen ein wenig als sie Eric dahinter oder davor entdeckte. "Eric!", rief die Grünhaarige aus und bemerkte dann den seltsamen Zustand des jungen Mannes. Es war doch schon einige Zeit vergangen als sie sich zuletzt gesehen hatten. "Was.. was ist los.. du bist.. ja ganz außer Atem! K-komm doch rein!" Sie hielt ihren besten Freund nur noch mit einem Arm fest, trat einen Schritt zur Seite und bot Eric an ihn mit einem Arm zu stützen. Nicht dass er noch umkippte oder.. schlimmeres! "Hast.. hast du Schmerzen?", fragte Dorothy besorgt.

  • [An der Tür zur Kapelle] Eunice, Dorothy & Eric


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    Die Zeit schien an ihm vorbei zu ziehen. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an und die Sorge um Dorothy wuchs. Also hatte dieses verrückte Weib sich auch noch dieses arme Mädchen gekrallt. Bei dem Gedanken wurde Eric schlecht. Er hätte der Verrückten nicht den Rücken zudrehen dürfen. Sie war ihm gleich merkwürdig vorgekommen. Ehe sich Eric weiterhin in schaurigen Theorien verstricken konnte, wurde plötzlich die Tür geöffnet und die gesuchte Kapuzenträgerin kam dahinter zum Vorschein. Sie sah ihn durch ihre weit aufgerissenen Augen an ehe sein Name über ihre Lippen glitt. Sie schien überrascht. Vielleicht nicht durch seine bloße Existenz sondern eher durch sein Aussehen. Wahrscheinlich wirkte er wie ein Verrückter. Die Schmerztabletten, von denen er sich nicht einmal sicher war wie viele er eingenommen hatte um die unerträglichen Kopfschmerzen zu vertreiben, wirkten auch eher schlecht als recht. "Dorothy! Es geht dir gut!" Seine Gesichtszüge wurden etwas weicher und unverblümt überwand der Dunkelhaarige die Zentimeter zwischen sich und der Anderen um sie vor Erleichterung in die Arme zu schließen. Sie war am Leben. Er hatte kein Menschenleben verschuldet durch seine Unachtsamkeit. Ein Stein fiel ihm vom Herzen, ehe er wieder von dem Mädchen abließ. Eine viel zu vertraute Geste für die Beiden, wo sie sich doch eigentlich kaum kannten aber die Erleichterung über ihren gesundheitlichen Zustand oder viel mehr die Erleichterung, dass sie überhaupt am Leben war, hatte Eric übermannt. Eine Entschuldigung kam über die schmalen Lippen des jungen Mannes als ihm bewusst wurde, dass er einen Schritt zu weit gegangen war. Seine braunen Augen suchten die des Mädchens, "Entschuldige. Ich dachte sie hat dich auch erwischt und habe mir Sorgen gemacht..." Der Herzschlag Erics beruhigte sich wieder ein wenig als er sich sicher war, dass es Dorothy gut ging. Seine Atmung wurde etwas langsamer und der permanente Schmerz in seinem Kopf verlor auch etwas an Intensität. Sein Blick wanderte an Dorothy vorbei und er entdeckte ein weiteres Mädchen in der Kirche. Offenbar waren die Beiden gerade in einem Gespräch gewesen, da sie interessiert in die Richtung von Dorothy und Eric sah. "Nein... ich möchte euch nicht stören. Ich wollte nur sicher gehen, dass es dir gut geht." Er verstummte. Sie wirkte unbeschadet. Was für ein Glück. Erleichterung machte sich in Eric breit und ein Lächeln huschte über seine Lippen. "Mach dir keine Gedanken. Nur ein wenig Kopfschmerzen." Der junge Mann fasste sich unbewusst an die Stirn und trat einen Schritt zurück um sich wieder zum Gehen abzuwenden.

  • [Kommt vor der Kapelle an]

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    Nachdem die junge Elfe durch die Straßen schlenderte und sich nach kurzer Zeit bereit der Hunger zu spüren machte, suchte sich die Blondine kurzerhand eine kleine Nascherei in der Nähe in der Kapelle. Ausnahmsweise bezahlte die junge Frau sogar für diese. Überrascht von ihrer heutigen Gutmütigkeit nahm sich die Elfe die Freiheit, sich gegen die Wand der Kapelle zu lehnen und es sich etwas bequem zu machen. Wenn man wohl daran glaubte, dass sich gute Taten bezahlt machen, dann war alleine die Tatsache, dass Meg einmal in ihrem Leben für etwas zahlte wohl genug gute Taten für den Rest ihres Lebens. Zumindest nach der Meinung der Elfe. Mit ihrem Essen beschäftigt, dennoch aufmerksam begann sie also ihre wohlverdiente Mittagspause und erfreute sich mehr oder weniger an dem Süßkram, den sie sich tatsächlich selten gönnte. Das um sie herum Leute waren, die sich vielleicht auch zum Gebet hier einfanden war der jungen Frau mehr als egal. Solange ihr keiner zu nahe kam, sollte auch sie ihr unangemessenes Verhalten im Rahmen halten.

  • Eunice, Eric und Dorothy


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    Eunice war sich zunächst nicht sicher, ob die Frage ihr galt, doch Dorothy hatte doch recht eindeutig auf Fern gedeutet. Es war ein wenig eigenartig hier zu stehen und einer Konversation zu lauschen, wo man nur die eine Hälfte hören konnte. Aber Eunice war ein geduldiger Mensch und so wartete sie einfach ab, dass Dorothy ihre Unterhaltung mit ihrem Plüschtier wieder beendete. Bis es jedoch so weit war, schienen die Beiden nicht mehr alleine zu sein. Dorothy als Tochter des Priesters sah sich wohl in der Pflicht nachzusehen, wer da an der Tür geklopft hatte. Das rundliche Mädchen blieb dabei stehen und wartete gespannt. Scheinbar kannte Dorothy den jungen Mann, der sich vor der Tür stand. Er sah ein wenig zerstreut aus, was wohl bei beiden Mädchen Sorgenfalten herbeirief. Eunice versuchte sich zunächst noch im Hintergrund zu halten, da sie das vertraute Gespräch der Beiden nicht sabotieren wollte. Aber als der Mann - Dorothy nannte ihn Eric - wieder gehen wollte, ging die Wirtstochter ein paar Schritte nach vor. "Quatsch, du störst doch nicht. Vor allem ist doch hier in der Kapelle jeder willkommen", plapperte sie und blickte dabei vielsagend zu Dorothy, als würde sie von ihr nun eine Zustimmung erwarten. Als er meinte, dass er Kopfschmerzen hatte, zog Eunice eine mitleidige Miene. "Kopfschmerzen sind trotzdem nie schön. Vielleicht solltest du dich kurz mal ausruhen?"

  • 1951-dorothy2-pngDorothy, Eunice, Eric (& Margaret?) | in der Kapelle


    "J-ja, es geht-" Das junge Mädchen hatte ihre Worte gar nicht zuende gesprochen, das dauerte bei ihr sowieso immer einige Sekunden länger, da hatte Eric sie schon in seine starken Arme geschlossen. Sie hatte das Gefühl dass er zitterte aber vielleicht bildete sie sich das auch ein. Vielleicht war es aber ihr eigenes Herz, dass ihren Körper zum Zittern brauchte, da sie überhaupt nicht mit dieser Geste gerechnet hatte. Dorothys Atmung wurde schneller und sie merkte ihren raschen Herzschlag. "E-eric, was..", stammelte die Grünhaarige in seine Umarmung hinein und wurde im gleichen Augenblick auch wieder von seiner Brust gedrückt. Ihre blasse Hand eilte zum Saum ihrer Kapuze, zog diese wieder tief in ihr Gesicht und strich dann verlorene Strähnen aus ihrem Gesicht, die durch die rasche Bewegung des Mannes aus ihren Zöpfen gerutscht waren. Trotz der tiefen Röte auf ihren Wangen hob die Tochter des Priesters ihren Kopf ein Stückchen. "Niemand.. nein, es.. es hat mich keiner.." Es dauerte doch ein bisschen bis es bei der Heilerin Klick machte. Jetzt wusste sie was der junge Brünette meinte, worüber er sprach und als sie die liebliche Stimme der Elfe in ihrem Kopf wiederhallen hörte, die Warnung die sie ausgesprochen hatte, spürte sie eine Gänsehaut auf ihrem Körper. Sie war froh als Eunice zu sprechen begann und sich den beiden näherte. Das rundliche Mädchen hatte natürlich recht, es störte niemand und einen kurzen Moment der Ruhe konnte Eric sicher gut gebrauchen. "Setz dich doch.. bitte, ich bringe uns.. eine Tasse Tee? Oder gerne auch.. etwas an-anderes, ich meine.. nur wenn du das möchtest." Ferns beste Freundin drehte sich kurz in die Richtung von Eunice und lächelte der jungen Frau zu, sie freute sich dass sie ihre Meinung unterstützte und ebenfalls dafür war, dass Eric sich einen Augenblick ausruhen sollte. Als sie sich eben jenem wieder zu wenden wollte, gefror ihr beinahe schon das Blut in den Adern. Gar nicht weit von ihnen, eigentlich nur ein paar Schritte entfernt, hatte sich ihnen jemand angenähert. Vielleicht waren dieser Person die Gestalten gar nicht genau aufgefallen aber Dorothy verspürte sofort ein nervöses und verängstigtes Kribbeln in ihrer Körpermitte. Ohne den Blick von der gefährlichen Elfe abzuwenden und in der Hoffnung, dass sie schnell wieder das Weite suchen und diesen religiösen Ort verlassen würde, tastete ihre Hand nach dem Handgelenk des Jungen, umschloss dieses mit einem bestimmten Griff und zog ihn sanft aber drängend ins Innere der Kapelle. "S-schnell, komm.. komm rein, sie.. die E-elfe..!" Ihre dünne Stimme war leise, kaum mehr als ein Flüstern aber die Angst ließ sie nicht lauter sprechen.

  • [An der Tür zur Kapelle] Dorothy, Eunice & Eric -> Eric & Greta


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    Mit geröteten Wangen sah Dorothy ihm direkt ins Gesicht. Er hatte das arme Mädchen unbewusst mit seiner voreiligen und unüberlegten Handlung in Verlegenheit gebracht. Die Freude, dass sie am Leben war, dass er nicht völlig versagt hatte war dermaßen erleichternd, dass Eric nicht überlegt hatte ob es vielleicht unangemessen sein könnte eine eigentlich fremde Person ohne jegliche Vorwarnung zu umarmen. Dorothy wirkte erst irritiert und plötzlich schien es ihr wie Schuppen von den Augen zu fallen. Offenbar hatte sie den Vorfall erfolgreich verdrängt, in das hinterste Stübchen ihres Köpfleins verbannt. Eine gesunde Art damit umzugehen? Wer weiß. Vielleicht gesünder als sich monatelang zu Hause zu verkriechen und die immer wieder aufkeimenden Kopfschmerzen mit Schmerzmittel zu bändigen. Vielleicht auch gesünder als quer durch die Stadt zu laufen um den Übeltäter zur Rechenschaft zu ziehen, wobei man nicht einmal wusste was man in der Situation dann mit ihr anstellen würde. Würde er eine Frau schlagen auch wenn sie es faustdick hinter den Ohren hatte und Anderen böse Dinge antat? Dinge, die man vor dem Eintreffen eben jener Situation nicht beurteilen konnte, oder? Ein Stein fiel dem Braunhaarigen vom Herzen als Dorothy ihm versicherte, dass niemand ihr ein Leid angetan hatte. Offensichtlich war die Kapuzenträgerin noch einmal unbeschadet davon gekommen. Eric streckte seine Hand aus und legte sie vorsichtig auf den Kopf des Mädchens. Die Geste wurde von einem sanften Lächeln begleitet. "Das ist gut. Pass auf dich auf, Dorothy." Nun war auch das andere Mädchen ein wenig näher gekommen und versicherte Eric, dass er ganz gewiss nicht störte. Ein dankbarer Blick in ihre Richtung seitens des jungen Mannes folgte, ehe er sich wie es die Höflichkeit verlangte der Unbekannten vorstellte. Er glaubte sie schon einmal in der Stadt gesehen zu haben aber bisher hatte er noch nicht das Vergnügen gehabt mit ihr ins Gespräch zu kommen. Gerade als Eric die Einladung der beiden Mädchen annehmen wollte, sah er den angsterfüllten Blick der Kapuzenträgerin. Ihre Blick war auf Etwas oder besser gesagt Jemanden hinter ihm gerichtet. Blitzschnell hatte Dorothy seine Hand ergriffen und zog ins sanft aber bestimmt in das Innere der Kirche. Er folgte ihr nur zögerlich, da dem jungen Mann erst nicht klar war, was die Ursache für die Angst in ihren Augen war. Aber als sie es schließlich aussprach stoppte Eric in seiner Bewegung. Seine Hand legte sich auf die ihre, die sein Handgelenk umfasst hatte und schob sie sanft von sich. Sein Herzschlag hatte sich beschleunigt und er musste sich stark zusammenreißen um gute Miene zum bösen Spiel zu machen, um die beiden Mädchen zu beruhigen. "B-bleibt hier und verlasst unter keinen Umständen die Kapelle. Versprich es mir." Sein letzter Satz galt Dorothy und er sah sie mit einem eindringlichen Blick an, ehe er sich umdrehte und mit wenigen Schritten das Gebäude wieder verließ, ehe er die Türe hinter sich ins Schloss fallen lies.

    Da stand sie. Angelehnt an der Kapelle. Respektlos und zugleich provokant verspeiste sie ihren Süßkram. Eric zögerte erst ein wenig bevor er auf die Elfe zu ging. Seine braunen Augen waren auf die Blonde gerichtet und er durchbohrte sie mit seinen Blicken. Vor ihr kam er zum Stillstand, hatte bewusst etwas Abstand zwischen sich selbst und der Elfe gelassen. "Was soll das? Folgst du mir?" Seine Stimme klang fest und sein Blick war stark. Dieses Mal würde es nicht so enden wie letztes Mal. Dieses Mal würde er keiner ihrer Lügengeschichten Glauben schenken. Dieses Mal saß er am längeren Ast. Erics Sinne waren geschärft als wäre er auf Beutezug. Keine ihrer Taten konnten ihn überraschen. Er war vorbereitet auf alles. Nicht wahr? Herausfordernd sah er die Blonde an und erwartete ihre Reaktion.

  • [Angelehnt an die Kapellentür] [...] Eric & Margaret

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    Ganz in ihr Essen vertieft, kümmerte sich die Elfe nicht viel um das Umfeld. Sie hatte die Umgebung bereits vorher überprüft und weder Menschen noch andere Wesen schienen ihr bedrohlich, daher genoss die Blonde die Unaufmerksamkeit ihrerseits. Wer würde ihr auch schon was tun können? Ein Mensch? Pah, dass ich nicht lache. Auf die gemütliche Situation eingestellt konnte die Jägerin wahrnehmen, dass sich ihr Schritte näherten, aber geprägt durch wenig Interesse blickte sie weiterhin auf ihr Essen. Erst, als ein sehr ungemütlicher Schatten auf sie geworfen wurde, wagte sie einen Blick nach oben. Etwas geblendet durch die scheinende Sonne hinter dem Mann, brauchte sie ein wenig, um die Gesichtszüge erkennen zu können, da sich ihre Augen erst an die Helligkeit gewöhnen mussten. Erst fielen ihr die braunen Haare und die mehr oder weniger dürre Figur ihres Gegenübers auf, bis sie ein bekanntes Gesicht vernehmen konnte. War das nicht der Mann, den ich vor wenigen Monaten verschleppte? Wenig beeindruckt blickte sie erst auf ihn, mit einem starren Blick. So gefährlich konnte er nicht sein, immerhin geht es ihr gut und ihm scheinbar auch, sonst würde er nicht so vor ihr stehen. Ein Blick an ihm vorbei verriet ihr, dass sich der eigentliche Fremde, wie war sein Name noch gleich .... Edwin?, in Begleitung befand. Die grüne Haarpracht war schwer zu verwechseln. Eine Verabredung bei der Kapelle? Süß, ich glaube, ich muss mich bald übergeben. Die sehr schüchterne Persönlichkeit wirkte durchaus verängstigt. Man konnte sich aber auch anstellen. Ein bloßer Schlag hat noch niemandem geschadet und wenn sie vielleicht etwas dümmer geworden ist, viel reden tat sie offensichtlich nie, also kein großer Verlust für die menschliche Gesellschaft. Das zierliche Mädchen wirkte beinahe, als würde sie sich gleich in die Hosen pinkeln. Solange dies in weiter Entfernung der Elfe geschah, sollte es ihr Recht sein. Immerhin hatte sie nicht vor lange zu bleiben. Die Menschen waren ein so uninteressantes Volk, daher richtete sie schnell ihren Blick wieder von dem Mädchen ab und wendete sich Edwin zu. Um ihre falsche Persönlichkeit war es nun wohl schon geschehen, also brauchte sie sich keine Mühe mehr geben, in irgendeiner Art und Weise vorsichtig zu klingen. "Allerdings. Es ist beinahe wie im ... Wie sagt ihr noch gleich, Theater..? Euch allen hier zuzusehen, eine durchaus interessante Freizeitbeschäftigung Menschen zu verfolgen.", gab die Elfe in einem deutlich hörbaren sarkastischem Ton wieder, während eine besondere Betonung auf dem Wort 'Menschen' lag. Selbstbewusst kramte die Elfe einigen Süßkram aus ihren Taschen und hielt ein noch verpacktes Stück Edwin entgegen. "Auch was?" Selbstverständlich hatte die Elfe nicht die Intention ihr Eigentum zu teilen, aber wenn sich der Mensch ihr nochmal nähern sollte, konnte sie ihm gleich eine weitere Lektion verpassen. Was dachte er sich auch, sie einfach so anzusprechen. Sehe ich aus wie die öffentliche Auskunft?


  • [Vor der Kapelle] Greta & Eric


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    In Zeitlupe hatte sie ihren Kopf angehoben, ihre blauen Augen auf ihn gerichtet. Sie wirkte unbeeindruckt. Nichts vermochte dieses blonde Gift zu erschüttern. Ihr Gesicht zeigte keine Spur von Reue aber es wäre gelogen wenn Eric behauptet hätte, dass er es erwartet hätte. Jemand wie sie kannte dieses Gefühl gar nicht, nicht wahr? Ohne dieses Gefühl war es leichter diese Dinge zu tun. Wie praktisch. Erics Augen formten sich zu Schlitzen. Diese Gleichgültigkeit, welche die Elfe an den Tag legte war ihm zuwider. Prüfend glitt der Blick der Blonden an ihm vorbei und entdeckte ihrer Reaktion zufolge Dorothy und das andere Mädchen. Ganz bewusst stellte sich Eric ihr in den Weg um ihre Sicht auf die Beiden zu versperren. Sie hatten hiermit nichts zu tun. Der Blick der Elfe wanderte wieder auf den Braunhaarigen. Ihre Worte trieften vor Sarkasmus und sie hatte ihre Freude daran ihre Abneigung hinsichtlich der Menschen auf so einfache Art und Weise auszudrücken. "So interessant wie das Entführen von Menschen oder das Überfallen von Anderen?" Seine braunen Augen trafen auf ihren eisigen Blick. Seine Stimme wirkte kräftig. Der Kopfschmerz war in den Hintergrund gerückt, nicht länger wichtig. Eindringlich sah er die Elfe an, glaubte aber auch nicht wirklich auf diese Frage eine richtige Antwort zu erhalten. Es schien so als diene sie nur um die Situation weiter anzustacheln. Eric war niemand der sich prügelte oder Andere schlug aber er würde sich nicht kampflos ergeben. Er würde sie nicht mit ihren Schandtaten davonkommen lassen. Es war unmöglich, dass Niemand etwas gegen dieses Weibsbild unternahm. Sie war im Grunde eine Gefahr für die ganze Stadt und Eric bekam es einfach nicht in seinen Kopf, dass Ganesha sie einfach bei sich wohnen lies. Sie würde Niemanden bei sich wohnen lassen der von Grund auf böse war, oder nicht? Sah die Jägermeisterin etwa nicht was ihr Schützling in der Stadt trieb? Eric hob eine Augenbraue als Greta, oder wie auch immer ihr richtiger Name war, ihm eine Süßigkeit anbot. "Nein, danke..." Erics Blick fiel auf die Süßigkeit in der Hand der Elfe und dann wieder in ihr Gesicht. Sie glaubte doch nicht ernsthaft, dass er auf diesen Trick hereinfallen würde, oder? Nein. Dafür war dieses Miststück viel zu gerissen. Sie würde nicht davor zurückschrecken ihn hier am hellen Tage niederzustrecken und er würde nicht den Fehler machen sie zu unterschätzen. "Funktioniert dieser Trick auch manchmal?" Mit dem Kopf deutete er auf den Süßkram in ihrer Hand. "Oder glaubt man dir nur wenn du wieder Greta spielst?" Ein vielsagender Blick in ihr schönes Gesicht.

  • [Angelehnt an die Kapellentür] [...] Eric & Margaret

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    Bei dem Versuch des jungen Mannes sich in ihr Blickfeld zu stellen und die Sicht auf die beiden anderen Mädchen zu versperren, musste die Blondine fast schon grinsen. Ein Gesichtsausdruck, der natürlich eher selten auf ihren Lippen lag, wenn sie nicht gerade bei ihrer Schwester ist. Hatte er denn nicht schon vom letzten Mal seine Lektion gelernt? Die Elfe war sich sicher, dass sie den Braunhaarigen nochmal überwältigen könnte. Dieses Mal musste sie sich nicht mal darum kümmern, was mit den Zuschauern passierte. Wie praktisch. Sollte Eric sich trotzalledem als Held aufspielen wollen, um die Mädchen vor potentieller Gefahr zu schützen, sollte es Margaret auch Recht sein. Immerhin musste sie sich nicht ihre Finger mit der Drecksarbeit schmutzig machen. Wenn die Elfe so darüber nachdachte, war sie heute wirklich friedlich gestimmt, um sich überhaupt auf ein Gespräch einzulassen. Die Schuld dafür gab sie einfach dem Süßkram, welchen sie noch nicht zuende verspeißt hatte. "Da ist leider nicht viel Spaß dran, lieber Eric." Alleine als diese Worte ihre Lippen verließen fühlte sie den Brechreiz schon aufkommen. "Weißt du, dann muss ich mir meine Hände schmutzig machen und zugegebenermaßen warst du auch nicht gerade ein Leichtgewicht zu tragen." Was bei seiner Statur schon merkwürdig war, immerhin schien an ihm bis auf Knochen und Haut nicht viel dran zu sein. Die Jägerin konnte erkennen, dass er nicht bald aus ihrer Sicht verschwinden würde und es wirkte beinahe so, als wollte er ihr nun den Moralapostel spielen und versuchen würde sie zu belehren. Bevor das passieren sollte, schmeiße ich mich lieber freiwillig in den See. Schulterzuckend nahm die Elfe die Süßigkeit wieder zurück und verstaute diese schnell in ihrer Tasche. Zu lange wollte sie den Braunhaarigen nicht unaufmerksam beobachten. Vorsicht war gut, Kontrolle über die Gesamtsituation allerdings besser. "Ihr Menschen seit nicht so schlau, wie ihr es immer zu glauben vermögt." Als Antwort müsste ihm dieser Satz reichen. "Aber nein, Eric. Das du mir nun unterstellt, nur eine Rolle zu spielen macht mich aber traurig." Ihre Betonung war fast schon theatralisch-dramatisch. "Ich habe nicht, zu sehr gelogen als ich dir meinen Namen verraten habe. Man könnte es fast schon als Kosenamen betrachten." Margaret konnte es fast glauben, dass sie tatsächlich ehrlicher zu dem Mann war, als eigentlich erwartet. Heute muss wohl ein besonders guter Tag sein. Selbstverständlich fiel es der Elfe auf, dass auch Eric seine Augen nicht von ihr ließ. Wahrscheinlich eher aus der Motivation des Selbstschutzes heraus, dennoch konnte sich die Blondine das Eine oder Andere schelmische Kommentar nicht verkneifen. "Also wenn du weiterhin so vorhast mich anzustarren, kann ich dir gegen gute Bezahlung gerne ein Gemälde von mir zukommen lassen. Das kannst du den lieben langen Tag ansehen und dich sonst wie an ihm vergnügen." Es war der Jägerin nicht unbewusst, dass sie durchaus schön war und mit einem guten Schuss von Selbstbewusstsein, ließ sie das auch gerne immer wieder raushängen. "Ansonsten müsste ich dich darum beten, bei weiterem Gesprächsbedarf da vorne in die Kapelle zu gehen. Ich habe gehört da gibt es einen Seelsorger. Vielleicht auch eine Beichte für begonnene Sünden?" Beinahe hätte sie auch ihm ihre Dienste gegen Bezahlung angeboten, aber so glücklich, sich eine Minute länger mit einem Menschen zu unterhalten war Margaret trotz allem Süßkram nicht. Dafür bräuchte es wahrscheinlich härtere Drogen.

  • Eunice und Dorothy


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    Die Grünhaarige war ein wenig dankbar, dass es sich nicht herausstellte, dass sie bei diesem Zusammentreffen der Störenfried war. Sie hatte schon oft das Gefühl gehabt irgendwie im Weg zu sein und bis jetzt hatte sie sich so gut mit Dorothy unterhalten...Es wäre wirklich schade gewesen, wenn sie jetzt schon hätte gehen müssen. "Eine Tasse Tee klingt hervorragend!", versicherte sie der Grünhaarigen. Sie wollte auch schon fragen, ob es vielleicht dazu irgend eine kleine Knabberei geben könnte - immerhin ist ihre letzte Mahlzeit schon ein wenig aus - doch sie kam gar nicht dazu die Frage zu stellen. Dorothy blieb mitten in ihrer Bewegung stehen und es schien fast so als hätte sie einen Geist gesehen. Sorgenvoll wollte Eunice auf sie zugehen, doch da wandte sie sich schon an Eric. Er war in diesem Fall wohl auch die bessere Option, er war ja doch ein kräftiger Mann, während Eunice eher für ihre Tollpatschigkeit bekannt war. Eigentlich brachte sie ja so schnell nichts aus ihrer Fassung, aber die Eindringlichkeit mit der Eric ihr befahl gemeinsam mit der Kapuzenträgerin in der Kapelle zu bleiben, machte ihr schon Angst. "Was ist denn los, Dorothy?", flüsterte sie leise. Das Schloss war hinter Eric wieder in die Tür gefallen und die Mädchen waren wieder allein.

  • [Vor der Kapelle] Greta & Eric


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    Ein selbstsicheres Grinsen zierte die Lippen der blonden Elfe. Sie war sich ihrer Selbst so unglaublich sicher, ihres Sieges so gewiss, dass der Dunkelhaarige sogar daran zweifelte das dem wirklich so war. Sie war eine Schauspielerin – das hatte sie ihm wahrhaftig bewiesen, hatte ihre Rolle glaubhaft rübergebracht aber Eric war sich nicht sicher welche Rolle nun wirklich nur gespielt war Vielleicht wusste sie es nach all der Zeit selbst nicht mehr, hatte auf Grund der Vielzahl an Masken ihr wahres Selbst verloren. Wäre diese Person ihm nicht dermaßen zuwider hätte er vielleicht Mitleid empfunden aber das Geschehene war nun einmal geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen. Wäre nur er derjenige der Schaden genommen hätte, hätte er darüber hinwegsehen können aber dem war nicht so. Dorothy. Sie wirkte so verängstigt als sie das blonde Miststück gesehen hatte. Sie hatte zwar gesagt, dass sie ihr nichts angetan hatte aber oft genügten Worte. Gerade im Falle dieser falschen Schlange waren Worte oft giftiger als Taten. Erics Augen formten sich zu Schlitzen und er warf der Elfe einen kalten Blick zu, ehe er gespielt bestürzt die Arme in die Luft warf. „Oh du arme Seele. Es muss echt hart sein ein Miststück zu sein...“ Das ohnehin viel zu harmlose Schimpfwort spuckte er der Blonden förmlich vor die Füße. Dieses schamlose Grinsen auf ihrem Gesicht. Eric biss sich auf die Lippen und ballte seine Hand zu einer Faust. „ …ich unterstelle dir das du nicht das freundliche Mädchen bist, dass du vorgibst zu sein. Ist es nicht anstrengend sich permanent als jemand auszugeben, der man nicht ist?“ seine Gesichtszüge waren wieder lockerer geworden, die Anspannung war aus seinen Muskeln gewichen und so fixierte er sie weiterhin mit seinen dunklen Augen. Vielleicht war es vernünftiger sich auf ihr Spiel einzulassen, sie mit den eigenen Waffen zu schlagen?

    Ein Lachen entfuhr ihm als das Weibsbild ihm ein unwiderstehliches Angebot machte. Offensichtlich hielt die Schlange große Stücke von sich. Er zuckte fast schon provokant mit den Schultern und sah herausfordern in ihre hellen Augen. „Warum sich mit einer billigen Kopie begnügen, wenn ich auch das Original ansehen kann.“ Er hob eine Augenbraue und grinste Greta oder wie auch immer ihre Name war, an. Wie sie wohl reagieren würde, wenn man sie mit ihren eigenen Waffen konfrontierte. War die Blonde wirklich so gut wie sie vorgab, in dem Spiel, welches sie so gerne spielte?

  • [Angelehnt an die Kapellentür] [...] Eric & Margaret

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    Als die Beleidigung Eriks so aus seinem Mund kugelte, konnte sich die Elfe ein Auflachen nicht verkneifen. Ausnahmsweise war dies sogar nun ein ehrliches, dennoch eher nicht aus bescheidener Motivation heraus. Über die Jahre hinweg hatte sich die Blondine so einiges anhören müssen und das obwohl sie es vor sehr langer Zeit sogar einmal gut mit den anderen Bewohnern dieser Welt gemeint hatte. Über einen längeren Zeitraum hinweg hatte die Blonde allerdings eine dicke Haut entwickelt und eigentlich prallte alles ziemlich an ihr ab. Nur gerade wenn jemand wie Eric ähnliche Worte vor ihr aussprach, wirkte das Ganze so unstimmig zu seinem Gesamtbild. Beinahe wirkte der junge Mann vor ihr schon süß, wenn er so sprach. "Oh ich hoffe doch, ich provoziere dich nicht.", ein kleines sanftes Lachen folgte ihren Worten noch, während Margaret schon beinahe scheu die Hände vor den Mund nahm, während sie versuchte ihre normale Mimik einzunehmen. Es brauchte einige Sekunden und auch wenn die Jägerin ihre Lippen zusammenpresste und sich bemühte nicht mehr zu grinsen, konnte man die Grübchen an ihren Wangen vom Lächeln weiterhin erkennen. Kurz schnaubte sie einmal tief durch die Nase und kam langsam wieder zu sich selber. "Woher weißt du denn, wer ich bin und wer ich nicht bin? Wenn ich mich recht erinnere, hast du uns ja kaum die Chance gegeben uns überhaupt richtig kennenzulernen!" Bestürzt imitierte sie die Mimik und Gestik ihres Gegenübers, indem auch sie auf die Lippen biss und die Hände zu Fäusten ballte. Im Moment fand die Elfe wirklich ihren Spaß daran, den Menschen zu imitieren und ihn ein wenig aufzuziehen. Es war beinahe wie früher im Elfenkönigreich, wo die damals junge Elfe Künstlern dabei zusah, wie sie andere bespaßten, nur dass man hierfür nicht zahlen müsste. Das Grinsen auf ihren Lippen war ihn nun kaum mehr auszuschlafen und so biss sie genüsslich das letzte Stück ihrer Süßigkeit ab. Als Eriks Worte nun doch selbstbewusster und entschlossener klangen, hob sie den Kopf und blickte ihn an. Seine Sprache und auch seine Gesichtszüge hatten sich verändert. Und so schnell kann der Spaß vergehen. Seufzten stellte sich die Elfe mit einer raschen Bewegung auf. So agil und sportlich zu sein hatte immer wieder seine Vorteile. Wenn sie so vor Erik stand, war er um einiges größer als sie, aber selbst das verunsicherte die Elfe nicht. Wieder blickte sie ihm scharf in die Augen. "Glaub es mir. Das Original willst du nicht sehen." Sehr knapp schenkte sie ihm noch eine Antwort, ehe sie sich schon in den Inbegriff machte die Nähe des Mannes, um mehr als fünf Kilometer zu meiden.