Die Taverne

  • Der Dunkelhaarige sah die Frau vor sich erwartungsvoll an, als sie seine Worte wiederholte, fragte sich, was dem wunderbaren Geschöpf gerade durch den Kopf ging, was für Gedanken und Fragen, Gefühle und Erwartungen seine Antwort in ihr ausgelöst hatten, doch diese Erkenntnis blieb aus. Anstatt nach ihrer verblüfften Frage fortzufahren, ihre Verblüffung zu erläutern, zu erklären - antwortete nun sie auf seine Frage. Nichts bestimmtes also? Huh.. Nun war es an Gaius verblüfft zu sein, so hatte er nicht gedacht, dass Tori einfach so etwas über ihn in Erfahrung bringen wollte. Sie war immer so bedacht, so vorsichtig - so unsagbar schlau und schien eine solch unbekannte Tiefe in sich inne zu halten, dass ein paar unüberlegte Worte für sie untypisch und fremd wirkten. Aber vielleicht stimmte das so ja gar nicht? Vielleicht war ihre Frage gerade deshalb von Bedeutung gewesen, da sie nicht darüber nachgedacht hatte? Vielleicht zerbrach der Zwerg sich aber auch einfach grundlos den Kopf. Was brachte es ihm darüber zu spekulieren, zu philosophieren? Wenn es ihn verwirrte, wieso fragte er sie dann nicht einfach danach? Er sagte doch sonst sowieso immer das, was ihm gerade in den Kopf kam. So war es oft einfacher Missverständnissen vorzubeugen. Als Tori sich langsam aufrichtete, da folgte der Blick des Einäugigen ihrem Weg, seine Gedanken blieben aufgrund ihres plötzlichen Vorschlags unausgesprochen und jetzt, wo er die Bezopfte in voller Pracht vor ihm stand, er ihr weißes Nachtleibchen erneut, wenn auch diesmal komplett, erblickte - da fiel es ihm wieder ein. Das, was er gestern Nacht alles gesagt hatte. Er.. war sich sicher gewesen geträumt zu haben, in seinem Fieber oder so. Das.. hatte zumindest Sinn gemacht. Bis jetzt. Der Schmied setzte sich hastig auf dem Bett auf, zum einen, da die Erinnerung ihn röter als zuvor werden ließ und zum anderen, da auch sie sich nicht mehr in ihrer Ausgangsposition befand. Ah, jetzt konnte er die Röte wenigstens auf die schnellen Bewegungen schieben.. ob ihm das jemand glauben würde war eine andere Sache. Wieso wurde er in den letzten Minuten eigentlich überhaupt ständig rot..? "Ich.. würde jetzt nein sagen, da ich dir gestern schon genug Ärger bereitet habe, aber.. mein Magen wird sowieso jeden Moment knurren und dann würdest du merken dass ich gelogen habe, also..", der Junge gab ein kleines Grinsen von sich, während er sich stark darauf konzentrierte, bloß nichts anderes als den Raum oder Toris Gesicht anzublicken - nicht dass sie noch vermutete, er würde ihren Körper begaffen, sollten seine Augen kurz an diesem hängenbleiben -, "Wenn ich dir mit meinen absolut nicht vorhandenen Küchenfertigkeiten helfen kann.. gerne." Vorsichtig bewegte der Mann sich von der Mitte des Bettes weg, so, dass er noch immer auf der Schlafmöglichkeit saß, seine Beine jedoch über dem Rand hingen, er nun also bereit war aufzustehen, sollte Tori aufbrechen wollen. Doch noch bevor es dazu kam wurde das Thema plötzlich gewechselt. Überrascht sah Gaius in die blauen Augen der Frau: "Uhm.. ja? Natürlich? Worum geht's denn?"

     

    So Lemon Boy and me, we just gotta get along together

    I’ll help him plant his seeds and we'll mow the lawn in bad weather

    It’s actually pretty easy being nice to a bitter boy like him

    So, I got myself a citrus friend


  • [Tori] & Gaius | Tori's Zimmer



    Tatsächlich war es nun ein Lächeln, welches sich sanft auf ihren Zügen ausbreitete. Seine Worte über das Frühstück waren so herrlich ehrlich, dass sie nicht anders konnte, als sich zu entspannen und zu lächeln. "D-Das ist in Ordnung.", meinte sie, auch wenn es ihr ein Rätsel war, wie jemand wie Gaius, der so gerne aß, nicht in der Küche umzugehen wusste. Für ihn jedoch, würde sie gerne Essen zubereiten. In der Taverne wurde sie glücklicherweise ja sonst nicht zum Kochen eingeteilt. Die Hektik würde ihr einfach zu sehr zusetzen. Als Gaius ihr schließlich zusprach, weiterzusprechen, senkte sie wieder ein wenig den Blick und nestelte nervös an ihren Händen herum. "A-Also, ich hab mich gefragt.. uhm." Ach, wo sollte sie nur anfangen? Auch diese Frage, war ihr nur der anderen unverblümten Frage wegen gekommen. Es war auch eigentlich nicht wichtig. Nur... interessant? Vielleicht? Tori holte einmal Luft, ehe sie sagte: "Ich weiß nicht viel über dich.", Diese Feststellung konnte - so direkt ausgesprochen - wohl abweisend wirken, aber so war es in keinster Weise gemeint. Sie kannte Gaius durchaus schon eine ganze Weile, ja, konnte sich nicht einmal mehr vorstellen wie es hier in Trampoli wäre, wäre er nicht hier. Sie hatte ihn kennen gelernt, so wie er jetzt war, kannte einige seiner Eigenschaften, seiner Handlungen. Ein bisschen was hatte er ihr gezeigt. "A-Als du gerade meintest, du h-hättest noch nie mit einem Kind gesprochen, da... da... h-hab ich mich gefragt, wie es dazu kam? Und d-darauf folgend, w-wo du eigentlich aufgewachsen bist u-und w-wie es dich hierher nach T-Trampoli verschlagen hat... und so..." Und wie er zu dem Zwerg geworden war, der er heute war. Was ihn so hatte werden lassen. Wieso sie jetzt danach fragte? Vielleicht hatte sie nun einfach festgestellt, dass der Schmied so viel mehr für sie war, als nur eine einfache Bekanntschaft. Viele Aspekte erstaunten sie immer noch, doch er hatte einen besonderen Platz in ihrem Herzen eingenommen und nun... traute sie sich auch persönlichere Dinge zu fragen, die ihr dafür nicht denkbar erschienen waren?