Die Kapelle

  • ~Kyle kommt an


    Mit einem recht leeren Gesichtsausdruck kam Kyle an der Kapelle an und blieb unschlüssig auf dem Platz stehen. Es war das erste Mal, dass er diesen Ort betrat, und nach dem heutigen Ereignis wusste er nicht, ob er wohl noch einmal einen Fuß auf dieses Grundstück setzen würde. Der Rotbraunhaarige war definitiv nicht gut darin, seine Trauer auszudrücken geschweigedem sie öffentlich preiszugeben. Und dennoch fühlte er sich irgendwie verpflichtet dazu, hier zu erscheinen. Viele Personen gab es nicht, denen er hätte nachtrauern können, doch es gab eine Person - ganz oben auf der Liste sogar - der er es schuldig war, hierherzukommen. Cammy. Er hatte einiges an Gefühlschaos mit ihr durchmachen müssen, es gab viele Missverständnisse zwischen den Beiden, und trotzdem war sie für ihn immer eine gute Freundin geblieben. Fast maschinell lief er zu den Gräbern rüber. Bestimmt ein dutzend waren gestorben und er konnte nicht umherkommen, sich selbst dafür die Schuld zu geben. Er hatte bei Weitem nicht alles getan, was in seiner Macht stand, und das bereute er zutiefst. Er hatte das Gefühl, dass er bei den Tod geliebter Menschen immer nur in der Rolle eines Zuschauers gefangen sein würde. Und obwohl er das nicht zugeben wollte, machte ihn das verdammt einsam und traurig. Seine Füße stoppten vor Cammys Grab, er musste sich bemühen, dass sie nicht einknickten und er auf seinen Knien landete. Er wollte irgendwas sagen, einfach nur irgendwas, was die unglaubliche Schuld von sich mildern würde, aber es blieb nur ein Kloß in seinem Hals stecken. Wie konnte ich das nur zulassen... Ich wollte doch, dass mir nie wieder Jemand wegstirbt!, dachte er verzweifelt, während er den Grabstein seiner guten Freundin betrachtete.

  • Schon seit sie es gewagt hatte, sich zu Dylas zu gesellen, wirkte das Mädchen etwas beklemmt. Er wusste selbstverständlich nicht warum und würde auch nie auf die Idee kommen danach zu fragen, da ihn so etwas überhaupt nichts anging. Stattdessen versuchte sie weiterhin mit ihm über seine Situation zu sprechen. "Hass ist nicht immer schlecht, ich zum Beispiel nutze ihn als Ansporn." Warum ausgerechnet diese fremde Person die erste war die das zu hören bekommen sollte, wusste Dylas nicht, aber er stellte sich diese Frage auch nicht wirklich. Er lebte schließlich von diesem Hass und wenn man ihm dies nehmen würde, was wäre dann? Eine leere Puppe die ein sinnloses Leben führen würde vermutlich. Und ebenso sinnlos schien das Leben dieses Mädchens zu sein, denn sie hatte offenbar niemanden. Dylas äußerte sich nicht weiter dazu und starrte auf die Gräber, bis sie ihm eine entrüstende Frage stellte. "Erinner mich nicht dran… ja ich bin eins. Und wenn du mich deswegen verurteilen willst, viel Spaß." Seine Mutter und viele andere taten nichts anderes deswegen ging er davon aus, sie würde es auch tun. Er würde es ihr nicht verübeln schließlich verurteilte er sie auch. Aber: Während er so darüber nachdachte dass sein Gegenüber einsam und verlassen war, stellte sich ihm eine bedrückende Frage die er ihr unbedingt stellen musste. "Aber wenn du niemanden hast, warum hast du dann überhaupt um's Überleben gekämpft?" 

  • Hass als Ansporn?
    Ravens Augen weiteten sich, als sie das hörte.
    Wäre es nicht viel besser, ein etwas netteres Gefühl als Ansporn zu nutzen, als Hass?
    Sie selbst konnte zwar nicht jeden leiden, jedoch war sie relativ stolz sagen zu können, dass sie niemand hasste und deshalb auch nicht gehasst wurde – hoffte sie zumindest.
    Die Rothaarige ging jedoch nicht weiter auf die Antwort ein. Dylas, dessen Namen sie ja eigentlich noch nicht kannte, schien ziemlich überzeugt von seiner Hass-Ansporn-Methode und mit jemand so überzeugtem über ein Thema zu diskutieren, welches Raven überhaupt nicht vertrat, dazu fehlten ihr wohl einfach die Worte.
    Sie sah ihn fragend an, als er meinte, sie könne ihn wegen seines Halbwesendaseins ruhig verurteilen.
    Warum sollte sie?
    War ihm das etwa schon öfters passiert?
    Noch ehe sie antworten konnte, stellte ihr der junge Mann eine Frage, die sie ein bisschen aus der Bahn warf (was ihr nicht sehr oft passierte!).
    „Ich… a-also…“, normalerweise stotterte Raven nicht, sie schwieg, oder redete mit klarer Stimme. Stottern hatte etwas von Schwäche und das war sie nicht… normalerweise…
    „Ich habe ja nicht Niemanden“, meinte sie, als sie sich wieder gefangen hatte und sah den Blauhaarigen mit leicht geröteten Wangen an. „Ich habe nur keine sehr engen Freunde und bin damit eigentlich auch ganz zufrieden… Ich liebe meine Arbeit und mag auch meine Lebensart…“, sie dachte sehnsüchtig an ihren warmen Schmiedeofen zurück, als sie redete. „Und ich habe lieber nur Bekannte, als dass mir mal irgendwer aufs Grab spuckt“
    Ihr Lächeln war kein freundliches und es sah mindestens genauso schief und unecht aus, als Dylans zuvor.
    Langsam näherte sie sich dem Mann mit den schwarzen Öhrchen und betrachtete diese dann aus der Nähe. Sie hatten eine andere Farbe als die von Leon und generell schien dieses Halbwesen nicht so gut drauf zu sein, wie er.
    „Warum sollte ich dich verurteilen, weil du ein Halbwesen bist?“, fragte sie schließlich. „Wirst du mir denn weh tun?“


    (Oh mann, wegen dir verschieb ich grad mein essen! xD HUNGER!)

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    ~Daria kommt an.


    Die Elfe betrat, wie viele andere auch, ebenfalls die Kapelle, aber diesesmal ohne ihre geliebte Schwester Margaret. Wieso genau sie hier war, weiß sie eigentlich auch nicht. Sie weiß nicht was mit ihren Eltern geschehen ist, und vielleicht sind sie ja... tot. Daran wagt Daria kaum zu denken, auch wenn sie ihre Eltern nie richtig kennen gelernt hat. Was hätte Daria nur alles getan, um eine schöne Kindheit, zusammen mit ihrer Familie gehabt zu haben? Zusammen mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester... Aber immerhin hat die Elfe nun Gelegenheit die verlorene Zeit mit ihrer Schwester nachzuholen! Daria folgte einfach der Einladung, die heute mithilfe der Post in Ganesha's Jägerhütte ankam, aber eigentlich tat sie das nur den Toten zu Ehren. Es waren viele Leute da, wahrscheinlich aus dem selben Grund wie sie selbst. Besser blieb sie ruhig, nicht dass ihr irgendwas einfältiges oder unsinniges aus dem Mundwerk fiel, stattdessen schaute sie kurz Richtung Pfarrer. Anscheinend begann vor kurzem schon eine Zeremonie. Schließlich löste sie den Blick vom Pfarrer, und schaute sich die anderen Leute nochmals an, diesmal genauer. Sie entdeckte sogar Bekannte... Darunter Dorothy und Zaid. Den Silberwolf beschlos sie einfach zu ignorieren, und Dorothy sprach sie lieber nicht an. Seltsamerweise war Daria bei der trüben Stimmung nichtmal langweilig, aber trotzdem hätte sie gerne einen Gesprächspartner... Margaret hätte wohl doch mitkommen sollen.

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    RF RS: Daria & Rosalind HM RS: Yumi HM F RS: Soul
    Wenn meine zentrierte Schrift im RPG meinen PP schwer fallen sollte, bitte melden. :>

  • Seufzend fuhr er sich durch die Haare, das Kopftuch seines Vaters berührend. Es war definitiv nicht gut, so alleine hier rumzustehen. Er konnte sowas einfach nicht gut verarbeiten. Nicht, wo es noch weitere, alte Wunden aufriss. Gedankenverloren sah er sich um. Vielleicht sollte er sich mit ein paar für ihn unbedeuteteren Toden ablenken? Der Rotschopf ging ein wenig durch die Reihen. Wenn er sich nicht irrte... Ah, da haben wir es ja. Das war Jakes Grab. Der komische Typ, der ihn im Wald damals angefaucht hatte, weil er ein Tier aus reiner Selbstverteidigung umgebracht hatte. Er war kein Mensch, der um das Leben nicht so gemochter Menschen nachtrauerte, deswegen breitete sich in ihm langsam wieder das wohlige Gefühl der Resignation aus. Bis ihm in den Kopf kam, dass der Angriff der Monster anscheinend nur darauf beruht hatte, dass so viele Monster erst getötet wurden. Super. Also half auch das nichts. Es schien so, als ob sein schlechtes Gewissen ihn mit jedem Grab verfolgen würde und das war auf keinen Fall gut. Er beschloss, die Kapelle zu betreten, da die Zeremonie für die Toten bestimmt bald anfangen würde. Seine Gedanken schwammen verwirrt umher, hatte er die Kapelle schon betreten oder stand er noch draußen? Die Frage hatte sich für ihn schon bald geklärt, als er plötzlich ohne vorher zu bremsen in ein blondes Mädchen reinlief. "Oh Mann...", er schüttelte den Kopf. Wie benebelt war er eigentlich? "Ähm... Tut mir Leid. Geht's dir gut?", fragte er dann benebelt. Er musste bestimmt den Eindruck machen, als wäre er völlig zugedröhnt.

  • Dylas konnte von Glück sprechen als er noch irgendwie das Thema rumriss. Ungern sprach er von seiner dunklen Seite die er persönlich zutiefst verachtete. So wie viele andere. Doch das Gesicht des Mädchens verlor sich daraufhin im Rot ihrer Haarpracht. Was hat die denn jetzt...? Eigentlich hatte er eher erwartet, dass sie jetzt noch trauriger würde als vorher. Stattdessen blühte sie auf und plapperte irgendein wirres Zeug vor sich her. "Du redest paradoxes Zeug!" warf der Silberhaarige dazwischen und unterbrach die Rothaarige. Ihre Gesichtszüge widersprachem dem was sie sagte wie er fand. Sie wirkte traurig, einsam und behauptete sie sei zufrieden? Nein, da musste was faul sein... oder Dylas interpretierte die Fremde einfach nur falsch. "So gerne ich das auch höre, dass du lieber alleine lebst und so... aber deine Ausstrahlung verrät dich." Insgeheim passte ihm dieser gefühlsduselige Kram nicht und es lag ihm fern, sie irgendwie zu belehren, aber er konnte es nicht ab wenn jemand nicht für das stand, was man eigentlich war - auch wenn er gerne außer Acht ließ, dass er ein Halbmonster war. Und apropos Halbmonster, natürlich hatte das Mädchen nicht vergessen, dass er gestanden hat... "Wenn du mich so mit Fragen durchbohrst, muss ich dir wahrscheinlich echt weh tun... Allerdings habe selbst ich genug Anstand, um dich an einem Ort wie diesen nicht zu verletzen." drohte er ihr nur schwach an und wollte nicht mehr darauf angesprochen werden. Warum wusste sie überhaupt, dass er ein Halbmonster war? Es gab nur eine Möglichkeit, das herauszufinden. "Nur Halbmonster akzeptieren Halbmonster. Das habe ich auf meinem Lebensweg gelernt." Kritisch musterte er sein Gegenüber. Doch sie hatte nichts Ungewöhnliches an sich, was auf seine Vermutung hindeutete. Vielleicht ist sie ja auch einfach nur naiv und ahnungslos...


    (Kann ich doch nix für D: inzwischen wirst du doch wohl gegessen haben XD?)

  • Die Momente vergingen. Hätte sie ihn nicht ansprechen sollen? Vielleicht ging es ihm auch einfach zu schlecht im Moment. Egal wie sehr er und sein Vater im Disput standen, so war er doch immer noch ein Teil seiner Familie und Cia wusste, dass die Familie etwas unglaublich wichtiges in einem Leben war. Die Rosahaarige strotzte ja gerade zu vor Energie, nach ihrem Krankenhausaufenthalt.
    „Ja... ich bin es.“, sie wandte ihren blick wieder ab, als er sie mit diesen traurigen Augen ansah. Das hielt sie kaum aus. Sie starrte wieder in Richtung des Altars, der ihrer Meinung nach etwas zu festlich für diese Trauerfeier geschmückt war.
    Erneut erklang die Stimme ihres Braunhaarigen Freundes. Die Blauäugige fühlte sich so unwohl, doch der Ton in seiner Stimme.... er gefiel ihr überhaupt nicht! Sie tat unwissend und riss ihre Augen ein Stück auf.
    Alicia schloss für einen Moment ihre Augen, atmete kurz aus und wandte sich ihm dann zu. „Irgendwie... ich wusste es schon....“, sie wusste nicht, wie sie dieses Gespräch am besten beginnen sollte. Der Tod war nicht ihr bestes Thema, seit ihrem Suizid Versuch. Sein Blick, die Atmosphäre... das alles, Alicia konnte einfach nicht anders, als den Braunhaarigen in den Arm zu nehmen. Sie drückte ihn an ihre Brust. „Es... tut.. mir so Leid, Barrett...“, sanft strich sie ihm über den Kopf.
    „Ich bin froh, dass du dich noch von ihm verabschieden möchtest...“, in ihr quoll etwas auf, ihre Augen wurden glasig. „Nein! Nein! Nein, Alicia du weinst jetzt nicht, du musst jetzt stärker sein, als Barrett!!“, damit versuchte sie, die aufkommenden Tränen weg zu denken.

    • "Ich bin keine Puppe, die man aus einem verstaubten Regal holt, wenn Jemand gerade nicht da ist, und wenn dieser Jemand wieder zurückkehrt, achtlos ins Regal gestellt wird und wieder von allen... gehasst wird." •

  • (Ich wusste das du so reagierst! xD
    Jaja, keine Sorge, ich fand es vorhin nur so spannend dir zurück zu posten cX)


    „Meine… Ausstrahlung?“, meinte Raven verblüfft und hätte fast angefangen zu lachen. Sie hatte eine bestimmte Ausstrahlung die man deuten konnte? Das war ihr ja noch nicht einmal selbst bewusst gewesen! „Wenn du meinst…“
    Eigentlich hatte sie das Gesagte wirklich ernst gemeint und war auch so mit sich selbst im reinen, dass sie die Aussage des Fremden nicht an sich zweifeln lies. Sie überlegte ob sie überhaupt noch etwas zu dem Thema sagen, oder es fallen lassen sollte, denn Rechtfertigungen waren wirklich nicht ihr Ding.
    Sie entschied sich für die zweite Möglichkeit, wenn er so gut im Ausstrahlungen deuten war, wollte sie ihn ruhig in dem Glauben lassen…
    Der Fremde mochte ihre Fragerei nicht, das hatte Raven schon von Anfang an gespürt und wer konnte es ihm verübeln? Sie waren hier auf einem Friedhof und er wollte nur der Dahingeschiedenen gedenken (oder was auch immer das Spucken bedeuten sollte) und sie drängte sich ihm einfach so auf… Raven hätte sich selbst gehasst, wäre sie, er gewesen.
    Sie hob eine Augenbraue, auf die leicht aggressive Antwort. Das Halbphönixmädchen wusste, dass er diese Aussage durchaus ernst meinte, das konnte sie an seinem Blick sehen.
    „Ich interessiere mich nur für Halbwesen…“, meinte Raven beschwichtigend und schlüpfte wieder bis über die Nase hinter ihren Schal, teils weil ihr kalt war, teils weil sie das Rot ihrer Wangen verdecken wollte, das dieses Mal auf eine kleine Lüge hinwies.
    Raven war so eine schlechte Lügnerin, dass sie sogar bei einer Teilwahrheit rot wurde
    Das muss ich echt in den Griff kriegen…
    „Ich kenne auch ein Halbwesen – entfernt zumindest. Er ist nicht so griesgrämig wie du und hat mir auch erzählt, dass hier in Trampoli alle Halbwesen akzeptiert werden würden…?“, sie ließ die Aussage als Frage im Raum hängen. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wäre es hier anders, als in Alverna. Gut das Raven ihr Geheimnis noch niemandem erzähl hatte…

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    Daria stand eigentlich seelenruhig in der Kapelle, und dachte über was-auch-immer nach, als sie plötzlich jemand anrempelte, und sie nach vorne fiel. „Au...“ Beinahe hätte Daria sich so sehr erschreckt, dass sie geschrien hätte, aber daraus wurde doch nur leises flüstern, da es nicht wehtat, und sie sich sowas nicht in einer Kirche leisten konnte. Daria drehte sich schnell um, um diesen ... Pöbel zu sehen, der gerne Leute anrempelt. Der einzige, der hinter der Elfe stand, war ein Rothaariger Typ, mit einem Kopftuch. Aber wie es sich herausstellte war es kein Pöbel, jedenfalls entschuldigte er sich und fragte sich nach dem Wohlergehen der Blondine. „Ja, mir ist nichts passiert.“ Daria rappelte sich vom Boden auf, und merkte dass ihr eindeutig nichts passiert war. Dabei hatte sie sich doch vorgenommen nicht zu reden, aber wo sie schon dabei war... „Wie kommst du eigentlich dazu,
    Leute in einer Kapelle anzurempeln?“, fragte Daria mit verwirrtem Blick. „Aber auch egal... Ist ja nichts passiert!“, meinte Daria, und lächelte.
    Da sie schon mitten in einem Gespräch sind, war die Elfe ein wenig froh darüber, dass der Mann sie anrempelte, schließlich hatte sie jetzt ihren ersehnten Gesprächspartner. „Ich bin Daria! Eine Elfe, du hast doch nichts dagegen, oder?“, stellte sich die Blondine paranoid vor. „Und mit wem habe ich das Vergnügen?“ Und während sie einfach so los tratschte, hoffte sie, dass sie keinen großen Tumult veranstaltet hatte, und trat ein bisschen in den Hintergrund zurück.

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  • Offenbar wusste Alicia schon, dass sein Vater gestorben war. Hatte ihre Mutter ihn vielleicht noch zu retten versucht? Doch all das war nun egal, schließlich konnte er nichts mehr rückgängig gemacht werden und so verflüchtigte sich sein Ärger. Ehe der Junge sich versah, hatte Alicia ihn in den Arm genommen und beteuerte ihr Beileid. Zunächst war er noch etwas steif, doch dann beruhigten ihn ihre Worte und sie Wärme ihres Körpers nahm ihn für sich ein. Etwas zögerlich legte er auch seine Arme um ihre Taille, platzierte seine Hände auf ihren Rücken und drückte sie an sich. Nun kam alles hoch. Barrett erinnerte sich an seine Kindheit, in der er auch oft von seinem Vater in den Arm genommen wurde, bis er das Teenageralter erreicht hatte und dann jegliche Zärtlichkeiten ausschlug. Am liebsten hätte er seinen Vater noch einmal zum Abschied in den Arm genommen...
    Seit dieser Zeit hatte er keine so warme Umarmung mehr bekommen, wirkliche Geborgenheit gespürt und so kam es, dass er die Umarmung mit Alicia hinauszögerte und genoss. Doch mit den wenigen guten Erinnerungen an seinen Vater kamen auch die Tränen und seine Augen füllten sich schnell mit der wässrigen Substanz. In diesem Zustand wollte er die Umarmung allerdings nicht lösen, Alicia sollte ihn nicht so sehen. Doch er konnte sie ja nicht so lange halten, bis die Tränen getrocknet waren! So lies er die junge Frau los und sah ihr in die ebenfalls nassen Augen. Ohne einen Funken der Scham, viel mehr mit Zuversicht fasste er ihre Hände und sagte dann traurig "Ich... ich hab keinen mehr. Niemanden... meine Mutter und nun mein Vater..." Wieder kamen ihm die Tränen und er hätte sie am liebsten noch einmal umarmt, doch er konnte seine Tränen nicht verstecken. War es nicht natürlich um einen Menschen zu weinen, der von einem gegangen war?

  • Eine ganze Weile beobachtete Gordon das Treiben. Menschen kamen. Beteuerten einander ihr Mitgefühl und neue Bekanntschaften wurden geknüpft. Der alte Priester war heilfroh darüber. Dieser Tag sollte nicht nur negativ in Erinnerung bleiben. Man sollte an die ganzen schönen Dinge und Erlebnisse zurückdenken und möglicherweise würde das Leid einander verbinden. Gordon selbst hatte den Blick seiner Tochter Dorothy vernommen. Sie sah ihn schon einige Tage mit diesem Blick an. Er konnte nicht mit Sicherheit sagen, was er zu bedeuten hatte. War es etwas wie Mitleid? Oder hatte sein eigen Fleisch und Blut Sorge das er Cammy nicht vermissen würde. Ihren Tod nicht betrauerte. Gordon hatte eine ganz eigenen Art und Weise mit diesem Art Schmerz umzugehen. Er war kein Heiliger. Er arbeitete vielleicht im Auftrag Gottes, wenn man es so sehen wollte, aber er war nicht ohne Sünde. Seiner Meinung nach wie sowieso kein Mensch ohne Sünde. Der Alte umschloss das Kreuz um seinen Hals mit seiner rechten Hand. Er fühlte sich Gott so fern wie noch nie. Zweifelte. Und nun sollte er eine Rede halten. Anderen Menschen die Trauer nehmen. Na herzlichen Dank aber auch. Als sich scheinbar alle in der Kapelle eingefunden hatten begab sich auch der Priester hinein. Es herrschte Gemurmel a dem heiligen Ort. Alles in allem war die Stimmung aber betrübt. Einige Tränen flossen bereits wenn man dem Betroffenen nur einen Blick schenkte.
    Am Altar angekommen stellte Gordon sich hinter das Rednerpult, von wo aus er auch seine Gottesdienste hielt. Als die Bewohner in sahen verstummte das Gemurmel größtenteils, beziehungsweise es wurde zu einem Flüstern. Der alte Priester räusperte sich und wandte sich den Gästen zu. "Es ist mir eine Ehre euch alle hier willkommen zu heißen. Ich weiß es ist kein schöner Anlass und wir haben im Rahmen dieses Angriffes eine Menge Verluste durchlebt, aber euer Aufauchen hier, zeigt mir das euch eure Liebsten noch sehr viel bedeuten und ihr sie auf ehrvolle Art und Weise verabschieden wollt." Gordon holte aus seiner Tasche einen kleinen Zettel hervor. Einige wenige Worte waren darauf notiert. Ein kurzer Spruch. Ein Zitat.
    "Ein uralter Philosoph hat einmal gesagt: Da ist ein Land der Lebenden und da ist ein Land der Toten; als Brücke dazwischen ist unsere Liebe." Für einen Augenblick lies der Priester diese Aussage auf die Menschen wirken. Sie sollten tief in sich gehen. Die Bedeutung verstehen.
    "Da ist ein Land der Lebenden. Wir haben dieses Land mit unseren geliebten Verstorbenen erlebt. Manche von uns sind mit ihnen einige Schritte gegangen, andere fast den gesamten Lebensweg. Über die Zeit im "Land der Lebenden", gemeinsam mit ihnen, haben wir viele Erinnerungen und können sehr viel erzählen. Gerade in den letzten Tagen sind viele dieser Erinnerungen wieder wach geworden. Möchte jemand diese Erinnerungen vielleicht mit uns teilen? Ein gemeinsames Erlebnis. Das Besondere an diesem Menschen..." Gordon gab der Nonne Stella ein Zeichen, woraufhin diese ihr Orgelspiel begann. Es war leise. Fast so wie eine Hintergrundmusik. Nun war der Zeitpunkt gekommen, wo es an den Bewohnern Alvarnas war die Trauerfeier zu gestalten. Einige Worte an ihre Liebsten zu richten. Gordon würde für die Mutigen unter ihnen am Rednerpult Platz machen.

  • Bis jetzt hatte Sophia noch kein einziges Wort über ihre Lippen gebracht. Sie lauschte den Worten des Pfarrers, doch registierte sie kaum. Zusammen mit ihrern Cousinen und Onkels hatte sie sich auf den Weg zur Kapelle gemacht um den Toten zu gedenken. Den Menschen, die den Angriff auf das schöne Städtchen Alvarnas nicht überlebt hatten. Vor ihrem inneren Auge tauchten Bilder aus alten Tagen auf. Es fühlte sich an, als zeigte ihr jemand ein völlig anderes Leben, doch es war ihre Heimat. Sophia öffnete die Augen, welche sie die ganze Zeit über geschlossen hatte. Die Bilder verschwanden. Ihr Vorstellungskraft malte ungefragt zerstörte Häuser und verrußte Mauern in ihr Gehirn. Ihre Heimat, nun eine trostlose Ruine. Bald würde die Natur alles zurück gewinnen und dann ... ja dann würde man vergessen haben wie diese Stadt hieß die dort einst stand. Man würde ihre Schönheit nur noch schätzen können.
    Ein Schluchzen dran an ihr Ohr. Sophia wandte den Kopf zur Seite. Es war Bianca die weinte. Sie weinte um ihre beste Freundin. Ein schwerer Verlust musste das für sie sein. Doch war es vergleichbar damit eine Schwester zu verlieren? Konnte man seiner besten Freundin so nahe wie seiner Schwester sein? Die Adelstochter wusste es nicht, würde es nie erfahren. Ihre geliebte Schwester. Eliza. Sie spührte ein schmerzhaftes Stechen in ihrem Herzen. Fast hätte sie überprüft, ob jemand sie mit einem Messer angegriffen hatte, doch das war Unsinn.
    Mit leerem Blick starrte Sophia in den Schnee, der so wunderschön in der Sonne glitzerte. Eliza hatte es genauso sehr gemocht wie sie. Unwillkürlich bildete sich ein zaghaftes Lächeln auf ihren Lippen. Was waren die Schneeballschlachten lustig gewesen, auch wenn sie selbst meist verloren und ihre Schwester dafür gehasst hatte. Oft hatte Eliza viel größere oder härtere Bälle geworfen und war Sophias ständig ausgewichen. Gemeinsame Schlittenfahren oder Wettrennen auf dem Eis, die Eliza auch ständig gewann. Ja, als die beiden kleiner waren, gab es unglaubliche viele Momente in denen die junge Dame sie verfluchte und sich gewünscht hatte eine andere viel viel nettere Schwester zu haben. Doch was würde sie nun dafür geben nocheinmal ihre Stimme zu hören. Nocheinmal mit ihr Lachen. Eine herzliche Umarmung, wenn sie traurig war - so wie jetzt. Ihre Brust fühlte sich auf einmal so furchtbar eng an, als schürte ein unsichtbares Band diese zusammen um ihr die Luft zum Atmen zu nehmen. Sophia begann zu schluchzen und die Tränen liefen über ihre kalten Wangen. Noch nie in ihrem Leben hatte sie so sehr zu spüren bekommen wie sehr sie ihre Schwester liebte und wie unglaublich wichtig dieser Mensch in ihrem Leben war. Wie sehr sie ihr doch fehlte. Bitterlich weinend stand sie also nun im Schnee, die Hände seitlich in ihr Kleid gekrallt.

  • Wie zu erwarten war, nahm sie ihm das ab, was er sagte, ohne Widerworte. Daraus konnte Dylas mit Gewissheit schließen, dass sie nicht zu den Leuten gehörte, die groß diskutieren wollten. Er schätzte sich damit glücklich, so blieb beiden unnötiges Geschwafel erspart und weiter ging er sowieso nicht darauf ein. Viel interessanter war doch ihre Mimik im Nachhinein als er sie dazu besticheln wollte, zuzugeben, sie sei ebenfalls ein Halbmonster. Auf Anhieb funktionierte es zwar nicht, aber so ziemlich jeder wäre in dieser Situation in der Lage gewesen, das Mädchen zu lesen wie ein offenes Buch. "Ein Halbwesen zu sein ist weitaus undankbarer als du es darstellst. Es ist immer wieder ein Gefühl der Angst und des Hasses dabei, wenn jemand feststellt, dass du nicht das bist wofür man dich hält." Angst davor, wieder gehetzt zu werden wie von seiner Mutter. Hass dagegen, ein Halbwesen geworden zu sein. Raven blieb keine Gelegenheit mehr auf seinen Kommentar einzugehen, denn Gordon, so hieß der unbekannte Priester, bat die anwesenden Gäste bereits in die Kapelle. Wortlos nickte Dylas ihr in Richtung Kapelle zu um ihr zu vermitteln "Lass uns mal reingehen." Zumindest eins hatten sie gemeinsam, sie wussten nicht warum sie hier waren, aber es schadete sicher nicht, der Zeremonie Gehör zu schenken, dachte der Silberhaarige sich innerlich achselzuckend. Doch als sie nun drin waren und der Priester begann zu sprechen, hätte Dylas sich am liebsten den Finger in den Hals gesteckt. Schließlich sprach der Kerl nur etwas von Liebe und dass alle hier gekommen sind um den Toten die letzte Ehre zu erweisen. Mit Grimassen äffte er Gordon nach und konnte dessen Ansprache überhaupt nicht verstehen. So etwas wie Gefühle und eine Brücke der Liebe gab es in seiner Welt einfach nicht. Als er dann seine Rede beendete um den Anwesenden Platz zu machen, ihre letzten Worte zu sprechen, wäre Dylas am liebsten nach vorne gegangen und hätte allen gesagt, dass sie einen an der Waffel hätten, doch das wäre sogar für ihn zuviel des Bösen gewesen. Stattdessen wandte er sich erneut an Raven. "Ich kann mir das nicht weiter anhören..."


    (wie du wusstest, dass ich so reagiere? ò_ó)

  • Nachdenklich kniff Raven hinter ihrem Schal die Augen zusammen, was ihr einen noch ernsteren Gesichtsausdruck als sonst verlieh. Sie hörte dem Fremden aufmerksam zu und seufzte nur kaum hörbar, als er geendet hatte.
    Wem sagst du das…, entgegnete sie in Gedanken und nickte dann nur, als er vorschlug es den anderen Trauerfeiergästen gleich zu tun und in die Kapelle zu gehen.
    Drinnen zog sich Raven gleich ihren Schal etwas lockerer und lies ihr Gesicht wieder an die kalte Winterluft. Es war zwar um einige Grad wärmer in der Kapelle und irgendwo musste wohl auch ein Feuer prasseln, jedoch fror sie nach einigen Aufwärmminuten immer noch.
    Nachdenklich mustere sie Dylas aus den Augenwinkeln, während sie der Rede des Priesters nur halbherzig lauschte. Während er Grimassen schnitt und den Vortrag wohl wirklich als lächerlich und gefühlsduselig empfand, überlegte die Rothaarige, ob es überhaupt irgendwo möglich war, als Halbwesen, oder auch Halbmonster, wie Dylan es so passend ausdrückte, komplett akzeptiert zu werden. Leon hatte es wirklich als so einfach dargestellt, hier in Trampoli als Halbwesen zu leben, dass sie schon fast wieder Hoffnung gefasst hatte, sich doch noch irgendwann jemandem anvertrauen zu können. Dass man sie respektierte, so wie sie war, auch mit ihrem ganz eigenen Charakter und dass sie nicht jede Bekanntschaft mit einer halben Lüge beginnen musste… und dass sie nicht wieder mit diesem Blick gemustert werden würde, diesem angstvollem, vorwurfsvollen Blick… jah, Dylan hatte es wirklich sehr gut beschrieben.
    Sie war schon fast froh, dass man ihr nicht auf den ersten, oder zweiten Blick ansah, dass sie ein – mehr oder weniger – Halbwesen war.
    Der Silberhaarige hatte da wohl schon ganz andere Erfahrungen gemacht…
    „…Was..?“, Raven hatte den Fremden die ganze Zeit beobachtet und war dabei so in Gedanken versunken, dass sie den Zusammenhang seiner Klage, zuerst gar nicht verstanden hatte. „Dann geh doch…“, meinte sie nur knapp. Sie sagte es sehr neutral, nicht zickig, oder böse. Was hatte er auch für einen Grund zum bleiben? Sie überlegte kurz, ob sie ihn begleiten sollte, denn sie selbst hielt eigentlich auch nichts in der Kapelle. Wollte sie hören, was ihre Mitmenschen über die Opfer – ihre Angehörigen – zu sagen hatten?
    Eigentlich nicht.
    Aber es wäre schon etwas unhöflich zu gehen…
    Unschlüssig wie sie sich verhalten sollte, beobachtete sie den Öhrchenträger einfach weiter und blinzelte dabei mit neutralem Blick.


    (kp, ich habs mir halt gedacht ^^)

  • Immer noch ein wenig neutral kam Kyle langsam aus seiner Trance heraus und wie schon vor ein paar Minuten wusste er so überhaupt nicht, was er tun sollte. In seiner normalen Art würde er jetzt bestimmt total pöbelig werden und mit ihr herumdiskutieren, aber dazu war der junge Mann einfach nicht in der Stimmung. Und wenn er nicht pöbelig sein sollte, was dann? Vielleicht ein Mischmasch? "Ähm, wie wär's wenn du anstatt hier rumzustehen, dich einfach hinsetzt, sodass du nicht angerempelt wirst?", fragte er verwirrt zurück, blieb aber ruhig. Auf das Lächeln der jungen Frau entgegnete er nur schwach mit einem Selbigen. Tja, wenn man gerade mal Ablenkung brauchte... sollte man wohl am Besten in jemand Anderes reinlaufen. Die plötzliche Bekanntmachung der Elfe überraschte ihn ein wenig. Erst jetzt fielen ihm die Ohren auf, obwohl sie eigentlich gar nicht so unoffensichtlich waren. "Hi, ich bin Kyle. Mein Zweitname lautet 'dem die Rasse seines Gegenübers ziemlich egal ist' ", erklärte er ihr und beobachtete, wie der Pfarrer an das Redepult trat und seine Rede hielt. Ihm ging es einfach nur dreckig, denn in diesem Moment wühlte es wieder den ganzen Berg Schuldgefühle auf, die er eigentlich unterdrücken wollte. Als dann noch das Rednerpult freigemacht wurde, verzog er sich neben die Tür, ganz an die Wand, woraufhin Daria ihm folgte. Er konnte dort oben nicht rauf und seine Gefühle und Erinnerungen mit Cammy preisgeben, dazu hatte er weder das Recht, noch die Kraft. Was sollte er denn dort oben sagen. "Hallo, ich bin Kyle und einer der Mitgründe, warum Cammy und so viele andere Leute gestorben sind"? Nein, danke. Stattdessen versuchte er, das Gespräch mit Daria wieder aufzunehmen. "Hast du auch Jemanden verloren?", fragte er nebensächlich, obwohl man eigentlich schon an ihrer neutralen Haltung sehen konnte, dass sie sicherlich nicht um Jemanden trauerte.

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    Sich hinsetzten, damit man nicht angerempelt wird? Also war es jetzt Darias Schuld,
    dass sie angerempelt wurde? Normalerweise wäre Daria da etwas stutzig geworden, aber während einer Zeremonie sollte man sich nicht streiten.
    Vorallem nicht bei solch einer... „Ja... Nächstes Mal setzte ich mich einach hin.“, stimmte die Elfe nur zu.
    Der Rotschopf stellte sich als Kyle vor, und als jemand, dem die Rasse seines Gegenübers egal ist. Lobenswert!
    Kurz nachdem Kyle dies sagte, kam der Pfarrer erneut zu Wort. "Da ist ein Land der Lebenden und da ist ein Land der Toten; als Brücke dazwischen ist unsere Liebe.", zitierte Daria innerlich. Dazwischen ist unsere Liebe. Da hat der Pfarrer Recht!
    Nun fing eine ziemlich leise Orgelmusik an, und der Pfarrer machte den Pult bereit... Damit jemand seinen ganzen mut zusammenfasste, und einige liebende Wörter,
    an seine Verlorenen richtet? Vieleicht würde Daria sich solch etwas zu muten, aber jemanden verloren hatte sie nicht
    wirklich. Deshalb lauschte sie nur gespannt weiter, doch sicher wird es früher oder später jemand eine kleine Rede halten.
    Gerade in dem Moment, fragte Kyle sie etwas. Ob sie schon jemanden verloren habe...
    „Nein.. Glücklicherweise nicht.“ Noch nicht... „Aber ich hoffe dass dies auch so bleibt.“ Wenn der Kopftuchträger
    schon fragte, hatte er sicher jemanden verloren. Ob Daria nachfragen sollte? Sie tat es einfach.
    „Hast du denn schon jemanden verloren?“, hakte sie vorsichtig nach.

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    RF RS: Daria & Rosalind HM RS: Yumi HM F RS: Soul
    Wenn meine zentrierte Schrift im RPG meinen PP schwer fallen sollte, bitte melden. :>

  • Es wäre dem Silberhaarigen eigentlich egal gewesen, ob Raven ihn nun mit hinaus begleitete oder nicht. Letzten Endes würde er seine Entscheidung nicht von ihrer abhängig machen. Seine Aussage sollte ihm lediglich als Bestätigung dienen, dass vielleicht noch jemand seiner Meinung war. Aber dem war wohl nicht so, zumindest machte das Mädchen nicht den Eindruck, als wollte sie gehen. Dylas verstand das nicht wirklich, schließlich war hier doch niemand dem sie nachtrauerte? Mit einem gleichgültigen Schulterzucken in keine bestimmte Richtung wandte er sich von Raven ab. "Okay. Klar!" Was anderes als zu gehen hatte er ja auch nicht vor, also warum hier bleiben? Gordon war ohnehin mit seiner Rede zuende also gab es eh nichts wichtiges mehr zu verpassen. "Viel Spaß noch hier!" sagte er ihr noch, ehe er die Tür hinausschrat. Jetzt war niemand draußen. Alle waren drinnen und lauschten dem Geblubber irgendwelcher unwichtiger Leute die ihre Geliebten verloren hatten. Der perfekte Zeitpunkt für Dylas, sich unerledigten Dingen zu widmen. Diesmal handelte es sich aber nicht um seine Mutter, sondern um seinen Vater. Rasch fand er sein Grab und stellte sich davor. Mit traurigem, aber dennoch gefassten Blick ruhten seine Augen auf dem Stein, dessen eingemeißelter Spruch bedeutungslos erschien. Vater... du drehst dich wahrscheinlich im Grab rum während dein geliebtes Trampoli nach und nach verschwindet... während auch du nach und nach verschwindest. Er griff nach der Mundharmonika in seiner Hosentasche und wollte sie seinem Vater gerade auf's Grab legen, als ihn eine innere Stimme davon abhielt. Schließlich war das alles was ihm geblieben war, daher fiel es ihm nur umso schwerer, das Instrument loszulassen. Und das tat er auch nicht, stattdessen festigte sich sein Griff und langsam packte er es wieder ein. Er ging davon aus, dass es seinem Vater lieber wäre, er würde es behalten. Eine kalte Winterbrise fegte über die Gräber und ein Bündel Schnee überschüttete den Grabstein schließlich, bis kaum noch was zu sehen war. Ein Symbol dafür, dass bald alles verblassen würde, dachte Dylas sich. Er unterdrückte einen Ausbruch der Emotionen und setzte sich still auf eine nahestehende Bank und starrte mit leerem Blick in die Luft. Gut, dass das rothaarige Mädchen jetzt nicht dabei war. Wer konnte schon sagen, wie er in ihrer oder einer anderen Gegenwart reagiert hätte?


    (achja? dachtest du auch an das? :3)

  • Kurz nachdem die Rosahaarige, Barrett in die Arme geschlossen hatte, legte er schon seine Arme um ihre Taille. Sein Griff verstärkte sich etwas. „Barrett..? Alles in Ordnung? Ich bin für dich da!“, sagte sie sanft, während Cia ihm über den Rüken streichelte.
    Es musste hart für ihn sein, seinen Vater verloren zu haben, schließlich konnte er damals nichts dagegen unternehmen, er war ja verletzt gewesen. Alicia ballte währenddessen ihre Hand zur Faust. Noch heute machten sie die ängstlichen Blicke und wie sie alle nichts getan hatten! Es war der Grund gewesen, warum sie nicht sterben wollte, als die Monster Alvarna angegriffen hatten. Sophia war wenigstens noch zum Aufpassen zu gebrauchen. Moment... wo war sie eigentlich? Seit sie das Krankenhaus verlassen hatte, hatte die Blauäugige sie nicht mehr gesehen. Sie sah sich um. Dort! Draußen stand die Adelstochter und kämpfte mit ihren Tränen, die ihre Wangen herab flossen. „Sie muss auch jemanden verloren haben..!“, stellte Cia nachdenklich fest.
    Der Pfarrer begann mit seiner Rede, welcher sie aufmerksam horchte.
    Schließlich unterbrach sie ihr Braunhaariger Freund. „Barrett... das stimmt nicht. Zwar hast du keine Familie mehr – was grausam ist, aber du hast immer noch gute Freunde!“, sie hatten sich aus der Umarmung gelöst.
    „Beruhig' dich erst mal!“, sie versuchte zu lächeln, während sie ihm über die Wange strich.
    „Schau mal dort! Siehst du wer da steht?“, sie deutete auf die Violetthaarige.
    „Ihr geht es nicht viel besser wie dir, sie hat sicherlich auch jemanden verloren... Du solltest mit ihr reden!“, erneut quälte sie sich ein Lächeln auf. „Es ist wie der Pfarrer sagte... wir sollten uns gegenseitig helfen, deshalb bin ich auch gekommen, Barrett.“, dann wechselte sie ihre Mine.
    „Also steh jetzt auf und beweg' deinen faulen Hintern zu Sophia und kümmere dich um sie!“, sie klang absichtlich etwas böse in ihrem Tonfall.

    • "Ich bin keine Puppe, die man aus einem verstaubten Regal holt, wenn Jemand gerade nicht da ist, und wenn dieser Jemand wieder zurückkehrt, achtlos ins Regal gestellt wird und wieder von allen... gehasst wird." •

  • Am Altar machte sich der Pastor Gordon bereit und begann mit seiner Rede. Anfangs hörte Barrett nicht sehr aufmerksam zu, er dachte viel mehr an das Flüstern, welches er vorhin aus einer der Kirchenbänke gehört hatte. Man sagte der Pfarrer hätte wohl eine seiner Töchter verloren - und trotzdem war er stark genug eine Rede zu halten und allen anderen Dorfbewohnern Worte des Trosts zu spenden! War dessen Schmerz nicht mindestens genau so groß wie sein eigener? Am Ende seiner Rede, wobei er alle Anwesenden aufforderte letzte Worte an ihre Familie, Freude oder Verwandten zu richten begann die Orgel zu spielen.
    Barretts Tränen waren bereits getrocknet, als er zurück in Alicias Gesicht sah, woraufhin sie versuchte ihn weiter aufzubauen. Zwar war es ein schönes Gefühl, dass Alicia versprach bei ihm zu sein, doch auch das linderte den Schmerz um den Verlust seines Vaters nicht wirklich. Andererseits... vielleicht war gerade Alicia die Person mit der er aufbauen konnte, was er mit seinem Vater nie hatte?
    Barrett war so in Gedanken vertieft, dass er nicht merkte, dass sie weiter redete, bis ihm die junge Frau über die Wange strich. Ganz untypisch für einen Kerl wie ihn lächete er schüchtern und blickte dann hinaus. Hatte Alicia gerade gesagt, dass sie nur seinetwegen gekommen war? Aber wieso sollte er jetzt hinaus zu Sophia und das offenbar ohne Alicia? Barrett fand ja selbst kaum Worte um seinen Schmerz zu beschreiben, da sollte er noch ein Mädchen trösten, das vermutlich seine Schwester verloren hatte? Wie stellte sich die Rosahaarige das denn bitte vor? "Ich danke dir", sagte Barrett zunächst kühl und lies ihre Hand los. "Ich muss jetzt aber erst einmal etwas anderes tun!" fügte er dann aber hinzu und sein Blick festigte sich.
    Mit wackligen Beinen entfernte er sich aus der Bank und lies Alicia und Iris zurück, lief dann an den Kirchenbänken vorbei und stellte sich vor den Altar. Nervös räusperte er sich und begann dann zu sprechen, während die Worte wie von selbst in seinen Mund zu fallen schienen:
    "Sehr geehrte Alvarnaraner, sehr geehrte Bewohner Trampolis. Wie viele von euch habe ich beim Angriff der Monster einen geliebten Menschen verloren. Meinen Vater Byron. Der ein oder andere von euch hat ihn sicher gekannt, hat mal mit ihm geplaudert oder war sogar mit ihm befreundet. Mein Vater war ein guter Mann, der stets versucht hat es allen Recht zu machen. Verurteilt ihn nicht dafür, dass er das Monsterfest ins Leben rief, welches in solch einer unvorhersehbaren Katastrophe geendet hat. Er wollte euer aller Leben lebenswerter machen und ist dabei gescheitert. Ich weiß nicht, wie er gestorben ist, aber ich bin sicher, dass er als ein Held gestorben ist. Zumindest werde ich ihn so in Erinnerung behalten." Dann machte Barrett eine kurze Pause. "Ich danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit und möge Gott in dieser schweren Stunde mit ihnen sein!"
    Mit diesen Worten verlies er den Altarraum und kehrte in seine Bank zurück, wo er sich neben Alicia stellte. "Tut mir Leid, aber diese Gelegenheit musste ich einfach wahrnehmen. Wenn du möchtest können wir beide zu Sophia gehen, ich bin mir sicher sie hat nichts gegen dich."


  • Wie all die anderen Dorfbewohner hatte auch Bianca in der Kirche Platz genommen. Direkt neben ihrem Vater und ihrer Cousine Rosalind. Nicht nur die Kälte war der Grund dafür, dass sich die blauhaarige Adelstochter an ihren Vater regelrecht klammerte. Ihr war zum ersten Mal egal was die Menschen von ihr dachten. Naja egal war es ihr eigentlisch schon immer gewesen aber dennoch hatte sie Wert darauf gelegt ein gutes Bild abzugeben. Nun war allerdings eine Zeit gekommen in der es Wichtigeres gab. Bianca empfand zum ersten Mal jemand anderen wichtiger als sich selbst. Tabatha, Eliza.....Max... Die Adelsfamilie hatte viele zu betrauern. Es war ein schwerer Schlag für sie alle und die Tage in denen ihre Geliebten vermisst wurden waren auch nicht gerade von Freude erhellt. Eine schreckliche Stimmung herrschte in der Villa. Erdrückend. Bianca hatte den Worten des jungen Mannes gelaucht, welcher sich als Erster hinauswagte um ein paar Worte an die Trauernden zu richten. Seine Worte brachten die Blauhaarige zum Nachdenken. Auch sie hatte etwas das sie ihren Mitmenschen mitteilen wollte. Ihre Gedanken bezüglich ihrer Verluste. Zu betrauern hatte Bianca schließlich genug.
    Aprupt erhob sich Bianca von der harten Kirchenbank. Entschlossen ihre Gedanken mit den Anderen zu teilen. Die Adelstochter stellte sich hinter das Pult und lies ihren Blick erst einmal durch die Menschenmenge schweifen. Sie hatte sich keine Rede ausgedacht also musste sie improvisieren. Das machte nichts da die Blauhaarige es sowieso gewohnt war vor großen Menschenmengen zu sprechen. So würden auch diese paar Bürger ihr kein Lampenfieber bereiten.
    " Auch ich habe viele Verluste zu betrauern und wie es scheint wurde mir zu spät bewusst wie viel mir diese Menschen bedeuteten. Unausgesprochen auf ewig. Das schmerzt." Unbewusst fasste Bianca sich an die Stelle an der ihr Herz war. "Es ist bedauernswert das ich meinen Cousin und meine liebe Cousine nicht näher kennengelernt habe. Es war mehr wie eine flüchtige Bekanntschaft als eine Verwandschaft. Traurig wenn man bedenkt das ich sie niemals mehr sehen werde. Niemals wieder ihr Lachen hören werde." Die strahlenden Augen der Schönheit füllten sich mit Tränen und sie tupfte sich diese sorgfältig mit einem Taschentuch weg. "Wenn man sowas nur vorher wüsste, dann würde man sich gut überlegen ob man im Streit auseinandergeht. Man weiß schließlich niemals ob man den Menschen noch einmal sieht." Biancas Worte wurden von einem Schluchzen unterbrochen. Es handelte sich dabei nicht nur um das ihre. Auch ihre Cousine Rosalind, welche in der ersten Bankreihe saß, sah sie mit tränengefüllten Augen an. "Eins hab ich jedoch darauß gelernt...ich werde Freunde und Verwandte niemals wieder als selbstverständlich betrachten..." Mit diesen Worten verließ Bianca den Podest und begab sich wieder auf ihren ursprünglichen Platz, wo sie ihre Cousine Rosalind in den Arm nahm.