Die Taverne

  • Collette & Julia an einem Tisch


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    Sogar Collette schien begeistert und das obwohl sie das Essen hier bestimmt jeden Tag genießen konnte. Sofort bot sie Julia die Schüssel mit der Gulaschsuppe an, die sie auch sogleich lobte. Die Badehausleiterin nahm sich einen Löffel, pustete einige Male vorsichtig, bis er die richtige Temperatur hatte und schob ihn sich dann in den Mund. Es war wie Collette bereits gesagt hatte: Das Fleisch löste sich quasi von allein in ihrem Mund auf, sie musste es nicht einmal richtig zerkaufen. Außerdem ergänzten sich die Gewürze perfekt. Ein Bissen folgte dem nächsten. "Ich habe wirklich keine Ahnung was uns das erwartet.", entgegnete sie ihrer Freundin und war selbst schon etwas aufgeregt bei den vielen Möglichkeiten, die sich ihnen boten. "Ich habe bisher nur das ein oder andere von den Badehausgästen gehört. Anscheinend haben manche Kräuter gesucht, andere haben Abenteuer in Monsterhöhlen erlebt und wieder andere haben einfache Besorgungen erledigt.", erzählte Julia, während sie einen Löffel nach dem anderen von der Suppe verschlang. Nach der Suppe folgte sogleich der Hauptgang und die Würze und der Geschmack der Gerichte lies nicht nach. Bevor sich die Badehausleiterin versah, saßen Collette und sie schon vor dem Nachtisch, den sie sehr langsam genoss. Nicht, weil er nicht schmeckte, sondern weil sie einfach schon so satt von den vielen anderen Speisen war. "Ich denke wir sollten so langsam los.", sagte sie und kramte ein paar Münzen aus ihrer Tasche, um das Essen zu bezahlen. Danach klaute sie mit dem Löffel ein Stück von Collettes Nachtisch. Einfach himmlisch.

  • Anette & Danny | an einem Tisch in der Ecke

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    Zunächst konnte er nicht sagen, ob Anette begeistert oder enttäuscht war, seine Lieblingsfarbe erraten zu müssen. Letztlich vermutete er aber, dass sie nichts dagegen hatte, immerhin tat sie wie geheißen und versank in ihren Gedanken. Er spürte ihren Blick auf sich und wusste, dass sie absolut keine Idee hatte. Wie denn auch? Die hatte er selbst nicht! Und es war nicht einmal so, dass sie einander allzu gut kannten, sonst wären sie gar nicht in diese Misere gerutscht.

    Sie begann zu raten und er musste grinsen als sie mehrere Farben nannte. Er wusste gar nicht, wie ihm geschah, die Worte verließen seinen Mund ohne sein Zutun, purzelten hinaus in die Welt, um ihr Gehör zu finden. »Oh wow«, sagte er und fuhr sich mit einer seiner Hände durch sein Haar, brachte es durcheinander, obwohl es sicher keinen Unterschied mehr machte, da er diese Geste oftmals auszuführen schien. »Wie hast du das gewusst? Blau und grün, blaugrün, ja, das ist wirklich meine Lieblingsfarbe.« Ein beinahe sanftes Lächeln erweichte seine Gesichtszüge. »Rotbraun ist knapp vorbei, auch wenn ich es mag, aber da du die richtige Farbe, die richtigen Farben zuerst genannt hast, lasse ich es gelten.« Was war er doch gnädig! Selbstverständlich hatte er anfangs ein wenig überrascht getan. Es war eine Lüge, eine halbe zumindest. Er mochte rotbraun, und er mochte die Kühle des Blaugrün, das in verschiedenen Facetten zu finden war. Nur hatte er dem nie einen besonderen Stellenwert beigemessen. Aber nun, dass er darüber nachdachte … Waren nicht selbst Anettes Augen von einem ähnlichen Ton?

    Sie riss ihn aus seinen Gedanken, indem sie schon beinahe die Taverne zusammenschrie. Einen Hustenanfall und misstrauische Blicke von den Nachbartischen später, wusste er, dass sie seine Unwissenheit nicht auf sich sitzen lassen würde. »Nicht gemein«, antwortete er. »Wenn du mir einen guten Kuchen bäckst, dann kann ich ja schließlich auch bleiben, oder?« Er widerstand dem Drang, ihr noch einmal den Kopf zu tätscheln, aber sie war kein Kind mehr. Auch wenn sie durchaus einige kindische Verhaltensweisen an den Tag legte, die sie irgendwie liebenswert machten.

  • 1990-normal-by-nijurah-d8joqgi-pngCollette & Julia | verlassen die Taverne


    Bei den Wörtchen 'Kräuter sammeln' weiteten sich ihre dunklen Augen und sie lehnte sich etwas nach vorne auf den Tisch, achtete dabei aber natürlich darauf sich nicht in den fast leeren Suppenteller zu legen. Würde nur Flecken geben und warum die leckere Suppe verschwenden. „Na das wäre doch perfekt!“, rief das junge Mädchen begeistert aus als stünde die Idee, die sie in ihrem kleinen Köpfchen hatte, schon fest und hing schön auf ein Stückchen Pergament geschrieben am schwarzen Brett. „Vielleicht hat Natalie ja sogar eine Aushang dazu ans Brett genagelt und wir können sowohl etwas davon erledigen als auch unserer Meisterin helfen.“ Collette erklärte ihre Gedanken weiter während sie das zarte Fleisch auf ihrem Teller genoss. Der Koch hatte sich mal wieder selbst übertroffen. Die Heilerin stellte sich weiter die Frage was für Aufgaben sie an diesem Tage erwarten würde aber das konnten die beiden Freundinnen nur erfahren, wenn sie hin machten und das leckere Essen verspeisten. Damit sie endlich los konnten! Coco nickte als die Besitzerin des Badehauses meinte, dass sie langsam los sollten und so schaufelte sie ihren Nachtisch hastig in den Mund. Er war gut aber lange nicht so gut wie ihre Törtchen. Da merkte man ihr fehlen aber bevor das auch noch ihrem Chef auffiel, schnappte sie sich Julias Hand und zog das Mädchen mit hinaus vor die Türe.

  • 1222-gaius-pngGaius & Tori


    Ah, was hatte der junge Mann erwartet? Erneut eine dieser heutigen, sich ständig wiederholenden Fragen. Und auch die Heraushebung davon, das erneute Erneut, wie oft hatte es in letzter Zeit das Haupt erhoben? Tori schwieg einen Augenblick lang und Gaius wartete brav auf eine Reaktion der Blonden. Ihr schien ein leichter Rotschimmer über die Wangen zu huschen, doch der Zwerg schlussfolgerte nicht weshalb er es tat. Ob es nun daran lag, dass er es sich schlichtweg nicht fragte oder es aber einfach nicht begriff, das sei nun dahingestellt. Und so wartete er brav, der Grauäuggige, wartete, sah dann eine kleine Bewegung, ein einfaches Schulternzucken - doch nicht eine einzige Bewegung der Lippen. Huh? Was sollte ihm das denn jetzt sagen? War sie sich nicht sicher, wusste sie es nicht, war es ihr egal? Der Schwarzhaarige sah seinen Gegenüber kurz genauso wortlos an, wie er es zuvor auch geworden war, dann bildete sich auf seinen Lippen ein kleines Grinsen. "Das war kein 'Nein', oder?", begann er dann, sichtlich von dieser Tatsache, dieser Idee erheitert, "Kein nein heißt.. zumindest ein vielleicht. Vielleicht.. Ah, Tori! Du hattest es dir wirklich überlegt dort hin zu gehen?" Moment, machte es Sinn, dass er so wahnsinnig strahlte? War ihm das Thema gestern nicht irgendwie noch unangenehm, irgendwie verwirrend gewesen? "Wow! Nachdem es dir beim letzten Fest zuviel wurde hatte ich gedacht, dass du nicht mehr in so eine große Menschenmenge gehen würdest, aber.. Ah, das ist toll! Ich bin so unglaublich stolz auf dich, also, dass du es nochmal versuchen wolltest, auch.. wenn.. ich diesen Versuch jetzt ungewollt blockiert habe, aber.. ja, darum geht's jetzt nicht. Aber wie kommt's? Ist irgendetwas passiert oder dachtest du dir einfach es wäre jetzt an der Zeit? Magst du Bälle einfach so sehr?" Ah, ja.. der Schmied hatte sich wohl weniger auf den 'mit mir hingehen' Teil verstreift, als auf 'hingehen' Toris selbst. War es ihm denn zu verübeln? Nicht wirklich, denn so genau war seine Frage auch nun wieder nicht gewesen - und Toris Antwort? Nun sie war so vage gewesen, wie sie nur hätte sein können. Außerdem hatte ihn diese Idee, diese Überlegung, ja die bloße Vorstellung, dass Tori sich auf so ein Event wagen, dort dann alle von sich in den Bann ziehen würde.. wie sollte sie ihn denn auch nicht begeistern? Genauso wie Toris Beginn der Alchemielehre. Genauso wie.. so viele Dinge die sie tat. Aber was wären sie denn auch für Freunde, wenn er sich nicht für sie freuen würde? (Guten Freunden gibt man halt ein Küsschen?? So this is where it came from..)


    Well you look like yourself - But you're somebody else, only it ain't on the surface

     Well you talk like yourself - No, I hear someone else though - Now you're making me nervous..~

  • [Tori] & Gaius


    Noch immer saßen die beiden auf dem Boden in der Küche der Taverne, die noch so ruhig dalag. Es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis es wieder Abend würde und die Leute auf der Suche nach Speis und Trank in die Schänke taumeln würden. Spätestens dann, würden sie auseinander gehen - oder zusammen woanders hin? Doch noch - noch war es ruhig hier und die Situation lediglich für die beiden gemacht. Tori versank ein wenig in Verlegenheit, als Gaius voller Euphorie auf ihr zaghaftes Schulterzucken reagierte. "Das... ich... aber...", stotterte sie unbeholfen, weil sie gar nicht wusste, wo sie anfangen sollte. Alles was er sagte, ließ sie sich zurückerinnern - an Zeiten die weniger friedlich gewesen waren, wenn der derzeitige Friede auch bröckelig und unsicher war. An eine Zeit, in der sie sich nicht vor die Tür gewagt hatte. Zumindest das hatte sie überwunden. Es ließ sie sich auch an den Zeitpunkt zurückerinnern, als Gaius sie zum ersten Mal geküsst hatte. Inmitten von so vielen Leuten, auf einem Fest. Einem Fest mit denselben Leuten genauso überlaufen, wie es wohl der Ball gestern (lawl) gewesen war. Und sie wäre wirklich freiwillig in ein solches Desaster an Leuten gegangen? Gerade konnte sie sich das nicht vorstellen. Sie gehörten auch nicht auf eine derartige Feier, weder Gaius noch sie. Wobei sie viel gegeben hätte den Schmied auf einem Ball zu sehen. Und da war er wieder - der Traum eines Mädchens mit ihrem Liebsten zu tanzen, ohne Angst, ohne Panik, ohne die Blicke Fremder auf sich zu spüren. Dieser Traum war es gewesen, der sie dazu verleitet hatte, überhaupt darüber nachzudenken. Diese Sehnsucht in ihr nach Frieden und Freude, danach nicht seltsam oder aussätzig zu sein, darum, keine Angst haben zu müssen, sich zu zeigen und nach draußen zu begeben. Unter Leute. Unter Fremde. Ein alberner Traum. So wie es Träume von dummen Mädchen nunmal waren. "E-Es war... nur ein Traum...", sagte sie daher zu ihm, in ebendiesen Worten, leise und mit einem traurigen Blick in den Augen. "I-Ich weiß es nicht.", fügte sie hinzu, denn sie wusste wirklich nicht, ob sie gestern Ja gesagt hätte oder nicht. Beides war gleichermaßen möglich. Aber wie könnte sie das jetzt noch wissen, wo sich die Situation so doch nie ergeben hatte? Dadurch, das es nie Realität sein würde, würde eine "Was-wäre-wenn-"-Hypothese die wahre Antwort nur verfälschen. All diese Gedanken spielten sich in dem Bruchteil einer Sekunde in ihrem Köpfchen ab und verleiteten sie schließlich zu einem unbedarften Glucksen. "I-Ich glaube... ich k-kann nichtmal t-tanzen.", erwiderte sie schließlich, was inbesondere die Frage, ob sie Bälle mochte, beantworten sollte. Sie war nie auf einem gewesen. Ein feiner Ball war Angelegenheit des Adels, nicht des niederen Volkes. Es gab natürlich auch bürgerliche Feste an denen getanzt wurde, nur wer würde einen feinen Ball mit einem einfachen Fest vergleichen wollen? Was hatte ein Schreibtisch mit einem Raben gemeinsam? Es war diesselbe Frage - gleichermaßen unnütz. In Alvarna hatte sie die Feste meistens gemieden, sich lieber versteckt. Sie hatte nie getanzt. Und nachdem die gestrige Chance verstrichen war, würde es wohl keine Gelegenheit mehr geben. Daher war ihre unbedarfte Frage gekommen - ob sie es für sich nachholen könnten. Für ein Gefühl der Teilhabe statt der Ausgrenzung. Ein Wunsch ihrerseits um aufzuholen, was sie verpasst hatte. Sie hatte sie so unbedarft gestellt, weil sie nicht darüber nachgedacht hatte - und jetzt wo die Gedanken durch ihren Kopf gekreist waren, war das Ergebnis mehr als ernüchternd. Aber sie würde damit klarkommen. Sie war für ein ausgelassenes Leben nicht gemacht, das konnte sie akzeptieren. "Nichts... ist passiert. I-Ich h-hatte es nicht durchdacht...", versuchte sie abzuwiegeln, abzulenken vielleicht, ihm eine Antwort zu geben ohne eine Antwort zu geben. Sie versuchte ein Lächeln, aber es wollte ihr nicht richtig gelingen. Nur einmal...

  • 1159-anette-png[Anette] & Danny


    Die Briefträgerin konnte zunächst nicht anders als ihr Gegenüber verdutzt anzublinzeln. Sie hatte nicht wirklich damit gerechnet richtig zu liegen und entsprechend dauerte es auch einige Sekunden bis die Nachricht, die Bestätigung, bei ihr angekommen war. Ihre Gesichtszüge durchgingen dann allerdings verschiedenste Emotionen, so fing es bei Überraschung an, die sich schnell Freude und anschließend auch Stolz überging. Gleich darauf plusterte das Blondchen sich auf, Brust raus, Kinn und Näschen nach oben, ein keckes Grinsen auf ihren Lippen. »Hehe..!«, sie warf ihm einen frechen Blick zu und piekste ihn ein, zweimal mit dem Ellenbogen in die Seite, »wie war das nochmal mit "Du weißt absolut gar nichts über mich"? Allem Anschein ja doch!« Anschließend schloss Anette die Augen, genoss den kleinen Erfolgsmoment, ehe sie sich erneut in die Stuhllehne warf und zu kippeln begann. Blaugrün, huh? Oh ja, das passte zu ihm! Warum konnte sie zwar immer noch nicht wirklich sagen, aber das spielte ja auch keine Rolle mehr. »Okay Danny, du hast versprochen, mir dein Lieblingsessen zu verraten, wenn ich richtig tippe, also los!« Was es wohl war? Die Knödel vielleicht? Nein... Sie schüttelte den Kopf. Das konnte nicht sein. Niemand würde einfach so kampflos sein Leibgericht aufgeben! Zumindest hätte sie das nicht gekonnt. Nicht ganz ohne Zögern.
    »Nicht gemein?«, wiederholte sie seine Worte bezüglich des Kuchens und zog eine Schnute, »Das ist sowasvon gemein! Du kannst doch nicht einfach die Stadt verlassen, weil mein Kuchen nicht lecker war! Das wäre so... so gemein halt..!« Allmählich begann sie ihren Vorschlag zu bereuen. Ein Kürbiskuchen nach Anette-Art war nun definitiv nicht so schlecht, dass man ihn alternativ auch als Häufchen Elend hätte bezeichnen können, aber er hätte bei weitem auch nicht ausgereicht, um Danny von der Grandiosität dieser Kuchenart zu überzeugen und... irgendwie... irgendwie hatte sie ja doch Angst davor, dass es ihm nicht schmecken würde...

  • Anette & Danny | an einem Tisch

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    Danny hob die Augenbrauen und sah Anette amüsiert an. Sie freute sich, lachte sogar und Danny wusste, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. »Ja ja, ich sage es dir ja«, antwortete er und beugte sich näher zu ihr als wäre es ein wichtiges Geheimnis, das er ihr nun offenbaren würde. Wahrlich gnädig von ihm, ihr diesen Gefallen zu tun!

    Mit gesenkter Stimme flüsterte er ihr die folgenden Worte ins Ohr: »Den Eintopf von zu Hause mit frisch gebackenem Brot. So warm, dass es gerade aus dem Ofen gekommen sein musste, und knusprig von außen.« Er dachte daran und musste zugeben dass dies eines der wenigen Dinge war, die er tatsächlich vermisste, wenn er an Zuhause dachte. Oder an das, was mal sein Zuhause gewesen war.

    »Ich finde es schwer, ein Lieblingsessen zu haben«, gab er dann allerdings zu. »Weißt du, ich esse gern, aber ein Essen, das ich jeden Tag immer wieder essen und es genießen könnte, hatte ich bisher kaum. Ich liebe das, was ich dir eben gesagt habe, es ist wohl das, was am nächsten daran herankommt.« Anette zum Beispiel wäre beinahe für diese Knödel gestorben, Danny fühlte sich so bisher nicht, wenn er an Essen dachte. Er hatte das Gefühl, ihm entging etwas, aber so schlimm würde es schon nicht sein. »Also tut mir leid, ich hoffe das ist gut genug für dich.«

    Anette empfand ihn also als gemein. Er musste grinsen und legte seine Wange auf seine Handfläche ab. »Also, wann bekomme ich den berühmten Kürbiskuchen, der mich vielleicht die Stadt verlassen lässt?« Dann aber erinnerte er sich daran, dass er tatsächlich in letzter Zeit immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt hatte, die Stadt zu verlassen und weiterzuziehen... »Spaß beiseite, ich würde ihn gerne probieren und ich würde niemals deinetwegen gehen.«