Das Badehaus

  • Am Becken [Tabatha & Noire]

    we8aymm6.png

    Tabatha fühlte sich unbehaglich, doch dies konnte ihr wohl niemand verübeln. In ihrer misslichen Lage blieb ihr nichts anderes übrig, als diese Unsicherheit zu verstecken, ansonsten würde sie sich lediglich noch angreifbarer machen. Einen Augenblick lang stand sie da, atmete tief durch und ballte schließlich die Hände zu Fäusten. Eine Waffe, einen Zauber brauchte sie. Wie töricht, dass sie sich niemals um diese gekümmert hatte! Andererseits hielt Tabatha nicht allzu viel von Gewalt, dies war lediglich eine Ausnahmesituation. Sie handelte nach ihren Prinzipien. Und eine solche Person verdiente keine Gnade. Immerhin bedrohte dieser Kerl die beiden jungen Frauen – wenn ihre Gesprächsperson nicht sogar noch ein Mädchen war. Obwohl Tabatha also gern ohne auskommen würde, würde sie sich eine Waffe besorgen, schon sehr bald, das war sicher. Eventuell würde sie sich auch um einen Zauber kümmern – Magie war etwas Wunderbares. Und Mächtiges.

    Sie fror und konnte ein leichtes Zittern vor Kälte nicht unterdrücken. Oder war es die Anspannung? Angst? Erneut atmete sie ein und aus, warf einen Blick in Richtung der Umkleide. Sie hatte das Gefühl, dass der Fremde noch immer hier war. Und sie musste ihre Begleitung in Sicherheit bringen. Zwar konnte sie sich wehren, doch gegen einen kräftigen Mann? Sie wollte ihre Chancen nicht genau überprüfen. »Wir müssen in die Umkleide gelangen«, flüsterte sie dem Mädchen halblaut zu, in der Hoffnung, der Mann würde sie nicht hören. »Und wir müssen zusammen bleiben.«

  • [Iris Noire] & Tabatha (& Gustav)


    Das junge Fräulein fühlte sich unsicher und hilflos. Sie bewunderte die Fassung und Stärke der fremden Elfe. Als ihre leisen Worte an ihr Ohr drangen, schluckte Iris besorgt, nickte jedoch zaghaft. Mühselig kletterte sie aus dem warmen Becken, dass sich längst kalt auf ihrer Haut anfühlte, nicht ohne jedoch umgänglich mit ihrem Handtuch umzuugehen. Als sie der Elfe auf leisen Sohlen hinterherschleichen wollte, passierte es jedoch. Die Vampirin rutschte auf einer Pfütze auf dem glatten Boden aus, verlor völlig die Balance. Iris stürzte, doch vielmehr noch schlitterte sie ein kurzes Stück auf dem Marmor entlang weiter, bis sie gegen etwas weiches stieß. Langsam öffnete sie die Augen, die sie zusammengekniffen hatte und erblickte.. war das ein Mann?! DER Mann?! Oh nein, oh nein, oh nein!! Unbeabsichtigt stieß Iris einen ohrenbetäubenden Schrei aus, warf ihr Handtuch über das Gesicht des Hässlichen und rannte, so schnell es auf dem rutschigen Boden möglich war, an der Elfe vorbei in die Umkleide Ihr Herz pochte wie wild. Sie hatte sich so sehr erschrocken! Ob sie nun in Sicherheit waren?

    »Auf diejenigen, die zu den Sternen schauen und sich etwas wünschen.«

    »Auf die Sterne, die zuhören - und auf die Träume, die wahr werden.«

  • Nicht schon wieder. Diese drei Worte gingen dem Mann durch den Kopf als er zum zweiten Mal entdeckt wurde. Dieses Mal von dem anderen Mädchen. Das Mädchen, welches sich so bedeckt gehalten hatte. Das Mädchen, welches glaubte ihn mit ein bisschen Wasser vertreiben zu können. Mit weit aufgerissenen Augen sah sie ihn an. Ein schriller Schrei ertönte. Ein Schrei der einem durch Mark und Bein ging. Für einen Moment dachte Gustav, dass sein Trommelfell nun geplatzt sei. Der Schmerz in seinen Ohren war kaum zu ertragen und so kniff er für einen Moment die Augen zusammen und hielt sich mit beiden Händen die Ohren zu auch wenn es bereits zu spät war. Schließlich wurde er auch noch mit einem Handtuch beworfen, welches ihm seinen Blick auf die Damenwelt zusätzlich nahm. Er war zu langsam um noch einen Blick auf den Körper des Mädchens zu werfen, welcher nun ganz offensichtlich entblößt zu sein schien. Immerhin hatte er hier in den Händen das Badetuch, welches gerade noch um den zierlichen Körper einer Frau gewickelt war. Gustav rieb sein Gesicht daran als ihm diese klitzekleine Kleinigkeit bewusst wurde. Voller Erwartungsfreude sog er den Duft ein, welcher sich in den verwobenen Fäden des Handtuches festgesetzt hatte. Er war im Himmel. Gustav schlug seine Augen auf und entfernte sich von den beiden Mädchen. Nun hatte er ja sein Souvenir und das würde ihn vorerst reichen. So leise wie er sich angeschlichen hatte, schlich Gustav sich auch wieder davon. Dieses Mal durch die Männerumkleide um auch ja nicht noch mehr Aufsehen zu erringen. Fest an sich geklammert das Handtuch des Mädchens. Immer wieder roch Gustav daran, bis er schließlich das Badehaus verlassen hatte. Ein erfolgreicher Tag. Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen schlich er sich davon. Wohin? Von da wo er gekommen war.

  • In der Umkleide [Tabatha & Noire]

    we8aymm6.png

    Tabatha war erleichtert, dass das Mädchen tatsächlich einverstanden zu sein schien, sich an dem Plan zu versuchen. Beide fassten schließlich ihren Mut zusammen und verschwanden rennend in die Umkleide, hoffend, dass der Lustmolch ihnen nicht folgen würde. Tabatha lehnte sich gegen eine Wand, das Handtuch um ihren Körper geschlungen und auf das Folgende wartend. Waren sie in Sicherheit?

    Schließlich legte Tabatha einen Finger an ihre Lippen, um dem Mädchen zu bedeuten, ruhig zu sein, keinen Mucks von sich zu geben. Dies schien zu funktionieren, denn sie konnte nichts hören, keine leisen Schritte, die sich an die Umkleide heranpirschten. Sie schluckte und straffte die Schultern. Alles war in Ordnung. Alles war gut ausgegangen. Irgendwie. »Ich denke nicht, dass er uns noch folgt. Wir sollten weiterhin vorsichtig sein, aber es dürfte definitiv sicherer hier sein.« Tabatha ließ das Handtuch sinken und griff nach ihrer Kleidung, um sich so schnell wie möglich erneut zu bedecken, nur für den Fall, dass der Widerling ihnen erneut auflauern würde. Das konnte sie nicht riskieren, und wenn sie gekleidet war, würde sie sich zumindest wohler fühlen. »Alles in Ordnung?« Vielleicht wäre nun auch der Zeitpunkt gekommen, sich einander namentlich vorzustellen.


  • [Iris Noire] & Tabatha | Umkleide


    IrisN1.png


    Stille legte sich über das Badehaus. Die Elfe legte einen Finger an ihre Lippen um ihr zu bedeuten keinen Mucks von sich zu geben, während sie horchten. Als ob Iris dazu jetzt überhaupt in der Lage war. Das Mädchen zitterte am ganzen Leibe und rührte sich nicht vom Fleck. Selbst als die Elfe ihr bedeutete das die Lage wieder sicher sei, entspannte sich die Vampirin nicht. Die Andere merkte das wohl, denn auf die offensichtliche Frage hin, schüttelte Iris nur heftig den Kopf. Selbst in der Umkleide, die nun einen Rückzugsort darstellte, fühlte sie sich weiterhin nackt und verwundbar. Die Anwesenheit der schönen Elfe, die so stark gesprochen und sich gegen den Eindringling aufbegehrt hatte, bestärkte das wachsende Gefühl von Verletztheit nur noch. Sie sollte sich wohl bei der Elfe bedanken, doch sie konnte es nicht, schämte sich zu sehr. Irgendwann bemerkte Iris, das ihr ein Stapel Klamotten gereicht wurde und sie erkannte ihre Kleidung. Ohne aufzusehen nahm sie die Stoffe entgegen und schlüpfte in das schützende Schwarz, welches ihr so vertraut war. Langsam atmete sie aus, ihr Herzschlag normalisierte sich. In schwarz gehüllt mochten ihre silbernen Haare und ihre blasse Haut eher trist wirken, doch sie störte sich nicht daran. Sie war keine Schönheit wie die Elfe und sie legte es auch nicht darauf an. Schließlich sah Iris auf und blickte die fremde Dame aus ihren unterschiedlichen Augen heraus an, den Kopf leicht schief gelegt. "Verratet mit Euren Namen.", verlangte sie und blinzelte einmal ohne ihre Position zu verändern. Es war eine Aufforderung, keine Bitte. Sie würde sich diese Person auf jeden Fall gut einprägen und in ihrem Gedächtnis verweben, es fehlte nur noch ein Name zur Wiedererkennung.

    »Auf diejenigen, die zu den Sternen schauen und sich etwas wünschen.«

    »Auf die Sterne, die zuhören - und auf die Träume, die wahr werden.«

  • Umkleide [Tabatha & Noire]

    bytkmivu.png

    Tabatha konnte sehen, dass das Mädchen beinahe schon traumatisiert war und sich kaum regte. Sorge machte sich ihn ihr breit, gleichzeitig hinterließ dieses Erlebnis auch in ihr ein überaus beklemmendes Gefühl, das sie in ihrer Entscheidung, sich eine Waffe zu besorgen sowie einen Zauber zu erlernen nur noch bestätigte. Darum würde sie sich so schnell wie möglich kümmern müssen, so viel stand fest.

    Tiefe Atemzüge tätigend, um sich erneut zu beruhigen, blickte sie dem Mädchen direkt in die Augen nachdem es sich angezogen und schließlich nach ihrem Namen gefragt hat. »Tabatha«, antwortete sie, von ihrem Status oder der Tatsache, dass sie Fräulein Biancas Zofe war, musste sie nicht erzählen. Nun allerdings blieb Tabatha die Möglichkeit, die Fremde zu betrachten. Schwarze Kleidung, silbernes Haar, zierlich, höchst ungewöhnliche Augen. Obwohl sie ängstlich schien, hatte sie ihre Angst überwunden und sich in Sicherheit gebracht. Das Mädchen dachte wohl ein wenig anders, doch für Tabatha war dies viel wert, denn sie hätte sie wohl nicht alleine gelassen. Zudem hatte sie für Ablenkung gesorgt, sodass sie rennen konnten, ebenfalls eine beachtliche Leistung. »Ich denke, ich werde mich bald verabschieden müssen. Verratet Ihr mir auch Euren Namen?« Ein schwaches Lächeln spielte um ihre Lippen.

  • [Iris Noire] geht~


    IrisN1.png


    "Ta-ba-tha.", wiederholte sie den Namen der Elfe und zerlegte das Wort dabei in seine einzelnen Silben. Tabatha. Der Name klang kraftvoll und schön, so schön wie die Elfe auch selbst war. Iris würde sich den Namen gut mit dieser Person merken können. "Man nennt mich Iris Noire.", gab sie im Gegenzug von sich preis. Richtig - man nannte. Iris selbst konnte nicht mehr sagen, ob ihr der Name von Geburt gegeben oder ob dieser Name ihr von Anderen auferlegt worden war. Es spielte keine Rolle. Sie war Iris Noire, die Dunkle mit den seltsamen Augen. "Ich hoffe auf ein Wiedersehen.", sprach sie und so, wie sie es sagte, klang es nicht freudig und fröhlich, sondern schlichtweg nach einer banalen Feststellung, einer Tatsache, an der es kein rütteln gab. Das kleine Fräulein lächelte breit, wobei die spitzen Eckzähne hervorkamen, die ihrem Geschlecht nach wie vor entsprangen. "Ihr schuldet mir immerhin noch eine Geschichte!", fügte sie hinzu und neigte leicht den Kopf, ehe sie auf leisen Sohlen aus dem Badehaus verschwand~

    »Auf diejenigen, die zu den Sternen schauen und sich etwas wünschen.«

    »Auf die Sterne, die zuhören - und auf die Träume, die wahr werden.«

  • Gehend [Tabatha]

    bytkmivu.png

    Tabatha wartete ab und ließ das Mädchen überlegen, ihren Namen aufsagen und sich schließlich selbst vorstellen. Iris Noire stand also vor ihr, ein Name, den sie sich sicher würde merken können, immerhin hatten sie gemeinsam ein Erlebnis der besonderen Art im Badehaus. Tabatha nickte dem Mädchen zu, als es sich verabschiedete. »Mir ergeht es genauso«, ließ sie also verlauten und blickte ihr nach als sie ging.

    Einen Augenblick lang blickte sie ihr nach, bevor sie ihre Augen erneut in Richtung der Becken gleiten ließ, die durch eine Wand von der Umkleide getrennt waren. Sie starrte einfach ins Leere, ließ die Situation erneut geschehen. Wie konnte sie in eine solche Lage geraten, gerade nach den vorangegangenen Ereignissen? Sie wusste es nicht. Sie wusste allerdings, dass das Leben nicht fair war. Leider. Und genau deswegen musste sie etwas ändern. Sie wollte weiterhin so agieren wie zuvor, sich nicht alles gefallen lassen, stark, aber nicht unvernünftig sein. Und eine Waffe würde ihr helfen. Aus diesem Grunde machte Tabatha sich auf zur Schmiede.